Jennifer Brown Hate List

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Inhaltsangabe zu „Hate List“ von Jennifer Brown

A YA debut that takes a deeper look at the aftermath of a tragic school shooting, told from the perspective of the shooter's girlfriend.

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  • Für dieses Buch braucht ihr Eis. Viel Eis!

    Hate List

    Wortmagie

    05. June 2015 um 10:42

    Amokläufe an Schulen üben eine morbide Faszination auf mich aus. Das mag seltsam klingen, aber so ist es. Nicht die Tat an sich, nicht die Opfer, sondern die psychischen Prozesse, die dazu führen, dass es überhaupt so weit kommen kann, faszinieren mich. Ich möchte einfach verstehen, wie ein junger Mensch so tief in die Verzweiflung und in den Hass getrieben werden kann, dass er/sie keinen anderen Ausweg mehr sieht, als zu morden. Der lauten Tragödie, die SchülerInnen und LehrerInnen angetan wird, geht immer eine leise Tragödie voraus, die meist niemand bemerkt. Es gibt immer Anzeichen. In „Hate List“ verschiebt die Autorin Jennifer Brown den Fokus von der Tat selbst auf das Danach. Was passiert mit denjenigen, die überleben? Vor fünf Monaten hat ein einziger Schüler das Leben an der gesamten Garvin High für immer verändert: Nick Levil, der Shakespeare liebte und in all seinem Hass entschied, an diesem verhängnisvollen Tag im Mai in der Cafeteria das Feuer zu eröffnen. Er hinterließ Trauer, Schmerzen und die Liste. Die Liste, die Valeries Idee war und von der Nick seine Ziele aussuchte. Obwohl sie drei Jahre ein Paar waren, wusste Valerie nichts von Nicks furchtbaren Plänen. Sie war diejenige, die ihn aufhielt, einem Mädchen das Leben rettete und dafür selbst angeschossen wurde. Nick nahm sich das Leben – Valerie überlebte. Doch da die Liste eigentlich ihr gehörte, glaubt nicht nur die Polizei, dass sie in die Planung involviert war. Jetzt, fünf Monate später, muss sie sich dem Trümmerfeld stellen, das ihre große Liebe verursachte. Ich empfehle euch, einen großen Becher Eis bereit zu stellen, wenn ihr „Hate List“ lesen möchtet. Dieses Buch ist so schmerzhaft, dass ihr einen Seelenschmeichler brauchen werdet. Ich habe es innerhalb eines Tages ausgelesen, weil es mich einfach nicht mehr losließ. Jennifer Brown schildert Valeries Kampf mit ihren eigenen Gefühlen und den Umständen unglaublich intensiv und sehr realistisch. Ich konnte mich hervorragend in sie hineinversetzen und baute eine starke, solide Verbindung zu ihr auf, sodass ich ihre widerstreitenden Emotionen verstehen und selbst spüren konnte. Brown lenkte meine Aufmerksamkeit auf das, was nach einem Amoklauf gern ausgeblendet und verteufelt wird: dass auch ein Amokläufer eine Familie hat und es Menschen gibt, die ihn lieben. So schrecklich Nicks Taten waren, Valerie kann ihre starken Gefühle für ihn nicht einfach ausschalten. Sie endeten nicht mit Nicks Morden, weil es für Val unmöglich ist, das Bild von ihrer großen Liebe mit dem Bild des Amokläufers in Einklang zu bringen. Der Nick, den sie noch immer liebt, hatte Hoffnungen, Träume, Pläne und eine Vergangenheit. Den Nick, der Amok lief, kannte sie nicht. Für sie sind es zwei völlig verschiedene Personen und es verletzt sie auf einer abstrakten Ebene, dass das ganze Land Nick zur Hölle wünscht. Natürlich ist es für sie auch nicht leicht, damit umzugehen, dass es Menschen gibt, die ihr die Schuld an der Tragödie geben und sich wünschen, dass sie sich ebenfalls erschossen hätte. Darunter sie selbst. Schreckliche Schuldgefühle plagen sie, weil sie nicht erkannte, welch düstere Gedanken Nick umtrieben und weil sie die Liste begann, die Nick offenbar dazu inspirierte, die Menschen zu erschießen, die ihnen beiden ihrer Meinung nach Unrecht taten. Während sie ihre furchtbaren Erlebnisse verarbeitet, beschäftigt sie sich viel mit der Frage, ob sie tief in ihrem Herzen wollte, dass diese Menschen sterben. Ob es mehr als nur eine Bewältigungstaktik für all ihre Wut war. Mir wurde dabei bewusst, wie leichtfertig Valerie vor dem Amoklauf mit dem Wort „Hass“ umging. Sie hat nie darüber nachgedacht, was die Aussage „Ich hasse dich“ wirklich bedeutet und verwendete sie viel zu schnell, um ihren Zorn auszudrücken. Wenn der Amoklauf neben Schmerz und Trauer noch einen weiteren Effekt hatte, dann den, dass zumindest einige der Überlebenden ihr Verhalten kritischer reflektieren. Das gilt für Val, aber auch für Jessica, diejenige, die Val vor einem tödlichen Schuss rettete. Vor diesem Tag im Mai war Jessica die typische verwöhnte Cheerleader-Zicke. Jetzt ist sie… anders. Immer noch sie selbst, aber eine bessere Version. Dass Val sie vor dem Tod bewahrte, änderte alles für sie. Ich mochte sie sehr, weil ich spüren konnte, wie sehr sie sich anstrengt, zu einem besseren Menschen zu werden. Sie reicht Val die Hand und hat großen Anteil daran, dass Val ins Leben zurück findet. Es ist schwer für sie, aber sie vergibt Val. Und sie vergibt auch Nick. Nach so einer Tragödie brauchen die Wunden lange, um zu heilen, selbst wenn oberflächlich erneut Normalität herrscht. Doch Zeit und der unbedingte Wille, zu leben, können helfen, aus Chaos, Wut und Schmerz etwas zu erschaffen, das größer und besser ist als je zuvor. Weil eine Tragödie auch immer daran erinnert, wie kostbar das Leben ist. Vergebung ist wohl eine der schwierigsten Herausforderungen überhaupt. Wenn wir nur genauso leicht von Vergebung wie von Hass sprechen würden. Doch Valerie findet sie. Auch in dem Menschen, von dem sie es am wenigsten erwartete: sich selbst. Ich finde „Hate List“ großartig. Traurig, tragisch und düster, aber auch hoffnungsvoll, mutig und stark. Ähnlich wie die Personen, die es behandelt, ist es auf der emotionalen Ebene sehr komplex. Jennifer Brown erinnert uns daran, dass selbst ein Amokläufer gute Eigenschaften haben kann und kein Mensch eindimensional ist. Es ist ein Buch, das Gänsehaut verursacht. Es ist ein Buch, das kräftig auf die Tränendrüse drückt, ohne es zu wollen. Einfach, indem es genau das zeigt, was das Leben außergewöhnlich und kompliziert zugleich macht: Gefühle. Rohe, ungefilterte Gefühle, die atemberaubend schön und unglaublich hässlich sein können. Freude, Schuld, Reue, Liebe, Schmerz, Hoffnung, Verlust – was Val fühlt, werdet auch ihr fühlen, wenn ihr euch auf „Hate List“ einlasst. Eine Achterbahn der Emotionen, die nach einem Becher Eis verlangt.

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  • Rezension zu "Hate List" von Jennifer Brown

    Hate List

    walli007

    20. March 2011 um 09:40

    Garvin High Im Mai 2008 hat Nick sich eine Waffe besorgt und einige seiner Mitschüler und Lehrer erschossen. Wäre seine Freundin Valerie in der Schulcafeteria nicht dazwischen gegangen, hätte es noch viel schlimmer kommen können. Doch auch so ist es schlimmer als alles da gewesene. Für Valerie, die auch von Nick angeschossen wurde, bricht die Welt zusammen. Sie war Nicks Freundin, sie hat mit Nick die Hass-Liste geführt, von der Nick seine Opfer gewählt hat. Valerie fühlt sich schuldig. Viele ihrer Mitmenschen geben ihr die Mitschuld an der Tat. Puh, heftig, dachte ich als ich das Buch durch hatte. Gleich mit den ersten Sätzen hat mich die Geschichte in ihren Bann gezogen und bis zum Schluss nicht mehr los gelassen. Valerie und Nick sind nicht die In-People in der Schule. Die anderen behandeln sie mit Verachtung, blicken auf sie herab, geben ihnen verächtliche Spitznamen. Kein Wunder, dass sie sich ausgegrenzt fühlen. Auch sie wollen mal die Gewinner sein. Bis dahin halten die beiden auch zusammen. Doch für Val hat das Ganze zwar einen ernsten Hintergrund, auch sie möchte mal obenauf sein, möchte sich für die Gemeinheiten rächen, doch auf die Idee, andere mit dem Tod zu bestrafen, wäre sie doch nicht gekommen. Dennoch, sie hat mit der Hass-Liste begonnen. Genau beschreibt die Autorin die innere Zerrissenheit ihrer Protagonistin. Niemand vertraut ihr, schon gar nicht ihre Eltern. Die meisten scheinen zu befürchten, sie könne Amok laufen und Nicks Werk beenden. Kaum jemand ist eine Stütze für sie, nur zu ihrem Psychologen hat sie Vertrauen gefasst. Wenn Mitschüler ihr Hilfe anbieten, kann sie die nur schwer annehmen. Dennoch sieht sie lange Zeit nur sich selbst. Nur ganz langsam öffnet sie sich für das Leid der anderen Überlebenden oder Hinterbliebenen. Kann ein Mensch überhaupt mit so einem Ereignis fertig werden oder in irgend einer Form darüber hinweg kommen, fragte ich mich an Ende der Lektüre. Oder hätte irgendjemand etwas merken müssen? Leider weiß ich, dass man Anzeichen oft erst im Nachhinein erkennt, viele Ereignisse lassen sich einfach nicht verhindern, weil Menschen eben Menschen sind. Ehrlich, ich denke sogar, es ist eher normal, dass die Wenigsten sofort an das Schlimmste denken.

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