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darigla

vor 2 Jahren

(5)


Inhalt:


Eine Tortur jagt die Nächste.
Nur knapp hat Gwen den Kampf mit Jasmine überlebt. Und gewonnen. Nun ist Jasmine wirklich tot und Gwen hat den Hass ihrer ganzen Schnitter-Familie im Rücken.
Noch nicht richtig von den ganzen Ereignissen erholt, und schon folgt das nächste qualvolle Ereignis. Der Winterkarnelval. Bei diesem Skiausflug spielen Partys, Alkohol und Sex die Hauptrollen.–Nicht ganz Gwens Fall. Nichtsdestotrotz lässt sie sich dazu überreden mitzufahren. Aber vielleicht war es ja doch die richtige Entscheidung mitzukommen? Preston, ein Schüler der New York Academy hat es Gwen nämlich angetan und das Interesse beruht auf Gegenseitigkeit…
Doch die Schnitter des Chaos sind Gwen immer noch auf den Fersen und Gwen beginnt zu realisieren, dass sie in ernsthafter Lebensgefahr steckt…


Meine Meinung:

Der Einstieg in das Buch fiel mir sehr leicht. Die Handlung schließt beinahe nahtlos da an, wo der erste Teil geendet hat, sodass man direkt wieder Anschluss an die Geschichte findet. Erleichtert wurde das ganze durch viele Rückblicke und Erinnerungsauffrischer, die Estep einbaut. Meiner Meinung nach wurde jedoch das erste Drittel des Buchs etwas von diesem auf Geschehnisse des ersten Teils rückgreifendem Schreibstil dominiert, sodass ich das Gefühl hatte, als wäre beinahe nichts neues passiert.

Generell gefiel mir Esteps Schreibstil wieder einmal sehr gut. Sie schreibt, wie ich finde, unverwechselbar. Ein Hauch Humor, gepaart mit einer zum Teil sehr jugendlichen Ausdrucksweise und nichtsdestotrotz der Möglichkeit Spannung aufzubauen. Das Buch ließ sich so sehr angenehm und flüssig lesen!
Jedoch tritt auch in diesem Band wieder das Problem der Wiederholung auf. Nicht nur bei den bereits angesprochenen Rückblicken, sondern bei vielen Ausdrucksweisen und einzelnen Wörtern. Diesmal habe ich es aber nicht als allzu störend empfunden.

Der Anfang der Geschichte war meiner Meinung nach etwas ruhiger. Zwar geschehen einige Ereignisse, die definitiv Fragen aufwerfen und für ein klein wenig Spannung sorgen, doch all das wurde durch die ständigen Rückblenden ein wenig überschattet.
Im weiteren Verlauf baut sich hingegen definitiv Spannung auf. Sei es aufgrund von Gwens unerwiderten Gefühlen für Logan, der neuen Bekanntschaft Prestons oder wegen etwas gänzlich anderem. Man hat immer einen Grund weiterzulesen.
Einen Kritikpunkt habe ich jedoch noch: Ich fand, dass das Ende des Buchs etwas vorhersehbar war. Estep gibt dem Leser nämlich immer wieder kleine Hinweise, die schließlich in der Auflösung des Geheimnisses münden. An manchen Stellen hatte ich leider das Gefühl, als würde es die Autorin etwas zu gut meinen, weshalb der große Knaller zum Schluss ausblieb.

Die Charaktere wurden gut dargestellt und erschienen mir tiefgründig und vielschichtig. Man lernt Seiten von Figuren kennen, von denen man nicht wusste, dass sie diese besitzen, was mir ziemlich gut gefiel.

Gwen steht wieder im Mittelpunkt der Handlung. Sie befindet sich immer noch im Liebeschaos wegen Logan, der ihre Gefühle nicht erwidert. Zu ihrem Glück kann Daphne sie überreden mit zum Winterkarneval zu kommen, da sie dort auf den umwerfenden Preston trifft, der sie anscheinend genauso toll findet, wie sie ihn…Aber nicht nur das widerfährt ihr. Auch ihre Gabe scheint sich mittlerweile weiterzuentwickeln. Eine Tatsache an die Gwen sich vorerst noch gewöhnen muss.
Alles in allem konnte ich mich ziemlich gut mit Gwen identifizieren und mochte sie mit jeder Seite mehr. Sie wurde mir immer sympathischer und ich konnte mich gut in sie hineinversetzen, bis auf ein paar Launen, die sie hatte. Sie beginnt an sich und den Herausforderungen, die sie sich stellt, zu wachsen.
Geschrieben wurde das Buch übrigens aus Gwens Sicht in der ersten Person Singular, sodass man sich ziemlich gut in sie hineinversetzten kann, da man so ihre Gedanken mitverfolgen kann.

Natürlich spielt auch Logan wieder eine tragende Rolle. Der Spartaner hat Gwen das Herz gebrochen indem er eine Beziehung mit der Amazone Savannah eingegangen ist, mit der er ziemlich glücklich zu sein scheint. Zu allem Überfluss ist er auch noch ihr Trainer, der ihr helfen soll sich im Falle eines Falles gegen einen Schnitter verteidigen zu können. Somit sehen sich die beiden unweigerlich jeden Tag…

Es gibt aber noch viele andere Charaktere wie Daphne, Carson und natürlich auch Preston. Ich möchte euch jedoch nicht zu viel verraten, weshalb ich lieber gar nichts sage :-) (Außer, dass auch die Nebenfiguren, zu denen diese drei und noch viele andere zählen, ebenfalls sehr gut nachzuvollziehen sind und dargestellt wurden!)

Das Cover ist, wie ich bereits in der Rezension zu Frostkuss geschrieben habe, nicht so ganz mein Fall. Dieses Mal jedoch finde ich, dass das abgebildete Motiv besser zur Geschichte passt, als das des ersten Teils, da die Augen immerhin purpurn (eines von Esteps Lieblingsworten) sind, so wie Gwens Augen in der Geschichte auch.
Den Titel finde ich ganz passend zur Handlung gewählt und schlecht finde ich ihn eigentlich auch nicht ;-)


Zitate:

» […] Ich [ließ] die Geschehnisse des Tages noch einmal Revue passieren. Erst der Geländewagen und nun der Pfeil im Bücherregal. All das ließ nur einen Schluss zu. Jemand versuchte mich umzubringen. Aber diesmal war es nicht in der Turnhalle, und es war auch nicht nur Training. Nein – diesmal meinte es jemand ernst.«Seite 73

»Wenn ich nicht für mich selbst einstand, wenn ich nicht versuchte, mich gegen den Schnitter zu wehren, der mich umbringen wollte, würde ich es vielleicht nie schaffen – und Nike hätte umsonst ihr Vertrauen in mich gesetzt. Ich wollte mich des Vertrauens der Göttin des Sieges würdig erweisen – und all den anderen Frost-Frauen Ehre machen, die über die Jahre Nikes Champions gewesen waren. Ich wollte die Bösen und die Dunkelheit, die in ihnen lauerte, bekämpfen.«Seite 215


Fazit:
Wieder einmal konnte mich Jennifer Estep mit der Geschichte und dem Schauplatz der Mythos Academy faszinieren. Ihr Schreibstil gefiel mir gut, auch wenn mich die ständigen Wiederholungen am Anfang des Buchs etwas gelangweilt und genervt haben. Den weiteren Verlauf der Handlung mochte ich. Es war spannend, dennoch hätte Estep meiner Meinung nach weniger Hinweise zur Auflösung des Buchs geben können, da so etwas Spannung auf der Strecke blieb. Die Charaktere wurden im Großen und Ganzen ebenfalls gut dargestellt.Ich vergebe 3 von 5 Herzen  an die solide Fortsetzung des Vorgängers Frostkuss. Leute, die den ersten Teil mochten werden auch ihren Spaß mit dem zweiten haben. In meinen Augen ist Frostfluch jedoch kein absolutes Must Read, sondern eher ein sehr kurzweiliger Lesespaß. Nichtsdestotrotz weder ich die Reihe weiterverfolgen.
Anmerkung:
Mein Dank gilt dem Piper Verlag, die mir freundlicherweise ein Rezensionsexemplar von Frostfluch zur Verfügung gestellt haben! Vielen, vielen Dank!

Autor: Jennifer Estep
Buch: Mythos Academy - Frostfluch
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