Jennifer Teege

 4.5 Sterne bei 121 Bewertungen
Autorenbild von Jennifer Teege (©Thorsten Wulff)

Lebenslauf von Jennifer Teege

Jennifer Teege, Jahrgang 1970, ist die Tochter einer Deutschen und eines Nigerianers. Mit vier Wochen wurde sie ins Kinderheim gebracht, mit sieben Jahren zur Adoption freigegeben. Sie hat vier Jahre in Israel gelebt und dort studiert. Seit 1999 Texterin und Konzeptionerin in der Werbebranche. Sie lebt in Hamburg.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Jennifer Teege

Cover des Buches Amon: Mein Großvater hätte mich erschossen (ISBN:9783498064938)

Amon: Mein Großvater hätte mich erschossen

 (121)
Erschienen am 20.09.2013

Neue Rezensionen zu Jennifer Teege

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Rezension zu "Amon: Mein Großvater hätte mich erschossen" von Jennifer Teege

Puh ... keine leichte Kost ...
engineerwifevor einem Jahr

Wow, was für eine Entdeckung Jennifer Teege gemacht hat! Das würde wohl den stärksten Mann umhauen, wünscht sich doch niemand direkt etwas mit den schlimmsten Schergen des Naziregimes zu tun gehabt zu haben. Glauben wir nicht alle an das Gute in unseren Vorfahren? Auch Jennifers Großmutter hielt es bis ans Ende so und stand hinter ihrem Mann, der solch grausame Taten verübt hatte und für den Tod tausender Menschen verantwortlich war. Kein Wunder ist die Familie nach seinem Tod „gestört“ um es milde auszudrücken. Jennifer wurde ein Opfer dieser Familienkonstellation und kam als kleines Kind in eine Pflegefamilie, die sie später adoptierte. Dort lebt sie recht glücklich, gründet ihre eigene Familie und macht schließlich genannte Entdeckung. Nun lässt ihr ihre eigene Vergangenheit keine Ruhe und sie recherchiert jedes noch so kleine Detail um ihre Funde schließlich in vorliegendem Buch zu verarbeiten. Während die erste Hälfte faszinierend geschrieben ist und den Leser mehr als einmal Schlucken lässt, scheint sie sich gegen Ende etwas zu verzetteln und auch zu wiederholen. Von mir gibt es für diese bewegende Schicksalsstory deshalb leider nicht ganz die Bestnote, während die Autorin jedoch meine volle Bewunderung hat und ich ihr persönlich weiterhin viel Kraft wünsche, diese Vergangenheit zu bewältigen.  

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Rezension zu "Amon: Mein Großvater hätte mich erschossen" von Jennifer Teege

Für die Taten der Vorfahren kann man selbst nichts..
Tadaavor 2 Jahren

Das Buch behandelt viele interessante Ansichten aus Jennifers Leben. Ihr Leben mit der Adoption, ihr Leben in Israel und ihre jüdischen Freunde, ihre Beziehung zu ihrer Mutter und Großmutter und ihre Depressionen. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, es war nicht nur super interessant mehr über die Nazizeit aus der Sicht einer Enkelin zu erfahren sondern auch mehr Informationen über das Wegschauen vieler Beteiligter zu erhalten. Wie viele Frauen der KZ-Männer einfach verleugnen, dass sie je mitbekommen hätten, dass Menschen einfach so ermordet oder gefoltert wurden, das ist für mich einfach unvorstellbar. Jennifers Ansicht kann ich oftmals aber auch nicht so ganz nachvollziehen. Beispielsweise vermied sie den Kontakt zu ihren jüdischen Freunden, nachdem sie erfahren hat wer ist Großvater ist, weil sie sich Vorwürfe gemacht hat, dass sie ja irgendwo doch Schuld wäre an dem Tod deren Vorfahren. Das ist ein Gedanke, mit welchem ich mich einfach nicht anfreunden kann. Jeder Mensch ist für seine eigenen Taten verantwortlich und nur weil der Großvater ein grausamer Mensch war, muss man selbst nicht so sein. Denn dieses Denken oder die Taten sind nicht vererbbar. Daher hätte ich keinen ihrer Freunde verstanden, der sich von ihr abgewendet hätte, nachdem er das erfahren hätte. Doch Jennifer zerbrach sich so sehr darüber den Kopf, dass sie den Kontakt zu ihnen fast abbrach. Natürlich hätte man das nicht gleich nachdem man selbst damit konfrontiert wurde, weitererzählen müssen, doch mehrere Jahre hätte man damit auch nicht warten müssen. Sie muss oder sollte sich keiner Schuld bewusst sein, sie ist doch wirklich das komplette Gegenteil ihres brutalen Großvaters. Dennoch fühlt sie sich schuldig und schlecht für das, was ihre Großeltern damals getan haben, was ich teilweise auch noch ein wenig nachvollziehen kann, denn das Wegschauen ihrer Großmutter und das Abstreiten, dass sie niemals mitbekommen hätte, dass ihr Großvater einfach so Juden erschossen hätte, das hätte mich auch stutzig und wütend gemacht. Dennoch bin ich der Meinung, dass Jennifer teilweise ein wenig zu sensibel reagiert hat. Beispielsweise als sie herausfand, wer ihre leibliche Eltern sind, hat sich von dem Tag an ihre Adoptiveltern nur noch beim Namen genannt und nicht mehr mit "Mama" oder "Papa" angeredet. Ich mein, was kann es Schlimmeres geben, als dass ein Kind, das man jahrelang großzieht, auf einmal nicht mehr "Mama/Papa" sagt. Das hat mir gezeigt, dass sie ein bisschen zu kleinlich mit all dem umgegangen ist und vielleicht nicht gemerkt hat, wie sehr sie die Menschen um sich herum verletzt hat.
Insgesamt ist das Buch dennoch eine Empf
 ehlung für diejenige, die sich gerne etwas mit der Vergangenheit auseinandersetzen wollen und dies aus der Sicht einer unschuldigen Enkelin eines kranken KZ-Kommandanten.

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Rezension zu "Amon: Mein Großvater hätte mich erschossen" von Jennifer Teege

Bewegend, informativ, erschreckend....
Ein LovelyBooks-Nutzervor 3 Jahren

Titel: Amon - Mein Großvater hätte mich erschossen
Autor: Jennifer Teege
Reihe: -
Verlag: Rowohlt
Genre: Biografie|NS|KZ
Seitenanzahl: 266


Klappentext:
Es ist ein Schock, der ihr ganzes Selbstverständnis erschüttert: Mit 38 Jahren erfährt Jennifer Teege durch einen Zufall, wer sie ist. In einer Bibliothek findet sie ein Buch über ihre Mutter und ihren Großvater Amon Göth. Millionen Menschen kennen Göths Geschichte. In Steven Spielbergs Film «Schindlers Liste» ist der brutale KZ-Kommandant der Saufkumpan und Gegenspieler des Judenretters Oskar Schindler. Göth war verantwortlich für den Tod tausender Menschen und wurde 1946 gehängt. Seine Lebensgefährtin Ruth Irene, Jennifer Teeges geliebte Großmutter, begeht 1983 Selbstmord. Jennifer Teege ist die Tochter einer Deutschen und eines Nigerianers. Sie wurde bei Adoptiveltern groß und hat danach in Israel studiert. Jetzt ist sie mit einem Familiengeheimnis konfrontiert, das sie nicht mehr ruhen lässt. Wie kann sie ihren jüdischen Freunden noch unter die Augen treten? Und was soll sie ihren eigenen Kindern erzählen? Jennifer Teege beschäftigt sich intensiv mit der Vergangenheit. Sie trifft ihre Mutter wieder, die sie viele Jahre nicht gesehen hat. Gemeinsam mit der Journalistin Nikola Sellmair recherchiert sie ihre Familiengeschichte, sucht die Orte der Vergangenheit noch einmal auf, reist nach Israel und nach Polen. Schritt für Schritt wird aus dem Schock über die Abgründe der eigenen Familie die Geschichte einer Befreiung.

Cover:
Das Cover zeigt das Gesicht von Jennifer Teege. Es ist in schwarz-weiß gehalten und der Titel ist farbig.
Ich finde es passend, kein Schnick Schnack, sondern still. Ich finde es wirklich toll.

Meine Meinung:

Mein Großvater ist am 28 März 1925 in Sachsen auf die Welt gekommen, meine Großmutter am 28 August 1926 in Kassel.
Von ihnen habe ich bereits als Kind vieles über den zweiten Weltkrieg erfahren, wie die Zeit bei der Hitlerjugend war, die Zeit in Gefangenschaft.

Deswegen interessierte ich mich schon früh in meiner Jugend für die Zeit von 1933, Hitlers Machtergreifung, bis 1945, Kriegsende.
In der Schule war ich für diese Zeit ein Aas...wusste alles, hatte nur Einsen.

Dieses Interesse an die Hintergründe, die Abscheulichkeiten, warum die Menschen dies bewusst oder unbewusst taten blieb bis heute. Ich bin 23.

Ich bin über einen Zufall über dieses Buch gestolpert und es hat lange gedauert, bis ich mich daran traute.
Es hat sich mehr als gelohnt.

Jennifer Teege erzählt einfühlsam und sehr sachlich, wie sie durch einen Zufall herausfand, was es mit ihrer leiblichen Familie auf sich hat. Ein Schock.
Durch ihren wunderbaren Schreibstil konnte ich mich stets in ihre Lage versetzen und es hat mich mehr als schockiert, was die Frau alles heruasfand.

Das Buch besteht aus zwei Sichten. Einmal erzählt Jennifer ihre persönlichen Empfindungen und wird zwischendurch von Nikola Sellmair, einer Journalisten, abgelöst, die geschichtliche Fakten über das Lager Plaszow, die Familie Göth und Amon Göth selber, der das Lager leitete und so unfassbares aus reine Freude tat, dass es mir den Atem raubte.

Das Einzigste, was mir nicht gefiel, war, dass es an einigen Stellen doch etwas "langatmig" wurde und es hätte einen Ticken kürzer sein können.

Aber ich finde es beeindruckend, dass Jennifer Teege so persönlich ihre Gefühle, ihre Ängste, ihr ganzes Leben so offen den Lesern ihrer Biografie präsentiert. Ich finde das beeindruckend, denn es gehört auch viel Mut dazu.

Bewertung:
Ein beinahe perfekter Mix aus geschichlichen Fakten und einer bewegenden Familiengeschichte.
Von mir gibt es:

5 von 5 Sterne


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Gespräche aus der Community

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Cover des Buches Amon: Mein Großvater hätte mich erschossen (ISBN:undefined)

Ein Familiengeheimnis, das ihr Leben für immer veränderte

Wie lebt man weiter, wenn man weiß, dass der eigene Großvater verantwortlich für den Tod etlicher Menschen war? Und wie lebt man weiter, wenn man weiß, dass dieser Großvater einen eher umgebracht hätte, als vor dem Tod zu beschützen? Die deutsche Autorin Jennifer Teege mit nigerianischen Wurzeln verarbeitet in "Amon: Mein Großvater hätte mich erschossen" die Erkenntnis, dass ihre Familiengeschichte eine grausame und unauslöschbare Vergangenheit beherbergt.

Mehr zum Buch:
Es ist ein Schock, der ihr ganzes Selbstverständnis erschüttert: Mit 38 Jahren erfährt Jennifer Teege durch einen Zufall, wer sie ist. In einer Bibliothek findet sie ein Buch über ihre Mutter und ihren Großvater Amon Göth. Millionen Menschen kennen Göths Geschichte. In Steven Spielbergs Film «Schindlers Liste» ist der brutale KZ-Kommandant der Saufkumpan und Gegenspieler des Judenretters Oskar Schindler. Göth war verantwortlich für den Tod tausender Menschen und wurde 1946 gehängt. Seine Lebensgefährtin Ruth Irene, Jennifer Teeges geliebte Großmutter, begeht 1983 Selbstmord. Wie kann Jennifer ihren jüdischen Freunden noch unter die Augen treten? Und was soll sie ihren eigenen Kindern erzählen? LESEPROBE

Über die Autorin:
Jennifer Teege, 1970 geboren, ist die Tochter einer Deutschen und eines Nigerianers. Sie wurde bei Adoptiveltern groß und studierte in Israel. Jennifer Teege beschäftigt sich intensiv mit der Vergangenheit und trifft dabei auch auf ihre leibliche Mutter. Heute lebt sie in Hamburg und ist Texterin und Konzeptionerin in der Werbebranche.

Gemeinsam mit dem Rowohlt Verlag verlosen wir 25 Leseexemplare dieser bewegenden Autobiographie, die sich nicht nur mit der Vergangenheit, sondern auch mit der Gegenwart beschäftigt. Bewerbt euch bis einschließlich 23. Oktober und erzählt uns, warum ihr gerne mitlesen möchtet!*

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* Bei einer Leserunde ist eine aktive Teilnahme bei der Diskussion und das Schreiben einer Rezension am Ende inbegriffen.
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Letzter Beitrag von  alascavor 6 Jahren

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