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sani_feya

vor 5 Jahren

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~Achtung: Auch Spoiler möglich~


Diese Story gibt einem ziemlich viel für das eigene Leben mit, wie ich finde. Es stecken ganz viele Botschaften in dieser Geschichte über Niamh und ihr Abenteuer und ich finde es wirklich schade, das es vielen Lesern (wenn sie das Buch denn wirklich gelesen habe) scheinbar gar nicht auf fällt.
Ich habe mir anderen vorhandenen Rezensionen auf Amazone mal zu Gemüte geführt und mir speziell zu den 1-2 Sterne Rezis Gedanken gemacht bzw. die aufgeführten negativ Punkte während des Lesens im Hinterkopf gehalten um zu sehen was denn davon zu trifft und was mir eben selbst dazu auf fällt.
Oft habe ich den Eindruck gewonnen, das die entsprechenden Leute, das Buch gar nicht gelesen, oder nicht zu Ende gelesen haben... Oder aus den Augen verloren haben, das es sich um Fantasie- bzw eine eigens erschaffene Welt handelt. Davon abgesehen das wie gesagt, die Botschaften scheinbar nicht angekommen sind... denn dann wären bestimmte Dinge geklärt gewesen.
Aber nun gut, ich fange mal von vorn an.

Zuerst das Cover. Ich liebe das Cover!
Es ist an sich recht schlicht gehalten, hauptsächlich grün, mit ein paar Schnörkeln und in der Mitte vermutlich Niamh, welche in die Tiefe zu fallen scheint.

In einer Rezi habe ich gelesen, ihr Schreibstil würde an die '6. Klasse erinnern'... Das sehe ich nicht so.
Jennifer Jägers Schreibstiel ist für manche Leser sicher gewöhnungsbedürftig. Sie hält sich nicht nur in der Story an sich, sondern auch in der schriftlichen Umsetzung aus meiner Sicht sehr in die Richtung Märchen, Fantasie... Ich finde es gut. Es passt in diese Welt die sie erschaffen hat. Oder würde ein 'moderner' Schreibstil wie ihn fast jeder Autor mit sich bringt, in eine so fantasiereiche Welt passen, wo selbst die Charaktere eine teils sehr gewählte und alt klingende Sprache verwenden? Ich finde nicht. Aber es ist wohl Ansichtssache. 
Jennifer Jäger schwankt in ihrer Geschichte Anfangs zwischen Niamh und ab und an den Dämonen, später kommt noch Enya, eine weitere Ilyea dazu.
Leider habe auch ich einige Fehler gefunden. Ob nun Worte die fehlten, nicht passten, oder auch Rechtschreibfehler. Allerdings finde ich nun nicht das es so extrem den Lesefluss stört. Ich hab vielleicht drei mal kurz gehakt und musste noch mal nach lesen. Allerdings muss man auch dazu sagen, das der Autorin hier noch kein professioneller Lektor zur Seite stand und jedem Menschen Fehler entgehen können. Somit finde ich es etwas übertrieben zu behaupten, das Buch strotzte nur so vor Fehlern, oder dies davon abhängig zu machen, dass das ganze Buch nicht lesbar wäre. Man kann es sich auch schwer machen.

Weitere Punkte welche ich in Rezensionen gelesen habe, sind in etwa folgendes:
'Der Feinschliff der Story würde fehlen, Charaktere verschwinden einfach, (besonders die Frage was denn mit Edan passiert ist taucht auf und hat mich sehr Überrascht...) tauchen auf und man weiß nicht wozu sie da sind, oder wieso sie Niamh auf ihrer Reise begleiten. Ereignisse denen man entgegen fiebert sind urplötzlich durch... '

Nun, vielleicht ist dies wieder Ansichtssache. Ich finde nichts passiert "einfach so" oder verliert sich einfach ohne weiteren Grund. Wenn man das Buch Aufmerksam ließt, erkennt man auch den Hintergrund.
Edan zb. taucht auf, und möchte Niamh scheinbar helfen. Ein Halbdämon zur anderen hälfte Berg-Ilyea und spielt eine große Rolle in dieser Geschichte. Man erfährt das ein oder andere...aber im Grunde bleibt er ein Geheimnis. Das man aber nicht so besonders viel erfährt, ist nicht schlimm. Denn gerade das macht ihn geheimnisvoll, schürt das Misstrauen...
Will er helfen? Oder will er ihr doch nur Böses? Ich finde nicht das dies sehr offensichtlich scheint. Ich finde Edans Art ist recht durchdacht und ich als Leser war ebenfalls am überlegen, ob man ihm wohl trauen konnte, oder eben doch nicht. Immer mal wieder schwankte auch Niamh in ihrer Entscheidung ihm zu trauen. Es gab genügend Gründe daran zu zweifeln. Immer wieder. Doch tut sie es? Nie für lange. Aber warum nicht? Ganz einfach... schon mal verliebt gewesen?

Zusätzlich verband ihn eine Geschichte. Eine Geschichte die man ebenfalls auf das reale Leben projizieren könnte, wenn man denn will...
Denn wie viele Wesen werden zu etwas gemacht, was sie vielleicht gar nicht wollen?
In dieser Geschichte ging es um einen Panda. Ein Panda welcher von Natur aus ein sanftes Wesen ist, aber in den falschen Händen zu einer mörderischen Kreatur werden konnte. Jetzt gibt es sicher wieder Leser die sagen: Jaaaa, natürlich doch... ein mörderischer Panda, wo gibts denn sowas?!
Eben in dieser Fantasiewelt!
Ich denke hier (wenn man es auf das reale Leben projiziert) zb gleich an "Kampfhunde". Welcher Hund kommt bösartig auf die Welt? Und wie viele Hunde werden zur mörderischen Bestie erzogen?
Welcher Mensch kommt bösartig auf die Welt? Und wie viele Menschen werden durch ihr Umwelt zu dem, was sie nun mal sind?

Und ehrlich: Was mit Edan passiert...das erfährt man wenn man das Buch wirklich gelesen hat...
Nein, da steht nicht: Er ist tot...
Aber man kann es sich ja wohl denken...

Machen wir weiter bei Cedric:Ein Berg- Ilyea welcher Niamh unterstützt. Er misstraut Edan von Anfang an. Es gibt eine Spannung zwischen diesen beiden Charakteren, welche nie wirklich schwächer wird. Über Cedric erfährt man auch sehr wenig. Was ich eigentlich dieses mal schade finde.
Er taucht auf um Niamh zu den Berg-Ilyea zu geleiten und Unterstützt sie auf ihrer Reise.

Dann gibt es da noch Enya:
Enya ist eine Meer-Ilya und steht Niamh zunächst genauso ablehnend gegenüber, wie die Dorfbewohner aus Niamhs Geburtsort. Doch es gibt scheinbar ein Band zwischen ihnen, was sie langsam immer näher zueinander führt. An sich erfährt man auch hier nur Kleinigkeiten über Enya selbst. Sie scheint vielleicht ein wenig flach. Da hätte etwas mehr kommen können. Doch an sich stört es mich kaum.

Ganz cool finde ich auch Yuhla.
Dies ist ein Charakter, welcher in einem Gewinnspiel entstand, welches Jennifer ins Leben gerufen hatte. Preis bei diesem war es, das der ausgedachte Charakter einen Platz in ihrer Geschichte bekommt. Ich finde sie hat diesen perfekt mit eingebaut und die Idee des Charas gefällt mir sehr gut.
Yuhla ist ebenfalls eine Berg-Ilyea, welche das letzte Schmuckstück, den Armreif bewacht.
Es ist ihre Lebensaufgabe. Sie hat sich von der gesamten Welt abgeschottet, um diese Aufgabe erfüllen zu können. Auch dies hat ihren Hintergrund und geschieht nicht nur einfach so. Yuhla nahm mit ihrer frohen aufgeweckten Art irgendwie gleich einen Platz in meinem Herzen ein. Ich weiß nicht genau wieso...aber ich mochte sie.

Zuletzt ist da noch Niamh:
Eine geheimnisvolle Mischlings Ilyea. Halb Wald, halb Wasser. Ihre Augen sind dass, was sie gleich verrät sobald man sie an sieht. Strahlend blau wie das Meer. Dazu Moos grünes Haar.
Sie ist die Ausgestoßene im Dorf der Wald-Ilyea und tot unglücklich. Doch eines Tages erschüttert schreckliches ihre schon so dunkle Welt. Sie verliert die Ilyea die ihr am Wichtigsten sind und zieht in die Welt hinaus, um die vier Schmuckstücke zu finden. Diese sollen helfen die Dämonen zu vernichten.
Natürlich sind auch die Dämonen auf der Suche nach den Schmuckstücken und erschweren Niamh die Suche. Aber sie bekommt ja Unterstützung.
Während ihrer Reise leidet Niamh immer wieder sehr darunter, das sie ihre liebsten Menschen verloren hat. Leidet darunter, was sie erfährt...das ein Großteil ihres Lebens eine Lüge schien und die nun damit klar kommen muss, was die Reise in ihr und um sie herum verändert.
Nix also mit: keine tiefe und gestorbene Personen werden einfach vergessen.
Nein. Niamh versucht ihre Aufgabe zu erfüllen und verdrängt wo sie nur kann um nicht in ihrer Trauer oder ihrer Angst zu versinken... Genauso wie sie verdrängt, das Edan vielleicht nicht so nett ist wie er ihr glauben machen will..genau sie wie sie verdrängt, das sie sich in einen Ilyea verliebt hat, der ein halber Dämon ist...


Zum Thema Feinschliff und Spannungsbogen:
Ich finde wenn man nun bedenkt, was diese Story alles aussagen soll und das es hier um eine eigens erschaffene Welt geht, fehlt höchstens der Feinschliff in den Gedankengängen mancher Leser.
Die Story ist sicher nicht perfekt und könnte hier und da noch ein wenig Überarbeitung vertragen, das streite ich gar nicht ab, doch finde ich nimmt es der eigentlichen Geschichte nichts weg.
Der Spannungsbogen ändert sich während der Story. Anfangs fängt alles ganz spannend an, dann flacht es sehr stark ab und die Story an sich zieht sich ein wenig. Doch wird es nicht unbedingt langweilig. Durch die liebevolle und fantasievolle Beschreibung der Autorin, hatte zumindest ich Spaß mich in diese Welt hinein zu versetzen. In sie hinein zu tauchen und mir alles selbst vor zu stellen.

Es wurden auch 'Logikfehler' bemängelt.
Zb:
' Angefangen von so dichten Wäldern, durch die kaum Licht dringt, aber ein Pegasus ohne weitere Probleme durchgehen kann....'
Ja...ohne die Person schlecht machen zu wollen.... hier wäre wohl ein wenig Logik in eigener Sache angebracht. ODER... Fantasie ;)  Schon mal etwas von Baumwipfel gehört? Es gibt genügend große Bäume, mit riesigen Kronen, welche das Licht aufhalten können und trotzdem stehen die Stämme weit genug auseinander das ein Pferd, oder in diesem Fall ein Pegasus hindurch passt...
'....bis hin zu Personen, die erst einen auf „Nein nein du bekommst nichts“ machen und mit einem Satz sofort umgestimmt sind..... '
Ja, es scheint zu einfach. Doch hier geht es nicht darum eine riesen Diskussion los zu brechen, oder gar einen Kampf...sondern um Niamhs Einstellung und das sie die richtigen Worte findet. Ich finde man kennt es auch vielen Geschichten. Jemand will etwas haben, bekommt es aber nicht so einfach...bis sein gegenüber erkennt, wie es im Innern desjenigen aussieht. Bis er die Reinheit und unschuldige Art desjenigen erkennt.
Nichts bekommt man einfach so. Entweder man bringt die richtige Einstellung mit, oder man hat Pech. Auch im richtigen Leben ist das so. Ohne die richtige Einstellung erreicht man gar nichts!


Jennifer Jäger schafft es die Story sehr liebevoll zu beschreiben. Sehr detailliert was ihre eigene Welt an geht, trotzdem so das dem Leser selbst noch genug Platz für Fantasie bleibt... Es gibt keine lückenhafte Story, sondern nur eine lückenhafte Fantasie des Lesers...
Ich habe sehr gut noch die kleine Fee in Erinnerung, welche Niamh auf ihrer Reise begegnet... Eine wunderschön beschriebene Szene!

Ja, vielleicht ist es noch Verbesserungswürdig und ja, es ist nicht alles sofort so klar, aber muss man denn als Leser alles Haar klein vorgekaut bekommen?
Ich finde nicht...
Die Fragen nach bestimmten Situationen oder Charas, erübrigen sich mit einem Aufmerksamen Lesen, oder ein wenig Fantasie die man selbst einbringen kann.

Aber macht euch doch euer eigenes Bild und lasst euch nicht von Leuten in die irre führen, die scheinbar nicht richtig, oder gar nicht gelesen haben, und eine Hetzkampagne gegen die Autorin führen. (Damit sind nicht alle Rezensionen gemeint, man kann durchaus seine eigene Meinung haben. Wer sich angesprochen fühlt.... ;D )

Ich vergebe hier 5 von 5 Schmetterlingen. Weil mir das Buch sehr gut gefallen hat. Die Story und die  verborgenen Botschaften sind süß umgesetzt. Die liebevolle und fantasiereiche Gestaltung Firyons ist einfach wunderschön und tröstet wie ich finde, darüber hinweg das es durchaus noch etwas Verbesserungs Potential gibt.
Ich würde sehr gerne noch mal etwas von Niamh lesen!

Autor: Jennifer Jäger
Buch: Saphirtränen
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