Jennifer duBois Das Leben ist groß

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Inhaltsangabe zu „Das Leben ist groß“ von Jennifer duBois

"Ein Triumph der Vorstellungskraft, urkomisch und herzzerreißend." Gary Shteyngart In St. Petersburg riskiert der Schachweltmeister Alexander Besetow sein Leben: Er kandidiert gegen den amtierenden russischen Präsidenten. In Cambridge begibt sich die todkranke Dozentin Irina Ellison auf die Reise nach Petersburg: Sie muss Alexander eine alles entscheidende Frage stellen. In ihrem gefeierten und beglückenden Debüt erzählt duBois von zwei Fremden, die zu Seelenverwandten werden. Eine emotionale und philosophische Meisterpartie über das Leben, das Schachspiel und eine ungewöhnliche Freundschaft. "Erzählmächtig schultert die junge Autorin in ihrem Debüt große Themen." Frankfurter Allgemeine Zeitung "Selten wurde so charmant und leicht von der Aussichtslosigkeit erzählt." spiegel online

Eine wunderbare, poetische und tiefgründige Geschichte - absolut lesenswert!

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    Unterm Strich war nicht wichtig, was mit Lily nicht in Ordnung war: Die Gerechtigkeit vertrat die Toten und diejenigen, die sie in Erinnerung behielten. Sie vertrat die Ansicht, dass Leben, selbst sterbliche Leben, bedeutsam waren (S. 209) Inhalt Die US-Amerikanerin Lily Hayes ist 21 Jahre alt und verbringt ein Auslandssemester in Buenos Aires. Dort will sie endlich ihre neu gewonnene Freiheit genießen und das Leben nach ihren Vorstellungen leben. Bei ihren Gasteltern teilt sie sich das Zimmer mit Kathy Keller. Als diese ermordet aufgefunden wird, ist Lily die Hauptverdächtige. Aber steckt sie tatsächlich hinter der Tat oder sitzt eine Unschuldige im Gefängnis? Meine Meinung Inspiriert von dem Kriminalfall um Amanda Knox, hat Jennifer Dubois eine fiktive Geschichte konstruiert. So wie Knox wird Lily Hayes beschuldigt, ihre Mitbewohnerin ermordet zu haben und so wie Knox wehrt sie sich dagegen. Allerdings spielt die Handlung nicht in Italien, sondern in Argentinien und auch sonst enden hier die Vergleichsmöglichkeiten. Die Autorin legt mit ihrem zweiten Buch eine psychologische Studie vor. Sie beleuchtet von allen Seiten den Menschen Lily Hayes, ohne sie dabei zu bewerten. Nein, das überlässt sie den anderen Protagonisten, die wie in einem Puzzle Stück für Stück ein Bild von Lily erschaffen, welches sie uns zwar näher bringt, aber Lily und ihr Wesen für mich dennoch nie ganz zu enthüllen wussten. So lernen wir die verschiedensten Personen kennen, erfahren wissenswertes über den Menschen Lily und natürlich auch den Mord. DuBois gelingt es immer wieder den Leser zum Nachdenken anzuregen, weil nichts so ist, wie es auf den Blick erscheint und man sich gerade dann, wenn man denkt, ein Stück weiter gekommen zu sein, schon wieder neu orientieren muss. An Protagonisten gibt es einerseits die Eltern Maureen und Andrew, deren erste Tochter als Säugling verstarb. Lily als Zweitgeborene war zwar verhätschelt worden, musste jedoch auch immer die Leere füllen, die durch den Tod der Schwester entstanden ist. Bei ihr wollten die Eltern alles richtig machen und haben ihr kaum Luft zum atmen gelassen. Kein Wunder also, dass sie froh über ihre Freiheit in Buenos Aires ist und dort zunächst so richtig aufblüht. Ihre jüngere Schwester Anna hat es besonders schwer ihren Platz in der Familie zu finden. Der Vater nennt sie lakonisch "Kumpel" und gibt in seinen Selbstgesprächen auch zu, dass er sie nicht so liebt, wie es bei Lily der Fall ist. Anna steht im Schatten von Lily, wird im Verlauf der Geschichte jedoch zu einer der wichtigsten Figuren in dem Mordfall. Ein interessanter Charakter ist Sebastién, der Nachbar der Gasteltern in Buenos Aires. Seine Eltern sind bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen und haben ihm nicht nur ein beträchtliches Vermögen hinterlassen, sondern auch das Haus, in dem er lebt. Er ist ein verschrobener Typ, der sich hinter hochgestochenen Sätzen und einem wenig authentischen Auftreten versteckt. Das Haus verlässt er nur selten, lässt kaum Tageslicht hinein und hat keine Freunde. Lily hingegen gelingt es seinen Panzer ein wenig zu durchbrechen und die beiden beginnen eine kurze Romanze. Die Gasteltern selber lernen wir nur am Rande kennen. Beatrice und Carlos bleiben über weite Strecken im Hintergrund und es gibt nur wenige Momente, wo sie präsenter werden. Lediglich Beatrice rückt ein wenig aus dem Schatten heraus, da sie Lily bei einem Verhör in einem ganz besonderen Licht darstellt, der Grund für weitere Spekulationen bietet und unterstreicht, dass die beiden kein einfaches Verhältnis hatten. Das Mordopfer Kathy tritt nur sporadisch in Erscheinung. Sie wird als bildhübsch und guter Mensch beschrieben, der sich mit den Gasteltern blendend versteht und auch strebsam für ihr Studium lernt. Aber man ahnt recht schnell, dass sich unter der perfekten Oberfläche eine andere Kathy verbirgt. Und zu guter Letzt gibt es noch Eduardo den Staatsanwalt, der sich dadurch auszeichnet, dass er befangen ist und sich schon vor Prozessbeginn ein Bild von Lily gemacht hat. Er ist jemand, der durch seine Verhörmethoden und den Druck, den er ausübt, um seine Version der Geschichte bestätigt zu bekommen, auffällt. Für einen Anwalt hat er für mich zu wenig Neutralität und Professionalität an den Tag gelegt. Auch wenn man als Anwalt nicht davor gefeit ist, einen Standpunkt einzunehmen, hat er sich seinen zu stark anmerken lassen. Besonders gut gefallen hat mir, dass ich zu keinem Zeitpunkt beim Lesen an Amanda Knox denken musste. Jennifer duBois gelingt es einen Charakter zu zeichnen, der es für mich leicht gemacht hat Lily als eigenständige Person zu betrachten. Lily wird als eiskalt und herzlos beschrieben. Nachdem sie ihre Mitbewohnerin (angeblich) ermordet hat, hat sie u.a. ein Rad geschlagen, was als Indiz dafür gilt, wie emotionslos sie ist. Doch nach und nach lernt man den Menschen Lily besser kennen und Zweifel werden wach, dass sie tatsächlich fähig war, diese grausame Tat zu begehen. Das Ende empfinde ich als gelungen und nachvollziehbar, weil es zu dem Buch passt. Vielleicht schließt sich hier sogar der Kreis und wir befinden uns doch wieder bei der Grundlage für die Geschichte - Amanda Knox. Fazit Jennifer Dubois hat mit "Ein gutes Mädchen" ein vielschichtiges, unterhaltsames und spannendes Buch geschrieben. Ein Psychogramm, welches den Leser mitnimmt und nachdenklich hinterlässt. Denn die Ausgangsfrage steht auch nach der Lektüre im Raum: Hat sie oder hat sie nicht?

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