Jennifer Benkau Es war einmal Aleppo

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Inhaltsangabe zu „Es war einmal Aleppo“ von Jennifer Benkau

Es ist wie ein Schlag ins Gesicht. Antonia kommt mit ihrer Familie aus dem Urlaub, und plötzlich leben mehrere hundert Flüchtlinge nebenan.
Klar – irgendwo müssen sie unterkommen. Aber ausgerechnet hier?
Doch dann trifft Toni auf Shirvan. Und mit jeder skeptischen Frage, die sie ihm stellt, wird die Sache verzwickter.

Ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen. Dieses Buch regt zum Nachdenken an. Nicht nur für Jungendliche ein LeseMUSS!

— sasaaju

Wertvoller Einblick in die Ursachen, Realitäten und Folgen der Flucht. Einfühlsame Aufklärung für Jugendliche und Erwachsene.

— black_horse

Vielseitige Auseinandersetzung mit Flucht, Toleranz, Vorurteilen - sehr lesenswert, nicht nur für Jugendliche! Ideale Schullektüre!

— DieBuchkolumnistin

Sehr bewegender Appel für Toleranz und Engagement. Ein absolutes Muss in unserer heutigen Zeit!

— Pippo121

Mitreißend, aktuell und authentisch - sehr gut recherchiert regt das Buch zum Nachdenken an, macht fassunglos und berührt

— Weltentraeumerin

"Es war einmal Aleppo" ist ein sehr langweiliges Buch. Ich hatte viel mehr erwartet.

— lesekat75

Ein wichtiges Buch!

— veronika_lackerbauer

Hat mich tief berührt, tief bewegt und sehr zum Nachdenken gebracht. Ein wichtiges Buch, das ich wirklich jedem empfehlen möchte!

— emmaya

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    Es war einmal Aleppo

    black_horse

    11. October 2017 um 23:40

    Als Antonias Familie im Sommer 2015 aus dem Urlaub in ihre ruhige Siedlung zurückkehrt, sind sie schockiert: Der ehemalige Tennisclub gegenüber ist eine Flüchtlingsunterkunft. Was für eine Zumutung! Ausländische Männer, fremde Religion, Anarchie direkt vor der Haustür!Während der Vater Widerstand organisiert, lässt sich Antonia von ihrer Freundin Fee überreden, mal in das Camp mitzukommen und zu helfen, denn in der Einrichtung fehlt es noch an Vielem. In der Unterkunft lernt sie Männer, Frauen und Kinder verschiedener Herkunft kennen. Besonders mit Shirvan aus Syrien versteht sie sich gut. Von ihm erfährt sie ganz viel über seine Heimat und die Fluchtursachen.Antonia ist zerrissen zwischen der Ablehnung der Flüchtlinge durch ihre Familie - ihr Bruder schließt sich sogar rechter Hetze an - und ihrer Überzeugung, den Menschen im Camp helfen zu wollen.Auch wenn die "Flüchtlingskrise" deutlich abgeklungen ist und die chaotischen Verhältnisse vom Sommer 2015 derzeit nicht mehr akut sind, so bringt das Buch dem Leser die Grundproblematik, die bestehen bleibt, sehr eindrücklich nahe. Angst hat man vor dem, was man nicht kennt. Oder gar nicht kennen will.Dieses Buch vermittelt Wissen, baut Vorurteile ab, animiert zuzuhören und die Perspektive zu wechseln. Das ist heute weiterhin dringend nötig. Und das nicht nur für die Zielgruppe der 12- bis 15-jährigen, sondern auch für erwachsene Leser.

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  • Es war einmal Aleppo

    Es war einmal Aleppo

    Kitsune87

    07. August 2017 um 10:14

    Meinung: Ich hatte angenommen, alles über den Krieg in Syrien zu wissen, doch durch die Augen von Antonia und die Erzählungen von Shirvan wurde ich eines Besseren belehrt. Benkau bezieht sich dabei auf Tatsachen und Fakten, die sie während ihrer Zeit als freiwillige Helferin aus erster Hand erfahren konnte. „Keine Ahnung, warum Leute zu Rassisten werden. Sozialneid? Gier? Mimimi, der Flüchtling kriegt ein Feldbett und ein Dixi-Klo, und was krieg ich?!“ – Seite 314 Neben der eigentlichen Geschichte, bekommt der Leser einen genauen Einblick in das Leben der Geflüchteten in den Erstunterkünften. Die Autorin räumt des Weiteren mit sämtlichen Vorurteilen auf, die durch die sozialen Medien und Stammtische seit nunmehr über fünf Jahren gestreut werden. Und dies alles, ohne den Zeigefinger zu erheben. Es sind schlussendlich einfach die nüchternen Fakten, die nicht jeder wahrhaben kann oder möchte, die mich trotz, oder eben gerade deswegen zu Tränen gerührt haben. Hatte ich gedacht, das ganze Ausmaß zu kennen, wurde ich Lügen gestraft. Wenn man sich aktuelle Bilder aus dem zerstörten Aleppo ansieht, reicht ein „es schnürt mir die Kehle zu“ nicht, um in Worte zu fassen, wie es sich anfühlen muss, das alles dort erlebt zu haben. Noch viel schlimmer, dies alles verloren zu haben. Shirvans Schilderungen über das Aleppo vor den Angriffen sind daher wunderschön und schmerzhaft zu gleich. „Uralt und jeden Morgen neu geboren. Das Licht ist dort zu Hause. […] Reiche fühlen sich sehr klein und gedehmütigt in dieser Stadt, und Arme fühlen sich reich, weil sie dort sein dürfen.“ – Seite 223 Und zwischen den beiden Fronten der tobenden „Wutbürger“ und den helfenden „Gutmenschen“ stehen zwei junge Menschen die erkannt haben, was wirklich zählt. „Es fühlt sich an, als wären Welten miteinander kollidiert.“ – Seite 131 Während der Lektüre habe ich mir so viele Gedanken und Notizen gemacht und so viele Stellen markiert, die ich für besonders lesenswert oder wichtig erachte. Aber sie alle hier zusammen zu tragen, würde den Rahmen sprengen. Der Roman sollte für sich selbst sprechen und aus diesem Grund von euch gelesen werden. Also geht raus und kauft es. Lest es und empfehlt es weiter. „Es war einmal Aleppo“ ist mehr als das x-te Jugendbuch, in dem sich Mädchen A in Jungen B verliebt und trotzdem kommen die Gefühle nicht zu kurz. Denn mittendrin ist da noch diese zarte kleine Liebesgeschichte, die überhaupt nicht fehl am Platz ist. Vielleicht sprechen die beiden zu perfekt Englisch miteinander. Und vielleicht geht manchen Lesern „Tooneys“ Wandlung von der politisch Ahnungslosen hin zur aufgeklärten jungen Frau zu schnell vonstatten. Aber in Bezug auf den restlichen Teil des Romans, kann ich über diese Kleinigkeiten gerne hinwegsehen. Mein einziger Kritikpunkt ist das Handeln eines bestimmten Familienmitglieds am Ende des Romans, denn dieses war in meinen Augen tatsächlich zu aufgesetzt und wollte nicht ganz in das bisherige Bild passen. Der Schreibstil ist sehr jugendlich gehalten, jedoch nie einfach und immer ein wenig melancholisch angehaucht. Dadurch wird der Roman einem weiten Publikumsspektrum geöffnet. Fazit: „Es war einmal Aleppo“ ist ein berührendes und bewegendes Buch, das mit seiner jugendlichen Sprache für jeden zugänglich ist. Es beschönigt nicht, dichtet nichts dorthin, wo es nichts hinzu zu dichten gibt. Brachte mich zum Weinen, aber auch zum Lachen. „Es war einmal Aleppo“ sollte zur Pflichtlektüre in Schulen werden.

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  • Mitreißend und aktuell

    Es war einmal Aleppo

    Weltentraeumerin

    30. June 2017 um 21:22

    Ich habe keine Ahnung, wie ich dieses Buch rezensieren und bewerten sollte.Den Schreibstil? Der ließ mich durch die Seiten gleiten, ließ die Gefühle wirklich werden und fasste so manche Grausamkeit eiskalt in Worte.Die Charaktere, die an echte Menschen angelehnt sind? Die Handlung, die so in etwa tausendfach passiert ist, ausgenommen die sich wirklich nachvollziehbar und süß entwickelnde Liebesgeschichte?Man merkt dem Buch die im Nachwort beschriebene sehr gute Recherche an und vor allem, dass Jennifer Benkau auf ihre eigenen Erfahrungen in ihrem Ehrenamt zurückgegriffen hat. Auf Erzählungen realer Menschen und auf zahlreiche Interviews und Besuche von Erstaufnahmeeinrichtungen.Es ist schwer, ein Buch zu bewerten, das irgendwie nur die Situation aus dem Sommer 2015 darstellt, eine Situation, die einem selbst aus den Nachrichten durchaus bekannt ist. Und die mit diesem Buch doch in gewisser Weise alltäglicher, realer wird.In dem Buch wird man als Leser vor allem mit zwei Bereichen konfrontiert, die mich dazu veranlasst haben, dass ich das Buch teilweise beiseitelegen musste, weil ich fassungslos und wütend ob dieser Ungerechtigkeit war: Das Schicksal der Flüchtlinge und die Fremdenfeindlichkeit der Deutschen.Ersteres reicht von der Grausamkeit des Krieges bin hin zu der Flucht und den Hürden hier in Deutschland - mit Grenzsperrungen, undurchsichtiger Bürokratie oder eben Fremdenfeindlichkeit, ein Thema, das angesichts des steigenden Populismus immer aktueller wird.Toni selbst lebt in einer Familie, die alles andere als begeistert davon ist, dass in ihrer Nachbarschaft plötzlich ein Flüchtlingsheim ist. Nachdem Toni als Kind ansehen musste, wie ihr Vater von südländisch aussehenden Männern krankenhausreif geschlagen wurde, hat sie Angst vor Migranten. Auch die Ressentiments in ihrer Familie teilt sie anfangs. Doch dann folgt sie zögernd der Aufforderung ihrer engagierten besten Freundin Fee, in dem Camp zu helfen und beginnt, ihre Ansichten zu überdenken.Gleichzeitig begegnet sie in ihrer Familie immer wieder Vorurteilen und hier zeigt die Autorin gekonnt, wie diese auch in einem scheinbar ganz gewöhnlichen, gutbürgerlichen und eigentlich doch gar nicht rassistischen Umfeld auftreten. In der eigenen Familie, bei Menschen, von denen man das so nicht erwarten wollte.Die Autorin zeigt auch, wie wenig hinter diesen Vorurteilen steckt, wie sehr diese die Augen vor dem Schicksal der Menschen verschließen und lässt sie so nur noch unfassbarer wirken. Sie gibt Einblicke die jeweiligen Kulturen, in die Hintergründe der Flucht und des syrischen Bürgerkrieges, alles, ohne dass Infodump auftritt. Nur Fassungslosigkeit angesichts der Ungerechtigkeit.Gleichzeitig hebt die Autorin auch das Engagement von Flüchtlingshelfern hervor - und deren Hilflosigkeit in Anbetracht der Lage.Das Buch hat mich mitgenommen, zum Nachdenken anregt, hat mich berührt, wütend und ungläubig gestimmt und hat mich auch nach dem Lesen nicht losgelassen. In jedem Fall ist es ein sehr empfehlenswertes Buch, gerade weil es so gut geschrieben ist, mit unheimlich vielschichtigen Charakteren und einer mehr als authentischen Handlung.

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    • 3
  • .....

    Es war einmal Aleppo

    AprilsBuecher

    09. May 2017 um 22:32

    Schon seit einer Weile schleiche ich um das Buch herum. Immer wieder fiel mir das Cover zuerst ins Auge. Und Aleppo ist ja auch ein Begriff den man kennt. Nachdem es dann tatsächlich in meine Finger kam, war ich sofort angetan. Toni erzählt in ihrer frischen Art, wie sie all das erlebt. Man ist gefangen zwischen den Welten. Zum Teil, weil es gerade sehr aktuell ist. Vieleicht sollten mehr Menschen, Dinge hinterfragen und nicht gleich urteilen...... Jennifer Benkau ist mit ihrem Buch geglückt, dass man nachdenkt und Dinge hinterfragt. Nicht jeder Mitbürger ist böse oder will nur das Geld. Oft stecken Schicksale dahinter. Aber unsere Denkweise wird durch Medien und Hetze immer neu entfacht. Ich danke der Autorin, dass sie so ein brisantes Thema aufgegriffen hat. Durch ihren flüssigen und frischen Schreibstil, schaffte sie es, dass ich sofort von Toni und Shirvan gefangen war. Ich hab mit beiden gelitten und fühlte mich oft erwischt, das auch ich mich von Vorurteilen leiten lassen habe. Fazit: Ein Buch, das jeder lesen sollte und dann vielleicht mal nachhaken, statt zu urteilen. Mir wird es auf jeden Fall noch lange im Gedächtnis bleiben

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  • sehr emotionale Geschichte

    Es war einmal Aleppo

    theresa_st

    26. April 2017 um 13:14

    Erstmal muss ich sagen, dass mir das Cover im Vorhinein nicht ganz so gut gefallen hat - bzw. ich hab es glaub ich einfach nicht richtig verstanden. Denn jetzt nach dem Lesen finde ich es mehr als passend. Der Schmetterling hat mich zuerst ziemlich irritiert, aber jetzt nachdem ich den Zusammenhang mit der Geschichte kenne, finde ich ihn toll. Auch der Stacheldraht gefällt mir. Ich muss dazusagen, dass ich dieses Buch schon mal nach blindem Vertrauen gekauft habe, weil ich Jennifer Benkau total vertraue und man von Anfang an gemerkt hat, wie sehr ihr diese Thematik am Herzen liegt. In diesem Buch geht es um Flüchtlinge. Aber auch um viel mehr. Es geht um Freundschaft, um Verständnis, um Neid, Hass, Rassismus, aber auch Liebe. Toll fand ich es, dass Jennifer hier nicht einfach irgendetwas erfindet - nein sie hat viel ehrenamtlich in ihrem Heimatort mitgeholfen. Für das Buch ist sie dann auch noch weitere Flüchtlingsunterkünfte abgefahren und hat sich mit Flüchtlingen unterhalten, sodass hier eine Geschichte entstanden ist, die aus vielen verschiedenen Erfahrungen zusammengeflossen ist, die  alle wirklich passiert sind - die schlechten wie auch die guten Dinge. Dabei bedient sich Jennifer wiedereinmal ihres fesselnden Schreibstils, der einen in die Geschichte reinzieht und dazu führt, dass einen das Buch nicht mehr loslässt. Das Buch ist aus der Ich-Perspektive von Toni geschrieben. Die Kapitellänge war sehr angenehm. Was ich auch total toll fand, waren die Zitate aus Medien, Textnachrichten, usw. die man bei einigen Kapitelanfängen vorfand und sehr gut zur Geschichte passten. Toni ist am Anfang ziemlich überfordert mit der Situation. Aber zum Glück hat sie ihre beste Freundin Fee, die sie gleich mal in die Unterkunft mitnimmt, sodass Toni sich selbst ein Bild machen kann. Schon bald bildet sie sich ihre eigene Meinung. Nur blöd, dass ihre Eltern das Heim nicht ganz so rosig betrachten wie sie. Ich fand die Entwicklung von Toni in der Geschichte sehr spannend. Am Anfang war sie noch ein Mädchen, dass eher das glaubt, was man ihr sagt. Aber bald schon steht sie auf und wird zu einer ernstzunehmenden jungen Erwachsenen, die sich plötzlich für Politik interessiert und dabei keine vorgefertige Meinung zulässt. Das hat sie zumTeil auch Shirvan zu verdanken, den sie im Camp kennenlernt. Sie verbringen viel Zeit zusammen und der Leser erfährt mit Toni gemeinsam Stück für Stück wie es dazukam, dass Shirvan jetzt hier ist und was alles auf dem Weg nach Deutschland passiert ist. Mir haben Shirvans Erzählungen sehr gefallen, auch wenn sie einem teilweise die Tränen in die Augen treiben. Zudem lernt man auch einiges nochmals aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Für mich waren auch ein paar spannende Details dabei, die ich so vorher nicht kannte. Dann gibt es in diesem Buch auch noch viele sehr unterschiedliche Nebencharaktere, die alle ihren Zweck erfüllen. Wir lernen noch viele andere Flüchtlinge kennen, die teilweise auch sehr unterschiedlich sind. Im Laufe der Zeit beginnt man aber ihr Verhalten zu verstehen. Dann gibt es da natürlich noch Fee und weitere Helfer im Camp, die sich alle von vorne herein sicher sind, dass den Flüchtlingen geholfen werden muss. Als Leser wird man hierbei am Rande auch mit den bürokratischen Schwierigkeiten dieser Krise konfrontiert. Dann gibt es aber natürlich auch die Schattenseite an Charakteren - die schreit "Flüchtlinge raus". Am Anfang ist Tonis gesamte Familie nicht begeistert von der Situation. Vor allem Alex, Tonis Bruder, scheint sich auf den falschen Weg zu begeben. Besteht da noch Hoffnung? - Lest selbst. Das Buch hat mich von Anfang bis Ende gefesselt. Es ist definitv eine sehr vielfältige Geschichte. Es gibt sehr viele sehr traurige Szenen - v.a. wenn man etwas über die Vergangenheit der Flüchtlinge erfährt. Generell ist das Buch eine emotionale Achterbahnfahrt. Aber zum Glück gibt der Schluss auch Hoffnung. Diese kann man auch mitnehmen in den Alltag und hoffen, dass diese Menschen, die schreckliches erlebt haben und einfach fliehen mussten, hier bei uns im reichen Europa ein neues Zuhause finden und dafür eines Tages nicht mehr angegriffen werden. Fazit: Sehr emotionale Geschichte, die jeder lesen sollte - von mir klare 5 von 5 Sternen ;)

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  • Ein wichtiges Buch!

    Es war einmal Aleppo

    veronika_lackerbauer

    08. March 2017 um 10:44

    Ich wollte, ich könnte jeden hier im Lande dazu verpflichten, dieses Buch zu lesen! Es beleuchtet alle Facetten der Flüchtlingswelle, positive wie negative und räumt gründlich mit hartnäckigen Vorurteilen auf. Dabei bleibt das Buch stets sachlich, ohne zu polemisieren. Die Charaktere sind authentisch, man spürt in ihren Dialogen und Handlungen, dass es sich um Tatsachenberichte und tatsächlich erlebte Ereignisse handelt und nicht um reine Fiktion. Es menschelt in diesem Buch an allen Ecken und Enden.Aus meiner Berufspraxis mit Migranten und in den letzten Jahren verstärkt mit Flüchtlingen aus Syrien und dem Nahen und Mittleren Osten kann ich die Grundhaltung der Autorin nur unterschreiben. Fast mehr noch als das Buch selbst hat mich das Nachwort berührt, weil es mir aus dem Herzen gesprochen hat.Dieses Buch musste unbedingt geschrieben werden. Aber noch viel wichtiger ist: Es muss unbedingt gelesen werden!

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  • Vielleicht das wichtigste Werk unserer Gegenwart!

    Es war einmal Aleppo

    IrishKadda

    18. January 2017 um 13:22

    Darum geht’s: Antonia kommt aus dem viel zu langen Familienurlaub zurück, in dem die komplette Familie von Mama genötigt wurde, wenigstens mal für diese kurze Zeit auf Smartphones, Facebook und Co. zu verzichten. Kaum sind sie wieder in Deutschland angelangt und schalten das Handy an, werden sie geradezu von Nachrichten und SMS bombardiert."Asylanten.Hunderte von ihnen.Direkt vor unserem Haus!" (S. 6)Wir befinden uns im Jahre 2015. Spätsommer. Deutschland. Tausende Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan, Irak und einigen anderen Ländern haben sich auf den Weg gemacht. Sie fliehen vor Krieg, Armut, Hunger und einer Ungewissen Zukunft.Viele von ihnen kommen nach Deutschland. Und einige von ihnen leben nun auf einem ehemaligen Tennisclub-Gelände. Genau gegenüber vom Haus, in dem Antonias Familie lebt.Skandal! Wie kann das sein? Niemand in der Nachbarschaft wurde gefragt. So viele fremde Männer … da ist doch niemand mehr sicher. Vor allem nicht die jungen Frauen hier. Und der Immobilienwert hier wird drastisch gesenkt. Warum denkt denn keiner an dem Wert unserer Häuser …So ist die Meinung von Antonias Eltern, ihrem Bruder und den obligatorischen besorgten Wutbürgern. Auch sie ist nicht begeistert von der Situation und ängstlich. Immerhin hat sie keine Ahnung, was genau sie hinter den blickdichten Zäunen erwartet. Und das Ungewisse macht schnell Angst.Doch Antonia macht etwas, was viele andere Menschen in ihrem Umkreis auch hätten machen sollen: Sie geht mit ihrer besten Freundin Fee in das Camp. Sie helfen bei der Essensausgabe, räumen auf, spielen mit den Kindern und sprechen mit den Flüchtlingen. Antonia erfährt mehr über die Zustände im Camp, die Gründe ihrer Flucht und über den Weg von Syrien nach Deutschland.Und sie lernt Shirvan kennen."Von heute auf morgen sind gefühlte drei Duzend Jungs neu in der Stadt. Viele davon richtig süß. Und was macht Toni? Zieht mit Müllbeuteln und Gummihandschuhen los und fischt auf Anhieb den Hübschesten heraus."Antonia beschließt, Shirvan öfter zu besuchen. Sie erzählt ihm von Deutschland und er ihr von seiner Heimatstadt Aleppo. Dem Aleppo, wie er es in Erinnerung hat. Dem Aleppo, das es nicht mehr gibt.Und wenn sich ein junges Mädchen und ein junger Mann täglich sehen, Geschichten austauschen, miteinander lachen und sich das Herz ausschütten, ja, dann kann sich auch mehr entwickeln.Doch es gibt mehr Widerstände als die eigene geschundene Seele und die kulturellen Differenzen dieser zwei Protagonisten. Die eigene Familie kann nicht nur starrsinnig und peinlich, sondern auch das größte Hindernis sein. Fazit: Ich hatte so Schiss vor dieser Rezension und habe mich jetzt schon viel zu lange davor gedrückt. Vor allem, weil ich einen heiden Respekt vor der Geschichte und der Autorin Jennifer Benkau habe.Denn dieses Buch ist wahr! Dieses Buch ist wichtig! Vielleicht sogar das wichtigste Werk unserer Gegenwart.Wie soll man die richtigen Worte finden, um der epischen Geschichte rund um Antonia und Shirvan gerecht zu werden? Wahrscheinlich geht es nicht, egal wie sehr ich mich anstrenge.Deshalb schreibe ich jetzt einfach, was ich denke.Ja Leute, dieses Buch thematisiert den Krieg in Syrien und es geht um die Flüchtenden, die 2015 in Deutschland angekommen sind. Aber in der Geschichte findet ihr keine grausamen, blutigen Details … falls das jemanden abschrecken sollte. Wir erfahren nur einen Bruchteil der schrecklichen Erlebnisse, die Shirvan erleben musste. Aber manchmal ist es das plötzliche Schweigen und ein verklärter Blick, die ausreichen, um mir eine Gänsehaut zu bereitet. Über vieles will Shirvan nicht sprechen, über vieles kann er nicht sprechen. Noch nicht. Und genau das ist es, was mir als Leser mehr im Kopf bleibt. Denn die Stille und meine Fantasie können schlimmer sein als jedes geschriebene Wort.„Es war einmal Aleppo“ ist für jeden geeignet, der süße, fast schon schüchterne Liebesgeschichten mag. Aber vor allem ist es Pflicht für jeden, der sich für die Thematik interessiert. Denn wir erfahren sehr viel über Syrien, die Anfänge des Krieges und die Fluchtursachen. Und wir bekommen ein wunderschönes Bild einer Stadt gemalt, die ich niemals besuchen konnte. Jetzt ist es zu spät. Aleppo ist zerstört und war wohl eine der schönsten und eindrucksvollsten Städte dieser Welt. Shirvan tut alles, um sie mit Geschichten, seinen Erinnerungen und zahllosen Handyfotos am Leben zu erhalten. Und das berührt.Wenn ihr die Rezension bis hier hin gelesen habt, dann scheine ich euch zumindest nicht abgeschreckt zu haben. Also: Lest es, empfehlt es, verschenkt es!Ich bin der festen Überzeugung, wenn viele Menschen diese Geschichte lesen, wird sich etwas in unserer Gesellschaft ändern. Etwas Gewaltiges. Und zwar zum Positiven!"Unter Flüchtlingen ist es doch wie überall auf der Welt. Es gibt gute Menschen, es gibt schlechte Menschen. Und es gibt schlechte Menschen, die aus schlechten Gründen Gutes tun und gute Menschen, die aus guten Gründen Schlechtes tun." (S. 66)

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  • Ein wichtiges Buch gegen Hass und Hetze

    Es war einmal Aleppo

    monerl

    12. January 2017 um 11:49

    "Aleppo" kennt heutzutage leider wohl jedes Kind. Es ist in aller Munde, in den Nachrichten, in Zeitungen, in Radios, im Internet. Eine einstmals wunderschöne syrische Stadt, die es so in naher Zunkunft nicht mehr geben wird. Sie lebt in Erinnerungen der Menschen weiter, die es geschafft haben, von dort zu fliehen und zu überleben. Viele dieser Menschen sind nach Europa geflohen, überwiegend nach Deutschland. Nach der ersten "Herzlich Willkommen-Welle" kippte die Stimmung in Deutschland.  "Er [der Sommer 2015] wird mir in Erinnerung bleiben als der, in dem normale Leute begannen, Menschen zu hassen, weil sie die Frechheit besaßen, ihr nacktes Leben retten zu wollen. Und dabei eine fremde Sprache zu sprechen." (Aus dem Nachwort der Autorin) Die Angst, die Abneigung und der Hass machte sich breit - inmitten der Menschen, wie Du und ich es sind. Und genau da fängt die Geschichte von Toni und Shirvan an. Es mag wohl nach einer seichten Liebesgeschichte klingen, aber weit gefehlt! Jennifer Benkau hat mit diesem Jugendroman, mit einfachen Worten die Stimmung und alle Blickwinkel aufgefangen und ihnen Namen gegeben. Jeder Protagonist steht für eine Strömung und eine Denkweise, die derzeit in der Bevölkerung präsent ist. Es gibt die Guten und die Bösen, die Ängstlichen, Unsicheren und die Tatkräftigen. Auch Wütende, Enttäuschte und Besorgte kommen zu Wort. All diese stehen sich gegenüber und betrachten die Situation der Flüchtlinge in Deutschland aus ihrer Motivation heraus.  Anhand von Tonis Familie wird deutlich, wie das Thema Flüchtlinge Menschen, ja sogar Familien spalten kann. Die Angst mit der neuen Situation, plötzlich ein Flüchtlingslager auf der anderen Straßenseite vorzufinden, umgehen zu müssen, sich alleingelassen zu fühlen, wird deutlich. Doch wie kann man damit umgehen? Wer sind diese Flüchtlinge überhaupt? Ich finde, Jennifer Benkau hat mit ihrem Buch gute Argumente, Lösungen und Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt, mit dieser Situation umzugehen. Sie hebt Flüchtlinge aus der Masse heraus und gibt ihnen ein Gesicht. Sie macht aus ihnen wieder Menschen, die so wie wir waren. "Wir sind nicht als Flüchtlinge geboren worden und nicht daran gewöhnt, so zu leben. Bis vor Kurzen waren wir normale Leute. Wir haben uns gut angezogen, Parfum aufgelegt, unsere Haare gestylt und sind ausgegangen." Die "Masse" Flüchtlinge wird zerteilt und es ergeben sich viele, viele Einzelschicksale, die untereinander wiederum kaum vergleichbar sind. Dahinter stehen Menschen mit Gefühlen, Ängsten aber auch Visionen und Vorstellungen für ihre Zukunft. Das darf nie vergessen werden! "Es war einmal Aleppo" erinnert uns daran.  Lasst uns Tonis Familie folgen. Artikuliert eure Unsicherheit, eure Ängste aber bleibt an diesem Punkt nicht stehen. Macht die Augen auf, schaut die Menschen an, wühlt in euch und kommt zum Ursprung der Menschlichkeit zurück! Es ist die Freundlichkeit, die uns Spaß macht, es ist die Empathie, die Gefühle weckt, es ist das Verständnis, das uns Handeln lässt, es ist das Teilen, das uns menschlich macht. Wir alle sitzen in einem Boot, getauft auf den Namen Welt. Egal auf welche Seite dieses Boot kippt, wir alle sind betroffen, die einen purzeln früher, die anderen später heraus. Lasst uns das Gleichgewicht wiederfinden, uns aneinander festhalten, Halt geben und zufrieden im Gegleichgewicht der Sonne entgegenschippern. Alles könnte so schön sein...____________________________________________________________________________https://monerls-bunte-welt.blogspot.de/2017/01/buchvorstellung-es-war-einmal-aleppo.html

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    • 3
  • Ein Meisterwerk!

    Es war einmal Aleppo

    Julyie

    11. January 2017 um 12:31

    „Aber sie sehen sie nicht, weil sie nicht hinsehen wollen.“   Wissenswertes Zum Buch: Erschienen ist es im Dezember 2016 mit 500 Seiten in 38 Kapitel + Pro/Epilog im (Print) und als ebenfalls als Ebook bei dem Autorenlabel „Ink Rebels“ und als Imprint beim Amrûn Verlag. ISBN: 978-3-95869-277-0 Cover: Also wenn einem dieses Cover nicht ins Auge fällt… derjenige muss Blind sein! Es ist perfekt. Das Wort „Aleppo“ im Vordergrund. Man ahnt direkt die Thematik. Die Farben, die kleinen Details… alles harmoniert einfach perfekt zusammen. Ich finde besonders gut, dass man anhand des Covers nicht sofort das Genre erahnen kann und somit gezwungen wird den Klappentext zu lesen. Denn ich glaube kaum, dass wenn dieses Buch einmal gesichtet wurde, man es nicht unbeachtet lassen kann. Da ich die Print Version habe muss ich mal wieder – wie immer -  den Verlag loben. 500 (!) Seiten und keine einzige Leserille. Das nenne ich Qualität! Klappentext: Es ist wie ein Schlag ins Gesicht. Antonia kommt mit ihrer Familie aus dem Urlaub, und plötzlich leben mehrere hundert Flüchtlinge nebenan. Klar – irgendwo müssen sie unterkommen. Aber ausgerechnet hier? Doch dann trifft Toni auf Shirvan. Und mit jeder skeptischen Frage, die sie ihm stellt, wird die Sache verzwickter. Autorin: Geboren wurde Jennifer Benkau Anfang der 1980er, und Tonbandkassetten von 1085 belegen, dass sie schon Geschichten erzählte, bevor sie auch nur einen Buchstaben schreiben konnte. Inzwischen schreibt sie Romane in unterschiedlichen Genres, die in verschiedenen Verlagen – von ganz klein bis ziemlich groß Veröffentlich werden. Mit den „Ink Rebels“ im Rücken wagt sie erstmals den Schritt in die Unabhängigkeit. Jennifer lebt mit ihrer Familie im Rheinland, wo man sie oft mit ihren Hunden oder ihren Pony im Wald antrifft, wenn sie nicht gerade Bücher schreibt. Erster Satz: „Wir waren uns einig, dass wir all das nicht sehen wollen, und starren gegen Sichtschutzplanen, die uns dreist jeden Blick verwehren.“   Meinung: Da ich nicht ewig drum komme zu diesem wundervollen Buch eine Rezension zu schreiben, ist endlich soweit. Warum „Drum-Rum“ kommen? – Ganz einfach, weil mir wahrscheinlich einfach der Wortschatz fehlt um dieses Buch so wiederzugeben, wie es sich verdient hat. Denn „Es war einmal Aleppo“ ist einfach ein absolutes Meisterwerk. Und alle die bei dem Titel denken: „Oh Aleppo. Flüchtlinge. Krieg…“ Ja Leute! Genau um dieses Thema handelt dieses Buch, doch bitte bitte bitte bitte bitte. Seht deshalb nicht weg. Legt dieses Buch nicht wieder aus der Hand, wenn es einmal eure Aufmerksamkeit geweckt hat. Denn ich verspreche euch, dass es euch gefallen wird. Denn es wird euch wie mir ergehen. Auch ich bin jemand dem dieser aktueller Scheiß, den die armen Menschen dort – und hier in DE, zwar bewusst wahrnehmen, aber auch nur ziemlich oberflächlich. Wie wohl den meisten, die nicht richtig hinsehen wollen. Oder an das Geschwafel der dämlichen Politik glauben, oder an das was die Nachbarn einen erzählen. Doch werft einfach mal all eure Vorurteile über den Haufen und macht eure Augen richtig auf. Und stellt Fragen, bevor ihr eure Antworten selber beschließt. Denn die richtigen Antworten können wohl nur die Betroffenen selbst liefern. Oder eben dieses Buch. Das diese Dramatik die sich überall vor unserer Nase abspielt in diesem Buch noch in einer schönen, aber hier sehr leisen Liebesgeschichte verpackt darstellt, ist meiner Meinung nach einfach die genialste Möglichkeit die Menschen wirklich zu erreichen. Ihnen die Augen zu öffnen und falsche Vorurteile zu zerstören. Ich muss sagen, ich habe schon viel in Büchern geweint, viel Herzschmerz gehabt, weil die Romantik oder Dramatik einen umgehauen hat. Viel Tränen gelacht und geweint. Doch nie tat mein Herz so weh in diesem Buch. Einerseits vielleicht vor Scharm, weil man so tatenlos ist/war. Und anderseits weil es einen tief in der Seele berührt. Antonia, unsere weibliche Protagonistin erzählt vom der ersten Seite, nein vom ersten Satz so authentisch und gefühlvoll, dass man sich in jeder Sekunde hundertprozentig in sie hineinversetzen kann. Auch ich habe ihre Gedanken am Anfang genauso geteilt. Was natürlich auch an dem wohl besten Schreibstil überhaupt liegt. Aber auch mir war es immer nur ein großes Wort in den Medien „Flüchtlingskriese“. Und auch ich sehe nach diesem Buch, die Welt ein kleines Stückchen anders. Ich habe bereits auf Seite 9 mein erstes Zitat markiert gehabt… ich meine das sagt doch dann wohl alles oder? Ich hoffe wirklich nur, dass dieses Buch noch ganz viele Menschen erreicht. Und das es vielleicht auch in Schulen gelesen wird. Denn genau da gehört dieses Buch auch hin. Damit Kinder nicht von ihren Eltern eingeredet bekommen, dass all diese Fremden Menschen böse sind. Denn dann fällt mir wieder ein Zitat ein: „Es gibt gute Menschen, es gibt schlechte Menschen. Und es gibt schlechte Menschen, die aus verschiedenen Gründen Gutes tun und gute Menschen, die aus guten Gründen Schlechtes tun.“ Und das sollten wir uns alle mal ein bisschen mehr zu Herzen nehmen. Ich hoffe so sehr, dass dieses wundervolle Buch noch sehr viel Aufmerksamkeit bekommen wird. Denn das braucht es. Und das brauchen vor allem die Menschen die da draußen noch Blind durch die Straßen laufen, obwohl ihre Augen geöffnet sind.   Zitate - Flüchtlingskrise. Vor drei Wochen war das für mich noch ein  Begriff, den man hin und wieder kurz in den Nachrichten hörte, wenn wieder mal ein Boot vor Lampedusa gekentert worden war. - Das Wort steht da draußen vor der Tür, direkt vor meinem Fenster. Dort wird es bleiben. - Ich kann und will mir nicht vorstellen, das weniger Meter von meinem Zuhause entfernt Menschen zu wenig in den Bauch bekommen. -„Das ist Aleppo?“, fragte ich. (…) „Nein“, „Das war einmal Aleppo.“ - Die Leute brauchen einen Sündenbock, und da werden Fremde immer gern genommen.

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    • 3
  • Großartiges Buch

    Es war einmal Aleppo

    KiraMinttu

    01. January 2017 um 15:51

    Ich gebe zu, ich bin eine Weile in großen Bögen um dieses Buch herumgeschlichen.Das Thema, der Klappentext, die ersten Reaktionen anderer Leser - dies alles, und die Tatsache, dass ich bereits andere Bücher von Jennifer Benkau gelesen habe, ließen mich ahnen, dass es kein Nebenbei-Lesen werden würde.Das wurde es auch nicht - aber wenn ich ein bisschen die Angst hatte, dass „Es war einmal Aleppo“ lediglich vieles aufwühlen und den Leser damit ratlos zurücklassen würde, dann hat sich diese Befürchtung nicht bewahrheitet.Die Geschichte um Shirvan und Toni ist eindringlich, aber nicht voyeuristisch. Sie durchbricht mühelos emotionale Mauern, aber sie stürzt den Leser an ihrem Ende nicht in ein schwarzes Loch. Im Gegenteil - man hat das Gefühl, so vieles besser zu verstehen, man fühlt sich, als sei man näher an andere Menschen herangerückt, und man möchte plötzlich etwas tun - es ist ein Buch, das mich motiviert hat, Dinge zu verändern, und damit verändert es hier und da und überall dort, wo es Lesern nach dem Umblättern der letzten Seite ähnlich geht, in sehr kleinen Ansätzen die Welt.(Und bei allem Pathos muss ich obendrein auch noch hinterherschicken: Wer auf der Suche nach einer Geschichte ist, in der Liebe und Herzklopfen und zartes sich-einander-Annähern auch beim Leser für flatterndes Mitschwingen sorgen, der wird mit diesem Buch auch glücklich werden. <3 )Ein wunderbares Buch. Eines meiner Jahreshighlights 2016.

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  • So berührend und unglaublich. Ein Jahreshighlight. Eins meiner absoluten Lieblingsbücher!

    Es war einmal Aleppo

    live_between_the_lines

    26. December 2016 um 15:41

    Autor : Jennifer Benkau Preis : 14,90€    (allerdings als Taschenbuch bei Amazon kostenlos - hier zum E-Book) Taschenbuch : 510 Seiten Verlag : ink rebels Auflage : 1 Erschienen : 10. Dezember 2016 ISBN-10 : 395869277X Vom Hersteller empfohlenes Alter : 12 - 15 Jahre Das Buch habe ich einige male bei Instagram gesehen und fand das Cover schon recht interessant, als ich dann aber gesehen habe das die liebe Sarah von gre-phi eine Verlosung startet wo sie drei Exemplare dieses Buches verlost, konnte ich ich natürlich nicht zurück halten und musste mitmachen. Glücklicherweise stand zwei Tage nach Ende der Verlosung das Buch in meinem Bücherregal. Zum Buch   Als Antonia mit ihrer Familie aus einem Technik freien Urlaub in Dänemark kommt und ab der deutschen Gänze wieder das Handy verwenden darf trifft es sie alle vier gleich. Unendlich viele SMS und E-Mails, Nachrichten berichten auch davon. Direkt gegenüber ihres Hauses in Deutschland wurde ein Erstaufnahmelager für Flüchtlinge aufgemacht. IN dem alten Tennisclub der sowieso leer stand. Nun leben dort mindestens vierhundert Flüchtlinge aus Syrien, Albanien und vielen anderen Ländern. Das aber trifft in der Gemeinde von Antonias Heimatstadt auf Kritik und Missmut. Selbst Antonia ist sich nicht sicher was sie davon halten soll, doch als Fee ihre beste Freundin sie mit in das Heim nimmt und ihr zeigt wie schlecht es die Flüchtlinge dort haben, entschließt sie sich dazu den Flüchtlingen zu helfen, sie engagiert sich beim DRK und wird Ehrenamtliche Helferin dort. Dabei kommt sie dem gut aussehenden Shirvan immer näher, er erzählt ihr immer mehr von seinem Schicksal und krempelt Antonias Meinung einmal gehörig um. Meine Meinung   Dieses Buch hat in mir so unglaublich viele Emotionen geweckt. Es ist so erschütternd, vor allem wenn man das Buch durch gelesen hat und zum Nachwort kommt. In diesem wird von Jennifer Benaku versichert, dass sie sich kein einziges Ereignis was im Buch beschrieben ist ausgedacht hat. Sie hat zwar der Dramaturgie wegen einige Ereignisse zusammen gefasst und auf einen Ort angewendet, trotzdem ist es erschreckend das alles war ist. Zudem wird von ihr noch gesagt, dass die Schicksale die im Buch beschrieben sind, alle noch relativ gut davon gekommen seien. Sie habe die Schicksale ausgewählt, da es nicht allzu heftig werden solle, da es sich um ein Buch ab 12 handele. Diese Aussage hat mich ganz schön erschüttert, da ich die Geschichten von den einzelnen Personen schon ganz schön heftig fand. Außerdem hat mich das Buch an so vielen Stellen so unfassbar wütend gemacht das ich hätte los heulen können. Ich denke ihr wisst was ich meine, wenn man sich so sehr aufregt das man heulen und schreien könnte. Zudem hat mich die Situation so am eine erinnert die ich in der Schule mitbekommen hatte. Bei uns in der Schulsporthalle waren ca. ein halbes Jahr ungefähr 450 Flüchtlinge untergebracht. Und die Sporthalle war nicht sonderlich groß. Aber sie waren trotz allem immer sehr freundlich und nett wenn man sie getroffen hat, was nicht allzu selten passiert ist, da sie mit uns zusammen in der Mensa essen konnten. Sie hatten geregelte Essenszeiten zu denen ein gewisser teil der Mensa für sie freigehalten wurde. Das fand ich zu meinem Beschämen erst mal recht komisch, allerdings hat man sich da relativ schnell dran gewöhnt. Sie waren wirklich immer nett hielten einem die Tür zur Mensa auf und begrüßten einen immer mit einem netten, leicht unverständlichem Guten Morgen/Tag. Genau das fand ich auch in dem Buch wieder, die Flüchtlinge in dem Buch wurden ebenso als nett, zuvorkommend und immer sehr Gastfreundlich beschreiben. Vor allem Shirvan wurde einem von Kapitel zu Kapitel sympathischer. Und auch die Eltern von Antonia die zu beginn des Buches stickt gegen das Flüchtlingsheim sind ändern nach und nach ihre Meinung. Allerdings hat mich der Bruder von Antonia am meisten genervt, er war so unerträglich mit seinen Kommentaren und ständigen aggressiven Taten gegenüber der Flüchtlingen. Zudem ist der Schreibstil einfach grandios. Zu beginn ist es etwas scher rein zu kommen, die Geschichte beginnt mit keiner Liebesgeschichte und dauert auch etwas bis es dazu kommt, tortzdem ist es einfach grandios. Hiermit kündige ich zum 31.12.16 auch schon mal einen Eintrag an und zwar "Jahreshighlights 2016", denn dieses Buch werdet ihr auf jeden Fall unter den Top 5 Büchern finden. Zitat   Vierhundert Menschen mehr in deiner Nähe bedeuten vermutlich zwei oder drei gefährliche Menschen mehr in deiner Nähe. Aber vergiss nicht: Es bedeutet auch dreihundertsiebenundneunzig gut mehr.  (S. 153) Zu überleben hat nur dann einen Sinn, wenn man weiter leben kann. Shirvan kann! (S. 488) Fazit Das Buch ist ein Buch was wirklich jeder gelesen haben muss. Es verändert sie Sichtweise auf de Flüchtlingskriese so imens das ihr euch später selber fragen werdet wie ihr nur anders darüber habt dennken können. EIN ABSOLUTES MUSS!!! Sterne: ✴ ✴ ✴ ✴ ✴ Sterne von 5 möglichen (wenn mehr möglich wären, würde das Buch auf jeden Fall mehr bekommen. ) Zum Autor   Jennifer Benkau, Jahrgang 1980, ist erfolgreiche Autorin und schreibt Fantasy- und Jugendromane sowie psychologische Thriller. 2013 erhielt sie den DELIA- sowie den UH!-Literaturpreis. Sie ist Mitglied des Autorenlabels INK REBELS (ink-rebels.de). Jennifer Benkau lebt mit ihrem Mann, ihren Kindern und vielen Tieren im Rheinland Klappentext   Es ist wie ein Schlag ins Gesicht. Antonia kommt mit ihrer Familie aus dem Urlaub, und plötzlich leben mehrere hundert Flüchtlinge nebenan. Klar – irgendwo müssen sie unterkommen. Aber ausgerechnet hier?Doch dann trifft Toni auf Shirvan. Und mit jeder skeptischen Frage, die sie ihm stellt, wird die Sache verzwickter. Weitere Bücher von Jennifer Benkau: Wenn wir fallen Stolen Mortality Dark Canopy Mit Rosen bedacht  ...weitere Bücher hier.

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  • Aleppo – älteste Stadt der Welt

    Es war einmal Aleppo

    JanaBabsi

    13. December 2016 um 23:06

    Nach einem idyllischen Familienurlaub in Dänemark, ganz ohne Technik (ohne Handy, Tablet, Laptop und ohne TV), kehren die 16jährige Antonia (Toni) und ihre Familie nach Hause zurück. Der Schock könnte größer nicht sein, denn der alte Tennisclub, der sich genau gegenüber ihres Hauses befindet, wurde zu einer Flüchtlingsunterkunft umgewandelt. Antonias Familie ist sich einig – das Flüchtlingsheim muss weg. Natürlich muss man diesen armen Menschen helfen, aber doch bitte nicht hier, nicht vor der eigenen Haustüre. Antonias Vater versucht, mit Hilfe einer Unterschriftenliste, Druck auf seinen besten Freund, den Bürgermeister von Hilgesbach, auszuüben, diese Flüchtlingsunterkunft an einen anderen Ort zu verlegen. Genau wie ihr Vater, ihr Bruder Alex und ihre Mutter, setzt auch Antonia ihre Unterschrift auf diese Liste. Als sie kurz darauf ihre Freundin Felicitas in die Unterkunft begleitet und dort den 18jährigen Syrer Shirvan kennenlernt, beginnt ihr Weltbild zu bröckeln …... Es gibt zu viele Flüchtlinge, sagen die Menschen.Es gibt zu wenig Menschen, sagen die Flüchtlinge.(Ernst Ferstl)Bei „Es war einmal Aleppo“ aus der Feder von Jennifer Benkau, handelt es sich um ein Jugendbuch mit der Altersempfehlung ab 12 Jahren. Wie in vielen anderen Rezensionen erwähnt, würde auch ich das Buch als ein „All-Age-Buch“ einstufen. Der Schreibstil ist einfach gehalten, das ist der Zielgruppe geschuldet, der Inhalt ist jedoch alles andere als einfach. Die Namen der Protagonisten und der Handlungsort in dieser Geschichte sind fiktiv – alles andere entspricht der bitteren Realität von knapp 800.000 Menschen, die im letzten Jahr in Deutschland Zuflucht vor Krieg, Terror und Zerstörung ihres Heimatlandes gesucht haben. Für mich stehen Toni und ihre Familie stellvertretend für die Bevölkerung Deutschlands. Während ein Teil der Bevölkerung – Toni – die Angst vor dem Unbekannten nur kurz aufflackern lässt um diese dann in Neugierde und Tatkraft umzuwandeln, versucht ein anderer Teil – Tonis Vater - zu verhindern, dass ein Flüchtlingsheim in direkter Nachbarschaft gebaut/eröffnet wird. Ein dritter Teil wendet sich, wie Tonis Bruder Max, der rechten Szene zu und der Rest, so wie Tonis Mutter, verhält sich eher still und bedeckt und wenn dann doch mal etwas gesagt wird, dann handelt es sich in der Regel um leere Floskeln, die eher einem Nachplappern gleichkommen, als einer eigenen Meinung. Shirvan steht für ein ganzes Volk von Syrern – aus der Heimat geflüchtet aus Angst vor dem Krieg, mittellos, traumatisiert und ohne Hoffnung in Deutschland angekommen, angewiesen auf die helfenden Hände der Deutschen.Zu fliehen und Dankbarkeit zu empfinden, seinem Heimatland entkommen zu sein, heilt nicht von Heimweh. Diese Dankbarkeit macht das Leid vielleicht sogar besonders bitter. (Shirvan)Am Anfang der Geschichte hat Toni Angst vor Shirvan, weil sie vor 3 Jahren von jungen Männern mit Migrationshintergrund belästigt wurde. Eigentlich hat sie Angst vor allen Männern in der Flüchtlingsunterkunft, weil diese anders aussehen, eine andere Sprache sprechen und man hört doch so viel davon, dass sie sich Frauen gegenüber respektlos benehmen. Shirvan ist 18 Jahre alt, spricht 3 Sprachen fließend und arbeitet als Dolmetscher im Camp und so kann er sich mit Toni auf Englisch unterhalten. Da Toni Tag für Tag in der Unterkunft erscheint um dort zu helfen, lernen die Beiden sich näher kennen. Shirvan erzählt Toni von seiner Heimat, zeigt ihr Fotos auf dem Smartphone - die einzige Möglichkeit Bilder seiner Familie und seiner Heimat bei sich zu tragen – er erläutert ihr die politische Lage in Syrien und dass dieser unmenschliche Krieg durch ein Graffiti ausgelöst wurde, das von einem Kind an eine Wand geschrieben wurde. Ich hatte mir syrische Städte ganz anders vorgestellt.„Das ist Aleppo?“, frage ich.„Nein“. Er steckt das Handy wieder ein und senkt den Blick. „Es war einmal Aleppo“Während drinnen im Flüchtlingsheim ganz langsam zwischen Toni und Shirvan mehr entsteht als nur Freundschaft, demonstrieren draußen, vor den Toren der Unterkunft, die „besorgten deutschen Bürger“. Letztendlich kommt es, wie es kommen muss; Tonis Eltern erfahren, dass ihre Tochter sich „mit einem von denen herumtreibt“ und nur die direkte Konfrontation zwischen den Eltern, Bruder Max und Shirvan kann jetzt noch helfen die Situation zu entschärfen. Frei nach Oscar Wilde, der sagte, dass ihn nur Essen beruhigt, wenn er völlig erregt ist, kocht Shirvan ein typisch syrisches Essen und stellt sich den Fragen von Tonis Eltern. Vom ersten Moment an, als Jennifer Benkau dieses Buch auf Facebook angekündigt hatte, wusste ich, dass ich es lesen muss. Ich habe es schon vor einigen Wochen gelesen, es fiel mir jedoch schwer, eine Rezension dazu zu schreiben. Das, was Shirvan erzählt, über die Flucht, die Zustände in Syrien, insbesondere Aleppo und Damaskus, war für mich kein Neuland. Ich kenne solche Schicksale zwischenzeitlich auch – nicht aus dem Fernseher oder aus den sozialen Medien, sondern aus erster Hand. Von jungen Menschen, die vor Krieg und Tod geflüchtet sind um hier in Deutschland in Sicherheit zu leben. Ich befürchte, dass dieses Buch nur von den Menschen gelesen wird, die Flüchtlingen generell schon Empathien entgegenbringen. All diejenigen, die dieses Buch eigentlich lesen sollten, werden einen großen Bogen drumherum machen. Ich wünsche mir, dass viele Eltern ihren Kindern dieses Buch schenken oder es sogar gemeinsam mit ihnen lesen um sie für das Schicksal dieser Menschen zu sensibilisieren. Natürlich gibt es auch unter Flüchtlingen Idioten, aber die Mehrzahl dieser Menschen möchte nur eines: Frieden Danke Jenny, dass Du dieses Buch geschrieben hast. Die Geschichte von Shirvan steht stellvertretend für hunderttausende Einzelschicksale. Seit Januar 2016 leben syrische (Flüchtlinge) Freunde in meinem Haus – eine der besten Entscheidungen, die ich in meinem Leben getroffen habe.

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  • All-Age Roman der Nachdenklich stimmt und zum Handeln bewegt

    Es war einmal Aleppo

    Inge78

    07. November 2016 um 09:09

    Antonia, genannt Toni, und ihre Familie kommen aus dem Urlaub wieder und aus dem alten Tennisclub gegenüber ihrem Haus ist eine Flüchtlingsunterkunft entstanden. Widersprüchliche Gefühle der Familie führen den Leser an das Thema "Flüchtlinge in Deutschland" heran. Toni lernt bei ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit den 18-jähringen Syrer Shirvan kennen der ihr nach und nach seine Geschichte erzählt , die Geschichte einer Kindheit und Jugend in der wunderschönen Stadt  Aleppo. Eine Jugend die sich gar nicht so sehr von unserer Jugend unterscheidet wie man vermeintlich denkt.  Bis sich das Leben der Menschen in Aleppo, in ganz Syrien nach und nach in einen Alptraum verwandelt. Ich bin ziemlich erschrocken wie viele Wissenslücken ich habe. Man schaut die Nachrichten, man hört und liest von Assad , vom IS, von Kurden und syrischen Rebellen. Oberflächlich betrachtet weiß ich noch nicht mal wer "die Guten" sind. Auch nach Beendigung des Buches kann ich das immer noch nicht sagen aber ich habe viele Dinge besser verstanden und das Buch bewegt mich dazu ,mehr nachzulesen, mich noch besser zu informieren. Ich schaue Nachrichten wieder bewusster, schaue hin ,was passiert. Das Buch inspiriert dazu zu helfen, sich zu engagieren. Toni und Shirvan kommen dem Leser sehr nach beim Lesen, ich habe mit ihnen gelacht aber noch viel öfter sind mir das Lachen und die Tränen im Hals stecken geblieben. Niemals werde ich in meiner komfortablen kleinen sicheren Welt nachvollziehen können wie ein Leben in einem Kriegsgebiet sich anfühlt, wie schwer die Entscheidung zur Flucht sein muss und wie entbehrungsreich und hart diese Flucht sein muss. Aber Jenny Benkau schafft mit ihren Worten so eine dichte Atmosphäre und eine zeitweise so düstere Stimmung dass man sich als Leser fast fühlt als wäre man mittendrin. Auch das Chaos in der Flüchtlings Erstunterkunft hat mich erschreckt, ich kann aber auch hier nachvollziehen wie schlecht die Helfer vorbereitet waren . Hochachtung an Alle die geholfen haben und immer noch helfen. "Es war einmal Aleppo" ist ein Jugendbuch , das merkt man, im Schreibstil und in der Art wie Fakten präsentiert werden. Jedoch auch als Erwachsene fühlte ich mich sowohl unterhalten als auch informiert. Teilweise konnte man den erhobenen Zeigefinger regelrecht sehen , die Intention der Autorin fühlen und ich hoffe wirklich sehr dass viele Menschen dieses wunderbare und so wichtige Buch entdecken und lesen und daraus lernen und Konsequenzen ziehen. Der "braune Mob" war im Buch erschreckend genug und ich hoffe darauf dass es mehr intelligente und mitfühlenden Menschen gibt die sich ihm im wahren Leben friedlich gegenüberstellen. Man kann schon im Kleinen so viel tun, lasst uns einfach anfangen. Meiner Meinung nach sollte das Buch Pflichtlektüre in Schulen werden den es ist ein wunderbarer Denkanstoß und ein Aufruf für Zivilcourage und Hilfe die jeder von uns leisten kann.     

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  • So wichtig wie bewegend!

    Es war einmal Aleppo

    emmaya

    02. November 2016 um 18:18

    Der Schock geht tief: Als die 16jährige Antonia mit ihrer Familie aus dem mehrwöchigen Sommerurlaub zurückkommt, ist der ehemalige Tennisclub gegenüber plötzlich in eine Flüchtlingsunterkunft umgewandelt worden, in der hunderte von Asylsuchenden untergebracht worden sind. Während Antonias Vater nun vor allem um die Sicherheit der Wohngegend (und um den finanziellen Wert seiner Immobilie) besorgt ist, schließt sich ihr Bruder mehr oder weniger offen der örtlichen rechten Szene an. Ihre beste Freundin aber beginnt sofort damit, ehrenamtlich in dem Flüchtlingscamp zu helfen und nimmt Antonia kurzerhand mit. Je öfter Antonia im Camp ist umso mehr freundet sie sich mit dem 2 Jahre älteren Syrer Shirvan an - und je mehr sie über sein Leben und seine Flucht erfährt umso mehr gerät ihr bisheriges Weltbild ins Wanken... Dieses Buch, das mich unglaublich stark bewegt und nachdenklich gemacht hat, ist als Jugendbuch geschrieben, aber als All-Age-Roman zu empfehlen. Die Autorin hat hier mit beeindruckender Sensibilität das Thema "Flüchtlingskrise" aufgenommen. Dabei beschönigt sie nichts, sondern gibt allen Stimmen Raum: Dem gut situierten Familienvater, der nichts gegen Flüchtlinge hat, solange sie einfach nur woanders sind, ebenso, wie dem Teenager, der rechtsradikalem Einfluss unterliegt oder der verständnisvollen älteren Nachbarin, die die Situation mit ihrer Flucht aus Ostpreussen vergleicht. Dabei werden Ängste und Vorbehalte nicht pauschal vom Tisch gewischt sondern sehr ernst genommen und differenziert beleuchtet. Dieses Buch hat nicht auf alle Fragen Antworten parat: Aber dieses Buch rückt die wichtigen Fragen ins Licht! Shirvans Geschichte, die hier nach und nach behutsam vor uns aufgerollt wird, hat mich sehr mitgenommen, und mehr als einmal habe ich einfach nur noch geweint. Denn obwohl sie fiktiv ist, steht sie eben doch für hunderttausende von Einzelschicksalen, die so oder ähnlich, oder vielleicht auch ganz anders aber nicht weniger leidvoll, tatsächlich geschehen sind und noch immer geschehen. Ich konnte dieses Buch gar nicht mehr weg legen, weil ich so gefesselt und emotional involviert war. Die politischen Themen werden so leicht und selbstverständlich in die Geschichte hineingewoben, dass sie beim Lesen kein bißchen trocken oder sperrig wirken. Dieses Buch enthält nichts, was wir nicht aus den Nachrichten längst kennen würden - aber dieses Buch gibt uns ein Gesicht, stellvertretend für unzählige andere Gesichter, an dessen Beispiel wir das tagesaktuelle Geschehen in unserem Land vielleicht ganz neu und mit viel mehr Verständnis überdenken werden. Ich hoffe sehr, dass dieses Buch auch noch als Printausgabe erscheinen wird, da ich es gerne mehrfach verschenken würde. Unbedingte Empfehlung!

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  • Aleppo im Jugendbuch - eindringlich, aber nicht reißerisch

    Es war einmal Aleppo

    Fragmentage

    30. October 2016 um 10:23

    Als Antonia mit ihren Eltern und ihrem Bruder aus einem handy- und internetfreien Sommerurlaub zurück kommt, fällt die Familie aus allen Wolken: Der ehemalige Tennisclub direkt gegenüber wurde von der Stadt in ein Erstaufnahmelager für Flüchtlinge umfunktioniert. Ihr Vater ist außer sich vor Wut und verfällt in kleinbürgerlichen Aktivismus, doch auch Toni macht das Lager Bauchschmerzen. Bis ihre beste Freundin sie als freiwillige Helferin einspannt und Toni auf Shirvan trifft. Je mehr sie dem in sich gekehrten Syrer zuhört, je mehr sie über den Krieg und seine Opfer lernt, desto komplizierter wird es.***Jugendbücher gehörten schon immer zu meinem liebsten Lesestoff, weil sie sich wunderbar dazu eignen, reale Problematiken so aufzubereiten, dass junge Menschen einen Zugang dazu finden, ohne sich belehrt zu fühlen. Jennifer Benkau, die sonst eher in der Urban Fantasy zu Hause ist, begibt sich mit "Es war einmal Aleppo" auf ungewohntes Terrain mitten in der Realität: Toni, ein ganz normaler deutscher Teenie, gerät unverhofft in eine Situation, die ihr eigentlich viel zu groß ist, und lässt den Leser an ihrem Erleben und ihrem Gedankenchaos teilhaben. Das liest sich gerade deshalb so authentisch und als Szenario absolut vorstellbar, ohne reißerisch zu sein, weil Jennifer Benkau für diese Geschichte nicht nur monatelang Schicksale und Hintergründe recherchiert hat, sondern auch persönliche Erfahrungen aus der ehrenamtlichen Flüchtlingsarbeit einfließen lässt.Das Ergebnis ist ein gesellschaftskritischer All Age-Roman über Zivilcourage und den Mut, über den eigenen Tellerrand zu sehen, der wachrüttelt und Mitgefühl auslöst: "Es war einmal Aleppo" hat mich berührt und in seiner unaufgeregten Schlichtheit umso mehr von seinem Anliegen überzeugt. Unbedingt lesenswert, nicht nur für Jugendliche. 

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