Jenny Kau Angstfänger

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Inhaltsangabe zu „Angstfänger“ von Jenny Kau

Feine, fesselnde Lektüre für alle, die einen Faible für dramatische Geschichten haben und einen geschliffenen Schreibstil schätzen. Gänsehauteffekt garantiert! – R. Beuk. -

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  • Rezension zu "Angstfanger" von Jenny Kau

    Angstfänger
    HeikeG

    HeikeG

    24. March 2009 um 11:48

    Ein dunkler Rausch der Sinne . "Die Tränen, die man wegen eines Buches vergießt, sind etwas ganz Besonderes. Das Lachen, das einem durch geschriebene Worte entschlüpft klingt kurzweiliger und echter. Und die Menschen, die man auf den Seiten eines Buches kennen lernt, die einen noch Tage, Wochen, Jahre lang, begleiten, sind das außergewöhnliche Vermächtnis eines Schriftstellers. Sein Dank, seine Geschichte, aufgeschrieben, um die Menschen zu erreichen." Diese Worte setzt die junge Autorin Jenny Kau (Jahrgang 1976) ihrer Geschichtensammlung "Angstfänger" voran. . Es sind keine lustigen und unterhaltsamen Storys, die sie dem Leser offenbart, sondern der Untertitel verrät es bereits, sie beinhalten das Dramatische, das Unheilvolle und Aufwühlende. Das Lachen wird beim Lesen dieses schmalen Büchleins gänzlich ausbleiben, denn der Tod ist fast immer präsent. Angst, Trauer, Furcht, Schmerz und Verzweiflung sind tonangebend. Zerstörung und Vernichtung von Hoffnungen allgegenwärtig. Dunkle Erzählungen über die Tragik im Leben "normaler" Menschen. Daher ist es nur verständlich, dass man von Zeit zu Zeit tatsächlich Tränen vergießt und dass sich dem Leser die Protagonisten ins Gedächtnis eingraben. Tragik erzeugt Verbundenheit. . Jenny Kau lässt ihre Protagonisten von Zeit zu Zeit über wahrhaft düstere Abgründe balancieren und... den Halt verlieren. Ein Hauch von Einsamkeit und Verzweiflung macht sich in den dreizehn kurzen und neun längeren Geschichten breit. Sei es nun die junge Selbstmörderin, die in bedrängnisvolles Unglück geratene Seilschaft oder aber der alte Mann, der lange Jahre ein tödliches Geheimnis in sich trug, dass er nun seiner Enkelin offenbart, um endlich die "Gespenster der Vergangenheit" zu vertreiben. In "Dunkles Wasser" wiederum wird eine Wattwanderung einigen Personen, die das Meer zu kennen glauben, zum Verhängnis. Im "Haus der Stille" wiederum - einem Waisenhaus - gelingt es der jungen Protagonistin nicht, ihre Schwester vor dem pädophilen Hausmeister zu beschützen. Wie so oft verschließen alle die Augen, statt zu helfen. . "Einem Beobachter wäre aufgefallen, dass sich die Schatten hinter der zarten Gestalt zusammenballten, als würden sie sich sammeln, um etwas Gewaltiges zu gebären. Etwas, das so grausam und böse war, dass es sich in den lichtlosen Schatten verstecken musste.", heißt es in der Erzählung "Auf leisen Schwingen". Und genauso ergeht es dem Leser, hinter dessen Rücken sich gleichfalls die Dunkelheit zusammenzieht und einen adrenalingesättigten Schauer des Unbehagens hinterlässt. . Aber auch die leisen Töne beherrscht die Autorin großartig. Berührend und mit verzweifleter Trauer berichtet sie zum Beispiel in "Rosentage" von der an Alzheimer erkranken alten Frau, die ihre Tochter nicht mehr erkennt oder der jungen Mutter in "Schmetterlinge im Regen", die den tragischen Tod ihres Kindes nicht verwunden hat und ihm die angeblich vergessenen Pausenbrote in die Schule bringt. . Dieses Buch ist sicherlich nicht für depressive Tage geeignet, nicht wenn nasses, trübes Grau in den Bäumen hängt. Kein Sonnenschein bedingt lustige Schattenspiele, sondern Kaus Texte rufen eher dunkle Nebelschwaden, die durch die Luft wabern und den Leser einhüllen, hervor. Dennoch zeitigt der Duktus der Autorin keine absolutistische Endzeitstimmung. Eine zarte Hoffnung ist immer allgegenwärtig, auch wenn es mitunter die Erlösung durch den Tod ist. Jenny Kau nimmt auf skurrile und unorthodoxe Art und Weise Besitz vom Leser. Ihre Zeilen schockieren, faszinieren aber gleichzeitig: Tiefensuggestion und Gefangennahme. Die Autorin treibt latent und intuitiv durch den Text bis zu einem kulminierenden, gekonnt in Szene gesetzten Höhepunkt auf den letzten Zeilen. Man taucht nach einer Sekunde der Besinnung teilweise sprachlos aus ihnen auf. . Fazit: "Angstfänger" enthält Geschichten, die nicht dem üblichen Schema folgen, die anders sind und kein Happy End aufweisen. Tod, Verzweiflung, Angst, Trauer und Schmerz sind die zentralen Themen. Nichtsdestotrotz: Ein dunkler Rausch der Sinne!

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