❗ Achtung: Kann Spoiler enthalten ❗
Die Geschichte hat mich von der ersten Seite an gefesselt. Jennifer May wirft uns ohne Umschweifen direkt in die Tragödie, als Sara vom Dach stürzt, und erzählt dann rückblickend, wie es dazu kommen konnte. Die Rückblenden wechseln sich mit der Gegenwart ab, in der Madison mit einer ihr ganz neuen Situation umgehen muss.
Anfangs fiel es mir schwer, mich in Madison hineinzuversetzen. Die Queen der Schule, die Clique drumherum, die die Schule beherrscht. Das Feindbild meiner eigenen Jugend, denen ich aus Angst immer weit aus dem Weg gegangen bin. Die Themen Mobbing und Gruppenzwang, die sicher viele aus ihrer Schulzeit kennen, werden sehr eindrücklich in der Geschichte verarbeitet und es war interessant, eine Geschichte aus Sicht der vermeintlichen "Täterin" zu lesen.
Durch die wechselnden Zeitebenen lernen wir zwei Versionen von Madison kennen, sehen ihre Fassade bröckeln und erleben ihre Entwicklung. Das hat die Autorin sehr gelungen dargestellt, spannend und trotzdem authentisch.
Beim Lesen des Klappentext war ich skeptisch, was den "paranormalen Aspekt" mit Saras Geist angeht. Auch hier hat mich die Autorin komplett überzeugt und einige dieses Szenen waren meine liebsten. Die Gefühle von Madison, ihr innere Kampf um ihre Persönlichkeit und ihre Selbstwahrnehmung werden in der Konfrontation mit Saras Geist so gut zum Ausdruck gebracht.
Und dann noch ein paar Worte zum Ende: Obwohl wir nach dem ersten Kapitel schon wissen, was passieren wird, hofft man als Leser bis zum Schluss, auf ein gutes Ende. Aber wir lesen hier schließlich eine Tragödie und dieses Nicht-Happy-End war einfach Gänsehaut pur!
Für mich ein rundum gelungenes Buch vom Titel, über Setting und Charaktere bis hin zu den Emotionen!






