Jennifer Clement Gebete für die Vermissten

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Inhaltsangabe zu „Gebete für die Vermissten“ von Jennifer Clement

Ladydi wächst in den mexikanischen Bergen auf, inmitten von Mais- und Mohnfeldern, in einem Dorf ohne Männer, denn die sind auf der Suche nach Arbeit über die Grenze oder längst tot. Es ist eine karge und harte Welt, in der ein Mädchenleben wenig zählt. Eine Welt, in der verzweifelte Mütter ihre Töchter als Jungen verkleiden oder sie in Erdlöchern verstecken, sobald am Horizont die schwarzen Geländewagen der Drogenhändler auftauchen. Aber Ladydi träumt von einer richtigen Zukunft, sie träumt von Freundschaft und Liebe und Wohlstand. Ein Job als Hausmädchen in Acapulco verspricht die Rettung, doch dann verwickelt ihr Cousin sie in einen Drogendeal. Und plötzlich hält sie ein Paket Heroin in den Händen, und ein gnadenloser Überlebenskampf beginnt. »Gebete für die Vermissten« beschwört die unverbrüchliche Kraft der Hoffnung in einer schrecklichen Welt. In mutigen, schockierenden und bewegenden Bildern erzählt Jennifer Clement das Leben einer außergewöhnlichen jungen Heldin.

Ein außergewöhnliches Buch.

— Greedyreader

Jennifer Clement kreierte in ihrem Roman eine ganz eigene Atmosphähre und hat mich mit ihrer Fabulierkunst in den Bann gezogen.

— Nespavanje

Ein Buch, das einen sehr bewegt und die skandalöse Welt der Mädchen in Mexiko schildert.

— iareyesp

Ein Buch von dem ich mir wesentlich mehr versprochen habe und das einfach nicht hält was der Klappentext verspricht.

— Krimifee86

Wortgewandt, nüchtern, schonungslos, erschütternd, berührend, unvorstellbar!!! Hat mich beeindruckt!!!

— Federzauber

Kein literarisches Meisterwerk, aber ein eindrucksvoller Roman über die hoffnungslose Situation in Mexiko.

— Barbara62

Bewegendes und packendes Buch, dessen Thema viel häufiger in der Öffentlichkeit besprochen werden sollte.

— Sommerregen

Ein eindrucksvolles und bewegendes Buch!

— bieberbruda

Mein Favorit des Jahres! Das erbarmungslose Leben mexikanischer Frauen, die Drogenbossen ausgeliefert sind. Welch hoffnungslose Region.

— Buchstabenliebhaberin

Ein wichtiges Buch über ein Thema, das viel mehr Öffentlichkeit verdient. Das Buch gibt den Schwächsten eine Stimme.

— JulesBarrois

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    Gebete für die Vermissten

    Greedyreader

    29. October 2016 um 16:47

     In Jennifer Clements Roman “Gebete für die Verstorbenen“ berichtet die 14jährige Ich-Erzählerin Ladydi Garcia Martinez aus ihrem Leben in einem Dorf auf einem Berg in der Provinz Guerrero, die als die gefährlichste in Mexiko gilt. In diesem Dorf leben nur Frauen, denn die Männer sind entweder auf der Suche nach Arbeit in die USA gegangen oder längst tot. In diesem Dorf werden nur Jungen geboren. Auch Ladydis Mutter Rita nennt ihre Tochter “Junge“ , kleidet sie als Junge und lässt sie bewusst hässlich aussehen, damit sie nicht von den Drogenbossen und ihren Helfern geraubt wird. Die Frauen haben in ihren Gärten sogar Erdlöcher gegraben, in denen sich die Mädchen verstecken, wenn sie die schwarzen Limousinen der Drogenbarone den Berg hinauffahren hören. Ladydis beste Freundin Paula, das schönste Mädchen der Gegend, entgeht ihrem Schicksal nicht. Sie wird entführt, und als sie wider Erwarten nach einem Jahr zurückkommt, ist sie physisch und psychisch für immer gezeichnet. Für Ladydi scheint sich eine Zukunftsperspektive zu eröffnen, als sie einen Job als Hausmädchen in Acapulco angeboten bekommt. Ihr Cousin bringt sie in das Haus der abwesenden reichen Familie, lässt sie jedoch unterwegs im Auto warten, um noch etwas zu erledigen. Wie sich später zeigt, hat er in einem Haus mehrere Morde begangen. Da er Ladydi als Entlastungszeugin nennt und bei ihr ein Päckchen mit Drogen versteckt, wird sie in diese üble Geschichte hineingezogen und kommt ins Frauengefängnis in Mexico City.Jennifer Clement zeigt, dass ein Menschenleben, vor allem ein Frauenleben, nicht viel zählt in Mexiko. Schöne Mädchen leben hier gefährlich. Sie werden entführt, missbraucht, weitergereicht, an Bordelle verkauft und sind letztlich eine lohnendere Ware als Drogen, die man nur einmal verkaufen kann. Niemand interessiert sich für das Schicksal von Hunderttausenden, die für immer verschwinden oder irgendwann verstümmelt und ermordet wieder auftauchen wie vor zwei Jahrzehnten im berüchtigten Ciudad Juarez. Korruption reicht in die höchsten Ränge von Polizei und Regierung. Die Kartelle haben das Sagen im Land. Die Autorin hat den größten Teil ihres Lebens in Mexiko gelebt. Sie hat über zehn Jahre lang recherchiert und Hunderte von Frauen interviewt. Ihr enormes Faktenwissen präsentiert sie als Fiktion – alles andere wäre zu gefährlich gewesen für die Betroffenen und für sie selbst. Entstanden ist ein gut lesbarer berührender Roman, in dem es nicht nur immer wieder Beispiele für die alltägliche Gewalt, sondern auch für den Mut, die Widerstandskraft und Solidarität der Frauen gibt sowie heitere Episoden und Humor. Mir gefällt die lakonische, teilweise aber auch ausgesprochen poetische Sprache. Man kann nur hoffen, dass sich der Wunsch der Autorin erfüllt, die fest daran glaubt, dass Literatur die Welt verändern kann. Ein außergewöhnliches Buch. 

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  • Entführte Töchter und verschwundene Männer

    Gebete für die Vermissten

    Nespavanje

    22. October 2015 um 11:14

    Ladydi Gonzales wächst in den mexikanischen Bergen auf, dort wo fast nur noch Frauen in einer matriarchalischen Gesellschaft zusammenleben. Die Männer sind entweder nach Amerika ausgewandert, wo sie ihre Familien nach und nach vergessen haben, oder sind irgendwo in einem brutalten Drogenbandenkrieg ums Leben gekommen. Ladydis Vater ist nach Amerika gegangen und hat dort anscheinend eine neue Familie gegründet. Ihre Mutter hat mit der eigentümlichen Namensgebung ihres Kindes, keineswegs ihre eigene Sehnsucht nach einem vermeidlichen prinzessinenhaften Leben kundgetan, sondern wollte damit ein Statement für all die von Männern verlassenen Frauen setzen. Zur deren eigenen Sicherheit wachsen die Mädchen allerdings als Jungen auf. Das Geschlecht wird so lange wie möglich verborgen gehalten, damit wenn die großen, schwarzen Autos der Drogenbarone kommen, die Mädchen nicht als solches erkannt werden. Clement hat für ihren deutschen Debütroman „Gebete für die Vermissten“ 10 Jahre lang in Mexico recherchiert und hat Hunderte von Interviews mit Mädchen und Frauen geführt. Dieses immense Hintergrundwissen, dass sie dabei angehäuft haben muss, rückt allerdings nicht in den Vordergrund. Die grandiose Schriftstellerin schafft es, jenes einfach ganz beiläufig im Hintergrund zu halten und was dem geneigten Leser nun vielleicht ein wenig verwundert ist, dass sie es vollbringt die Bestürzung und die Fassungslosigkeit darüber nur ansatzweise durchscheinen zu lassen und dadurch Ladydi einen realitätsnahen Touch verleiht, aus deren Perspektive diese Geschichte nunmal erzählt ist. Die Fabulierkunst ist ihr wohl in die Wiege gelegt worden. Denn diese poetische Sprachintensität, mit der Clement die Erzählung aufgreift und auch dadurch die brutale, mexikanische Gesellschaft porträtiert, fesselt beim Lesen, sodass man gar nicht mehr aufhören möchte. „Gebete für die Vermissten“ ist aber mehr als nur ein rotziger Pubertätsroman, so wie eine deutsche Tageszeitung schmählich behauptet hat. Es ist ein beeindruckendes Buch, hinter dem eine gehörige Portion Realität steckt, und bei dessen Lektüre einem der Schrecken in die Glieder fährt. Die Schriftstellerin Jennifer Clement, die laut Verlagsseite in New York und in Paris Literaturwissenschaft studierte, hat auf alle Fälle mein Interesse geweckt. Ich bin schon sehr gespannt was sie noch in petto hat.

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  • Poetische Sprache ohne Inhalt

    Gebete für die Vermissten

    Krimifee86

    Klappentext: Ladydi wächst in den mexikanischen Bergen auf, inmitten von Mais- und Mohnfeldern, in einem Dorf ohne Männer, denn die sind auf der Suche nach Arbeit über die Grenze oder längst tot. Es ist eine karge und harte Welt, in der ein Mädchenleben wenig zählt. Eine Welt, in der verzweifelte Mütter ihre Töchter als Jungen verkleiden oder sie in Erdlöchern verstecken, sobald am Horizont die schwarzen Geländewagen der Drogenhändler auftauchen. Aber Ladydi träumt von einer richtigen Zukunft, sie träumt von Freundschaft und Liebe und Wohlstand. Ein Job als Hausmädchen in Acapulco verspricht die Rettung, doch dann verwickelt ihr Cousin sie in einen Drogendeal. Und plötzlich hält sie ein Paket Heroin in den Händen, und ein gnadenloser Überlebenskampf beginnt. Cover: Ein sehr schönes Cover. Ich mag es, weil es nur in zwei Farben gehalten und damit sehr schlicht ist. Das gefällt mir gut. Auch die Gestaltung mit den Mohnblumen finde ich schön. Kritisch sehe ich nur, dass das Cover eher romantisch anmutet und somit in meinen Augen nicht so gut zum Inhalt des Romans passt. Dennoch würde es mich im Geschäft dazu verleiten, mir das Buch näher anzuschauen. Schreibstil: Jennifer Clement nutzt eine Sprache, die ich fast schon als poetisch bezeichnen möchte. Sie ist sehr vielseitig in ihrer Wortwahl und das gefällt mir. Trotzdem kann auch die schöne Sprache nicht darüber hinwegtäuschen, dass es dem Buch an Inhalt fehlt. Denn auch die Charaktere bleiben leider farb- und glanzlos. Es gelingt einem nicht, sie richtig kennenzulernen, denn sie alle sind irgendwie distanziert. Man kann sie nicht greifen, denn sie selbst schweigen über das, was ihnen passiert. Die Story: Die Geschichte beschreibt das Aufwachsen des Hauptcharakters Ladydi in einem kleinen Dorf in den mexikanischen Bergen. Beschrieben wird die Beziehung zu ihren Eltern / ihrer Mutter und zu ihren drei besten Freundinnen – das Ganze natürlich flankiert von der ein und anderen Geschichte, die sich in dem Dorf ereignet. Nachdem Ladydi die Schule beendet hat, zieht sie nach Acapulco, um als Kindermädchen zu arbeiten. Die Geschichte dümpelt auch hier mehr vor sich hin, als dass wirklich etwas geschieht. Dann wird sie plötzlich des Drogenhandels beschuldigt und ins Frauengefängnis gesteckt. Aber auch hier passiert nicht wirklich etwas – also von „gnadenloser Überlebenskampf“ kann so gar keine Rede sein. Insgesamt bin ich eher enttäuscht – vor allem das Ende, von dem ich nicht zu viel verraten will, fällt extrem mager aus. Fazit: Mich hat das Buch leider ein wenig enttäuscht zurückgelassen. Von der Dramatik, die der Klappentext verspricht, war leider wenig zu spüren. Die Geschichte dümpelt eher so vor sich hin und viele Dinge werden auch gar nicht richtig erklärt. Auch mit den Charakteren konnte ich nicht richtig warm werden, sie alle blieben irgendwie zu distanziert und man konnte keinen von ihnen wirklich kennen lernen. Schade. Aufgrund der schönen, leicht poetischen Sprache vergebe ich dann noch zwei Punkte.

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    • 2

    parden

    23. May 2015 um 09:31
  • Schockierend und berührend

    Gebete für die Vermissten

    Dini98

    Inhalt: Ladydi wächst in einem kleinen Dorf in den mexikanischen Bergen auf. An einem Ort , an dem es keine Männer gibt und an dem die Mütter ihre Töchter als Jungen verkleiden und vor Menschen- und Drogenhändlern in Erdlöchern verstecken. In einer harten Welt, in der der Drogenhandel regiert. Als Ladydi ihre einzige Chance aus diesem Elend rauszukommen, ergreift und einen Job als Hausmädchen in Acapulco annimmt, ändert sich ihr Leben auf einen Schlag und sie wird in kriminelle Geschäfte verwickelt, die ihr alles zerstören könnten … Figuren: Das Buch ist zwar aus Ladydis Sicht geschrieben, aber es fiel mir recht schwer, sie richtig einzuschätzen. Sie schildert alles so neutral, als hätte sie gar keinen wirklichen Bezug zu dem Ganzen. Ladydi erzählt ihre Geschichte viel zu … passiv. Ich hätte gerne mehr über ihr Gefühlsleben und ihre Gedanken erfahren, weil ich so kein wirkliches Bild von ihr bekommen habe. Als Leser weiß man, was ihr alles widerfährt, aber wer Ladydi wirklich ist, erfährt man nur bruchstückhaft. Bei anderen Figuren wie beispielsweise Ladydis Mutter war das ganz anders, denn sie hat eine ganz eigene starke Persönlichkeit. Äußerlich eine Frau, die mit der Härte ihres Lebens umzugehen weiß, aber innerlich eine verletzte Frau, die den Gedanken, dass ihr Mann in den USA jetzt ein besseres Leben ohne sie führt, in Alkohol ertränkt. Ladydi hingegen war für mich eine Protagonistin, die kaum zu durchschauen ist. Stil und Sprache: Das erste, das einem nach einigen Kapiteln auffällt, ist, dass in diesem Buch keine Anführungszeichen gemacht werden. Auch wenn man das kaum glauben mag, aber sie sind auch gar nicht nötig. Der Erzählstil ist so fesselnd und alles ist so klar beschrieben, dass die Satzzeichen wirklich keine Rolle spielen. Die Autorin Jennifer Clement schreibt so realistisch, dass man sich diese Geschichte problemlos vorstellen und sie für wahr halten kann. Handlung/Idee: Die Handlung in dem Buch hat mich vollkommen überzeugt. Laut Autorenvita hat Jennifer Clement mehr als zehn Jahre lang vor Ort für dieses Buch recherchiert und Hunderte Interviews geführt und man merkt einfach, wie viel Herzblut in dem Roman steckt. Aber ich muss sagen, dass mich vieles in dem Buch schockiert hat. Nicht nur mausgroße Kakerlaken und Albinoskorpione, die in Guerrero herumlaufen, sondern auch wie manche Menschen zum Beispiel in den Gefängnissen leben müssen . Am schlimmsten sind aber immer noch die krassen Gegensätze in dem Buch. Einerseits haben die Leute Fernseher und Handys und andererseits sind sie bettelarm und haben eine enorm schlechte medizinische Versorgung. Ich finde diese zwei Seiten passen überhaupt nicht zueinander und diese Gegensätze haben mich immer und immer wieder überrascht. Fazit: Auch wenn ich mit der Protagonistin nicht ganz klarkam, hat mich dieser Roman mit seiner Handlung und seinem fesselnden Schreibstil begeistert und schockiert. Dank „Gebete für die Vermissten“ habe ich unglaublich viel über Mexiko und seine Bewohner gelernt und ich bin sehr froh darüber, es gelesen zu haben. Ein Buch, das ich sowohl Jugendlichen als auch Erwachsenen nur empfehlen kann! Mehr Rezensionen findet ihr auch auf meinem Blog: http://nadinemoench.com/

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    • 3
  • Wenn du weniger als nichts bist

    Gebete für die Vermissten

    JulesBarrois

    Die Hauptfiguren in diesem Buch sind ein Quartett von Mädchen: Paula, eine bemerkenswerte Schönheit; Estefani, deren Mutter an AIDS stirbt; Maria, die uneheliche Halbschwester der Erzählerin; und die Erzählerin selbst, LadyDi (wie in England Lady Di). Sie wachsen in Guerero, einem fast menschenleeren Bergdorf, unter den strengen Augen ihrer Mütter auf, die ihre Töchter als Söhne ausgeben. Und wenn das nicht mehr möglich ist, versuchen sie ihre Töchter hässlich zu machen, in der Hoffnung, dass dies sie vor Entführung schützt: das Haar ist kurz und unordentlich geschnitten, die Zähne mit Filzstift angefärbt. „Vielleicht muss ich dir die Zähne einschlagen, sagte meine Mutter.“ (Seite 9) LadyDi lässt uns teilhaben an ihrer Kindheit und an ihrer Teenagerzeit, bis sie das Dorf verlässt und in Schwierigkeiten gerät. Sie zieht uns in eine ebenso bunte wie trostlose Welt. Eine außergewöhnliche Geschichte voller Widrigkeiten, aber auch der gegenseitigen Hilfsbereitschaft der Frauen                                 Das Thema ist die Not der ländlichen Mexikaner, vor allem der Frauen. Das Buch, eher eine Novelle als ein Roman, enthält nicht nur die Geschichte von LadyDi und ihren Freundinnen, sondern auch die von vielen komplexen Nebenfiguren, von Entführungen durch Drogenhändlern, von AIDS-Kranken, von Verzweifelten, die versuchen, die Grenze nach den USA zu überqueren. Es gibt keine unwichtigen Charaktere: Jeder hat seine eigene Geschichte, bis ins kleinste Detail real und oft ergreifend. Keine der Figuren ist tief oder mehrdimensional angelegt. Sie scheinen mehr wie normierte Vertreter einer ewigen Tragödie zu sein. Die Lektüre ist keine leichte Kost, aber sehr brillant geschrieben, rustikal, rau und ungeschminkt. gut recherchiert. Vor allem aber wegen seiner klaren Prosa, die sich nicht endlos bei unnötigen Details aufhält, sondern ehrlich von diesem grausamen und verzweifelten Leben berichtet. Jennifer Clement findet eine feine Balance zwischen Sachlichkeit und Emotion, sowie einen ganz ausgezeichneten neutralen Ton, fast unterkühlt um diese unerträglichen Ereignisse zu beschreiben, die nichts Außergewöhnliches sind, sondern der ganz normale Alltag. „Eine vermisste Frau ist nur ein Blatt, das der Regen in die Gosse treibt.“ (Seite 68) Dieses Buch hat kein Happy End. Dennoch ist es auf seltsame Art hoffnungsvoll. Jeden Tag, den man überlebt, ist ein Triumph, auch wenn diese Triumphe unspektakulär bleiben und auch zu keiner Veränderung der Lebensverhältnisse und -umstände führen. Jennifer Clements „Gebete für die Vermissten“ ist ein intimer Blick auf Armut und Menschenhandel in Mexiko von innen heraus. Aber es macht auch den globalen Kontext deutlich, und erlaubt uns nicht unserer Verantwortung zu entkommen. Für alle, die Mexiko nicht kennen, wirft das Buch einen tiefen Blick in die dunkle Seele dieses Landes. Das Buch wird niemanden unverändert lassen. Dieses Buch gibt den Schwächsten eine Stimme. Man sollte es immer wieder lesen. Ein wichtiges Buch über ein Thema, das viel mehr Öffentlichkeit verdient. Für alle, die bereit sind auch unangenehme Wahrheiten zu ertragen.

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    • 3
  • Wo bleibt die Hoffnung?

    Gebete für die Vermissten

    Barbara62

    19. February 2015 um 10:31

    Trotz aller Zeitungsmeldungen - so hoffnungslos und brutal wie in diesem Buch geschildert hätte ich mir die Situation in Mexiko doch nicht vorgestellt. Ein Land im Würgegriff der Drogenkartelle, in dem ein (Frauen-)Leben nichts wert ist, geschildert aus der Sicht eines jungen Mädchens, das keine Kindheit hatte, auf erschreckend fatalistische Art und Weise. Schade nur, dass das Ende relativ offen bleibt. Gerne hätte ich erfahren, wie es mit Ladydi und ihrem Kind weitergeht!

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  • Traurig und schockierend

    Gebete für die Vermissten

    Pocci

    04. January 2015 um 15:34

    Ladydi wächst in einem kleinen Dorf im Dschungel Mexicos auf. Genau wie alle anderen Mädchen in der Umgebung bekommt sie von ihrer Mutter vor allem beigebracht, wie man sich hässlich macht und schnell versteckt, damit man nicht von Menschenhändlern und Drogendealern entführt wird. Denn ihre Heimat ist kein guter Ort, um ein Mädchen zu sein, und jeder dort kennt mindestens ein Mädchen, das entführt wurde und nie wieder aufgetaucht ist. Als sie nach der Schule in Acapulco als Kindermädchen arbeiten soll, scheint es so als könnte sie auf ein besseres Leben hoffen, doch schon auf der Reise dahin wird sie doch in die Geschäfte der Drogenkartelle verwickelt. Jennifer Clement hat ein trauriges und schockierendes Buch geschrieben, das dem Leser das Leid der Frauen in vielen Teilen der Welt noch deutlicher vor Augen führt, als es Nachrichten können. Hier erfährt man, was für Auswirkungen diese Lebensumstände während des gesamten Heranwachsens und Lebens haben, wie sehr sie den Alltag beeinflussen und das Leben der Betroffenen einschränken. Der Schreibstil ist eingängig und als die Geschichte Fahrt aufnimmt, möchte man als gar nicht mehr aufhören mit dem Lesen, in der Hoffnung, dass es doch etwas wie ein Happy End für Ladydi geben wird.

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  • Bewegendes und packendes Buch, dessen Thema häufiger in der Öffentlichkeit besprochen werden sollte!

    Gebete für die Vermissten

    Sommerregen

    Ladydi lebt in einem mexikanischen Bergdorf, in dem Mädchen immer wieder in Erdlöchern verschwinden müssen und es, wie sich Ladydis Mutter ausdrückt, das Beste ist, wenn man ein hässliches Mädchen ist. Ein Ort, an dem man seine Töchter als Jungen verkleidet. Denn schöne Mädchen werden zu erst geholt. Von den Männern in den schwarzen Geländewagen. Von Drogen- und Menschenhändlern. Ladydi malt sich ihre Zähne schwarz an, hat immer kurz geschnittene Haare, sieht kein bisschen weiblich aus und darf niemals einfach vor die Tür gehen, um zum Beispiel zu spielen. Das wäre nämlich viel zu gefährlich, denn jederzeit könnten die Männer auftauchen und sie holen. Dort zählt das Leben einer Frau oder eines Mädchens kaum etwas. In dem Dorf gibt es keine Männer mehr. Sie sind ausgewandert, auf der Suche nach Arbeit und schließlich ganz weggeblieben- oder sie sind einfach tot. Doch träumt Ladydi von einer besseren Zukunft: Sie möchte nicht ewig bei ihrer alkoholabhängigen Mutter bleiben, möchte sich nicht verstecken müssen, sondern Liebe, Freundschaft, Freiheit und Wohlstand kennen lernen. Und dann bietet sich ihr eine einmalige Chance, die ihr ganzes Leben verändern soll: Sie darf in Acapulco als Hausmädchen bei einer sehr reichen Familie arbeiten. Doch Mike, der auch aus ihrem Dorf stammt, verwickelt sie in einen Drogendeal. Ohne dass Ladydi etwas davon geahnt hätte. Doch kann sie sich nicht wehren, sie nimmt das Päckchen Heroin an sich. Und schon bald wird Ladydi noch größere Probleme bekommen und um ihre Freiheit und ihr Überleben kämpfen müssen. Die Autorin des Buches, Jennifer Clement, wuchs in Mexiko-Stadt auf. Für das Buch recherchierte sie über zehn Jahre lang und führte hunderte Interviews mit vom Drogenkrieg betroffenen Mädchen und Frauen vor Ort. Dem Buch lag auch noch ein Heft bei, in dem wichtige und vor allem schockierende und alarmierende Fakten und Schicksale errläutert und beschrieben werden. So erfährt man beim Lesen des Heftes zum Beispiel, dass laut Regierungsstatistiken die Zahl der Entführungen in Mexiko im letzten Jahr um 31% stieg. Diese Erhebungen erfassen aber lediglich die Fälle von Entführungen mit anschließender Lösegelderpressung. Ausschnitte aus Interviews verdeutlichen eindrucksvoll, dass dort eine Frau zu keinem Mann "Nein" sagen darf. Und der Polizei traue man nicht, da diese vielfach in die lokalen Mafiastrukturen verstrickt sei. Die Fälle von Zwangsarbeit, Schuldknechtschaft und Sexhandel nähmen im alarmierendem Maße zu. Außerdem habe der Kampf gegen die Drogenkartelle in den letzten sechs Jahren an die 70.000 Menschen das Leben gekostet. Darüber hinaus schätzen Regierungsorganisationen die Zahl der Entführungen im Jahr 2012 auf 105.682, es gäbe eine Dunkelziffer von 99%. Nur 1.446 Entführungen wurden im Jahre 2013 zur Anzeige gebracht. Beim Lesen des Buches merkt man, wie intensiv sich die Autorin mit diesem Thema auseinandergesetzt hat. Man erhält sehr tiefe Einblicke in das Leben der Frauen Mexikos und liest über mehrere Schicksale. Das Buch ist sehr packend geschrieben, ich hatte es nach wenigen Stunden durchgelesen. Während des Lesens ist man immer erleichterter darüber, dass man an einem sicheren Ort lebt, sich nicht verstecken muss und seinen eigenen Willen haben darf, und vor allem, dass man als Mensch angesehen wird und nicht als ein Gegenstand, wie etwas dass man sich einfach nehmen darf, behandelt wird. Die verschiedenen Schicksale der Personen, auf die Ladydi trifft, und auch ihr eigenes, sind sehr berührend und fein ausgearbeitet, sodass die Charaktere sehr real wirken und man sie sich sehr gut vorstellen kann. Auch die Thematik des Buches finde ich ausgesprochen wichtig und meiner Meinung nach sollte sie viel häufiger in der Öffentlichkeit behandelt werden. Ich kann dieses Buch jedem weiter empfehlen, da es zum einen sehr gut geschrieben ist, den Leser also keineswegs mit Trockenheit langweilt, und zum anderen wegen des wichtigen Themas über das man sich informiert haben sollte.

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    • 8

    Igelmanu66

    31. December 2014 um 11:32
  • Ein Highlight: Unbedingt lesen!

    Gebete für die Vermissten

    bieberbruda

    23. December 2014 um 13:06

    Was für ein tolles Buch. Bewegend, spannend grausam und trotzdem voller Hoffnung. Für mich ist es ein richtiges Highlight, das sicherlich noch lange im Kopf bleiben wird. Die Story: Im mexikanischen Bergdörfchen Guerrero, in der Nähe von Acapulco, ist das Leben hart. Hier leben keine Männer, denn diese werden entweder Drogendealer oder flüchten in die USA. Die Frauen leben in ständiger Furcht vor den Drogenkartellen: Mädchen werden als Jungen aufgezogen und "hässlich" gemacht. Wenn ein Auto naht, verstecken sie sich in selbst gegrabenen Löchern, denn hübsche Mädchen werden entführt und kehren nie wieder zurück. So geht es auch der kleinen Ladydi. Für sie und ihre Freundinnen ist dieses Leben trauriger Alltag und es ist auch keine Besserung in Sicht. Maria ist durch ihre Hasenscharte gekennzeichnet, Ladydi's Mutter ist Alkoholikerin, die hübsche Paula wird entführt und das "Müllbaby" Ruth verschwindet auch. Als Ladydi die Schule abschließt, besorgt ihr Marias Bruder einen Job als Hausangestellte in Acapulco - für Ladydi eröffnet sich eine neue Welt, abseits vom trostlosen Leben in Guerrero. Doch dem Dorf kann sie leider nicht so entkommen, wie sie es sich gewünscht hätte... Meine Meinung: Ich nahm das Buch in die Hand und konnte es nicht mehr weg legen. Das traurige Schicksal der Einwohner von Guerrero hat mich sofort in den Bann gezogen und nicht mehr los gelassen. Man ist eigentlich auf jeder Seite erschüttert von dem, was man hier liest. Das Leben in Guerrero ist grausam, trostlos und gefährlich und Jennifer Clement beschönigt nichts. Ladydi und ihre Freundinnen versuchen das Beste aus dem Leben zu machen und halten zusammen. Deshalb schwingt trotz dem ganzen Elend immer ein Fünkchen Hoffnung mit. Fazit: Ein eindrucksvolles und bewegendes Buch. Man ist zwar entsetzt von dem, was man hier list, aber man wird regelrecht in den Bann gesogen und kann es erst aus der Hand legen, wenn das Buch vorbei ist. Für mich ein Highlight des Lesejahres 2014: Ich vergebe 5 Sterne und kann es uneingeschränkt weiterempfehlen.

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  • Wenn nur noch Gebete helfen können

    Gebete für die Vermissten

    Buchstabenliebhaberin

    19. December 2014 um 19:28

    Soeben war ich in Guerrero, einem männerleeren Dorf in den Bergen Mexikos. Der Name klingt nach Krieg, und wer dort nicht acht gibt, ist vor dem nächsten Atemzug tot. Dort gibt es keine Arbeit, dafür eine mörderische Hitze, Skorpione, Paraquat und patroulliernde Drogenbarone in ihrem gepanzerten SUVs, immer auf der Jagd nach blutjungen, gutaussehenden Mädchen. Wer kann, flüchtet über die Grenze nach Amerika. Es sind die Familienväter und Söhne, die die riskante Flucht wagen. Die Geld verdienen. Und die irgendwann abtauchen, eine neue Familie gründen, ihre hoffenden Frauen und Kinder zurücklassend. Hier lebt Ladydi, die Protagonistin. Mit ihrer frustrierten, fernsehsüchtigen Mutter. Die genau wie die anderen Mütter dafür sorgt, dass die Mädchen hässlich aussehen, die immer mit einem Ohr lauschen, nach den schwarzen Wagen Ausschau halten, um bei Gefahr die Mädchen in ihre schützenden, mit den eigenen Händen gegrabenen Erdlöcher zu scheuchen. Die Gefahr lauert hier überall. In illegalen Mohnfeldern, links und rechts der Schnellstraße, in der Luft, wo die Polizei wahllos giftiges Pflanzengift abkippt - mit den Drogenbossen legt sich hier niemand freiwillig an. Ladydi scheint es zu schaffen, sie bekommt einen Job in Acapulco. Als Dienstmädchen. Bei einer reichen Familie. Alles scheint sich zum Guten zu wenden, doch dann überschlagen sich die Ereignisse. Sie ist gefangen in einem Sumpf aus Lügen, Gewalt und Drogen, und die Spirale scheint sich nur abwärts zu bewegen. Herzzereißend die Frauen der Geschichte. Der Zusammenhalt, trotz all des Betrugs und der Armut und Not. Die Liebe, die keine so richtig zeigen kann, die wenigen Freundschaften, die über schwere Zeiten hinweg helfen. Zum Heulen, die Hilflosigkeit der verlassenen Frauen, die Aussichtslosigkeit. Die Gewalt, ein Land am Boden, in dem die Drogen alles bestimmen. Grandios die Sprache. Jennifer Clement beschönigt nichts, sie erzählt in knappen, messerscharfen, präzisen Sätzen. Sie erschafft eine grausame Realität, die auch ihre poetischen, zärtlichen Momente hat, eine unausgesprochene Solidarität. "Einmal lag ich mit hohem Fieber in der Hängematte, und meine Mutter schaukelte mich tagelang und wedelte mir die Fliegen vom Leib, bis ihr wahrscheinlich der Arm schmerzte. Jemandem die Fliegen vom Leib zu wedeln, ist bei uns auf dem Berg so ziemlich die netteste, liebevollste Geste, die man sich vorstellen konnte. Es regte mich wirklich auf, wenn ich im Fernsehen sah, wie die Fliegen die Flüssigkeit aus den Augen afrikanischer Kinder tranken." (S. 146) Das Buch hat mich völlig in seinen Bann geschlagen.Die Geschichte von Ladydi und ihrer Familie und ihren Freundinnen hat mich sehr bewegt. Zu gern würde ich den Frauen helfen. Ich überlege noch, wie. Die Geschichte ist harter Tobak, brillant geschrieben. Eine wichtige Geschichte, und deswegen: Meine absolute Leseempfehlung!

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  • Jennifer Clement Gebete für die Vermissten

    Gebete für die Vermissten

    Angelika007

    10. November 2014 um 10:59

    Clement schafft es in diesem Buch die Strukturen und Geschäfte der mexikanischen Drogenkartelle detailliert zu schildern, sowie welche tragödienhaften Folgen durch diese Revolution und den damit einhergehenden Bürgerkrieg auf die Bevölkerung Mexikos zukamen und ertragen werden mussten. Dabei ist das Buch durchgehend spannend und fesselnd geschrieben. Da Mexiko schon lange eine riesiger Umschlagplatz für Drogen auf dem Weg nach Europa und USA ist. Ein sehr lesenswertes Buch aus einem Land, das so nah und doch so weit weg ist. Am Ende fragt man sich, warum Amerika wegschaut, wenn direkt vor der eigenen Haustür solch ein brutaler und alles lähmender Krieg herrscht. Ich das Buch insgesamt nicht schlecht. Ich mag es, wenn Bücher aus der Masse hervorstechen und einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen und das ist diesem Buch definitiv gelungen. Ich sehe das Buch vielmehr als Milieustudie, die den Leser mitnimmt in eine Welt, die so unvorstellbar grausam ist, dass es für den mitteleuropäischen Durchschnittsleser auf seiner Couch schon beim Lesen ziemlich ungemütlich wird. Die Protagonistin erlebt Dinge, die für ein ganzes Leben reichen, Dinge, die kein junger Mensch erleben sollte. Vielleicht ist gerade dies ein Grund, das Buch mal der europäischen Jugendlichen zu geben, damit sie wissen, wie gut es ihnen geht, was Armut bedeutet, was Kinder andernorts erleiden müssen, was Hunger bedeutet und wie wenig Geld ein Menschenleben letztendlich wert ist. Doch es zeigt auch, dass man niemals die Hoffnung aufgeben darf! Dieses Buch geht unter die Haut, wirkt lange nach, die Geschichte von Ladydi berührt und bewegt, man fühlt mit ihr mit und wünscht ihr nur das Beste für ihr weiteres Leben. Keine leichte Kost, lesenswert aber auf jeden Fall! Denn Drogenhandel ist immer noch ein Thema, überall! Die Autorin verknüpft realistische Hintergründe und fiktive Inhalte gekonnt. Die Wortwahl ist stimmig, der Erzählstil flüssig, die Protagonisten gut beschrieben. Sehr gut zu lesen, mit sehr anschaulich geschriebenen Einblicken.

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  • Traurig und mitfühlend

    Gebete für die Vermissten

    Rosenmadl

    27. October 2014 um 19:40

    Ladydi wächst in den mexikanischen Bergen auf, inmitten von Mais- und Mohnfeldern, in einem Dorf ohne Männer, denn die sind auf der Suche nach Arbeit über die Grenze oder längst tot. Es ist eine karge und harte Welt, in der ein Mädchenleben wenig zählt. Eine Welt, in der verzweifelte Mütter ihre Töchter als Jungen verkleiden oder sie in Erdlöchern verstecken, sobald am Horizont die schwarzen Geländewagen der Drogenhändler auftauchen. Aber Ladydi träumt von einer richtigen Zukunft, sie träumt von Freundschaft und Liebe und Wohlstand. Ein Job als Hausmädchen in Acapulco verspricht die Rettung, doch dann verwickelt ihr Cousin sie in einen Drogendeal. Und plötzlich hält sie ein Paket Heroin in den Händen, und ein gnadenloser Überlebenskampf beginnt. Gebete für die Vermissten beschwört die unverbrüchliche Kraft der Hoffnung in einer schrecklichen Welt. In mutigen, schockierenden und bewegenden Bildern erzählt Jennifer Clement das Leben einer außergewöhnlichen jungen Heldin. Ich muss sagen, dass mir oft beinahe die Tränen kamen, wenn man bedenkt welches Schicksal doch manchen auferlegt ist. Es gibt ja Menschen, die tatsächlich so ärmlich leben müssen und als Frauen gar nicht akzeptiert werden. Sehr traurig, so auch wie dieses Buch. Ohne Leseprobe hätte ich es nie in Erwägung gezogen, aber mit jedem Satz, mit jeder Seite war man mehr im Geschehen gefangen als man denken könnte. Traurig und doch muterfüllte Worte begleiten dieses Buch. Das Cover ist sehr schön und ansprechend gestaltet, obwohl man denken könnte, es wäre ein humorvoller Roman. Dem ist aber nicht so, wie man selber schon nach den ersten Zeilen erkennen kann. Ich freue mich jedenfalls, dass ich es gelesen habe und würde es jedem ans Herz legen, der auch gerne emotionale Geschichten an sich ranlassen möchte !

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  • Erschütternd und fesselnd

    Gebete für die Vermissten

    Gospelsinger

    18. October 2014 um 15:48

    „Eine vermisste Frau ist nur ein Blatt, das der Regen in die Gosse treibt.“ Niemanden interessiert es, wenn in einem mexikanischen Bergdorf junge Mädchen von Drogen- und Menschenhändlern entführt werden und nie wieder auftauchen. Die Väter sind schon lange aus der Gegend weggezogen, um woanders Arbeit (und neue Familien) zu finden. Den Mädchen bleibt nur, sich in Erdlöchern zu verstecken, wenn die schwarzen Geländewagen ins Dorf einfallen. Und die Mütter haben nur eine einzige Möglichkeit, ihre Töchter zu schützen: Sie verkleiden sie als Jungen und machen sie möglichst hässlich. „Vielleicht muss ich dir die Zähne ausschlagen, sagte meine Mutter.“ Ladydi, die Protagonistin dieses erschütternden Romans, wünscht sich mehr vom Leben, als in Jungenkleidung herumzulaufen und sich in Erdlöchern zu verstecken. Sie möchte dem abgeschiedenen Dorf im Süden Mexikos entfliehen, sich wie die Mädchen, die sie im Fernsehen sieht, hübsch zurechtmachen, und wohlhabend werden. Auf keinen Fall möchte sie so leben wie ihre Mutter. Das Dorf ist von einer Schnellstraße zerschnitten worden, und damit fingen die Probleme der bis dahin heilen Dorfgemeinschaft an. Mit der Schnellstraße kamen die Drogendealer, die Waffen, die Entführungen, die Gewalt, der Zerfall der Familien und die Auswanderung der männlichen Dorfbewohner in die USA. Und die Mohnfelder zum Drogenanbau wurden angelegt, wegen derer von Zeit zu Zeit von Hubschraubern der Armee so viel aggressives Gift versprüht wird, dass die Dorfbewohner gleich mitvergiftet werden. Ladydi schafft es, dem Dorf zu entfliehen, aber sie zahlt einen sehr hohen Preis dafür. Dieses Buch ist erschütternd, denn es ist keine ausgedachte Geschichte. Die Autorin hat jahrelang vor Ort recherchiert und Hunderte Interviews mit betroffenen Frauen geführt. Von der Weltöffentlichkeit völlig unbeachtet, läuft hier eine frauenverachtende Tragödie ab. Dass dieses Buch so fesselt, liegt jedoch nicht nur am außergewöhnlichen Thema, sondern insbesondere am Schreibstil der Autorin, der eine dichte Atmosphäre schafft. Das Buch liest sich schnell und lässt einen wütend, aber auch hoffnungsvoll zurück. Denn die Kraft der Frauen, die sich nicht unterkriegen lassen, ist in jeder Zeile dieses Buches zu spüren.

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  • Gebete für die Vermissten

    Gebete für die Vermissten

    Engel1974

    17. October 2014 um 11:10

    Ladydi wächst zusammen mit ihrer alkoholabhänigen Mutter, anderen Mädchen und deren Mütter in den mexikanischen Bergen, umgeben von Mais und Mohnfeldern auf. Männer gibt es ihr nicht mehr. Sie sind entwerder gestorben oder in die USA zum arbeiten ausgewandert. Drogenhändler kommen sehr oft in das Dorf und entführen die Maedchen, um sie als Drogenkurriere zu missbrauchen. Aus diesem Grund müssen sich die Maedchen hässlich machen und in Erdlöchern verstecken. Auch Ladydi schlittert ungewollt in das Drogenmilleau herein. Das Buch liest sich sehr gut und man kann sich sehr gut den Berg und das Leben der Figuren vorstellen. Allerdings fehlt es diesem Buch an Spannung. Die Spannung kommt erst ab Seite 150, was sehr Schade ist. Fazit ein Buch das gut geschrieben ist, dem es allerdings an Spannung mangelt. Von mir gibt es dafür nur 3 Sterne.

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  • Ein Buch, so schlecht wie die Welt es auch ist.

    Gebete für die Vermissten

    LiberteToujours

    15. October 2014 um 15:10

    In einem kleinen Dorf in Mexiko gibt es keine Männer. Auch keine Mädchen. Sollte es zumindest nicht. Das harte Leben mitten im Dschungel, mitten im Drogenkrieg, treibt die Menschen an ihre Grenzen. Die Mädchen machen sich hässlich, besser noch zu Jungen, nur um nicht entführt zu werden. In dieser Welt wächst Ladydi auf und erzählt ihre Geschichte. Eigentlich habe ich fast schon ein schlechtes Gewissen, diesem Buch eine derart schlechte Bewertung zu verpassen. Das Thema ist spannend und auf brutal ehrliche Weise beschrieben, hinter der Idee steckt enorm viel Potential. In meinen Augen wurde davon aber nichts genutzt. Den Schreibstil kann man mögen oder auch nicht, ich mag ihn nicht. Viel zu abgehackt, es läuft nicht flüssig, es ist wirr, ungeordnet und irgendwie versucht bildhaft, was aber leider in den seltensten Fällen wirklich funktioniert. Die Figuren bleiben zweidimensional, tot - wie das Papier, auf dem sie gedruckt sind. Keiner hat es geschafft, mich zu berühren und das bei einem ungemein grausamen Thema. Wenn mich als Leser das Schicksal eines missbrauchten Mädchens absolut kalt lässt, weiß ich, dass sich hier etwas absolut in die falsche Richtung entwickelt. Mein größter Kritikpunkt ist die in meinen Augen aber fehlende Rahmenhandlung. Dieses Buch erscheint wie Fetzen aus einem Tagebuch, in willkürlicher Reihenfolge aneinander gelegt. Sicher, ein roter Faden lässt sich schon irgendwie erkennen, eine Handlung aber wohl nicht. Zu viele Dinge, die mich noch interessiert hätten sind offen geblieben, die spannenden Teile der Geschichte nur angeschnitten. Was blieb war eine Episode voller Gram und ein seltsames Gefühl im Magen.

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