In diesem Buch geht es um das Thema Frau-sein, um Schuld, um Druck, Erwartungen, die an Frauen gestellt werden (sich aufzuopfern in erster Linie).
Wir haben drei Handlungsfäden, die zunächst nur lose verbunden sind und sich dann nach und nach miteinander verflechten.
Jede Frau hat ihr Päckchen zu tragen – ihr Schicksal oder Trauma – eine Vergangenheit, die jede einholt oder die bereut werden.
Was man dort zu lesen bekommt, ist durchaus harter Tobak.
Und trotzdem berührt es mich nicht. Vera fand ich sogar oftmals nur schwer zu ertragen.
Was mich tatsächlich regelrecht wütend gemacht hat, ist das propagieren des toxischen Musters von: Du musst über das Trauma reden, nur dann kann es überwunden werden. Schwachsinn.
Oder auch: Du musst den Tätern verzeihen, damit du es loslassen kannst. Auch das ist psychologischer Blödsinn. Aber eben genau das, was man gerade Frauen erzählt – das das hier auch so aufgegriffen und dargestellt wird, macht mich wütend.
Ich fand aber gut, wie Zerrissenheit dargestellt wurde. Hier die einer Mutter, die ihren Mann und Kinder liebt und Stolz auf sie ist. Gleichzeitig bereut sie es, nie etwas anderes gemacht zu haben, als Mutter und Hausfrau sein, obwohl sie sich damals bewusst dafür entschieden hat und nun einer Frau neidet, die es anders gemacht hat, die Karriere machen kann.
Oder wie es dargestellt wurde, dass man einen Menschen lieben kann und dennoch schwerwiegende Geheimnisse vor ihm zu haben oder diesen gar zu betrügen.
Es wird gezeigt, wie man allen Anforderungen und Erwartungen gerecht werden will und daran eigentlich nur zerbrechen kann.
Das sind keine revolutionär neuen Erkenntnisse, aber sie sind gut erzählt worden.
Das Gottesthema war mir aber wieder zu viel. Es bleibt auch sehr viel offen und wird bewusst nicht zu Ende erzählt, sondern bleibt bei Andeutungen – kann man machen, muss man nicht.
Es fand die End-Message gut, mit: Es ist okay, mehr haben zu wollen – begnüge dich nicht mit entweder oder.
Trotzdem gibt mir dieses Buch leider nichts.








