Jennifer Toth Tunnel-Menschen

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Inhaltsangabe zu „Tunnel-Menschen“ von Jennifer Toth

Unter den Straßen von New York existiert eine ganze Stadt - dunkel, gefährlich und doch voller Menschlichkeit. Tausende Obdachlose haben in den endlosen Labyrinthen verlassener U-Bahntunnel und Leitungsschächte ihre eigene Gesellschaft gegründet.

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    Tunnel-Menschen
    MarkusDittrich

    MarkusDittrich

    19. April 2014 um 20:40

    „Blades Persönlichkeit war von so unergründlicher Tiefe, daß ich ihn nie völlig verstanden habe.“ Blade war schwarz, Blade war obdachlos, Blade lebte im Tunnel und er war Jennifers Freund und Beschützer – zumindest eine Zeitlang. Als Jennifer Toth Anfang der 1990-er mit gerade mal 24 Jahren frisch von der Universität nach New York kam – sie hatte ihren Magister in Journalismus gemacht -, gab es mehr Obdachlose in dieser Stadt als jemals zuvor. Die Zahl der Schlangensteher vor Asylen, Suppenküchen und sozialen Einrichtungen explodierte. Toth ist jung; voller Energie und Optimismus. Obendrein besitzt sie offenbar genau jenes kleine Stück Verrücktheit das man braucht, um DAS Thema zu suchen (und darüber zu schreiben), vor dem sich alle anderen fürchten. Toth interessiert sich für Obdachlose, vor allem für die Tunnelmenschen. Zuerst scheint alles nur eine moderne urban legend; offiziell wird die Existenz der Tunnelmenschen von der Polizei zuerst geleugnet, als die Journalistin recherchiert; selbst für die „normalen“ Obdachlosen umgibt die Tunnel- oder Maulwurfmenschen einen Hauch von Mythos. Doch als sie sie findet, eröffnet sich ihr eine vollkommen fremde, beängstigende Welt im Dunkeln, eine Welt voller Outsider, Einzelgänger, Kids auf Trebe, Suchtkranker, Psychotiker. Doch Toth findet – oft gerade bei diesen Menschen – bewegende Geschichten, ja Freundschaft. In den Tunneln gibt es nicht nur Verzweifelte; es gibt Graffiti-Künstler, es gibt organisierte Aussteiger in Gruppen, mit eigenen Gesetzen und eigener Moral. Und nichts ist ganz so, wie es scheint. Ein Mann, der eine Ratte in seinem Tunnel brät (und Jennifer höflich davon anbietet), hat Thoreaus Walden dabei und kann seitenlang daraus zitieren. Einer glaubt von sich selbst, er sei der Teufel. Ein anderer – Blade – hilft Jennifer Toth, sich in den Tunneln zurecht zu finden. Toth lernt Blade bei der Arbeit in einer Suppenküche kennen; sie die behütete Weiße aus London, er ein seit der Kindheit auf der Straße lebender Mann, der die Welt der Obdachlosen genauso gut kennt wie die der crackrauchenden Straßengangs, die oft für wenige Dollar einen Mord begehen. In einer Art erstauntem Respekt freunden sich die beiden an. Blade nennt Jennifer „Kid sis“ (Kleine Schwester), ihm imponiert ihr Mut, er hilft ihr bei ihrer Reise in die Tunnel (Reise ist nicht übertrieben; das Tunnelsystem ist mindestens 1100 Kilometer lang und geht sieben Ebenen tief). Jennifer Toth geht bei der Suche nach Fakten bis auf die Grenze ihrer Kraft und gerät mehr als einmal in Lebensgefahr. Schließlich sogar durch Blade. Diese persönliche Beteiligung macht das Buch so stark, aber auch ohne sie hätte Jennifer Toth ein wichtiges Zeitdokument geliefert.

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