Jennifer Gooch Hummer

 4.3 Sterne bei 71 Bewertungen

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Der Sommer, als Chad ging und Daisy kam

Der Sommer, als Chad ging und Daisy kam

 (71)
Erschienen am 03.03.2017
Girl Unmoored

Girl Unmoored

 (0)
Erschienen am 23.11.2013

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Rezension zu "Der Sommer, als Chad ging und Daisy kam" von Jennifer Gooch Hummer

Vollkatastrophe
CocuriRubyvor 8 Monaten

Der Schreibstil ist okay bis nicht gut – er ist recht einfach und ohne jede Besonderheit. Jedenfalls ohne positive, denn besonders sind so mache verqueren Formulierungen wie z.B. „Das einzige was ich riechen konnte war Dads kritischer Blick“ (S. 104).


Sowohl die Protagonistin als auch alle anderen Figuren entsprechen Stereotypen und sind relativ einfach gestrickt. Von vertieften oder sonderlich vielschichtigen Charakteren keine Spur.


Hinzu kommt auch noch, dass Apron (die Protagonistin) sehr jung ist (13) – generell richtet sich das Buch an ein sehr junges Publikum, bis maximal 14 würde ich sagen. Dementsprechend ist die Geschichte aufgebaut – es entspricht also überhaupt nicht meinen Lesegeschmack.

Alles ist voll mit Teenie-Drama und Klischees (selbst bei den erwachsenen Figuren) – inklusive der besten Freundin, die natürlich keine ist (auch die Prota ist keine gute Freundin und hat nie auch nur ein nettes Wort für sie übrig) und die neue Frau an der Seite ihres Vaters, hasst Apron natürlich und will eigentlich sowieso nur ein Visum, was der Vater natürlich nicht merkt.


Außerdem ist das Buch auch ganz klar an ein amerikanisches Publikum orientiert – vorrangig an die Südstaaten.

Zum einen haben wir ständig Jesus-Anspielungen, das Wort Jesus taucht auf jeder zweiten Seite auf, das fand ich schon ziemlich nervig. Außerdem zeigt sich, dass das Schulwesen eine Farce ist.


Dann haben wir natürlich auch sexistische Muster in dem Buch: wie z.B. die Marguerite, die den armen, gut verdienen Mann ausbeuten will und dafür über Leichen geht oder sich auch solche Sätze finden lassen wie „Von Rennie (die angeblich beste Freundin) war ich es gewohnt, dass sie so dämliche Sachen sagte, aber nicht von einen Mann.“ (S. 76)


Natürlich haben wir auch Homophobie, zu dessen Thema sich u.a. so selten dumme Sätze finden lassen wie: „Ich hatte noch nie zuvor einen echten Schwulen gesehen. Alle behaupten zwar, P wäre einer, aber dafür war er noch viel zu jung. Schließlich konnte man erst schwul sein, wenn man wenigstens alt genug für den Führerschein war.“ (S. 81) Woraufhin die Prota von den gerade „entlarvten“ Schwulen abrückt. Natürlich sind dessen Hobbys auch Blumenschmuck, Musicals, Tanzen, Mode, von Hochzeiten träumen – denn was sollten Schwule auch sonst machen. Es war kaum zu ertragen! Und solche selten dummen Sätze tauchten häufig auf.


Es sollte vermutlich so rüber kommen, dass das Buch das Thema Homophobie aufgreift und „aufklärt“. Das ist aber, wenn überhaupt nur sehr begrenzt passiert. Die ganze Darstellung ist komplett verkorkst und klischeebeladen.

Es kann sogar sein, dass es die besagte Zielgruppe genau da abholt, wo sie stehen und die das ganz anders einschätzen, aber ich fand es ganz schlimm und einfach mies und rückschrittlich gemacht.


Die Handlung ist sehr sprunghaft – so sehr, dass es mir manchmal schwer fiel nachzuvollziehen warum jetzt wer wie handelt oder wie es zu dieser oder jenen Situation überhaupt kommen konnte.


Außerdem ist die Geschichte extrem oberflächlich.

Was sich auch von alleine versteht: niemand spricht sich mal mit irgendwem aus – echte Kommunikation existiert nicht. Natürlich nicht, dann könnte ja was geklärt werden und dann verpufft das Drama, worauf die ganze Geschichte basiert, weil die Autorin entweder keine Lust oder kein Talent dazu hatte, echte, tiefere Probleme zu erschaffen und zu behandeln.

Dementsprechend lösen sich die „Probleme“ auch ganz leicht, weil es ja keine echten waren. Bzw. die Probleme wären theoretisch da, aber die werden nicht ansatzweise würdig behandelt.

Insbesondere fand ich es auffällig, dass keine Kommunikation zwischen Apron und ihren Vater vonstatten geht. Falls sie doch mal über irgendwas reden, dass für mich über unverständliche Dinge – anstatt über den Elefanten im Raum zu reden.

Über die komplette Vernachlässigung seitens des Vaters fällt auch kein Wort.


Auch der Verlust der Mutter wird nicht wirklich behandelt. Es schwingt zwar etwas mit, aber auf die Gefühlswelt der Protagonistin wird diesbezüglich nicht wirklich eingegangen – ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl, dass irgendwer in dieser Familie um sie trauert. Stattdessen wird die neue Stiefmutter fokussiert.

Und die „Tipps“ die in diesem Buch gegeben werden „sie ist eine verhinderte Schönheitskönigin – mache ihr einfach viele Komplimente“ - das ist doch ein scheiß Witz.


Das Thema Aids taucht auch auf, aber das ist so flach wie auf eine Leinwand projiziert, es wird kaum etwas wirklich ausgesprochen.


Fazit

Das Buch war einfach nur schlecht, ich war so unfassbar enttäuscht. Es ist flach, oberflächlich, mit selten dummen Sätzen versehen und kaum zu ertragen. Eins der schlechtesten Bücher, die ich gelesen habe.

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Rezension zu "Der Sommer, als Chad ging und Daisy kam" von Jennifer Gooch Hummer

Hochemotional
geschichtsmagievor einem Jahr

Gestern angefangen, heute beendet: „Der Sommer, als Chad ging und Daisy kam“ von Jennifer Gooch Hummer. Das Buch ist 2014 im Carlsen-Verlag erschienen.


Aprons Leben ist in Aufruhr: Sie versucht über den Tod ihrer Mutter hinwegzukommen, die neue Partnerin ihres Vaters zieht bei ihnen ein und ihre beste Freundin hat sie abserviert. Apron droht ein einsamer Sommer. Aber dann nimmt sie einen Ferienjob in Mike und Chads Blumenladen an. Die zwei stehen ihr freundschaftlich zur Seite – und das in Zeiten, in denen sich sonst niemand um sie kümmert. Ihr Blumenladen wird für Apron zu einem zweiten Zuhause. Doch bald wird ihre Freundschaft auf eine harte Probe gestellt…


„Wenn du dieses Jahr nur ein Jugendbuch liest, sollte es dieses sein.“ So heißt es in der Beschreibung zu diesem Roman. So drastisch würde ich es nicht ausdrücken, immerhin habe ich noch einige weitere Jugendbücher gelesen, die ich noch fantastischer fand. Nichtsdestotrotz hat sich dieses Buch innerhalb der letzten zwei Tage einen großen Platz in meinem Herzen erkämpft, wo es auch bleiben wird.

Der Einstieg in die Geschichte fiel mir wunderbar leicht. Es wird aus Aprons Sicht erzählt, eine Protagonistin, die gerade mal in die siebte Klasse geht. Meiner Meinung nach haben besonders Kinder oder noch jüngere Jugendliche so eine erfrischend ehrliche Art, dass es einfach Spaß macht, die Welt aus ihrer Sicht zu entdecken. So war es auch diesmal. Ich habe in Apron einen unfassbar herzensguten, lieben, ehrlichen Charakter gefunden. Wäre ich auch wieder so jung wie sie und wäre sie nicht erfunden, wären wir hoffentlich Freundinnen geworden.

Aber nicht nur Apron, sondern alle anderen Charaktere in diesem Buch haben etwas ganz Einzigartiges an sich, sei es nun positiv oder negativ. Mit Mike und Chad als gleichgeschlechtliches Paar wird auch ein Thema konkretisiert, was immer noch in vielen Teilen der Welt als Tabu gilt. Nicht hier. Auf wunderbar kindliche Art und Weise lernt Apron, was es mit der Liebe von Mike und Chad auf sich hat und dass auch ihre Liebe völlig okay ist. Zusammen bilden sie ein Dreierpack, das voller Humor, aber auch Ernsthaftigkeit ist. Mich hat es erschreckt, wie vielseitig dieses Buch sein konnte, mal unglaublich witzig, dann so traurig, dass es mir schon fast bizarr vorkam.

Neben Homosexualität wird noch ein weiteres Tabuthema angeschnitten. Hierbei merkt man allerdings als Leser recht schnell, dass die Geschichte wahrscheinlich weiter in der Vergangenheit spielt, als ich zunächst dachte. Leider werden dadurch auch veraltete Ansichten in Bezug auf dieses Thema sehr deutlich, was ich schade finde, da ich dachte, dass wenigstens dieses Vorurteil endlich mal aus der Welt geschafft wäre. Wovon ich schreibe, könnt ihr dann beim Lesen selbst herausfinden.

Neben den unfassbar tollen Charakteren hat mich auch der Schreibstil von J. G. Hummer begeistert. Zuvor habe ich meines Wissens noch nie ein Buch von ihr gelesen, weshalb ich natürlich nicht wusste, was mit diesem Jugendbuch auf mich zukommt. Wie bereits angedeutet, wird die Geschichte auf eine noch eher kindliche, aber entwaffnend ehrliche Art erzählt. Dies spiegelt sich auch durch die einfache, aber auf den Punkt gebrachte Wortwahl wider. Völlig absurde Metaphern zeigen die junge, frische Seite von Apron; schockierend ernste Beschreibungen, wie sie viel zu schnell erwachsen werden musste. Noch dazu ließ sich der Schreibstil der Autorin sehr flüssig, schnell und leicht lesen, sodass man sich komplett auf den Inhalt konzentrieren konnte.

Der einzige Kritikpunkt, der mir zu diesem Roman einfällt, ist die Titelwahl. Meiner Meinung nach lässt diese leider, leider viel zu schnell durchblicken, wie sich die Geschichte entwickeln wird. In gewisser Weise verrät also schon der Titel, wie das Ende dieses Buchs sein wird.

Alles in allem handelt es sich bei „Der Sommer, als Chad ging und Daisy kam“ um ein bewegendes Buch rund um die Themen Freundschaft, Liebe, Abschied nehmen und Erwachsen werden. Ich kann dieses hoch emotionale Buch wirklich jedem Leser weiterempfehlen!

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Rezension zu "Der Sommer, als Chad ging und Daisy kam" von Jennifer Gooch Hummer

Ein gute Mischung von schön und traurig !
Ein LovelyBooks-Nutzervor einem Jahr

Das Buch hat mir erstmal von der Aufmachung verdammt gut gefallen ! Ich besitze das Hardcover und unter dem Umschlag hat es mir so so gut gefallen, dass ich schon richtig lust hatte es zu lesen. 


Zu beginn wird über ein Musical Besuch geredet und als ich gemerkt habe, dass ich selbst in dem Musical schon war, hat mich das noch mehr gefesselt da direkt eine Verbindung da war. Ich konnte mich mit Apron ziemlich gut identifizieren und habe sie sehr gut verstanden. Bei M habe ich des öfteren einen Wund Anfall bekommen, da ich sie nicht ausstehen konnte. Aprons Vater tat mir ziemlich, was er alles schon durch machen musste, aber ich mochte ihn total und seinen Job fand ich auch gut, das hat dem Buch ein wenig Charm und etwas außergewöhnliches geben. Chad und MIke waren einfach nur zum lieb haben. Nicht nur das sie einen Blumenladen hatte sondern auch ihre art und weise fand ich super. Und sonst fand ich ein sehr schöne Geschichte. Es war zwar ein wenig vorhersehrbar ab einem gewissen Zeitpunkt, aber das war gar nicht schlimm da es trotzdem sehr gut war.


Der Titel passt zu 100 Prozent zum Inhalt was mir echt gut gefallen hat. 


Außerdem hat mir auch richtig gut gefallen, dass da einige lateinische Sprichwörter drin waren und sogar ziemlich schöne. 


Warum es keine 5 Sterne gibt, liegt daran das mir ein wenig die Gefühle gefehlt habe, also es war schon emotional aber irgendwie hätte ich nichts dagegen gehabt wenn noch mehr Gefühle drin gewesen wären, damit es richtig unter die Haut geht. 


Sonst kann ich das wirklich nur jedem empfehlen wer mal etwas leichtes aber schönes und ein bisschen trauriges lesen möchte, es war die perfekte Mischung für mich. 

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