Jelle Behnert Das Haus der schwarzen Schwäne

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Inhaltsangabe zu „Das Haus der schwarzen Schwäne“ von Jelle Behnert

Der Aufstand der Spitzenklöpplerinnen

Tøndern 1693, ganz Europa ist verrückt nach Spitze. Doch bei der Herstellung der filigranen Stoffe werden Tausende von Mädchen in Fabriken ausgebeutet und unterdrückt. Falka ist eine von ihnen. Nach dem Tod ihres Vaters hat sie die Heimat verlassen, um in Tøndern ihren Lebensunterhalt durch Klöppeln zu verdienen. Aber anders als ihre Leidensgenossinnen fügen sich Falka und ihre Freundinnen nicht ihrem Schicksal, sondern wagen etwas nie Dagewesenes: Sie lehnen sich gegen die Herrschenden auf. Und während sich auf der Weltbühne der Große Nordische Krieg anbahnt, kämpfen die Frauen ihre eigene Schlacht.

Ein sprachgewaltiger historischer Roman über die Blütezeit der Spitzenmanufaktur

Interessant, wenn man offen für Neues ist!

— Booklover88

Das Buch war nichts für mich...

— Angie*

Gewaltige sprachliche Bilder mit Charakteren, die nicht darum buhlen, zu gefallen, sondern sich so zeigen, wie ihre Geschichte sie schuf.

— verirrtes_irrlicht

Nicht ganz, wie erwartet

— Bjjordison

Ein etwas anderes Buch für Feministen

— Diana182

Ein düsteres Stück Geschichte! Beeindruckender Schriftstil!

— mabuerele

Sehr gewagt, aber sehr spannend und tiefgründig

— abetterway

sehr interessantes Buch, besonderer Schreibstil aber trotzdem kein Highlight

— thiefladyXmysteriousKatha

Ein authentischer historischer Roman, der dem Leser die unlösbare Aufgabe stellt zu ergründen, was Gut und Böse ist. Packend. Genial.

— kalligraphin

Für mich ein düsteres und unheimliches Buch voller Gewalt. Schade !

— Curin

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  • Sprachlich sehr interessant, allerdings mehr Fantasie als Historie

    Das Haus der schwarzen Schwäne

    Booklover88

    06. August 2017 um 22:02

    Mit dem Haus der schwarzen Schwäne hat Jelle Behnert ein sehr interessantes Werk geschaffen. Vor allem auf den ersten Seiten war ich total fasziniert und über sehr weite Teile habe ich die Geschichte auch sehr genossen. Was ich dagegen komisch fand, war, dass ab so ca. 2/3 des Buches die Geschichte doch sehr ins Surreale abdriftet und man nicht mehr das Gefühl hat, einen historischen Roman zu lesen. Es wurde teilweise sehr fantastisch. Das fand ich sehr schade, weil es meine Lesefreude dann doch geschmälert hat.Nichtsdestotrotz ist es ein sehr interessantes Buch; wenn man sprachliche Rafinesse mag, wird man dieses Buch trotzdem mögen!

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  • Das Haus der schwarzen Schwäne

    Das Haus der schwarzen Schwäne

    Blaustern

    24. July 2017 um 12:07

    Dänemärk, Insel Fanø, im Jahre 1693: Falkas Familie ist sehr arm. Sie sammelt für alle im Wattenmeer Würmer, um überleben zu können. Eines Tages kam ihr Vater und Verlobter nicht mehr von der hohen See zurück, und Falka erzeugt in ihrem Aberglauben am Strand eine Gestalt mit dem Leuchter aus der Kirche, der die beiden zurückbringen soll. Daraufhin wird sie von der Insel gejagt und kommt in Tondern in einer Spitzenfabrik unter, wo sie mit anderen Frauen einen harten Arbeitstag von 16 Stunden unter schlechten Bedingungen hat. Sie klöppeln die Tondern-Spitze, die unter der Bevölkerung sehr beliebt ist. Der Arbeitgeber wird reich, und ihre Freundinnen stürzen sich in den Selbstmord. Aus Rache klöppelt Falka dann schwarze Trauerschleier, die eine düstere Aura aussenden, was wiederum Falka nicht bekommt.Die Geschichte beginnt spannend und wird so fortgeführt. Man ist gespannt, wie Falkas Leben weitergeht. Doch sie entwickelt einen unglaublichen Aberglauben, ist völlig vernarrt, sodass alles davon bestimmt wird. Sie klöppelt in die Schleier die Macht der Freiheit der Frauen, die diese damals nicht hatten und setzt sich über die Köpfe ihrer Freundinnen hinweg, was sie so manches Mal unsympathisch werden ließ. Die Atmosphäre ist dunkel, Szenen oft kaltblütig, und es wird immer unwirklicher. Man weiß leider nicht, was Realität in der Vergangenheit ist, und ein Nachwort wäre hier wirklich sehr interessant gewesen. Der Sprachstil ist außerordentlich, sehr schön, abwechslungsreich und führt einen die Handlung mitsamt den Gemütern vor Ort vor Augen.

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  • Ekel und Düsterniss!

    Das Haus der schwarzen Schwäne

    Angie*

    20. July 2017 um 16:51

    INHALT: Wir schreiben das Jahr 1693 in Dänemark. Die junge Falka führt auf ihrer Insel im Wattenmeer kein leichtes Leben mit ihrer Familie. Sie muss Wattwürmer sammeln, essen und verkaufen um das Überleben der Familie zu sichern.Der Vater und ihr Verlobter gelten als verschollen auf hoher See. Sie versucht durch abergläubische Praktiken die beiden zurückzuholen, verwendet dazu einen Kerzenhalter aus der Kirche und stellt einen sogenannten  mystischen Angstmann am Strand auf.Wegen dieses Vergehens wird sie von der Dorfbevölkerung verstossen und nach Tondern gebracht, um dort 16 Stunden am Tag unter unmenschlichen Zuständen weisse Spitzen zu klöppeln.Falka erlernt dieses schwierige Handwerk mit Begeisterung und wird eine begnadete Künstlerin in diesem Handwerk.  Sie arbeitet allerdings nur für magere Kost und eine menschenunwürdige Logis und ihre Unzufriedenheit wegen der harten und ungerechten Arbeitsbedingungen wächst unaufhaltsam. Einige ihrer Freundinnen gehen freiwillig in den Tod oder sterben durch die schrecklichen Lebensumstände.  Falka sinnt auf Rache gegen den Fabrikbesitzer , versucht ein sogenanntes *Mädchenreich* zu gründen und klöppelt nur noch schwarze Spitzen-Trauerschleier....MEINE MEINUNG: Dieses Buch war für mich eine kleine Lesekatastrophe und hat mir gar nicht gefallen. Ich hatte wohl einfach andere Erwartungen an diese historische Geschichte gestellt, aber die Umsetzung der Autorin konnte bei mir leider keine Begeisterung beim Lesen auslösen.Die Sprache hat zwar sehr bildhaft in diese düstere  Zeit geführt, war mit Aberglauben, Gewalt, menschlichen Leiden gespickt, wie zum Beispiel Schmutz, Krankheit, Hunger. Alles wurde glaubhaft, bunt und facettenreich geschildert , hat bei mir aber hauptsächlich Ekel und Abneigung ausgelöst. Meine  Emotionen konnte ich sachlich nicht im Zaum halten und ich war sehr  enttäuscht von den Schilderungen des ganzen Geschehens in den damaligen Städten und Dörfern. Diese ehrliche und sicher wahre Realität hat mich wirklich verschreckt. Es war eben keine *gute, alte Zeit* , sondern eine Katastrophe für Mensch und Gesellschaft.Auch zur Protagonistin Falka und ihren merkwürdigen, abstrusen Gedankengängen fand ich keinen Zugang. Sie hat sich laufend verändert und ihre Gedanken wurden immer boshafter und rachsüchtiger, hauptsächlich gegen Männer. In der Mitte des Buches glitt dieser Roman immer mehr ins SURREALE ab und hat mich leider nicht mehr mitnehmen können. Mir wurde das einfach alles zuviel und ich hatte den Eindruck in einem schwarzen Albtraum zu wandeln. Mit Müh und Not habe ich das Buch beendet und immer auf eine Veränderung dieser dunklen, bösen Stimmung  gehofft - die aber leider nicht kam.Diese Lektüre ist kein leicht und amüsant zu lesendes Buch. Ich war froh und erleichtert, als es vorüber war,,,,,Meine Bewertung tendiert zwischen zwei und drei Sternen hin und her ,,, interessierte Leser mögen sich nun bitte ein eigenes Bild machen beim Lesen.

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    • 2
  • historischer Roman oder Fantasie?

    Das Haus der schwarzen Schwäne

    nirak03

    16. July 2017 um 17:10

    Falka wächst auf einer kleinen Insel auf, doch als der Vater von einer Seefahrt nicht zurückkehrt, muss sie den sicheren Hafen der Heimat verlassen. Sie wird nach Tondern in die Fabrik zur Herstellung von Spitze verkauft. Ihre Geschichte spielt im ausgehenden 17. Jahrhundert in Dänemark. Falka wird gezwungen, sich den Gegebenheiten der Fabrik anzupassen und ihr Schicksal anzunehmen. Genau dies macht sie auch aber anders, als die Männer denken. Schnell wird Falka die beste Klöpplerin, die Tondern je gesehen hat, geschickt nutzt sie ihre Fähigkeiten, um ihre eigenen Ziele zu erreichen. Jelle Behnert erzählt hier eine ganz eigene Geschichte über das Leben einer jungen Frau und ihr schweres Schicksal. Die erste Hälfte dieses Romans hat mich völlig in seinen Bann gezogen. Der Erzählstil hat es mir richtig angetan, ich mochte das Buch kaum aus der Hand legen. Mit zielsicheren Worten beschreibt die Autorin Falka. Diese hat ein schweres Schicksal durchzustehen. Sie muss hart arbeiten, um zu überleben, dabei verliert sie aber nie ihre eigenen Ziele aus den Augen. „Liebe dein Schicksal“ ist ihr Motto und dies versucht sie auch, ihren Mitmenschen zu vermitteln. Sie hat damit Erfolg und die Menschen um sie herum können ihr einfach nicht widerstehen. Am Anfang erzählt die Autorin nicht nur von Falka, sondern auch davon wie es im 17. Jahrhundert war zu leben und als Frau zu arbeiten. Schwer und Trostlos war es gerade für die jungen Frauen, die mehr Kinder waren und schwer in den Fabriken schuften mussten. Eigentlich war es kaum auszuhalten, davon zu lesen. Aber gerade der Charakter von Falka war es, der Licht und Hoffnung zu diesen Kindern gebracht hat. Genau darum musste ich immer weiter lesen und einfach wissen, wie sich ihr Schicksal wandeln würde. Leider geht dieser schöne historische Roman dann einen Weg, der wohl eindeutig in das Reich der Fantasie gehört. Die Mädchen und allen voran Falka organisieren einen Aufstand und wehren sich gegen ihre Herren. Eigentlich eine logische Schlussfolgerung sollte man meinen, leider sind diese Beschreibungen und wie es nun weitergeht so weit her geholt, dass sie einfach nur noch unglaubwürdig wirken und so in einem historischen Roman, meiner Meinung nach, nichts zu suchen haben. Dieser Aufstand wird mit viel Brutalität beschrieben und zeigt alle grausame Härte, die ein Krieg mit sich bringt, leider hat es so einen Aufstand der Klöpplerin und die hier beschriebenen Folgen nie gegeben. Ein Nachwort, in dem Behnert erklärt was Fiktion und Wahrheit ist, gibt es hier nicht. Es wäre interessant gewesen zu erfahren, woher die Autorin ihre Inspiration zu diesem Roman genommen hat. Auch wenn ich gerade die zweite Hälfte des Romans dem Reich der Fantasie zuordne, hat mir „Das Haus der schwarzen Schwäne“ gut gefallen. Es ist ein Roman mit viel Herzblut, mit Romantik auf seine ganz eigene Weise und einem Ende, welches zu Falka passt.  

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  • Sprachlich interessant, historisch eher weniger

    Das Haus der schwarzen Schwäne

    PMelittaM

    14. July 2017 um 11:29

    Falka wächst Ende des 17. Jahrhunderts in sehr ärmlichen Verhältnissen auf der Insel Fanø auf. Ihr Leben scheint vorbestimmt, sie wird ihren Vetter Peder heiraten und auf der Insel bleiben. Doch dann kommt alles ganz anders und Falka landet in Willem Tondersens Klöppelfabrik in Tondern. Die Verhältnisse, in denen die Klöpplerinnen leben und arbeiten müssen, sind schrecklich, aber es gibt auch Freundschaft und Zusammenhalt unter den Mädchen. Das wunderschöne Cover machte mir Lust, den Roman zu lesen, und zunächst fand ich ihn auch sehr interessant. Die Verhältnisse, in denen Falka leben muss, vor allem das Elend der Klöpplerinnen werden eindrücklich dargestellt und auch der historische Hintergrund schien mir interessant.Nach etwa 100 Seiten jedoch ging der Roman in eine Richtung, die mir nicht mehr so sehr gefiel, er wurde zunehmend abstrus, Falka verlor immer mehr meine Sympathie und die Geschichte behagte mir auch immer weniger. Für mich wurde der Roman mit jeder Seite weniger historisch. Falka möchte ein Mädchenreich erschaffen, und das mit äußerst extremen Mitteln. Ihr Gedankengut ist stellenweise kaum nachzuvollziehen, für mich geht das schon ins geistig Ungesunde. Sicher ist gesellschaftliche Kritik angebracht, für mich jedoch nicht auf diese Weise, da es einfach immer unrealer wirkt. Das Historische tritt immer mehr in den Hintergrund, auch wenn immer mal wieder das politische Tagesgeschehen mit hineinspielt, jedoch nur am Rande. Ich erwartete einen gut recherchierten, interessanten und spannenden historischen Roman, der mich mit in seine Zeit nimmt. Das habe ich nicht bekommen.Sprachlich ist der Roman interessant und besonders, wenn auch manchmal etwas anstrengend. Ich glaube, das war es aber im Wesentlichen, warum ich bis zum Ende dabei blieb. Die Charaktere blieben mir durchgehend fremd, auch wenn man manchen recht gut kennen lernt, sie berührten aber nicht mein Herz und ich konnte – außer zu Anfang – kaum mit ihnen mitfühlen. Hin und wieder fesselte mich der Roman für einige Zeit schon, da wurde es interessant und manchmal sogar spannend – leider aber eben nur immer für ein paar Seiten.Sehr gefehlt hat mir ein Nachwort. Ich hätte gerne gewusst, warum die Autorin diesen Roman geschrieben hat. Auch ein Glossar hätte dem Roman gut getan, manche Worte konnte ich mir ergoogeln, aber ich weiß bis heute nicht, was „gauchen“ bedeuten soll, ein Wort, das beinahe inflationär verwendet wird. Zum Googeln hat mich der Roman übrigens auch sonst gebracht, ich informierte mich über das Klöppeln, über die Insel Fanø (die tatsächlich Probleme mit Sandstürmen hatte), über den politischen Hintergrund usw. So habe ich immerhin meinen Horizont wieder etwas erweitern können, wenn auch nur indirekt durch den Roman.Den Roman zu bewerten, fällt mir schwer, nach langem Überlegen vergebe ich 2,5 Sterne, die ich aufrunde. Sicher wird auch dieser Roman Liebhaber finden, gerade sprachlich wird ihn manch einer genießen können. Wer allerdings einen interessanten und fesselnden historischen Roman lesen will, sollte nach einem anderen Buch greifen.

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    • 6
  • Mehr Kunst- als historischer Roman, aber dennoch unbedingt lesenswert!

    Das Haus der schwarzen Schwäne

    verirrtes_irrlicht

    13. July 2017 um 23:21

    Ich habe habe lange überlegt, ob ich dieses Buch mit 4 oder 5 Sternen bewerten würde. Letztendlich habe ich mich für die fünf Sterne entschieden, da der eine Punkt, der von mir Kritik erntet, keinen Fehler der Autorin darstellt. Aber erst einmal der Reihe nach:"Du musst dein Schicksal lieben. Dann ist es schön."Der zentrale Satz dieses Buches, um den sich die ganze Handlung rankt. Falka kommt als Spitzenklöpplerin nach Tondern und trotz der widrigen Umstände in der Spitzenfabrik macht sie das Beste aus ihrem Schicksal – mit den Worten der Autorin geschrieben: sie liebt es.Jelle Behnert hat einen unglaublich genialen Schreibstil voller Metaphern und ausdrucksstarker sprachlicher Bilder, auf die man sich einlassen muss, um dieses Buch zu genießen. Die ersten 200 Seiten war ich komplett gefesselt.Dann jedoch schlägt die Handlung um und der Leser historischer Romane fragt sich, ob es sich hierbei denn noch um einen historischen Roman handelt, als Falka dabei ist, ihr Mädchenreich aufzubauen. Meiner Meinung nach wurde dieser Roman falsch klassifiziert. Ich persönlich finde nicht, dass es ein reiner historischer Roman ist, für mich ist es einer eine Art Kunstroman und vor allem ab dem Moment, in dem die Handlung umschlägt, muss man zwischen den Zeilen lesen. Was sagt uns dieses Buch über die Menschen? Es gibt auf jeden Fall unglaublich interessante Denkanstöße!Zunächst war ich etwas enttäuscht, weil ich mich eben auf einen historischen Schmöker gefreut hatte; man muss sich aber einfach auf diese zweite Ebene des Buches einlassen. Das macht es zu etwas Besonderem.Allerdings bin ich der Meinung, dass man im Klappentext ruhig einen Hinweis darauf hätte geben können, damit der Leser weiß, womit er es zu tun hat. Wer hier einen „normalen“ historischen Roman erwartet, wird zwangsläufig enttäuscht werden. Aber für den Klappentext kann die Autorin ja nichts.Wer also Lust auf sprachliche Raffinesse und eine interessante Karikatur der Gesellschaft hat, sollte dieses Buch unbedingt lesen. Allen anderen rate ich dann doch eher ab.

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  • Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017

    Warum Lesen glücklich macht

    GrOtEsQuE

    Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017 Achtung - es handelt sich nicht um eine Leserunde sondern eine Challenge zum SUB-Abbau!!! Es werden keine Bücher verlost. Ich habe es nur als Leserunde erstellt, damit das Ganze etwas übersichtlicher wird.Ich möchte mich 2017 mehr dem SUB-Abbau widmen, daher habe ich mir überlegt eine Challenge zu erstellen. Die Regeln möchte ich so einfach wie möglich halten - es soll ja auch Spaß machen und nicht in Stress ausarten.Es wird jeden Monat ein anderes Motto geben. Für die zum Monatsmotto passenden Bücher, gibt es jeweils einen Extrapunkt. Das Monatsmotto werde ich immer Ende des Vormonats im entsprechenden Unterthema bekannt geben. Den Extrapunkt kann man mehrmals im Monat sammeln, wenn man genügend passende Bücher für das Motto hat.Jeder der mitmachen möchte, postet bitte im Unterthema Sammelbeiträge seinen Sammelbeitrag. Ich werde dann jeden Monat hier im Startbeitrag die Punkte aktualisieren. Bei den einzelnen Sammelbeiträgen ist mir eigentlich nur wichtig, dass in der ersten Zeile die Gesamtpunktzahl steht, ansonsten kann jeder seinen Beitrag so gestalten wie er möchte - entweder nur die Punkte aufschreiben oder auch das gelesene Buch benennen.Man kann jederzeit noch einsteigen - einfach einen Sammelbeitrag posten und los gehts!!! Rezensionen sind keine Pflicht. Es gelten alle Bücher, die in 2017 beendet werden, man kann also ruhig auch die in 2016 angefangen erst in 2017 beenden. Die Punkteverteilung sieht wie folgt aus: Für jedes gelesene Buch gibt es einen Punkt. Für jedes gelesene Buch, was vor 2017 auf dem SUB gelandet ist, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 400 Seiten hat, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 600 Seiten hat, gibt es zwei Extrapunkte. Für jedes gelesene Buch, was zum Monatsmotto passt, gibt es einen Extrapunkt. Für Comics und Mangas werden nur die Hälfte der Punkte vergeben. Hörbucher zählen auch. Bei den Extrapunkten für die Seiten einfach an dem "echten" Buch orientieren. Wenn es sich um die gekürzte Fassung des Hörbuchs handelt, dann ein dreiviertel der Seiten. (Also mal angenommen das Buch hat 400 Seiten und du hast die gekürzte Fassung des Hörbuchs, zählt es nur für 300 Seiten, also kein Extrapunkt.) Bereits früher gelesene Bücher zählen auch, aber hier gibt es den vor-2017-auf-dem-SUB-gelandet-Punkt nicht, da die Bücher ja nicht mehr zum SUB gehören. Im besten Fall kann man also 5 Punkte pro Buch erhalten. Wer noch Fragen hat, kann sie im Unterthema für Fragen stellen. Nun hoffe ich auf eine rege Teilnahme und wünsch uns schon mal viel Spaß :-) Teilnehmer --- Gesamtpunktzahl --- zuletzt aktualisiert 20.10.2017: _Jassi                                           ---  77 Punkte AmberStClair                             ---   69 Punkte (Gesamtpunkte angeben) Arachn0phobiA                         ---   259 Punkte Astell                                           ---    9 Punkte BeeLu                                         ---   92 Punkte Bellis-Perennis                          ---  691 Punkte Beust                                          ---   352 Punkte Bibliomania                               ---   233 Punkte Buecherkaetzchen                   ---   48 Punkte Buchgespenst                         ---  444,5 Punkte ChattysBuecherblog                --- 285 Punkte Buchperlenblog (CherryGraphics)  ---   154,5 Punkte Code-between-lines                ---  154 Punkte DieBerta                                    ---   ?  Punkteeilatan123                                 ---   80 Punkte Eldfaxi                                       ---   52 Punkte Farbwirbel                                ---   46 Punkte fasersprosse                            ---    35 PunkteFrau-Aragorn                           ---   216 Punkte Frenx51                                     ---  103 Punkte glanzente                                  ---   94 Punkte GrOtEsQuE                               ---   84 Punkte hannelore259                          ---   78 Punkte hannipalanni                           ---   181 Punkte Hortensia13                             ---   148 Punkte Igelchen                                    ---   26 Punkte Igelmanu66                              ---  191 Punkte janaka                                       ---   118 Punkte Janina84                                   ---    95 Punkte jasaju2012                               ---   20 Punkte jenvo82                                    ---   135 Punkte kalestra                                    ---   33 Punkte Kattii                                         ---   88 Punkte Katykate                                  ---   121 Punkte Kerdie                                      ---   239 Punkte Kleine1984                              ---   145 Punkte Kuhni77                                   ---   129 Punkte KymLuca                                  ---   110 Punkte LadyMoonlight2012               ---   29 Punkte LadySamira090162                ---   285 Punkte Larii_Mausi                              ---    63 PunkteLeif_Inselmann                       ---   40,5 Punkteleseratte89                               ---   50 Punkte Leseratz_8                                ---   18 Punktelisam                                          ---   257 Punkte louella2209                            ---   69 Punkte lyydja                                       ---   94 Punkte mareike91                              ---    47 Punkte MissSnorkfraeulein                  ---  44 Punkte MissSternchen                          ---  55 Punkte mistellor                                   ---   181 Punkte Mone97                                    ---   55 Punktemy_own_melody                     ---   18 Punktenaevia                                        ---   17 Punktenatti_Lesemaus                        ---  148 Punkte Nelebooks                               ---  245 Punkte niknak                                       ----  313 Punkte nordfrau                                   ---   143 Punkte PMelittaM                                 ---   242 Punkte PollyMaundrell                         ---   34 Punkte Pucki60                                        --- 37 Punkte QueenSize                                 ---   132 Punkte readergirl                                   ---    5 Punkte Readrat                                      ---   67 Punkte SaintGermain                            ---   139 Punkte samea                                           --- 76 PunkteSandkuchen                              ---   241 Punkteschadow_dragon81                  ---   92 Punkte Schmiesen                                  ---   195 Punkte Schokoloko29                            ---   35 Punkte Somaya                                     ---   315 Punkte SomeBody                                ---   189,5 Punkte Sommerleser                           ---   215 Punkte StefanieFreigericht                  ---   236,5 Punkte tlow                                            ---   165 Punkte Veritas666                                 ---   151 Punkteverruecktnachbuechern         ---   97 Punktevielleser18                                 ---   131 Punkte Vucha                                         ---   151 Punkte Wermoeve                                 ---   17 Punkte widder1987                               ---   69 Punkte Wolly                                          ---   184 Punkte Yolande                                       --   189 Punkte

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    • 2503

    PMelittaM

    12. July 2017 um 14:55
  • Buchverlosung zu "Das Haus der schwarzen Schwäne" von Jelle Behnert

    Das Haus der schwarzen Schwäne

    aufbauverlag

    Der Aufstand der Spitzenklöpplerinnen Tøndern 1693, ganz Europa ist verrückt nach Spitze. Doch bei der Herstellung der filigranen Stoffe werden Tausende von Mädchen in Fabriken ausgebeutet und unterdrückt. Falka ist eine von ihnen. Nach dem Tod ihres Vaters hat sie die Heimat verlassen, um in Tøndern ihren Lebensunterhalt durch Klöppeln zu verdienen. Aber anders als ihre Leidensgenossinnen fügen sich Falka und ihre Freundinnen nicht ihrem Schicksal, sondern wagen etwas nie Dagewesenes: Sie lehnen sich gegen die Herrschenden auf. Und während sich auf der Weltbühne der Große Nordische Krieg anbahnt, kämpfen die Frauen ihre eigene Schlacht. Ein sprachgewaltiger historischer Roman über die Blütezeit der Spitzenmanufaktur.Hier zur Leseprobe: http://www.aufbau-verlag.de/media/Upload/leseproben/9783746633145.pdf Über Jelle BehnertJelle Behnert wurde 1962 geboren, studierte in Berlin Publizistik und Literaturwissenschaften, schrieb danach u.a. für das Zeit-Magazin sowie Features für den Hörfunk und Drehbücher. „Liebe Steine Scherben“ war ihr Debüt.Jetzt bewerben!Bewerbt euch bitte mit Klick auf den "Bewerben"-Button und beantwortet folgende Frage: Welches Buch habt ihr zuletzt gelesen?Viele Grüßeeuer Team vom Aufbau Verlag* Im Gewinnfall verpflichtet ihr euch zum Schreiben einer Rezension, nachdem ihr das Buch gelesen habt. Bestenfalls solltet ihr vor eurer Bewerbung für eine Buchverlosung schon mindestens eine Rezension auf LovelyBooks veröffentlicht haben.** Bitte beachtet, dass es sich hier um eine Buchverlosung handelt und nicht um eine Leserunde. Ihr könnt natürlich trotzdem gerne hier über das Buch diskutieren, aber eine Moderation wird es nicht geben

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    • 312
  • Unheil der Spitzen

    Das Haus der schwarzen Schwäne

    Booky-72

    10. July 2017 um 10:11

    Dieser Roman spiegelt  die Verhältnisse der damaligen Zeit gut wieder. Falka hat mich als Charakter sehr beeindruckt. Das Schicksal spielt ihr nicht gut mit, gerade hat sie ihren Vater und ihren Verlobten verloren. Nun muss sie als Spitzenklöpplerin arbeiten, klingt schön, ist aber eine sehr schwere Arbeit für die Mädchen in der Fabrik. Die Mädchen werden schlecht behandelt, Fabrikbesitzer Tondernsen wird reich. Doch dann probt sie den Aufstand und die Frauen schließen sich ihr an. Sie klöppeln Spitzen, die sehr viel Aufmerksamkeit erregen werden, aber leider auch den Tod bringen. Der Umfang der Geschichte kann leicht abschrecken, doch liest man einmal los, möchte man gerne dranbleiben, auch wenn die leicht düster gestaltete Geschichte nicht jedermanns Geschmack zu sein scheint.

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  • Falka, dein Reich komme

    Das Haus der schwarzen Schwäne

    Keksisbaby

    10. July 2017 um 09:04

    Sie wächst in bitterer Armut auf und kämpft seit dem Tod ihrer Brüder um die Anerkennung des Vaters. Doch dieser stirbt mit ihrem Verlobten auf See, als sie dann ein Götzenbild an den Strand trägt, um die beiden zurückzuholen wird Falka, als Hexe der Insel verwiesen. Ihr Onkel übergibt sie in Tondern einer Fabrik in der Spitze geklöppelt wird. Schon bald zeigt sich das Falka ein Talent dafür hat, doch die Mädchen die das begehrte Gut herstellen, hausen unter unmenschlichen Bedingungen. Um auf ihre Missstände hinzuweisen, springen ein paar von ihnen in den Tod. Alsbald ist die Spitze verschrien, doch Falka kann es nicht lassen. Sie klöppelt Witwenschleier und den erstellt sie für Lily, die Nichte des Fabrikanten. Einziger Nachteil Lily ist eine junge Braut aber keine Witwe, aber dem schafft Falka Abhilfe. Schon bald sind die Witwenschleier der Renner und nicht nur dem Pfarrer wird bang, wenn er die wachsende Zahl an Witwen bemerkt und von seiner Kanzel gegen die Tollschönen wettert. Falkas Ambitionen machen jedoch nicht bei den Witwenschleiern halt, sie will die Erschaffung eines Mädchenreiches. Sie hetzt auf und sehnt den Krieg herbei, die große Manntränke, um ihren Traum von einem Matriarchat in Erfüllung gehen zu sehen. Ich habe „Das Haus der schwarzen Schwäne“ im Rahmen einer Buchverlosung gewonnen und gelesen. Es ist ein sehr eigenwilliger Roman, insbesondere wenn man ein historisches Werk erwartet. Natürlich beinhaltet es die Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg, die Wende zum 18. Jhd. und der Macht der Spitze, aber gegen Ende hin wird es eine Utopie, denn das Weibsvolk von Tondern erhebt sich und für wenige Tage, übernehmen die Frauen die Herrschaft über Tondern. Die Sprache der Autorin ist so bildgewaltig und an einigen Stellen sogar anschaulich gewalttätig, das sie mich manchmal schier überforderte. Ich konnte irgendwie keine Verbindung zu den Personen herstellen. Falka ist spröde, an einigen Stellen sogar fanatisch. Ihr Wille ein Mädchenreich zu errichten geht über Leichen und erst als sie sieht wie ihre Legion niedergemetzelt wird, muss sie erkennen welch Utopie ihr Wunsch ist. Die einzige der ich so etwas wie Sympathie entgegenbringen konnte war Lily, sie erschien mir mit ihren Gedanken über Kindheit, noch die reellste Figur zu sein. Doch auch sie erliegt Falkas Visionen. Der Plot ist düster, ständig wird ein Krieg mit Tod und Zerstörung herbeigesehnt und die Gewalt an Frauen oder anderen wird nur allzu deutlich beschrieben. Das macht es schwer weiterlesen zu wollen. Es ist halt kein Buch das man nebenbei liest oder zur Erquickung. Es ist gewaltig und an einigen Stellen verstörend. Aber es hebt es sich ab von vielen anderen historischen Romanen, in denen eine Heldin den Widrigkeiten der Geschichte trotzt und triumphiert. Nein Falka verliert am Ende ihr Utopia und doch ist der Gedanke des Matriarchats gesät. Und so wird der Aufstand der Spitzenklöpplerinnen in Todern verwoben mit der Idee der Emanzipation. Dieses Buch ist ungeeignet zur Strandlektüre und für Leute mit schwachen Mägen. Da werden Würmer verspeist und Kriege als Reinigung der Gesellschaft glorifiziert. Aber wenn man sich darauf einlässt, dann kann man Falka bei dem Versuch folgen, Frauen an die Macht zu bringen, gegen die Willkürherrschaft der Männer.

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  • Das Haus der schwarzen Schwäne

    Das Haus der schwarzen Schwäne

    Bjjordison

    06. July 2017 um 16:09

    Bei diesem Buch fand ich das Cover und auch den Klappentext sehr ansprechend, sodass ich mich entschlossen habe es zu lesen. Wir lernen hier Falka kennen, die kein leichtes Leben führt, denn seitdem Tod des Vaters ist ihre Familie sehr arm. Als sie dann eines Tages von ihre Onkel in einer Fabrik abgegeben wurde, um hier zu klöppeln, wird es für sie definitiv nicht leichter … Das Buch ist echt schwierig für mich zu beurteilen, denn irgendwie hat es mir gefallen und irgendwie nicht. Gerade die Abschnitte, in denen die Lebensumstände der damaligen Zeit erwähnt werden, haben mich fasziniert. Wenn man sich das bildlich vorstellt, was diese Menschen, gerade die Ärmeren, alles durchmachen mussten, dann muss man schon froh sein, nicht damals gelebt zu haben. Während der ganzen Geschichte haben mir aber diese doch oft vorkommenden Wiederholungen nicht so ganz gefallen, dass war dann leider stellenweise etwas zäh zu lesen. Leider konnten mich auch die mystischen Abschnitte nicht wirklich begeistern, denn ich fand, dass diese Abschnitte doch auch die Erzählungen über die Lebensumstände und die Erwähnungen über den Krieg gestört haben. Falka hat mir als Hauptcharakter stellenweise gut gefallen. Irgendwie hat sie mich begeistert, denn als Mädchen war es sicher nicht leicht. Allerdings fand ich ihre Entwicklung während der Handlung etwas komisch, denn sie hat recht seltsame Ansichten zum Lebensbild bekommen. Der Schreibstil hat mir stellenweise gut gefallen. Die Autorin hat doch recht detailliert über das Leben in den Fabriken geschrieben, so hat es für mich sehr gut recherchiert gewirkt. Ich finde nicht, dass sich das Buch recht flott lesen lässt, denn es zieht sich leider etwas. Das Cover gefällt mir sehr gut. Ich finde es wirkt mit der Farbauswahl und dem Mädchen edel. Sehr schön. Fazit: 3 von 5 Sterne. Kann ich leider nur bedingt empfehlen, denn es hat meine Erwartungen nicht wirklich erfüllt

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  • Das Haus der Schwarzen Schwäne - ein etwas anderer Feminismus im Mittelalter

    Das Haus der schwarzen Schwäne

    Diana182

    29. June 2017 um 13:36

    Das Cover ist recht dunkel gehalten und zeigt den Ausschnitt eines Kleides, welches von einer Frau getragen wird. Es wirkt mittelalterlich und macht neugierig auf einen historischen Roman. Auch der Titel weckt Aufmerksamkeit und ich wollte direkt mehr erfahren. Der Klappentext ist anregend formuliert und verspricht eine interessante Geschichte. Der Einstig in die Geschichte gelingt eigentlich recht problemlos. Der Leser lernt die Hauptperson kennen und erlebt mit ihr die ersten Lebensjahre- bis es das Schicksal leider nicht allzu gut mit ihr meint und sie nach Tondern gebracht wird- um in einer Fabrik Spitzen zu klöppeln. Doch was auf alle anderen Frauen eher als Strafe wirkt, scheint für Falka eine Art Erfüllung darzustellen. Sie lernt gerne und hat Spaß am klöppeln. So richtig kann man die dann folgende Geschichte nur sehr schwer in Worte fassen. Sie ist auf jeden Fall so ganz anders, als alles bisher gelesene. Es ist weniger ein Mittelalterroman, sondern eher eine recht düstere, gruselige Geschichte. Auch die Figuren lassen sich nur sehr schwer beschreiben und in Schubladen sortieren. Mal war mir Falka sympathisch, dann hatte ich wieder das Gefühl, von einer komplett fremden Person zu lesen, die sehr fanatisch handelt und denkt. Die Geschichte war zwar für mich sehr interessant, dennoch konnte ich sie nicht am Stück lesen. Hin und wieder musste ich einfach zu „seichteren“ Geschichten greifen. Dennoch war ich stets neugierig, welchen Lauf diese recht merkwürdige Geschichte nehmen würde. Denn Vorhersehbar ist hier eigentlich absolut nichts. So war ich neugierig auf den Ausgang dieser Story. Das Ende fand ich dann jedoch etwas sehr verwirrend und könnte es sicherlich niemandem mit eigenen Worten erklären. Wie davor aber auch schon die ganze Geschichte nicht. Mein Fazit.Eine recht sonderbare, düstere Geschichte, die aber dennoch lesenswert geschrieben ist. Scherzhaft könnte man hier schon fast einen Feministen Roman des Mittelalters anpreisen. Wer gern Bücher mit starken, fanatischen Frauen liest, die nicht viel für die Männerwelt über haben, ist hier sicherlich perfekt beraten. Für alle anderen bleibt es hingegen eher Geschmackssache.

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  • Sprachlich beeindruckend

    Das Haus der schwarzen Schwäne

    mabuerele

    25. June 2017 um 21:19

    „...Auf einmal wandelte eine Frau im schwarzen Schleier an Falka vorbei, und Falka sah einzig nur nach ihr. Sie war alt, sie hatte weißes Greisenhaar, sie war in Trauer, aber der Schleier machte sie schön. ...Da wandelte die Nacht mitten durch den Tag, und alles Taghelle verblasste vor der einen Gestalt, die auf dem Meeresboden ihrer Trauer in Finsternis ging...“ Wir schreiben das Jahr 1693. Falka wird von ihrer Heimatinsel vertrieben, nachdem ihr Vater und Peder, ihr Geliebter, auf See geblieben waren. Die Bewohner werden ihr Schadenszauber vor. Falka wird nach Tondern gebracht, wo sie in der Fabrik von Willem Tondernsen Spitze klöppeln soll. Drehen, kreuzen, drehen, kreuzen – das begleitet sie durch den Tag. Immer 12 Mädchen sind in einer Kammer unterbracht, die nach 16stündiger Arbeit ihr Heim ist. Die Autorin hat einen beeindruckenden historischen Roman geschrieben. Bedauerlicherweise aber gibt es keine Information darüber, was historische Wahrheit und was Phantasie ist. Die Hochzeit von Lily, Willem Tondernsens einziger Tochter, ist als ein besonderes Fest geplant. Das wird sie auch, aber anders, als es sich die Beteiligten vorgestellt haben. Zehn Klöppelmädchen aus Falkas Kammer stürzen sich vom Dach der Fabrik in den Tod. Ihr Vermächtnis trägt Falka weiter. Der Schriftstil zeichnet sich durch außergewöhnliche und vielfältige Sprachbilder aus, wie schon das obige Zitat zeigt. Sie unterstreichen die düstere Stimmung, die die Handlung bis zum Schluss durchzieht. Die Verhältnisse werden detailliert beschrieben. Während die Mädchen hungern und frieren, wird Willem durch die gefragte Spitze reich. Mit dem Selbstmord setzen die Mädchen ein Zeichen. Besonders Lily wird das Geschehen ihr Leben lang nicht loslassen. Unter den Toten ist ein Kind, das schon zur Weihnachtsmesse die Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat. Das Kind bekommt Lily nicht aus ihren Gedanken. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung von Falka. Sie ist eine begabte Klöpplerin und versteht es zunehmend, Mädchen und Frauen in ihren Bann zu ziehen. Kunstvoll geklöppelte schwarze Schleier werden zu einem Symbol der Freiheit. Doch Falka ist in der Wahl ihrer Mittel nicht wählerisch. Sie sieht nur ihr Ziel, die Herrschaft der Mädchen, und erwartet zunehmend, dass sich alle ihr unterordnen. „...Die ganze Menschheit wird von Frauen geboren. Dann sollen Frauen auch über die gesamte Menschheit gebieten...“ Mit diesen Worten formuliert Falka ihr Ziel. Dafür geht sie über Leichen. Dafür stößt sie Freundinnen vor den Kopf. Natürlich wird an vielen Stellen der Handlung deutlich, dass Mädchen in der damaligen Zeit keinerlei Rechte hatten. Der Autorin gelingt es anschaulich und eindringlich nachzuweisen, dass man Unrecht nicht beseitigt, indem man selbst Unrecht tut und in die Radikalität abgleitet. Einer der Gegenspieler Falkas ist ihr Mann Till. Er hatte als Junge die Grausamkeiten des Krieges in Pommern erlebt, war vor Krieg und Unrecht geflohen und sah nun die Gefahr, dass alles von vorn los ging. Es gab durchaus Situationen, wo Falka gekonnt mit ihren weiblichen Reizen spielte. Sie erhielt Einblick in die große Weltpolitik. Der dänische König war nicht bereit, sich an einem Krieg zu beteiligen. Er wollte Frieden für sein Volk. Die Beziehungen zwischen Dänemark, Russland, Schweden und Polen werden gekonnt im Buch thematisiert. Das dunkle Cover passt zur Handlung. Das Buch hat mir gut gefallen, auch wenn die Geschichte am Ende unrealistische Züge annahm. Genau deshalb hätte ich mir ein erklärendes Nachwort gewünscht. Falka war mit ihrem Ziel ihrer Zeit weit voraus. Die Wahl der Mittel allerdings beweisen die dunkle Seite ihres Charakters.

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    • 6
  • Ein schweres Leben

    Das Haus der schwarzen Schwäne

    buecherwurm1310

    24. June 2017 um 12:03

    Dänemark, 1693: Die Familie von Falka ist sehr arm, daher muss Falka im Watt Würmer sammeln, damit die Familie etwas zu essen hat. Dann bleiben ihr Vater und ihr Verlobter auf See. In ihrer Verzweiflung weiß sich Falka nicht anders zu helfen, als einen Angstmann zu bauen in der Hoffnung, dass der die ihren zurückbringt. Doch das kommt bei den Menschen nicht gut an. Daher muss Falka weg. Ihre Mutter meint: „Du musst dein Schicksal lieben“. Der Reusenonkel bringt sie nach Tondern zur Fabrik, wo sie als Spitzenklöpplerin nun arbeiten muss. Die Bedingungen sind unmenschlich. Für äußerst geringen Lohn, von dem auch noch erst einmal Werkzeug und Kleidung bezahlt werden müssen, arbeiten die Mädchen sechszehn Stunden am Tag. Einige sterben unter diesen Bedingungen, was niemanden schert. Aber Falka gefällt die Arbeit. Aus Protest gegen diese unmenschlichen Bedingungen gehen einige Mädchen gemeinsam in den Tod. Falka sinnt nun auf Rache gegen den Fabrikbesitzer. Statt weißer klöppelt sie nun schwarze Trauerspitze. Als erstes hatte mich das Cover begeistert und der Klappentext hat auf einen schönenn historischen Roman schließen lassen. Doch dann entwickelte sich die Geschichte in eine Richtung, die ich so nicht erwartet hatte und die mir auch nicht gefallen hat. Mystik und Aberglauben bestimmen das Geschehen. Die Sprache passt zu der Zeit und ist bildgewaltig. Aber mir war die ganze Atmosphäre zu düster und ich konnte mit dem religiösen Fanatismus nichts anfangen. Anfangs hatte ich noch Mitleid mit Falka, aber dann entwickelte sie sich in einer Art und Weise, die ich nicht nachvollziehen kann. In der damaligen Zeit bestimmten die Männer, wo es lang ging. Dann lehnten sich die Frauen gegen ihre Rolle auf, was verständlich ist. Aber Falkas Pläne von einem „Mädchenreich“ sind doch arg weit hergeholt. Auch die brutalen Szenen wurden mir einfach zu viel. Mich konnte die Geschichte nicht packen und ich habe lange gebraucht, dieses Buch zu beenden. Meine Erwartungen wurden nicht erfüllt.

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  • Düster, mystisch, zum Ende hin surreal

    Das Haus der schwarzen Schwäne

    anushka

    21. June 2017 um 23:35

    Dänemark, 1693: Die junge Falka muss im Wattenmeer Würmer sammeln, damit die Familie genug zu essen hat. Nachdem der Vater und der Verlobte auf hoher See verschollen gehen, beschwört Falka ein mystisches Wesen, ihr die beiden zurückzubringen. Dass sie dazu den Kerzenhalter aus der Kirche verwendet, macht den ketzerischen Akt noch schlimmer. Sie wird von der Insel verstoßen und nach Tondern in eine Spitzenfabrik gebracht. Für Kost und Logis klöppelt sie dort 16 Stunden am Tag weiße Spitze.Falka entdeckt ihre Liebe zum Spitzenklöppeln. Während die schrecklichen Arbeitsbedingungen die Arbeiterinnen Gesundheit und sogar Leben kosten, arbeitet Falka an ihrer Rache am Fabrikbesitzer. Sie beginnt, schwarze Trauerschleier zu klöppeln, die eine düstere, mystische Magie auf ihre Besitzerinnen ausüben. Falkas ultimatives Ziel ist ein Mädchenreich ..."Das Haus der schwarzen Schwäne" ist im frivolen Rokkoko angesiedelt. Tondern-Spitze genießt ein hohes Ansehen unter den Bürgern und macht den Fabrikbesitzer und seine Familie reich. Aus lauter Langeweile und Jahrzehnte langem Frieden wünscht man sich als Abwechslung Krieg. Man könnte nun einen unterhaltsamen, oberflächlichen, trivialen Roman erwarten. Doch beim Lesen merkt man schnell, dass dieses Buch anders ist. Schon der Schreibstil wirkt antiquiert, aber eigentlich lebt er völlig in der Zeit. Statt den Dingen moderne Namen zu geben und dem Leser den Aberglauben zu sezieren, ist auch der Schreibstil durchwachsen von mystischen Phänomen und zur Zeit passenden Worteigenkreationen. Spannend beschrieben sind Herstellung von und Handel mit Spitze. Auch die historischen Ansichten sind anschaulich und überzeugend dargestellt, wie beispielsweise der Aberglaube und der religiöse Fanatismus. Es wird sehr greifbar, dass die Hexenverfolgung noch nicht lange her ist. Über die ersten zwei Drittel war dieses Buch sehr glaubhaft und mit einem guten Spannungsaufbau. Neben den Lebensumständen von Spitzenklöpplerinnen, Bürgern und Adel spielt auch die Weltpolitik eine Rolle.Die Protagonistin driftet immer weiter ab in den Mystizismus und Aberglauben. Geisterglaube und der Glaube an übersinnliche Phänomene ist noch groß. So glaubt Falka selbst, dass sie Wünsche und Bedürfnisse in die Schleier klöppeln kann. Dass die jungen Mädchen in ihrer Abschottung irgendwann eine eigene, ketzerische "Religion" entwickeln, ist unter Betrachtung der Epoche und des Alters des Mädchen noch halbwegs glaubhaft. Leider driftet das Buch im letzten Drittel dann aber sehr stark ins düstere Surreale ab. Das fehlende Nachwort ermöglichte es dann auch nicht, Fiktion und historische Fakten aufzudröseln, was sehr schade ist. Gerade bei diesem Buch hätte ich mir ein paar Zusatzinformationen gewünscht. Zumal man über die Geschichte Tonderns nicht allzu viele Informationen findet.Lange Zeit hat mir dieses Buch gut gefallen und die brutalen Szenen, die von einigen Leser/innen kritisiert wurden, haben mich nicht sonderlich gestört. Aber als das Buch dann immer stärker ins Surreale abdriftete, konnte ich ihm nicht mehr so gut folgen. Diese Vermischung war mir einfach zu stark und die "Realität" nicht mehr gut erkennbar. Ich hätte mir tatsächlich noch mehr historisch gesicherte Handlung gewünscht, auch wenn die Handlung, so wie sie hier verläuft, wichtige Dinge, wie die Rolle der Frau und die fließenden Grenzen zwischen Gut und Böse thematisiert. So hundertprozentig konnte mich dieses Buch leider nicht abholen.

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