Jenny Offill Amt für Mutmaßungen

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Inhaltsangabe zu „Amt für Mutmaßungen“ von Jenny Offill

Einst waren sie jung und schön, trunken vor Glück und sorglosem Übermut. Ihre Liebesbriefe versahen sie mit dem Absender »Amt für Mutmaßungen«. Sie heiraten, bekommen ein Kind und ganz allmählich, kaum wahrnehmbar, beginnt sich etwas zu ändern – bis sie plötzlich am Abgrund stehen.
Klarsichtig und wunderbar poetisch zeichnet Jenny Offill das Porträt einer jungen Frau in New York, deren Denken um alltägliche Freuden und Sorgen kreist, um Schlafmangel, Treue, die Liebe zu ihrem Mann und ihrer Tochter, sich aber auch davonmacht in die fernen Sphären der Raumfahrt, Meeresforschung und antiken Philosophie. Ein fein schwingendes Gedankenmobile.

Aufwühlend, emotional und zum Nachdenken anregend.

— NeriFee

Atemberaubend schön, humorvoll und endlos traurig

— elodie_k

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  • Wahr und einfühlend

    Amt für Mutmaßungen

    NeriFee

    10. October 2017 um 18:12

    Das Schöne am Lesen für mich persönlich ist, dass ich immer wieder in völlig neue Welten eintauchen kann. Und wenn mir das gelingt, dann handelt es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um ein gutes Buch. Beim Folgenden fällt es mir auch nach dem Beenden noch immer schwer, eine Meinung zu fällen. War es nun ein Buch, welches mich überzeugen konnte oder eher nicht? Mit diesem ungewissen Gefühl bleibe ich nun zurück. Dass ich auch nach dem Lesen nicht klar sagen kann, ob ich das Buch mochte oder nicht, ist selten. Amt für Mutmaßungen hat mich besonders wegen seines Klappentextes angesprochen. Beim Lesen musste ich mich dann ein paar Mal vergewissern, ob ich jenes Buch in den Händen hielt, welches der Klappentext mir versprach.KlappentextIhre Liebesbriefe versahen sie früher mit dem Absender „Amt für Mutmaßungen“. Mittlerweile sind sie verheiratet, haben ein Kind und neue Jobs – aber immer noch viele Fragen und kaum Antworten. Die Autorin Jenny Offill war mir bisher kein Begriff. Bis zu diesem Buch. Was ich vorweg sagen kann ist, dass Amt für Mutmaßungen einen bleibenden Eindruck hinterlässt. Besonders positiv hervorzuheben ist die Gestaltung. Sowohl das Cover, als auch die Innenseiten sind sehr schön anzusehen, weil schlicht, aber ästhetisch.. Durch die kurzen Absätze und vielfältigen Themensprünge wirkt die Story interessant und leicht.Ich hatte zu Beginn Schwierigkeiten nachzuvollziehen, um wen es eigentlich geht. Alles wirkte sehr wirr. Ich war auf eine zusammenhängende Geschichte eingestellt, die es so aber nicht ist. Aber umso mehr ich las, umso klarer wurde es. Es handelt sich viel mehr um Tagebucheinträge einer Frau. Der Schreibstil als solcher ist anspruchsvoll und klug. Das ist etwas, was mir sehr zusagt. Als Leser sollte einem klar sein, dass dieses Buch nicht nebenbei gelesen werden kann. Viel zu viele Details würden dabei verloren gehen.Was nach dem Lesen sofort hängen bleibt sind der skurrile Humor und die vielen, oft beeindruckenden Zitate. Vor allem Letztere sind ein großer Pluspunkt dieses Buches. Viele Einträge der Frau regen zum Nachdenken an. Die Hauptprotagonistin lernt man hier nicht persönlich kennen. Deshalb fiel es mir beim Lesen manchmal schwer, mitzufühlen. Wir lernen die Person, welche die Tagebucheinträge schreibt nur aus ihren Aufzeichnungen kennen. Sie hat keinen Namen und wir haben keine Vorstellung im Kopf, wie sie aussehen mag. Somit sind die Texte auf die Mehrheit der Menschen zutreffend und dieser Umstand ist es dann, der dazu führt, dass die Person hinter den Einträgen ein „Gesicht“ bekommt.Am Ende bleibe ich, wie erwähnt, etwas ratlos zurück. Die Geschichte ist in jedem Fall aufwühlend, emotional und lebensnah. Dennoch hat mir ein Charakter gefehlt, mit dem ich mich identifizieren kann. Ich bin froh, das Buch gelesen zu haben und fand die Erzählweise sehr interessant und oft faszinierend. Es bleibt ein sehr intelligentes Buch, welches mir oft aus der Seele gesprochen hat, auch wenn es an manchen Stellen zu Verwirrung führte.

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  • Gewöhnungsbedürftig

    Amt für Mutmaßungen

    MinnaM

    21. January 2016 um 12:45

    Buch 8/40 2016 (7/40: Die Würde ist antastbar - ohne Rezension) Das Buch hat besonders im englischsprachigen Raum viel Lob erhalten. Es ist ganz anders, als ich erwartet hätte. Es ist anders, weil es sich um viele einzelne Absätze in einem Kapitel handelt, die oft nicht länger sind als 1-3 Sätze. Manche sind nur Zitate von Rilke. Alles wirkt ein wenig unzusammenhängend und verwirrend. Aber haltet durch! Denn wenn man sich einmal daran gewöhnt hat, ist das Buch unheimlich berührend. "Ich" wird zu "die Frau" "Mein Mann" wird zu "der Mann" & "meine Tochter" - etwas dass sie so stolz war sagen zu können, wird zu "die Tochter".

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  • Amt für Mutmaßungen

    Amt für Mutmaßungen

    Kleine8310

    16. June 2015 um 21:15

    "Amt für Mutmaßungen" ist ein Roman der Autorin Jenny Offill. In diesem Buch geht es um eine junge und sehr ehrgeizige Schriftstellerin, die in New York lebt. Sie verliebt sich in ihren späteren Ehemann und wird, nachdem sie eine Fehlgeburt erleiden musste, beim zweiten Versuch Mutter. Mit dem Muttersein ist ein Traum für die junge Frau in Erfüllung gegangen und das Baby ist für sie ab dem ersten Moment ihr ein und alles. Eine ganze zeitlang lebt sie nur noch für ihr Kind und verliert leider auch alles andere aus dem Blick, leider auch ihren geliebten Mann...   Der Inhalt dieses Romans hat im ersten Moment wie eine ganz normale und alltägliche Geschichte auf mich gewirkt. Ähnliches hat man schon oft gelesen, oder im Laden stehen sehen, aber ich wurde eines besseren belehrt - zum Glück. Das Buch ist etwas distanziert geschrieben, sodass man auch nur oberflächlich etwas über die Persönlichkeit der Protagonisten erfährt. Dennoch sind die Erzählungen über das Leben des Ehepaares auf eine besondere Art und Weise fesselnd.  Der Schreibstil ist sehr ungewöhnlich und dieses Buch ist definitiv keines was man so einfach zwischendurch mal eben "weglesen" kann, dazu ist es zu intensiv. Der Aufbau des Buchs war am Anfang sehr gewöhnungsbedürftig für mich, aber nach einer Weile hatte ich mich mehr daran gewöhnt. Eine roten Faden konnte ich nicht ausmachen, und das Buch wirkt wie eine Aneinanderreihung von Situationen, ohne wirklichen Zusammenhang. Dieser Schreibstil kann definitiv zu Verwirrungen führen, aber beim konzentrierten Lesen bemerkt man die Besonderheiten scheinbar alltäglicher Situationen.   "Amt für Mutmaßungen" ist ein schöner Roman mit einem besonderen Schreibstil, der viel Konzentration erfordert, die Geschichte aber zu etwas Besonderem macht!  

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  • Lesevergnügen mit Anlaufschwierigkeiten

    Amt für Mutmaßungen

    juergen_schmidt

    28. January 2015 um 18:53

    Ich gebe zu: beinahe hätte ich dieses Buch auf Seite gelegt, zu unzusammenhängend, zu undurchsichtig und zu unlogisch erschien es mir. Einen roten Faden konnte ich erst einmal nicht erkennen in diesem so sprunghaften Roman, der überwiegend aus vielen kurzen Abschnitten besteht. Mitunter besitzen diese Absätze auch nur ein oder zwei Sätze. Oft sind es aber Sätze oder Zitate, die es in sich haben! Das war auch der Grund dafür, dass ich mir die gut 160 Seiten ein zweites Mal vorgenommen habe. Und diesmal benötigte ich für „Amt für Mutmaßungen“ nicht einmal zwei Tage. Es war von Vorteil die Geschichte der New Yorker Schriftstellerin und Dozentin am Stück und ganz konzentriert zu lesen. Die namenlose Protagonistin lässt uns teilhaben an früheren Beziehungen, am Entstehen einer neuen Liebe, ihren Gefühlen sowie der Geburt ihrer Tochter und wie sich später alles ändert, als ihr Mann sie betrügt und verlassen will. Probleme werden schon seit langem von jedem für sich alleine gelöst. Früher war das anders, früher schrieben sie sich lange Briefe, die mit dem Absender „Amt für Mutmaßungen“ versehen waren. Ein origineller Buchtitel übrigens, der zusammen mit dem ins Wasser springenden Paar auf dem Cover in mir eigene „Mutmaßungen“ weckte. Der Roman von Jenny Offill hat wunderschöne Passagen, besticht durch viele brillante Formulierungen (ein Lob an die Übersetzerin Melanie Walz) und erfordert die volle Aufmerksamkeit des Lesers. Ein Buch, das mir sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben wird, weil ich den Aufbau und die distanzierte Art, die Geschichte zu erzählen, gleichermaßen mutig wie ungewöhnlich finde. Für mich sind es deshalb eher viereinhalb Sterne.

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  • Eine Sprache, die dem Leser direkt unter die Haut geht, an manchen Stellen mitten ins Herz

    Amt für Mutmaßungen

    WinfriedStanzick

    02. December 2014 um 09:44

        Jenny Offill erzählt in ihrem neuen Roman „Amt für Mutmaßungen“ eine zunächst völlig alltäglich und normal anmutende Geschichte. Da ist eine junge und auch ehrgeizige Schriftstellerin in New York. Sie heiratet den Mann, den sie liebt und wird, nachdem sie zunächst eine Fehlgeburt erlitten hat, beim zweiten Versuch Mutter. Ihr Traum ist in Erfüllung gegangen. Das Baby ist für sie das Ein und Alles. Eine ganze Zeit lebt sie sozusagen nur für das kleine Menschenkind und verliert alles andere aus dem Blick, auch ihren Mann, den sie doch so sehr liebt.   Das ist etwas völlig Neues in der Geschichte ihrer Beziehung, in der bis zur Geburt von Lia kein Blatt Papier zwischen die beiden Partner ging. Alles wurde miteinander besprochen, und wenn sie kurz getrennt waren, schickten sie sich Briefe, die sie mit dem Absender „Amt für Mutmaßungen“ versahen. Doch nun verkümmert das alles. Die Schwester der Frau, die zunächst in der Ich-Form erzählt, später mitten in der Krise jedoch zu einem  lapidaren „die Frau“ wechselt, um später gegen Ende dann scheinbar zu sich selbst zurückzufinden, sagt: „Ihr führt eine Ehe mit Samthandschuhen.“  In einem „Kleinen Theater verletzter Gefühle“ versuchen die Frau und ihr Mann diesem zunehmenden  Schweigen etwas entgegenzusetzen, mit wenig Erfolg. Die Frau ahnt es und bald hat sie Gewißheit: ihr Mann hat eine Beziehung zu einer jüngeren Frau.   Bei einer Therapeutin und einem Freund, den sie den Philosophen nennt, sucht sie Rat, ebenso bei zahllosen oft unvermittelt in den Text eingestreuten Zitaten von Schriftstellern und anderen. Die Frau ergeht sich in grenzenlosem Selbstmittleid, fantasiert über Suizid und Klinikaufenthalt.   Eine Änderung ergibt sich, langsam zwar, aber stetig, als die Familie den Wohnort wechselt und aufs Land zieht. Eine Chance für alle.  Ein Ausspruch eines Rabbis steht symbolisch dafür: „Drei Dinge gegen einen Vorgeschmack auf die künftige Welt: der Sabbat, die Sonne und die eheliche Liebe“.   Jenny Offill beschreibt eine Ehe, die in die Krise kommt und der es gelingt, sich zu retten. Sie tut das aber in einer derart dichten, ja eindringlichen Sprache, mit einer Offenheit und Ehrlichkeit, die den Leser fordert und ihm direkt unter die Haut geht, an manchen Stellen mitten ins Herz. Der Leser, der sich atemlos bis ans Ende liest, wird hin- und hergerissen zwischen Euphorie und Ohnmacht, zwischen Hoffnung und Verzweiflung.   Es ist ein Buch über den Zwiespalt einer Mutter zwischen ihrem Kind und ihren beruflichen Hoffnungen. Alltag für unendlich viele Frauen,  unbekannter und unerkannter Gefühlskontinent für  die meisten ihrer Männer.      

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  • Ein anspruchsvolles Ehedrama.....was schon ein wenig unserer Konzentration erfordert

    Amt für Mutmaßungen

    olivia

    26. November 2014 um 18:09

    Das ist ein erfrischend anderes Buch, so dachte ich mehrfach beim Lesen dieses Ehedramas. Wobei ich gestehen muss, dass ich anfangs ein paar Schwierigkeiten hatte, in die Geschichte hinein zu kommen. Man hat das Gefühl, in einem Tagebuch zu lesen, welches immer wieder gespickt ist mit Zitaten von verschiedenen bekannten Persönlichkeiten. So findet man beispielsweise unterschiedliche Hinweise auf Äußerungen Einsteins, Sokrates oder auch Kafkas. Teilweise wirken diese "Tagebuchaufzeichnungen" auf mich leicht ungeordnet, wie Geistesblitze oder auch kurze Gedankensprünge der Hauptperson, denen ich nicht immer direkt vollständig folgen kann. Ein Buch, auf das man sich schon etwas intensiver konzentrieren muss, um die Gesamtheit zu verstehen. Denn auch der Perspektivwechsel der Protagonistin, die von sich selber teilweise als "die Frau" spricht, dann jedoch auch die Ich-Erzählweise wählt, trägt in meinen Augen durchaus zur Verwirrung bei... Trotz allem oder gerade, weil dieser Roman so anders ist, ein herrlich ungewöhnliches Buch Und von daher sehr erfrischend und poetisch - einfach mal wieder ein völlig anderer Schreibstil.  Wunderbar finde ich die Beschreibung von "Zu Hause": "Ein Zuhause hat man, damit man bestimmte Leute drinnen und alle anderen draußen halten kann. Ein Zuhause hat eine Begrenzung. Aber hin und wieder wurde unsere Begrenzung überschritten, von Nachbarn, von Pfadfinderinnen, von Zeugen Jehovas. Es passte mir nie, wenn es an der Tür klingelte. Niemand, den ich mochte, meldete sich auf diese Weise." Und bevor man sich zu sehr den Kopf darüber zerbricht, woher die Formulierung "Amt für Mutmaßungen" stammt - ...die Liebesbriefe der Protagonisten waren früher mit dem Absender Amt für Mutmaßungen versehen. Ich kann nur sagen, obwohl das "Amt für Mutmaßungen" mich optisch niemals direkt angesprochen hätte, ist es ein ganz außergewöhnliches Buch!

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