Jenna Behrends

 4.7 Sterne bei 3 Bewertungen
Autor von Rabenvater Staat.

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Rabenvater Staat

Rabenvater Staat

 (3)
Erschienen am 31.01.2019

Neue Rezensionen zu Jenna Behrends

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Rezension zu "Rabenvater Staat" von Jenna Behrends

Informativ mit vielen Belegen
Amber144vor 4 Monaten

Man merkt erst wo etwas schief läuft, wenn man selbst darauf angewiesen ist.

Nicht nur der Autorin ging dies so, sondern auch so vielen anderen Menschen fallen erst dann die Fehler in einem System auf.
Da die Autorin in der CDU ist, hatte ich befürchtet, dass sie "ihre" Partei in Schutz nehmen wird und nur auf die Wahlprogramme anderer Parteien und deren Fehler eingehen wird.
Dies ist aber nicht der Fall.

Die Autorin schildert sehr ausführlich und belegt mit Nachweisen, was in Deutschland schief läuft und was einem vielleicht gar nicht so bewusst ist. Sehr oft hört man kinderlose Paare oder auch Singles über Kinder oder Eltern mit Kindern schimpfen, die doch schon alles bekommen und immer mehr wollen. Natürlich gibt es das Kindergeld, aber welche Unterstützung erhält man sonst noch? Es ist ein Dschungel an Leistungen, bei dem kaum einer mehr weiß, was er wo beantragen kann und darf.
Auch auf den Hintergrund mancher Leistungen geht die Autorin ein, was mir in vielen Dingen die Augen geöffnet hat, weil ich es einfach nicht wusste. Woher auch, wenn man sich mit diesen Dingen nicht beschäftigt hat. Deswegen haben mir die Anmerkungen sehr geholfen und gefallen, dass diese extra aufgeführt sind. So kann man nach Beendigung des Buchs noch weiter recherchieren und sich in das Thema einlesen.

Um den Generationenvertrag zu erfüllen, ist es notwendig, dass genug Kinder geboren werden. Doch dafür muss man Familien entlasten, damit diese auch Anreize haben, Kinder zu bekommen.

Was alles zu Leistungen für Familien zählt hat mich doch erstaunt, auch die Summen, die genannt werden, waren mir nicht so bewusst. Es hört sich alles viel an, wenn die Autorin aber nach und nach aufdeckt, was wirklich bei den Familien übrig bleibt, dann ist es doch erstaunlich.

Doch Jenna Behrends kritisiert nicht nur, sie gibt auch Lösungsvorschläge, die logisch sind, aber warscheinlich nicht bei der richtigen Stelle gehört werden.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen und mir die Augen geöffnet.
Ich vergebe absolut verdiente 5 Sterne. Ein Buch das nicht nur für Familien interessant und lesenswert ist.

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Rezension zu "Rabenvater Staat" von Jenna Behrends

Konstruktive Kritik an der gängigen Familienpolitik
michael_lehmann-papevor 4 Monaten

Konstruktive Kritik an der gängigen Familienpolitik

Ob der Staat überhaupt zuständig ist für das individuelle Familienleben, ob Steuerungsinstrumente wie Kindergeld, Steuervorteile, „Herdprämie“ oder vielfache andere Rahmungen und Leistungen tatsächlich regulierend wirken oder völlig fehl am Platze sind, das sind nur Randfragen, denen man sich stellen kann.

Im Kern aber gibt es faktisch eine breite Form der „Familienpolitik“ im Staat, bei der Behrends, durchaus überzeugend argumentiert, die Frage nach dem aktuellen Nutzen der verschiedenen Interventionen des Staates (vermeintlich zugunsten der Familien im Land) kritisch stellt und überwiegend zu keiner positiven Bewertung zunächst kommt.

„Mehr als 150 familienpolitische Leistungen, die den Staat mehr jährlich mehr als 200 Milliarden Euro kosten“ stehen im Raum, an denen Behrend bereits zu Beginn verdeutlicht, wie wenig von dieser Summe tatsächlich rein und nur Familien und deren besonderen Aufgaben zugutekommt. Denn letztlich haben „die Experten“ in diese Summe alles subsumiert, was auch nur am Rande mit den Begriffen „Kind“ und „Familie“ in Verbindung gebracht werden könnte.

Wobei Behrend kritsch betrachtet, wieweit denn „Ehen“ ohne „Kinder“ als „Familienpolitik“ im engeren Sinne gekennzeichnet werden können oder warum Witwen und Witwerrente ebenso unter den Begriff „Familienpolitik“ subsumiert werden bis hin zum „Ehegattensplitting“.

So dass, am Ende der Betrachtung, von den kolportierten 200 Milliarden Euro jährlich der „riesige Geldtopf“ tatsächlich nurmehr die Größe eines „Spielzeugeimers“ erreicht, wenn man den Begriff Familie auf den begrifflich tatsächlich gemeinten Kern reduziert (ein Paar, das Kinder aufzieht). Wobei Behrend erschwerend zudem noch herausarbeitet (und das ebenfalls überzeugend), dass die „Rest-Summe“ dann nicht sonderlich strukturiert, sondern eher planlos auf Familien „verteilt“ werden, ohne eine tatsächliche „steuernde Politik“ in Gang zu setzen.

„Alleinerziehende oder Patchworkkonstellationen scheint die Politik sogar regelmäßig zu übersehen. Geld hilft aber wenig, wenn es ohne Plan ausgegeben wird“.

Was nicht zuletzt an der starken Erhöhung von Burn-Out Erkrankungen bei Müttern abzulesen ist.

Wie aber könnte eine „echte „Familienpolitik aussehen? Die zunächst damit zu beginnen hat, dass es eine Politik sein soll und muss (wenn sie etwas bewirken will), „die Eltern etwas zutraut“.

Einfach und gerecht, zudem, und das klingt viel provozierender formuliert, als es die Wirklichkeit nachher hergibt (denn tatsächlich sind politische Vorgaben, was das Nutzvieh angeht, viel konkreter und zielgerichteter als manche Zweige der Familienpolitik), dass eben „Kinder mehr bedeuten als Schweine“.

Im Kern sind es dabei am Ende der Lektüre zwei Momente, die Behrends als konstruktive Lösung einklagt:

Ein echtes „Steuern über Steuern“ und nicht als halbgare, teils planlose und versickernde Geldzuwendungen.

Das Halten eines Betreuungs-Versprechens.

Mit einem Satz: Dass Eltern und Familien in einem klaren Rahmen klare Möglichkeiten erhalten, mit denen sie verlässlich planen können.
Auf das man auch politisch installiert „Menschen findet (oder besser politische Verhältnisse), die einem guttun“.

„Am wichtigsten sind immer die Menschen, vergiss das nie“.

Und das ist, was am Ende der Lektüre an Mahnung an die Politik ergeht. Das es nicht um wirtschaftliche Interessen, um ein stillstellen oder ein sich „irgendwie auch kümmern“ geht, was Politik für Familien angeht, sondern dass hier der Kernbereich einer Gesellschaft endlich auch die entsprechende Achtung und Gedankenkraft erhält, die für eine stabile Rahmung und damit eine kreative Entfaltungsmöglichkeit in der modernen Welt (und nicht immer noch angelehnt an das Familienbild der 50er Jahre des letztens Jahrhunderts) für Familien sorgen.

Ein aufrüttelnde, sachliche, treffende Lektüre, die eins der Probleme der modernen Zeit überaus konstruktiv angeht.

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Gespräche aus der Community

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Gemeinsam deutschsprachige Debütautorinnen und -autoren und ihre Bücher entdecken!
Gemeinsam möchten wir wieder Debütautoren entdecken, zusammen ihre Bücher lesen, rezensieren und - wenn sie uns gefallen - weiterempfehlen. Bei den vielen Neuerscheinungen in jedem Jahr haben es deutschsprachige Debütautoren schwer sich zwischen Bestsellerautoren und Übersetzungen durchzusetzen. Wir können uns ganz bewusst gemeinsam daran versuchen das zu ändern und entdecken sicher wieder besondere Buchperlen!

Ablauf der Debütautorenaktion:

Es geht darum, möglichst viele Bücher deutschsprachiger Debütautoren zu lesen, also Bücher von Autoren, die erstmalig zwischen 1. Januar 2019 und 31. Dezember 2019 ein Buch/einen Roman (in einem Verlag) veröffentlichen.
Von Seiten des lovelybooks-Teams werden wieder Leserunden und Buchverlosungen gestartet, die die Kriterien erfüllen, und auch Verlage und Autoren werden sicher wieder aktiv sein. Außerdem dürft Ihr selbst gerne Vorschläge machen.

Begriffsdefinition: 'Debütautor*in' ist, wer bisher noch kein deutschsprachiges Buch veröffentlicht hat und im Jahr 2019 nun das erste Buch erscheint, dabei zählen sowohl Verlags- als auch Eigenveröffentlichungen.
Ausnahmen bilden Romandebüts, das erste Buch in einem Verlag sowie das erste Buch unter dem eigenen Namen oder einem neuen Pseudonym, diese zählen ebenfalls. Keine Ausnahme wird gemachen, wenn der Erscheinungstermin vor 2019 lag.
Wichtig:
Alle Bücher, die im Debütjahr der Autorin/des Autors erscheinen, sind dabei. Das heißt, es können auch mehrere Bücher einer Autorin/eines Autors zählen, nicht nur das erste Buch. Es zählt also das gesamte Debütjahr der Autorin/des Autors.


Ziel ist es 15 Bücher von Debütautoren bis spätestens 24. Januar 2020 zu lesen und zu rezensieren.


Wie kann man mitmachen?

Schreibt hier im Thread "Sammelbeiträge" einen Beitrag, dass Ihr mitmachen möchtet. Ich verlinke dann Euren Sammelbeitrag unter Eurem Mitgliedsnamen in der Teilnehmerliste. Bitte nutzt dann diesen von mir verlinkten Sammelbeitrag, um Euren Lesefortschritt mit allen Rezensionen von gelesenen Debüts festzuhalten, haltet diesen aktuell, denn nur anhand dessen aktualisiere ich wiederum die Liste. Die Teilnehmer- und die Punkteübersicht werde ich in unregelmäßigen Abständen aktualisiert. Wenn ich eine Aktualisierung durchgeführt habe, weise ich mit einem neuen Beitrag darauf hin.

Informationen/Regelungen:

  • Ihr könnt Euch ab sofort hier für die Aktion anmelden, aber auch ein späterer Einstieg ist jederzeit möglich.
  • Es wird über das Jahr verteilt Leserunden und Buchverlosungen geben, bei denen Ihr Bücher gewinnen könnt, die hier zur Debütautorenaktion zählen. Somit kann sich ein Einstieg jederzeit noch lohnen. Natürlich könnt Ihr Euch die Bücher aber auch selbst kaufen oder anderweitig beschaffen, die Teilnahme an Leserunden/Buchverlosungen o. ä. ist nicht verpflichtend.
  • Eine Leserunde/ Buchverlosung o. ä. mit Beteiligung der Autorin/des Autors ist keine Bedingung, das heißt alle deutschsprachigen Debütbücher bzw. alle Bücher im Debütjahr der Autorin/des Autors, die in einem Verlag erschienen sind, zählen
  • Auch Debüts von 'Selfpublishern' zählen dazu. Das heißt, dass auch Debütautoren mit ihren Büchern zählen, die nicht in einem Verlag veröffentlichen. Für mich heißt das in der Organisation mehr Aufwand, da mehr Autoren und Bücher zu berücksichtigen sind, aber ausschließen ist doofer! ;-)
  • Hörbücherversionen der Bücher zählen ebenfalls.
  • Es ist nicht schlimm, solltet Ihr Euch für die Aktion anmelden und am Ende keine 15 Bücher schaffen. Ziel ist es doch vor allem tolle neue Autoren und Bücher kennen zu lernen.
  • Unter allen, die es schaffen 15 Bücher deutschsprachiger Debütautoren im Jahr zu lesen/zu hören und zu rezensieren, wird am Ende eine kleine Überraschung verlost, gesponsert von lovelybooks.
  • Bitte listet wirklich nur Rezensionen zu den an diesen Beitrag angehängten Büchern auf. Wenn Ihr eine/n Debütautor/in entdeckt, der/die hier noch nicht gelistet ist, aber zu den Bedingungen passt, schreibt mir bitte eine Nachricht und ich überprüfe das. Die Rezensionslinks aber bitte erst auflisten, wenn meine Zusage gemacht ist bzw. der/die Autor/in und die entsprechenden Bücher im Startbeitrag angehängt sind.
  • Habt bitte Verständnis dafür, wenn meine Antwort auf eine Anfrage mal etwas länger dauert. Ich betreue diese Aktion in meiner Freizeit und habe dementsprechend nicht jeden Tag ausreichend Zeit, um sofort zu reagieren. Aber ich gebe mir Mühe, versprochen!
  • Und noch einmal: Sollte ich Debütautoren, ihre Bücher, Leserunden oder Buchverlosungen übersehen, die hier eigentlich zählen müssten, dann habt bitte Nachsicht und weist mich einfach im passenden Bereich darauf hin. Wenn es passt, werde ich sie an den Starbeitrag anhängen bzw. die Aktion verlinken. Jede Unterstützung dahingehend ist mir sehr willkomen!
Ich wünsche ganz viel Spaß & Freude beim Entdecken neuer Autoren und ihren Büchern, sowie beim gemeinsamen Plaudern & Weiterempfehlen! :-)
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Sammelbeiträge:

  

Aktuelle Leserunden & Buchverlosungen:

- Leserunde zu "Der Schattenmann" von Lilly Frost (Bewerbung bis 2. Juni)
- Leserunde zu "Ghom: Die Suche nach der magischen Stadt" von Peter Mellert (Bewerbung bis 5. Juni)
- Leserunde zu "Alle Wasser Stein" von René Müller-Ferchland (Bewerbung bis 6. Juni)
- Leserunde zu "Wir sind die Verlierer: Der Krieg in Europa" von Janica Becker (Bewerbung bis 9. Juni) 
Leserunde zu "Walking North" von Nicole Schwarz (Bewerbung bis 10. Juni) 
- Leserunde zu "Existo" von Ludwig Demar (ebook, Bewerbung bis 16. Juni)
- Leserunde zu "Zwei Welten" von Kristina Tiedemann (ebook, Bewerbung bis 19. Juni)
Leserunde zu "Zweimal Sommer" von Andreas Pohl (Bewerbung bis 27. Juni)
- Leserunde zu "Evas Spiel" von Verena Schindler (ebook, Bewerbung bis 29. Juni)

( HINWEIS: Zur besseren Übersicht lösche ich ältere Links nach und nach, alle Bücher bleiben aber an diesem Startbeitrag angehängt, so dass man mit einem Klick auf ein Buch auch leicht die dazugehörige Lese-/Fragerunde/Verlosung finden kann. Die Angaben zur Bewerbungsfrist sind ohne Gewähr.)
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Es zählen ausschließlich Bücher, die an diesen Beitrag angehängt sind bzw. im Laufe des Jahres angehängt werden, sowie die jeweiligen Hörbuchversionen davon, soweit vorhanden
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Für Autorinnen & Autoren:

Du bist Autorin/Autor und veröffentlichst in diesem Jahr dein erstes Buch? Du möchtest dich an der Debütautorenaktion beteiligen?
Dann schreib bitte eine Mail an Daniela.Moehrke@aboutbooks.de für weitere Informationen!
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