Jen Wang

 4,1 Sterne bei 28 Bewertungen

Lebenslauf

Jen Wang lebt als Cartoonistin, Autorin und Illustratorin in Los Angeles. Sie ist die Autorin von Der Prinz und die Schneiderin, Koko Be Good und Co-Autorin der New York Times-bestselling Graphic Novel In Real Life mit Cory Doctorow. Ihre Arbeiten sind außerdem im Los Angeles Magazine, The Believer, Hazlitt, Slate und McSweeney's erschienen. Sie hat auch für die Comic-Serien Adventure Time und Lumberjanes geschrieben. Außerdem ist sie Mitbegründerin und Organisatorin des jährlichen Festivals Comics Arts Los Angeles.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Jen Wang

Cover des Buches Der Prinz und die Schneiderin (ISBN: 9783551027009)

Der Prinz und die Schneiderin

(10)
Erschienen am 02.05.2023
Cover des Buches Das echte Leben: Digitale Welten (ISBN: 9783957983046)

Das echte Leben: Digitale Welten

(10)
Erschienen am 18.05.2015
Cover des Buches The Prince and the Dressmaker (ISBN: 9781626723634)

The Prince and the Dressmaker

(8)
Erschienen am 13.02.2018

Neue Rezensionen zu Jen Wang

Cover des Buches Das echte Leben: Digitale Welten (ISBN: 9783957983046)
erdbeerliebe.s avatar

Rezension zu "Das echte Leben: Digitale Welten" von Cory Doctorow

erdbeerliebe.
Beschönigungen in MMOs

Anda lebt in Amerika und geht noch zur Schule - dort wird sie eingeladen das MMORPG Coarsegold Online zu spielen. Eine Initiative mehr Mädels zum zocken zu bringen. Sie nimmt an und wird sehr schnell großer Fan vom online Zocken..
Doch nicht alles ist so toll wie es erst scheint. Schnell kommt sie in Berühung mit sogenannten "Goldfarmern" aus China die nur Gold farmen um es in der echten Welt wieder zu verkaufen - gegen Echtgeld. Ihre Freundin und sie nehmen sich vor solchen Usern den Kampf anzusagen. Und dann trifft sie einen dieser Goldfarmer.

"Das echte Leben" hat einen wirklich wunderschönen Zeichenstil der unglaublich lebhaft und phantasievoll ist. Er wirkt verspielt und farbenfroh, gerade im Bezug auf die Onlinewelt in der Anda immer mehr versinkt. Der Comic liest sich schnell weg und ist nicht besonders kompliziert - ich fand schnell hinein und auch Bezug zu Anda, allerdings gab es einige Sachen die mich störten:

- Es gibt keine weiblichen Gamer? Das war schon immer nicht wahr, ich habe schon immer Freundinnen gehabt die auch selbst gerne zocken. Und schon immer habe ich mehr Leute gekannt die online Frauen spielen (xD). Und weibliche Spielerinnen spielen auch sehr häufig Frauen, das Klischee das hier angesprochen wird kenne ich so also gar nicht.

- Die Problematik von MMOs und so sind klar, Suchtfaktor und co werden hier thematisiert und sind auch wichtig. Was mir missfiel waren Kleinigkeiten: Die Kommunikation zwischen Anda und ihrem chinesischen Freund lief mir viel zu einfach ab. Übersetzer hin oder her, da geht einiges schief und das man so viele Themen so schnell ohne Probleme und Misskommunikationen überwindet wirkt etwas unrealistisch.

- Generell ist mir der Graphic Novel zu optimistisch: Ich seh die Message, schau nicht immer nur weg sondern kümmer dich auch um deine Mitspieler*innen, allerdings wirkt der Plot mir viel zu geschönt um ernst genommen zu werden. Neben Zeitzonen (die angesprochen werden aber nie zum Problem werden, dabei zockt Anda echt viel und schreibt anscheinend trotzdem nur gute Noten in der Schule) und Kommunikation gibt es auch noch Kulturunterschiede die irgendwie zu leicht überwunden werden. Eine Massenmail hilft dem chinesischen Jungen schließlich zu Krankenversicherungen. Und das soll ich glauben? Welcher Arbeitnehmer lässt sich denn davon beeindrucken?
Ich glaube die Thematik "Onlinegaming (von einem pummligen Mädchen ohne Freunde)" wäre allein ausreichend gewesen um einen Comic gut zu befüllen. Mehr Infos über die Welt vom MMO, mehr Details über die Freundschaften die sie dort knüpft in Verbindung mit Andas Reallife, das hätte mit etwas Tiefgang auch wirklich eine schöne Geschichte ergeben. Das man stattdesen eine Story über schlechte Arbeitsverhältnisse in China und fehlende Krankenversicherungen (ausgerechnet aus der Sicht einer Amerikanerin) hinzupackt ist einfach zu viel des Guten.
Vielleicht bedient der Comic auch eine andere Altersklasse - aber mir persönlich war er zu oberflächlich und zu optimistisch, griff zu viele komplizierte Themen auf zu kurzen Seiten auf und beschönigte am ENde alles. Ohne den tollen Zeichenstil würde ich dem Comic nur zwei Sterne geben. 



Cover des Buches Der Prinz und die Schneiderin (ISBN: 9783551027009)
Catoris avatar

Rezension zu "Der Prinz und die Schneiderin" von Jen Wang

Catori
Zauberhafte Zeichnungen und eine Story mit feel-good-Ending

Die Story

Die Schneiderin Frances hat eine Anstellung in ihrem Traumberuf gefunden, doch so ganz glücklich ist sie noch nicht. Zwar kann sie schöne Kleider für die Kundinnen ihres Chefs nähen, aber darf sich dabei nicht mit ihren eigenen Ideen ausleben. Bis schließlich doch eine Kundin, die gelangweilt ist von den Bällen und Erwartungen, explizit ein extravagantes Kleid bei ihr in Auftrag gibt. 

Mit diesem Kleid erregt die Kundin schließlich wie gewünscht große Aufmerksamkeit - unter anderem die des Prinzen höchstpersönlich. Denn dieser liebt es, seinen angeborenen ewigen Verpflichtungen zu entkommen, indem er des Nachts heimlich als schöne Lady verkleidet ausgeht und damit für einige Momente sein bereits vorgeplantes Leben vergessen kann.

Die Schneiderin wird nun also im Geheimen bei ihm angestellt, womit die schillernde Gestalt der "Lady Crystallia" ihren ersten großen Auftritt hat...

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Die Geschichte erzählt die Freundschaft dieser beiden Charaktere, die aus verschiedenen Gesellschaftsschichten kommen, aber dennoch beide damit kämpfen, sich selbst und ihren eigenen Weg zu finden. Die Handlung gibt dem Leser dabei gerade zu Beginn angenehm Zeit, sich in den Alltag der Figuren und in  dieses märchenhafte Alternativ-Paris einzufühlen, dass als Stadt zwischen alten Traditionen und modernen Entwicklungen steht. 

Es kommt jedoch schnell Fahrt auf und man möchte unbedingt wissen, wie es mit Lady Crystallia weitergeht. Wie lange es dem Prinzen wohl gelingen mag, sein Alter Ego geheim zu halten? Was wäre, wenn je jemand davon erfährt? Diese Befürchtung hängt von Anfang an wie ein großes Damokles-Schwert über ihm und bringt nicht zuletzt auch Frances als engste Verbündete in eine schwierige Lage - denn auch sie hat Träume, auf die sie hinarbeiten möchte.

Die Zeichnungen

Dieser Comic wird durch wunderschön illustrierte Panels erzählt, die allesamt in einer Kombination aus handgezeichneten Federstrichen und einer simplen digitalen Coloration entstanden sind. Dadurch entsteht ein lebendiger und klarer Stil, der besonders den Figuren viel Leben einhaucht. Oft gibt es Panels und Doppelseiten, die ohne Worte auskommen und den Figuren damit ruhige Momente zwischen all dem Ereignissen geben.

Fazit

In vielen Rezensionen heißt es, dass sich  besonders Trans-Menschen in dieser Geschichte durch den Prinzen repräsentiert sehen und das liegt natürlich nah.

Ich persönlich würde es aber überhaupt nicht darauf beschränken, denn meiner Meinung nach behandelt dieser Comic im Grunde sehr universelle Themen wie (Selbst)Akzeptanz, Toleranz und Selbstverwirklichung, in denen sich eigentlich jeder Leser in verschiedener Weise wiederfinden kann. Natürlich ist das zentrale Thema das Zweitleben des Prinzen als Lady Crystallia, dass er ja selbst zu verstecken versucht - weil er große Angst davor hat, die Erwartungen seiner Eltern und der Gesellschaft zu enttäuschen. Die Story schafft es sehr gut, sein zerrissenes Innenleben darüber zu illustrieren, die große Traurigkeit und Resignation die entsteht, wenn man sich als Mensch nicht offen in der Weise zeigen darf, wie man sich eigentlich fühlt. Und dann wiederum erleben wir die federleichte Freude und Leichtigkeit des Prinzen, wenn er Gelegenheiten hat, für ein paar Momente dann doch ganz er selbst sein zu dürfen.

Aber es geht auch um den persönlichen Weg der Schneiderin, die ihre beruflichen Träume verwirklichen will und versucht, sich dabei treu zu bleiben. Auch sie stößt dabei immer wieder auf Hindernisse und muss entscheiden, wie sie damit umgeht.

Am Ende bekommt man als Leser trotz allem einen sehr märchenhaften Ausklang der Geschichte. In ein noch realeres Setting würde das Ende wohl (leider) nicht passen, aber hier in dieser Märchenwelt empfand ich es als runden Abschluss.

Eine sehr süße Geschichte, die für kurzweilige Unterhaltung sorgt!


Cover des Buches Der Prinz und die Schneiderin (ISBN: 9783551027009)
EmmyLs avatar

Rezension zu "Der Prinz und die Schneiderin" von Jen Wang

EmmyL
Eine zauberhafte Geschichte

Auf einem Ball sieht Prinz Sebastian eine Dame in einem sehr gewagten Kleid, welches auch gleich für Schlagzeilen sorgt. Begeistert von der modischen Kreation lässt er nichts unversucht, die geniale Schneiderin für sich zu engagieren. Gemeinsam erfüllen sie sich ihre Wünsche, auch wenn der Weg zum Happy End über einige Umwege führt.


Diese Graphic Novel ist ein wundervolles Märchen über Träume, Selbstverwirklichung, Selbstfindung, Akzeptanz, Liebe und Familie.


Die Gefühle der Protagonisten füreinander gedeihen langsam. Man sieht es in den Blicken, den Berührungen, den kleinen Gesten welche wirklich sehr gut und detailliert mit Bildausschnitten und Zoom auf besondere Ausschnitte dargestellt werden. So kann man den Slow Burn zwischen Prinz Sebastian und Frances richtig genießen. Es entwickelt sich eine spannende Dynamik, welche durch Wort und Bild in dieser Graphic-Novel perfekt eingefangen wurde. Die zarte, dynamische Linienführung in den Zeichnungen sowie die gut gewählte Farbigkeit harmonieren absolut großartig.


Die Panel sind übersichtlich angeordnet, variieren in ihrer Größe und sind mit einem schwarzen Ramen versehen. Manchmal verbinden bildübergreifende Sprechblasen einzelne Szenen miteinander. Gelegentlich sind die Ramen aufgebrochen oder fehlt ganz. Dadurch ergibt sich eine Spannende Dynamik in der Seitengestaltung und es wird nicht eintönig. 


Das Buch ist in 11 Kapitel unterteilt. Eingeleitet werden die Kapitel durch eine mit Schnittmustern gestaltete Seite.


Jeder Charakter besitzt mit Gestik und Mimik eine eigene Persönlichkeit. Die Handlungen sind so gut gezeichnet, dass beim Lesen im Kopf ein Märchenfilm entstehen kann. Am Ende des Buches befinden sich einige Konzeptskizzen und etwas über die Arbeitsweise der Illustratorin.


Wer eine klassische Cinderella Story sucht, wird diese hier allerdings nicht finden. Es gibt zwar eine süße Lovestory aber es geht vor allem um Selbstfindung und Selbstverwirklichung. Das wundervolle Märchen feiert Akzeptanz und Diversität auf ganz großartige Weise.


Die Geschichte ist romantisch, die Charaktere liebenswert und die Zeichnungen absolut zauberhaft, ein visueller Lesegenuss.

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