Jenny Bünnig Worüber wir nicht reden

(19)

Lovelybooks Bewertung

  • 16 Bibliotheken
  • 2 Follower
  • 0 Leser
  • 16 Rezensionen
(8)
(9)
(2)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Worüber wir nicht reden“ von Jenny Bünnig

Die Europameisterschaft im Kürbiswiegen, an der ihr Vater teilnimmt, führt Patrizia und Daniel zurück in ihr Elternhaus. Für beide kommt dieses Familientreffen zu einem ungünstigen Zeitpunkt: Patrizia steckt in einer beruflichen und emotionalen Sackgasse, und Daniel will nicht wahrhaben, dass seine Ehe vor dem Aus steht. Zudem fordern die pubertierende Tochter und der kleine Sohn seine ganze Aufmerksamkeit. Für die Erwachsenen wird dieses Wochenende zu einer Reise in ihre Kindheit, zurück zu ihrem Bruder Rafael, über den sie nicht reden. Doch die Vergangenheit sitzt stets mit am Tisch. Ein turbulentes Wochenende, an dem Tante und Nichte bei der Polizei landen, der Kürbis nicht frieren darf und Goldfisch Blanche eine Schwimmhilfe bekommt. Eben ein ganz normales Familientreffen.

Mal ein anderes Buch, als ich sonst lese. Es hat mir gut gefallen und ich würde es wieder lesen.

— BiancaR
BiancaR

Kosmos Familie

— Schnuck59
Schnuck59

Eine großartige Familie!!! Unbedingt lesen.

— brenda_wolf
brenda_wolf

Ein wundervolles, intelligentes Buch, das mit Humor und Verzweiflung eine Familie seziert.

— Claddy
Claddy

Eine ungewöhnliche Familiengeschichte mit viel Herz und einem Riesenkürbis

— Polly_liest
Polly_liest

Ein berührender Familienroman mit vielen Denkanstößen für andere Familien, mal traurig, mal lustig, wie im richtigen Leben

— Tulpe29
Tulpe29

kurzweilige Familiengeschichte - empfehlenswert

— DieBerta
DieBerta

Stöbern in Romane

Der Vater, der vom Himmel fiel

Ein "Glücksgriff" in Buchform: Witzig, geistreich, einfach.nur.zum.Brüllen.komisch - und so wahr ;) 5 Sterne reichen hier nicht aus ;))

SigiLovesBooks

Underground Railroad

Eine tolle Heldin, die trotz aller Widrigkeiten nie aufgibt und immer wieder aufsteht, auch wenn es das Schicksal nicht gut mit ihr meint.

Thala

Swing Time

Eine sehr lange, gemächliche Erzählung, der streckenweise der Rote Faden abhanden zu kommen scheint. Interessanter Schmöker.

kalligraphin

Vintage

Überraschend gute und spannende Unterhaltung für jeden Blues- und Rock'n'Roll-Fan und alle die es noch werden wollen!

katzenminze

Die Geschichte der getrennten Wege

Fesselnd und langatmig, mal begeisterte mich der Roman, mal las ich quer. Ein gemischtes Leseerlebnis.

sunlight

Wie der Wind und das Meer

Liebesgeschichte, die auch einen Teil der deutschen Geschichte wiederspiegelt - mir fehlten die Emotionen

schnaeppchenjaegerin

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Leserunde zu "Worüber wir nicht reden" von Jenny Bünnig

    Worüber wir nicht reden
    Herbig_Verlag

    Herbig_Verlag

    Hallo ihr Lieben!Es ist mal wieder so weit: der LangenMüller Verlag startet eine neue Leserunde. Am 02. Januar ist der neue Roman von Jenny Bünnig "Worüber wir nicht reden" erschienen. Viele von euch kennen Jenny Bünnig schon von ihren wundervollen Titeln "Es muss dunkel sein, damit man die Sterne sieht" und "Der Sommer hat vier Wände". Jetzt präsentieren wir euch ihr nächstes Buch, zauberhaft witzig und einfühlsam zugleich. Das Buch:Für die Geschwister Patrizia und Daniel kommt das Familientreffen anlässlich der Europameisterschaft im Kürbiswiegen in Jenny Bünnigs drittem Roman „Worüber wir nicht reden“ zu einem ungünstigen Zeitpunkt: Patrizia steckt in einer beruflichen und emotionalen Sackgasse, und Daniel will nicht wahrhaben, dass seine Ehe vor dem Aus steht. Zudem fordern die pubertierende Tochter und der kleine Sohn seine ganze Aufmerksamkeit. Für die Erwachsenen wird dieses Wochenende zu einer Reise in ihre Kindheit, zurück zu ihrem Bruder Rafael, über den sie nicht reden. Doch die Vergangenheit sitzt stets mit am Tisch. Ein turbulentes Wochenende, an dem Tante und Nichte bei der Polizei landen, der Kürbis nicht frieren darf und Goldfisch Blanche eine Schwimmhilfe bekommt. Eben ein ganz normales Familientreffen. Jenny Bünnig leuchtet in „Worüber wir nicht reden“ die Facetten des Familienlebens liebevoll aus, trotz der Schatten der Vergangenheit, die im Hintergrund lauern. Jenny Bünnig, Jahrgang 1984, studierte Literaturwissenschaften und promovierte zur melancholischen Zeit- und Raumwahrnehmung. Sie arbeitet als Wissenschaftsredakteurin an der Universität in Duisburg-Essen und war jüngst Teilnehmerin der Romanwerkstatt der Bayrischen Akademie des Schreibens. „Worüber wir nicht reden“ ist nach „Es muss dunkel sein, damit man die Sterne sieht“ und „Der Sommer hat vier Wände“ ihr dritter Roman bei LangenMüller. Wir haben für euch 20 Bücher, die wir gerne verlosen würden. Alles was ihr dafür tun müsst, ist euch bis zum 23. Januar zu bewerben und kurz dazu schreiben, wieso euch das Buch interessiert und was ihr euch von der Lektüre erhofft.Wir drücken allen Teilnehmern und allen Teilnehmerinnen feste die Daumen und freuen uns auf eine tolle Leserunde mit euch!

    Mehr
    • 368
  • Familienleben mit Vergangenheit und Gegenwart

    Worüber wir nicht reden
    Schnuck59

    Schnuck59

    11. March 2017 um 14:11

    In ihrem Roman „Worüber wir nicht reden“ beschreibt Jenny Bünning die Ereignisse, Erinnerungen und Gefühle rund um ein Familientreffen. Jenny Bünnig ist 1984 geboren und studierte Literaturwissenschaften und Kunstgeschichte. Sie war die jüngste Teilnehmerin der Romanwerkstatt der Bayerischen Akademie des Schreibens. „Familie – es geht nicht mit, aber auch nicht ohne“Ein Familientreffen beschert den Geschwistern Patrizia und Daniel ein turbulentes Wochenende. Die geplante Teilnahme des Vaters an der Europameisterschaft im Kürbiswiegen bringt sie wieder gemeinsam in ihr Elternhaus. Dort erleben sie die nicht einfache Welt der Gegenwart und es werden nicht ausgesprochene Erinnerungen aus der Vergangenheit wach. Der Schreibstil ist flüssig und humorvoll, stellenweise aber auch tiefgründig. Den Ruhrpott-Dialekt des Vaters fand ich schwierig zu lesen. Die Charaktere sind gut und schlüssig ausgearbeitet. Durch die eingearbeiteten Rückblenden erfährt man noch mehr aus der Vergangenheit der Familienmitglieder. Stück für Stück setzt sich deren Familiengeschichte zusammen und man versteht die Zusammenhänge und Beziehungen besser. Leider sind diese Einschübe nicht chronologisch. Der Aufbau der Geschichte rund um den Kürbis ist nicht meiner. Die Gedanken rund um die Beziehungen und Zusammenhänge in dieser Familie sind interessant und gefühlvoll beschrieben.Den Bezug zum Cover fand ich im Text und auch als Aussage sehr gelungen. Um "gerade" durchs Leben zu kommen brauchen auch wir manchmal Unterstützung.Die Beschreibung dieses Familientreffens hat auf unterhaltsame Art auch in mir Erinnerungen und Gefühle geweckt und mich zum Nachdenken angeregt. 

    Mehr
  • Die Schatten der Vergangenheit

    Worüber wir nicht reden
    TeleTabi1

    TeleTabi1

    04. March 2017 um 11:55

    Die Kürbis-Meisterschaft, an der ihr Vater Winnie mit seinem Riesenkürbis teilnehmen möchte, führt Patrizia und Daniel nach langer Zeit wieder zurück in ihr Elternhaus bei Duisburg. Für beide Geschwister ist der Besuch mit vielen belastenden Gefühlen und Erinnerungen verbunden: Der Tod ihres Bruders Rafael, die Demenz ihrer Mutter Seda und das ruppige Temperament ihres Vaters - über alledem schwebt ein Schleier des Schweigens, der über die Jahre die Beziehung der Familienmitglieder untereinander vergiftet hat. Auch der Zeitpunkt des Familientreffens kommt mehr als ungelegen, denn Patrizias berufliche Karriere steht vor dem Aus und Daniel steckt in einer handfesten Ehekrise. Zudem fordern Daniels Kinder - die pubertierende Janne sowie ihr jüngerer Bruder Jonathan - seine gesamte Aufmerksamkeit. Gemeinsam erlebt die Familie ein Wochenende, das so manche Überraschung für sie bereithält und für turbulente Stunden sorgt. Endlich wird das langjährige Schweigen gebrochen und sie beginnen, über die Vergangenheit zu reden...„Worüber wir nicht reden“ ist ein spannender Roman, der durch seine melancholische Grundstimmung einen ganz besonderen Charakter erhält. Dennoch ist er luftig und leicht zu lesen und hält einige humorvolle Szenen bereit, die den Leser zum Schmunzeln bringen. Der Schreibstil ist angenehm und die Protagonisten sehr anschaulich und glaubwürdig beschrieben. Kleine Details wie beispielsweise der Ruhrpott-Dialekt von Winnie haben diese realistische Darstellung noch unterstrichen. Der Zeitrahmen der Geschichte umfasst lediglich ein verlängertes Wochenende von Donnerstag bis Sonntag, wodurch die Geschehnisse sehr detailliert beschrieben und teilweise auch aus verschiedenen Perspektiven unterschiedlich beleuchtet werden. Zwischendurch sind außerdem diverse Rückblenden aus der Sicht von Patrizia und Daniel eingefügt, durch die der Leser wertvolle Informationen aus deren Vergangenheit und Gefühlsleben erhält. Dies führt zu einem besseren Verständnis der Protagonisten und der familiären Zusammenhänge, wodurch man sich noch besser in sie und ihre jeweilige Situation hineinfühlen kann. Diese Art der Erzählstruktur ist definitiv etwas Außergewöhnliches und hat mir nach anfänglichem Zögern sehr gut gefallen. Durch das Aufgreifen vieler verschiedener, auch ernsterer Themen, wie Ärger und Geheimnisse innerhalb der Familie, Arbeitslosigkeit, Demenz, unerwiderter Liebe, etc. ist „Worüber wir nicht reden“ ein vielschichtiger, intelligenter Roman, der zum Nachdenken anregt. Er beschreibt die Annäherung einer Familie, die nach langer Zeit endlich damit beginnt, ihre Probleme aufzuarbeiten, indem sie miteinander reden, und zeigt dadurch, wie wichtig Kommunikation und Zusammenhalt ist. 

    Mehr
  • Eine großartige Familie

    Worüber wir nicht reden
    brenda_wolf

    brenda_wolf

    03. March 2017 um 08:05

    Klappentext Vier Tage mit der Familie. Als Daniel mit seinen Kindern ankommt und vor dem Haus seiner Eltern parkt, kann er zunächst nicht aussteigen. Zu viel beschäftigt ihn. Seine Frau, die nicht anruft. Seine Schwester Patrizia, die er lange nicht gesehen hat. Seine schwer kranke Mutter und sein starrsinniger Vater. Zeitgleich im Haus betrachtet sich Patrizia im Badezimmerspiegel. Warum ist das Gefühl so stark, eine Versagerin zu sein? Jahrelang hat sie alles richtig gemacht. Dachte sie. Erfolgreiches Studium, Karriere an der Universität. Und plötzlich steht sie ohne Job da. Was macht man, wenn das, wofür man hart gearbeitet hat, plötzlich nichts mehr wert ist? Man fährt nach Hause zu seinen Eltern. Daniel und Patrizia müssen an diesem Wochenende verschiedene Rollen einnehmen. Sie sind Bruder, Sohn, Vater bzw. Schwester, Tochter, Tante – meist alles gleichzeitig. Ein wundervoller, berührender Roman, der die Facetten des Familienlebens beleuchtet und in dem wir uns alle irgendwie wiederfinden. Meine Meinung: Auf den ersten Seiten dachte ich noch: In dieser Familie liegt einiges im Argen. So richtig gut kann keiner mit keinem. Man spricht nicht miteinander, nicht über Gefühle und Konflikte. Wichtige Themen werden ausgeblendet, nicht angesprochen. Aber das wandelte sich. Die Familienmitglieder kommen sich in diesen vier Tagen nahe, werden zu einer richtig tollen Familie. Lassen auch einen Blick ins Innere zu. Mir haben sowohl Schreibstil als auch die Charaktere gefallen. Sie waren sehr glaubwürdig gezeichnet. Patti steckt tief in einer Midlife-Crisis und zweifelt ihr ganzes Leben an. Sie hat ein besonders gutes Verhältnis zu ihrer Nichte Janne, ein echt starkes und kluges Mädel. Daniel kommt scheinbar als Looser herüber, aber ich mochte seine liebevolle Art. Er ist seinen Kindern ein herzensguter und liebenswerter Vater. Winnies Ruhrpott-Dialekt war für mich zunächst ungewohnt, aber ich fand ihn dennoch stimmig. Überhaupt musste ich meine Meinung zu Winfried im Laufe der Geschichte gründlich revidieren. Patrizia betrachtet ihren Vater als. Mürrisch. Kurzab. Aufbrausend. Ein Bollerkopf. Genau den Standpunkt vertrat ich auch. Zu Schluss war Winni für mich der absolute ‚Winner‘ an Sympathiepunkten, er hat das Herz auf dem rechten Fleck, ist ein unheimlich liebevoller Ehemann. An einer Stelle gibt er Patti einen guten Rat. Ich fand den Satz bemerkenswerten:„Jetzt musse nur noch dat ganze Rumgeflenne und dat Nölen sein lassn und aufhörn zu denken, dat jedet Leben besser is als deins. Zu gar nix führt dat. Du kriegst nämlich kein andret. So siehtet aus!“ Seda, Winnis Frau leidet an Demenz. Das Thema wurde authentisch aufgegriffen! „Worüber wir nicht reden“ bietet viel Stoff zum Nachdenken, es werden ernste Themen angerissen, Arbeitslosigkeit, Sprachlosigkeit, Umweltaspekte, Scheidung, Krankheit, aber selbstverständlich kommt die Unterhaltung nicht zu kurz. Es gibt viele Stellen, an denen ich nicht nur schmunzeln, sondern laut lachen musste. Mein Fazit: eine großartige Familie!!! Unbedingt lesen.

    Mehr
  • tief und amüsant gleichermaßen

    Worüber wir nicht reden
    Claddy

    Claddy

    01. March 2017 um 21:20

    Um die Familie zusammenzurufen, denkt Winni sich einen besonderen Grund aus: Er möchte mit seinem Riesenkürbis an einer Europameisterschaft teilnehmen. So treffen zum ersten Mal seit langem seine Tochter, sein Sohn und seine Enkelkinder im Elternhaus ein. Das Wochenende gerät zu einer Reise in die Vergangenheit.  Jenny Bündig ist in ihrem dritten Roman eine großartige Familienstudie gelungen. Um all die Dinge, über die nie gesprochen worden ist, geht es hier und um mehr: um Beziehungen und Entwicklungen, um Schuld und Akzeptanz. Diese eigentlich schweren Themen werden so leicht verpackt, dass oftmals gelacht werden kann, und gehen gleichzeitig immer wieder tief unter die Haut.  Die Charaktere sind minimal überzeichnet, sicher ein legitimes Mittel, um innerhalb einer überschaubaren Seitenzahl spannende Familieninteraktionen zu schaffen mit einer beachtlichen Bandbreite an Emotionen.  Aus der aktuellen Situation heraus kommen Winni und seine Kinder auch in Rückblenden zu Wort (Winni in herzerwärmendem Ruhrpottslang) und erzählen, was ansonsten verschwiegen wird. Eine gute Methode, um dem Leser interessantes Hintergrundwissen zu bieten, Geschehnisse in Zusammenhänge zu bringen und Befindlichkeiten zu erklären. Blanche, ein Goldfisch mit defekter Schwimmblase, der behinderte Hund Peek, der Kürbis … Sie sind Metaphern für Unvollständigkeit, für Makel, für diese Familie, in der so gar nichts einen geraden Weg nehmen kann.   Und doch zeigt sich, dass hinter all den Problemen wunderbare Menschen stecken, die sich wahrhaft zugetan sind. Von denen jeder viel für andere empfindet, viel für andere tut. Notfalls auch viel von sich selbst zurück nimmt. Dass sie tatsächlich als Familie funktionieren, in dem Sinne, dass sie einander gut tun. Nicht die Probleme lösen, aber sich gegenseitig stärken. An unzähligen Kleinigkeiten, Achtsamkeiten, wird erkennbar, wie viele Stärken sich in vermeintlichen Schwächen verbergen. Die Geschichte hat einiges an moralischen Ratschlägen mitzugeben: Dass es manches Mal unrecht ist, zu verurteilen. Dass die Wahrheit eben nicht immer sichtbar ist. Dass Großherzigkeit eine Tugend ist, die letzten Endes seinem Träger am meisten hilft. Ein schönes Buch, ein schönes Ende.

    Mehr
  • Ein Buch, das zum Nachdenken anregt

    Worüber wir nicht reden
    Nici-Buchliebhaber

    Nici-Buchliebhaber

    27. February 2017 um 11:29

    Auch wenn das Cover eher ruhig - durch die Fische wirkt, ruhig und dahinplätschernd ist dieses Buch nicht. Etwas gewöhnungsbedürftig sind die unterschiedlichen Erzählebenden und auch die Unterteilung in Uhrzeiten und nicht Kapitel, aber daran gewöhnt man sich schnell. Es gibt liebenswerte Charaktere und ich hatte immer wieder das Gefühl, dass ich mich mal mit dem einen und mal mit dem anderen identifiziere. Da ist zum einen Daniel, der nach der Aussage von seiner Frau in der Luft hängt, nicht drüber reden mag, nie reinen Tisch macht und alles tut, um ja nicht aufzufallen. Dann trotzdem oft ins Auge sticht, da er Dinge tut und durchgehen lässt, die man nicht vermutet. Dann Jonathan, der Wildfang (ADHS ?), der in Röcken mit Einhornmütze über Tische und Bänke turnt. Die Tochter Janne, die eher den Part des Jungen übernimmt, sehr erwachsen wirkt und doch noch ein Kind ist. Patti, die Schwester, die eigentlich alle Möglichkeiten hatte und sich nun als gescheiterte Existenz sieht; dabei in Selbstmitleid versinkt. Rafael, der verstorbene Bruder. Seda, die an Demenz erkrankte Mutter, die als eine wirklich toughe Frau in früheren Jahren dargestellt wird und jetzt völlig hilflos ist und am liebsten neben einem Kürbis sitzt. Warum ? Auch das wird in dem Buch beschrieben. Winni, der liebenswerte Knodderkopp, dem man als Lokführer und an alten Dingen festhaltenden Mann, am Anfang nicht zutraut, was er alles leistet. Und diverse andere... Ich habe das Buch gerne gelesen. Wichtig ist, dass man dranbleiben kann, da man sonst schnell den Faden verliert. Das Cover zeigt die Goldfisch, von denen einer auch nur mit Schwimmhilfe aufrecht schwimmt; übertragen kann man sagen, überall ist etwas nicht ganz in Ordnung, aber meist braucht es nicht viel, um alles wieder ins Lot zu bringen. Oft reicht es, wenn die Leute miteinander reden, gerade in Familien. Von mir gibt es 5 Sterne,

    Mehr
  • Ein rührend-leichter Roman über die schweren Themen des Lebens

    Worüber wir nicht reden
    Polly_liest

    Polly_liest

    26. February 2017 um 12:26

    In dem Familienroman “Worüber wir nicht reden” lernen die Leser*innen einige Familienmitglieder kennen, die alle derzeit mit Schwierigkeiten und existentiellen Sorgen kämpfen und deren Geschichten, wie oft üblich bei Familien, eng miteinander verwoben sind. Dabei wird einem als Leserin mit der Zeit deutlich, dass es in der Familie ein kritisches Ereignis gab, das alles verbindet und bis heute eine Auswirkung auf Lebensweise und Handeln aller hat. Nur, wie der Titel schon sagt, geredet wird in dieser Familie nicht darüber. Diese Familie nun begleiten die Leser*innen ein verlängertes Wochenende lang bei dem die Vergangenheit immer mitschwingt und Probleme und Beziehungen aufgearbeitet werden. Was sich zunächst nach schwerer Kost anhört, ist erstaunlich leicht und unbeschwert. Da sich alle niemals treffen würden, nur um sich nahe zu sein und Trost und Unterstützung zu finden, muss also ein Sachgrund her. Großvater Winnie, der versucht, den schwersten Kürbis Europas zu züchten, trommelt somit alle zusammen, damit sie ihn unterstützen, den Riesenkürbis zur Europameisterschaft zu befördern. Dieser Anlass ist selbstverständlich für alle ernst genug, für ein Wochenende ins elterliche Haus zurückzukehren und die Enkel auch gleich mitzubringen. Alle kümmern sich rührend um den Kürbis, die Hunde namens “Peek” und “Cloppenburg”, die Goldfische, die die Namen der Golden Girls tragen und von denen einer eine Schwimmhilfe benötigt. Von solchen phantasievollen Ideen ist das Buch gespickt und sie geben dem Roman eine herrliche Leichtigkeit. Hinzu kommt Lokalcolorid: der Roman spielt ins Duisburg und Opa Winnie, der Mopperkopp mit Herz, spricht echten Ruhrpott-Dialekt. Herausragend fand ich die Charaktere der Protagonisten: Stimmig, liebevoll gezeichnet, alle ein wenig schräg und besonders. Ich fand alle plausibel und deren Werdegang und Entwicklung stimmig. Für mich ein sehr lesenswertes Buch!

    Mehr
  • Reden ist silber

    Worüber wir nicht reden
    Simi159

    Simi159

    26. February 2017 um 11:03

    Jeder der Familie hat und in einer groß geworden ist, weiß, dass vieles gesagt bleibt. Nicht  immer wird über alle gesprochen, jedes und alles diskutiert. So ist das auch in der Familie von Daniel und Patricia. Beide sind erwachsen, er hat schon eine eigene Familie mit den Kindern Janne und Jonathan, während seine Schwester Karriere an der Universität gemacht hat. Jetzt sind sie übers Wochenende im Elternhaus zu Besuch. Ihr Vater, Winni, möchte an zur Weltmeisterschaft im Kürbiswiegen  und braucht die Hilfe seiner Kinder. Werde Daniel noch Patricia sind von dem Treffen begeistert, denn jeder hat mit den eigenen Problemen genug zu tun. Daniels Ehe scheint am Ende und seine Schwester ist schon länger arbeitslos. Vor vielen Jahren starb der kleine Bruder Rafael, und das Trauma seines frühen Todes, wie auch einige Missverständnisse in der zeit danach, sind von der Familie noch nicht verarbeitet. Zu dem ist Seda, die Mutter, schwer krank. Soviel Schwiegen und sowenig Worte, wird der Riesenkürbis daran etwas ändern? Fazit: Auf den ersten Blick, das fröhliche Cover mit den Goldfischen, wie auch der Klappentext, schließt man als Leser auf eine lockere Familiengeschichte…doch das täuscht. Es geht um das was Familien zusammen hält oder zerbrechen läßt. Liebe, Lügen und viele nicht aus- und angesprochene Fragen… Die Autorin, Jenny Bünnig, läßt den Leser dabei in eine kleine, normale Vorstadt Familien Welt einsteigen, mit Gemüsegarten und Gartenzwergen. Eine kleine beschauliche Welt in der Patty und Daniel aufgewachsen sind und in die sie jetzt für ein Wochenende zurückkehren. Doch so heil und heimelig ist das Alles nicht mehr. Und die Mitglieder der Familie sorgen auch für weiters Chaos. Da landen Tante und Nichte bei der Polizei, weil sie beim Containern erwischt werden. Da muss Goldfisch Blanche eine spezielle Schwimmhilfe gebaut werden und der der Kürbis darf werde frieren noch naß werden. Das ist amüsant bis leicht skurril und doch herrlich normal, vor allem weil die Charaktere all ihre Handlungen mit einer Selbstverständlichkeit und Authentizität   passiert, dass man grinsen wie auch weinen und staunen muß, wie sie doch nach und nach Worte finden und wieder eine Einheit werden. Rückblenden und Gedanken vieler Charaktere verschaffen demLeser ein umfassendes Bild und trödeln nach und nach den Tod um den kleinen Bruder und viele Missverständnisse darum auf. Sensibel und doch unterhaltsam geht es um tödliche Erkrankungen, Demenz, Zusammenhalt in der Familie, Arbeite- und Orientierungslosigkeit….sprich das ganz normale Leben. Die Charaktere sind gut beschrieben und authentisch. Sie sind so bunt wie das Leben und Familien nur mal sind, mit all ihren Unterschieden und doch Gemeinsamkeiten. Egal ob die Arbeitslose Schwester, den hyperaktiven Enkel, die kranke Oma oder dem grantelden Großvater. Alles wirkt so echt und ist sympathisch durch den tollen Schreibstil von Jenny Bünnig und ihrer offenen Art, mit der die Charaktere miteinander umgehen und agieren. Die Geschichte schwingt im Leser nach und wir im richtigen Leben gibt es nicht für Jeden und alle Probleme eine Lösung.  Von mir gibt es 5 STERNE.

    Mehr
  • Realitätsnah

    Worüber wir nicht reden
    Bad_Snow_White

    Bad_Snow_White

    20. February 2017 um 21:58

    Inhalt:  Die Europameisterschaft im Kürbiswiegen, an der ihr Vater teilnimmt, führt Patrizia und Daniel zurück in ihr Elternhaus. Für beide kommt dieses Familientreffen zu einem ungünstigen Zeitpunkt: Patrizia steckt in einer beruflichen und emotionalen Sackgasse, und Daniel will nicht wahrhaben, dass seine Ehe vor dem Aus steht. Zudem fordern die pubertierende Tochter und der kleine Sohn seine ganze Aufmerksamkeit. Für die Erwachsenen wird dieses Wochenende zu einer Reise in ihre Kindheit, zurück zu ihrem Bruder Rafael, über den sie nicht reden. Doch die Vergangenheit sitzt stets mit am Tisch. Ein turbulentes Wochenende, an dem Tante und Nichte bei der Polizei landen, der Kürbis nicht frieren darf und Goldfisch Blanche eine Schwimmhilfe bekommt. Eben ein ganz normales Familientreffen. Meine Meinung: Versprochen habe ich mir von dem Klappentext ziemlich viel und war sehr neugierig, weil ich anhand der Inhaltsangabe dachte, dass ich mich in einigen der Situationen und Protagonisten bestimmt wiederfinde, also bewarb ich mich bei der Leserunde und hatte das Glück dabei sein zu dürfen. Meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht, ich war mit diesem Buch sehr schnell durch, obwohl es nicht gerade dünn ist. Ich denke, dass das schon eine Menge sagt.  Besonders gut gefällt mir, dass dieses Buch keinen aus der Luft gegriffenen, völlig unrealistischen Kontext hat, sondern dass die Themen, Problematiken und Schicksale jeden von uns wirklich von heute auf morgen ereilen können.  Einen Stern muss ich abziehen, weil mir die Rückblenden, die in dem Buch sehr oft vorkommen ein kleines bisschen zu viel waren, ich fand die Gegenwart deutlich interessanter. Das tut dem Ganzen aber keinen Abbruch, es war mir eine Freude dabei zu sein. Und trotz der berührenden, verschiedenen Schicksale der verschiedenen Protagonisten, musste ich oft schmunzeln, was unter anderem an dem Ruhrpott - Dialekt einer der Charaktere (Winni) lag. Alles in allem ist dieses Buch ein realitätsnaher, absolut lesenwerter Roman mit vielen Denkanstößen. Mal traurig, mal lustig, mal zutiefst emotional - eben wie im echten Leben.

    Mehr
  • Der Riesenkürbis

    Worüber wir nicht reden
    Tulpe29

    Tulpe29

    19. February 2017 um 09:45

    Eine Geschichte wie mitten aus dem Leben gegriffen, teils schräg, teils turbulent und lustig, dann wieder melancholisch und nachdenklich. Eine Familie kämpft unbewußt um mehr Zusammenhalt, denn  der ging im Laufe der Zeit immer mehr verloren. Opa Winni zieht die Notbremse, schließlich war er mal Lokführer. So bringt er alle wieder etwas näher zusammen. Ein Familientreffen mit Folgen, denn jeder profitiert irgendwie davon und kann optimistischer in die Zukunft sehen.

    Mehr
  • Eine Familie von nebenan

    Worüber wir nicht reden
    frenzelchen90

    frenzelchen90

    17. February 2017 um 21:04

    Meine Meinung: Eine Geschichte über eine Familie, die sich nach langer Zeit für ein Wochenende bei den Eltern trifft und die alltägliche Probleme wie jeder andere hat. Leider wurden die Probleme durch jahrelanges Schweigen und Verdrängen immer schlimmer und brechen genau beim Familientreffen aus. Es geht dabei um Demenz, Krebs, Zukunftsangst und Trennung. Das Buch wird aus der Perspektive von 3 Personen (Patrizia, Daniel und Winfried) erzählt und in jedem Kapitel gibt es ein Rückblick in die Vergangenheit. So bekommt der Leser nach und nach einen Einblick in die Vergangenheit der Familie und auch mehr Informationen über den tragischen Tod des Bruders. Besonders auflockernd wirkt dabei der Ruhrpott-Dialekt von Winni (Winfried). Mein Fazit: Eine gefühlvolle Familiengeschichte, die zeigt, wie wichtig Reden und Zusammenhalt in einer Familie sind.

    Mehr
  • Das Leben ist manchmal ein Haufen.. "Aber´s hilft nix. Da müssenwer durch."

    Worüber wir nicht reden
    Antek

    Antek

    16. February 2017 um 18:12

    Die Geschwister Daniel, samt Kindern Janne und Jonathan, und Patrizia werden von ihrem Vater Winni nach Hause zitiert, offiziell wegen der Europameisterschaft im Kürbiswiegen, an der ihr Vater teilnehmen will. Beide sind von diesem Familientreffen wenig begeistert, sind sie doch im Moment viel zu sehr mit ihren eigenen Problemen beschäftigt. Daniel, der mit der Kindererziehung sowieso schon alle Hände voll zu tun hat, muss sich mit der Frage beschäftigen, ob seine für ihn eigentlich glückliche Ehe überhaupt eine Zukunft hat, und Patty findet trotz verzweifelter Suche keinen neuen Job und weiß nicht, wie es weiter gehen soll. Wären das nicht schon genug Probleme, schwebt über diesem Familientreffen wie ein Damoklesschwert noch so viel totgeschwiegener Ballast. Zahlreiche Missverständnisse, der Tod ihres Bruders Rafael ist selbst nach Jahren noch nicht verarbeitet und außerdem ist Mutter Seda schwer krank. Nie hat jemand gewagt, offen über die wirklich wichtigen Themen und Probleme zu sprechen. Wird das Projekt Kürbis etwas daran ändern? Ein turbulentes Wochenende, an dem Tante und Nichte bei der Polizei landen, der Kürbis nicht frieren darf und Goldfisch Blanche eine Schwimmhilfe bekommt. Eben ein ganz normales Familientreffen. Bei diesem Absatz der Buchbeschreibung habe ich eigentlich eher an ein skurril, witziges Familientreffen gedacht. Es gab zwar immer wieder Ansätze, die bei mir ein Grinsen im Gesicht bereitet haben, aber diese Geschichte widmet sich eigentlich viel mehr traurigen, ernsten und nachdenklich machenden Themen, wie Demenz, tödlichen Erkrankungen, Trennung, Arbeitslosigkeit, Orientierungslosigkeit, Überfluss in der heutigen Gesellschaft, sowie dem Zusammenhalt der Familie und wie wichtig es ist, Dinge offen auszusprechen. Diese anzusprechen, gelingt der Autorin auf gelungen sensible Art und Weise und mich hat dieser Roman wirklich mitgenommen. Jenny Bünning lässt ihre Geschichte sowohl aus der Perspektive von Patty, als auch von Daniel erzählen, was dem Leser die beiden wirklich toll näher bringt. Ich konnte mich stets in alle Beteiligten sehr gut hinein denken und fühlen. Etwas gewöhnungsbedürftig waren für mich die Wiederholungen, wenn Patty eben Erlebtes aus ihrer Sicht erneut berichtet. Da hätte mir die eine oder andere weniger eventuell auch genügt. Neben diesen zwei Perspektiven gibt es aber auch noch Rückblenden, in kursiver Schrift auf den ersten Blick erkennbar, die von Erinnerungen aus der Vergangenheit der verschiedenen Familienmitgliedern berichten. Auch diese dienen dazu, dass man als Leser Stück für Stück aktuelle Probleme besser verstehen und beurteilen kann. Begeistert bin ich von dem, trotz der durchaus sehr ernsten Themen, locker, leichten Sprachstil. Man fliegt nahezu durch die Seiten. Vater Winni kommt in Ruhrpott Dialekt zu Wort, was mir bei Gesprächen im Jetzt sehr gut gefallen hat, bei längeren Absätzen hatte ich jedoch ab und an Schwierigkeiten, alles so ganz genau zu verstehen. Der Autorin gelingt es diese Geschichte so zu erzählen, dass man als Leser direkt in die Köpfe und Herzen der verschiedenen Charaktere schlüpfen kann, wodurch sie mich emotional gefangen hat. Sehr berührt hat mich vor allem auch das Schicksal von demenz- und krebskranker Mutter Seda und wie die Familie damit umgeht. Mehr als authentisch geschildert sind bei mir dabei viele eigene Erlebnisse wieder in Erinnerung gerufen worden. Die Familie könnte dem echten Leben entsprungen sein. Daniel war mir von Anfang an sympathisch. Aufopferungs- und liebevoll hat er die Kindererziehung übernommen. Er ist jemand, dem Harmonie sehr wichtig ist. Probleme schweigt er lieber tot oder schluckt sie hinunter um keinen Streit zu provozieren. Nein-Sagen ist ebenfalls nicht seine Stärke, was der zehnjährige Sohnemann Jonathan, zwischendurch immer wieder einmal ausnutzt. Der kleine, liebenswürdige Knirps hat seinen ganz eigenen Kleidungsstil, was vor allem Winni fast zur Weißglut bringt. Dieser hat zum Teil etwas konservative Rollenbilder und Grundsätze, an denen er festhält, aber er ist eigentlich mein Liebling der Familie. Er kümmert sich aufopferungsvoll um seine kranke Frau Seda, hat hinter seiner Fassade ein großes Herz, sieht die Probleme und findet in schwierigen Situationen auch die richtigen Worte. Dass Vieles unausgesprochen blieb, da konnte er wohl einfach nicht aus seiner Haut. Auch in Patty konnte ich mich hineindenken. Sie sieht im Moment nur die Trümmer ihrer Existenz und kommt mir hinter ihrem anfänglich etwas angriffslustigen und streitsüchtigen Auftreten schlicht völlig orientierungslos vor. Sie zeigt im Verlauf der Geschichte immer mehr welch eigentlich doch liebesbedürftig und toller Mensch sie ist. Die demenzkranke Mutter Seda wird sehr authentisch gezeichnet und ich weiß wovon ich spreche. Nicht nur Patty muss erkennen, dass das Bild von ihrer, einst so starken, Mutter immer mehr „bröckelt“. Mit von der Partie ist noch Teenie Janne, die ich ebenfalls von Anfang an richtig mochte und in der so einige versteckte Talente schlummern. Alles in allem hat mich diese Geschichte tief bewegt. Authentische, äußert sympathische Charaktere, wie du und ich, lebensechte Probleme verpackt in einem Kürbisprojekt zur Rettung einer Familie, begleitet von einem Goldfischprojekt als Sinnbild, anderen wieder zum Aufwärtstrend zu helfen, machen hier deutlich wie wichtig REDEN ist. Trotz einiger Kleinigkeiten bekommt „Worüber wie nicht reden“ von mir noch 5 Sterne.

    Mehr
  • Wie Fische auf dem Trockenen

    Worüber wir nicht reden
    Dreamworx

    Dreamworx

    12. February 2017 um 12:31

    Sowohl Daniel mit seinen Kindern Janne und Jonathan als auch Daniels Schwester Patricia statten ihrem Elternhaus für ein Familienfest einen Besuch ab, denn in Opa Winnis Garten liegt ein Riesenkürbis, der bei der Kürbiseuropameisterschaft mit ins Rennen gehen soll. Es soll ein Familientreffen werden, allerdings gibt es innerhalb der Familie einige Dinge, die schon viel zu lange ungesagt geblieben sind und so mancher sich endlich mehr Klarheit wünscht. Daniel steht vor den Trümmern seiner Ehe, Patricia ohne Job, Mutter Seda ist schwerkrank und auch der Tod ihres Bruders Rafael ist selbst nach Jahren noch nicht verarbeitet. Und was ihren Vater betrifft, so haben sowohl Patricia als auch Daniel so ihre Schwierigkeiten mit ihm. Niemand wagt, über die wirklich wichtigen Themen zu sprechen, doch wenn alle Beteiligten auf so engem Raum zusammenhocken, dann bleibt es nicht aus, dass endlich das eine oder andere Thema auf den Tisch kommt, so unangenehm das auch sein mag. Wird die Familie zusammenhalten?Jenny Bünnig hat mit ihrem Buch „Worüber wir nicht reden“ einen sehr berührenden und tiefsinnigen Familienroman vorgelegt, der die Problematik im Umgang mit engsten Vertrauten und Familiengeheimnissen behandelt. Der Schreibstil ist flüssig, stellenweise mit Ruhrpott-Dialekt durchzogen, und hat einen eigenen Witz und Charme, so dass der Leser sich schnell als Schatten innerhalb der Familie wiederfindet und die einzelnen Protagonisten in ihren Gedanken und Tun begleitet. Dabei spricht die Autorin einige zeitgemäße Themen wie Demenz, Krebs, Kindererziehung, Scheidung und Verlust der Arbeit an, die heutzutage jeden betreffen können. Die Handlung wird aus zwei Perspektiven erzählt, so kommen sowohl Daniel als auch Patricia zu Wort. Zudem gibt es immer wieder Rückblenden in die Vergangenheit der Familie, um die gegenwärtigen Probleme besser deutlich und dem Leser verständlich zu machen. Diese sind durch einen anderen Schriftsatz gekennzeichnet, um sie besser unterscheiden zu können. Allerdings verwirren diese Rückblenden oftmals, da man sie erst nicht richtig zuordnen kann und leider auch nicht unbedingt zur Aufklärung beitrugen. Die Charaktere sind sehr authentisch und lebensecht skizziert, sie wirken mit ihren Eigenheiten, Ecken und Kanten wie Menschen, denen man jeden Tag begegnet, ob Nachbar oder Arbeitskollege, Freunde oder entfernte Bekannte. Hinter fast jeder Familie verbergen sich ein Chaosclub oder schwarze Schafe, insofern ist alles herrlich normal. Daniel ist ein netter Mann und liebevoller Familienvater, der sich um seine Kinder kümmert und versucht, ihnen einen Weg in die Welt zu ebnen. Allerdings ist Daniel auch ein Mann, der Problemen aus dem Weg gehen möchte, immer um Harmonie bemüht ist und fast nie nein sagen kann. Er ist einfach zu nett und gerade das macht ihn in den Augen seiner Ehefrau unattraktiv, er fühlt sich als Versager. Patricia ist momentan arbeitslos, sie wirkt wie unter Strom, ständig wütend und auf Konfrontation aus, besonders ihrem Vater gegenüber. Unterschwellig wirkt es so, als würde sie ihren Vater für ihr eigenes Scheitern verantwortlich machen. Mutter Seda ist schwerkrank, sie leidet unter Demenz, und der Vater ist zwar ein netter Kerl, allerdings hat er seine Kinder wohl mit einer gewissen Härte erzogen.„Worüber wir nicht reden“ ist ein gefühlvoller, aber auch unterhaltsamer Roman, der sich mit der Problematik innerhalb einer Familie auseinander setzt, die zwar zusammengehört, sich aber immer weiter voneinander entfernt und aufgehört hat, miteinander die wirklich wichtigen Dinge zu bereden. So wirken sie fast wie Fremde, die aufeinander treffen und nun versuchen, sich irgendwie wieder zu finden. Eine Leseempfehlung für ein nachdenklich stimmendes Buch!  

    Mehr
  • Rezension zu "Worüber wir nicht reden" von Jenny Büning

    Worüber wir nicht reden
    Rosen-Rot

    Rosen-Rot

    12. February 2017 um 10:52

    Daniel und Patrizia kommen zu einem Familienfest nach Hause zu ihren Eltern. Doch der Zeitpunkt ist recht ungünstig, denn beide haben gerade Probleme in ihrem Leben. Patrizia hat keinen Job mehr und Daniel steht kurz vor seiner Scheidung. Doch noch viel schlimmer ist, dass sie bei diesem Treffen mit der Vergangenheit konfrontiert werden, vor Allem mit dem Schicksal von ihrem Bruder Rafael, über den sie eigentlich nie reden. Das Buch erzählt die Geschichte einer Familie mit all ihren Problemen und Geheimnissen. Dabei gibt es zwei Zeitebenen, einmal die Gegenwart bei dem Familientreffen und dann immer wieder Rückblicke in die Vergangenheit. Dabei wird immer mehr klar, wie viele Schwierigkeiten diese Familie hat. Der Schreibstil ist gut und angenehm zu lesen. Allerdings waren mir die Rückblicke in die Vergangenheit etwas zu viel. Interessanter war die Gegenwart und die Verhältnisse der Charaktere untereinander. Insgesamt ist dieses Buch eine schöne Familiengeschichte, die sich gut lesen lässt.

    Mehr
  • Jenny Bünnig - Worüber wir nicht reden

    Worüber wir nicht reden
    Chrissy87

    Chrissy87

    12. February 2017 um 10:52

    Das Buch wird abwechselnd aus der Perspektive der beiden Geschwister Patti und Daniel erzählt. Beide fühlen sich als Versager, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Da kommt das Familientreffen bei den Eltern gerade recht. Vorallem Patti hat so ihre Probleme mit dem Vater. Was allerdings daran liegt, dass in dieser Familie selten über Probleme geredet wird und lieber alles in sich hinein gefressen wird bis nur noch "Hass" und "Wut" übrig ist. Im laufe des Buches fangen die Protagonisten aber an über vergangene und aktuelle Probleme zu reden. Und zum Schluss macht sich die Familie auf zur "Kürbiseuropameisterschaft", denn dafür sind sie schließlich alle zusammen gekommen. Was ich besonders klasse fand, waren die Tiernamen. Da heißen Goldfische wie die Goldengirls und die Hunde "Peek" und "Cloppenburg". Außerdem wurden immer wieder Rückbleneden eingeworfen, die dem Leser einiges aus der Vergangenheit der Familie erklärt haben.

    Mehr
  • weitere