Jenny Siler Portugiesische Eröffnung

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Inhaltsangabe zu „Portugiesische Eröffnung“ von Jenny Siler

Eigentlich wollte Nicole Blake ihre kriminelle Vergangenheit hinter sich lassen. Sie hat ihre Strafe in einem dunklen Gefängnis in Marseille abgesessen und das Fälschen von Pässen und anderen Dokumenten aufgegeben, um als freie Mitarbeiterin eine Sicherheitsfirma zu beraten. Ihre Welt ist jetzt ein kleines Bauernhaus in den französischen Pyrenäen, in Gesellschaft ihres treuen Hundes und einer kleinen Hühnerschar, die täglich frische Eier liefert. Als jedoch der amerikanische Agent John Valsamis vor ihrer Tür steht, wird Nicole an ihr früheres Leben erinnert. Valsamis jagt ihren ehemaligen Geliebten, Rahim Ali. Kurz darauf ist Nicole wieder in Lissabon und sucht an allen altvertrauten Orten nach Spuren von Rahim. Sie fragt in Cafés, Läden, Fälscherwerkstätten. Nur dass Rahim jetzt nicht mehr wegen Dokumentenfälschung gesucht wird: Er steht unter Terrorverdacht. Die Suche nach der Wahrheit bringt Nicole auf die Fährte ihrer eigenen Familiengeheimnisse, die zurück zu ihrer Heimatstadt Beirut und in die Zeit des ersten Golfkriegs und der Konflikte im Libanon der achtziger Jahre reicht. Jenny Silers atmosphärischer Thriller erzählt die Geschichte einer großangelegten Täuschung, die zur Vorbereitung des Irakkriegs dient und entwirft ein breites Panorama amerikanischer Politik im Nahen Osten.

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    Portugiesische Eröffnung
    Stefan83

    Stefan83

    18. November 2011 um 08:35

    Eine neue Autorin im Genre des Agenten-Thrillers, welche dann auch noch gleich auf der KrimiWelt-Bestenliste geführt und mit Größen wie John Le Carré und Robert Ludlum verglichen wird. Jenny Siler hat im Feuilleton mit ihren bisher fünf auf Deutsch erschienenen Kriminalromanen einen äußerst positiven Eindruck hinterlassen, spätestens mit „Ticket nach Tanger“ ihren Durchbruch hierzulande geschafft. Grund genug einen näheren Blick auf ihre Werke zu werfen, wobei mich in Titelwahl und Klappentext besonders „Portugiesische Eröffnung“ angesprochen hat. Im Jahre 2007 im Original in den USA unter dem Pseudonym Alex Carr (wohl aus gutem Grund) veröffentlicht, greift Siler in diesem Buch den Kampf der Kulturen und die Terrorismus-Hysterie der Jetztzeit auf und damit ein, nicht nur für ihre Landsleute, äußerst brisantes Thema. Und der Ansatz, mal äußerst unpatriotisch den Finger in die Wunde zu legen und die Außenpolitik ihres Heimatlands kritisch zu beleuchten, verdient Lob und Beachtung. In Punkto Unterhaltung und Spannung bietet sie jedoch letztlich weniger, als ich mir anfangs erhofft hatte. Zur Geschichte: Nicole Blake hat ihre langjährige Freiheitsstrafe wegen Dokumentenfälschung im Gefängnis von Marseille abgesessen und sich in die Abgeschiedenheit eines alten Bauernhauses in den Pyrenäen zurückgezogen, um ihre kriminelle Vergangenheit hinter sich zu lassen. Ihre Fähigkeiten setzt sie nun als freie Mitarbeiterin einer britischen Sicherheitsfirma ein, während sie sich in ihrer Freizeit der Gartenarbeit und ihrem Hund widmet. Eine ungetrübte Idylle, mit er es jedoch eines Tages vorbei ist, als der CIA-Agent John Valsamis an ihre Tür klopft und sie zur Mitarbeit „überredet“. Valsamis ist auf der Suche nach Rahim Ali, einen ehemaligen Geliebten Nicoles, der nun mit Terroristen gemeinsame Sache macht und einen neuen großen Anschlag plant. Sie soll Rahim Ali aufspüren und zu diesem Zweck nach Lissabon reisen, wo dessen Spur verloren ging. Als Dank verspricht Valsamis ihr Hintergrundinformationen zu dem Bombenattentat in Beirut im Jahre 1983 zu liefern, bei der ihre Mutter einst ums Leben gekommen ist. Da der Agent zwischen den Zeilen zudem mit der Bekanntmachung ihrer kriminellen Laufbahn droht, willigt Nicole schließlich widerwillig ein. In Lissabon angekommen, kann Nicole relativ schnell die verlorene Fährte aufnehmen und Rahim Ali ausfindig machen. Als es jedoch zu einem Treffen der beiden ehemaligen Fälscherkollegen und Geliebten kommt, wird Ali von einem Scharfschützen erschossen. Nicole, die selbst ins Zielvisier gerät, kann nur in letzter Sekunde und dank Alis Mithilfe entkommen. Von nun an wird sie von Unbekannten gejagt, während sie gleichzeitig herauszufinden versucht, was es mit Rahims letzter Auftragsarbeit, der Manipulation einer dubiosen Rechnung, auf sich hat. Die Suche nach Antworten konfrontiert sie mit einem Geheimnis in ihrer Familie, das bis in die Tage des ersten Golfkriegs und der gewaltsamen Konflikte im Libanon zurückreicht. Als sie schließlich die Wahrheit ans Licht bringt, wird ihr klar, dass ihr Wissen für den jetzigen Irak-Krieg von weltpolitischer Bedeutung sein könnte … Ein verschneites Bergdorf. Ein altes Bauernhaus. Die kühle Abgeschiedenheit der Pyrenäen. Siler brilliert mit einem sehr stimmungsvollen Beginn, der einem Eric Ambler zu Ehre gereichen würde und sofort das Interesse an der Geschichte weckt. Ein Interesse, das allerdings nicht allzu lange bestehen bleibt, da die Autorin auf den gerade mal knapp 270 Seiten inhaltlich wie stilistisch einfach zu viel will. Seitenweise mischt sie Rückblenden mit der Gegenwart ohne Ort und Zeit näher zu definieren, was es dem Leser bereits zu Anfang ziemlich schwer macht, die einzelnen Vorgänge und Entwicklungen nachzuvollziehen. Dabei würde der äußerst intelligente Plot Potenzial für soviel mehr bieten, hätte, ja, hätte Siler in das Ganze an irgendeiner Stelle mal so etwas wie Struktur reingebracht. Stattdessen wirkt die Handlung trotz ihre Kürze überfrachtet, hebeln sich die Beschreibungen von persönlichen Beziehungen, politischen Verhältnissen und mediterranen Schauplätzen gegenseitig aus. Die Figuren, alle voran Nicole Blake selbst, bleiben bis auf wenige Ausnahmen, wo Siler ihre Tiefe andeutet, erstaunlich blass, was wiederum zur Folge hat, dass man an ihrem Schicksal nur wenig Anteil nimmt und die Geschehnisse mit emotionaler Distanz betrachtet. Obwohl die Autorin ihre Charaktere mit einem biographischem Hintergrund unterfüttert, ergibt sich dem Leser daraus kein Bild, was noch dadurch verstärkt wird, dass sie sich in ihren Handlungen nicht treu bleiben. Eben noch der eiskalte Profi wird da plötzlich jemand zum reuigen Sünder. Aus der geläuterten, leicht naiven Kriminellen eine würdige, zielsichere Gegenspielerin. Das alles wird uns mit kühler Art sehr distanziert geschildert. Nein, das Zeichnen der Protagonisten scheint Silers Stärke nicht zu sein. Dafür weiß sie allerdings an anderer Stelle zu punkten. Hat man erstmal die komplexen Zusammenhänge im Roman einigermaßen ergründet (die Kenntnis der politischen Geschehnisse im Nahen Osten seit den frühen 80er Jahren vorausgesetzt), erschließt sich einem das ganze Ausmaß der US-amerikanischen Verwicklungen. Jenny Siler verknüpft den Bombenanschlag im Beirut des Jahres 1983 mit der Vorbereitung des Irakkriegs und den fragwürdigen Legitimierungsversuchen eines Colin Powell vor dem UN-Sicherheitsrat, und zeichnet so ein düsteres Bild der immer noch aktuellen Nahostpolitik. Hier werden Beweise gefälscht, Fakten getürkt und entzerrt, um einen militärischen Schlag den Boden zu bereiten. Siler reiht sich damit zwar in die Reihe der Verschwörungstheoretiker ein, gibt allerdings auch damit gleichzeitig Anlass zum Nachdenken. So weit entfernt von der Wahrheit sind die in diesem Buch geschilderten Ereignisse sicherlich nicht. All das hat mich als Leser dann aber doch ziemlich kalt gelassen, da die vielen Wendungen letztlich sehr lieblos zusammengeklöppelt werden und der Ausgang schon ab der Mitte für den erfahreneren Krimi-Kenner ersichtlich ist. Wer Valsamis wahre Beweggründe bis zum Ende noch nicht erraten hat, zählt zu den Glücklichen und hat mit Lügen, Verrat und Falschheit in seinem Leben bisher wohl noch keine Bekanntschaft gemacht. Insgesamt ist „Portugiesische Eröffnung“ ein gefälliger Agententhriller mit interessanter Thematik, dem leider die inhaltliche Tiefe abgeht und dessen Figuren keinen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Silers kühle, unaufgeregte Sprache beißt sich mit dem hier geschilderten politischen Sprengstoff und nimmt einer eigentlich intelligenten Idee jegliches Tempo. Eine nette Lektüre für die Bahnfahrt oder den Wartezimmeraufenthalt. Mehr aber dann auch nicht.

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  • Rezension zu "Portugiesische Eröffnung" von Jenny Siler

    Portugiesische Eröffnung
    ribanna

    ribanna

    18. February 2010 um 19:27

    Nicole Blake, Dokumentenfälscherin, hat sechs harte Jahre im Gefängnis von Marseille verbracht. Jetzt lebt sie allein und zurückgezogen in einem kleinen Ort in den Pyrenäen, als Valsamis, ein CIA-Agent, bei ihr auftaucht. Er zwingt sie, nach Lissabon zu fahren und für ihn ihren Ex-Geliebten Rahim Ali zu finden. Was ihr nicht klar ist - sie ist nur eine Figur in einem großen Spiel von Verrat und Täuschung, und sie soll nach Erfüllung ihrer Aufgabe sterben. Spannend und mit Hintergrundinformationen zum Libanon-Konflikt.

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