Jella Lepman

 4,7 Sterne bei 14 Bewertungen
Autorin von Die Kinderbuchbrücke, Die Kinderbuchbrücke und weiteren Büchern.
Autorenbild von Jella Lepman (©privat)

Lebenslauf von Jella Lepman

Jella Lepman (1891–1970) wuchs in Stuttgart auf. Die jüdische Journalistin und Kinderbuchautorin emigrierte 1936 nach England und wurde 1945 von der amerikanischen Militärregierung als Beraterin für den Wiederaufbau nach Deutschland geholt. 1949 gründete sie die Internationale Jugendbibliothek in München, die weltweit größte Spezialbibliothek für internationale Kinder- und Jugendliteratur, sowie 1951 IBBY (International Board on Books for Young People), eine internationale Organisation zur Förderung der Kinder- und Jugendliteratur.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Jella Lepman

Cover des Buches Die Kinderbuchbrücke (ISBN: 9783956143922)

Die Kinderbuchbrücke

 (11)
Erschienen am 09.09.2020
Cover des Buches Die Kinderbuchbrücke (ISBN: B0026MD6NI)

Die Kinderbuchbrücke

 (3)
Erschienen am 01.01.1999

Neue Rezensionen zu Jella Lepman

Cover des Buches Die Kinderbuchbrücke (ISBN: 9783956143922)Birgit51s avatar

Rezension zu "Die Kinderbuchbrücke" von Jella Lepman

Wunderbares Vermächtnis einer tatkräftigen, engagierten Frau
Birgit51vor 5 Monaten

Dieses wunderschön gestaltete Buch umfasst 261 Seiten und viele Schwarz-weiß-Fotos, einige Anmerkungen am Ende und ein tolles, lesenswertes Vorwort. Es ist spannend und mitreißend geschrieben und mich hat die Lebensgeschichte dieser tatkräftigen, engagierten Frau sehr beeindruckt. Sie wollte Kindern und Jugendlichen den Zugang zur Literatur ermöglichen und damit die Völkerverständigung mittels Büchern erreichen. Da fängt man am besten bei den Jüngsten an! Sie war ihrer Zeit voraus in ihrem Denken und Wirken und hat Dinge angepackt, die nachwirken. Einfach eine absolut bewunderswerte, mutige Frau, eine Jüdin, Jounalistin, früh verwitwet, die nach 1945 wieder nach Deutschland zurückkehrt, um etwas zu bewirken. Sie sollte ein Vorbild für alle Menschen sein, die heute jammern aber nichts tun! Sie hatte namhafte Wegbegleiter und unorthodoxe Methoden, das macht die Geschichte ihres Wirkens so lesenswert.

Man sollte es sich nicht entgehen lassen! Ich kann es nur von Herzen allen, die gerne etwas über Nachkriegsgeschichte und Biografien über mutige Menschen lesen, wärmstens ans Herz legen. Wirklich spannend wie ein Abenteuerroman!

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Rezension zu "Die Kinderbuchbrücke" von Jella Lepman

Eine bemerkenswerte Frau hat Geschichte geschrieben. Die Kinderbuchbrücke ist ein geballtes Kompendium, ein Sensationsbuch, was mich nachhaltig beeindruckt hat und sehr zu empfehlen ist.
Flohvor 7 Monaten

Eine bemerkenswerte Frau hat Geschichte geschrieben. Die Kinderbuchbrücke ist ein geballtes Kompendium, ein Sensationsbuch, was mich nachhaltig beeindruckt hat und sehr zu empfehlen ist.

 

Astrid Lindgren kennt vermutlich jeder. Und jeder weiß auch um ihre glorreichen und ehrenwerten Taten, ihrem Engagement, ihrem Aktionismus und ihr Wirken als Friedensbotin und ihren Einfluss auf die Kinder- und Jugendbuchliteratur. Doch wer war Jella Lepman? Das wird sich vermutlich sogar der ein oder andre bibliophile Leser und Bücherfreund fragen. „Die Kinderbuchbrücke“ schafft hier Klarheit und Hintergrund. Und es lohnt sich, mehr über diese ehrenwerte Jüdin und ihren Zielen und Erfolgen zu erfahren. Zum 50. Todestag zu Gedenken an Jella Lepman ist das beeindruckende Autobiografie der starken Journalistin, Mutter und Frau erschienen, die einen Meilenstein zur heutigen Internationalen Jugendbibliothek in München stellt. Dass Jella Lepman vielen deutschen und internationalen Lesern fremd ist, wundert mich nach dem Lesen der Autobiografie eigentlich sehr, denn was man hier an inhaltsschwangeren Fakten, Taten, Wünschen, Herzensangelegenheiten und Bedeutungen rund um das Wirken dieser bemerkenswerten Frau liest, müsste in die Welt hinausgetragen werden. Ähnlich wie Albert Schweitzer oder gar Astrid Lindgren ist Jella Lepman allen Lobpreisungen wert.

„Die Kinderbuchbrücke“ hier könnte man wahrlich ein Kinderbuch vermuten, doch es verbirgt sich in dieser hochwertigen Neuauflage aus dem Verlagshause Antje Kunstmann etwas ganz anderes. „Die Kinderbuchbrücke“ ist zwar eine Autobiographie, aber dennoch ist es mehr eine inhaltsschwangere und klärende, sowie unglaublich spannende und beeindruckende Geschichte darüber, wie die internationale Jugendbibliothek in München zu dem wurde was sie heute ist, welche Ziele sie verfolgt und welche Bedeutung sie noch heute hat und hoffentlich noch lange haben wird. Bibliophile Werte, die diese Bibliothek vertritt, in die Welt hinausträgt, hochhält und vor allem auch warum.
 Das Gründungsjahr 1949, wird sogleich mit dem zweiten Weltkrieg und dem Leben danach assoziiert. Aber genau in dieser Zeit entstand die heute größte Bibliothek für internationale Kinder- und Jugendliteratur als ein Ort der Bildung, Begegnung, Völkerverständigung und Integration. 


 Inhalt / Klapptext (Text von der Verlagshomepage des Antje Kunstmann Verlags übernommen):

Die jüdische Journalistin Jella Lepman kehrte 1945 aus der Emigration ins Volk der Täter zurück, um den deutschen Kindern mit Büchern die Welt zu eröffnen. Dies ist die längst überfällige Wiederentdeckung ihrer Erinnerungen an den Aufbau der Internationalen Jugendbibliothek in München. Lebendig und spannend wie ein Abenteuerroman.

 Als Jella Lepman 1945 als Beraterin für den Wiederaufbau in die amerikanische Zone nach Deutschland geschickt wird, erkennt sie sofort, dass zuerst den Kindern geholfen werden muss. Die Kinder brauchen Nahrung und Kleidung, aber nicht nur das, sie brauchen auch Anregung für Geist und Phantasie. Was könnte besser geeignet sein als Bücher, um ihnen Freiheit und Völkerverständigung zu vermitteln? Gegen alle Widerstände und unter schwierigsten Bedingungen macht Lepman sich daran, eine Ausstellung internationaler Kinder- und Jugendbücher im Münchner Haus der Kunst zu organisieren. Diese wird ein voller Erfolg. Nur wenige Jahre später gelingt es ihr, in München eine internationale Jugendbibliothek einzurichten, in der sie tausende Bücher aus aller Welt versammelt und unzählige Aktivitäten für Kinder und Jugendliche auf die Beine stellt. All das schafft sie mit Durchsetzungskraft, namhaften Mitstreitern und auf teilweise äußerst unkonventionellem Weg. Voller Humor und frei von jedem Selbstmitleid schildert Jella Lepman, wie sie in einem von Männern dominierten Umfeld als kämpferische und glaubwürdige Frau eine Institution erschuf, die zum weltweiten Vorbild wurde. Ein spannendes Dokument der Nachkriegsgeschichte.“


Erzählweise/Schreibstil:
„Die Kinderbuchbrücke“ ist ein Werk, was beinahe innerlich schmerzt und sehr bewegt. Um das Buch besser zu verstehen, sollte man die im Anhang befindliche Kurzbiografie zu Jella Lepman lesen und dann in dieses Buch einsteigen. Denn es gibt neben all der Hoffnung, der Stärke, den Zielen und Erfolgen auch sehr sehr viele erschütternde und ehrliche Berichte über den Zustand, vor allem über die vielen Kinder und Waisen in einer Zeit des Trauma und der Nachkriegszeit. All diese Bilder, die sich der jüdischen Journalistin nach ihrer Rückkehr aus dem Exil eingebrannt haben, haben ihre Ideen und Ziele nur noch weiter angefeuert und sie stark und stärker werden lassen.
 Es schreit beinahe aus dem Buch heraus, ohne aufdringlich zu wirken, wie sehr Jella Lepnman für die Sache, ihre Sache, gebrannt hat. Trotz aller Rückschläge, Schmähungen, Widrigkeiten und Gefahren, gibt sie nicht auf und kämpft für ihr Herzensprojekt. Dass alles und noch so viel mehr, wird absolut begreifbar, nahe und bewegend ehrlich in diesem Buch niedergeschrieben. Eine Autobiografie, die ganz und gar nicht starr oder steif daherkommt. „Die Kinderbuchbrücke“ bezeugt mehr als nur den Grundstein der heute größten Jugendbibliothek, „Die Kinderbuchbrücke“ zeigt auch die vielen Leben der Jella Lepman. Die facettenreichen und einflussreichen Leben einer Frau, die eben auch nur ein Leben hatte. Jella Lepman lebte für ihre Ziele, sie wollte mit der Bedeutung der Bücher die Welt aller Kinder schöner, sicherer und bunter machen. Dafür stand sie ein und so ist sie auch gestorben. Vor rund 50 Jahren am 4. Oktober. 


 Erstmals ist „Die Kinderbuchbrücke“ vor knapp 60 Jahren erschienen. Nun, zu Ehren und Gedenken, Jella Lepmans erscheint sie als schmucke Neuauflage in hochwertigem Gewand. Zahlreiche Fotos aus dem privaten Familienalbum und öffentlichen Erscheinungen, sowie historische Archivbilder bringen das geschriebene noch viel deutlicher zu Gesicht und was diese Frau eigentlich geleistet und bewirkt hat, was wir heute noch zu schätzen und von laben können und uns ein Beispiel nehmen sollten. 

 

Alles was sich zu dieser historischen Epoche der Nachkriegszeit und zur Gründung der Bibliothek zugetragen hat, wird anschaulich, erlebbar und greifbar geschildert und dem Leser erklärt und thematisiert. Hier muss man als Leser gute Konzentration und Muße, sowie Ruhe aufbringen, um diesem Studium und dieser Wortkunst zu folgen und den Wert der Bedeutung innerlich aufnehmen.  Anspruchsvoll und lobenswert. Kein alltägliches Stilmittel für ein historisches Werk, was weit über das Grundwissen hinausreicht.

 

Je nachdem, was dir Bücher selbst bedeuten, wirst du dieses Buch ganz individuell für dich lesen, bewerten und wahrnehmen und anschließend die Friedensbotin und Aktivistin für Bücher ehren und bewundern.

 

Kurzmeinung:

Lange Rede, kurzer Sinn: Ein sachliches und sogleich wunderbares Buch, das den interessierten Lesern die Entstehung der größten Jugendbuchbibliothek ans Herz legt, Jella Lepmans Aktionismus lobt und die Bedeutung der Bücher und Geschichten gerade nach dem zweiten Weltkrieg und auch noch heute als Tor zur Freiheit und Brücke zueinander nahebringt und erklärt. Ein Buch, eine Autobiografie, welche Jella Lepmans unscheinbares Wirken auf der ganzen Welt veranschaulicht und in den Kontext bringt. Ein echter Glücksgriff und eine ehrliche Empfehlung für die Liebhaber von sachlich-historischen Gesamtwerken mit Bezug zur Kinder- und Jugendbuchliteratur und überhaupt und sowieso. Mit weitem Blick über den Tellerrand hinaus. Ein Buch, über das man noch lange nachdenken wird und eigenes Tun und Handeln womöglich in Frage stellt.

 

Zur Person Jella Lepman (Text von der Verlagshomepage des Antje Kunstmann Verlags übernommen):

„Jella Lepman (1891–1970) wuchs in Stuttgart auf. Die jüdische Journalistin und Kinderbuchautorin emigrierte 1936 nach England und wurde 1945 von der amerikanischen Militärregierung als Beraterin für den Wiederaufbau nach Deutschland geholt. 1949 gründete sie die Internationale Jugendbibliothek in München, die weltweit größte Spezialbibliothek für internationale Kinder- und Jugendliteratur, sowie 1951 IBBY (International Board on Books for Young People), eine internationale Organisation zur Förderung der Kinder- und Jugendliteratur.“


Fazit:
 Diese Autobiografie, dieses bedeutungsschwangere Geschichts- oder Sachbuch ist eine wirkliche Bereicherung für interessierte Leser, die sich mit Bibliotheken, Literatur und Wirken des Medium Buchs auf die Welt befassen möchten. Eine Bereicherung zu Ehren Jella Pepman. Gerne vergebe ich 4 glanzvolle Sterne!

 

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Rezension zu "Die Kinderbuchbrücke" von Jella Lepman

Eine bemerkenswerte Frau hat Geschichte geschrieben. Die Kinderbuchbrücke ist ein geballtes Kompendium, ein Sensationsbuch, was mich nachhaltig beeindruckt hat und sehr zu empfehlen ist.
Flohvor 7 Monaten

Eine bemerkenswerte Frau hat Geschichte geschrieben. Die Kinderbuchbrücke ist ein geballtes Kompendium, ein Sensationsbuch, was mich nachhaltig beeindruckt hat und sehr zu empfehlen ist.

 

Astrid Lindgren kennt vermutlich jeder. Und jeder weiß auch um ihre glorreichen und ehrenwerten Taten, ihrem Engagement, ihrem Aktionismus und ihr Wirken als Friedensbotin und ihren Einfluss auf die Kinder- und Jugendbuchliteratur. Doch wer war Jella Lepman? Das wird sich vermutlich sogar der ein oder andre bibliophile Leser und Bücherfreund fragen. „Die Kinderbuchbrücke“ schafft hier Klarheit und Hintergrund. Und es lohnt sich, mehr über diese ehrenwerte Jüdin und ihren Zielen und Erfolgen zu erfahren. Zum 50. Todestag zu Gedenken an Jella Lepman ist das beeindruckende Autobiografie der starken Journalistin, Mutter und Frau erschienen, die einen Meilenstein zur heutigen Internationalen Jugendbibliothek in München stellt. Dass Jella Lepman vielen deutschen und internationalen Lesern fremd ist, wundert mich nach dem Lesen der Autobiografie eigentlich sehr, denn was man hier an inhaltsschwangeren Fakten, Taten, Wünschen, Herzensangelegenheiten und Bedeutungen rund um das Wirken dieser bemerkenswerten Frau liest, müsste in die Welt hinausgetragen werden. Ähnlich wie Albert Schweitzer oder gar Astrid Lindgren ist Jella Lepman allen Lobpreisungen wert.

„Die Kinderbuchbrücke“ hier könnte man wahrlich ein Kinderbuch vermuten, doch es verbirgt sich in dieser hochwertigen Neuauflage aus dem Verlagshause Antje Kunstmann etwas ganz anderes. „Die Kinderbuchbrücke“ ist zwar eine Autobiographie, aber dennoch ist es mehr eine inhaltsschwangere und klärende, sowie unglaublich spannende und beeindruckende Geschichte darüber, wie die internationale Jugendbibliothek in München zu dem wurde was sie heute ist, welche Ziele sie verfolgt und welche Bedeutung sie noch heute hat und hoffentlich noch lange haben wird. Bibliophile Werte, die diese Bibliothek vertritt, in die Welt hinausträgt, hochhält und vor allem auch warum.
 Das Gründungsjahr 1949, wird sogleich mit dem zweiten Weltkrieg und dem Leben danach assoziiert. Aber genau in dieser Zeit entstand die heute größte Bibliothek für internationale Kinder- und Jugendliteratur als ein Ort der Bildung, Begegnung, Völkerverständigung und Integration. 


 Inhalt / Klapptext (Text von der Verlagshomepage des Antje Kunstmann Verlags übernommen):

Die jüdische Journalistin Jella Lepman kehrte 1945 aus der Emigration ins Volk der Täter zurück, um den deutschen Kindern mit Büchern die Welt zu eröffnen. Dies ist die längst überfällige Wiederentdeckung ihrer Erinnerungen an den Aufbau der Internationalen Jugendbibliothek in München. Lebendig und spannend wie ein Abenteuerroman.

 Als Jella Lepman 1945 als Beraterin für den Wiederaufbau in die amerikanische Zone nach Deutschland geschickt wird, erkennt sie sofort, dass zuerst den Kindern geholfen werden muss. Die Kinder brauchen Nahrung und Kleidung, aber nicht nur das, sie brauchen auch Anregung für Geist und Phantasie. Was könnte besser geeignet sein als Bücher, um ihnen Freiheit und Völkerverständigung zu vermitteln? Gegen alle Widerstände und unter schwierigsten Bedingungen macht Lepman sich daran, eine Ausstellung internationaler Kinder- und Jugendbücher im Münchner Haus der Kunst zu organisieren. Diese wird ein voller Erfolg. Nur wenige Jahre später gelingt es ihr, in München eine internationale Jugendbibliothek einzurichten, in der sie tausende Bücher aus aller Welt versammelt und unzählige Aktivitäten für Kinder und Jugendliche auf die Beine stellt. All das schafft sie mit Durchsetzungskraft, namhaften Mitstreitern und auf teilweise äußerst unkonventionellem Weg. Voller Humor und frei von jedem Selbstmitleid schildert Jella Lepman, wie sie in einem von Männern dominierten Umfeld als kämpferische und glaubwürdige Frau eine Institution erschuf, die zum weltweiten Vorbild wurde. Ein spannendes Dokument der Nachkriegsgeschichte.“


Erzählweise/Schreibstil:
„Die Kinderbuchbrücke“ ist ein Werk, was beinahe innerlich schmerzt und sehr bewegt. Um das Buch besser zu verstehen, sollte man die im Anhang befindliche Kurzbiografie zu Jella Lepman lesen und dann in dieses Buch einsteigen. Denn es gibt neben all der Hoffnung, der Stärke, den Zielen und Erfolgen auch sehr sehr viele erschütternde und ehrliche Berichte über den Zustand, vor allem über die vielen Kinder und Waisen in einer Zeit des Trauma und der Nachkriegszeit. All diese Bilder, die sich der jüdischen Journalistin nach ihrer Rückkehr aus dem Exil eingebrannt haben, haben ihre Ideen und Ziele nur noch weiter angefeuert und sie stark und stärker werden lassen.
 Es schreit beinahe aus dem Buch heraus, ohne aufdringlich zu wirken, wie sehr Jella Lepnman für die Sache, ihre Sache, gebrannt hat. Trotz aller Rückschläge, Schmähungen, Widrigkeiten und Gefahren, gibt sie nicht auf und kämpft für ihr Herzensprojekt. Dass alles und noch so viel mehr, wird absolut begreifbar, nahe und bewegend ehrlich in diesem Buch niedergeschrieben. Eine Autobiografie, die ganz und gar nicht starr oder steif daherkommt. „Die Kinderbuchbrücke“ bezeugt mehr als nur den Grundstein der heute größten Jugendbibliothek, „Die Kinderbuchbrücke“ zeigt auch die vielen Leben der Jella Lepman. Die facettenreichen und einflussreichen Leben einer Frau, die eben auch nur ein Leben hatte. Jella Lepman lebte für ihre Ziele, sie wollte mit der Bedeutung der Bücher die Welt aller Kinder schöner, sicherer und bunter machen. Dafür stand sie ein und so ist sie auch gestorben. Vor rund 50 Jahren am 4. Oktober. 


 Erstmals ist „Die Kinderbuchbrücke“ vor knapp 60 Jahren erschienen. Nun, zu Ehren und Gedenken, Jella Lepmans erscheint sie als schmucke Neuauflage in hochwertigem Gewand. Zahlreiche Fotos aus dem privaten Familienalbum und öffentlichen Erscheinungen, sowie historische Archivbilder bringen das geschriebene noch viel deutlicher zu Gesicht und was diese Frau eigentlich geleistet und bewirkt hat, was wir heute noch zu schätzen und von laben können und uns ein Beispiel nehmen sollten. 

 

Alles was sich zu dieser historischen Epoche der Nachkriegszeit und zur Gründung der Bibliothek zugetragen hat, wird anschaulich, erlebbar und greifbar geschildert und dem Leser erklärt und thematisiert. Hier muss man als Leser gute Konzentration und Muße, sowie Ruhe aufbringen, um diesem Studium und dieser Wortkunst zu folgen und den Wert der Bedeutung innerlich aufnehmen.  Anspruchsvoll und lobenswert. Kein alltägliches Stilmittel für ein historisches Werk, was weit über das Grundwissen hinausreicht.

 

Je nachdem, was dir Bücher selbst bedeuten, wirst du dieses Buch ganz individuell für dich lesen, bewerten und wahrnehmen und anschließend die Friedensbotin und Aktivistin für Bücher ehren und bewundern.

 

Kurzmeinung:

Lange Rede, kurzer Sinn: Ein sachliches und sogleich wunderbares Buch, das den interessierten Lesern die Entstehung der größten Jugendbuchbibliothek ans Herz legt, Jella Lepmans Aktionismus lobt und die Bedeutung der Bücher und Geschichten gerade nach dem zweiten Weltkrieg und auch noch heute als Tor zur Freiheit und Brücke zueinander nahebringt und erklärt. Ein Buch, eine Autobiografie, welche Jella Lepmans unscheinbares Wirken auf der ganzen Welt veranschaulicht und in den Kontext bringt. Ein echter Glücksgriff und eine ehrliche Empfehlung für die Liebhaber von sachlich-historischen Gesamtwerken mit Bezug zur Kinder- und Jugendbuchliteratur und überhaupt und sowieso. Mit weitem Blick über den Tellerrand hinaus. Ein Buch, über das man noch lange nachdenken wird und eigenes Tun und Handeln womöglich in Frage stellt.

 

Zur Person Jella Lepman (Text von der Verlagshomepage des Antje Kunstmann Verlags übernommen):

„Jella Lepman (1891–1970) wuchs in Stuttgart auf. Die jüdische Journalistin und Kinderbuchautorin emigrierte 1936 nach England und wurde 1945 von der amerikanischen Militärregierung als Beraterin für den Wiederaufbau nach Deutschland geholt. 1949 gründete sie die Internationale Jugendbibliothek in München, die weltweit größte Spezialbibliothek für internationale Kinder- und Jugendliteratur, sowie 1951 IBBY (International Board on Books for Young People), eine internationale Organisation zur Förderung der Kinder- und Jugendliteratur.“


Fazit:
 Diese Autobiografie, dieses bedeutungsschwangere Geschichts- oder Sachbuch ist eine wirkliche Bereicherung für interessierte Leser, die sich mit Bibliotheken, Literatur und Wirken des Medium Buchs auf die Welt befassen möchten. Eine Bereicherung zu Ehren Jella Pepman. Gerne vergebe ich 4 glanzvolle Sterne!

 

 


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Gespräche aus der Community

Liebe LB-Leser*innen, 

das ist kein Kinderbuch, sondern die Neuausgabe von Jella Lepmans Erinnerungen - und diese lesen sich wie ein Abenteuerroman! Jella Lepman (1891-1970) war eine Visionärin, für die Bücher 'Friedensstifter' waren. Und die sich zeitlebens für Toleranz, Frieden und Demokratie eingesetzt hat. Ihr 50. Todestag am 04.10.20 ist ein Anlass, sie wiederzuentdecken. Neugierig geworden?

Liebe LB-Leser*innen,

sagt Euch Jella Lepman etwas? Wahrscheinlich nicht. Und das, obwohl sie mit namhaften Schriftstellern und Politikern ihrer Zeit zusammengearbeitet hat, wie z.B. mit Erich Kästner und Bundespräsident Theodor Heuss. Sie war mit Astrid Lindgren befreundet - und auch die Frau des USamerikanischen Präsidenten Roosevelt, Eleanor Roosevelt, schaute regelmäßig bei ihr vorbei.

Jella Lepman (1891-1970) war eine deutsch-jüdische Journalistin, Autorin, Übersetzerin. Sie war politisch aktiv. Sie hat sich zeitlebens für Toleranz, Frieden und Demokratie eingesetzt, gegen Antisemitismus und Nationalismus. Sie hat sich mit vielen Gründungen für die internationale Verständigung durch Kinderliteratur eingesetzt. Und doch ist sie fast in Vergessenheit geraten. Ihr 50. Todestag am 04. Oktober 2020 ist ein Anlass, diese außergewöhnliche Frau wiederzuentdecken. 

Ihr Lebensweg führte sie abenteuerlich von Stuttgart über London (in die Emigration) nach Frankfurt, München und schließlich nach Zürich. Was sie alles in den 30er und 40er Jahren in London erlebt hat, und dann gleich ab Oktober 1945 in Deutschland - gegen welche Widerstände sie kämpfen musste - wen sie alles getroffen und wer sie unterstützt hat - das schildert sie unnachahmlich fesselnd. Und wie sie ihre Idee der Kinderbücher als 'Friedensboten' konsequent umgesetzt hat.

Mehr Infos findet Ihr auch auch auf der Seite des Verlags Antje Kunstmann.

 Sowie auf der Website der Internationalen Jugendbibliothek.

Seid Ihr neugierig geworden? Dann bewerbt Euch für eines von zehn druckfrischen Buchexemplaren zu der Neuausgabe von "Die Kinderbuchbrücke". Wir freuen uns auf Eure Leseeindrücke!

Herzliche Grüße, Euer Team der Internationalen Jugendbibliothek, München.



65 BeiträgeVerlosung beendet
Birgit51s avatar
Letzter Beitrag von  Birgit51vor 5 Monaten

HIer kommt endlich auch meine Rezi.

https://www.lovelybooks.de/autor/Jella-Lepman/Die-Kinderbuchbrücke-2576375547-w/rezension/2826124050/

Ich habe sie soeben wortgleich bei lesejury, Thalia, Weltbild, hugendubel, medimops.de, ebook.de, buecher.de, jokers, goodreads eingestellt, da ich das Buch überall gefunden hae! Bei einigen wird es 2-3 Tage dauern, bis die Bewertung/der Kommentar erscheint. (Unter Birgit P. oder Birgit51).

Ganz herzlichen Dank, dass ich dieses wunderbare Buch lesen durfte!

Birgit

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