Jenny Erpenbeck Gehen, ging, gegangen

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Inhaltsangabe zu „Gehen, ging, gegangen“ von Jenny Erpenbeck

Wie erträgt man das Vergehen der Zeit, wenn man zur Untätigkeit gezwungen ist? Wie geht man um mit dem Verlust derer, die man geliebt hat? Wer trägt das Erbe weiter? Richard, emeritierter Professor, kommt durch die zufällige Begegnung mit den Asylsuchenden auf dem Oranienplatz auf die Idee, die Antworten auf seine Fragen dort zu suchen, wo sonst niemand sie sucht: bei jenen jungen Flüchtlingen aus Afrika, die in Berlin gestrandet und seit Jahren zum Warten verurteilt sind. Und plötzlich schaut diese Welt ihn an, den Bewohner des alten Europas, und weiß womöglich besser als er selbst, wer er eigentlich ist. Jenny Erpenbeck erzählt auf ihre unnachahmliche Weise eine Geschichte vom Wegsehen und Hinsehen, von Tod und Krieg, vom ewigen Warten und von all dem, was unter der Oberfläche verborgen liegt.

Sehr hörenswerte Geschichte.

— thursdaynext

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  • Humanismus versus Bürokratie

    Gehen, ging, gegangen

    thursdaynext

    04. July 2016 um 15:29

    Richard, frisch emeritierter, alleinstehender Professor trifft auf die Flüchtlinge der -we want to be visible- Bewegung vom Oranienplatz. Viel Zeit und viele Gedanken bringt er mit... Jenny Erpenbeck hat mit ihrem Roman nicht nur die Gedanken und Gefühle verschiedenster Menschen transparent gemacht, sie schlägt auch eine Brücke in die deutsche Vergangenheit. Das las sich anfangs mühsam. Speziell Richards Gedankengänge, der sehr zum Grübeln neigt und das auf hohem intellektuellem Niveau. Ich brach ab, stieß dann aber auf das Hörbuch und voilà, eine ergreifende Erzählung, die einen bereichert und packt. Im Hörbuch kann man die Sprachgewalt der Professorengedanken goutieren. Das ist auch dem großartigem Erzähler zu verdanken, der zurückhaltend und schlicht liest. Gründe und Hintergründe der Geflüchteten stehen so unaufgeregt, doch umso eindrücklicher im Vordergrund. Unbedingt hörenswert!

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    • 5
  • Die Unerwünschten

    Gehen, ging, gegangen

    black_horse

    Flüchtlinge sind ein hochbrisantes aktuelles Thema. Immer wieder hört man, dass es doch viel zu viele sind und gerade die afrikanischen "Wirtschaftsflüchtlinge" aus den "sicheren" Herkunftsstaaten möglichst schnell zurück in ihre Heimat gehen sollen. In ihrem Roman "Gehen, ging, gegangen" arbeitet Jenny Erpenbeck dieses Thema gut recherchiert und eingebettet in einen Roman, der sich sehr nahe an der Realität bewegt, auf. Dabei spielt die Handlung noch vor der großen Flüchtlingswelle im letzten Jahr. Im Jahre 2014 haben am Berliner Oranienplatz afrikanische Flüchtlinge ein Camp errichtet, um auf ihre schwierige Situation aufmerksam zu machen. Diese afrikanischen Flüchtlinge, zumeist über das Mittelmeer und Italien eingereist, haben hier in Deutschland keinen "Status" und gelten nicht einmal als Asylsuchende, weil sie lt. Dublin II dies nur in Italien sein dürfen. Im Roman sucht der gerade emeritierte Professor Richard die Flüchtlinge, die vom Oranienplatz in ein Altenheim umgesiedelt wurden, auf und lässt sich ihre Geschichten erzählen. Er begleitet mehrere der Flüchtlinge, lernt sie näher kennen, durchlebt mit ihnen die Berliner Bürokratie und ihre Verzweiflung darüber, nirgends willkommen zu sein. Dabei macht er sich natürlich auch immer wieder Gedanken über sein eigenes Leben und das seiner alten Freunde. Ein Buch das nachdenklich macht, Schicksale ernstnimmt, zeigt, was für falsche Vorstellungen wir oft in unseren Köpfen haben, Vorurteile abbauen kann und den Wahnsinn deutscher Bürokratie offenlegt. Das Ende kam mir ziemlich abrupt vor. Ich hätte gern noch weiter gehört. Alles in allem ein interessantes Experiment dieses Thema in Romanform zu verpacken. Nicht immer gelingt das nahtlos, aber die Botschaft ist so wichtig und das Buch ist wirklich gut gelesen. Von mir eine 4-Sterne-Hörempfehlung.

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    • 3
  • Jenny Erpenbeck - Gehen, ging, gegangen

    Gehen, ging, gegangen

    miss_mesmerized

    07. January 2016 um 14:19

    Jenny Erpenbecks Roman zu dem die Nachrichten bestimmenden Thema 2015: Asylsuchende in Deutschland. Der emeritierte Professor Richard trifft zufällig auf eine Gruppe von jungen Flüchtlingen auf dem Berliner Oranienplatz. Er will mehr über ihre Geschichte erfahren und geht zunächst genauso wissenschaftlich vor, wie er jahrzehntelang getan hat. Er erarbeitet einen Fragenkatalog, mit dem er sie systematisch erforschen will. Schnell schon merkt er, dass ihre Geschichten so verschieden sind, wie die Menschen. Und dass es doch mehr Parallelen zu seinem eigenen Leben und Erlebnissen, als er sich zunächst vorstellen konnte. Nach und nach gewinnt er ihr Vertrauen und kann Einblick in diese fremde Welt und die der europäischen Asylpolitik gewinnen. Jenny Erpenbeck gelingt es, sich diesem Thema auf natürliche Weise mit einer großen Neugier zu nähern. Der Protagonist kann den Roman überzeugend tragen, seine Unwissenheit in bestimmten Punkten dürfte den meisten Lesern bekannt vorkommen und die Sympathien, die er im Laufe der Handlung entwickelt, wirken ebenfalls authentisch und glaubwürdig. Hierdurch wird das Ende auch menschlich nachvollziehbar, wenn auch völlig fernab der Realität. Dies ist der für mich einzige große Kritikpunkt. Auch bleibt natürlich eine differenzierte Auseinandersetzung durch die Perspektivwahl und den sehr persönlichen Zugang aus, was man gemessen daran, dass es ein literarisches Werk ist, aber durchaus akzeptieren kann. 

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