Worüber wir nicht reden

von Jenny Bünnig 
4,3 Sterne bei19 Bewertungen
Worüber wir nicht reden
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B

Mal ein anderes Buch, als ich sonst lese. Es hat mir gut gefallen und ich würde es wieder lesen.

Schnuck59s avatar

Kosmos Familie

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Inhaltsangabe zu "Worüber wir nicht reden"

Die Europameisterschaft im Kürbiswiegen, an der ihr Vater teilnimmt, führt Patrizia und Daniel zurück in ihr Elternhaus. Für beide kommt dieses Familientreffen zu einem ungünstigen Zeitpunkt: Patrizia steckt in einer beruflichen und emotionalen Sackgasse, und Daniel will nicht wahrhaben, dass seine Ehe vor dem Aus steht. Zudem fordern die pubertierende Tochter und der kleine Sohn seine ganze Aufmerksamkeit. Für die Erwachsenen wird dieses Wochenende zu einer Reise in ihre Kindheit, zurück zu ihrem Bruder Rafael, über den sie nicht reden. Doch die Vergangenheit sitzt stets mit am Tisch. Ein turbulentes Wochenende, an dem Tante und Nichte bei der Polizei landen, der Kürbis nicht frieren darf und Goldfisch Blanche eine Schwimmhilfe bekommt. Eben ein ganz normales Familientreffen.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783784434162
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:320 Seiten
Verlag:Langen-Müller
Erscheinungsdatum:22.12.2016

Rezensionen und Bewertungen

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    DieBertas avatar
    DieBertavor einem Jahr
    Kurzmeinung: kurzweilige Familiengeschichte - empfehlenswert
    Worüber wir nicht reden, oder vielleicht doch ;)

    Worüber wir nicht reden von Jenny Bünnig

    - Taschenbuch: 320 Seiten

    - Verlag: Langen-Müller; Auflage: 1 (22. Dezember 2016)

    - Sprache: Deutsch

    - ISBN-10: 3784434169

    - ISBN-13: 978-3784434162

    - Größe und/oder Gewicht: 13,6 x 2,7 x 21,6 cm

    Klappentext
    Vier Tage mit der Familie. Als Daniel mit seinen Kindern ankommt und vor dem Haus seiner Eltern parkt, kann er zunächst nicht aussteigen. Zu viel beschäftigt ihn. Seine Frau, die nicht anruft. Seine Schwester Patrizia, die er lange nicht gesehen hat. Seine schwer kranke Mutter und sein starrsinniger Vater.
    Zeitgleich im Haus betrachtet sich Patrizia im Badezimmerspiegel. Warum ist das Gefühl so stark, eine Versagerin zu sein? Jahrelang hat sie alles richtig gemacht. Dachte sie. Erfolgreiches Studium, Karriere an der Universität. Und plötzlich steht sie ohne Job da. Was macht man, wenn das, wofür man hart gearbeitet hat, plötzlich nichts mehr wert ist? Man fährt nach Hause zu seinen Eltern.
    Daniel und Patrizia müssen an diesem Wochenende verschiedene Rollen einnehmen. Sie sind Bruder, Sohn, Vater bzw. Schwester, Tochter, Tante – meist alles gleichzeitig.
    Ein wundervoller berührender Roman, der die Facetten des Familienlebens beleuchtet und in dem wir uns alle irgendwie wieder finden.

     

    Die 320 Seiten des Buches teilen sich auf vier unterschiedlich lange Kapitel mit den Überschriften Donnerstag, Freitag, Samstag , Sonntag auf. Der Leser begleitet die Familie durch en turbulentes Wochenende. Die Geschwister Patrizia und Daniel und Daniels Kinder verbringen ein Wochenende im Elternhaus. Jeder hat seine eigenen Probleme, über Vergangenes und die Zukunft wird erst mal nicht gesprochen. Der Weg zu mehr Gemeinsamkeit ist sehr humorvoll geschrieben, so dass man das Buch auch gut in vier Tagen lesen kann.

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    Schnuck59s avatar
    Schnuck59vor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Kosmos Familie
    Familienleben mit Vergangenheit und Gegenwart

    In ihrem Roman „Worüber wir nicht reden“ beschreibt Jenny Bünning die Ereignisse, Erinnerungen und Gefühle rund um ein Familientreffen. 

    Jenny Bünnig ist 1984 geboren und studierte Literaturwissenschaften und Kunstgeschichte. Sie war die jüngste Teilnehmerin der Romanwerkstatt der Bayerischen Akademie des Schreibens. 

    „Familie – es geht nicht mit, aber auch nicht ohne“

    Ein Familientreffen beschert den Geschwistern Patrizia und Daniel ein turbulentes Wochenende. Die geplante Teilnahme des Vaters an der Europameisterschaft im Kürbiswiegen bringt sie wieder gemeinsam in ihr Elternhaus. Dort erleben sie die nicht einfache Welt der Gegenwart und es werden nicht ausgesprochene Erinnerungen aus der Vergangenheit wach. 

    Der Schreibstil ist flüssig und humorvoll, stellenweise aber auch tiefgründig. Den Ruhrpott-Dialekt des Vaters fand ich schwierig zu lesen. Die Charaktere sind gut und schlüssig ausgearbeitet. Durch die eingearbeiteten Rückblenden erfährt man noch mehr aus der Vergangenheit der Familienmitglieder. Stück für Stück setzt sich deren Familiengeschichte zusammen und man versteht die Zusammenhänge und Beziehungen besser. Leider sind diese Einschübe nicht chronologisch. Der Aufbau der Geschichte rund um den Kürbis ist nicht meiner. Die Gedanken rund um die Beziehungen und Zusammenhänge in dieser Familie sind interessant und gefühlvoll beschrieben.

    Den Bezug zum Cover fand ich im Text und auch als Aussage sehr gelungen. Um "gerade" durchs Leben zu kommen brauchen auch wir manchmal Unterstützung.

    Die Beschreibung dieses Familientreffens hat auf unterhaltsame Art auch in mir Erinnerungen und Gefühle geweckt und mich zum Nachdenken angeregt. 

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    TeleTabi1s avatar
    TeleTabi1vor 2 Jahren
    Die Schatten der Vergangenheit

    Die Kürbis-Meisterschaft, an der ihr Vater Winnie mit seinem Riesenkürbis teilnehmen möchte, führt Patrizia und Daniel nach langer Zeit wieder zurück in ihr Elternhaus bei Duisburg. Für beide Geschwister ist der Besuch mit vielen belastenden Gefühlen und Erinnerungen verbunden: Der Tod ihres Bruders Rafael, die Demenz ihrer Mutter Seda und das ruppige Temperament ihres Vaters - über alledem schwebt ein Schleier des Schweigens, der über die Jahre die Beziehung der Familienmitglieder untereinander vergiftet hat. Auch der Zeitpunkt des Familientreffens kommt mehr als ungelegen, denn Patrizias berufliche Karriere steht vor dem Aus und Daniel steckt in einer handfesten Ehekrise. Zudem fordern Daniels Kinder - die pubertierende Janne sowie ihr jüngerer Bruder Jonathan - seine gesamte Aufmerksamkeit. Gemeinsam erlebt die Familie ein Wochenende, das so manche Überraschung für sie bereithält und für turbulente Stunden sorgt. Endlich wird das langjährige Schweigen gebrochen und sie beginnen, über die Vergangenheit zu reden...

    „Worüber wir nicht reden“ ist ein spannender Roman, der durch seine melancholische Grundstimmung einen ganz besonderen Charakter erhält. Dennoch ist er luftig und leicht zu lesen und hält einige humorvolle Szenen bereit, die den Leser zum Schmunzeln bringen. Der Schreibstil ist angenehm und die Protagonisten sehr anschaulich und glaubwürdig beschrieben. Kleine Details wie beispielsweise der Ruhrpott-Dialekt von Winnie haben diese realistische Darstellung noch unterstrichen. Der Zeitrahmen der Geschichte umfasst lediglich ein verlängertes Wochenende von Donnerstag bis Sonntag, wodurch die Geschehnisse sehr detailliert beschrieben und teilweise auch aus verschiedenen Perspektiven unterschiedlich beleuchtet werden. Zwischendurch sind außerdem diverse Rückblenden aus der Sicht von Patrizia und Daniel eingefügt, durch die der Leser wertvolle Informationen aus deren Vergangenheit und Gefühlsleben erhält. Dies führt zu einem besseren Verständnis der Protagonisten und der familiären Zusammenhänge, wodurch man sich noch besser in sie und ihre jeweilige Situation hineinfühlen kann. Diese Art der Erzählstruktur ist definitiv etwas Außergewöhnliches und hat mir nach anfänglichem Zögern sehr gut gefallen. Durch das Aufgreifen vieler verschiedener, auch ernsterer Themen, wie Ärger und Geheimnisse innerhalb der Familie, Arbeitslosigkeit, Demenz, unerwiderter Liebe, etc. ist „Worüber wir nicht reden“ ein vielschichtiger, intelligenter Roman, der zum Nachdenken anregt. Er beschreibt die Annäherung einer Familie, die nach langer Zeit endlich damit beginnt, ihre Probleme aufzuarbeiten, indem sie miteinander reden, und zeigt dadurch, wie wichtig Kommunikation und Zusammenhalt ist. 

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    brenda_wolfs avatar
    brenda_wolfvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Eine großartige Familie!!! Unbedingt lesen.
    Eine großartige Familie

    Klappentext

    Vier Tage mit der Familie. Als Daniel mit seinen Kindern ankommt und vor dem Haus seiner Eltern parkt, kann er zunächst nicht aussteigen. Zu viel beschäftigt ihn. Seine Frau, die nicht anruft. Seine Schwester Patrizia, die er lange nicht gesehen hat. Seine schwer kranke Mutter und sein starrsinniger Vater. Zeitgleich im Haus betrachtet sich Patrizia im Badezimmerspiegel. Warum ist das Gefühl so stark, eine Versagerin zu sein? Jahrelang hat sie alles richtig gemacht. Dachte sie. Erfolgreiches Studium, Karriere an der Universität. Und plötzlich steht sie ohne Job da. Was macht man, wenn das, wofür man hart gearbeitet hat, plötzlich nichts mehr wert ist? Man fährt nach Hause zu seinen Eltern. Daniel und Patrizia müssen an diesem Wochenende verschiedene Rollen einnehmen. Sie sind Bruder, Sohn, Vater bzw. Schwester, Tochter, Tante – meist alles gleichzeitig.

    Ein wundervoller, berührender Roman, der die Facetten des Familienlebens beleuchtet und in dem wir uns alle irgendwie wiederfinden.

    Meine Meinung:

    Auf den ersten Seiten dachte ich noch: In dieser Familie liegt einiges im Argen. So richtig gut kann keiner mit keinem. Man spricht nicht miteinander, nicht über Gefühle und Konflikte. Wichtige Themen werden ausgeblendet, nicht angesprochen. Aber das wandelte sich. Die Familienmitglieder kommen sich in diesen vier Tagen nahe, werden zu einer richtig tollen Familie. Lassen auch einen Blick ins Innere zu.

    Mir haben sowohl Schreibstil als auch die Charaktere gefallen. Sie waren sehr glaubwürdig gezeichnet. Patti steckt tief in einer Midlife-Crisis und zweifelt ihr ganzes Leben an. Sie hat ein besonders gutes Verhältnis zu ihrer Nichte Janne, ein echt starkes und kluges Mädel. Daniel kommt scheinbar als Looser herüber, aber ich mochte seine liebevolle Art. Er ist seinen Kindern ein herzensguter und liebenswerter Vater. Winnies Ruhrpott-Dialekt war für mich zunächst ungewohnt, aber ich fand ihn dennoch stimmig. Überhaupt musste ich meine Meinung zu Winfried im Laufe der Geschichte gründlich revidieren. Patrizia betrachtet ihren Vater als. Mürrisch. Kurzab. Aufbrausend. Ein Bollerkopf. Genau den Standpunkt vertrat ich auch. Zu Schluss war Winni für mich der absolute ‚Winner‘ an Sympathiepunkten, er hat das Herz auf dem rechten Fleck, ist ein unheimlich liebevoller Ehemann. An einer Stelle gibt er Patti einen guten Rat. Ich fand den Satz bemerkenswerten:„Jetzt musse nur noch dat ganze Rumgeflenne und dat Nölen sein lassn und aufhörn zu denken, dat jedet Leben besser is als deins. Zu gar nix führt dat. Du kriegst nämlich kein andret. So siehtet aus!“

    Seda, Winnis Frau leidet an Demenz. Das Thema wurde authentisch aufgegriffen!

    „Worüber wir nicht reden“ bietet viel Stoff zum Nachdenken, es werden ernste Themen angerissen, Arbeitslosigkeit, Sprachlosigkeit, Umweltaspekte, Scheidung, Krankheit, aber selbstverständlich kommt die Unterhaltung nicht zu kurz. Es gibt viele Stellen, an denen ich nicht nur schmunzeln, sondern laut lachen musste.

    Mein Fazit: eine großartige Familie!!! Unbedingt lesen.

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    Claddys avatar
    Claddyvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein wundervolles, intelligentes Buch, das mit Humor und Verzweiflung eine Familie seziert.
    tief und amüsant gleichermaßen

    Um die Familie zusammenzurufen, denkt Winni sich einen besonderen Grund aus: Er möchte mit seinem Riesenkürbis an einer Europameisterschaft teilnehmen. So treffen zum ersten Mal seit langem seine Tochter, sein Sohn und seine Enkelkinder im Elternhaus ein. Das Wochenende gerät zu einer Reise in die Vergangenheit. 


    Jenny Bündig ist in ihrem dritten Roman eine großartige Familienstudie gelungen. Um all die Dinge, über die nie gesprochen worden ist, geht es hier und um mehr: um Beziehungen und Entwicklungen, um Schuld und Akzeptanz. Diese eigentlich schweren Themen werden so leicht verpackt, dass oftmals gelacht werden kann, und gehen gleichzeitig immer wieder tief unter die Haut. 

    Die Charaktere sind minimal überzeichnet, sicher ein legitimes Mittel, um innerhalb einer überschaubaren Seitenzahl spannende Familieninteraktionen zu schaffen mit einer beachtlichen Bandbreite an Emotionen. 

    Aus der aktuellen Situation heraus kommen Winni und seine Kinder auch in Rückblenden zu Wort (Winni in herzerwärmendem Ruhrpottslang) und erzählen, was ansonsten verschwiegen wird. Eine gute Methode, um dem Leser interessantes Hintergrundwissen zu bieten, Geschehnisse in Zusammenhänge zu bringen und Befindlichkeiten zu erklären.

    Blanche, ein Goldfisch mit defekter Schwimmblase, der behinderte Hund Peek, der Kürbis … Sie sind Metaphern für Unvollständigkeit, für Makel, für diese Familie, in der so gar nichts einen geraden Weg nehmen kann.  

    Und doch zeigt sich, dass hinter all den Problemen wunderbare Menschen stecken, die sich wahrhaft zugetan sind. Von denen jeder viel für andere empfindet, viel für andere tut. Notfalls auch viel von sich selbst zurück nimmt. Dass sie tatsächlich als Familie funktionieren, in dem Sinne, dass sie einander gut tun. Nicht die Probleme lösen, aber sich gegenseitig stärken.

    An unzähligen Kleinigkeiten, Achtsamkeiten, wird erkennbar, wie viele Stärken sich in vermeintlichen Schwächen verbergen.

    Die Geschichte hat einiges an moralischen Ratschlägen mitzugeben: Dass es manches Mal unrecht ist, zu verurteilen. Dass die Wahrheit eben nicht immer sichtbar ist. Dass Großherzigkeit eine Tugend ist, die letzten Endes seinem Träger am meisten hilft.

    Ein schönes Buch, ein schönes Ende.

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    N
    Nici-Buchliebhabervor 2 Jahren
    Ein Buch, das zum Nachdenken anregt

    Auch wenn das Cover eher ruhig - durch die Fische wirkt, ruhig und dahinplätschernd ist dieses Buch nicht.

    Etwas gewöhnungsbedürftig sind die unterschiedlichen Erzählebenden und auch die Unterteilung in Uhrzeiten und nicht Kapitel, aber daran gewöhnt man sich schnell.

    Es gibt liebenswerte Charaktere und ich hatte immer wieder das Gefühl, dass ich mich mal mit dem einen und mal mit dem anderen identifiziere.

    Da ist zum einen Daniel, der nach der Aussage von seiner Frau in der Luft hängt, nicht drüber reden mag, nie reinen Tisch macht und alles tut, um ja nicht aufzufallen. Dann trotzdem oft ins Auge sticht, da er Dinge tut und durchgehen lässt, die man nicht vermutet.

    Dann Jonathan, der Wildfang (ADHS ?), der in Röcken mit Einhornmütze über Tische und Bänke turnt.

    Die Tochter Janne, die eher den Part des Jungen übernimmt, sehr erwachsen wirkt und doch noch ein Kind ist.

    Patti, die Schwester, die eigentlich alle Möglichkeiten hatte und sich nun als gescheiterte Existenz sieht; dabei in Selbstmitleid versinkt.

    Rafael, der verstorbene Bruder.

    Seda, die an Demenz erkrankte Mutter, die als eine wirklich toughe Frau in früheren Jahren dargestellt wird und jetzt völlig hilflos ist und am liebsten neben einem Kürbis sitzt. Warum ? Auch das wird in dem Buch beschrieben.

    Winni, der liebenswerte Knodderkopp, dem man als Lokführer und an alten Dingen festhaltenden Mann, am Anfang nicht zutraut, was er alles leistet.

    Und diverse andere...

    Ich habe das Buch gerne gelesen. Wichtig ist, dass man dranbleiben kann, da man sonst schnell den Faden verliert.

    Das Cover zeigt die Goldfisch, von denen einer auch nur mit Schwimmhilfe aufrecht schwimmt; übertragen kann man sagen, überall ist etwas nicht ganz in Ordnung, aber meist braucht es nicht viel, um alles wieder ins Lot zu bringen. Oft reicht es, wenn die Leute miteinander reden, gerade in Familien.

    Von mir gibt es 5 Sterne,

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    P
    Polly_liestvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Eine ungewöhnliche Familiengeschichte mit viel Herz und einem Riesenkürbis
    Ein rührend-leichter Roman über die schweren Themen des Lebens

    In dem Familienroman “Worüber wir nicht reden” lernen die Leser*innen einige Familienmitglieder kennen, die alle derzeit mit Schwierigkeiten und existentiellen Sorgen kämpfen und deren Geschichten, wie oft üblich bei Familien, eng miteinander verwoben sind. Dabei wird einem als Leserin mit der Zeit deutlich, dass es in der Familie ein kritisches Ereignis gab, das alles verbindet und bis heute eine Auswirkung auf Lebensweise und Handeln aller hat. Nur, wie der Titel schon sagt, geredet wird in dieser Familie nicht darüber.

    Diese Familie nun begleiten die Leser*innen ein verlängertes Wochenende lang bei dem die Vergangenheit immer mitschwingt und Probleme und Beziehungen aufgearbeitet werden.

    Was sich zunächst nach schwerer Kost anhört, ist erstaunlich leicht und unbeschwert. Da sich alle niemals treffen würden, nur um sich nahe zu sein und Trost und Unterstützung zu finden, muss also ein Sachgrund her. Großvater Winnie, der versucht, den schwersten Kürbis Europas zu züchten, trommelt somit alle zusammen, damit sie ihn unterstützen, den Riesenkürbis zur Europameisterschaft zu befördern. Dieser Anlass ist selbstverständlich für alle ernst genug, für ein Wochenende ins elterliche Haus zurückzukehren und die Enkel auch gleich mitzubringen. Alle kümmern sich rührend um den Kürbis, die Hunde namens “Peek” und “Cloppenburg”, die Goldfische, die die Namen der Golden Girls tragen und von denen einer eine Schwimmhilfe benötigt. Von solchen phantasievollen Ideen ist das Buch gespickt und sie geben dem Roman eine herrliche Leichtigkeit. Hinzu kommt Lokalcolorid: der Roman spielt ins Duisburg und Opa Winnie, der Mopperkopp mit Herz, spricht echten Ruhrpott-Dialekt.

    Herausragend fand ich die Charaktere der Protagonisten: Stimmig, liebevoll gezeichnet, alle ein wenig schräg und besonders. Ich fand alle plausibel und deren Werdegang und Entwicklung stimmig.

    Für mich ein sehr lesenswertes Buch!

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    Simi159s avatar
    Simi159vor 2 Jahren
    Reden ist silber

    Jeder der Familie hat und in einer groß geworden ist, weiß, dass vieles gesagt bleibt. Nicht  immer wird über alle gesprochen, jedes und alles diskutiert.

    So ist das auch in der Familie von Daniel und Patricia. Beide sind erwachsen, er hat schon eine eigene Familie mit den Kindern Janne und Jonathan, während seine Schwester Karriere an der Universität gemacht hat.

    Jetzt sind sie übers Wochenende im Elternhaus zu Besuch. Ihr Vater, Winni, möchte an zur Weltmeisterschaft im Kürbiswiegen  und braucht die Hilfe seiner Kinder. Werde Daniel noch Patricia sind von dem Treffen begeistert, denn jeder hat mit den eigenen Problemen genug zu tun. Daniels Ehe scheint am Ende und seine Schwester ist schon länger arbeitslos.

    Vor vielen Jahren starb der kleine Bruder Rafael, und das Trauma seines frühen Todes, wie auch einige Missverständnisse in der zeit danach, sind von der Familie noch nicht verarbeitet. Zu dem ist Seda, die Mutter, schwer krank.

    Soviel Schwiegen und sowenig Worte, wird der Riesenkürbis daran etwas ändern?


    Fazit:

    Auf den ersten Blick, das fröhliche Cover mit den Goldfischen, wie auch der Klappentext, schließt man als Leser auf eine lockere Familiengeschichte…doch das täuscht.

    Es geht um das was Familien zusammen hält oder zerbrechen läßt. Liebe, Lügen und viele nicht aus- und angesprochene Fragen…

    Die Autorin, Jenny Bünnig, läßt den Leser dabei in eine kleine, normale Vorstadt Familien Welt einsteigen, mit Gemüsegarten und Gartenzwergen. Eine kleine beschauliche Welt in der Patty und Daniel aufgewachsen sind und in die sie jetzt für ein Wochenende zurückkehren. Doch so heil und heimelig ist das Alles nicht mehr.


    Und die Mitglieder der Familie sorgen auch für weiters Chaos. Da landen Tante und Nichte bei der Polizei, weil sie beim Containern erwischt werden. Da muss Goldfisch Blanche eine spezielle Schwimmhilfe gebaut werden und der der Kürbis darf werde frieren noch naß werden.

    Das ist amüsant bis leicht skurril und doch herrlich normal, vor allem weil die Charaktere all ihre Handlungen mit einer Selbstverständlichkeit und Authentizität  

    passiert, dass man grinsen wie auch weinen und staunen muß, wie sie doch nach und nach Worte finden und wieder eine Einheit werden.

    Rückblenden und Gedanken vieler Charaktere verschaffen demLeser ein umfassendes Bild und trödeln nach und nach den Tod um den kleinen Bruder und viele Missverständnisse darum auf.

    Sensibel und doch unterhaltsam geht es um tödliche Erkrankungen, Demenz, Zusammenhalt in der Familie, Arbeite- und Orientierungslosigkeit….sprich das ganz normale Leben.

    Die Charaktere sind gut beschrieben und authentisch. Sie sind so bunt wie das Leben und Familien nur mal sind, mit all ihren Unterschieden und doch Gemeinsamkeiten. Egal ob die Arbeitslose Schwester, den hyperaktiven Enkel, die kranke Oma oder dem grantelden Großvater.

    Alles wirkt so echt und ist sympathisch durch den tollen Schreibstil von Jenny Bünnig und ihrer offenen Art, mit der die Charaktere miteinander umgehen und agieren.

    Die Geschichte schwingt im Leser nach und wir im richtigen Leben gibt es nicht für Jeden und alle Probleme eine Lösung. 


    Von mir gibt es 5 STERNE.

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    Bad_Snow_Whites avatar
    Bad_Snow_Whitevor 2 Jahren
    Realitätsnah

    Inhalt:  Die Europameisterschaft im Kürbiswiegen, an der ihr Vater teilnimmt, führt Patrizia und Daniel zurück in ihr Elternhaus. Für beide kommt dieses Familientreffen zu einem ungünstigen Zeitpunkt: Patrizia steckt in einer beruflichen und emotionalen Sackgasse, und Daniel will nicht wahrhaben, dass seine Ehe vor dem Aus steht. Zudem fordern die pubertierende Tochter und der kleine Sohn seine ganze Aufmerksamkeit. Für die Erwachsenen wird dieses Wochenende zu einer Reise in ihre Kindheit, zurück zu ihrem Bruder Rafael, über den sie nicht reden. Doch die Vergangenheit sitzt stets mit am Tisch. Ein turbulentes Wochenende, an dem Tante und Nichte bei der Polizei landen, der Kürbis nicht frieren darf und Goldfisch Blanche eine Schwimmhilfe bekommt. Eben ein ganz normales Familientreffen.


    Meine Meinung:


    Versprochen habe ich mir von dem Klappentext ziemlich viel und war sehr neugierig, weil ich anhand der Inhaltsangabe dachte, dass ich mich in einigen der Situationen und Protagonisten bestimmt wiederfinde, also bewarb ich mich bei der Leserunde und hatte das Glück dabei sein zu dürfen.
    Meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht, ich war mit diesem Buch sehr schnell durch, obwohl es nicht gerade dünn ist. Ich denke, dass das schon eine Menge sagt. 
    Besonders gut gefällt mir, dass dieses Buch keinen aus der Luft gegriffenen, völlig unrealistischen Kontext hat, sondern dass die Themen, Problematiken und Schicksale jeden von uns wirklich von heute auf morgen ereilen können. 
    Einen Stern muss ich abziehen, weil mir die Rückblenden, die in dem Buch sehr oft vorkommen ein kleines bisschen zu viel waren, ich fand die Gegenwart deutlich interessanter. Das tut dem Ganzen aber keinen Abbruch, es war mir eine Freude dabei zu sein. Und trotz der berührenden, verschiedenen Schicksale der verschiedenen Protagonisten, musste ich oft schmunzeln, was unter anderem an dem Ruhrpott - Dialekt einer der Charaktere (Winni) lag.
    Alles in allem ist dieses Buch ein realitätsnaher, absolut lesenwerter Roman mit vielen Denkanstößen. Mal traurig, mal lustig, mal zutiefst emotional - eben wie im echten Leben.

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    Tulpe29s avatar
    Tulpe29vor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein berührender Familienroman mit vielen Denkanstößen für andere Familien, mal traurig, mal lustig, wie im richtigen Leben
    Der Riesenkürbis

    Eine Geschichte wie mitten aus dem Leben gegriffen, teils schräg, teils turbulent und lustig, dann wieder melancholisch und nachdenklich. Eine Familie kämpft unbewußt um mehr Zusammenhalt, denn  der ging im Laufe der Zeit immer mehr verloren. Opa Winni zieht die Notbremse, schließlich war er mal Lokführer. So bringt er alle wieder etwas näher zusammen. Ein Familientreffen mit Folgen, denn jeder profitiert irgendwie davon und kann optimistischer in die Zukunft sehen.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Herbig_Verlags avatar
    Hallo ihr Lieben!

    Es ist mal wieder so weit: der LangenMüller Verlag startet eine neue Leserunde. Am 02. Januar ist der neue Roman von Jenny Bünnig "Worüber wir nicht reden" erschienen. Viele von euch kennen Jenny Bünnig schon von ihren wundervollen Titeln "Es muss dunkel sein, damit man die Sterne sieht" und "Der Sommer hat vier Wände". Jetzt präsentieren wir euch ihr nächstes Buch, zauberhaft witzig und einfühlsam zugleich.

    Das Buch:

    Für die Geschwister Patrizia und Daniel kommt das Familientreffen anlässlich der Europameisterschaft im Kürbiswiegen in Jenny Bünnigs drittem Roman „Worüber wir nicht reden“ zu einem ungünstigen Zeitpunkt: Patrizia steckt in einer beruflichen und emotionalen Sackgasse, und Daniel will nicht wahrhaben, dass seine Ehe vor dem Aus steht. Zudem fordern die pubertierende Tochter und der kleine Sohn seine ganze Aufmerksamkeit. Für die Erwachsenen wird dieses Wochenende zu einer Reise in ihre Kindheit, zurück zu ihrem Bruder Rafael, über den sie nicht reden. Doch die Vergangenheit sitzt stets mit am Tisch. Ein turbulentes Wochenende, an dem Tante und Nichte bei der Polizei landen, der Kürbis nicht frieren darf und Goldfisch Blanche eine Schwimmhilfe bekommt. Eben ein ganz normales Familientreffen.
    Jenny Bünnig leuchtet in „Worüber wir nicht reden“ die Facetten des Familienlebens liebevoll aus, trotz der Schatten der Vergangenheit, die im Hintergrund lauern.

    Jenny Bünnig, Jahrgang 1984, studierte Literaturwissenschaften und promovierte zur melancholischen Zeit- und Raumwahrnehmung. Sie arbeitet als Wissenschaftsredakteurin an der Universität in Duisburg-Essen und war jüngst Teilnehmerin der Romanwerkstatt der Bayrischen Akademie des Schreibens. „Worüber wir nicht reden“ ist nach „Es muss dunkel sein, damit man die Sterne sieht“ und „Der Sommer hat vier Wände“ ihr dritter Roman bei LangenMüller.

    Wir haben für euch 20 Bücher, die wir gerne verlosen würden. Alles was ihr dafür tun müsst, ist euch bis zum 23. Januar zu bewerben und kurz dazu schreiben, wieso euch das Buch interessiert und was ihr euch von der Lektüre erhofft.
    Wir drücken allen Teilnehmern und allen Teilnehmerinnen feste die Daumen und freuen uns auf eine tolle Leserunde mit euch!

    Schnuck59s avatar
    Letzter Beitrag von  Schnuck59vor 2 Jahren
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