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ClaudiasBuecherhoehle

vor 4 Jahren

(6)

Wo die Liebe tötet von Jennifer Shaw Wolf
erschienen im KOSMOS-Verlag

Die Nacht, in der ihr Freund Trip starb, ist für Allie wie ausgelöscht. Alles, was ihr geblieben ist, sind Narben, als ständige Erinnerung an ihn. Sie versucht das nagende Gefühl zu ignorieren, dass der Unfall vielleicht keiner war. Als die Polizei die Ermittlungen aufnimmt, wird Allie plötzlich zur Hauptverdächtigen. Und schon vermischen sich Allies Erinnerungen mit dem dunklen Geheimnis um Trip, das sie zu lange verborgen gehalten hat… (Klappentext)

Das Cover dieses Buches ist jugendlich frisch in rot und weiß gehalten. Auffallend sind die großen Buchstaben des Buchtitels. „Wo die Liebe tötet“ ist ein Jugendthriller mit 50 Kapiteln.

Allie ist 18 Jahre alt und mit ihren Eltern und ihrem körperlich behinderten Zwillingsbruder Andrew vor ungefähr zwei Jahren in das kleine Städtchen Pacific Cliffs gezogen. Vor dem Umzug hat sie dort ihre Sommer bei ihrer Großmutter verbracht. Vom ersten Schultag an ist Allie die Außenseiterin, weil sie mit dem begehrtesten Jungen der Schule zusammen ist und deswegen von ihren Mitschülern beneidet wird. Ihr einziger und bester Freund ist Blake, zu dem der Kontakt durch ihre Beziehung mit Trip aber sehr leidet. Dann geschieht dieser schreckliche Unfall, bei dem Trip stirbt. Es ist der Abend des Sommerballs und Allies 18. Geburtstag. Allie wird schwer verletzt und kann sich hinterher an nichts mehr erinnern. Wofür lohnt es sich jetzt noch morgens aufzustehen, wo Trip nicht mehr da ist? Wie kann sie wieder zur Schule gehen? Der erste Schultag in der Abschlussklasse ist anders als erwartet für Allie. Doch das ständige Getuschel hinter ihrem Rücken und die verstohlenen Blicke sind nicht leicht zu ertragen. Wird sie damit fertig werden und ihr Glück doch noch finden?

Ich wurde gleich von den ersten Sätzen mitgerissen und war sofort begeistert. So ein Einstieg in eine Geschichte passiert mir nicht sehr oft. Allies Trauer um Trip ist von Anfang an deutlich spürbar. Ihre Einsamkeit ist sehr realistisch dargestellt. Allie hatte gleich etwas sehr Sympathisches an sich. Ebenso schloss ich ihren Bruder und auch Blake in mein Herz. Ich hatte sie von Anfang an sehr deutlich vor Augen.
Trip kennt der Leser ja nur aus Rückblenden, daher ist er sehr schwierig einzuschätzen. Vor allem weiß man nicht, was wirklich geschah und wie gut oder schlecht die Beziehung des Liebespärchens war. Der erste Rückblick auf die Geschehnisse von dem Unfalltag ließ mich leicht schockiert zurück. Nicht der Unfall selbst wird erzählt, sondern eine Begebenheit zwischen Allie und Trip bevor alles geschieht. Die Momente, in denen Allie aus lauter Gewohnheit denkt, dass Trip noch lebt, gingen mir besonders ans Herz.
Im weiteren Verlauf der Story fügt sich ein Puzzleteil ins nächste, es herrscht eine stetige Spannung. Ich habe Allie jeden einzelnen winzigen Glücksmoment gegönnt, den sie nur erhaschen konnte. Die Geschichte ist nicht rührselig geschrieben, sondern einfach authentisch und nachvollziehbar. Allie wirkte trotz ihrer Probleme und Selbstzweifel sehr stark auf mich.

Ein Auszug von Seite 107:

Jeder Mensch verdient wenigstens eine schöne Erinnerung.

Mit „Wo Liebe tötet“ hat Jennifer Shaw Wolf ein sehr ernstes Thema aufgegriffen, dass meiner Meinung nach immer noch zu wenig Beachtung in unserer Gesellschaft findet. Es ist ein großartiges Buch, in dem gezeigt wird, wozu die eigenen Schuldgefühle einen Menschen treiben können. Es ist absolut empfehlenswert, auch für jeden außerhalb der Zielgruppe.
Ich vergebe ganz klare 5 von 5 möglichen schwarzen Katzen.

An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich beim Kosmos-Verlag für dieses wunderbare Rezensionsexemplar und das Vertrauen in mich bedanken!

Alter: ab 14 Jahren
416 Seiten
Broschur
216 x 136 mm (LxB)
1. Auflage 2013
ISBN: 978-3-440-13549-5
Art.-Nr.: 13549
Preis: 12,99 €
http://www.kosmos.de/

© Cover und Zitatrechte: Kosmos-Verlag

Autor: Jennifer Shaw Wolf
Buch: Wo die Liebe tötet
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