Jenny Erpenbeck

 4.1 Sterne bei 260 Bewertungen
Autorin von Gehen, ging, gegangen, Aller Tage Abend und weiteren Büchern.
Jenny Erpenbeck

Lebenslauf von Jenny Erpenbeck

Theater, Schriftstellerei, Kunst und Kultur: Die deutsche Schriftstellerin und Regisseurin Jenny Erpenbeck wurde am 12.03.1967 in Ost-Berlin geboren. Die Tochter des Physikers, Philosophen und Schriftstellers John Erpenbeck und der Arabisch-Übersetzerin Doris Kilias absolvierte 1985 ihr Abitur an einer Erweiterten Oberschule in Ost-Berlin. Im Anschluss daran schloss sie zunächst eine zweijährige Lehre als Buchbinderin ab, ehe sie an diversen Theatern als Requisiteurin und Garderobiere tätig war. Von 1988 bis 1990 war sie Studentin der Theaterwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin, wechselte aber zum Studium der Musiktheater-Regie an die Hochschule für Musik "Hanns Eisler" Berlin. Nach ihrem Abschluss arbeitete Jenny Erpenbeck zunächst als Regieassistentin am Opernhaus Graz, von 1997 an war sie dort mit eigenen Inszenierungen zu sehen. Ab 1998 war sie als freischaffende Regisseurin mit Inszenierungen an verschiedenen Häusern in Deutschland und Österreich verantwortlich, u.a. an der Staatsoper Berlin und in Nürnberg/Erlangen. 1990 begann sie, neben der Regiearbeit erste schriftstellerische Werke zu verfassen. 1999 veröffentlichte Jenny Erpenbeck ihr Debüt "Geschichte vom alten Kind", 2001 folgte der Erzählband "Tand", ehe sie 2004 ihren ersten Roman "Heimsuchung" veröffentlichte, mit dem sie bei Kritikern und Publikum großen Anklang fand. 2001 gewann Jenny Erpenbeck den Preis der Jury beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt, es folgten weitere Literatur- und Förderpreise. 2012 schaffte es ihr Roman "Aller Tage Abend" auf die Longlist des Deutschen Buchpreises. Im März 2007 übernahm Jenny Erpenbeck für ein Jahr die vierzehntäglich erscheinende Kolumne von Nicole Krauss in der FAZ. 2002 wurde Jenny Erpenbecks Sohn geboren, mit dem sie in Berlin lebt.

Neue Bücher

Wörterbuch

 (15)
Neu erschienen am 08.10.2018 als Taschenbuch bei Penguin.

Kein Roman

Neu erschienen am 24.09.2018 als Hardcover bei Penguin.

Alle Bücher von Jenny Erpenbeck

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Gehen, ging, gegangen

Gehen, ging, gegangen

 (91)
Erschienen am 09.05.2017
Heimsuchung

Heimsuchung

 (45)
Erschienen am 11.06.2018
Aller Tage Abend

Aller Tage Abend

 (47)
Erschienen am 10.07.2017
Geschichte vom alten Kind

Geschichte vom alten Kind

 (36)
Erschienen am 01.07.2001
Wörterbuch

Wörterbuch

 (15)
Erschienen am 08.10.2018
Dinge, die verschwinden

Dinge, die verschwinden

 (12)
Erschienen am 10.01.2011
Tand

Tand

 (6)
Erschienen am 01.09.2003

Neue Rezensionen zu Jenny Erpenbeck

Neu
K

Rezension zu "Gehen, ging, gegangen" von Jenny Erpenbeck

Leder viele Mängel in der Umsetzung
kleopatakvor einem Monat

Der Roman „Gehen, ging, gegangen“ von Jenny Erpenbeck ist 2015 zum ersten Mal erschienen und beschäftigt sich mit der Flüchtlingsproblematik.

Richard, ein Witwer und ehemaliger Professor, ist gerade in den Ruhestand versetzt worden und kommt mit Flüchtlingen ins Gespräch. Er beginnt sich immer mehr für das gesamte Thema zu interessieren und informiert sich. Nach und nach nähert er sich ihnen auch persönlich an, bis er mit ihnen Freundschaft schließt. Während er die Geflüchteten bei Anwaltsbesuchen oder Amtsschreiben unterstützt, helfen sie ihm aus seiner Einsamkeit heraus.

Durch Richards erwecktem Interesse an der Flüchtlingsproblematik, versorgt die Autorin den Leser mit Hintergrundwissen. Zusammen mit den Lebensgeschichten der Flüchtlinge erhält man einen guten Einblick in die Thematik und lernt vieles dazu. Der Roman greift Probleme und Schwierigkeiten auf und basiert nicht nur auf Klischees. Trotzdem sind mir die positiven Effekte der Flüchtlinge zu kurz gekommen. Außerdem finde ich, dass es besser gewesen wäre, wenn man sich auf ein paar weniger Flüchtlinge konzentriert hätte, und diese dafür richtig „kennengelernt“ hätte. So bleibt nur ein Wirrwarr aus Lebensgeschichten zurück, was ich schade finde.

Die sprachliche Ausarbeitung und teils starkausgeprägte Metaphorik hat mir gut gefallen. Trotzdem war es an einigen Stellen etwas langatmig und manche Zitate aus der griechischen Mythologie zu lang, wodurch der Lesefluss teilweise eingeschränkt wurde.

Gut gefallen hat mir, dass Richard sich im Laufe des Buches in mehreren Hinsichten entwickelt. Trotzdem waren mir manche Lebensumstände Richards etwas zu konstruiert – wer kann sich mit jemandem identifizieren, bei dem eine Leiche im nahegelegenen See schwimmt?

Insgesamt war die Idee des Buches gut und ich finde solche Roman in unserer Zeit wichtig. Durch das Buch erhält man einen guten Einblick in die Thematik, jedoch mangelt es etwas an der Umsetzung, die meiner Meinung nach nicht so gut gelungen ist.

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Frauke-Ms avatar

Rezension zu "Gehen, ging, gegangen" von Jenny Erpenbeck

Rezension "Gehen, ging, gegangen"
Frauke-Mvor 2 Monaten

Ich gebe zu, ich habe dieses Buch nur aus bildungstechnischen Gründen gelesen - was soviel heißt wie "Es war Schullektüre".

Das bedeutet aber nicht, dass ich es nicht gerne gelesen habe. Im Gegenteil, anders als viele meiner Mitschüler, die heillos verwirrt waren, fand ich den Schreibstil, der sich vor allem zum Anfang hin wie ein etwas melancholischer innerer Monolog las, ungemein ansprechend.

Genauso, Genauso funktionieren Gedankengänge. So flitzen die Ideen in den Köpfen hin und her, so lässt man sie fallen, nur, um sie zwei Absätze später wieder aufzugreifen.

Das Buch hat sich außerdem sehr realistisch angefühlt. Nichts wurde beschönigt, nichts wurde zu sehr dramatisiert, würde ein echter Literaturprofessor sich in Ostberlin aufraffen, um ein Flüchtlingsheim zu besuchen, ich bin mir ziemlich sicher, das beschriebene Bild wäre dem, das sich ihm böte sehr ähnlich. Erpenbeck hat auf jeden Fall saubere Recherchearbeit geleistet.

Die Handlung wird dabei in einem recht neutralen Ton erzählt. Der Hauptcharakter, Richard, ist ein Beobachter, jemand, der die Situation um sich herum in sich aufnimmt und analysiert, nicht jemand, der sie bewertet, und obwohl er sich im Laufe des Buches auf immer mehr aktiv engagiert bleibt dieser Unterton der Distanz erhalten.

Das ist nicht unbedingt schlecht. Trotz, oder gerade wegen dieser Distanz werden Emotionen auf viel eindrucksvollere Art und Weise transportiert. So gelang es Raschid, dem Blitzeschleuderer, doch tatsächlich mir einige Tränen abzuringen, obwohl seine Geschichte im Buch so schlicht erzählt wurde. Ich denke, gerade durch dieses schlichte wurde das schreckliche, dass diese Figuren erlebt haben herauskristallisiert. Wir haben ja schließlich sowieso keine passenden Worte, die wir mit solchen Erlebnissen in Verhältnis setzten können, also warum versuchen?

Ein negativ Punkt war allerdings, dass es ein bisschen zu viele Charaktere mit Namen gab, sodass man von Zeit zu Zeit den Überblick verloren hat.  

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K

Rezension zu "Gehen, ging, gegangen" von Jenny Erpenbeck

Dem einzelnen Schicksal so nahe.
Klaus_Jürgen_Dilewskyvor 10 Monaten

Richard gelingt es durch seine sensible Kontaktaufnahme und den daraus folgenden, gegenseitigen Schicksalsoffenbarungen, die ihrerseits in Respekt münden, eine Schicksalsnähe herzustellen, die sich auf den Leser in Form von WIR an Richards Stelle, überträgt.

Der Beginn einer erstaunlichen, bewegenden und auch konfliktreichen Annäherung zweier Welten. So gelingt es dem Roman den Rezipienten auf zuvor nie dagewesene Weise, an Einzelschicksalen teilzuhaben, ohne zum Voyeur zu werden. Auf den Seiten 259-262 zeigt sie so Linien, Grenzen, Trennungen auf, die zunächst auch auf der Austauschebene auftreten. Auf Seite 265 heißt es: Wer meldet überhaupt eine Demonstration an? Wie ist der Weg? Wie ist das Motto?  Fragen die Richard stellvertreten gestellt werden. Am Ende des besonderen Romanes, wartet, auf diesen Aspekten fußend, noch eine Überraschung auf alle an diesem Prozess Beteiligten: Richard, seine Freunde, seine neuen Freunde und den Leser. Was für ein tiefgründiges „Vergnügen“.

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Gespräche aus der Community

Neu
abas avatar
Und es geht weiter mit Buchraettins Leserunden im Rahmen ihres "SuB-Aufbaus mit Niveau".

Leider schon wieder ganz schön verspätet lesen wir im Juni "Gehen, ging, gegangen" von Jenny Erpenbeck.

Jede/r, die/der mitmachen möchte, ist herzlich willkommen!

Ich wünsche uns viel Spaß!
abas avatar
Letzter Beitrag von  abavor einem Jahr
Es ging mir genau so.
Zur Leserunde

Zusätzliche Informationen

Jenny Erpenbeck wurde am 12. März 1967 in Ost-Berlin (Deutschland) geboren.

Community-Statistik

in 367 Bibliotheken

auf 41 Wunschlisten

von 11 Lesern aktuell gelesen

von 3 Lesern gefolgt

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