Jennifer McVeigh Das Leuchten des Fieberbaums

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Inhaltsangabe zu „Das Leuchten des Fieberbaums“ von Jennifer McVeigh

Nach dem Tod ihres Vaters steht Frances Irvine ohne Familie da. Sie ist gezwungen, den Heiratsantrag eines entfernten Cousins in Südafrika anzunehmen, um nicht mittellos bleiben zu müssen. Ihr Verlobter ist ein junger Arzt, pedantisch und unattraktiv, aber es liegt ein neues Leben vor ihr. Noch auf der Überfahrt lernt Frances jedoch den charmanten William Westbrook kennen, der in den Diamantenhandel verstrickt ist und dessen Sinn für Leidenschaft und Gefahr eine fatale Anziehung auf sie hat.

Hat mich immer mehr mitgerissen. Der Roman zeigt, dass nicht alles so ist, wie es im ersten Moment erscheint.

— MrsRathbone

Ein fesselnder Anfang, die Spannung kann jedoch über den Mittelteil nicht gehalten werden.

— ColourfulMind

Nette Idee vor südafrikanischem Hintergrund.

— ChattysBuecherblog

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    Das Leuchten des Fieberbaums

    Schlehenfee

    30. June 2017 um 16:58

    3,5 Sterne. England, 1880er Jahre: Nach dem Tod ihres Vaters bleibt Frances mittellos und verschmäht von der Londoner Gesellschaft nur der Ausweg, einen entfernten Cousin zu heiraten, der sich in Südafrika als Arzt verdingt. Auf der Überfahrt lernt sie allerdings einen anderen Mann kennen. William Westbrook ist Diamantenhändler und fasziniert Frances mit seiner Unbekümmertheit und Leidenschaft. „Das Leuchten des Fieberbaums“ von Jennifer McVeigh entführte mich ins Südafrika der Kolonialzeit. Die Autorin hat dabei vor allem den Diamantenabbau und -handel sowie die Lebensbedingungen von Einwanderern und Einheimischen thematisiert. Dabei werden auch die Spannungen zwischen Engländern und Buren (was gegen Ende des Jahrhunderts zu einem Krieg führte) erwähnt. Der Diamantenabbau führte natürlich zu katastrophalen Bedingungen für die schwarzen Arbeiter, Probleme und Krankheiten wurden vertuscht. Auch wenn man sich dies denken kann, hat mich die Beschreibung der damaligen Zeit gut unterhalten und in die Vergangenheit transportiert. Im Zentrum der Handlung steht aber die Liebesgeschichte zwischen Frances und William bzw. Frances und dem Arzt Edwin Matthews. Hierbei spielt auch die Entwicklung der Protagonistins eine bedeutende Rolle. In London war sie eine verwöhnte Tochter, in Südafrika muss Frances auf Komfort verzichten und mit anpacken. Dabei wird ihr bewusst, wer sie sein möchte und mit wem sie zusammen sein möchte. Diese Wandlung bzw. Entwicklung gefiel mir sehr gut. „Das Leuchten des Fieberbaums“ empfehle ich allen, die gerne an exotische Schauplätze reisen und historische Romane mögen.

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  • Frances

    Das Leuchten des Fieberbaums

    Isabell47

    22. July 2015 um 08:25

    Frances wächst nach dem Tod der Mutter allein bei ihrem Vater auf, als dieser erkrankt und stirbt, steht sie mittellos da. Sie erfährt, dass ihr Vater sehr sozial engagiert war, desgleichen die Familie ihrer Mutter sie nun komplett fallen lässt. Frances hat die Wahl sich als Kindermädchen bei ihrer Tante zu verdingen oder nach Südafrika zu ziehen und das Heiratsangebot eines Cousins anzunehmen. Frances lernt ein sehr hartes Leben in Südafrika kennen. Hier spielen finanzielle Not, Diamantenabbau und -schmuggel sowie die Pocken eine große Rolle. Frances verliebt sich, jedoch nicht in ihren Mann und sie muss erkennen, dass nicht alles so ist wie es scheint. Die Geschichte der jungen Frances hat mir wider Erwarten sehr gut gefallen. Die Autorin verliert nie den roten Faden und erzählt eine Menge über Land und Leute. Das Leben von Frances wird nicht beschönigt und trotzdem hat der Leser immer wieder Hoffnung. Der Schreibstil der Autorin ist außerdem sehr flüssig und sie beschreibt so gut, dass man das Leben in Südafrika selbst meint mit allen Sinnen wahrzunehmen.

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  • Der Ausweg aus der Einsamkeit

    Das Leuchten des Fieberbaums

    Günter-ChristianMöller

    27. October 2014 um 08:12

    Die 19jährige Frances leidet schon seit langem unter dem Verlust ihrer Mutter. Doch erst als ihr Vater stirbt, wird ihr dies klar. Und das Leid ist plötzlich so groß, dass sie unfähig ist zu Trauern. Ihre Verwandten wollen sie nicht aufnehmen und schikanieren sie. So ist sie gezwungen den Heiratsantrag eines jungen Arztes anzunehmen, der allerdings in Südafrika lebt. Er ist ein ehemaliger Schützling ihres Vaters. Da begegnet sie auf der Schiffsreise dem charismatischen William Westbrook. Von der Autorin Jennifer Mc Veigh wird mitleidlos beschrieben, wie hart der Verlust der Eltern die junge Frances trifft. Und wie emotional verwirrt und hilflos sie sich in dieser neuen Lebenssituation verhält. Dieses Verhalten könnte man als naiv beschreiben, wäre da nicht ihre fast selbstzerstörerische Art, ihr Leben zu führen und Entscheidungen zu fällen. Hinzu kommt noch, dass sie nie gelernt hat, selbständig zu sein oder überhaupt zu arbeiten. Ihr fehlen jegliche Voraussetzungen alleine über die Runden zu kommen. Ich hätte ihr als Leser gerne einen Rat gegeben, so sehr zog mich das Buch zeitweise in den Bann. Ich hatte immer wieder das Gefühl, dass die Verhaltensweisen oder Entscheidungen von Frances nicht schlüssig herausgearbeitet worden wären, als ich genauer darüber nachdachte, wurde mir jedoch klar, dass ihr Verhalten sehr wohl Folge von fehlenden oder zerstörten Erfahrungen, insbesondere von zerstörtem Lebensvertrauen sein mussten. Ich war ständig in Sorge um das Leben und die Gesundheit von Frances. Die genaue Beschreibung der Pockenkrankheit ist ebenso bewegend, wie das Erleben einer Naturkatastrophe, und eines echten Sturmes auf See. Ich habe allerdings selten so eine wundervolle Beschreibung für das Erkennen der eigenen Liebe zu einem anderen Menschen gelesen. Fast unnachahmlich, wie behutsam die Autorin dies zwischen den harten Eindrücken und Erlebnissen in Afrika versteckt hat. Die Kapitel 35 bis 37 musste ich mehrmals lesen, einfach weil der Abschnitt zu schön war. Das Buch hat mich wirklich berührt.

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  • Wunderschöne Südafrika-Saga

    Das Leuchten des Fieberbaums

    britta70

    Die 19 jährige Francis Irvine lebt mit ihrem Vater in England. Ihre Mutter ist schon früh verstorben, doch Francis wuchs wohlbehütet auf. Als ihr Vater erkrankt, kehrt ihr in Südafrika lebender Cousin Edwin zurück. Er hatte als Jugendlicher schon mal bei ihnen gewohnt. Edwin zeigt Interesse an ihr, doch Francis mag von ihm nichts wissen, die fühlt sich regelrecht abgestoßen.  Als ihr Vater kurz darauf stirbt, fällt sie aus allen Wolken. Die unvermittelte Botschaft vom Bankrott ihres Vaters trifft die junge, verwöhnte Frau wie ein Schlag. Es kommt noch schlimmer: Zur Familie mütterlicherseits besteht schon lange kein Kontakt mehr und so stellt ihr Onkel väterlicherseits sie vor eine entsetzliche Wahl: Entweder soll Francis als Hausmädchen bei der verarmten Schwester ihres Vaters unterkommen oder sie soll den Heiratsantrag Edwins annehmen und ihm nach Südafrika folgen. Beides ist Francis zuwider, doch letztlich entscheidet sie sich für ein Leben in Südafrika, da dieses ihr wenigstens einen gewissen Wohlstand zu versprechen scheint. Bald schon sind ein paar Habseligkeiten in einem Koffer verstaut und Francis tritt die Überfahrt an. Ein Hoffnungsschimmer in der Finsternis: Auf dem Schiff lernt sie den charmanten Lebemann William Westbrook kennen, der in den Diamantenhandel verstrickt ist. Trotz Zugehörigkeit zu verschiedenen Gesellschaftsschichten und Verlobungen, beginnen die beiden eine Affaire und schmieden Pläne für eine gemeinsame Zukunft in Kapstadt. Doch kaum in Südafrika angekommen, muss Francis verdauen, dass William nun doch seine Verlobte heiraten wird. Betrübt heiratet sie doch noch Edwin. Mit dem Leben, das er ihr bietet, ist sie allerdings zutiefst unzufrieden. Wenigstens ein Leben in Wohlstand hatte die sich erhofft, doch Edwins Pläne, eine Praxis in Kapstadt zu eröffnen, verschieben sich immer mehr. Vielzu sehr ist Edwin damit beschäftigt, nachzuweisen, dass die zunehmenden Krankheitsfälle unter schwarzen Minenarbeitern mit dem Ausbruch der Pest zusammenhängen. Francis mag sich mit all den Einschränkungen, denen sie ausgesetzt ist, jedoch nicht abfinden. Als William auftaucht, trifft sie eine Entscheidung... Die richtige?  Eine wunderschöne Südafrika-Saga, in der nichts so ist, wie es scheint. Man leidet und fiebert mit Francis mit und wird durch immer neue Wendungen überrascht. Die Moral von der Geschichte: der Charakter steht niemandem ins Gesicht geschrieben. Ich kann das Buch all jenen empfehlen, die gerne etwas über die Zeit des Diamantenhandels sowie die Lebensumstände und Unterdrückung der Schwarzen erfahren wollen. Wer eine klassische Liebesgeschichte erwartet, wird eher enttäuscht werden, denn "Das Leuchten des Fieberbaums" ist weit mehr: eine gründliche Auseinandersetzung mit der Zeit der großen Diamantenfunde. 

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    • 2

    Arun

    03. May 2014 um 00:58
  • Afrika, Gold und die Liebe

    Das Leuchten des Fieberbaums

    Porcelaine87

    19. December 2013 um 12:37

    Frances ist ein 19jähriges Mädchen, welches bereits einige Schicksalsschläge in ihrem jungen Leben erleben musste. Der Tod ihrer Mutter traf sie hart und stürzte nicht nur sie, sondern auch ihren Vater in eine tiefe Trauer. Die Folgejahre waren geprägt von einem vaterlos wirkenden Dasein, ist dieser ständig unterwegs und arbeitet an seiner Karriere. Die züchtige Erziehung erhält sie von einer Gouvernante, die ihr zahlreiche Dinge beibringt, die lediglich den Alltag von Frances füllen, jedoch nicht den Anschein von Unterhaltung erwecken. Einzig das Klavierspiel ruft in dem jungen Mädchen eine Sehnsucht sowie eine Möglichkeit hervor, sich in einer anderen Sprache auszudrücken. Die Tage vergehen, bis eines Abends ihr Vater nach Hause zurückkehrt und stark verändert wirkt, bis er plötzlich stirbt und Frances Welt in Verwirrung stürzt. Der Retter scheint der junge Arzt Edwin Matthews zu sein, welcher ihr einen Antrag macht. Nach langem Zögern willigt sie ein und begibt sich auf den Weg in ein Land, das nicht nur auf einem anderen Kontinent liegt, sondern in ihr außerdem starke Zweifel um die Richtigkeit ihrer Entscheidung weckt. In der abenteuerlichen und langwierigen Überfahrt nach Afrika begegnet sie dem charismatischen Frauenheld Westbrook und verliebt sich sofort. Doch wird er ihr Glück oder Unglück bedeuten? Der Roman "Das Leuchten des Fieberbaums" von Jennifer McVeigh führt sanft in die Geschichte um die junge Frances Irving ein. Die Handlung scheint sich auf den ersten Seiten nur recht langsam zu entwickeln, erfährt man jedoch sehr viel über die Vergangenheit, die Gefühle und den Charakter der Protagonistin. Mit malerischen Sätzen und detaillierten Beschreibungen schafft es die Autorin, den Leser ganz zart in das Leben der Frances Irving einzuführen und Neugier zu wecken. Der Roman stellt sich zwar vordergründig als Liebesgeschichte heraus, behandelt dabei jedoch sozialkritische sowie geschichtliche Fragen um die Zeit der Goldsucher in Afrika mit den Schattenseiten für das Land und die Bevölkerung. Ein Pluspunkt am Rande. Leider empfinde ich die Geschichte als sehr vorhersagbar, endet sie genau so, wie man es nach den ersten Seiten vermutet. Alles in allem 3 Sterne. Kommentar Kommentar | Kommentar als Link

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  • Das Leuchten des Fieberbaums

    Das Leuchten des Fieberbaums

    Minnie

    25. June 2013 um 10:21

    Das Leuchten des Fieberbaums fängt mit der Rückkehr des Vaters an. Als Frances (19 Jahre alt) ihren Vater in der Nacht begrüßen möchte, sieht sie das es ihm nicht gut geht, das hatte ihr auch schon das Hausmädchen, Lotta, erzählt. Ein Arzt war auch schon da, Dr. Matthews, als sie ihn das letzte mal sah hatte er noch keinen Dr. Titel. Er verbrachte damals mal seine Ferien bei Ihnen. Matthew hatte sich gefreut sie wiederzusehen, er ist aus Irland und ist ein Cousin väterlicherseits. In dem Buch wird auch nochmal ein bisschen von ihrer Kindheit erzählt. Acht Monate nach dem sie 6 Jahre alt geworden ist, hatte sie nur noch ihren Vater, ihre Mutter stab nach einer Lungenerkrankung. Sie bekam Hausunterricht und wurde von einer Gouvernate erzogen, sie brachte ihr verschiedene künstlerische Dinge bei, wie zum Beispiel Klavier spielen und malen. Als ihr Vater stirbt muss sie sich entscheiden ob sie das Kindermädchen bei ihrer Tante spielt oder ob sie den Heiratsantrag von Dr. Matthew annimmt und mit ihm nach Südafrika geht. Sie entscheidet sich für das Auswandern, aber Frances wird noch ins grübeln kommen ob sie sich für den richtigen Mann entschieden hat. Schöner Historischer Roman mit überraschender Wendung, Es werden interessante Themen behandelt, Heirat ohne liebe, Rassentrennung und Sklaverei. Das Buch las sich gut, aber zwischendurch war es manchmal schon ziemlich langatmig geschrieben was es langweilig gemacht hat, zum Schluss ist die Spannung der Geschichte aber wieder gestiegen. Mir hat das Buch gut gefallen.

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  • Das Leuchten des Fieberbaums

    Das Leuchten des Fieberbaums

    HelgaR

    27. March 2013 um 15:29

    Frances Irvine lebt mit ihrem Vater in London, und als dieser plötzlich stirbt, steht sie vor dem Nichts. Er hatte in Eisenbahnaktien investiert, die aber ihren Wert verloren haben und somit hat er nur Schulden hinterlassen. Frances hat nun zwei Möglichkeiten, entweder zur Schwester ihres Vaters zu ziehen und für drei Kinder das Kindermädchen zu spielen, oder den Heiratsantrag eines entfernten Cousins, dem Arzt Dr. Edwin Matthews, den sie nicht ausstehen kann, anzunehmen und nach Südafrika zu gehen. Nachdem sich Frances schweren Herzens für die Heirat entschieden hat, reist sie nach Kapstadt. Auf dem Schiff lernt sie Anne kennen, die in Kapstadt die Stelle einer Krankenschwester antreten wird und Mariella, sie wird George Farley heiraten und mit ihm in Stellenbosch leben. Und sie lernt William Westbrook, der im Diamantenhandel tätig ist, kennen, der sie sofort in ihren Bann zieht und dem sie nicht widerstehen kann, obwohl sie weiß, dass auch er in Kapstadt heiraten wird. Im Vordergrund steht zwar das Leben von Frances, aber in Afrika, um ca. 1880, haben fast alle Ereignisse ihre Wichtigkeit. In Kapstadt ist eine Pockenepidemie ausgebrochen, Edwin musste seine Praxis in Kimberley schließen und hat auf einer Farm in Rietfontein, einige Meilen von Kapstadt entfernt, eine Stellung angenommen. Zwei Dinge haben Vorrang, erstens der Diamantenhandel, der vor allem von einem der mächtigsten Männer Afrikas, Joseph Baier, betrieben wird, der so ziemlich alle in der Hand hat, auch seinen Cousin William Westbrook. Zweitens die Pockenepidemie, für die sich Edwin einsetzt und entsprechende Artikel verfasst, die aber Joseph Baier dementiert, um keine Panik im Land auszulösen und somit den Diamantenhandel zu gefährden. Daher musste Edwin auch seine Praxis schließen, weil alle gegen ihn sind und Baier auf dem längeren Ast sitzt. Die Basis der Geschichte ist gut, sie könnte allerdings etwas mehr Feinschliff vertragen. Die Personen, bis auf Edwin, sind ziemlich blass dargestellt und Frances ist mir teilweise etwas zu naiv. Sie ist dem kargen und harten Leben in Afrika kaum gewachsen. Sehr detailliert wird über den Diamantenhandel erzählt, die harte Arbeit in den Minen, aber auch das furchtbare Leben der Einwohner, die nur ausgenutzt und misshandelt werden. Auch bei den Pocken wird der Krankheitsverlauf angezeigt und natürlich auch der bittere Kampf ums Überleben. Im Großen und Ganzen eine ziemlich vorhersehbare Geschichte, die sich aber sehr flüssig lesen lässt und einen auch immer wieder gefangen nimmt. Das Schicksal von Frances wird klar und ohne Schnörkel dargestellt. Das Cover mit dem Ausschnitt ist wunderschön und sehr passend. Den Schluss hätte ich mir noch etwas intensiver gewünscht, trotzdem ist es ein gelungenes Debüt und ich freue mich schon auf ein nächstes Buch von Jennifer McVeigh.

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  • Traumhaft schöne Südafrika-Sage des 19. Jahrhunderts

    Das Leuchten des Fieberbaums

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    24. March 2013 um 16:16

    Das Leuchten des Fieberbaums ist eine Südafrika-Saga von der Autorin Jennifer McVeigh. Es ist am 08. März 2013 im Verlag Ullstein Taschenbuch erschienen. Inhalt Frances Irvine ist 19 Jahre alt als ihr Vater stirbt. Jetzt ist sie komplett allein im England des 19. Jahrhunderts. Frances steht vor der Wahl: Entweder sie geht zu ihrer Tante und spielt dort das Kindermädchen oder heiratet einen entfernten Cousin, der als Arzt in Südafrika arbeitet. Nach einigem Hin und Her entscheidet sie sich dazu, den Heiratsantrag anzunehmen und begibt sich auf die Überfahrt nach Afrika. Dort lernt sie William Westbrook kennen, dessen Freund derzeit Machthaber im neuen Diamantengeschäft in Südafrika ist. Westbrook hat eine anziehende Wirkung auf Frances und sie verliebt sich in ihn und würde ihren Verlobten dafür sofort verlassen. Frances heiratet jedoch ihren Verlobten, den jungen Arzt Edwin Matthews, der ihr nur ein sehr armes Leben ermöglich kann. Als sie später wieder auf William Westbrook trifft, muss sie lernen, wie dieser wirklich gestrickt ist. Ob ihre Ehe mit dem Arzt noch eine Chance hat? Und ob sie je ein besseres Leben führen wird? Erster Satz „Im Juni hatte sie erstmals Anzeichen dafür bemerkt, dass ihr Vater sich nicht wohl fühlte.“ Meinung Die Covergestaltung des Buches hat mir sehr gut gefallen. Die Seite beinhaltet ein kreisrundes Loch, durch das ein Zebra zu sehen ist. Auf der restlichen Seite ist die weite Steppe Afrikas abgebildet, im Vordergrund die Hinterseite einer jungen Frau und außerdem die Zweige eines Baumes. Auf der Innenseite ist wieder die Steppe Afrikas abgebildet. Darauf das kleine Zebra, das man durch das Loch sehen kann und außerdem noch eine größere Version des Tieres. Dasselbe Bild ist auch nochmal auf der hinteren Innenseite zu sehen. Die Gestaltung des Covers passt perfekt zum Buch und dessen Geschichte. Ich habe am Anfang eine Weile gebraucht, eh ich wirklich in der Geschichte drin war. Aber danach wurde es besser und vor allem sehr interessant. Die Autorin schreibt sehr detailliert und weiß das Land und die Leute in Szene zu setzen. Viele Erklärungen in den Beschreibungen und in den Gesprächen der Charaktere haben dabei geholfen, das Diamantengeschäft und die ärztliche Situation zu beschreiben. Die Handlung war anfangs eher schleppend. Man wusste als Leser nicht genau, wo die Geschichte hinführen wird. Aber als Frances in Afrika angekommen ist, beginnt die Handlung erst richtig und wird teilweise sehr spannend, wenn es darum geht, wofür sie sich nun entscheidet. Für mich persönlich war die Liebesgeschichte um Frances und die zwei Männer nachher so tiefsinnig, dass ich am Endes des Buches sogar eine Träne vergossen habe, weil bis zur letzten Seite nicht klar war, wie die Geschichte ausgehen wird und ich nach dem letzten Absatz dann endlich meine Klarheit hatte. Dementsprechend hat mich das Ende auch wirklich sehr berührt. Die Hauptcharakterin Frances ist für ihre 19 Jahre noch sehr jung und naiv. Sie ist immer behütet aufgewachsen und weiß nicht wirklich, wie die echte Welt ist. Das zeigt sich sehr deutlich in Südafrika, wo sie mit den ärmsten Verhältnissen leben muss, die dort einfach zum Standard gehören und sie sich dementsprechend sehr patzig verhält, weil ihr Mann es sich nicht anders leisten kann. Umso erfreulicher ist es jedoch gewesen, dass sie es Laufe der Handlung dazu lernt und merkt, wie das wahre Leben ist. Man kann als Leser ganz deutlich das Klicken hören, als sich der Schalter in ihrem Kopf umgelegt hat und sie nun endlich bemerkte, dass sie die ganze Zeit im Unrecht war. Ihr Mann Edwin Matthews hingegen hat sich in Afrika sehr gut eingelebt. Er wirkt sehr unnahbar und eingebildet. Dabei ist er in Wirklichkeit das komplette Gegenteil und Frances war die ganze Zeit nur geblendet. Gegen Ende des Buches wird auch deutlich, was Edwin auf sich genommen hat und welche Charakterzüge er wirklich vereint. Dagegen ist William Westbrook genau umgekehrt. Er wirkt zu Beginn als der Prinz in der schillernden Rüstung, der Frances retten und ihr ein besseres Leben bieten könnte. Dabei stellt sich heraus, dass das nur eine Farce gewesen ist und er genauso skrupellos wie sein Kollege ist. Durch diese Züge wirken alle drei sehr authentisch und man kann sich als Leser in sie hineinversetzen und ist eigentlich genauso geblendet wie Frances. Fazit Eine traumhaft gute Südafrika-Saga über das wahre Leben, die Liebe und die Skrupellosigkeit von Menschen, die Macht haben wollen im 19. Jahrhundert, die sehr berührt und mit detaillierten Beschreibungen der Landschaft und der Personen überzeugt.

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  • Leider nicht überzeugt

    Das Leuchten des Fieberbaums

    tootsy3000

    24. March 2013 um 16:15

    Nach dem Tod ihres geliebten Vaters, sieht die junge Frances nur einen Ausweg um einem Leben als Kindermädchen bei ihrer resoluten Tante zu entfliehen: sie willigt der Heirat mit ihrem Cousin Edwin in Afrika ein. Voller großer Erwartungen mach sie sich auf die anstrengende Seereise nach Südafrika. Auf dem Weg in ihr neues Zuhause lernt sie den Lebemann William Westbrook kennen und lieben. In der Hoffnung mit diesem Mann ihr Glück zu finden lässt sie sich auf eine Affäre mit ihn ein, nur um festzustellen, dass es für sie beide keine gemeinsame Zukunft geben wird. In Südafrika angekommen macht sie sich voller Reue und Bitterkeit auf zu Edwin, ihrem zukünftigen Ehemann….. Frances ist eine verwöhnte junge Frau, sie kritisiert jeden und alles, ist naiv, sieht sich als etwas Besseres und will um jeden Preis einem Leben in Armut entrinnen. Anfangs verspürte ich durchaus Mitleid mit ihr, denn so wie ihr erging es in dieser Zeit wohl vielen Frauen, ihr Charakter war mir aber dann doch zu oberflächlich! Für eine Afrika Saga spielt mir zu viel der Geschichte in England und während der Reise zum Kap ab. Auch waren manche Textpassagen nicht nachvollziehbar, ich hatte das Gefühl manche Sätze wurden von der Autorin als Lückenfüller eingesetzt um die Geschichte in die Länge zu ziehen. So schrieb die Autorin noch im London teil: “Schließlich stattete sie den Hamiltons einen Besuch ab, aber das Hausmädchen teilte ihr mit, die Familie sei für einen Monat nach Bath gereist. Seit einiger Zeit wachte Frances häufig mitten in der Nach mit wild klopfendem Herzen auf. Sie wurde stets von demselben Traum gepeinigt – sie trieb auf der Oberfläche eines schwarzen Sees dahin, und wenn sie schrie, konnte niemand sie hören.” Ich kann da keinen Faden finden warum hier diese beiden Sätze nach hier eingebaut wurden. Solche “Lückenbüßer” wurden des Öfteren eingebaut und ergaben und ergeben für mich keinen Sinn, es hatte den Anschein als ob die Autorin einfach nicht genau wusste was sie da schreiben sollte. Auch die Spannung ließ zu wünschen übrig. Es wurde zwar an manchen Stellen versucht Spannung zu erzeugen, bei mir kam aber leider nichts an. Humor kam im ganzen Buch nur einmal vor, war allerdings so schlecht geschrieben, dass es mir nicht einmal die Mundwinkel verzog – sehr schade! So mancher Handlungswechsel kommt unerwartet und überraschend, da diese Wechsel oft nicht nicht einmal durch einen Absatz getrennt sind. Leider, leider muss ich sagen, hatte ich mir von der Geschichte nach der Leseprobe mehr erwartet. Ich dachte es würde so etwas wie “Jenseits von Afrika” herüber kommen oder etwas nach der Art von Barbara Wood. Diesen Eindruck konnte mir dieses Buch leider nicht vermitteln, im Gegenteil, eigentlich war ich sehr enttäusch!

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  • Ein Schmöker-Abenteuer

    Das Leuchten des Fieberbaums

    IlonGerMon

    22. March 2013 um 16:42

    Die Leseprobe verspricht ein richtiges „Schmöker-Abenteuer“, denn in der kurzen Lektüre ist alles angelegt, was ein solches Buch braucht. Als da sind: Liebe, Triebe, Herz und Schmerz, gewürzt mit dem Aufbruch in eine ungewisse Zukunft und einem neuen Zuhause in Südafrika. Diesen Eindruck hatte ich beim Anlesen und so ist es auch eingetreten. Die junge Frances Irvine lebt allein mit ihrem Vater in England, doch als der Vater unerwartet früh verstirbt, steht sie ganz plötzlich vor dem Nichts. Die Familie ihrer Mutter, auch diese lebt schon seit Frances Kindertagen nicht mehr, will nichts von ihr wissen; eine Tante aus der väterlichen Linie erklärt sich unter bestimmten Bedingungen bereit, das junge Mädchen in ihren Haushalt aufzunehmen. In dieser Situation scheint es für Frances das kleinste Übel zu sein, den Heiratsantrag eines ihr beinahe fremden Cousins anzunehmen, der als Arzt in Südafrika lebt. Sie hat diesen Mann nur einmal während eines Besuchs in ihrem Elternhaus erlebt und hegt große Ressentiments gegen ihn. Aber ihre Entscheidung für die Ehe in einem fernen Land scheint ihr alternativlos zu sein. Mit all ihren Habseligkeiten in einem Schrankkoffer schifft sie sich nach Südafrika ein und bereits die Überfahrt stellt sie vor Herausforderungen, denen sie kaum entgehen kann. Während der Schiffsreise lernt sie William Westbrook kennen, einen charmanten Mann, der mit dem Handel von Diamanten vielleicht auf zweifelhafte Weise sein Geld verdient. Seine Neigung zu Gefahr und Leidenschaft ziehen Frances unweigerlich an, kann sie sich diesem Einfluss auf Dauer entziehen? Und  was wird passieren, wenn ihre „Heimlichkeiten“ zwischen zwei sehr unterschiedlichen Gesellschaftsschichten bei den Passagieren der ersten Klasse bekannt werden. In Südafrika angekommen, wird Frances von Westbrook schwer enttäuscht, die Versprechungen während der Reise gelten plötzlich nicht mehr. So bleibt ihr doch nur die Ehe mit dem Arzt Dr. Edwin Matthews einzugehen. Matthews ist auf eine gewisse Weise ein Besessener. Er will beweisen, dass die wieder häufiger auftretenden Krankheitsfälle unter den schwarzen Minenarbeitern die wieder ausgebrochene Pest ist. Damit aber stört er das Gefüge der Einflussreichen und Mächtigen, der Minenbesitzer und all derer, die am Diamantengeschäft ebenfalls gut verdienen. Frances kann ihrem Mann kein Verständnis entgegenbringen, zumal seine Uneinsichtigkeit auch ihr persönliches Leben sehr stark beeinflusst und sie vielen Einschränkungen ausgesetzt ist. In dieser Situation trifft sie Westbrook wieder und träumt wieder vom großen Glück. Der Roman erzählt aus einem sehr interessanten Kapitel Zeitgeschichte der Region Südafrika. Er zeigt auf, wie ausbeuterisch und zugleich menschenverachtend die Kolonialherren agiert haben. Nur der eigene Profit, in diesem Fall aus dem Diamantenhandel, zählte. Die Geschichte hat viele abenteuerliche Elemente, auch die Liebesgeschichte kommt nicht zu kurz, trotzdem wird meines Erachtens ein realistisches Bild vom Leben in der Kolonie in dieser Zeit gezeichnet. Selbst das manchmal naiv wirkende Agieren von Frances wirkt glaubhaft, berücksichtigt man ihre Herkunft aus einer zwar nicht wohlhabenden, aber doch gesellschaftlich der Mittelschicht angehörenden Familie. Ein handwerklich gut gemachter und recht spannender Unterhaltungsroman, so richtig für ein Wochenende auf der Couch – oder später im Strandkorb.

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  • Rezension zu "Das Leuchten des Fieberbaums" von Jennifer McVeigh

    Das Leuchten des Fieberbaums

    Penelope1

    17. March 2013 um 19:21

    Inhalt: Die 19-jährige Frances Irvine stehen nach dem Tod ihres Vaters in London nur zwei Möglichkeitenn offen: entweder sie zieht zu ihrer ungeliebten Tante und verdient ihren Lebensunterhalt dort als Hausmädchen oder sie heiratet den ebenfalls unsympathischen, langweiligen Cousin Edward, der in Südafrika lebt. Sie entscheidet sich für Südafrika in der Hoffnung auf einen Neuanfang. Auf der langen Überfahrt nach Afrika lernt sie an Bord des Schiffes den attraktiven und äußerst sympathischen William Westbrook kennen – mit diesem Mann könnte sie sich ein Leben vorstellen! Sie ist sicher, dass ihm eine große Zukunft bevorsteht, ganz im Gegensatz zu ihrem Mann, der sich als Arzt für das Wohlergehen der einheimischen Diamantenarbeiter in den Diamantenfeldern einsetzt und den Minenbesitzer Baier gegen sich aufhetzt. Die Zustände in den Minen sind desaströs: die Arbeiter werden ausgebeutet und ausgenutzt - die Pockenseuche zieht ihre Kreise, doch niemanden scheint es zu interessieren – das Diamantenfieber lässt dafür keinen Raum. An der Seite ihres arbeitswütigen und idealistischen Ehemannes träumt Frances von einem besseren Leben an der Seite ihres Traummannes – der sich einen Namen als Diamantenhändler und Lebemann macht… Meine Meinung: Der Klappentext dieses Buches wird dem Inhalt in keinster Weise gerecht: entgegen der Annahme, hier eine reine, ergreifende Liebgeschichte vor sich zu haben, die den Leser nach Südafrika führt, merkt der Leser bald, dass es hier um weit mehr geht: um das Diamantenfieber, das Ende des 19. Jahrhundert in Südafrika, rund um Kapstadt und anderen Gegenden, um sich greift. Skrupellose Geschäftemacher, die die einheimischen schwarzen Bewohner ausbeuten, um an die wertvollen Rohdiamanten in der goldenen Erde Südafrikas zu kommen. Krankheiten werden überspielt, alles zum Wohl der Reichen, ohne zu begreifen, dass Krankheiten keinen Unterschied zwischen arm und reich machen… Mittendrin ist die verwöhnte Frances Irvine aus London, die – ins Buschland versetzt – mit der neuen Situation umzugehen versucht. Doch sie denkt gar nicht daran, sich endlich einmal die Hände schmutzig zu machen – sie träumt weiter von ihrer Schiffsbekanntschaft William… Währendessen kämpft ihr Mann Edwin einen scheinbar einsamen Kampf, er arbeitet, ist stets zuvorkommend zu Frances und man möchte sie nur zu gerne einmal heftig schütteln, damit sie endlich aufwacht aus ihrer Lethargie. Überhaupt werden die Charaktere der Protagonisten , z.B. Frances‘ Traummann Wililam Westbrook sehr überzeugend und authentisch dargestellt, es fällt nicht schwer, Sympathien oder Antipathien aufzubauen, wobei die Entwicklung der Persönlichkeiten sehr spannend und faszinierend ist und für Überraschungen sorgt. Der Autorin gelingt es so überzeugend und bildhaft, die Menschen und die Landschaft Südafrikas zu beschreiben, dass ich noch mehrere hundert Seiten hätte lesen können, ohne dass es langweilig wird. Die Schwierigkeiten, mit denen Einheimische und englische Auswanderer zu kämpfen haben – die Hitze tagsüber, die Kälte nachts, die Dürre, aber auch die Diskriminierung der schwarzen Gesellschaft und ihrer erbarmungslosen Ausbeutung werden dem Leser eindringlich nähergebracht. Fazit: Für mich eine große, positive Überraschung! Ich kann diesen Roman allen Liebhabern von Südafrika empfehlen, die mehr über dieses faszinierende Land und ihre Einwohner erfahren möchten – hier wird dem Leser die Zeit des Diamantenfiebers näher gebracht, die Zeit der Kolonien, in der Engländer und Buren immer mehr vom Land in Anspruch nahmen, die Einheimischen verdrängten. Zusammen mit einer eindrucksvollen, aber durchaus nicht im Mittelpunkt stehenden Liebesgeschichte, hält man mit „Das Leuchten des Fieberbaumes“ einen äußerst unterhaltsamen und spannenden Roman über Südafrika in den Händen, der absolut lesenswert ist !

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  • Rezension zu "Das Leuchten des Fieberbaums" von Jennifer McVeigh

    Das Leuchten des Fieberbaums

    LEXI

    16. March 2013 um 22:38

    Die verwöhnte junge Tochter eines irischen Geschäftsmannes, Frances Irvine, lebt ein sorgenfreies Leben im Luxus. Da sie ihre Mutter bereits im zarten Alter von 6 Jahren aufgrund einer Lungenkrankheit verlor, und ihr Vater sich in seiner Trauer vermehrt seinen Geschäften zuwandte, wurden Frances viele Freiheiten zugestanden. Ihre Bildung eignete sie sich durch den Unterricht eines Hauslehrers an, ihre Liebe zur Musik wurde durch einen Klavierlehrer gefördert, und für ihr persönliches Wohlergehen sorgten zunächst eine Kinderfrau, danach eine Gouvernante. Fernab von allen Sorgen und Nöten erreichte Frances die Nachricht vom völligen Bankrott nach dem jähen Tod ihres Vaters vollkommen unvermittelt, die Weigerung ihrer Verwandtschaft mütterlicherseits, sie aufzunehmen, traf sie hart. Das Ultimatum ihres Onkels war grausam – er ließ der jungen Frau die Wahl, entweder als Hausmädchen zur verarmten Schwester ihres Vaters nach Irland zu ziehen, die nichts als Hohn und Verachtung für sie übrig hatte, oder Edwin, einen Cousin väterlicherseits, zu ehelichen. Frances‘ Eindruck von Edwin war kein positiver. Als ihr Vater den jungen Knaben einlud, die Sommerferien bei ihnen zu verbringen, war Frances gerade 13 Jahre alt gewesen und entsprechend erleichtert, als der stille, schüchterne und verschroben wirkende Junge zu Schulbeginn wieder in sein armes Elternhaus nach Manchester zurück kehrte. Obgleich Frances von dem Heiratsantrag Edwins überrumpelt wurde und ihr Entsetzen darüber, ein Leben in dem fernen Afrika an seiner Seite führen zu müssen, groß war, nahm sie sein Angebot notgedrungen an. Auf der langen Seereise nach Kapstadt verliebte sich die junge Engländerin Hals über Kopf in den faszinierenden Diamantenhändler William Westbrook. In Kapstadt eingetroffen malte sie sich bereits eine Zukunft an Williams Seite aus, eine ernüchternde Erkenntnis traf Frances zutiefst. Schockiert und verbittert machte sie sich auf den Weg zu ihrem Verlobten, den sie kurz darauf heiratet. Frances führt ein für sie vollkommen ungewohntes, ärmliches Leben an der Seite des jungen Arztes in einem winzigen Häuschen in Rietfontein und Edwin führt einen schier aussichtslosen Kampf gegen den Ausbruch einer großen Pocken-Epidemie. Politik und Macht spielen eine immer größere Rolle in Edwins Leben und Frances steht an einem entscheidenden Wendepunkt ihres Lebens. Wird sie sich erneut ihrer großen Liebe William zuwenden und ein Leben in Luxus an seiner Seite in Kapstadt wählen, oder sich für Edwin und sein Engagement für Gerechtigkeit entscheiden? Ich muss zugeben, dass mich dieses Buch im positiven Sinne überraschte. Ein interessanter Klappentext und eine anregende Leseprobe verleiteten mich zur Lektüre dieses Buches. Der Inhalt war jedoch wider Erwarten keine banale Liebesgeschichte in einer malerischen Landschaft. Vielmehr zeugte dieser Roman von einer gründlichen Recherche der Autorin hinsichtlich der Zeit der großen Diamantenfunde in diesem beeindruckenden Land. Die Konflikte zwischen den Engländern, den Buren und den Ureinwohnern wurden sehr detailliert geschildert, ebenso die harten, unmenschlichen Lebensumstände und die grausame Unterdrückung der Schwarzen. Jennifer McVeigh zeigt auf, wozu die Menschen in ihrer alles beherrschenden Gier nach Macht und Reichtum fähig sind. Sie berichtet vom rasanten Wachstum einer Stadt, die durch Ausbeutung und Brutalität reich wurde. Sie erzählt aber auch von einer außerordentlichen Liebesgeschichte zwischen einem verwöhnten, egoistischen jungen Mädchen und einem gebildeten Arzt, der Gefahr läuft, seine Ehefrau an einen Lebemann zu verlieren. Die in schillernden Farben gezeichneten Charaktere machen dieses Lektüre zu einem wahren Genuss, man taucht tief in das Geschehen ein und die positiven, wie auch negativen Emotionen ziehen den Leser in seinen Bann. Die Sorgen und Nöte der Menschen und ihre Abhängigkeit von ihrem Land und dem kostbaren Regen sind überaus authentisch geschildert. Das beinahe 500 Seiten dicke Buch wurde in 37, relative kurze, Kapitel unterteilt. Der flüssige Schreibstil und der einnehmende Plot sorgen gemeinsam mit den faszinierenden Protagonisten dafür, dieses Buch nicht aus der Hand zu legen, bevor die letzte Seite umgeblättert wurde. Auch das aussagekräftige Titelbild mit der interessanten Covergestaltung sollte erwähnt werden. Im Vordergrund einer malerischen Landschaft in Pastellfarben, die ein regelrechtes „Leuchten“ vermitteln, steht eine elegant gekleidete junge Frau unter einem Baum, den Rücken dem Betrachter zugewandt. Hinter dem kreisrunden Ausschnitt im Karton zeigt sich ein frei laufendes Zebra, das Frances Irvine als Junges vor dem Tod retten und aufziehen wird. Öffnet man jedoch dieses Cover, kommt ein Panoramafoto dieser beeindruckenden Landschaft zu Vorschein, und der Titel „Das Leuchten des Fieberbaums“ wirkt hinsichtlich dieser Optik stimmig. Ich habe die Geschichte um die junge Engländerin außerordentlich genossen, mit ihr mit-gelebt und mit-gelitten. Die harten Lebensumstände der Ureinwohner und der ersten Siedler verlangten mir großen Respekt ab und ich bewundere ihr Engagement und ihre Unbeirrbarkeit im Erreichen ihres Zieles: diesem harten, kargen Land zu trotzen und sich eine Existenz aufzubauen. Die schockierenden Szenen bei der Suche nach Diamanten, die Ausbeutung und Misshandlung der Menschen, die wie Sklaven behandelt werden, bilden den ernsten Hintergrund dieses Romans. „Das Leuchten des Fieberbaums“ war ein Lese-Highlight des heurigen Jahres und ich kann dieses Buch uneingeschränkt weiter empfehlen.

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  • Rezension zu "Das Leuchten des Fieberbaums" von Jennifer McVeigh

    Das Leuchten des Fieberbaums

    Machi

    13. March 2013 um 16:43

    Nach dem Tod ihres Vaters entscheidet sich Francis Irvine schweren Herzens dazu den Heiratsantrag ihres Cousins Edwin Matthews anzunehmen, der in Südafrika eine Praxis eröffnen will, weil ihr die Alternativen noch schlimmer vorkommen. Auf der Schiffsüberfahrt nach Kapstadt lernt sie William Westbrook kennen und lieben. Dies führt sie in ein Dilemma. In dem Roman wird alles schön beschrieben und ausgemalt. Dies wird durch die sehr flüssige und erzählende Schreibweise, welche auch sehr sentimental und gefühlvoll ist, unterstrichen. Durch diese bunten Beschreibungen kann man sich sehr gut in die Person Francis hineinversetzen, aber auch in die Zeit um 1900. Auch die Überfahrt mit dem Schiff und die Orte in Südafrika werden anschaulich beschrieben. Etwas nervig ist manchmal die sehr naive Einstellung von Francis, auch wenn das zu der damaligen Zeit bei den wohlbetuchten Frauen, welche nichts arbeiten mussten, normal war. Trotzdem tritt Francis irgendwie in jedes Fettnäpfchen bzw. kann alleine ohne fremde Hilfe nicht überleben, was bei der heutigen Selbstständigkeit der Frauen unvorstellbar ist. Das Buch ist für all diejenigen zu empfehlen, welche einen Roman mit viel Leidenschaft und Gefühl verknüpft mit der oftmals bitteren Wirklichkeit lesen wollen.

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  • Rezension zu "Das Leuchten des Fieberbaums" von Jennifer McVeigh

    Das Leuchten des Fieberbaums

    -sabine-

    11. March 2013 um 22:01

    Die 19jährige Frances ist nach dem plötzlichen Tod ihres Vaters völlig mittellos, so dass sie gezwungen ist, den Heiratsantrag des unattraktiven Mediziners Edwin anzunehmen. Ihm soll sie in Südafrika zur Seite stehen. Während Edwin in der neuen Heimat Vorbereitungen trifft, macht sie sich alleine auf den langen Weg: auf der Überfahrt lernt sie den charmanten William kennen und verliebt sich Hals über Kopf in ihn. Er verspricht ihr eine gemeinsame Zukunft - nun muss sich Frances für einen entscheiden … Das Cover hat mich sofort angesprochen und neugierig gemacht auf eine Liebesgeschichte vor dem Hintergrund Südafrikas. Leider wurde ich in meiner Erwartung etwas enttäuscht: Die Protagonistin Frances ist mir im gesamten Buch nicht wirklich sympathisch, sie ist einfach zu naiv und gutgläubig, als dass ich ihre Handlungen nachvollziehen kann. An der Seite ihres ungeliebten Mannes verstreicht die Zeit, sie zerfließt in Selbstmitleid und zeigt wenig Eigeninitiative, um sich ihrem Leben zu stellen. Das Buch liest sich leicht und flüssig, und die Zeit während der Schiffsüberfahrt ist auch wirklich unterhaltsam. In Südafrika angekommen fällt Frances jedoch in eine Art Lethargie, die Geschichte steht still und wird langatmig zu lesen. Erst das letzte Drittel wird wieder spannender, Frances erkennt endlich, dass sie ihr Leben in die Hand nehmen muss und meistert dann auch ihr Schicksal. Insgesamt kein schlechtes Buch – vielleicht waren meine Erwartungen einfach falsch. Wer eine schöne Liebesgeschichte vermutet, wird wahrscheinlich ebenfalls enttäuscht sein. Da die Geschichte aber am Ende doch fesselt und mich dann gut unterhalten hat, von mir 3,5 Sterne.

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  • Rezension zu "Das Leuchten des Fieberbaums" von Jennifer McVeigh

    Das Leuchten des Fieberbaums

    Lese_gerne

    11. March 2013 um 18:15

    Bedenke: Nicht zu bekommen was man will, ist manchmal ein großer Glücksfall (Dalai Lama) Zuerst muss ich sagen, dass das Cover des Buches ein richtiger Blickfang ist. Zu sehen ist Frances mit dem Blick auf das weite, dürre Land Südafrikas und ihrem Zebras Mangwa, das man durch eine runden Ausschnitt erkennen kann. Öffnet man das Buch sieht man auf der nächsten Seite noch mehr Zebras. Zu sehen ist auch der Fieberbaum. Gerade deshalb bin ich von den Taschenbüchern des Ullstein Verlages so begeistert. Die Cover sind einzigartig schön und manchmal sind sogar die Buchschnitte verziert. Was für ein Land ist Südafrika? Unter Tags ist es wahnsinnig heiß, die Nächte dafür eiskalt. Dürre kann über Jahre gehen. Kommt es doch mal zu Regen erinnert es an einen Weltuntergang. Faustgroße Hagelkörner fallen vom Himmel und der Regen kann sinnflutartig sein. Für die Farmer eine Herausforderung. Frances Vater ist verstorben. Um einem Leben bei ihrer geizigen Tante, bei der sie nur geduldet wäre und Mädchen für alles wäre, zu entgehen willigt sie in den Heiratsantrag ihres verhassten entfernten Cousins Edwin ein. 1880 ist das Jahr in dem Frances nach vierwöchiger Seereise zur Hochzeit mit ihrem Cousin in Südafrika eintrifft. Auf der Überfahrt hat sie den charmanten William kennengelernt. Ach, was für ein schönes Leben könnte William Frances bieten? Statt dem ist sie an ihren unattraktiven und langweiligen Cousin gebunden. William mag gutaussehend und auf der einen Weise vermögend sein, doch geht der Diamantenhandel, der viele Europäer nach Südafrika lockt, wirklich mit rechten Dingen zu? Das Buch mag sich wie eine schnulzige Liebesgeschichte anhören. Das ist es aber auf keinen Fall. Auf der einen Seite wird das harte Leben in der Steppe Südafrikas erzählt und auf der anderen Seite von den Machenschaften des Diamanten- und Goldhandels, die die Benachteiligung und Ausbeutung der ursprünglichen Bevölkerung weiter vorantreiben ließ. Habgier und Korruption können soviel kaputt machen. Wie schon die Vogue auf der Rückseite des Buches schreibt: Eine magische und hinreißende Geschichte über Verlust, Betrug und Liebe. Mehr bleibt mir selber auch nicht zu sagen. Ich habe es genossen dieses Buch zu lesen.

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