Jens-Michael Volckmann Neunundneunzig Namen (Kindle Single)

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Inhaltsangabe zu „Neunundneunzig Namen (Kindle Single)“ von Jens-Michael Volckmann

Ein Flugzeug stürzt in die Innenstadt von Frankfurt am Main. Über tausend Menschen sterben. Ganz Deutschland trauert. Dann taucht im Internet der Mitschnitt des Funkverkehrs auf. Deutlich ist eine Männerstimme zu hören und der Ruf: „Allahu Akbar!“ Schnell wandeln sich Bestürzung und Trauer in Wut und Zorn. Politiker und Terrorismusexperten debattieren über die Rolle des Islam in Deutschland. Auf der Straße entlädt sich die Wut und kurze Zeit später brennen die ersten Moscheen. Aber wer war der Mann, dessen Stimme auf dem Mitschnitt zu hören ist, und der vor dem Abflug mehreren Zeugen durch sein seltsames Verhalten auffiel? Ein harmloser Gelehrter, wie sein Bruder, der Imam, behauptet - oder doch ein islamistischer Terrorist? Jens-Michael Volckmann, Jahrgang 1983, ist Besitzer eines kurvenreichen Lebenslaufes, was wohl eine der besten Voraussetzungen für das Erzählen von Geschichten ist. In Berlin geboren hat er die Hörsäle fast sämtlicher Berliner Universitäten von innen gesehen und sein Brot mit den verschiedensten Tätigkeiten verdient. Doch im Zentrum seines Interesses stand stets die Freude am Geschichtenerzählen. Mit einem Händchen für gute Sprache schreibt er nicht nur fantastische Literatur. Wie mit seiner ersten Erzählung "Neunundneunzig Namen" geschehen, versucht er auch stets den politischen Zeitgeist zu treffen und kritische Fragen zu stellen. Mit seiner Frau und seinen zwei Kindern lebt er in Berlin.

Ein Buch, das einen stark über die eigenen Vorurteile nachdenken lässt

— AndreaSchrader
AndreaSchrader

Eine wichtige Erzählung zur richtigen Zeit. Sie sollte Schullektüre werden, denn sie zeigt wie wichtig es ist, die Dinge zu hinterfragen.

— LeseMama82
LeseMama82

Wow... Sprachlos... Diese Worte sind erlebenswert. Ein Spiegel, der dem Leser vorgehalten wird. Eine Warnung an einen jeden von uns.

— KKahawa
KKahawa

Tolle Kurzgeschichte !!!! Regt zum Nachdenken an !!! 6 Sterne !!!

— noita
noita

Interessantes Spiel mit Vorurteilen, durch die Kürze aber vorhersehbar

— Milagro
Milagro

Aufrüttelnd, spannend mit Gänsehautfaktor

— juergenalbers
juergenalbers
  • Rezensionen
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  • Themen
  • Kurz, aber keine leichte Kost

    Neunundneunzig Namen (Kindle Single)
    AndreaSchrader

    AndreaSchrader

    07. July 2017 um 11:24

    Wie falsch kann etwas verstanden werden? Wie schnell wird ein Unschuldiger in den Augen der Öffentlichkeit zum Täter? Fragen, denen man sich bei diesem Buch stellen muss. Nichts ist so, wie es zu Anfang den Anschein macht.Das Buch ist nicht chronologisch aufgebaut, es sind einzelne Episoden aus verschiedenen Begebenheiten vor und nach dem Flugzeugunglück, die ein immer größeres, stimmiges Ganzes ergeben. Ist der Verdächtige wirklich der Schuldige? Oder gibt es andere Gründe, aus denen er sich im Flugzeug so verhält, wie er es tut?Ganz sicher ist man als Leser nicht, bis die Schlüsselszene kommt. Das Buch ist zwar nur kurz, aber keine leichte Kost. Man sollte sich Zeit nehmen, es zu lesen und über das Gelesene nachzudenken – um vielleicht selbst ein paar Vorurteile bei sich abbauen zu können. Es ist eben nicht immer alles so, wie es zu sein scheint und ins bequeme Schwarz-Weiß-Denken der Menschen passt.

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  • Das sollte man gelesen haben!

    Neunundneunzig Namen (Kindle Single)
    BlueSiren

    BlueSiren

    13. April 2017 um 14:53

    Trotz einiger Kritikpunkte ein Buch, das mich bewegt hat und mir im Gedächtnis bleibt. Absolute Leseempfehlung. Ausführliche Rezension gibt es auf meinem Blog!

  • Hinterlässt Eindruck

    Neunundneunzig Namen (Kindle Single)
    Eva-Maria_Obermann

    Eva-Maria_Obermann

    09. April 2017 um 02:39

    Das Buch beschäftigt sich mit den Ereignissen nach einem katastrophalen Flugzeugabsturz in Frankfurt am Main. Eine Aufnahme der letzten Momente lässt die Überlebenden eindeutig zwei Worte rufen. „Allahu Akbar.“ Eine Hexenjagd beginnt. Während das Buch die Ereignisse der Katastrophe selbst begleitet, zeigt es in verschiedenen Blickwinkel, wie die Welt damit umgeht. Da ist der Bruder des Mannes, der die Worte gerufen hat, die in Talkshows und Internetplattformen heiß diskutiert werden. Und eine Dokumentation, die ein Jahr nach dem Flugzeugabsturz gedreht wird. Mit großen Kontrasten und dennoch sachten Kreisen spielt das Buch mit den Erwartungen des Lesers. Es erzeugt absichtlich Zweifel, immer wieder, in jede Richtung gehend. Vor allem zeigt Neunundneunzig Namen dabei, wie schnell der Mensch bereit ist, ein Urteil zu fällen, Wie festgefahren wir in unseren kulturellen Prägungen sind, ob wir es wollen, oder nicht. Wie mehrdeutig jede einzelne Geste ist. Und dass es sich immer lohnt, tiefer zu graben. Dass das Buch am Ende keine absolute Lösung anbietet, ist die logische Folge. Denkt selbst, schreit es geradezu hinaus. Um Himmels willen, benutzt euren Kopf, schaut über den Tellerrand und erkennt die verschiedensten Perspektiven. Es gesteht den Menschen tiefsitzende Ängste zu und macht gleichzeitig deutlich, wohin diese Ängste führen, wenn wir nicht lernen, damit umzugehen. Zu absoluter Ausgrenzung. Neunundneunzig Namen ist ein Buch, dass vor allem deswegen so tief bewegt, weil es unmöglich ist, diese Buch zu lesen, ohne über die eigenen Vorurteile nachzudenken. Dieser großartige Effekt lässt das Buch weit über 61 Seiten hinauswachsen. Es verändert den Leser. Ein größeres Geschenk kann ein Buch gar nicht machen

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  • Sehr realistisch und gerade deshalb so wichtig

    Neunundneunzig Namen (Kindle Single)
    LeseMama82

    LeseMama82

    06. April 2017 um 14:14

    Die Erzählung setzt sich sehr intelligent aus Einblicken in Zeugenaussagen, Polizeiberichten, Befragung von Angehörigen und Aussagen in Talkshows zu verschiedenen Zeiten vor und nach dem Absturz zusammen.Der Autor hat damit auch einige Jahre vor den Debatten in Deutschland, die die Flüchtlingswelle ausgelöst hat, ein sehr realistisches Bild gezeichnet, was durch schon lange gehegte Vorurteile alles in Bewegung gesetzt werden kann.Augenöffner sind dabei die Einblicke in die Welt und die Familie des vorverurteilten Täters.Dieses Buch führt vor Augen, wie wichtig es ist die Dinge zu hinterfragen.Vielen Dank dafür und ich würde es gerade in der heutigen Zeit auch als Schullektüre empfehlen!

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  • Doku-Feeling ohne Offstimme

    Neunundneunzig Namen (Kindle Single)
    KKahawa

    KKahawa

    20. February 2017 um 15:06

    Das Buch beginnt mit einigen unkommentierten Szenen, die von Schwarzbild unterbrochen werden und für sich stehen. Es herrscht Stille beim Lesen, egal, wo man die Kurzgeschichte von Jens-Michael Volckmann liest. Hier kann keine gedachte Hintergrundmusik das schockierende Gefühlspanorama, das man beim Lesen der ersten Kapitel erfährt, unterstützen. Ich war gleich vom ersten Wort an vollkommen in der Geschichte drin. Ich habe jedes Wort verschlungen und bin in der Geschichte verschwunden. Die einzigartige Anordnung der Kapitel mit "am Tag des Anschlags" oder "zwei Monate nach dem Anschlag" oder "ein Jahr nach dem Anschlag" in den Titeln verwirren zunächst, doch sind sie schnell eine Hilfe für den Leser, das Rätsel, das der Autor einem hier auf 68 Buchseiten in die Hand gibt, zu lösen. Mitten im Buch hat der Autor liebevoll ausgedachte Schlagzeilen platziert, die nicht nur realitätsnah aussehen, sondern auch dem Leser ohne große Worte vermitteln, was zwischen den Kapiteln bzw. zwischen den Zeitangaben des Autors passiert. Was die Menschen denken, was die Welt bewegt,... all das malt sich selbst im Kopf des Lesers aus. Der Autor verschwendet hier keine großen Worte und verzichtet dabei darauf, eine lebhafte Geschichte mit klar definierten Protagonisten um sein Geschriebenes herum aufzubauen. Er nutzt die Vorstellungskraft des Lesers, um das beschriebene Geschehen erschreckend real wirken zu lassen.   Der einzige Abzug, den ich diesem Buch in der Bewertung geben würde, begründet sich auf das betonte, großgeschriebene "DU" oder "SEIN". Da meine Abneigung gegen zur Betonung großgeschriebene Worte wohl nur eine persönliche Neigung ist, ist das allerdings kein ganzer Stern Abzug wert. Das Dokumentarfilm-Feeling ist nicht nur in den ersten Kapiteln präsent. Es zieht sich durch das ganze Buch und mit jeder gelesenen Seite fügt sich immer mehr ein Bild zusammen, was am Ende einen Spiegel darstellt. Ich habe durch "Neunundneunzig Namen" erfahren, wie sehr ich selbst an das glaubte, was die Menschen im Buch sagten und vermuteten. Erst ab Seite 51 kam mir der Verdacht, dass genau das die Absicht des Autors war und er mit diesen schwer verdaulichen Worten eine Warnung an jeden einzelnen von uns ausspricht. Unter'm Strich möchte ich aus tiefster Seele, dass dieses Buch irgendeinen Preis gewinnt. Dass es in den Läden steht, dass so viele Menschen wie möglich diese großartige Geschichte lesen und erleben können und sich selbst dabei ein gutes Stück selbst besser kennenlernen. Ich bedanke mich für das signierte Exemplar, das Jens mir hat zukommen lassen. Danke, dass ich diese 68 Seiten erleben durfte.  

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  • Neunundneunzig Namen

    Neunundneunzig Namen (Kindle Single)
    noita

    noita

    31. December 2016 um 09:06

    Eine kurze Geschichte bedarf einer kurzen Rezension :

    Hier ist es dem Autor gelungen auf 46 Seiten mehr zu sagen als es so manchem auf 500 gelingt !!! Spitze !!!

    Volle Leseempfehlung !!!

     

  • 46 Seiten Unwohlsein

    Neunundneunzig Namen (Kindle Single)
    juergenalbers

    juergenalbers

    Kann man so komplexe Themen wie Terrorismus, Religion, Fremdenhaß und Trauer in 46 Seiten ansprechen? Man kann. Jens-Michael Volckmann gelingt es in seiner Kurzgeschichte (eher eine Novelle) unserer Gesellschaft den Spiegel vorzuhalten. Wie leichtgläubig tappen wir in mediale Fallen, wie schnell brodeln alte, längst vergessene Vorurteile und Ängste in uns hoch? Die perfiden Mechanismen zwischen Medien, Politik und der Öffentlichkeit vermeintlich besorgter Bürger werden in "99 Namen" gekonnt und wortstark demaskiert. Ein schmales Buch, das lange Gänsehaut hinterlässt und Selbstzweifel über die eigene Werthaltung, nachdenklich macht.

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    • 5
  • Differenzierte Erzählung über ein hochaktuelles Thema

    Neunundneunzig Namen (Kindle Single)
    ElyseoDaSilva

    ElyseoDaSilva

    07. August 2016 um 22:05

    Mit einem Wort: großartig! Die Geschichte ist differenziert erzählt, beklemmend, sprachlich gewandt und in Zeiten einer erstarkenden nationalistischen Bewegung wichtiger denn je! Die Tragik und das, was es mir unmöglich machte, mich der Stimmung der Erzählung zu entziehen, ist wohl gerade der gnadenlose Realismus. Möge diese Geschichte als Warnung dienen, um derartigen Entwicklungen in unserem Land vorzubeugen.Was Jens-Michael Volckmann hier als literarischen Einstieg abliefert, lässt hoffen auf mehr!

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