Jennifer Egan Der größere Teil der Welt

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Inhaltsangabe zu „Der größere Teil der Welt“ von Jennifer Egan

Bennie Salazar, ein Musikproduzent mit Visionen, hat Höhen und Tiefen erlebt. Auch seine Assistentin Sasha hat Probleme, von denen er allerdings nichts ahnt. Als Scotty, der Leadgitarrist von Bennies einstiger Punkband, überraschend wieder auftaucht, holt die Vergangenheit beide ein. Jennifer Egan entwirft ein großes Portrait des kulturellen Umbruchs seit dem Ende der Utopien bis zum digitalen Zeitalter und erzählt in wechselnden Perspektiven von Liebe, Freundschaft und Verlust. Der größere Teil der Welt reicht von der Musikszene San Franciscos Ende der Siebziger und dem New York der Neunziger bis zur ökologischen Katastrophe der Zukunft und einem verblüffenden Konzert am Ground Zero. Für ihren Roman erhielt Jennifer Egan den Pulitzer-Preis 2011 und zahlreiche weitere renommierte Auszeichnungen. Der größere Teil der Welt wird verfilmt, ist in 28 Sprachen übersetzt und international ein Bestseller. 'Jennifer Egan erzählt vom Erwachsenwerden und Altern im digitalen Zeitalter und spürt mit warmherziger Neugier den kulturellen Quantensprüngen unserer Zeit nach.' (Aus der Begründung zum Pulitzer-Preis)

Prall gefüllt mit Leben, authentischen Charakteren, Witz, Tragik, tollen Sätzen und - natürlich - Musik! Must-Read!

— WordLover
WordLover

Ein bunter Reigen verschiedener Kurzgeschichten rund ums Musikbusiness - kunstvoll verflochten und unterhaltsam!

— Ginevra
Ginevra

Tolles Buch! Super geschriebener Blick ins Musikbusiness mit viel Ironie!

— wlatata
wlatata

Eintauchen in die verrückte, flimmernde, kurzlebige Welt der New Yorker Musikszene

— fredhel
fredhel

Ganz tolles Buch

— Nachtfalter89
Nachtfalter89

Jennifer Egan wollte das Vergehen von Zeit beschreiben, besser hätte man es nicht machen können!

— Zwiesprachen
Zwiesprachen

Stöbern in Romane

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  • Challenge: Literarische Weltreise 2016

    Euphoria
    Ginevra

    Ginevra

        Liebe Lovelybookerinnen und –booker, habt Ihr Lust, im Jahr 2016 auf Weltreise zu gehen – literarisch gesehen? Dann begleitet mich durch 20 verschiedene Lese- Regionen! Die Aufgabe besteht darin... -  12 Bücher in einem Jahr zu lesen;-   Mindestens 10 verschiedene Regionen auszuwählen (zwei Regionen dürfen also doppelt vorkommen);-   Autor und/oder Schauplatz und/oder eine bzw. mehrere der Hauptfiguren müssen zu dieser Region passen.-   Bitte postet Eure Rezensionen und Beiträge bei den passenden Regionen;-   Auch Buchtipps ohne Rezension sind jederzeit willkommen;-   Am Ende des Jahres zählen Eure 12 Rezensionen - bis zu zwei Kurzmeinungen sind erlaubt!-   Eure Beiträge werde ich verlinken;-   Einstieg und Ausstieg sind natürlich jederzeit möglich;-   Genre und Erscheinungsjahr sind egal:-   Hörbücher, Graphic Novels, Biographien, Krimis, Literatur – bei dieser Challenge ist alles erlaubt!Gut geeignet sind z.B. die Bücher verschiedener Literaturpreise oder Empfehlungslisten (Booker- Preis, Preis des Nordischen Rats, ZEIT- Liste zur Neuen Weltliteratur, usw.).Diese Challenge eignet sich also auch hervorragend dazu, den SuB abzubauen, oder um andere Challenges damit zu kombinieren.Unter den TeilnehmerInnen, die die Challenge erfolgreich beenden, verlose ich am Ende des Jahres drei Bücher aus meinen Beständen - natürlich passend zum Thema!Ich freue mich sehr auf Eure Beiträge und werde zu jeder Region ein Unterthema erstellen, so dass es etwas übersichtlicher wird. Einige Tipps und Empfehlungen werde ich schon mal vorab anhängen - Ihr müsst davon natürlich nichts lesen. Dann wünsche ich uns allen...Bon voyage – Buon viaggio - Have a nice trip - Tenha uma boa viagem - Приятной поездкиСчастливого пути - ¡Qué tengas un buen viaje! -旅途愉快!- すばらしい旅行をなさって下さい。-Gute Reise! TeilnehmerInnen:abaAberRushAmayaRoseAriettaArizonaarunban-aislingeachBellastellaBellisPerennisBibliomaniablack_horseBonniereadsbooksBuchraettinBücherwurmBuchinaCaroasCode-between-linesConnyMc CorsicanaCosmoKramerDaniB83DieBertaDunkelblauElkeelmidiGelindeGinevraGingkoGruenentegstGwendolinahannelore259hexepankiInsider2199IraWirajasbrjeanne1302kopikrimielseKruemelGizmoleiraseleneleseratteneuleseleaLeonoraVonToffiefeelesebiene27leucoryxLexi216189lieberlesen21LibriHollylittleowllouella2209MaritaGrimkeMinnaMminorimiss_mesmerizedmozireadnaninkaNightflowerOannikiOrishapardenPetrisPMelittaMPostboteRyffysameaSchlehenfeeschokolokoserendipity3012Sikalsnowi81StefanieFreigerichtstefanie_skysursulapitschiSvanvitheTalathielTanyBeeTatjana89Thaliomeevielleser18wandablueWanderdueneWedmawerderanerWollywunderfitz

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    • 1702
  • Kunstvolles Konstrukt aus miteinander verwobenen Kurzgeschichten

    Der größere Teil der Welt
    Corsicana

    Corsicana

    30. September 2015 um 14:00

    Dieses Buch hatte ich schon vor Jahren im Blick - aber dann habe ich doch immer wieder Abstand genommen. Jetzt war ich ein paar Tage krank, musste im Bett liegen - und das war wohl der optimale Zeitpunkt. Dieses Buch erfordert eine gewisse Konzentration. Und es empfiehlt sich, eine Mind-Map anzulegen über die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Personen (was ich leider nicht gemacht habe).  Das Buch besteht im Grunde genommen aus verschiedenen Kurzgeschichten, die auch durchaus in unterschiedlichen Stilrichtungen geschrieben sind. Das reicht von der normalen Erzähl-Form über die Interview-Form bis hin zu einer Geschichte, die als Power Point Präsentation erzählt wird.  Die Zeitspanne beträgt insgesamt ca. 50 Jahre, beginnend Ende der 70er Jahre und ausklingend in der inzwischen recht nahen Zukunft, irgendwann ca. 20 Jahre nach 9/11. Erzählt wird vordergründig über das Musik-Business - eigentlich aber über die Entwicklung der amerikanischen Gesellschaft in dieser Zeit. Im Mittelpunkt stehen Bennie und Sasha, Chef und Assistentin bei einem Musiklabel, und deren Familien, Partner, Freunde und damit verbundene Personen. Dies ergibt ein buntes, vielfältiges und vielschichtiges Portrait. Eindringlich und spannend erzählt. Und natürlich auch für alle interessant, die keine Insider im Musikbusiness sind. Und für mich persönlich waren besonders berührend die Passagen, in denen immer wieder klar wurde. wir sehr die Menschen nach Wahrhaftigkeit, nach etwas "Echtem" suchen, sowohl in der Musik, als auch im Leben. Und wie wichtig es ist, auch die Pausen  zu bemerken, in der Musik und im Leben. Die Brüche, die Wendepunkte. Dann nämlich, wenn man einen Moment lang nicht weiß, wie es weitergeht. Die Zeit bleibt stehen und verstreicht gleichzeitig - und danach  geht es weiter. Irgendwie. 

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  • Lesenswerter Einblick ins Musikbusiness

    Der größere Teil der Welt
    wlatata

    wlatata

    24. September 2015 um 16:17

    Zum Inhalt: Der Roman ist in Episodenform geschrieben und handelt von der Geschichte, wie Bennie Salazar zum Musikproduzent wurde und wie die Menschen in seiner Umgebung mit der Musikindustrie umgehen und sich zur Musik selber verhalten. Fazit: Jedes Kapitel ist aus der Sicht einer anderen Person geschrieben und es dauert meist ein bisschen ehe man merkt wie derjenige in den Gesamtzusammenhang passt und wie er mit Bennie oder seinem Umfeld zu tun hat. Außerdem gibt es auch viele Zeitsprünge, so dass man erfährt wie mit Musik umgegangen wurde und welchen Stellenwert sie während der verschiedenen JAhrzehnte hatte. Der Roman ist sehr gut geschrieben und lässt sich gut lesen. Die Musikindustrie wird sehr offen und ironisch dargestellt und vor allem der Blick hinter die Kulissen und die Zukunftsvision im letzten Kapitel sind extrem interessant! Absolut lesenswert!

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  • Blitzlichter im Musikgeschäft

    Der größere Teil der Welt
    fredhel

    fredhel

    02. September 2015 um 20:47

    Dieses Buch hat 2011 den Pulitzerpreis gewonnen, deswegen wurde ich darauf aufmerksam. Es spielt in der New Yorker Musikbranche und umfaßt einen Zeitraum von 50 Jahren, angefangen 1970. Kernpunkt bilden der Musikproduzent Benny Salazar und seine Assistentin Sasha. Ihre Geschichte wird jedoch nicht chronologisch erzählt, sondern blitzlichthaft durch die Erlebnisse und Sichtweisen ihrer Freunde und Bekannten widergegeben. Jede Figur denkt und handelt anders, und so gestalteten sich nach und nach die Charaktere von Benny und Sasha höchst unterschiedlich. Zwar ist der Roman über weite Strecken faszinierend, doch gibt es zwischendurch immer wieder kleine Längen, aber vor allem das letzte Kapitel hat mir leider gar nicht gefallen. Es ist einfach zu utopisch/satirisch, wie immer man es nennen mag. Deswegen, Pulitzer hin oder her, vergebe ich nur 4 Sterne

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  • Zeitläufe

    Der größere Teil der Welt
    PaulTemple

    PaulTemple

    Wie verändert sich ein Mensch im Laufe der Zeit?  Welchen Schicksalsschlägen ist er ausgesetzt?  Was wird aus seinen Zielen, seinen Plänen und Vorstellungen? Diesen Fragestellungen geht die Autorin in ihrem Roman anhand zweier Hauptprotagonisten aus dem Musikbusiness auf den Grund, die der Leser von den 1970ern bis in die 2020er begleiten darf. Neben der überzeugenden Handlung ist besonders der Aufbau des Buches reizvoll, der eben nicht chronologisch,  sondern in den Zeitebenen springend erzählt, sodass sich die Lebensläufe nach und nach vervollständigen. Definitiv lesenswert! 

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    • 2
  • Der Lebensweg von A nach B

    Der größere Teil der Welt
    Buecherschmaus

    Buecherschmaus

    21. May 2014 um 09:50

    "Ich bin gekommen, weil ich wissen will, was zwischen A und B passiert ist" sagt einmal eine der Personen, ein ziemlich heruntergekommener Musiker zu seinem nun als Musikproduzent sehr erfolgreichen ehemaligen Bandkollegen. Wie kommt man von einem Punkt im Leben A zu einem anderen B. Und warum gelangen Andere vom gleichen Ausgangspunkt ganz woanders hin. Wo waren die Abzweigungen, die wir nicht genommen, wo der Umweg, den wir gegangen sind. Kurz: Es geht um die Zeit und was sie aus uns macht in Jennifer Egans Roman, um die Brüche im Leben. Nicht zufällig beschäftigt sich eine der Figuren mit Pausen in Musikstücken. Diesen kurzen Momenten der Irritation - geht es weiter, und wenn ja, wie. Nicht zufällig hat sie auch ein Motto aus Prousts "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" vorangestellt. Einmal heißt es im Buch: "... dieses Summen, das vielleicht gar kein Echo war, sondern der Klang der vergehenden Zeit." Jennifer Egan verfolgt dafür die Lebenswege einer Vielzahl von Figuren, alle irgendwie mit dem Musikgeschäft verbunden, von den späten 70er bis in eine nahe Zukunft. Im Mittelpunkt stehen dabei Bennie, ehemaliges Mitglied einer mäßig erfolgreichen Punkband, später erfolgreicher, zu Wohlstand gekommener Musikproduzent, und Sasha, zeitweilig seine Assistentin. Andere Figuren rücken mal mehr, mal weniger in den Vordergrund, Freunde, Familienmitglieder, Kollegen. Egan schafft dabei ein komplexes und auch kompliziertes Figuren- und Zeitgeflecht. Sie verschachtelt nicht nur das Personal, sondern springt auch völlig unchronologisch von einer Zeitebene in die andere. Sie springt von New York nach L.A., von Afrika nach Neapel. Das erfordert vom Leser Konzentration und den Willen, sich darauf einzulassen, zumal die Sprünge nicht gekennzeichnet sind. Der Leser ist versucht und auch gut beraten, sich eine Skizze der Personen, Zeiten, Orte anzufertigen. Die Fäden sind manchmal dünn, aber immer tragfähig und die Autorin behält sie stets souverän in Händen. Manchmal ähnelt der Roman ein wenig einem Detektivspiel. Erst am Ende, in der Gesamtschau, enthüllt sich dann die Großartigkeit des Erzählten so ganz. Auch formal ist Egan sehr ambitioniert vorgegangen. So gleicht kaum ein Kapitel dem anderen, sehr unterschiedliche Stile werden gewählt, das geht bis zu einem ganzen Kapitel in Form einer Power-Point-Präsentation. Dabei legt die Autorin ein hohes Tempo vor und erzählt mit Wucht und Kreativität. Sie schafft ein Mosaik voller Umwege, Brüche, Pausen, mit Szenen und Personen, die dem Leser sobald nicht mehr aus dem Kopf gehen.

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  • Rezension zu "Der größere Teil der Welt" von Jennifer Egan

    Der größere Teil der Welt
    thursdaynext

    thursdaynext

    15. February 2013 um 19:20

    Eine Gemeinschaftsrezi von Rallus und Thursday Gossip mit sehr zarten Highlights - Kopfkino ohne Herz Jennifer Egans pulitzergekrönter Roman Der größere Teil der Welt, englischer Originaltitel: "A visit from goon squad“ (kann mit "Spaßtruppe" nach der hervorragenden "Goon Show" von dem Komiker Spike Milligan übersetzt werden und ist näher am Buch) liest sich flüssig, spritzig und bleibt dennoch bis zum Ende distanziert und belanglos. Kluge Ansätze, ein experimentelles und relativ nahegehendes Spinnenetz fein miteinanderverwobener Lebensgeschichten, deren Fäden sich von Zukunft in die Vergangenheit und wieder zurück ziehen und sich am Ende wieder mit dem Anfang verbinden. Intellektuell betrachtet gut ausgeführt und auch wird die Aussage verstanden aber es bleibt emotionsloses Kopfkino, das man schnell wieder vergisst. Das haben wir bei anderen Autoren erheblich überzeugender, stilsicherer, packender lesen dürfen. Jennifer Egan schafft es zwar immer wieder anfangs Begehrlichkeiten mit schönen Worten zu wecken aber die eingangs gefühlten Emotionen verblassen bis zum Ende des Kapitels - schade. Dabei versteht sich Jennifer Egan auf ihr Handwerk. An etlichen Stellen, wo sie z.B Reduktion als Stilmittel benutzt, schaffte sie es unsere Aufmerksamkeit zu fesseln. Jedoch nie anhaltend nachhaltig. Schnell verblasst dieses Gefühl und nur der Klatsch bleibt, nie schäbig , gut erzählt , eintönig auf Dauer. Die "Pflicht" klappt, an der "Kür" muss noch gefeilt werden. Mit Musik hat das Buch nur am Rande zu tun, die Gitarre auf dem Buchcover bleibt schnödes PR-Werk. Inhaltlich werden in 13 Kapiteln die Geschichten aus der Sicht einer jeweils im vorderen Kapitel auftauchenden Person erzählt. Der Kreis zum Anfang schließt sich am Schluss. Dabei schickt uns Jennifer Egan wahllos von der Vergangenheit bis in die nahe Zukunft. Dabei kämpfen die Figuren meist mit dem Wissen, dass die Zukunft viel frustriender ist als die Gegenwart. "Natürlich geht alles zuende" , sagte Jules, "Nur noch nicht jetzt." [S.158] Im letzten Kapitel, in der Zukunft, zeigt sich deutlich was unsere Hauptkritik am ganzen Buch ist: Die Ideen sind sehr gut (die Patscher sind die wirtschaftliche Triebfeder - eine Legion von "patschenden" Babys mit Smartphone), aber das Zusammenspiel der Charaktere und deren Zusammenspiel wirkt künstlich, geht einem nicht ans Herz. Nicht dass es ohne Emotionen zugeht, ganz im Gegenteil, die klargeschliffene Sprache verhindert aber eine nähere Bindung zu den Charakteren und bleibt auf Distanz. So wird das Buch zu einem konstruierten, aber emotionalen schwachen Genuss mit mäßigem Nachhall. Von uns einvernehmliche drei Sterne

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  • Rezension zu "Der größere Teil der Welt" von Jennifer Egan

    Der größere Teil der Welt
    rallus

    rallus

    15. February 2013 um 18:30

    Eine Gemeinschaftsrezi von Thursday und Rallus Gossip mit sehr zarten Highlights [Kopfkino ohne Herz] Jennifer Egans pulitzergekrönter Roman Der größere Teil der Welt, englischer Originaltitel: _A visit from goon squad“ (kann mit "Spaßtruppe" nach der hervorragenden "Goon Show" von dem Komiker Spike Milligan übersetzt werden und ist näher am Buch) liest sich flüssig, spritzig und bleibt dennoch bis zum Ende distanziert und belanglos. Kluge Ansätze, ein experimentelles und relativ nahegehendes Spinnenetz fein miteinanderverwobener Lebensgeschichten, deren Fäden sich von Zukunft in die Vergangenheit und wieder zurück ziehen und sich am Ende wieder mit dem Anfang verbinden. Intellektuell betrachtet gut ausgeführt und auch wird die Aussage verstanden aber es bleibt emotionsloses Kopfkino, das man schnell wieder vergisst. Das haben wir bei anderen Autoren erheblich überzeugender, stilsicherer, packender lesen dürfen. Jennifer Egan schafft es zwar immer wieder anfangs Begehrlichkeiten mit schönen Worten zu wecken aber die eingangs gefühlten Emotionen verblassen bis zum Ende des Kapitels - schade. Dabei versteht sich Jennifer Egan auf ihr Handwerk. An etlichen Stellen, wo sie z.B Reduktion als Stilmittel benutzt, schaffte sie es unsere Aufmerksamkeit zu fesseln. Jedoch nie anhaltend nachhaltig. Schnell verblasst dieses Gefühl und nur der Klatsch bleibt, nie schäbig, gut erzählt, eintönig auf Dauer. Die "Pflicht" klappt, an der "Kür" muss noch gefeilt werden. Mit Musik hat das Buch nur am Rande zu tun, die Gitarre auf dem Buchcover bleibt schnödes PR-Werk. Inhaltlich werden in 13 Kapiteln die Geschichten aus der Sicht einer jeweils im vorderen Kapitel auftauchenden Person erzählt. Der Kreis zum Anfang schließt sich am Schluss. Jennifer Egan schickt uns wahllos von der Vergangenheit bis in die nahe Zukunft. Dabei kämpfen die Figuren meist mit dem Wissen, dass die Zukunft viel frustriender ist als die Gegenwart. "Natürlich geht alles zuende" , sagte Jules, "Nur noch nicht jetzt." [S.158] Im letzten Kapitel, in der Zukunft, zeigt sich deutlich was unsere Hauptkritik am ganzen Buch ist: Die Ideen sind sehr gut (die Patscher sind die wirtschaftliche Triebfeder - eine Legion von "patschenden" Babys mit Smartphone), aber das Zusammenspiel der Charaktere und deren Zusammenspiel wirkt künstlich, geht einem nicht ans Herz. Nicht dass es ohne Emotionen zugeht, ganz im Gegenteil, die klargeschliffene Sprache verhindert aber eine nähere Bindung zu den Charakteren und bleibt auf Distanz. So wird das Buch zu einem konstruierten, aber emotionalen schwachen Genuss mit mäßigem Nachhall. Von uns einvernehmliche drei Sterne

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  • Rezension zu "Der größere Teil der Welt" von Jennifer Egan

    Der größere Teil der Welt
    parden

    parden

    28. September 2012 um 01:50

    DER WANDEL DER AMERIKANISCHEN MUSIKSZENE... Bennie Salazar, ein Musikproduzent mit Visionen, hat Höhen und Tiefen erlebt. Auch seine Assistentin Sasha hat Probleme, von denen er allerdings nichts ahnt. Als Scotty, der Leadgitarrist von Bennies einstiger Punkband, überraschend wieder auftaucht, holt die Vergangenheit beide ein. Jennifer Egan entwirft ein großes Portrait des kulturellen Umbruchs seit dem Ende der Utopien bis zum digitalen Zeitalter und erzählt in wechselnden Perspektiven von Liebe, Freundschaft und Verlust. "Der größere Teil der Welt" reicht von der Musikszene San Franciscos Ende der Siebziger und dem New York der Neunziger bis zur ökologischen Katastrophe der Zukunft und einem verblüffenden Konzert am Ground Zero. In 13 Episoden entwirft Jennifer Egan ein scharf skizziertes Bild des Wandels der amerikanischen Musikszene im Verlauf von ca. 50 Jahren. Jedes der Kapitel erzählt dabei eine Geschichte für sich. Den Leser erwartet ein Medley sich ständig ändernder Beziehungen, Musik in der Hauptrolle, aber auch Erfolg und Versagen, Neuanfang und Vergänglichkeit, Rausch und Melancholie. Im Mittelpunkt der einzelnen Kapitel stehen wechselnde Personen, denen man in anderen Kapiteln teilweise als Randfigur zu einer anderen Zeit wiederbegegnet. Der stete Wechsel von Personen, Erzählperspektiven und Zeitebenen ohne Berücksichtigung einer Chronologie ist dabei jedoch irritierend. Beim Lesen ist also ein Höchstmaß an Aufmerksamkeit erforderlich, um den roten Faden nicht zu verlieren. Dabei experimentiert die Autorin in jeder Episode mit stilistischen Mitteln. Besonders ragt hierbei das vorletzte Kapitel heraus, das komplett als Tagebuch einer 12-Jährigen in Form einer Power-Point-Präsentation dargestellt ist. Eine anspruchsvolle, vielschichtige Geschichte einer Autorin, die für dieses Werk 2011 den Pulitzer-Preis erhielt sowie zahlreiche weitere Auszeichnungen. Ich empfand es zeitweise anstrengend und langatmig zu lesen und dabei die komplexen Zusammenhänge und das Beziehungsgeflecht der agierenden Personen nachzuvollziehen und im Auge zu behalten. Aber eine interessante Lektüre war es allemal.

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  • Rezension zu "Der größere Teil der Welt" von Jennifer Egan

    Der größere Teil der Welt
    Obadja

    Obadja

    31. March 2012 um 00:04

    Nicht nur der Gitarrenhals, bzw. eher sein Kopf, auf dem Cover weisen uns auf das Milieu hin, in dem sich dieser Roman bewegt - auch die beiden großen Teile, in die dieses Buch unterteilt sind, werden schlicht mit "A" und "B" betitelt - eben ganz so, wie das bei Schallplatten früher auch der Fall war und heute wieder ist. Es geht um Vertreter der Musikbranche und ihre persönlichen Erfolge, Niederlagen und (überraschenden) Comebacks. Dabei ist die grobe Unterteilung in A und B eher nicht richtungsweisend, weil jedes Kapitel eine eigene Welt aufbaut. Zwar sind die Kapitel alle aufeinander bezogen, dabei aber nicht stringent. Egan wechselt zwischen verschiedenen Protagonisten, Zeiten und Orten. Darüber hinaus ist jedes Kapitel aus einer anderen Perspektive geschrieben und in einem jeweils anderen Stil. (An dieser Stelle ist in jedem Fall Kapitel 12 zu nennen - das als Powerpoint-Präsentation gestaltete "Folientagebuch" der 12jährigen Alison Blake) Sicherlich ist es nicht einfach, den Überblick zu behalten, wem man grade in welcher Zeit und an welchem Ort folgt, aber zumeist erklärt es sich während des Lesens, da wir immer wieder über bekannte Gesichter stolpern - wenn auch erst ein paar Kapitel später. Dieses Buch ist unfassbar Mich hat die kreative Vielfalt der Kapitel und die virtuose Sprache begeistert - bestimmt nicht zuletzt auch dank Heidi Zeltmann, der Übersetzerin des Buches. Dabei ist und bleibt der Inhalt und die eigentliche Aussage eher etwas traurig. Wenn wir die verschiedenen Menschen während der gut 50 Jahre begleiten, nämlich von dem Ende der 1970er Jahre bis hin zum Ende der 20er im 21. Jahrhundert, wird deutlich, dass ein jeder der Frage nachgeht, wie er dort angekommen ist, wo er sich grade befindet - wo der Abzweig war, der ihn an diesen Ort gebracht hat, oder warum er eben diesen nicht genommen hat. Vielleicht befindet sich eben jeder auf der Suche nach seiner verlorenen Zeit - Marcel Proust wird nicht von ungefähr gleich zu Beginn des Buches zitiert. Dieses Buch ist unfassbar und daher unbedingt lesenswert Wem die Musik am Herzen liegt und wer sich ebenfalls fragt, ob die Zeit die Wunden heilt, oder doch eher schlägt, kommt an diesem Buch nicht vorbei. Ein schönes Stück prosaischer Sprache ist es allemal.

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  • Rezension zu "Der größere Teil der Welt" von Jennifer Egan

    Der größere Teil der Welt
    Stadtbuecherei_Wuerzburg

    Stadtbuecherei_Wuerzburg

    13. March 2012 um 14:28

    Die US-amerikanische Autorin hat für den Roman „Der größere Teil der Welt“ den Pulitzerpreis 2011 erhalten und wurde damit in die erste Liga der zeitgenössischen amerikanischen Literatur katapultiert. „Der größere Teil der Welt“ ist ein Konglomerat von Personen und Geschichten. In dreizehn miteinander verflochtenen Kapiteln begegnet dem Leser / der Leserin eine Fülle von Ereignissen auf unter-schiedlichsten Zeitebenen. Das Leben des Musikproduzenten Bennie Salazar und seiner Assistentin Sasha aus dem exzentrischen Milieu der Musikindustrie, bilden die Schnittstelle des Buches. Weitere Protagonisten sind Helden und Gestrandete, Abgestürzte und Gescheiterte der Musikbranche. Gleich ob Musiker, PR-Agentinnen, Produzenten, Büroassistentinnen, Groupies, sie alle sind gebrandmarkt von den egozentrischen und gierigen Machenschaften der Musikindustrie. Temporeich und virtuos spannt Jennifer Egan den Bogen von den 1970ern in San Francisco über die 90er in New York bis hin in eine nicht mehr allzu ferne digitale Zukunft. Dabei geht sie auch der Frage nach, wie sich unsere Welt im digitalen Zeitalter verändern könnte. Die Erzählperspektiven und Erzählformen wechseln stets unvermutet und unvorhersehbar. Randfiguren treten aus dem Schatten der Nebenhandlung plötzlich ins Rampenlicht. Jede dieser Figuren hat eine eigene Ausdrucksform und die diversen Szene - und Perspektiven-Wechsel hinterlassen jeweils einen ganz bestimmten Eindruck, wie es eben Songs und Lieder tun. Dabei wird der Lesefluss nie unterbrochen: im Gegenteil, gerade durch die unkonventionelle Art des Handlungsgerüstes entwickelt der Roman einen Sog, dem man sich nur schwer entziehen kann. Mit spielerischer Leichtigkeit werden die verschiedenen Facetten der Charaktere an den unterschiedlichsten Plätzen dieser Welt beleuchtet und festgehalten. Man merkt, dass die Autorin weiß wovon sie schreibt. Die mosaikhafte Komplexität, die Motive aus Musik, Literatur und Kunst und die philosophischen Andeutungen wirken nie angestrengt oder unnötig kompliziert. Jennifer Egan erzählt mal nüchtern, mal nachdenklich, mal humorvoll -aber immer mit viel Groove von Liebe, Freundschaft und Verlust.

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  • Rezension zu "Der größere Teil der Welt" von Jennifer Egan

    Der größere Teil der Welt
    murmel

    murmel

    08. March 2012 um 09:27

    das buch setzt sich im grunde genommen aus mehreren kurzgeschichten zusammen, die im wechsel von verschiedenen protagonisten im buch erzählt werden. man trifft auf verrückte charaktere, verzweifelte, junge, gealterte, normale. jeder steuert einen teil zu diesem buch bei und macht daraus eine geschichte, die ein halbes jahrhundert umspannt und versucht zu ergründen, wie jede dieser personen sich vom ausgangspunkt weiter entwickelt hat. einen kurzen inhalt widerzugeben erscheint mir unmöglich, da "der größere teil der welt" einfach ein wahnsinnig gutes und vielschichtiges buch, welches erzählt wie das leben einfach passiert. jennifer egan hat außerdem einen richtig guten schreibstil und dies war bestimmt nicht das letzte buch, was ich von ihr gelesen habe.

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  • Rezension zu "Der größere Teil der Welt" von Jennifer Egan

    Der größere Teil der Welt
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    27. February 2012 um 10:34

    Für diesen Roman hat die amerikanische Schriftstellerin Jennifer Egan 2011 den Pulitzerpreis bekommen. Es ist ein Buch, das in Vor- und Rückblenden eine Geschichte erzählt, die viel von Musik handelt und zur Zeit des Punk beginnt, als sich 1979 eine Gruppe namens The Flaming Dildos gründet, und in den zwanziger Jahren des 21. Jahrhunderts endet. Es ist ein Roman, der im Wesentlichen aus Nebenfiguren besteht und immer wieder in verschiedenen Variationen ein Thema beschreibt. Was macht die Zeit aus Menschen, wenn sie versuchen sich in ihr einzurichten und ihren ganz persönlichen Ort in ihr zu finden. Es ist auch ein Roman, der frei und unabhängig experimentiert mit anderen Formen. So hat sie etwa ein ganzes Kapitel über mehrere Dutzend Seiten in der Form einer Power-Point- Präsentation geschrieben. Doch es sind nicht nur die persönlichen Schicksale rund um die Lebensläufe der Mitglieder der oben erwähnten Band und der leichte Umgang mit anderen Stilformen, die das Buch zu einem echten Leseerlebnis machen. Es ist vor allem die Sprache Jennifer Egans, die aufhorchen lässt, wie sie mit ihren Figuren spielt, wie sie durch die Zeit und ihre Ebenen spaziert, dass man schon aufpassen muss, dass man die Zusammenhänge zwischen den Personen durch die Zeiten nicht verliert. Schöffling &Co hat schon seit 1999 die Bücher Jennifer Egans verlegt, zu einer Zeit, als noch niemand sie hierzulande kannte. Die Verleger werden sich nun nach diesem auch ökonomischen Erfolg (das Buch verkauft sich sehr gut) in ihrem Glauben an ihre Autorin bestätigt sehen.

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