Jennifer Hauff

 4,1 Sterne bei 80 Bewertungen
Autorin von Verschnitt, Traumstimmen und weiteren Büchern.
Autorenbild von Jennifer Hauff (©Lars Dietrich)

Lebenslauf von Jennifer Hauff

Jennifer Hauff, wurde 1984 in Frankfurt am Main geboren und lebt heute noch in der Stadt. Die gelernte Hotelkauffrau und Fremdsprachenkorrespondentin arbeitet als Front Desk Manager bei einer Fluggesellschaft und studiert Germanistik an der Goethe-Universität. 

Nach ihren beiden Jugendbüchern "Herzverwandt" und  "Traumstimmen" (beide Schwarzkopf & Schwarzkopf) widmet sich die Autorin derzeit der Spannungsliteratur. Ihr erster Thriller "Verschnitt" erscheint im Mainbook Verlag.

Alle Bücher von Jennifer Hauff

Cover des Buches Verschnitt (ISBN: 9783947612833)

Verschnitt

 (38)
Erschienen am 28.07.2020
Cover des Buches Traumstimmen (ISBN: 9783862652501)

Traumstimmen

 (23)
Erschienen am 15.01.2014
Cover des Buches Herzverwandt (ISBN: 9783847511281)

Herzverwandt

 (19)
Erschienen am 01.12.2013

Videos zum Autor

Neue Rezensionen zu Jennifer Hauff

Cover des Buches Verschnitt (ISBN: 9783947612833)Korikos avatar

Rezension zu "Verschnitt" von Jennifer Hauff

gelungener, gesellschaftskritischer Roman
Korikovor 6 Monaten

Story:
Liane ist als OP-Schwester in dem Krankenhaus angestellt, in dem der Mann, der mit seinen Forschungen und operativen Eingriffen ihre Familie zerstört hat, als leitender und hochangesehener Professor für Kinderchirurgie arbeitet. Professor Dr. Gelders ist eine Koryphäe, wenn es um geschlechtsanpassende Operationen an Kleinkindern geht, weswegen er sich intersexuellen Kindern annimmt, denen er zu einem Leben mit definiertem Geschlecht verhelfen möchte. Nichtsdestotrotz setzt Liane alles daran, den Mann aufzuhalten, möglichst viele Kleinkinder vor den Eingriffen zu schützen und entsprechende Beweise gegen Gelders zu sammeln. Da passt es gar nicht in ihr Konzept, Gefühle für Gelders Sohn Christian zu entwickeln, ebenso wenig wie das Auftauchen ihres drogenabhängigen Bruders Lutz, der ganz eigene persönliche Motive hat, Gelders zu hassen.

Eigene Meinung:
Mit „Verschnitt“ legt Jennifer Hauff einen einzigartigen Roman vor, der ein sensibles Thema aufgreift, das bisher nur sehr selten in belletristischen Büchern einen Platz findet – Intersexualität und die Folgen von geschlechtsangeleichenden Operationen. Das Buch erschien im Sommer 2020 im Mainbook Verlag und wird als Thriller ausgewiesen, obwohl „Verschnitt“ eher in die Kategorie gesellschaftskritischer Roman passt.

Die Geschichte braucht lange, um Fahrt aufzunehmen und sich auf eine Richtung festzulegen, da sich die Autorin viel Zeit lässt, um die wichtigsten Figuren und ihre Motivationen vorzustellen. Auch der Antagonist des Buches kommt überraschend häufig zu Wort, so dass man seine Gedanken, Gefühle und seine Beweggründe kennenlernt, die ihn dazu bringen, Neugeborene auf diese Art und Weise zu behandeln. Etwas weniger Raum nimmt Lianes Bruder Lutz ein, dessen Intentionen man nur schwer nachvollziehen kann – was sich jedoch mit seiner Haltlosigkeit im Leben und den Drogenproblemen erklären lässt, mit denen er zu kämpfen hat. Lianes Motive sind teils von Anfang an klar umrissen, teils bleibe dem Leser einige ihrer Handlungen verborgen und entschlüsseln sich erst ganz zum Ende der Geschichte hin – was ein wenig irritiert, da man als Leser eigentlich immer an Lianes Seite ist und dennoch viele Dinge nicht mitbekommt, da sie nicht beschrieben werden. Das ist natürlich für den Spannungseffekt am Ende wichtig, nichtsdestotrotz sollten die Leser*innen immer so viel wissen, wie die Person, die die Geschichte größtenteils erzählt. Das schmälert den Lesegenuss gerade zum Ende hin, wo sich Liane gänzlich anders präsentiert, als auf den 250 Seiten zuvor. Auch wirkt das Ende fas ein wenig überstürzt, zu schnell herbei geführt. Ein paar zusätzliche Seiten hätten der Geschichte zum Ende hin gut getan, um das Finale ein wenig spannender und dramatischer auszuschmücken.
Trotz der kritischen Punkte kann „Verschnitt“ auf vielen anderen Ebenen überzeugen – die Figuren wirken und handeln authentisch und nachvollziehbar, die Geschichte ist in sich schlüssig und sehr realistisch gehalten – man bekommt einen sehr guten Einblick in das Thema Intersexualität und die damit verbundenen Probleme der Betroffenen. Man merkt, wie viel Zeit Jennifer Hauff in die Recherche gesteckt hat – die Beschreibungen der ärztlichen Hintergründe, des Krankenhausalltages und der chirurgischen Eingriffe wirken glaubwürdig und stimmig, ebenso die Beschreibungen von Lutz Drogenproblemen und dem Leben auf der Straße. Sehr schön sind auch die Beschreibungen von Frankfurt, den typischen Plätzen und der Umgebung – gerade für Leser*innen, die in und um Frankfurt leben, macht die Geschichte gleich doppelt Spaß, da man die Wege der Hauptfiguren mitgehen kann.

Die Figuren sind durchweg realistisch beschrieben und können von ihren Motiven her überzeugen – selbst Gelders, dessen Forschungen und Experimente ethisch und moralisch natürlich zu verurteilen sind. Liane ist eine sehr starke Persönlichkeit, die fest an ihrem Ziel, ihrer Rache festhält und dabei nicht immer den besten Weg wählt, um ans Ziel zu kommen. Sie wirkt dadurch nicht immer sympathisch, aber durchaus menschlich. Auch die Gefühle, die sie für Christian entwickelt sind nachvollziehbar und angenehm unkitschig (was auch nicht gepasst hätte). Ihr Bruder Lutz spielt eine wichtige Rolle in ihrem Leben, denn seine Sorgen und Probleme sind der Hauptantrieb für Liane etwas gegen Gelders zu unternehmen. Lutz lernt man nach und nach ebenfalls kennen, doch erst zum Ende hin wird klar, was Gelders (und bis zu einem gewissen Grad auch seine Eltern) ihm wirklich angetan haben.

Stilistisch legt Jennifer Hauff einen gut geschrieben, gut recherchierten Roma vor, der trotz einiger Längen überzeugen kann. Gerade die Beschreibungen des ärztlichen Umfeldes, des Klinikalltages und der Stadt sind sehr gut gelungen und sorgen dafür, dass man sehr gut in die Geschichte eintauchen kann. Auch die Figuren und ihre Motive sind sehr gut dargestellt – man kann sich sehr gut mit Liane und ihren Problemen identifizieren, ebenso mit ihrem Bruder Lutz. Auch das Thema Intersexualität wird von der Autorin sehr gut eingewoben – „Verschnitt“ bietet einen sehr guten, belletristischen Einstieg ins Thema.

Fazit:
„Verschnitt“ ist ein gelungener, gesellschaftskritischer Roman, der einen sehr guten Einstieg zum Thema Intersexualität bietet. Jennifer Hauff überzeugt mit einer spannenden, gut recherchierten Geschichte, authentischen Charakteren und einem soliden, gut verständlichen Schreibstil. Einzig das Ende wirkt ein wenig überstürzt, ebenso wenig kann das Buch als waschechter Thriller punkten, wie die Kategorisierung weismachen möchte – Fans von blutigen Thrillern werden nämlich enttäuscht sein. Als gesellschaftskritischer Roman ist „Verschnitt“ auf jeden Fall empfehlenswert und sei jedem ans Herz gelegt, der sich mit dem Thema Intersexualität auseinandersetzen möchte. Unbedingt reinschauen.

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Cover des Buches Verschnitt (ISBN: 9783947612833)L

Rezension zu "Verschnitt" von Jennifer Hauff

Schon mal was von Intersexualität gehört?
lena-swrtvor 6 Monaten

Liane ist OP-Schwester und will sich an einem Kinderchirurgen, der geschlechtsverändernde Operationen an Kleinkindern vornimmt, rächen. Sie versucht alles, um ihn dafür zur Rechenschaft zu ziehen, aber vergisst dabei die Sicherheit weiterer Patienten. Während ihres Rachefeldzugs holt sie ihre Vergangenheit allerdings immer wieder ein...


Das Cover des Buches ist einfach super! Es spricht einen sofort an und es ist ein Buch, an dem man auf keinen Fall vorbei gehen würde. 

Der Schreibstil war auch super! Das Buch hat mich echt gefesselt. Am Anfang weiß man noch gar nicht so richtig in welche Richtung das Buch geht und es ergeben sich immer wieder neue Fragen, weswegen man einfach weiterlesen muss. 


Bevor ich das Buch gelesen habe wusste ich um ehrlich zu sein gar nicht, was "Intersexualität" eigentlich bedeutet. Ich bin mir sicher, dass es nicht nur mir so ging. Man wird mit dem Thema im Alltag nicht wirklich konfrontiert und deswegen gibt es in dieser Thematik eine riesige Wissenslücke. Man kann nicht einfach entscheiden, ob ein Baby männlich oder weiblich ist. Das steht einfach keinem zu! 

Jennifer Hauff hat diese Thematik einfach nur total gut behandelt und den Leser rundum mit Informationen versorgt. 

Ich fand das Buch super interessant, allerdings bin ich mir nicht sicher, ob ich es wirklich als Thriller sehen würde. 

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Cover des Buches Verschnitt (ISBN: 9783947612833)annas_buecher_liebes avatar

Rezension zu "Verschnitt" von Jennifer Hauff

eher ein Roman über Intersexualität
annas_buecher_liebevor 6 Monaten

kurze Inhaltsangabe:

Kinderchirurg Johannes Gelders geht für seine Leidenschaft über Leichen. Sein Spezialgebiet sind geschlechtsverändernde / geschlechtsanpassende Operationen. Das Kind ist irgendwie beides ? Junge und Mädchen? Gelders operiert das Kind ganz nach den Wünschen der Eltern um, obwohl das Kind noch sehr jung ist und keinerlei Chancen hat mitzuentscheiden ...

Die OP-Schwester Liane hat so etwas in ihrem engstem Umkreis selber miterlebt und möchte Gelders stoppen. Doch bei ihrem Rachefeldzug holt ihre eigene Vergangenheit sie immer mehr ein.


Aufmachung und Schreibstil:

Als ich das Cover das erste Mal gesehen habe, war ich sofort davon gefesselt. Das Cover passt perfekt zu einem schaurigen Thriller! Allerdings nach dem ich das Buch beendet habe, kann ich nicht ganz nachvollziehen wieso zwei Puppen auf dem Cover dargestellt werden ?

Der Schreibstil war hingegen sehr angenehm zu lesen!


Inhaltsbewertung:

Der Prolog hat mir sehr gut gefallen. Man war sofort in diesem großen Geheimnis mit innen und hat sich gefragt: Was treibt Gelders da ?

Der Prolog verspricht auf einen sehr spannenden Thriller, doch leider muss ich sagen, dass ich diesbezüglich enttäuscht wurde. Das Buch war keines falls schlecht oder öde. Ich würde es nur einfach nicht als Thriller bezeichnen. Es gab weder Gruselelemente, noch hat kein wirklich spannender roter Faden existiert. 

Es war aber sehr interessant mit dem Thema "Intersexualität" in Berührung zu kommen und nach einigen eigenen Recherchen zu erfahren, wie sensibel das ganze Thema ist. Das Buch hat einen auch gut in das Thema eingeführt und Geschichten erzählt, die uns nahe legen, dass sich in unserer Gesellschaft noch einiges ändern muss! Das Kinder / Babys ihr eigenes Recht haben zu bestimmen, ob sie ein Mädchen oder ein Junge sein wollen! Und das weder die Eltern noch ein Arzt dies einfach bestimmen dürfen! Das Ende hat mir sehr gut gefallen, da ich etwas anderes erwartet habe und somit positiv überrascht wurde.


Fazit:

Das Buch bekommt 2.5 Sterne von mir, da es für mich einfach kein Thriller war, sondern ein Roman. Trotz allem war das Buch sehr angenehm zu lesen und die Thematik hat definitiv mein Interesse geweckt.

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Gespräche aus der Community

Lianes Familie wurde zerstört, als sie noch ein Kind war. Jetzt will sich die OP-Schwester rächen an dem Kinderchirurgen, der geschlechtsverändernde Operationen an Kleinkindern vornimmt. Für ihren persönlichen Rachefeldzug sind ihr alle Mittel recht.

Verlost werden 10 Taschenbücher & 10 E-Books. Bitte gebt das gewünschte Format an (natürlich erhöht es eure Gewinnchancen, wenn ihr beides angebt). 

Liebe Lovelybooks-Community, 

als ich 2015 meine Recherche begann, war ich erschrocken, wie wenig ich über ein so wichtiges Thema wusste. Intersexualität ist keine Seltenheit, auch in Deutschland werden regelmäßig Kinder operiert, weil sie nicht in das System der Geschlechterbinarität passen. 

Inspiriert von der Lebensgeschichte David Reimers, der in den späten 1960er Jahren in Kanada als Junge geboren und nach einer fehlgeschlagenen Zirkumzision als Mädchen großgezogen wurde, erzählt „Verschnitt“ die fiktive Geschichte der OP-Schwester Liane. 

Ich bin unendlich dankbar für die Unterstützung einiger betroffener Personen, ohne die ich dieses Buch niemals geschrieben hätte. 

 Ich bin gespannt, wie euch die Geschichte gefällt, was euch interessiert und was euch beschäftigt. 

Herzlich Willkommen in der Runde! 

 Liebe Grüße, 

Jennifer

337 BeiträgeVerlosung beendet
Bald ist es soweit! 
Im September finden die ersten Lesungen statt.


Für meine "Traumstimmen-Lesungen" habe ich mir etwas ganz Besonderes ausgedacht. 
Mit einem  tollen Fotografen und einem wunderbaren Team habe ich an einem außergewöhnlichen Projekt gearbeitet, 
Bei meinen Lesungen nehme ich euch mit, auf eine Reise im Zug des Lebens. 
Mit einer Fotoshow werde ich Euch nachgestellte Szenen aus dem Buch präsentieren, sodass ihr selbst mit Hanna auf die Reise gehen könnt. 

Alle Termine findet ihr auf meiner Homepage: 
www.jenniferhauff.de

Ich würde mich freuen, euch an einem der Termine willkommen zu heißen.
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Für alle, die im Rhein-Main-Gebiet wohnen und Interesse an "Traumstimmen" oder " Herzverwandt" haben: Am Freitag den 11.04. und Samstag den 12.04. könnt ihr euch ein signiertes Exemplar sichern. Hier die beiden Termine:  


http://www.thalia.de/shop/tha_homestartseite/thalia-veranstaltungen/showDetail/16837/


http://www.thalia.de/shop/tha_homestartseite/thalia-veranstaltungen/showDetail/17067/
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