Moxie. Zeit, zurückzuschlagen

von Jennifer Mathieu 
4,3 Sterne bei20 Bewertungen
Moxie. Zeit, zurückzuschlagen
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Dieses Buch ist wichtig, es spricht genau das aus, was wir alle wissen und was oft viel zu schnell unter den Tisch gefegt wird.

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Ich wertschätze die Message, aber ...

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Inhaltsangabe zu "Moxie. Zeit, zurückzuschlagen"

Vivian lebt in Texas und hat die Nase voll. Von den blöden Kommentaren der Jungs während des Unterrichts. Von den Lehrern, die nichts dagegen unternehmen. Von der absurden Kleiderordnung, die nur für Mädchen zu gelten scheint. Aber vor allem hat Vivian es satt, den Mund zu halten. Als sie einen alten Flyer ihrer Mutter, ein ehemaliges Punkrock-Riot-Grrrl, findet, beschließt sie, etwas gegen die Ungerechtigkeit zu tun. Heimlich gestaltet sie ihren eigenen Flyer, »Moxie«, und verteilt ihn an der Schule. Die Mädchen sind begeistert und tragen Vivians Botschaft weiter. Und auch Seth, der neue Junge an der Schule, ist schwer beeindruckt. Doch schon bald begreift Vivian, dass sie damit eine Revolution angestoßen hat, die ihre Leben ganz schön ins Wanken bringt.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783038800163
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:352 Seiten
Verlag:Arctis Verlag
Erscheinungsdatum:31.08.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    Nessicaxoxos avatar
    Nessicaxoxovor 7 Tagen
    Kurzmeinung: Dieses Buch ist wichtig, es spricht genau das aus, was wir alle wissen und was oft viel zu schnell unter den Tisch gefegt wird.
    Eines der wichtigsten Jugendbücher in diesem Jahr

    Meinung:

    Moxie ist das Gegenteil von allen Klischees. Moxie ist füreinander aufstehen. Sich gerade machen für sich selbst., für andere und sich zu behaupten, selbst wenn alles dagegen spricht.

    Dieses Buch habe ich als unglaublich stark empfunden und es gehört für mich zu einem der wichtigsten Büchern, die ich dieses Jahr lesen durfte.

    Nicht nur, dass die Geschichte als solche wahnsinnig Spaß macht, nein, sie versetzt einen in so eine kribbelnde Hochstimmung, weil man weiß hier passiert etwas ganz Großes und das Mädchen diese großen Dinge bewegen fand ich wirklich toll. Das klassische Rollenbild, dass hier in Form eines bestimmten Satzes wieder und wieder Thema wird wurde einfach aus den Angeln gehoben. Denn nur weil die Sportler der Meinung sind sie hätten mehr wert als Mädchen, weil sie Sportler sind und weil sie nicht zu vergessen männlich sind heißt das noch lange nicht, dass sich alle Mädchen das gefallen lassen und irgendwann reicht es auch Vivian. Aber anstatt mit Beleidigungen und gemeinen Aktionen um die Ecke zu kommen macht sie etwas viel wichtigeres. Sie zeigt Rückrat indem sie nicht nur für sich sondern für alle Mädchen die ungerecht behandelt werden eintritt.
    Und das fand ich so besonders, so mutig und stark.
    Dieses Buch hat so viel zu geben.

    Die Personen im Buch sind total authentisch, ich konnte mich nicht nur richtig gut in sie hinein versetzen sondern auch ihre Zweifel und Ängste nachempfinden und ich habe gespürt, wie sie jeder für sich immer stärker wurden bis sie den Mut hatten sich als Ganzes zusammen zu fügen. Das so mitzuerleben war ganz großes Kino.

    Es gab sogar recht weit am Ende eine Stelle, die mich extrem zum weinen gebracht hat. Es war ein wirklich wichtiger Moment und so bewegend. Es war diese Szene, die so viel ausgesagt hat obwohl das ganze Buch sehr viel aussagt und sich nicht mit unwichtigen Dingen aufhält war es dieser wache starke Moment, der mich am meisten bewegt hat.

    Der ein oder andere mag bei dem Wort Feminismus zurück schrecken und Bilder von aggressiven Frauen im Kopf haben, die sich mehr für ihr Recht prügeln als wirklich stärke zu zeigen. Doch so ist es nicht. Feminismus muss kein Extrem sein, es kann einfach sein, ein Moment, ein geschriebenes Wort, ein Stern... 
    Es kann einfach sein, dass man für ein anderes Mädchen aufsteht, das nicht den Mut hat. Es bedeutet Courage, für andere Mädchen, Mut zu sagen, dass man nicht minderwertig ist. Es sind kleine und große Momente, die alles ändern können und hier können wir alles davon durchlaufen.

    Vivian ist kein lautes Mädchen, kein Mädchen, welches frech und vorlaut ist. Sie ist ein ganz normales Mädchen mit ganz normalen Wünschen und dazu gehört auch sich zu entfalten ohne darin eingeschränkt zu sein. Zur Schule zu gehen, wie ein ganz normales Mädchen, Freunde zu haben, Spaß zu haben. Und dafür erhebt sie sich und für noch so vieles mehr. 



    Aber es gibt natürlich nicht nur das sondern auch andere Szenen die total Spaß machen, die einen zum nachdenken bringen, zum lächeln, zum lachen und es gibt natürlich auch diesen Jungen. Aber es ist nicht dauerhaft präsent, nicht das worum es sich dreht und das hat mir besonders gut gefallen. Natürlich verliebt sich ein junges Mädchen aber sie lässt dafür nicht all ihre Pläne stehen und liegen.
    Dieses Buch bringt keine leise Erkenntnis, es ist laut, es brüllt seine Botschaft hinaus. Und das ist verdammt gut so, denn diese Botschaft ist wichtig. Sehr.




    Schreibstil:
     Dieser grandiose Schreibstil hat mit dazu beigetragen, dass die Botschaft bei mir ankam, denn die Autorin schreibt sehr eindringlich aber auf eine humorvolle, schöne Weise. Ihr Schreiben ist laut und wichtig und beinahe jeder Satz ist denkwürdig.


    Cover:
    Das ich das Cover toll finde ist glaube ich sowieso klar, denn ich habe mir die Mühe gemacht es komplett nachzustellen. Ich finde es einzigartig, schön und es drückt die Botschaft aus.

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    AlwaysReadings avatar
    AlwaysReadingvor einem Monat
    Funktioniert nicht

    Inhalt

    Vivian geht auf eine Schule, an der dumme und sexistische Taten und Bemerkungen an der Tagesordnung sind. Es kotzt sie an, es kotzt alle an. Aber niemand macht was. Und deswegen wird eine Art Schulclub gegründet, der im Grunde auch nichts macht. Und am Ende der Geschichte ist man in etwa genauso weit wie am Anfang.

    Meine Meinung

    ACHTUNG! ACHTUNG! SPOILER! NICHT WEITERLESEN! WENN DOCH, DANN JAMMER NICHT WEGEN SPOILERN!

    „Moxie“ ist ein Buch, welches wegen seiner feministischen Ansätze hochgelobt wurde und geradezu euphorisch bewertet wurde. Da dachte ich mir so als Feministin: „Hey, das wird schon gut sein.“ Ja. Nein. Wieso lerne ich es nicht? Es ist immer wieder dasselbe; ich mag die meisten Bücher nicht, die von der Masse euphorisch bewertet werden. Und „Moxie“ ist da leider nicht die Ausnahme. Und weil man sowas ja immer vorher sagen muss, weil man sonst als sonstewas bezeichnet wird: Ja, ich bin Feministin! Das bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass ich sowas gut finden muss. Denn „Moxie“ war teilweise nicht nur kindisch, sondern gar lächerlich.

    Das größte Problem, das ich mit der Geschichte hatte? Es hat die falsche Protagonistin. Vivian funktioniert überhaupt nicht in dieser Art von Erzählung. Sie ist das brave Mädchen, dass sich an eine Idealisierung ihrer Mutter aus Jugendjahren krallt. Diese hat sogar ein Karton, beschriftet mit „meine vergeudete Jugend“. Sie hatte als Teenager gefärbte Haare und trug schwarzen Lippenstift, was für Vivian voll rebellisch ist. Die hält es wahrscheinlich schon für rebellisch, wenn man mehr als zwei Ohrlöcher hat. Allgemein, habe ich keine Ahnung, wieso sich Vivian anfangs so an die Vorstellung krallt, dass man in irgendeiner Art und Weise rebellisch sein muss um Feministin zu sein. Das eine erfordert nicht zwangsläufig das andere.

    Des Weiteren ist Vivian bis zum Hals mit Vorurteilen behaftet. Jeder, der nicht „rebellisch“ aussieht, ist keine Feministin. Ach, und der Freund ihrer Mutter ist blöd, weil er eine andere politische Einstellung hat als sie und weil er ihrer Mutter Leseempfehlungen gibt. Das hat nichts mit Unterdrückung oder Sexismus zu tun; das ist eine Unterhaltung zwischen Erwachsenen über Bücher. Und da kann es dann mal vorkommen, dass man jemandem ein Buch empfiehlt. Ist nichts Schlimmes.

    Selbstverständlich muss es auch eine Liebesgeschichte geben, wo kämen wir auch hin, wenn die Protagonistin sich mal einen feuchten Dreck um sowas kümmert? Seth mag an sich ein guter Junge sein, das möchte ich nicht abstreiten. Allerdings, verliert Vivian sich ständig in Erzählungen darüber, wie toll er aussieht und wie cool er ist und er ist ja so furchtbar anders als die anderen Jungs an der Schule. Warum? Weil Plot. Dabei hat die sich nie die Mühe gegeben mal andere Jungs kennenzulernen, abseits der hirnlosen Affenfraktion. Man hat also gar keine wirkliche Vergleichsmöglichkeit um zu überprüfen, ob Seth wirklich das angepriesene Einhorn ist.

    Zum Mittelteil verliert die Dame dann auch völlig den Fokus, wegen ihres Schmatzipuffis. Was haben die Beiden eigentlich gemeinsam? Ja, sie gehen auf Dates. Aber eine nennenswerte Unterhaltung, nach der man sagen könnte, dass man verstehen kann, warum sie so hingerissen von ihm ist, kommt da nicht zustande. Wobei ich mich eher frage, was der Junge mit dem Mädel will. Sie ist hochgradig unsicher; perfekt zu merken, nach einem Streit … einer Diskussion … ach, das war nicht mal eine Diskussion, das war eine Unterhaltung, mit unterschiedlichen Standpunkten. Und Vivian schiebt sofort Panik, dass sie und Seth ja jetzt Schluss machen. Und wenn ich noch einmal hätte lesen müssen, dass sie zum Schlafen ihr Runaways-T-Shirt anzieht, dann wäre ich ausgerastet. Woooow, du hast ein Bandshirt, herzlichen Glückwunsch!

    Dann war da noch dieser Blödsinn mit der besten Freundin. Protagonistin Vivian kennt ihre beste Freundin Claudia seit den Kindertagen. Sie lernt allerdings im Laufe der Geschichte Lucy kennen; mit der sie sich gut versteht, die haben Gemeinsamkeiten und yada yada yada. Das ist nichts Schlimmes, das ist auch relativ normal, dass man mehr als eine Freundin im Leben hat. Dennoch macht Vivian sich dauernd Sorgen, was Claudia davon denken könnte, dass sie sich ja so gut mit Lucy. Wenn du Schiss hast, dass deine beste Freundin sauer ist, weil du noch andere Freunde hast, dann ist das nicht die angepriesene Bilderbuchfreundschaft, sondern manipulatives Verhalten was im Übrigen ein Hauptmerkmal von toxischen Beziehungen ist.

    Und das waren nur die Probleme, die ich mit der Protagonistin habe! Hinzu kommt dann noch, dass die ganze Geschichte in einem so rückständigem Hinterwäldlerkaff lebt, dass ich darauf gewartet habe, dass das Jahr der Ereignisse auf 1950 datiert wird. Viele der Bemerkungen und Handlungen der (vor allem) männlichen Charaktere sind sexistisch, da muss man nicht drüber diskutieren. Allerdings, wäre auch über die Hälfte davon erledigt, wenn eine von den Damen mal ihren Mund aufmachen würde. Selbstverständlich, würde das keine Wunderheilung nach sich ziehen, aber es würde die Kommunikation mal in den Fokus rücken. Und wo sind eigentlich die männlichen Verbündeten? Es wird sogar im Buch gesagt, dass es auf dieser Schule durchaus auch männliche Anwesende gibt, die nicht so einen hirnlosen Blödsinn vor sich hinsabbern. Wieso werden die ausgeschlossen? Wieso wird gar nicht versucht die ins Boot zu holen?

    Ich möchte hier keine Debatte zum Thema Sexismus und wie man damit umgehen sollte lostreten, aber die Art und Weise wie Vivian das handhabt? Die Idee mit Moxie mag ja an sich ganz nett sein, aber was soll sie bringen? Gut, der Schulstreik am Ende ist durchaus eine Aktion, die auch Konsequenzen mit sich bringt und die Sache mit den Bademänteln war eine nette Idee. Aber abgesehen davon? Das Rumgekritzel auf der Hand? Was sollte das bringen? Was bringt es ein Problem zu erkennen, etwas dagegen machen zu wollen, aber nichts dagegen zu machen? Die Menschen in deiner Umgebung realisieren nicht, wie sie sich aufführen, wenn man sich die Hände bemalt und die nicht mal wissen, was das für einen Zweck haben soll! So funktioniert keine Kommunikation und eine erfolgreiche schonmal gar nicht.

    „Moxie“ definiert das Wort Feminismus übrigens mitten in der Geschichte falsch, ne? Des Weiteren orientiert Vivian sich an einer feministischen Bewegung namens Riot Grrls. Mal ganz davon abgesehen, dass einige historische Fakten schlichtweg falsch waren, die genannt wurden, ist diese Idealisierung dieser Bewegung (die nicht so fehlerfrei war, wie sie dargestellt wird) nichts weiter als der „rebellische“ Traum eines Teenagers gewesen, der es nicht mal schafft ihrem Lehrer Kontra zu geben.

    Zum Ende hin wollte die Autorin dann noch einen drauf setzen: eine der Schülerinnen erhebt schwere Vorwürfe gegenüber dem Alpha Affen dieser ganzen Hinterwäldlerschule. Sie bezichtigt ihn der versuchten Vergewaltigung. Eine krasse Anschuldigung, wie auch Seth sagt. Er sagt nicht, dass er ihr nicht glaubt. Er sagt nicht, dass sie sich nicht so haben soll. Er sagt, dass das eine krasse Anschuldigung ist; was Vivian gleich so auffasst, als hätte er die Schülerin einer Lüge bezichtigt. Kommunikation haut also auch nach 300 Seiten noch nicht hin.

    Diese ganze Storyline wird von der Autorin äußerst stiefmütterlich behandelt und gipfelt in einem Schulstreik. Die Mädels (warum eigentlich nur die Mädels? Man muss keinen BH tragen, um ein Verständnis von Zustimmung zu haben) werden dazu aufgerufen während des Unterrichts die Schule zu verlassen, um der Schule zu zeigen, dass sie sich nicht gefallen lassen werden, dass das unter den Teppich gekehrt wird. Das war dann auch so ein … Disneyende. Es wird schon was unternommen, damit alle ihre Lektion lernen. Aber es bleibt irgendwie ohne echte Konsequenzen oder ohne richtige Unternehmungen. Das ganze Buch liest sich wie ein Disneyfilm. Und das ist nicht im positiven Sinne gemeint.

    Zum Ende hin war ich einfach nur genervt. Ich kann ein Buch über ein bestimmtes Thema nicht ernst nehmen, wenn es das Thema nicht richtig adressiert. Und damit meine ich nicht das Thema Sexismus, sondern Feminismus. Es wird nicht als Lebenseinstellung, als Verständnis einer Situation dargestellt, sondern als Schul-Club. Und das hat in meinen Augen überhaupt nicht funktioniert.

    Ich würde zum Ende gerne noch etwas Positives sagen und hier hatte ich vor zu sagen, dass der Schreibstil der Autorin eigentlich ganz nett war. Dass das Buch schnell und leicht zu lesen war, dass einige Formulierungen wirklich gelungen waren … bis das Wort „flüsterig“ kam. Aber das schiebe ich jetzt mal der deutschen Übersetzung in die Schuhe …

    Fazit

    „Moxie“ hat mir nicht gefallen. Die Protagonistin ist hochgradig anstrengend, mit anstrengenden Freunden und unzähligen Monologen über ihren Freund. Das Wort Feminismus wird in einem Buch über Feminismus falsch definiert. Männliche Verbündete sind nicht erwünscht und Kommunikation ist genauso wenig vorhanden wie Fortschrittlichkeit.

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    Ianocs avatar
    Ianocvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Ich wertschätze die Message, aber ...
    Kam nicht wirklich an

    Meine Schwester, die in dem Alter der Figuren dieses Buches ist, hat es auch gelesen und die Rezension basiert auf das Gespräch, das wir beide nach dem Lesen hatten.

    Ich: Ich habe mich manchmal zwingen müssen, weiterzulesen. Ich hatte gehofft, die Story wäre ein All-Ager und mich würde der Altersunterschied zwischen mir und den Figuren nicht so viel ausmachen - zumal diese gerade Mal fünf-sechs Jahre jünger sind?

    Sie: Ich muss zugeben, anfangs dachte ich, die sind alle unter 15. Die Art und Weise, wie Vivians Gedanken zum Teil formuliert sind, oder generell der Schreibstil ist so ... naiv. Aber mich hat das nicht so sehr gestört. Ich fand das Lesen einfach und es ging auch zügig voran. 

    Ich: Das mochte ich zu Beginn auch, aber irgendwann fühlte es sich an, als würden ständig dieselben Dinge wiederholt, nur damit Eindruck im Leser entsteht.

    Sie: Wie meinst du das?

    Ich: Na, nehmen wir mal einfach die Jungs als Beispiel. Also, wie sie hier alle - mal Seth ausgenommen - dargestellt werden. Ihr Benehmen war von Anfang an ziemlich krass, das sieht man ja auf Seite 1 schon, wo ein Arschloch Vivian dazu auffordert, ihm ein "Sandwich zu machen". Aber es steigert sich immer mehr und zu welchem Zweck? Wenn es der Autorin darum geht, zu zeigen, dass Feminismus wichtig ist, dann hätte sie ihren Standpunkt - meiner Meinung nach - ohnehin mit subtilerer Diskrimination erfolgreich zum Ausdruck bringen können. Aber dieses konstante Verschlimmern der Situation ohne jeglicher Besserung, dieses ständige Wiederholen von "Ja, Moxie!", das ist einfach so "Mittel-zum-Zweck"-haft, verstehst du? Überhaupt keine Facetten gibt es hier.

    Sie: Ich weiß, was du meinst. Das Buch will einem auffordern, dass man sich stark macht, dass man aufsteht und Veränderung bringt. Aber nichts verändert sich, bis auf vielleicht den letzten 30 Seiten und auch da nur möglicherweise. Es geht immer nur so: Die Jungs tun was ziemlich beschissenes, jedes Mal gibt es origineller Weisen, wie sie Mädchen belästigen können - dann tun die Mädchen dagegen was, sie starten eine Aktion und Moxie, yippie, für einen Moment haben sie die Macht ... aaaaber das Resultat ist dann trotzdem das Gleiche: Niemand ändert sich, nicht die, die es sollten zumindest.

    Ich: Genau! Und ich frage mich: Was für eine Message soll mir das jetzt übermitteln? Jungs sind scheiße, egal was man tut? Sogar Seth -

    Sie: Oh Gott Seth! Aber echt, seine Entwicklung. Vor allem, weil die halben Sachen, die hier passieren, so unrealistisch klingen! Als ob solche Aktionen wie die Schubs-und-Grabsch-Sache im 21. Jahrhundert im Westen möglich ist?

    Ich: Vielleicht passieren solche Sachen wirklich. Es ist immerhin eine Kleinstadt in Texas, der Hintergrund der Autorin selbst. Aber auch wenn solche Dinge passieren, so konnte man sie mir einfach nicht überzeugend rüberbringen. Dazu waren mir der Stil viel zu naiv bzw. die Figuren viel zu kindisch.

    Sie: Ja, total. Das Überdramatisieren ohne neue Anhaltspunkte zu geben nimmt den gewünschten Effekt weg.
    Aber zu deinem vorigen Punkt mit den Facetten: ich finde, es gibt schon Facetten. Gerade Figuren wie Claudia oder sogar Vivians Mutter, die haben etwas andere Perspektiven zu dem Thema dargestellt. Nur das Potential wurde irgendwie nie ausgeschöpft - das Claudia zum Beispiel ihre Meinung erst ändert, als sie selbst Opfer von radikaler und direkter Diskrimination bzw. Ungerechtigkeit wird? Und nicht, weil sie sich selbst reflektiert hat.

    Ich: Ja, das fand ich auch nicht so super. Und dass sie am Ende - also, ich habe vor diesem Buch "Du wolltest es doch" von Louise O'Neill gelesen, in dem es um Vergewaltigung geht. Das Buch war ehrlich und unschön. Im Vergleich dazu fand ich Moxie anfangs erfrischend ermutigend und locker, obwohl beide Bücher dieselbe Thematik (nur eben anders) auffassen. Dann kam richtige Belästigung in Moxie verstärkt vor, nein sogar versuchte Vergewaltigung und irgendwas an dem Ton hat mich extremst gestört. Eine so jugendhaft umgesetzte Geschichte wie diese hier bietet schlicht und weg nicht den Raum und die Zeit, um so viele Nuancen eines derart komplexen Themas auseinanderzunehmen. Die Autorin hätte die Message mit weniger, dafür fokussierter Zielsetzung besser rüberbringen können.

    Sie: Es war einfach way too much.

    Ich: Genau.

    *Schweigen. Seufzen*

    Sie: Ich mochte aber Lucy. Und die Zines! Und die Riot Grrrls. Und, und die vielen Figuren aus unterschiedlichen Hintergründen! Und das Ende war ja dann doch nicht so übel.

    Ich: Nein, also, ich finde im Allgemeinen das Buch auch nicht so schlecht, vor allem, es hat ja wirklich tolle Intentionen.

    Sie: Und ich muss ja auch gestehen, ich habe in letzter Zeit, viel mehr kleine Dinge im Alltag bemerkt, die mir sonst vielleicht entgangen wären.

    Ich: Du meinst, Diskrimination als Mädchen und so?

    Sie: Ja. Ich bin dem Buch dafür echt dankbar. Und in gewisserweise hat es dadurch ja sein Ziel erreicht.

    Ich: Stimmt. Jetzt stellt sich die Frage, ob es auch nachwirken wird.

    Sie (besucht Kunstschule): Mhm, mal sehen. Btw, weißt du, was mich noch extrem gestört hat?

    Ich: Nein, was?

    Sie (verdreht die Augen): Wie Seths Eltern dargestellt sind? Die narzisstischen Künstler??? Wow, Vorurteile, much? Gerade bei so einer Story?

    Fazit
    Wenn Story und Figuren nicht überzeugen, dann kann man noch so viele gute Werte vermitteln - besser macht es das Buch eben nicht.

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    Siraelias avatar
    Siraeliavor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Ein genialer Einblick in eine Gesellschaft, in der Gleichberechtigung immer noch nicht angekommen ist.
    Zusammenhalt und das Ansprechen von Themen sind die modernen Waffen für die Gleichberechtigung

    „Moxie. Zeit, zurückzuschlagen“ von Jennifer Mathieu ist ein Buch, das aufrütteln soll. Und das gelingt ihm sehr gut! Aber nun zum Plot: Vivian lebt in einem kleinen Städtchen in Texas, welches noch nicht in der emanzipierten Neuzeit angekommen zu sein scheint. Sie plagt sich mit dämlichen Machosprüchen der Jungs herum, die cool sein wollen und auch die Lehrer lassen diese durchgehen und unterstützen das Frauen-Bashing sogar noch durch undurchsichtige Kleiderregeln, etc.

     

    Doch Vivian will sich das nicht gefallen lassen und als sie in den alten Sachen ihrer Mutter stöbert findet sie deren Zines (selbstgestaltete Magazine, Newsletter) die für die Rechte der Frauen einstehen. Sie beschäftigt sich damit und will etwas ändern, traut sich aber nicht. Daher erstellt sie ein eigenes Zine „Moxie“ welches sie anonym in der Schule verteilt und somit einen Stein ins Rollen bringt.

     

    Das Buch ist aus Sicht des Teenagers geschrieben, die als Junior in die High-School geht. Natürlich werden hier einige Stereotypen bedient, allerdings denke ich, dass die Autorin das macht, um ihre Botschaft noch besser transportieren zu können. Auch haben einige bemängelt, dass sie die anbahnende Liebesstory zwischen Vivan und Seth als zu viel oder gar störend empfunden haben. Ich kann dem allerdings nicht zustimmen, da sich das Buch ja eine Zielgruppe von 14 bis 17 richtet und denen kann man die Entwicklung schon gerne zutrauen. Ich wurde von der Darstellung überzeugt, dass man gemeinsam etwas bewirken kann und wie die Mädchen benachteiligt und diskriminiert wurden. Insbesondere die Darstellung der Zines, die Vivian selbst gestaltet hat mir sehr gefallen. Daher vergebe ich 5 von 5 Sterne und finde es richtig gut, dass sich des Themas Feminismus angenommen wurde.


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    Nicole_Jaguschs avatar
    Nicole_Jaguschvor 2 Monaten
    Glaube es wird mein Lieblingsbuch des Jahres!!!!

    Absolutes Lieblingsbuch diesen Monats, und wahrscheinlich auch für das ganze Jahr an sich. Hier hat einfach alles gestimmt. Ich hab das Buch als Hörbuch gehört und auch die Sprecherin hat einen richtig guten Job gemacht.


    Inhalt: Vivian lebt in Texas und hat die Nase voll. Von den blöden Kommentaren der Jungs während des Unterrichts. Von den Lehrern, die nichts dagegen unternehmen. Von der absurden Kleiderordnung, die nur für Mädchen zu gelten scheint. Aber vor allem hat Vivian es satt, den Mund zu halten. Als sie einen alten Flyer ihrer Mutter, ein ehemaliges Punkrock-Riot-Grrrl, findet, beschließt sie, etwas gegen die Ungerechtigkeit zu tun. Heimlich gestaltet sie ihren eigenen Flyer, Moxie, und verteilt ihn an der Schule. Die Mädchen sind begeistert und tragen Vivians Botschaft weiter. Und auch Seth, der neue Junge an der Schule, ist schwer beeindruckt. Doch schon bald begreift Vivian, dass sie damit eine Revolution angestoßen hat, die ihre Leben ganz schön ins Wanken bringt …

    Die Story an sich ist total frustrierend aber das muss sie auch sein. Das Thema ist wichtig. Das Thema ist nicht nur wichtig, es ist sogar real. Und das ist eigentlich das frustrierende an der ganzen Sache, dass sich die Autorin das nicht einfach nur so aus den Fingern gezogen hat, sondern, dass sich Mädchen jeden Tag solchen Problemen stellen müssen, und das ihnen niemand hilft.
    Die Autorin hat wirklich wichtige Themen angesprochen und ist mir ihnen unglaublich gut umgegangen. Ich mochte den Schreibstil total und einfach die ganze Atmosphäre in dem Buch.

    Viviane, Viv, als Hauptcharakter war einfach nur klasse. Ich fand es super schön mit anzusehen, wie sie sich durch das Buch hinweg entwickelt hat. Von einer stummen Betrachterin, die einfach alles so hingenommen hat, zu ihrem stillen Aufstand, als sie sich anonym mit ihren Flyern Gehör verschafft, und dann am Ende, als sie sich laut zu allem bekannt hat, im Kreise ihrer Moxie Girls, gegen den Schuldirektor und dem ganzen problematischen System, dass diese Schule darstellte.

    Ich mochte die Beziehungen in dem Buch, Viv und ihre Mutter, und ihre Großeltern. Viv und Lucy (Lucy war mein absoluter Lieblingsnebencharakter!!!). Allgemein, mochte ich einfach die ganzen verschiedenen Freundschaften, die all die Mädels miteinandern verbunden hat und die sie stark gemacht haben. Und ich fand auch Viv mit Seth unheimlich süß, ich fand es toll, dass die Autorin aus ihm zwar einen richtig anständigen Kerl gemacht hat, aber ihn nicht perfekt geschrieben hat. Er konnte einige Dinge nicht verstehen und das war auch gut so, denn niemand ist perfekt, wir können alle beim Thema Feminismus noch dazu lernen, wichtig ist, dass man dafür offen bleibt.

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    reading-is-my-way-of-lifes avatar
    reading-is-my-way-of-lifevor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Feministisch. Lustig. Herzerwärmend. Wichtig. Moxie hat all das was ich mir von einem Buch erwarte!
    Moxie Girls schlagen zurück!

    Worum geht's: 

    Vivian hat es satt wie sexistisch es an ihrer Schule zugeht und so beschließt sie, ein Mädchen welches sonst eher still im Hintergrund sitzt und nur durch ihre guten Noten auffällt, in die Fußstapfen ihrer einst rebellischen Mutter zu treten: sie gründet Moxie. Moxie ist zunächst nur ein Zine, also eine Art Newsletter, in dem Vivvy ihren Frust über die sexistischen Lehrer, die Grabscherei der Jungs und andere so ziemlich missratene Dinge an der East Rockport High ablässt und diesen auf den Mädchentoiletten auslegt. Aber schnell wird klar das Moxie zu einem richtigen Lauffeuer geworden ist. Und aus ein paar, heimlich im Copy Shop kopierte und handgeschriebenen, Zines wird schnell eine Stickeraktion, ein Kuchenbasar und ein Streik.

    Meine Meinung: 
    Mir hat Moxie unglaublich gut gefallen! Vivian ist eine starke Persönlichkeit die sich sich zu keinem Zeitpunkt in den Vordergrund zu stellen versucht. Sie hat ein gutes Gespür entwickelt für das was richtig und was falsch ist und als es an ihrer Schule immer sexistischer zuzugehen scheint, kann sie einfach nicht mehr wegsehen und beschließt einzugreifen.
    Dabei entstehen tolle Freundschaften zwischen Mädchen, die sich vorher wahrscheinlich nie beachtet hätten und in der Schule wird klar: so kann es nicht weitergehen.
    Moxie ist dabei nicht nur ein toll geschriebenes und unterhaltsames Buch. Nein, es macht auch mut! Es löst in einem das Bedürfnis aus selbst etwas zu verändern. Es öffnet einem die Augen. Und es tut all das mit so viel Witz und Charme der den harten Tobak, mit dem sich das Buch beschäftigt, viel einfacher zu verdauen macht.

    Der Schreibstil ist herrlich leicht und locker zu lesen. Wenn man einmal anfängt fliegt man nur so durch die Seiten. Die verwendete Sprache ist verständlich geschrieben und deswegen auch gerne schon für jüngere Mädchen ab 12 geeignet.

    Fazit:
    Moxie ist feministisch. Moxie ist lustig. Aber vor allem ist Moxie wichtig. Ein wundervoller Jugendroman den ich mir schon viel früher gewünscht hätte und eine tolle Message verbreitet.

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    Lupina15s avatar
    Lupina15vor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Wichtige Message aber bescheidene Umsetzung
    Frauenpower und Teenie-Probleme

    "Moxie" gilt als vielversprechender Frauenpower-Roman. Von eienr Feministin geschrieben verspricht das Buch, für das weibliche Geschlecht einzustehen und eine Vorbildfunktion zu sein. Obwohl dieser Gedanke transportiert wird, ist das Buch nicht wirklich spannend. Im Mittelpunkt steht Vivienne, kurz Vivvy. Sie ist eine unauffällige Schülerin, die brav die Tyrraneien des Schulleiters sowie ihrer Mitschüler über sich ergehen lässt. Ihre alleinerziehende Mutter war früher einmal eine richtig aktive Feministin. Alles aus dieser Zeit bewahrt sie in einem Karton mit der Aufschrift "Meine vergeudetete Jugend" auf, den Vivvy regeläßig zur Hand nimmt.
    Als an ihrer Schule die sexistischen Kommentare der Jungen schlimmer werden, produziert sie anonym ein Zine, um still Protest zu leisten. Eine nett gemeinte Sache, doch Vivvy weiß im gesamten Buch nicht wirklich, was sie will. Man ist hin- und hergerissen, will sie am liebsten schütteln und zu einer Entscheidung zwingen. Obwohl die Zustände an ihrer Schule wirklich schlimm sind, sind sie doch auch völlig überspitzt. Der Rektor macht bei den sexistischen Dingen ganz vorn mit und wird von einem großen Teil des Kollegiums unterstützt- realistisch? Nein!
    Trotz der ganzen Übertreibungen kommt Moxies Message an: Frauen müssen sich unterstützen und zusammenhalten, um in der von Männern dominierten Welt zu bestehen.
    Der Schreibstil hat alles ab und an mit Witz und Charme aufgelockert. Die Autorin besitzt einen ganz eigenen Humor, der immer wieder zum Tragen kommt und einen zum lächeln bringt. Sie baut auch eine Liebesgeschichte mit ein. Ob diese der Story wirklich gut  tut, muss jeder für sich entscheiden. Primär möchte die Autorin wohl damit sagen: nicht alle Jungen behandeln Frauen schlecht.
    Obwohl das Thema des Buches so wichtig ist, bin ich von der Umsetzung leider enttäuscht. Die Protagonistin wat für meinen Geschmack zu unentschlossen, sowohl in Bezug auf Moxie als auch in Bezug auf ihren Freund. Aber dennoch: die Message des Buches kommt zum tragen, daher ist das Buch etwas für jeden, der gern ein bisschen mehr über Girlpower lesen will!

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    connychaoss avatar
    connychaosvor 2 Monaten
    Inspirierend

    Vivian ist von der Situation an ihrer Highschool genervt. Die Jungen klopfen sexistische Sprüche und werden übergriffig, die Lehrer greifen nicht ein, sie halten eher zu den Jungs und maßregeln die Mädchen. So kann das nicht weitergehen! Beim Stöbern im Kleiderschrank der Mutter entdeckt Vivian eine Kiste mit feministischen Magazinen. Vivian fühlt sich inspiriert und gestaltet ein eigenes Zine, welches sie heimlich in den Mädchentoiletten auslegt. Darin ruft sie ihre Mitschülerinnen zu Aktionen auf. Nach Rebel Girls und Spinster Girls geht es nun mit Moxie weiter. Meine Tochter (13) ist begeistert und verschlingt alle diese Bücher der neuen feministischen Welle. Der Schreibstil liest sich sehr leicht und flüssig, die Geschichte ist sehr kreativ, jugendlich und spannend. Vivian ist eine tolle Protagonistin, man kann sich gut in sie hineinversetzen. Sie ist mutig, hat aber auch die für das Teeniealter typischen Zweifel und Hemmungen. Das macht sie sympathisch und authentisch. Die Zines sind toll gestaltet und machen richtig Lust, selbst so eins zu gestalten und eine kleine Revolution in der eigenen Schule anzuzetteln. Für Mädchen im Alter von 12/14 Jahren eine inspirierende Lektüre.

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    CallieWonderwoods avatar
    CallieWonderwoodvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Ein Jugendbuch über Feminimus überzeugend umgesetzt. Nur die Protagonistin war mir nicht von Anfang so sympathisch.
    Moxie. Zeit, zurückzuschlagen - Jennifer Mathieu

    Vivian lebt in Texas und hat die Nase voll. Von den blöden Kommentaren der Jungs während des Unterrichts. Von den Lehrern, die nichts dagegen unternehmen. Von der absurden Kleiderordnung, die nur für Mädchen zu gelten scheint. Aber vor allem hat Vivian es satt, den Mund zu halten. Als sie einen alten Flyer ihrer Mutter, ein ehemaliges Punkrock-Riot-Grrrl, findet, beschließt sie, etwas gegen die Ungerechtigkeit zu tun. Heimlich gestaltet sie ihren eigenen Flyer, »Moxie«, und verteilt ihn an der Schule. Die Mädchen sind begeistert und tragen Vivians Botschaft weiter. Und auch Seth, der neue Junge an der Schule, ist schwer beeindruckt. Doch schon bald begreift Vivian, dass sie damit eine Revolution angestoßen hat, die ihre Leben ganz schön ins Wanken bringt.
    (Klappentext)


    Mich hat das Buch sehr angesprochen, weil es ein Jugendbuch ist, indem es um Feminismus geht und ich war gespannt auf die Umsetzung.
    An der High School von Vivien werden Mädchen ganz schön ungerecht behandelt. Einige Jungs machen ständig abwertende Sprüche, wie "Mach mir ein Sandwich", und Kleidenkontrollen gibt es nur bei Mädchen. Besonders die Mitglieder vom Football Team können tun und lassen was sie wollen. Davon hat Vivian genug und will sich wehren. Heimlich gestaltet sie einen Zine und ruft die Mädchen an ihrer Schule aufzurückzuschlagen.
    Richtig gut gefallen hat mir, wie Vivian diese Aktion gestartet hat und eines Abends die erste Ausgabe von "Moxie" entwirft, die auch im Buch abgedruckt ist, und auf ihre ganz eigene Art versucht etwas zu ändern.
    Leider habe ich lange gebraucht um mit Vivian als Protagonistin warm zu werden. Sie war mir mit ihren Gedankengängen und ihrer ganzen Art zuerst nicht so sympathisch. Wie sie die Geschichte aus erzählt hat oder ihrer Beziehung zu ihrer Mutter. Es war überzeugend, dass sie die Idee zu Moxie hatte, um damit gegen die Ungerechtigkeit zu kämpfen, und trotzdem auch Angst hatte und unsicher war. Im Laufe des Buches mochte ich Vivian aber auch deutlich mehr.
    Zitat : "Ich weiß nicht, ob ich sagen würde, dass ich Moxie mache, weil es mich glücklich macht. Weil ich es wichtig finde vielleicht. Notwendig ? Auf jeden Fall."
    Ich fand es gut gemacht, wie die Mädchen an der High School mit der Aktion umgehen. Manche sind erst eher skeptisch und ängstlich, aber durch den Anstoß von Vivian mit "Moxie" bewegt einiges. Das was sie mit ihrem Zine begonnen hat, verselbstständigt sich und wird immer größer. Gemeinsam wollen die Mädchen für ihre Sache einstehen, die Ungerechtigkeit beenden und sich auch von einem sexistischen Direktor nicht mehr klein machen lassen.
    Und wie die Nebencharaktere Lucy, Claudia oder Seth dabei eine Rolle gespielt haben, fand ich super. Vivians und Seths Liebesgeschichte war süß und ich mochte die Entwicklung super gerne.
    Die Umsetzung von Feminismus hat mir total gut gefallen und gleichzeitig fand ich es schlimm, dass sie überhaupt kämpfen mussten. Was an der Schule alles passiert und womit die Mädchen fertig werden müssen, hat mich beim Lesen wütend und traurig gemacht.
    Zitat : "Sondern Feministin. Es ist gar kein schlechtes Wort. Von nun ist es vielleicht sogar mein Lieblingswort. Denn Feminismus bedeutet eigentlich nur, dass Mädchen und Frauen einander unterstützen und wie Menschen behandelt werden wollen in einer Welt, die immer neue Wege findet, ihnen zu sagen, dass sie das nicht sind."
    Flüssig und angenehm zu lesen war der Schreibstil von Jennifer Mathieu, ich hätte mir nur gewünscht, dass ich Vivian direkt gemochte hätte.

    Fazit :
    Ein Jugendbuch über Feminimus überzeugend umgesetzt. Nur die Protagonistin war mir nicht von Anfang so sympathisch.

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    Jess_Nes avatar
    Jess_Nevor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Ein wichtiges Buch über Feminismus, Gleichberechtigung und dem Kampf gegen Diskriminierung
    Unterhaltsam mit kleineren Schwächen

    Vivian ist unzufrieden mit der Situation an ihrer Schule. Die Mädchen sehen sich ständig sexistischen Kommentaren ausgesetzt und die Lehrer unternehmen nicht nur nichts gegen diese Anfeindungen, sie unterstützen sie sogar noch und tadeln meistens nur die weibliche Schülerschaft. Die Kleiderordnung an ihrer Schule scheint auch nur auf die Mädchen zugeschnitten zu sein. Als Viv endlich die Nase voll hat, fängt sie an zu rebellieren und ganz in der Tradition ihrer Mutter Flyer zu drucken, die in ihrer Jugend ebenfalls eine feministische Bewegung ins Rollen brachte mit Parolen wie ‚Riot, not Diet‘ und dem Druck einer eigenen Zeitung. Viv beginnt ihre Flyer ‚Moxie‘ zu verteilen und die Mädchen so dazu zu ermutigen, sich gegen das machohafte Benehmen und die generelle Ungleichbehandlung an der Highschool durchzusetzen. Damit tritt sie eine Lawine los, deren Ausmaß sie zu Beginn niemals erwartet hätte. Die Rebellion beginnt…

    Ähnlich wie auch die kurz zuvor erschienenen ‚Spinster Girls‘ von Holly Bourne widmet sich ‚Moxie. Zeit zurückzuschlagen‘ Themen wie Feminismus, Geschlechterrollen und den damit verbundenen Vorurteilen und der Ungleichbehandlung von Mädchen und Jungen und dem Zusammenhalt unter Mädchen und Frauen. Insgesamt gefiel mir Moxie ebenfalls gut. Die Geschichte wies aber eine ähnliche Schwachstelle auf, wie auch die Spinsters. Die männlichen Charaktere werden kategorisiert in ‚netter Junge‘ und ‚chauvinistischer Macho‘ es gibt keine Zwischennuancen. Die Sportler sind allesamt Idioten, die die weibliche Schülerschaft unterdrücken und aufgrund ihrer Stellung an der Schule mit allem durchkommen und nur ein Junge zeigt Einfühlungsvermögen und schließt sich Vivs Bewegung um die Moxies an. Mir war dieser Aspekt einfach zu undifferenziert und es fehlte mir ein wenig die Tiefe in der Charakterzeichnung. 

    Wie so oft in Jugendbüchern kommt auch Moxie nicht ohne Liebesgeschichte aus. Ja, sie ist ganz süß und authentisch geschrieben, hat in meinen Augen aber nicht viel zur Haupthandlung beigetragen und hätte getrost weggelassen werden können. Die Moxies boten auch so genug Potenzial, dass man noch weiter hätte ausbauen können, ganz ohne Liebesgedöns als Anhang. An einigen Stellen wird zu sehr übertrieben, an anderen Ecken zu wenig erzählt und das Ende war so melodramatisch, dass es für mich keinen runden Abschluss bot, aber als Fan von Happy Ends  drücke ich da nochmal zwei Auge zu. 

    FAZIT 

    Eine leicht zu lesende Geschichte, mit angenehmen Schreibstil und einer tollen Grundidee, an der es aber einigen Ecken und besonders am Ende ein wenig haperte. Da die Protagonistin und ihre Familie mir aber sympathisch waren und ich das Buch durch viele spannende Passagen und Wendungen in Windeseile ausgelesen hatte und es mich gut unterhalten konnte, gibt es von mir trotzdem 4,5 Sterne. 
     

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Moxie - Girls schlagen zurück

    Brandaktuell, bewegend - dieses Buch lässt dich rebellisch werden!
    Möchtest du bei der Leserunde dabei sein und mit Vivians Geschichte eintauchen in ein Buch, das für Girlpower, Feminismus und Rebellion gleichermaßen steht?
    Dann freuen wir uns auf deine Bewerbung!


    Autoren oder Titel-Cover
    Vivian lebt in Texas und hat die Nase voll. Von den blöden Kommentaren der Jungs während des Unterrichts. Von den Lehrern, die nichts dagegen unternehmen. Von der absurden Kleiderordnung, die nur für Mädchen zu gelten scheint. Aber vor allem hat Vivian es satt, den Mund zu halten. Als sie einen alten Flyer ihrer Mutter, ein ehemaliges Punkrock-Riot-Grrrl, findet, beschließt sie, etwas gegen die Ungerechtigkeit zu tun. Heimlich gestaltet sie ihren eigenen Flyer, Moxie, und verteilt ihn an der Schule. Die Mädchen sind begeistert und tragen Vivians Botschaft weiter. Und auch Seth, der neue Junge an der Schule, ist schwer beeindruckt. Doch schon bald begreift Vivian, dass sie damit eine Revolution angestoßen hat, die ihre Leben ganz schön ins Wanken bringt …

    Jennifer Mathieu arbeitet als Journalistin und unterrichtet Englisch an einer Highschool, wo ihr die Idee zu Moxie kam. Sie lebt mit ihrem Ehemann und Sohn in Houston, Texas.

    Wir suchen insgesamt 15 Leser, die Lust haben, dieses Jugendbuch von Jennifer Mathieu »Moxie. Zeit, zurückzuschlagen« zu lesen. Wir vergeben dafür 15 Bücher in Print. 

    Aufgabe:  Erkläre uns in 2-3 Sätzen, was dir zu folgenden Wörtern einfällt: Girlpower - Feminismus - Rebellion 

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    Pressestimmen

    »Hinreißend, humorvoll und kämpferisch. Lies dieses Buch und schließ dich dem Kampf an!«
    Amy Poehler

    »Unglaublich inspirierend. Ich bin stolz, ein Moxie-Girl zu sein!«
    Jennifer Niven, Autorin des Bestsellers »All die verdammt perfekten Tage«

    »Amüsant und bewegend.«
    Publishers Weekly

    »Ein großartiger Roman mit Mädchen, die es allen zeigen.«
    Buzzfeed UK

    Vorfreude! So freuen sich unsere Leser auf das Buch

    Marina_Nordbrezes avatar
    Marina_Nordbrezevor 3 Monaten
    Oh, das klingt großartig! Für mehr feministische Jugendbücher!
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