Jennifer Haigh Auftauchen

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Inhaltsangabe zu „Auftauchen“ von Jennifer Haigh

Was wird aus einer Familie, wenn durch einen Schicksalsschlag die schöne Fassade vom vollkommenen Glück zusammenbricht? Nach außen sind die McKotchs eine geradezu perfekte Familie. Doch als die 13-jährige Gwen schwer erkrankt, zeigt sich plötzlich, wie einsam jeder von ihnen ist. Zu hoch sind die Erwartungen, die alle haben, zu groß die Zweifel an der Liebe zueinander. Allein Gwen gelingt es schließlich als junge Frau, ihrem Schicksal zu trotzen. Als sie sich verliebt, hat sie das Gefühl, endlich aufzutauchen und befreit zu sein. Doch ihr unverhofftes Glück löst in ihrer Familie fatale Emotionen aus.

So richtig warm wurde ich mit dem Buch nicht. Irgendwie hat es mir an Wärme und Empathie gefehlt.

— KarenS
KarenS

Ein faszinierender Roman der einem sehr nahe geht!

— Kaci
Kaci

Ein Buch was manchmal sehr nah an mein Leben kam, ein eindringlicher und intimer Roman.

— rallus
rallus

Ich hab geweint und gelacht, was gibt es besseres über ein Buch zu sagen...10 Punkte wenn es das gäbe!

— Opal
Opal

Ich fand die Leseprobe schon so toll von dem Buch und hoffe, dass ich es mir bald gönnen kann :))

— AllesSchwarz
AllesSchwarz

Es liegt schon hier bei mir, werd es wohl bald lesen, ihr fixt mich so sehr an ;o)

— Binea_Literatwo
Binea_Literatwo

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    Auftauchen
    Kaci

    Kaci

    25. January 2015 um 21:39


    Beginnend mit einem Schicksalsschlag und dessen Folgen für die McKotches, schildert Jennifer Haigh die verschiedenen Blickwinkel und Gefühle der Familienmitglieder. 
    Das eintauchen in die Lebensgeschichten der verschiedenen Charaktere ist ein Genuss, bis man schlussendlich wieder auftauchen muss...
    Ein faszinierender Roman der einem sehr nahe geht!

  • Erwachsen werden

    Auftauchen
    Serenity482

    Serenity482

    24. May 2014 um 21:21

    Gwen ist ein Mädchen wie jedes andere auch. Dennoch stimmt etwas nicht. Sie wächst nicht mehr, bekommt keinen Busen, wie die anderen in ihrem alter. Sie hat das Turner Syndrom. Sie wird nie in die Pubertät kommen... Doch Gwen lebt ihr leben, versucht es hinzunehmen wie es ist. Bis sie endlich anfängt sich zu verändern, und ihr Leben in bessere bahnen zu lenken...und sich verliebt.  Eine schöne Geschichte über ein Mädchen, die einfach nur ein richtiges Leben haben will. Die Geschichten innerhalb der Story fand ich oftmals zu lang gezogen und auch uninteressant.  Billys Geschichte und seine Angst vorm Outing dagegen war gut und bewegend geschrieben.  Gerne hätte ich mehr über die Krankheit erfahren, wie hat sich Gwen in der Jugend gefühlt, wie hat sie alles erlebt...dies wurde leider nicht beschrieben.

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  • The Condition

    Auftauchen
    rallus

    rallus

    30. March 2014 um 18:11

    "The Condition" - (Bedingung, Verhältnis, Zustand) der dritte Roman von Jennifer Haigh, ist mit "Auftauchen" anders, aber auch sinnbildlich übersetzt worden. Anders als im reißerischen Klappentext beschrieben, geht es nicht um einen Schicksalsschlag der die Fassade des Glücks auseinanderbricht, nein, beschrieben werden - aus den verschiedenen Blickwinkeln der Familienmiglieder - deren Leben, ihr Aufwachsen, ihr Verhältnis zu den anderen, zur Familie, ihre Probleme. Wir beginnen 1976, ein normaler Sommer wie immer, die Familie begibt sich mit anderen Verwandten in das im Familienbesitz gehörige Sommerhaus. In diesem Sommer ist der Keim gelegt, der Keim der die Familie zerbrechen läßt und alle Mitglieder jahrelang unter Wasser taucht. Da ist Billy der Älteste und Lieblingskind, der sich nicht traut seiner Familie zu erzählen, dass er schwul ist. Lieber wirft er sich in Arbeit, macht nie Urlaub, ist nicht erreichbar. "Das letzte einer langen Liste von Dingen, die er hätte sagen sollen. Ich liebe Dich. Verlass mich nicht. Mutter, ich bin. Vater, ich bin. Lauren, ich bin. Ja, ich bin." Gwen, die mittlere Tochter, kämpft mit ihrem Turner-Syndrom, eine Krankheit, die verhindert, dass sie zur Frau wird, die keine Pubertät hat und klein bleibt. Scott , der Jüngste, ist ständig bekifft und flüchtet mit Penny und 2 Kindern, notorisch pleite, in ein scheinbares Eigenhausglück. Auch Frank und Paulette die Eltern haben ihre Geschichte ihre Träume und ihr Verlangen. Alle Sichten sind nachzuvollziehen, es gibt hier kein richtig oder falsch. Ihren Ursprung vergessen die Familienmitglieder nie. "Zeit war kein Gespenst; sie hatte Gewicht, Geruch und Substanz." Ihre Liebe untereinander ist sehr dauerhaft, doch nicht alles wird verziehen: "Aber Liebe ist ein Stoff wie jeder andere. Sie hält Strapazen nur eine gewisse Weile aus. Über kurz oder lang macht sie dann schlapp." Jennifer Haigh schafft es galant uns das Innenleben aller Beteiligten authentisch und eindringlich zu schildern. Sie bedinet sich einer direkten und schnörkellosen Sprache. Dabei nehmen wir auch an den Gedanken der Charaktere teil, was eine intime Atmosphäre schafft und jede der 5 zu einer voll- und gleichwertigen Hauptfigur macht. Am Ende wird das allseits beliebte Bild vom Auftauchen geschaffen, was den Leser und jede der Figuren erfasst. Ein faszinierender, naher und inniger Roman, mit einer nachhaltig erzählten Familiengeschichte. Volle Punktzahl

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  • Rezension zu "Auftauchen" von Jennifer Haigh

    Auftauchen
    Bellami

    Bellami

     

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  • Rezension zu "Auftauchen" von Jennifer Haigh

    Auftauchen
    bücherelfe

    bücherelfe

    12. July 2011 um 21:28

    Es ist das Jahr 1976 Die McKotches scheinen auf den ersten Blick eine glückliche Familie zu sein. Aber wie so oft, trügt der Schein. Die ersten Szenen, bei den alljährlichen Familienferien mit Onkeln, Tanten, Cousinen und Cousins auf Cape Cod zeigen recht schnell, dass es hinter der Fassade heftig brodelt. Die drei Kinder von Paulette und Frank könnten unterschiedlicher nicht sein. Der hyperaktive neunjährige Scott treibt die Eltern in den Wahnsinn; der vierzehnjährige Billy ist ein Traum von einem Sohn und die dreizehnjährige Gwen scheint sich in letzter Zeit irgendwie nicht weiter zu entwickeln. Dunkle Wolken ziehen auf. Fast macht es den Anschein, als wäre man beim Aufschlagen dieses Buchs mit einem Vergrösserungsglas ausgestattet worden. Die einzelnen Charaktere werden so genau in all ihren Facetten beleuchtet, dass ihre Verhaltensweisen, ihre Entscheidungen, ihre Gedanken nachvollziehbar werden. Und auch wenn etwas erst unverständlich erscheinen mag, scheint einem mittels Rückblenden gleichsam ein Licht aufzugehen und alles wird sonnenklar. Stilsicher schreibt Jennifer Haigh darüber, wie Beziehungen sich gegenseitig beeinflussen, was Missverständnisse anrichten können und dass letztlich Loslassen manchmal das einzig Richtige ist. Fazit: Ein Familienroman der Extraklasse. Für mich vergleichbar mit Jonathan Franzen’s „Freiheit“.

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  • Rezension zu "Auftauchen" von Jennifer Haigh

    Auftauchen
    Mohnbluemchen

    Mohnbluemchen

    07. June 2011 um 10:28

    Hmh...bei diesem Buch bin ich irgendwie ziemlich zwigespalten. Auf der einen Seite hat es mir wirklich gut gefallen, es war schön geschrieben, ließ sich sehr gut lesen und ich habe selten ein Buch gelesen, in dem die Protagonisten so genau und lebendig beschrieben wurden. Das genau ist allerdings gleichzeitig auch eine Schwachstelle des Buches - zwei Drittel wird nur vom Leben und der Vergangenheit der Charaktere berichtet, was und wie sie denken, fühlen, was schiefgelaufen ist in ihrem Leben usw. Die Familie wird wirklich sehr intensiv aus allen Blickwinkeln betrachtet - einerseits sehr interessant, andererseits auch ein bisschen langgezogen. Es passiert nicht wirklich was und meiner Meinung nach hätte man auch locker einiges davon kürzen können ohne großartig was zu verpassen. Trotz allem ein sehr gelungenes Buch und ein sehr beeindruckendes ehrliches Familienportrait!

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  • Rezension zu "Auftauchen" von Jennifer Haigh

    Auftauchen
    Fantasie_und_Träumerei

    Fantasie_und_Träumerei

    28. February 2011 um 09:43

    KLAPPENTEXT: Was wird aus einer Familie, wenn durch einen Schicksalsschlag die schöne Fassade vom vollkommenen Glück zusammenbricht? Nach außen sind die McKotchs eine geradezu perfekte Familie. Doch als die 13-jährige Gwen schwer erkrankt, zeigt sich plötzlich, wie einsam jeder von ihnen ist. Zu hoch sind die Erwartungen, die alle haben, zu groß die Zweifel an der Liebe zueinander. Allein Gwen gelingt es schließlich als junge Frau, ihrem Schicksal zu trotzen. Als sie sich verliebt, hat sie das Gefühl, endlich aufzutauchen und befreit zu sein. Doch ihr unverhofftes Glück löst in ihrer Familie fatale Emotionen aus ZUR AUTORIN: Jennifer Haigh, 1969 geboren, hat Englisch und Französich studiert, unter anderem in Frankreich, wo sie dann auch unterrichtete. Nach ihrer Rückkehr machte sie einen hervorragenden Abschluss für Journalisten. Ihr erstes Buch „Mrs. Kimble“ wurde mit dem Hemingway Award ausgezeichnet. EIGENE MEINUNG: Nach anfänglichen Startschwierigkeiten, die darauf beliefen, erst einmal einen Überblick über die Familie zu bekommen und in den Text einzusteigen, faszinierte mich das Buch so sehr, dass ich beim lesen völlig die Zeit vergaß. Zwischen durch stellte ich mir mehrmals die Frage, warum ich eigentlich so gefesselt war. Was ist das besondere an diesem Buch? Das besondere ist, dass es ein Buch ist über Geheimnisse und Missverständnisse wie sie in jeder x-beliebigen Familie auftreten können. Des weiteren, die sehr gut herausgearbeiteten Charaktere, die bis ins kleinste Detail gut durchdacht sind, und den Leser immer wieder mit Charakterzügen überraschen, die er ihnen nicht unbedingt zugetraut hätte. Nichts läuft nach Plan, nichts entspricht der Norm. Das ist etwas, was sowohl die Charaktere, als auch die Geschichte so nah an den Leser heranbringt. Es ist ein Stück Realität. Die Schreibe der Autorin ist bildlich, schnörkellos und bringt damit Handlungen und Gefühle der Protagonisten genau auf den Punkt. Das Buch ist in mehrere Abschnitte aufgeteilt. Der erste Abschnitt erzählt von einem Familientreffen, bei dem schon die ersten Probleme der Familie McKotch angeschnitten werden. Die beiden Eltern, Frank und Paulette, haben eine Ehekrise, die beiden noch nicht so recht bewusst ist und darauf beruht, dass sie nicht nur aneinander vorbei reden und sich dadurch ständig missverstehen, sondern, dass auch dadurch, dass sie andere Erwartungen von der Welt haben. Paulettes großes Problem ist, dass sie den Tatsachen nicht ins Auge schauen kann. Sie versucht alles zu beschönigen und hält sich an einem „Heile-Welt“-Schema fest. Dadurch stellt sie erst spät fest, dass in der Familie McKotch alles mehr Schein als Sein ist. Ihr dringlichster Wunsch ist, dass es ihren Kindern gut geht. Dabei übersieht sie völlig, dass auch diese erwachsen werden und ihr eigenes Leben gehen müssen. Auch, wenn sie dabei einige Fehler und auch negative Erfahrungen machen. Irgendwann ist ihre eigene Vorstellung, wie das Leben ihrer Kinder auszusehen hat, so übermächtig, dass sie einen dummen Fehler macht, und damit alles durcheinander wirbelt... FAZIT: Ein unterhaltsames Buch, das aufzeigt, wie es in vielen Familien wirklich zugeht. Das darstellt, wie Geheimnisse, die eigentlich dazu dienen sollen, andere zu beschützen ins Gegenteil umschlagen können, und einen völlig gegenteiligen Effekt erzielen können. Eine spannende Familiengeschichte, die hervorragend ohne großes Drumherum auskommt, und trotzdem den Leser in ihren Bann zieht.

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  • Rezension zu "Auftauchen" von Jennifer Haigh

    Auftauchen
    Chrissie007

    Chrissie007

    18. September 2010 um 21:55

    Ein wunderschöner Roman über eine Familie, die durch Missverständnisse oder einfach "Nicht-Gesagtes" lange Zeit eigentlich gar keine wirkliche Familie ist. Die Autorin schafft es durch lebhafte Beschreibung über die Gedanken und Taten die einzelnen Familienmitgliedern sehr anschaulich dastehen zu lassen. So kann man sich als Leser eine ganz eigene Meinung zu den einzelnen Charakteren machen und sich aussuchen, ob man nun denjenigen gut findet oder nicht. Ein sehr gefühlvoller Roman, der mich bei herbstlichen 12 Grad Celsisus sehr gut unterhalten hat.

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  • Rezension zu "Auftauchen" von Jennifer Haigh

    Auftauchen
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    28. August 2010 um 21:57

    Ein liebevolles Portrait einer "normalen" Familie mit allen Höhen und Tiefen.

  • Rezension zu "Auftauchen" von Jennifer Haigh

    Auftauchen
    AllesSchwarz

    AllesSchwarz

    09. July 2010 um 12:58

    Dies ist eins meiner Highlights 2010!! Schon die Leseprobe fand ich toll, und seit langem mal wieder wurde ich von dem Buch nicht enttäuscht!! Es geht um eine Familie die an der Krankheit der Tochter zerbricht. Die Tochter wird nicht erwachsen, rein äusserlich. Daran zerbricht die Ehe ihrer Eltern, da der Vater (Wissenschaftler) alles ganz genau wissen will und jeden verfügbaren Spezialisten involviert, die Mutter dagegen will es irgendwie nicht wahrhaben...die 2 Brüder gehen auch weit weg, einer nach New York, der andere erstmal nach Kalifornien. Und Gwen braucht lange, um zu verstehen, dass auch sie ihren eigenen Weg gehen muss um ihr Leben auf eigene Beine stellen zu können. Diese Familie scheitert an ihrer eigenen Kommunikationsunfähigkeit, und eigentlich wissen sie so gar nichts voneinander. Das ändert sich erst am Ende des Buches!! Der Anfang bildet ein Familienurlaub, der letzte gemeinsame, wie sich später herausstellt, bevor Gwens Krankeit diagnostiziert wird. Man wird erstmal von Namen erschlagen, aber das lichtet sich von Kapitel zu Kapitel. Dann geht es 20 Jahre später weiter. Da war ich erst etwas irritiert, aber die 20 Jahre werden aufgearbeitet, jeweils aus der Perspektive eines Familienmitglieds und am Ende fügt sich alles wieder zusammen! Es ist ein absolut tolles Buch, sehr empfehlens- und lesenwert! Es ist toll geschrieben, die einzelnen Mitglieder dieser Familie werden so beschrieben, dass man sich direkt einfühlen kann und man wird auf eine Reise geschickt! Ich bin immer noch nicht ganz wieder aufgetaucht....

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  • Rezension zu "Auftauchen" von Jennifer Haigh

    Auftauchen
    Claudia-Marina

    Claudia-Marina

    23. June 2010 um 15:59

    „Summer moved on And the way it goes You can’t tag along” (a-ha – Summer moved on) 1976. Ein Sommer auf Cape Cod, Massachusetts. Eine Familie im Sommerurlaub. Wie jedes Jahr. Die Zimmerverteilung – wie immer. Frank reist erst später an, er ist zu sehr mit seinen Forschungsarbeiten beschäftigt – nicht ungewöhnlich. Tage am Strand, meersalzverkrustete sonnenbraue Haut, salzige Meeresluft, kühle Nächte – alles Routine. So verbringt die Familie McKotch jeden Urlaub. Und dann – als der Sommer vorbei ist, verfliegt die Idylle verflogen, fällt alles auseinander und versinkt im Chaos. Bei Gwen wird das Turner-Syndrom diagnostiziert. Schon immer war sie kleiner und schmächtiger als ihre Mitschülerinnen, ihre Cousinen. Jetzt hat ihr Zustand einen Namen. Und eine Zukunft – sie wird immer so klein bleiben, äußerlich immer ein kleines Mädchen. Ihre Eltern zerbrechen an der Diagnose; sie lassen sich scheiden. Gemeinsam können sich Krankheit ihrer Tochter nicht tragen – alleine aber noch viel weniger. 21 Jahre später. Gwen und ihre Brüder Billy und Scott leben distanziert von ihren Eltern, distanziert voneinander. Drei Leben – drei Welten. War das mal eine Familie? Sie kämpfen um Anerkennung, um Liebe, um Zuneigung – sie bekommen nicht, was sie sich wünschen. Erst als Gwen sich verliebt, kommt eine Welle ins Rollen, eine riesige Welle – und es sieht so aus, als würde sie auch noch die letzten Reste des Familiengefüges überrollen. Auftauchen. Sich freischwimmen. Das sind die zentralen Themen in Jennifer Haighs Roman; auf jede erdenkliche Weise betreffen sie die Protagonistin Gwen und die Mitglieder ihrer Familie. Sie alle müssen ihre Lebensentwürfe überdenken, ihre Horizonte verschieben; und Entscheidungen treffen. In sicheren Gewässern bleiben oder sich in tiefes Wasser vorwagen? Ein Familienroman. Darüber, was Familie alles aushalten kann. Aushalten muss. Aushalten darf. Nachdenklich habe ich dieses Buch zugeklappt. Nachdenklich und sehr bewegt. Darüber, wie Gwen ihr Schicksal meistert, wie sie sich gegen die Bevormundung ihrer Mutter Paulette zur Wehr setzt, wie sie sich trotz ihres Handicaps dem Leben stellt. Und dabei nicht verzweifelt. Nicht untergeht. „Seasons can't last And there's one thing Left to ask” (a-ha – Summer moved on)

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  • Rezension zu "Auftauchen" von Jennifer Haigh

    Auftauchen
    Binea_Literatwo

    Binea_Literatwo

    Soeben bin ich aufgetaucht. Ich komme von ganz tief unten, in meinen Haaren ist Sand, Algen hängen mir im Gesicht und mein Mund ist noch voller Wasser. Aufgetaucht. Ich bin oben, angekommen. Die Sonne scheint auf meine Haut, mir wird warm. Immer noch auf dem Meeresgrund, ganz tief unten drin in einem strudeligen Wirrwarr, befinden sich noch immer Gwen und ihr ganzes familiäres Umfeld, mehrere Generationen. Wie ein langsames Auftauchen schlängeln sich die Ereignisse rund um die Familie. Die Zweifel sind groß, die Geheimnisse untereinander und voreinander da, das Vertrauen zerrissen, die Liebe erscheint fleckenartig. Jeder lebt für sich in seiner eigenen kleinen Welt, die Kommunikation ist nur fetzenhaft möglich und daran bröckelt die Familie vor sich hin. Als Optimist sag ich mir oft: Wenn du denkst, es geht nicht mehr, kommt irgendwo ein Lichtblick her. Doch wo ist der im Buch? Es geht tiefer, tiefer und tiefer. Selbst als ich schon auf dem Grund angekommen bin, fing der Sand an nachzugeben und es ging noch ein Stück tiefer. Dennoch schaffen es einige Sonnenstrahlen bis zum Grund, der Lichtblick scheint nicht verloren. Anfangs gelingt es nicht gleich in das Buch einzutauchen, viele Charaktere stürmen auf den Leser ein. Iich hab hinter jeder Buchseite gelauert, endlich den Weg mit Gwen, die von Geburt an unter dem Turner Syndrom leidet, gemeinsam zu bestreiten. Doch nicht Gwen steht im Mittelpunkt, denn ihre Krankheit ist für sie vertretbar und absolut lebensfähig, doch ihr Umfeld scheint die Probleme zu haben, sie ist eher Randfigur und hat die helfende Hand. Aber gerade das macht dieses Buch zum Erlebnis, denn der Leser wir zum Andersdenken animiert. Sind wir nicht oftmals diejenigen die denken, es geht uns gut und den anderen Menschen geht es schlecht, nur weil sie körperlich etwas anders sind? Eine Leseerfahrung in der Lebensmitte der großen Familie um Gwen, mehr möchte ich einfach nicht verraten, jeder wird diese Familiengeschichte anders lesen und seinen eigenen Hauptprotagonisten suchen und finden. Das Meer ist tief, der Grund sandig, es strudelt oft zwischendrin, es schwimmen Algen im Sichtfeld umher, der Druck auf den Ohren ist stark, aber wenn man hochblickt, sieht man die sonnendurchflutete Oberfläche und es ist zu schaffen. Zu schaffen, aufzutauchen. Niemandem ist geholfen, wenn man alles für sich behält, einfach alles laut aussprechen. Mann muss es hören können. Ich liebe dich. Verlass mich nicht. Mutter, ich bin. Vater, ich bin. Ja, ich bin.

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  • Rezension zu "Auftauchen" von Jennifer Haigh

    Auftauchen
    Die Buchprüferin

    Die Buchprüferin

    15. May 2010 um 19:17

    Ach, könnte ich nur wieder abtauchen in diese faszinierende, komplizierte Geschichte einer Familie ... Zerbrochen seit der Diagnose von Gwens Krankheit – sie wird äußerlich immer ein Kind bleiben –, hat sich die Familie inzwischen in alle Winde zerstreut. Kommunikation Fehlanzeige. Alle halten sich möglichst fern voneinander. Die alternde Paulette, die sich viel zu sehr um ihre Tochter Gwen sorgt – allerdings nicht aus ihrer eigenen Sicht. Der Wissenschaftler Frank, der ein Jahr nach der Diagnose per Scheidung von der übrigen Familie weggesprengt wurde. Billy, der älteste Sohn, der mit seinem "System" des Verschweigens sein schwules Leben verbirgt. Scott, der jüngste Sohn, der Lehrer geworden ist, obwohl er das nie wollte, und mit Penny zwei Kinder hat. Und schließlich Gwen, die ihren ungewöhnlichen Körper hinter schlabbrigen Klamotten eingemottet hat. Doch gerade Gwen ist es, die bei einem Urlaub auf St. Raphael etwas ganz Neuem begegnet – und es nach anfänglichem Zögern auch annimmt. Sich hineinstürzt, darin aufgeht, aufblüht. Und wie immer, wenn eine festgefügte Struktur an einer Stelle angenagt wird, gerät die ganze Konstruktion ins Wanken. Überall im Familiengebäude beginnt es zu brodeln. Prompt soll Scott auf das Geheiß der besorgten Paulette bei Gwen nach dem Rechten sehen. Und ebenso prompt begeht er einen Riesenfehler. Wie die Autorin die Fäden zusammenführt und es schafft, dass ihre Figuren zu sich selbst und zueinander finden, ohne in Kitsch abzugleiten, kann ich nur bewundern. Über die fast schon epische Länge von 520 Seiten setzen sich die einzelnen Charaktere (in jeweils eigener Perspektive) mit ihren Problemen auseinander, und gebannt verfolgt man, was der eine über den anderen auf diese Weise verrät. Es ist so aufschlussreich und spannend wie der Blick durch einen Spionspiegel, der immer wieder andere Teile der Familie ins Auge fasst – von der Autorin immer wieder sehr authentisch und stimmig in Szene gesetzt. Die begeisterte und berührte Buchprüferin empfiehlt Euch daher: Lesen. Lesen!!

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  • Rezension zu "Auftauchen" von Jennifer Haigh

    Auftauchen
    Agatha-Rory

    Agatha-Rory

    16. April 2010 um 17:09

    In „Auftauchen“ von Jennifer Haigh geht es um eine Familie, die an ihrer Unfähigkeit miteinander zu kommunizieren fast zerbricht. Jedes einzelne Familienmitglied lebt sein eigenes Leben ohne den Rest der Familie daran teilhaben zu lassen. Zunächst ist da Frank McKotch, der seine Zeit lieber im Labor verbringt als die Kindheit seiner Kinder mit zu erleben. Für ihn ist die Naturwissenschaft das schönste Geschenk. Er betreut Doktoranden und arbeitet sein Leben lang daraufhin in eine Akademie aufgenommen zu werden. Frank war mit Paulette verheiratet, die ihrem Ehemann unterstellte, er wäre ihr nicht treu und würde ständig anderen Frauen hinterher sehen. Ihre Ehe ist zerbrochen und beide haben fast keinen Kontakt. Ihr Vorzeige-Sohn Billy ist erfolgreicher Arzt in New York und lebt dort mit einem Mann zusammen, von dem seine Familie allerdings nicht wissen soll. Gwen leidet am Turner-Syndrom und es wird häufig thematisiert, dass ihre Krankheit ein Grund dafür ist, dass die Ehe ihrer Eltern zerbrochen ist. Doch das ist nicht der Grund dafür. Während der Vater versucht Gwen durch neue medizinische Maßnahmen zu helfen, verschließt die Mutter die Augen davor und tut lieber so als wäre alles normal. Gwen hat sich ein Leben in Pittsburgh aufgebaut und arbeitet dort in einem Museum. Doch dann bekommt sie die Möglichkeit nach Jahren endlich Urlaub zu machen. Von da an, ändert sich Gwens Leben. Das dritte Kind von Paulette und Frank ist Scotty, der eine Frau geheiratet hat, mit der seine Mutter nicht einverstanden ist und mit der er zwei Kinder hat. Scotty hat lange das Gefühl im Schatten seines erfolgreichen Bruders zu stehen, doch dann bekommt er die Möglichkeit hervorzutreten. Jedes Familienmitglied bekommt im Laufe der Geschichte seine Chance „aufzutauchen“ und sein Leben nicht durch irgendwelche Zwänge und Verhaltensregeln bestimmen zu lassen. Der Roman ist flüssig geschrieben und liest sich sehr gut. Während des Lesens bemerkte ich kaum wie die Zeit vergeht, denn ich bin komplett in den Roman eingetaucht. Darüber hinaus ermutigt einen das Buch über das eigene Leben und Verhalten nachzudenken – einfach aufzutauchen. Ein echter Schicksalsroman, in dem es um Liebe, Familie, Krankheit, Homosexualität und Vergeben geht. Ich kann diesen Roman nur weiterempfehlen – ein absoluter Lesegenuss!

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  • Rezension zu "Auftauchen" von Jennifer Haigh

    Auftauchen
    Bücherwurm

    Bücherwurm

    11. April 2010 um 21:07

    Dieses Buch ist doch mal wieder eines, welches ich ohne Wenn und Aber wirklich jedem empfehle. Als ich den Klappentext las, war meine erste innere Reaktion zu denken, es handele sich um ein Roman über ein krebskrankes Kind, an dessen Schicksal eine Familie zerbricht. Aber: Weit gefehlt!!! Es geht nicht um Krebs, es geht nicht nur um Gwen, die Tochter, die von Geburt am angeborenen Turner Syndrom leidet, es geht um vieles mehr: Eine Mutter aus gutem Hause, die krampfhaft eine "perfekte Familie und eine perfekte Mutter" sein will, um einen Vater, der als Wissenschaftler gewohnt ist, alle Probleme rein sachlich und emotionslos anzugehen, um einen kleinen Bruder, der im ganzen Zusammenbruch der Familie zu kurz kommt und an seinen eigenen Kindern später lernt, was sein persönliches Problem eigentlich wirklich ist, um einen älteren Bruder, der -tja- auch seine Probleme hat und damit auf eine andere Art und Weise versucht klar zu kommen. Es ist unglaublich schön zu lesen, man verschwindet für Stunden im Buch, alles bleibt liegen. Seltsamerweise fand ich es auch nicht überdreht, obwohl wirklich fast alle Themen unserer Gesellschaft in dieser Familie zur Sprache kommen, alle "Tabus" angesprochen werden. Aber es ist einfach so schlüssig, es passt, es ist alles nachvollziehbar für den Leser, so dass man wirklich niemals denkt: "Ach Gott, jetzt das auch noch...". Im Gegenteil, man bekommt nicht genug, eigentlich schade, dass es zu Ende ist. Ich habe unzählige Sätze rausgeschrieben, weil die Autorin so treffend den Nagel auf den Kopf trifft. Zum Schluss bleibt mir nur zu sagen: Redet mehr miteinander! Hört auf Euch zu verletzen, das Leben ist doch eh schon zu kurz! Für die letzten Kapitel bitte Taschentücher bereit legen!

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