Jennifer Riemek

 4.7 Sterne bei 26 Bewertungen

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Jennifer RiemekWir waren doch so jung
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Wir waren doch so jung
Wir waren doch so jung
 (26)
Erschienen am 15.05.2016

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MissRose1989s avatar

Rezension zu "Wir waren doch so jung" von Jennifer Riemek

Ein Buch, das zum Nachdenken anregt...
MissRose1989vor 2 Jahren

Jakob und Annie sind Juden in Aachen in der Zeit des Nationalsozialismus. Jedem, der sich mal ansatzweise mit dem Thema beschäftigt hat, weiss, welchen Anfeindungen Juden in diese Zeit ausgesetzt waren und wie hart in der Öffentlichkeit mit ihnen umgegangen wurde. Da war das Tragen des "Judenssterns" noch das Harmloseste. Der Judenstern findet sich auch auf dem sonst schlichten Cover des Buches wider, sonst ist der Cover eher grau gehalten. Die alter deutsche Schrift, die für den Titel genutzt wurde, hebt sich von sonstigen Covern ab, macht das Cover aber interessant. Jakob ist gerade 14 Jahre alt und erlebt immer wieder, sie mit Juden und auch mit ihm umgegangen wird, weil er eben Jude ist. Dieser Art der Repressalien verkraftet er nur schön, nur die Liebe zu Annie und eine alte Goldmünze seines Opa helfen ihm, die Zeit, die jahrelang mit Schikanen und Verspottung andauernd wird, zu überstehen... Mit Jakob und Annie schaffen Kuhn und Riemek zwei starke Charaktere, die man sofort ins Herz schliesst, weil sie einfach Opfer ihrer Zeit sind, doch sie finden sie mit der Opferrolle nicht einfach so ab. Das macht sie zu sehr starken Menschen in einer für Deutschland unrühmlichen Zeit.  Natürlich muss man sagen, dass das Thema Holocaust in Bücher nichts neues ist, aber gerade die Verbindung zwischen der fiktiven Geschichte, die gar nicht so sehr von den realen Grundlagen abweicht, gekoppelt mit dem Beleg der historischen Fakten macht es schon zu etwas besonderem.  Die Art, wie die Geschichte durch die Autoren Kuhn und Riemek erzählt werden, ist sehr feinfühlig und macht das Grausame, was in der Zeit besonders gegen die Juden gerichtet wurde, begreifbarer und für den Leser entwickelt sich eine neue Art von Verbundenheit mit Jakob und Annie. Man spürt richtig, dass die Autoren eben nicht nur eine einfache Geschichte schreiben wollten, sie haben ein Buch geschrieben, was nicht nur die Fakten sondern auch durch das Herzblut der Autoren überzeugt. Die Handlung des Buches basiert auf wahren Gegebenheiten, welche im Buch immer wieder belegt werden und so die Geschichte zweier Aachener Familien zwischen 1934 - 1945 erzählt, die einfach geprägt durch die Zeit und durch die Umgebung werden und dabei selber nicht viel dagegen tun können, was mit ihnen gemacht wurde.  Besonders an den Buch ist, dass die Aussagen der Zeitzeugen im Anhang wirklich nochmal durch die Autoren belegt werden und sogar Kurzbiografien der Zeitzeugen im Anhang niedergeschrieben sind, wodurch die Authentizität des Buches nochmal gewaltig gewinnt. 

Fazit: Die Geschichte rund um Jakob und Annie und deren Familien wird von Michael Kuhn und Jennifer Riemek mit viel Feingefühl erzählt, trotzdem bekommt man beim Lesen leichte Beklemmungen, da alleine das allgemeine Wissen über das Leben der Juden in der Zeit unter den Nationalsozialisten gepaart mit der Geschichte, die auf Zeitzeugenaussagen und Dokumenten basiert, ein konkretes Bild des Lebens der Beiden gibt. Durch das Belegen der Geschichte durch Zeitzeugen und Dokumente wird die Geschichte noch tiefgreifender und berührt den Leser anders als eine fiktive Geschichte. 

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kidcat283s avatar

Rezension zu "Wir waren doch so jung" von Jennifer Riemek

Grauenvolle Begebenheit
kidcat283vor 2 Jahren

In diesem Buch geht es hauptsächlich um Jakob, dessen Familie Juden sind. Er lebt in den 40er Jahren in Aachen, wo es nach und nach mit den Judenhass losgeht. Er lernt seine Freundin Annie kennen und möchte nicht mehr ohne sie sein. Die Probleme verhärten sich und sie beschließen Deutschland zu verlassen. Doch hören woanders die Probleme auf?

Meine Meinung:

Ich habe dieses Buch speziell wegen dem Thema ausgesucht, da es mich interessiert hat. Allein schon am Cover kann man erkennen worum es in dem Buch geht. Es ist ziemlich dunkel gestaltet und auch die Schrift ist alt.
Die Autoren haben laut Aussagen von Zeitzeugen eine Story geschrieben. Alles was in der Geschichte passiert ist, beruht auf wahren Tatsachen.
Wir als Leser befinden uns in einem jüdischen Haushalt. Wir wissen, dass damals viele viele Juden in KZ´s gebracht wurden. Sie wurden vergast, getötet und zur Arbeit gezwungen. Sie wurden unter menschenunwürdigen Umständen "gehalten". Wenn sie nicht mehr arbeitsfähig waren wurden sie umgebracht. Die Geschichte von Jakob und Annie erzählt diese Geschichte. Wir erfahren aus erster Hand wie es sich in so einem Konzentrationslager zugetragen hat. Nur wer stark war, überlebte. Es ist so traurig.
Zu Beginn, im Prolog lernen wir Jakob kennen, der nun schon ein sehr alter Mann ist und immer wieder an Aachen vorbei fährt, da er einfach die Erinnerungen an damals nicht ertragen kann. Aber irgendwann fährt er tatsächlich in die Stadt und stellt sich dem Ganzen. Dann beginnt auch seine Geschichte....

Wenn ich an früher, an den Geschichtsunterricht denke, dann fand ich das nicht so besonders interessant. Heutzutage interessiert mich alles sehr. Es ist ein Teil der Vergangenheit Deutschlands und aus dem Geschichtsunterricht nicht mehr wegzudenken.
Meiner Meinung nach sollte dieses Buch, wenn im Geschichtsunterricht dieses Thema kommt, Teil des Unterrichts sein. Es ist kein langweiliges Lehrbuch, sondern eine richtig spannende Geschichte, wo es auch um Liebe geht, was das Ganze bisschen den Schrecken nimmt, aber trotzdem super recherchiert und wenn man es gelesen hat, weiß man viel mehr als in Lehrbüchern steht. Zudem enthält es am Ende noch die ganzen Dokumente, Kommentare der Zeitzeugen, Bilder.
Diese Zeit, dieses "Ausrotten" von Juden ist für uns in der heutigen Zeit einfach unglaublich, man kann sich heute so etwas gar nicht vorstellen. Das Grundgesetz verbietet solche Sachen sowieso. Man ist nur froh, dass man in der Zeit nicht gelebt hat. Es ist so grausam, man möchte darüber gar nicht nachdenken. Schlimm genug, dass nicht nur Juden in KZ´s umkamen, sondern wie ich in einem anderen Buch las, auch Behinderte und Menschen, die dem Staat auf der Tasche lagen, wodurch auch immer.
Also, meine Meinung ist, dass es ein sehr gutes Buch ist. Höchst interessant und informativ und wer sich für die Zeit interessiert, bzw. mehr Wissen über die Zeit braucht, der sollte es lesen. Aber Vorsicht...es ist wirklich schrecklich und traurig, was da passiert.

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Pharo72s avatar

Rezension zu "Wir waren doch so jung" von Jennifer Riemek

Bedrückendes Zeugnis, was Menschen einander antun können
Pharo72vor 2 Jahren

Jakob Bergmann ist gerade vierzehn Jahre alt, als er 1935 immer mehr unter den an die Macht gekommenen Nationalsozialisten zu leiden hat, die die jüdische Bevölkerung systematisch ausgrenzen und schließlich verfolgen bis hin zur geplanten Ausmerzung. Immer wieder muss er fliehen und im Ausland Unterschlupf suchen. Einzig die Liebe zur ein Jahr jüngeren Annie Vries gibt ihm die Kraft und Hoffnung auf eine Zukunft in Frieden.

Meine Meinung:

„Wir waren doch so jung“ von Jennifer Riemek und Michael Kuhn ist eine Mischung aus einer berührenden fiktiven Geschichte, die getragen wird von einer großen Liebe, und den durch Zeitzeugen belegten wahren Begebenheiten zur Zeit der Judenverfolgung während des Nationalsozialismus. Erzählt wird hierbei die Geschichte zweier jüdischer Familien aus Aachen von 1934 bis 1945 entnommen den Erinnerungen des knapp über siebzig Jahre alten Jakobs.

Sicher gibt es unzählige Bücher über den Holocaust, aber aus der Sicht eines jüdischen Teenagers erzählt, der all die furchtbaren Dinge hautnah erleben muss, habe ich noch keines gelesen. Gerade für junge Menschen, die zunehmend weniger Möglichkeiten haben, mit Zeitzeugen ins Gespräch zu kommen, ist dieses Buch eine wahre Fundgrube an Informationen, die gleichzeitig spannend und mit sehr viel Feingefühl vermittelt werden.

Die Hauptfiguren waren mir sofort sympathisch und es ist nach wie vor unfassbar, welchen menschenunwürdigen Repressalien das jüdische Volk ausschließlich aufgrund ihres Glaubens damals ausgesetzt war. Sie waren zwar nicht die einzige verfolgte Bevölkerungsgruppe, dennoch in Ausmaß und Grausamkeit beispiellos. Durch die Perspektive des Jakob betrachtet, ist der Leser hautnah dabei und möchte sich vor Abscheu und Mitgefühl mitunter abwenden, aber genau das sollte er nicht tun, ist doch die Bedrohung Andersdenkender auch in Europa längst wieder salonfähig geworden.

Mich hat die Geschichte von Jakob und Annie, die ca. drei Viertel des Buches einnimmt, tief berührt, mitgerissen und lange nicht losgelassen. Die im letzten Viertel mit Belegen nachgewiesenen Aussagen der Zeitzeugen, die genau die Erlebnisse der fiktiven Figuren widerspiegeln, machen das Ganze auf schreckliche Weise noch eindringlicher. Da nicht nur Aachen Schauplatz ist, sondern auch Städte in Holland und Belgien sowie Frankreich, wird die Ausbreitung der braunen Seuche dem Leser deutlich vor Augen geführt.

Ich würde jedem, der sich ein wenig für das Thema interessiert und nicht den Mantel des Vergessens darüber legen möchte, dieses Buch ausdrücklich empfehlen.

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Gespräche aus der Community

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JennyRiemeks avatar
Hallo zusammen!

Ich verlose 5 Print- und 5 eBook-Exemplare von meinem ersten Roman "Wir waren doch so jung".
Ich habe daran zusammen mit meinem Vater Michael Kuhn gearbeitet, der als Historiker in den 90ern bereits Zeitzeugendokumente der jüdischen Mitbürger Aachens gesammelt hat. Meine Idee war es, die Zeitzeugenberichte zu einer fiktiven Romanhandlung umzuarbeiten und eine Dokumentation anzufügen, in der die Originale einsehbar sind.
Ich denke, es ist ein wichtiges Buch nicht nur für die Region Aachen, denn politische Entwicklungen der heutigen Zeit, die mich sehr besorgen, sind auch darin herauszulesen und können uns vielleicht auch heute die Augen öffnen.

Ich selbst studiere Geschichte und Niederlandistik in Köln und habe mich in dem Buch vor allem um die Dokumentation im Anhang gekümmert und den Romanteil meines Vaters redigiert.
Ich freue mich darauf, die Leserunde zu moderieren!
Bitte schreibt in der Bewerbung dazu, ob ihr gern ein Print oder ein eBook hättet!

Schöne Grüße aus Aachen und Köln!
Jenny
Yogines avatar
Letzter Beitrag von  Yoginevor 2 Jahren
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