Jennifer Haigh Licht und Glut

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Inhaltsangabe zu „Licht und Glut“ von Jennifer Haigh

PEN/Hemingway-Preisträgerin Jennifer Haigh begeistert die internationale Presse mit ihrem neuen facettenreichen Roman – "Licht und Glut" ist ein großes amerikanisches Gesellschaftsepos in der Tradition von Richard Ford und Jonathan Franzen. Bakerton im ländlichen Pennsylvania hat schon bessere Zeiten gesehen. Die einst blühende Region ist durch den Niedergang von Kohle und Stahl schwer gezeichnet. Ist es da Segen oder Fluch, dass ein Energiekonzern den verarmten Landbesitzern plötzlich das große Geld verspricht? Naivität und Gier, Hysterie und blinder Aktivismus, Ehekrisen und unverhoffte neue Allianzen – der Erdgas-Boom bringt die kleine eingeschworene Gemeinschaft aus den Fugen. Unbestechlich und mit großer Zuneigung zu ihren Figuren zeichnet Jennifer Haigh das Ringen ganz normaler Menschen um wirtschaftlichen Wohlstand und moralische Verantwortung – und gleichzeitig ein großartiges Porträt der amerikanischen Gesellschaft. "Licht & Glut ist große Erzählkunst, brillant von Anfang bis Ende." Richard Ford

Ein leicht überdurchschnittlicher amerikanischer Gesellschaftsroman über das Reizthema Fracking.

— hundertwasser
hundertwasser

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    Licht und Glut
    Buecherschmaus

    Buecherschmaus

    17. July 2017 um 17:29

    Tief unter der Nordostamerikanischen Erde, im sogenannten Marcellus Shale, lagern ungeheure Mengen an „unkonventionellem“ Erdgas. Erdgas also, das nicht in sogenannten Erdgasfallen lagert, die relativ leicht erschlossen werden können, sondern das in Rissen oder Poren des Schiefergesteins, teils auch an dies gebunden, vorliegt. Der Energiehunger der Welt ist trotz steigendem Umweltbewusstsein in manchen Gebieten und trotz fortschrittlichen, sparsameren Technologien ungebrochen und steigt nach wie vor. Fast zwangsläufig ist es da, dass solche Gasvorkommen nicht ungenutzt bleiben. Besonders in den USA ist das Fracking (eigentlich Hydraulic Fracturing) eine durchaus akzeptierte Methode der Energiegewinnung, gerade in der neueren Zeit, wo dort das Rad der Erkenntnis in Sachen Umweltschutz, Spätfolgen der rücksichtslosen Ausbeutung der Natur und daraus resultierender Schäden gnadenlos zurückgedreht erscheint. Zumindest bei Teilen der Bevölkerung. Es sind die natürlich die Menschen, die direkt oder indirekt von der Energiewirtschaft abhängig sind, aber auch diejenigen, die sich davon eine bessere Zukunft versprechen.  Und so befinden wir uns auch in Jennifer Haighs großartigem Roman „Licht und Glut“ unter Menschen, die man neuerdings vielleicht in der Gruppe der Trump-Wähler verorten würde, die gerne zum „Amerika der Abgehängten“ gezählt werden. Es sind Menschen in den Weiten der Provinz, an denen oft genug die Entwicklung vorbei geht, oder die zumindest das Gefühl haben, dass dem so ist. Hier ist es das kleine Nest Bakerton in Pennsylvania, traditionell ein Staat der Energiewirtschaft. In früheren Zeiten florierten die Kohlebergwerke, die Männer schufteten sich unter Tage krank, aber die Gemeinden prosperierten, Geld und Infrastruktur gab es reichlich. Seit dem Niedergang der Kohlewirtschaft kränkeln sie, wer kann, zieht fort, der Rest findet sich mehr schlecht als recht mit der neuen Armut ab, Arbeitslosigkeit ist der neue Normalzustand. Kein Wunder fast, dass Alkoholismus und Drogensucht, vor allem Meth wird reichlich konsumiert, weit verbreitet sind. Und natürlich Wut auf „die da oben“. Man kennt das. In diese Situation kommt nun ein Vertreter des Energieriesen Darco, Bobby Frame, und weiß, Hoffnung zu wecken. Mit einer einzigen Unterschrift unter einen Pachtvertrag lockt das große Geld. Das eigene Land kann problemlos weiter genutzt werden, während weit in der Tiefe nach Erdgas gebohrt wird. Die Bewohner von Bakerton sind in ihrer Verzweiflung und Resignation leicht zu manipulieren. Reihenweise werden Verträge abgeschlossen, nur wenige „verschrobene Typen“ wie die beiden lesbischen Biofarmerinnen Rena und Mack, verweigern sich. Und ziehen dadurch den Zorn der anderen Anwohner auf sich. Kaum einer liest das Kleingedruckte, niemand durchschaut das Geflecht von Unternehmern, Subunternehmern, Haftungen und Verbindlichkeiten, genauso wenig wie umwelt- oder gesundheitsgefährdende Aspekte erwähnt wurden. Allein die Liste der möglichen Additiva ist schwindelerregend. So riecht auch bald das Trinkwasser „chemisch“. Ländereien werden verwüstet und in Ödflächen verwandelt, der Lärm ist unerträglich, der Nutzen für die Bevölkerung minimal, werden doch die Arbeiter nicht vor Ort angeworben, sondern aus dem fernen Texas herangeschafft, fließt das Geld doch sehr zögerlich erst nach der Erschließung der Quellen. Auch dass die Landeigentümer im Ernstfall für Lasten der Pächter aufzukommen haben, wurde wohlweislich verschwiegen. Ein weiterer wichtiger Punkt wird im Verlauf der Geschichte deutlich: durch den Fracking-Boom verfällt der Gaspreis derart, dass die geleisteten Investitionen sich kaum noch lohnen. Dass darunter nicht die Energieriesen zu leiden haben, sondern „der kleine Mann“ vor Ort, ist leider eine Tatsache.Jennifer Haigh gelingt es, diesen hochaktuellen Sachverhalt zwar kritisch, aber keinesfalls polemisch zu schildern. Ihre Recherche ist bewundernswert, ebenso die Fähigkeit, die Sachverhalte packend und verständlich darzulegen. Sie schafft ein vielschichtiges und facettenreiches Gesellschaftsbild und das figurenreiche Panorama einer amerikanischen Kleinstadt. Alle sind irgendwie vom Frackingboom betroffen. Seien es diejenigen, die schon früh einen Pachtvertrag mit Dark Elefant Energy, einer Tochter von Darco, abgeschlossen haben, wie zum Beispiel der Justizvollzugsbeamte Rich Devlin, sei es seine hypochondrische Frau Shelby, die die ständige Übelkeit ihrer kleinen Tochter Olivia gerne auf das mit Methan kontaminierte Wasser zurückführen würde (dabei steckt dahinter wohl etwas noch düsteres); seien es die beiden Ökofarmerinnen, deren Produkte bald niemand mehr kaufen möchte oder die Pastorin Jess, die mit einem der Bohrarbeiter eine Affäre beginnt. Anhand von Jess, deren Ehemann Wesley vor Jahren an Schilddrüsenkrebs erkrankte, schafft es Haigh sogar ziemlich unangestrengt eine weitere ökologische und menschliche Tragödie in die Handlung einzubauen, nämlich das Reaktorunglück von Three Mile Island/Harrisburg im Jahr 1979. Dort wurden bei einer partiellen Kernschmelze beachtliche Mengen an Radioaktivität freigesetzt. Wesley lebte damals in unmittelbarer Nähe. Der Leser wird auf einen Zusammenhang, auch mit der neuen, umstrittenen Fördermethode nicht sehr sanft, aber auch nicht störend hingewiesen. Ja, die Autorin hat durchaus eine „message“. Das wird ähnlich schreibenden Kollegen, wie unlängst Juli Zeh in ihrem Roman „Unterleuten“, an den ich tatsächlich immer wieder denken musste, gerne vorgeworfen. Mir sind solche Bücher lieber als artifizielle Sprachkunstwerke ohne Aussage oder Erkenntnisgewinn. Aber das mag jeder Leser für sich selbst entscheiden. Jennifer Haigh schreibt geradlinig, sprachlich absolut souverän, aber eben auch konventionell. Sie schafft ein psychologisch genaues, dichtes und engagiertes Gesellschaftsbild, in dem auch das Arbeitsleben einen Platz hat, das seinem Personal widersprüchliche Facetten zugesteht, sie kritisch, aber durchaus auch liebevoll begleitet, ihre Träume, aber auch Trugbilder anschaulich schildert. Ihre geschickt verwobenen Geschichten brechen große politische, wirtschaftliche, gesellschaftliche Themen auf die (zwischen)menschliche Ebene herab und verdeutlichen sie dadurch. In ihrer Sucht nach Liebe, Anerkennung, Geld, Energie, manchmal auch Drogen, gleichen sie so vielen. „Licht und Glut“ gingen im Amerikanischen zwei weitere Bücher aus der fiktiven Kleinstadt Bakerton voraus, „Baker Towers“ und „News from heaven“. Ersteres erschien 2006 bei Goldmann unter dem merkwürdigen deutschen Titel „Und jeden Tag ein neues Leben“, ist aber nur noch antiquarisch zu erhalten. Es wäre zu hoffen, dass Droemer beide Titel in einer deutschen Ausgabe herausbringt. „Licht und Glut“ zählt zu meinen bisherigen Lese-Highlight des Jahres 2017.Da wir aber gerade dabei sind, eine kleine Kritik am Titel. „Light and Heat“, so der Originaltitel, wäre mit „Licht und Wärme“, dem was man sich von Erdgas und anderen Energien erhofft, meiner Meinung nach besser übersetzt worden. Nicht so schlimm wie „Und jeden Tag ein neues Leben“, aber immerhin…

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  • LovelyBooks Romane-Challenge 2017: Die Challenge mit Niveau

    aba

    aba

    LovelyBooks lädt im neuen Jahr wieder zu spannenden Challenges ein.Und auf euch warten tolle Gewinne.Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist 2017 wieder dabei!Liest du gerne Bücher mit Niveau?Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2017 bis 31.12.2017 lesen.Es gelten Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.Auch Neuauflagen – 2017 erschienen - von Klassikern.Die Regeln: Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an. Einstig ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts. Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein. Es gelten nur Bücher, die an diesem Beitrag angehängt sind! Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Nimmst du die Herausforderung an? Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2017 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema. Ich freue mich auf viele Anmeldungen! Teilnehmer: AgnesM aljufa Ancareen anushka Arietta ArizonaAspasia ban-aislingeachbanditsandra Barbara62 blaues-herzblatt BookfantasyXY bookgirl Buchina Buchraettinc_awards_ya_sin CaroasCaro_LesemausCornelia_Ruoff Corsicana Curin cyrana czytelniczka73 dia78 DieBerta Dionemma_vandertheque erinrosewell Federfee Flocke86 Fornika Gela_HK Ginevra Gruenentegst Gwendolina hannelore259 imitas Insider2199 Isaopera jenvo82 JoBerlin kalestraKatharina99 katrin297Katze21 krimielse lesebiene27 leselea LibriHolly maria1 Maritzel marpije Mercado Miamou Mira20 miro76  miss_mesmerized moni_lovesmuqqel Nane_M naninka Nilonce-upon-a-time parden Petris Pocci Sandra_Halbesar89 schokoloko29 serendipity3012 SikalSimi159 sofie solveig SorR StefanieFreigericht Sumsi1990 suppenfee Susibelle TanyBee Tinchen07 TochterAliceulrikerabe vielleser18 Weltensucher Xirxe xlxn Yolande

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    Buchraettin

    Buchraettin

    22. April 2017 um 15:04
  • Ein ungeschönter Blick auf die Welt und ihre Menschen

    Licht und Glut
    HibiscusFlower

    HibiscusFlower

    19. April 2017 um 16:18

    Klappentext des Verlages:Bakerton im ländlichen Pennsylvania hat schon bessere Zeiten gesehen. Die einst blühende Region ist durch den Niedergang von Kohle und Stahl schwer gezeichnet. Ist es da Segen oder Fluch, dass ein Energiekonzern den verarmten Landbesitzern plötzlich das große Geld verspricht?Naivität und Gier, Hysterie und blinder Aktivismus, Ehekrisen und unverhoffte neue Allianzen – der Erdgas-Boom bringt die kleine eingeschworene Gemeinschaft aus den Fugen."Das ländliche Pennsylvania übt keine besondere Faszination auf die Welt aus, normarlerweise. In zyklischen Abständen sind jedoch die Innereien von Interesse.Bakerton wurde schon einmal begünstigt, vom Zauberstaub der Industrie berührt."(S. 17/18)Pennsylvania gibt sehr viel her, wenn es um die Energieproduktion geht. Beginnend mit der Erdölgewinnung, gefolgt von der Zeit des Kohleabbaus und der Nutzung von Atomkraft durch Three Mile Island, ist die Förderung von Erdgas der jüngste Anteil in einer komplexen Geschichte, die mit vielen Konflikten einhergeht.Im Mittelpunkt steht die fiktive Stadt Bakerton, die vom Aussterben bedroht ist und für deren Bewohner die Gasbohrungen ein Hoffnungsschimmer darstellt, jedenfalls für einen Teil von ihnen, was natürlich die Gemeinde spaltet."Der Marcellus-Schiefer enhielt mehr Gas, als irgendjemand sich bisher vorgestellt hatte..." (S. 44)Gier, Hoffnung auf die Erfüllung langgehegter Träume und Leichtgläubigkeit lassen erst zu spät die richtigen Fragen stellen, nachdem die Bäume gerodet sind, das Land aufgerissen und das Wasser kontaminiert ist. Aktivisten, die sich dem Umweltschutz verschrieben haben, werden auf den Plan gerufen und weisen auf die Gefahren von Fracking hin. Die Farmer werden sich ihrer Arglosigkeit bewusst und müssen dazu noch feststellen, dass sie nicht mehr Herr über ihr Land sind.Bei diesem Buch tritt man eine Zeitreise mit mehreren Handlungsbögen an, bei der sich die Autorin durch das Einbringen vieler Charaktere intensiv mit den menschlichen Schwächen auseinandersetzt.Dabei geht sie nicht chronologisch vor, springt im Geschehen und den Blickwinkeln hin und her. Sie zeichnet ein trostloses Bild, das sich immer wieder verändert und auf die Entwicklung ihrer Figuren setzt.Aufwendig konstruiert - so wird die Aufmerksamkeit der LeserInnen gefordert. Eher nüchtern würde ich den Schreibstil bezeichnen, der sich nicht zu Sentimentalitäten - trotz ganz eigener Geschichten der Charaktere - verleiten lässt.Ein Blick auf die Welt. Ein Blick auf die Menschen.Ungeschönt, facettenreich, ohne Übertreibungen auskommend.• ♦ • ♦ • ♦ • ♦ • ♦ • ♦ • ♦ • ♦ • ♦ • ♦ • ♦ • ♦ •Hydraulic Fracturing - kurz Fracking - wird seit siebzig Jahren u.a. bei der Erdöl- und Erdgasförderung eingesetzt. Dabei wird unter hohem Druck ein Gemisch aus Wasser, Quarzsand und Chemikalien in die Gesteinsschichten gepresst und diese somit aufgebrochen, sodass das Öl oder Gas leichter gewonnen werden können.Das Kernkraftwerk Three Mile Island - befindet sich in Pennsylvania. Im März 1979 kam es zu einem Kernschmelzunfall. Nachdem es 2010 zum Fracking-Boom kam, wurde das Kernkraftwerk als unrentabel eingestuft. Eine entgültige Abschaltung steht im Raum.

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