Jens-Ulrich Davids Frankensteins Erben

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Inhaltsangabe zu „Frankensteins Erben“ von Jens-Ulrich Davids

Scheitern versprach Befriedigung. Scheitern hob alle Verpflichtung auf. Scheitern erledigte den inneren Kampf um Stolz und Selbstgefühl. Die Aussicht brachte eine Art wildes Entzücken. Er unterwarf sich in Gedanken dem Momentum des Niedergangs, und dabei fühlte er sich aufgehoben und getragen von einem Schwall schierer Existenz, paddelte oben auf der mächtigen Welle des Seins, mitgeschwemmt vom Fortschreiten in der Zeit. Es soll ein aufrüttelndes Theaterstück werden. Mit seinen Studenten bringt der erfolglose Dozent Perikles Krause, genannt Peh, Mary Shelleys Frankenstein auf die Bühne. Es geht um alles oder nichts – versagt er, steht seine Karriere vor dem Aus. Leidenschaftlich treibt er seine Gruppe an, eine wilde Mischung unterschiedlicher Charaktere: die geheimnisvolle Tamar, der rebellische Anton, der sensible Lönsi, die kompromisslose Anna. Mal weise, mal skurril ergründen sie die dunklen Winkel und Geheimnisse der Kunst. Und mittendrin steht die düstere Figur des Frankenstein, untrennbar verwoben mit seinem Monster, mit der zentralen Frage nach Schöpfung und Schöpfer. Es ist eine Studie über Grenzüberschreitung, die Macht der Erotik und die Kraft der Kunst. Frankensteins Erben ist ein gelungenes Kammerspiel über künstlerische Abgründe und die Tiefe menschlichen Bewusstseins. Mit großer Menschenkenntnis lässt Davids die unterschiedlichen Figuren in wilden Diskussionen zusammenstoßen und den alten Streit zwischen Wissenschaft und Kunst aufleben. Stimmen zum Autor Jens-Ulrich Davids nimmt Erfahrungen des Lebens in seine schriftstellerische Tätigkeit auf und vermischt Erlebtes und Fiktives wohldosiert miteinander. – Weser-Kurier Über den Autor Jens-Ulrich Davids, geboren 1942 in Hamburg, studierte Anglistik, Germanistik und Kulturwissenschaft in Hamburg, Bangor (Wales) und Tübingen. Er arbeitete als Professor of German am Institute of Technology in Madras, Indien und war Akademischer Rat im Fach Anglistik an der Universität Oldenburg im Bereich British Studies. Jens-Ulrich Davids ist verheiratet und hat eine Tochter. Für mehr Informationen zu unseren Büchern abonnieren Sie unseren Newsletter auf www.endeavourpress.de, um Informationen zu Neuerscheinungen und Werbeaktionen zu erhalten – darunter Angebote für kostenlose E-Books. Außerdem können Sie uns auf Twitter (@EndeavourPrssDE) und Facebook (Endeavour Press Germany) folgen. Endeavour Press – weil die Freude am Lesen verbindet.

Spannende Themen, aber leider sehr zäh aufgearbeitet

— Phantasienreisen

Eine Geschichte für Liebhaber des Theaters

— Julia127
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  • Ein gutes Buch, das zu viel will

    Frankensteins Erben

    Eva-Maria_Obermann

    16. August 2016 um 01:29

    Peh ist Dozent an der Uni und hat die Aussicht auf eine eigene Professur. Dafür müsste sein neues Stück, das er mit Studenten inszeniert, aber auch besonders gut sein. Peh entscheidet sich für Frankenstein. Zusammen mit seinen Studenten analysiert er Mary Shellys modernen Prometheus, bekommt dabei Hilfe von der Autorin selbst. Daneben bahn sich eine Beziehung zwischen ihm und seiner Studentin Tamar an. Deren (Ex-)Freund will die Welt verbessern – notfalls auch mit Theater. Der Theaterroman ist dann sehr ernüchternd ein Roman, der dramengleich in fünf Akte geteilt wird. Dann wird auf der Metaebene auch noch ein Theaterstück inszeniert. Das ist schon gut gemacht. Ein Stück im Stück. Noch dazu geht es immer mal wieder um Theatertheorie und die Schauspielerei des Alltags. Trotzdem hatte ich das Gefühl, der Autor will zu viel. Ich war über die ersten zwei Akte sehr begeistert. Mit intellektuellem Gespür schafft der Autor aus der Not des Universitätsbetriebs den Auslöser der Handlung. Das Abdriften in etwas sehr wissenschaftliche und essayistische Überlegungen des Protagonisten – auch mal im Dialog mit dem besten Freund dargestellt – hat dem Theaterroman durchaus seine eigene Würze verliehen und eben zu einem nicht alltäglichen Roman gemacht. Verwirrt, aber im ersten Moment auch neugierig wurde ich, als Mary Shellys Geist Dozent wie Studenten erscheint und Passagen von Frankenstein ins rechte Licht rückt. Auch die Analyse und unterschiedlichen Interpretationen des Romans fand ich hier noch ganz passend. Schnell aber hat mich das Eingreifen der Instanz aus der Geisterwelt gestört. Als würde hier die einzig richtige Sichtweise aufgezeigt. Auch die Ignoranz, die die Figuren der fantastischen Erscheinung zollten, machte die Erscheinung selbst schlicht unnötig. Meiner Meinung nach auf jeden Fall ein Zoll zu viel. Der weltverbessernde Student ist zwar für den Ausgang der Geschichte unerlässlich, passt aber von Anfang an nicht ins Bild. Ein steter, unterschwelliger Kampf zwischen ihm und Peh verleiht der Geschichte zwar Spannung, lenkt aber auch vom so breit getretenen Theaterthema (im wissenschaftlichen Bereich) ab. Spätestens hier zeigt sich, dass ein paar Überlegungen weniger der Handlung gutgetan hätten.  Auch das perfide amouröse Spiel zwischen Peh und seiner Studentin haben nicht viel Mehrwert, sind eben lediglich Spiel, dafür aber ein sehr breit getretenes. Ob das wirklich sein muss, wage ich zu bezweifeln. Zumindest hätte auch dieser Teil etwas in den Hintergrund treten können, statt teilweise so im Mittelpunkt zu stehen. Die verschiedenen Facetten bereichern zwar durchaus den Roman, machen ihn aber schnell zu voll, so dass der Leser spätestens nach dem dritten Akt überquillt und für das fulminante und geistreiche Ende kaum noch Kapazität hat. Das ist wirklich schade, denn mit wenigen Kürzungen hätte der Roman einer von den großen sein können. Klug, witzig, geistreich und gleichzeitig ernst. Vor allem der wissenschaftliche Teil, die langen sich drehenden Dialoge, die der Handlung im Weg stehen, hätten kürzer ausfallen müssen, um den Teilbereichen genug Raum zu lassen. Ich empfehle das Buch darum gerade für Leser mit etwas wissenschaftlichem Hintergrund, Theaterliebhaber, Frankensteinenthusiasten. Das Ende, soviel noch, ist zumindest ausgefallen und ein gut gewählter Höhepunkt.

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  • Schönes Thema, schlechte Umsetzung

    Frankensteins Erben

    alicepleasance

    03. July 2016 um 15:46

    Klappentext: Es soll ein aufrüttelndes Theaterstück werden. Mit seinen Studenten bringt der erfolglose Dozent Perikles Krause, genannt Peh, Mary Shelleys Frankenstein auf die Bühne. Es geht um alles oder nichts – versagt er, steht seine Karriere vor dem Aus. Leidenschaftlich treibt er seine Gruppe an, eine wilde Mischung unterschiedlicher Charaktere: die geheimnisvolle Tamar, der rebellische Anton, der sensible Lönsi, die kompromisslose Anna. Mal weise, mal skurril ergründen sie die dunklen Winkel und Geheimnisse der Kunst. Und mittendrin steht die düstere Figur des Frankenstein, untrennbar verwoben mit seinem Monster, mit der zentralen Frage nach Schöpfung und Schöpfer. Frankensteins Erben ist in fünf Akte unterteilt - so wie es sich fürs Theater gehört. Die einzelnen Akte bestehen wiederum aus mehreren Kapiteln - wie in einem Roman. Vor allem zu Beginn waren Aufbau und Schreibstil sehr speziell und erinnerten stark ans Theater, doch ließ dies gegen Ende hin nach. Ich kann nicht wirklich sagen, ob das gut oder schlecht für die Geschichte war. Denn einerseits finde ich es nicht konsequent, aber andererseits war der spezielle Stil zu Beginn auf Dauer doch ein wenig anstrengend zu lesen. Der Erzählstil passt allerdings sehr gut zur Geschichte, da es sich wie Theater anhört und anfühlt. Dazu tragen unter anderem die kurzen Abschnitte bei, in denen sozusagen nur einzelne Szenen aus Pehs Leben gezeigt werden. Durch die vielen kurzen Szenen mit teils ziemlich abrupten Wechseln und vielen Dialogen, in denen anfangs nicht deutlich wird, wer gerade spricht, erschwerten bei mir allerdings den Einstieg in die Geschichte. So fiel es mir schwer, den Überblick über die Personen zu behalten. Eine Einführung der einzelnen Figuren ist nämlich auch kaum vorhanden, man erfährt lediglich die Namen und einige kurze Stichworte zu jedem. So dauerte es bei mir eine Weile, bis ich richtig im Geschehen drin war. Der Klappentext hörte sich nach einer interessanten Geschichte an. Die Idee, aus Mary Shelleys Roman ein Theaterstück zu machen, gefiel mir. Und auch, dass es sich um eine bunt gemischte Gruppe von Studenten plus ihres Dozenten handelte, sprach mich an. So gefielen mir die "Szenen", in denen die Theatergruppe über den Originalroman redete und diskutierte, dabei auch einige philosophische Fragen aufwarf und sich mit Theater- und Geschichtswissenschaften beschäftigte, wirklich gut. Das ganze Drumherum war aber hauptsächlich eines: sehr anstrengend. Die Handlung geht nur schleppend voran und konnte mich nicht fesseln. Mit den Figuren konnte ich nichts anfangen, was zum einen an den teilweise sehr merkwürdigen Dialogen lag, zum anderen an den kaum vorhandenen Charakterisierungen der einzelnen Personen. Bis zum Ende habe ich keinen Zugang zu den Figuren gefunden, was das Lesevergnügen deutlich verringert hat. Einige der Figuren waren außerdem auch noch richtig nervig und anstrengend und dass sich eine Liebesgeschichte (wenn man es denn so nennen will) zwischen dem Dozenten Peh und einer seiner Studentinnen entwickelte, war wohl das Schlimmste an der Geschichte. Meinen Geschmack hat Frankensteins Erben so gar nicht getroffen und ich weiß auch nicht, wem ich dieses Buch empfehlen würde. Vielleicht gefällt es dem ein oder anderen Theatermenschen (wobei ich Theater ja eigentlich auch mag...). Frankenstein, or the Modern Prometheus von Mary Shelley gefiel mir wirklich sehr gut (und ich würde es auch jedem empfehlen), weshalb ich dachte, dass mir dieses Buch ebenfalls gefallen könnte. Doch es hat sich einfach nur sehr gezogen und ich musste mich immer wieder zum Weiterlesen zwingen. Obwohl mir die direkten Anspielungen auf das Original sehr gefallen haben, kam doch zu viel anderes, was mir absolut gar nicht gefallen hat. Die Figuren waren mir allesamt unsympathisch und ich konnte mich in keine wirklich hineinversetzen. Am spannendsten und interessantesten fand ich noch den ein oder anderen wissenschaftlichen Exkurs (aber dafür kann ich dann auch wissenschaftliche Bücher lesen...).

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  • Viel Philosophieren und Diskutieren - zu Lasten der Spannung und Charaktere

    Frankensteins Erben

    Phantasienreisen

    02. July 2016 um 12:35

    Für Perikles „Peh“ Krause steht alles auf dem Spiel: Dem Dozenten der Universität in Oldenburg wird nicht nur endlich eine Festanstellung in Aussicht gestellt, sondern auch die Junior-Professur in einem neu einzurichtenden Studiengang in Darstellendem Spiel. Doch was auf den ersten Blick nach einem tollen Fortschritt in der Karriere des bislang beruflich wie privat wenig erfolgreichen Mittvierzigern wirkt, erweist sich für Peh als Alles-oder-Nichts-Auftrag. Denn Peh bekommt die neue Position nur, wenn er bis zum Sommer des kommenden Jahres mit einer Gruppe Studenten ein Theaterstück auf die Beine gestellt hat, dass die Uni-Belegschaft durchweg begeistert – gelingt das nicht, kann Peh seine Sachen packen und sich für immer von der Uni Oldenburg verabschieden. Zwar hat Peh schon einige Erfahrungen als Leiter der Uni-Theatergruppe gesammelt, doch würde nichts, was er bisher inszenierte, den Anforderungen des Uni-Präsendenten und des Dozentenkollegiums genügen, denn die wünschen sich für das nun entscheidende Theaterstück etwas, das klassisch ist, aber auch modern, das auf einem Roman basiert, gesellschaftlich und politisch hoch aktuell und brisant ist, das aber auch zeitlos ist und unterhält, etwas, das Religion, aber auch Naturwissenschaften aufgreift, das dieses hat und jenes tut … Dank seines Freundes Ronald wird Peh bewusst, dass Mary Shelleys „Frankenstein“ den schier endlosen Anforderungen der Uni-Kollegen gerecht werden würde. Doch der Weg der Inszenierung ist steinig: Schauspieler und Möchtegern-Revoluzzer Anton bremst die Gruppe regelmäßig aus; seine Freundin Tamar verdreht Peh den Kopf, inszeniert sich am liebsten selbst und spielt ihre eigene Spielchen mit dem vor sexueller Anziehung geblendeten Peh. Und dann ist Peh selbst sein größtes Problem, denn der Theatergruppenleiter verfügt über keinerlei Durchsetzungsvermögen, Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen; er lebt und agiert auf fast schon phlegmatische Weise passiv – keine guten Voraussetzungen angesichts des Drucks lastet. Nein, ein wirklicher Romanheld ist unser Protagonis Peh wahrlich nicht und so manches Mal möchte man ihm einen kleinen Stoß in die richtige Richtung geben, ihm den Kopf waschen – was auch schon Pehs bester Freund Ronald auf erfrischend direkte und schonungslose Art regelmäßig erledigt. Vor allem wenn es um Tamar geht, strapaziert Peh leicht die Geduld des Leser. Während er sie für seine Muse hält und sich nur allzu bereit auf ihre Flirtereien einlässt, merkt er nicht, wie sie seine uneingeschränkte Aufmerksamkeit ausnutzt und lediglich mit seinen Gefühlen (und seiner Libido) spielt. Sie genießt es, wie er sie anhimmelt, und kostest es aus, Macht über ihn zu haben. Und Peh, der arme Tropf, realisiert es nicht, ja, er macht sich sogar Hoffnungen auf eine gemeinsame Beziehung. Als Leserin möchte man eingreifen und dem ewigen Junggesellen die Augen öffnen. Da das aber leider nicht möglich ist, ärgert man sich wieder und wieder über so viel Naivität – aber auch darüber, dass „Frankensteins Erben“ als Roman mit Schwerpunkt auf Theater und Kunst nicht ohne das ausgelutschte Klischee der Affären zwischen Lehrbeauftragtem und Studentin auskommt. Denn mit Ausnahme dieser unnötigen Liaison ist „Frankensteins Erben“ wirklich ein außergewöhnlicher Roman. Passend zur Theaterthematik ist die Handlung in fünf Akte untergliedert und die Szenenein- und -ausstiege kommen zuweilen sehr filmhaft daher: Vor allem die Wechsel zu Pehs Telefonaten mit seinem Vater und den abendlichen Gesprächen mit Kumpel Ronald erfolgen rasch und ohne großes Vorgeplänkel; es gibt keine einleitenden Worte zu Ort oder Zeit, sondern der Leser steigt wie ein Besucher einfach mitten in ihre Unterhaltungen ein. Das ist gerade zu Beginn im Kontrast zu den kunst- und theaterwissenschaftlichen Erörterungen der Studenten sehr erfrischend. Letzteres ließ mich während des Lesens immer etwas zwiespältig zurück. Jens-Ulrich Davids gibt viele Einblicke in die theaterpädagogische Praxis, die sich wohl doch sehr von dem unterscheiden dürfte, wie sich Nicht-Theatermenschen eine Stückentwicklung vorstellen, und die mich an meine eigenen Theaterprojekte während des Bachelorstudiums erinnerten. Auch hat der Autor Fragestellungen und Themen aus Kunst und Theater gut mit der Gesellschaft und dem Privatleben der Charaktere verknüpft. Allerdings wurde Davids hier oft zu ausschweifend. Selbst ich, die über theaterwissenschaftlichen Hintergrund verfügt, konnte nicht immer allen Gedankengängen und Gesprächsverläufen folgen, weshalb ich mir vorstellen kann, dass es Leser ohne Vorwissen oder besonderem Interesse an Kunst und Theater schwer haben dürften, dem ständigen, ausufernden fachlichen bzw. philosophischen Diskurs der Charaktere nachzuvollziehen. Hinzu kommt, dass der Autor in den Diskursen seiner Figuren häufig den Fokus verliert – viele Themen und Fragestellungen werden wieder und wieder aufgegriffen, führen aber nie zu Ergebnissen, sodass sich der Inhalt ständig im Kreis dreht und unnötige Längen entstehen. An anderern Stellen springen die Charaktere von einer Thematik zur nächsten, ohne dabei auch nur ein Thema wirklich abgeschlossen zu haben. Ich konnte mich daher nicht des Eindrucks erwehren, dass Jens-Ulrich Davids mit seinem Roman sehr viel gewollt hatte, es aber für diese Geschichte und den Umfang des Buches einfach zu viel war. Der Autor greift spannende Fragen und Problematiken auf, die sich aber in ihrem Bemühen um Aufmerksamkeit und Aufrütteln der Leserschaft gegenseitig ausbooten. Dieser starke Fokus auf gesellschaftliche und theater- bzw. kunsttheoretische Themen ist darüber hinaus auch zu Lasten der Charaktere gegangen. Nicht nur erscheinen manche Verhaltensweisen wenig nachvollziehbar – beispielsweise warum Anton weiter in der Theatergruppe spielt, wenn er das alles doch für sinnlos und Kinderkram hält -, auch bleibt der überwiegende Teil der Theatergruppe eine graue Masse ohne Individuen. Dabei haben manche Charaktere durchaus Potenzial, wie sich zum Beispiel bei Lönsi zeigt, der zum Ende hin nicht nur greifbarer und sympathischer wird, sondern auch eine nicht unwichtige Rolle in Pehs Weiterentwicklung spielt. An Pehs Vater, dem Davids eine sehr individuelle Note gegeben und außergewöhnliche Eigenheiten zugeschrieben hat, zeigt sich zudem, dass der Autor durchaus vielschichtige und im Gedächtnis bleibende Figuren schaffen kann. Schade, dass nicht alle Charaktere so gut ausgearbeitet wurden wie Pehs Vater. Die Stärke von „Frankensteins Erben“ liegt indes in der Auseinandersetzung mit Mary Shelleys Klassiker. Die Erörterungen und Recherchen der Studenten zu „Frankenstein“ hat Jens-Ulrich Davids spannend, authentisch und vielseitig geschildert und weckt damit die Lust, Shelleys Roman zu lesen. Perfekt abgerundet wird dies durch mysteriöse Auftritte des Geists der Mary Shelley. In diesen Szenen lässt Davids seine Leser „Frankenstein“ durch die Augen seiner Schöpferin sehen und stellt die Frage, inwieweit das Bild, das die Mehrheit von einem Klassiker oder dessen Autor hat, bzw. wie Literaturwissenschaftler und Lehrer die Klassiker interpretieren, tatsächlich der Wirklichkeit entspricht. Fazit: Wer für das Theater brennt und leidenschaftlich gern theater- oder kunstwissenschaftliche Diskussionen führt, der wird Jens-Ulrich Davids „Frankensteins Erben“ lieben. Andere Leser dürften aber wohl Schwierigkeiten haben, den Diskursen der Charaktere zu folgen, werden aber nach der Lektüre des Romans voller Neugier an Mary Shelleys berühmtes Werk herangehen.

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  • Leserunde zu "Frankensteins Erben" von Jens-Ulrich Davids

    Frankensteins Erben

    EndeavourPress_Verlag

    Liebe Bücherfüchse, gerade erst ist er erscheinen: der genial-skurrile Campusroman von unserem Autor Jens-Ulrich Davids. Dort finden die verschiedensten Charaktere  zusammen, um einen leidenschaftlichen Streit zwischen Kunst und Wissenschaft, Liebe und Kalkül auszutragen. Seid dabei und diskutiert mit, wir sind gespannt auf eure Beiträge! »Was also ist Kunst? Kunst konstituiert eine Parallelwelt, ist etwas ganz anderes als die Wirklichkeit, in der wir uns sonst bewegen. Eine Welt, die man aufsucht oder nicht. Sie macht das Leben reicher. Sie wirft Licht in dunkle Ecken. Oder sie wirft Schatten auf allzu helle Flecken. Sie hat Geheimnisse. Und Monster.« Es soll ein aufrüttelndes Theaterstück werden. Mit seinen Studenten bringt der erfolglose Dozent Perikles Krause, genannt Peh, Mary Shelleys Frankenstein auf die Bühne. Es geht um alles oder nichts – versagt er, steht seine Karriere vor dem Aus. Dieses Buch ist eine Liebeserklärung an das Theater, ein fein gesponnenes Kammerspiel, in dem sich menschliche Abgründe auftun. Monster und Schöpfer stehen einander gegenüber, doch wer ist hier eigentlich das Monster? Mit zahlreichen Anspielungen auf den Horrorklassiker von Mary Shelley ist Gänsehaut garantiert! Mehr zum Buch: Leidenschaftlich treibt der Dozent Peh seine Theatergruppe an, eine wilde Mischung unterschiedlichster Charaktere: die geheimnisvolle Tamar, der rebellische Anton, der sensible Lönsi, die kompromisslose Anna. Mal weise, mal skurril ergründen sie die dunklen Winkel und Geheimnisse der Kunst. Und mittendrin steht die düstere Figur des Frankenstein, untrennbar verwoben mit seinem Monster, mit der zentralen Frage nach Schöpfung und Schöpfer. Es ist eine Studie über Grenzüberschreitung, die Macht der Erotik und die Kraft der Kunst. Frankensteins Erben ist ein gelungenes Kammerspiel über künstlerische Abgründe und die Tiefe menschlichen Bewusstseins. Mit großer Menschenkenntnis lässt Davids die unterschiedlichen Figuren in wilden Diskussionen zusammenstoßen und den alten Streit zwischen Wissenschaft und Kunst aufleben. >>Neugierig? Hier geht’s zur Leseprobe! Mehr zum Autor: Jens-Ulrich Davids nimmt Erfahrungen des Lebens in seine schriftstellerische Tätigkeit auf und vermischt Erlebtes und Fiktives wohldosiert miteinander. – Weser-Kurier Jens-Ulrich Davids, geboren 1942 in Hamburg, studierte Anglistik, Germanistik und Kulturwissenschaft in Hamburg, Bangor (Wales) und Tübingen. Er arbeitete als Professor of German am Institute of Technology in Madras, Indien und war Akademischer Rat im Fach Anglistik an der Universität Oldenburg im Bereich British Studies. Jens-Ulrich Davids ist verheiratet und hat eine Tochter. Teilnehmen und Mitlesen Endeavour Press Germany verlost 20 E-Books von Frankensteins Erben unter allen Lesern, die verpflichtend und aktiv an der Leserunde teilnehmen und abschließend eine Rezension auf LovelyBooks und Amazon (gerne auch weiteren Plattformen) schreiben möchten. Bewerbt euch bis einschließlich 24.04., indem ihr folgende Frage beantwortet: Seid ihr Frankenstein und seinem legendären Monster schon einmal begegnet, in Filmen, Büchern, oder an ganz anderer Stelle?

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    • 110
  • Frankenstein

    Frankensteins Erben

    VroniCaspar

    17. May 2016 um 16:23

    Ich habe lange gebraucht um mich dann doch zu entschließen diesen Roman zu rezensieren. Das Thema hat mich durchaus interessiert nur fehlte mir beim Lesen manchmal die Orientierung. Worum sich eigentlich vieles drehte erklärte sich mir erst zum Schluss. Um die Handlung des Romans zu vermitteln gebe ich hier der Text wieder: Es soll ein aufrüttelndes Theaterstück werden. Mit seinen Studenten bringt der erfolglose Dozent Perikles Krause, genannt Peh, Mary Shelleys Frankenstein auf die Bühne. Es geht um alles oder nichts – versagt er, steht seine Karriere vor dem Aus.Leidenschaftlich treibt er seine Gruppe an, eine wilde Mischung unterschiedlicher Charaktere: die geheimnisvolle Tamar, der rebellische Anton, der sensible Lönsi, die kompromisslose Anna. Mal weise, mal skurril ergründen sie die dunklen Winkel und Geheimnisse der Kunst. Und mittendrin steht die düstere Figur des Frankenstein, untrennbar verwoben mit seinem Monster, mit der zentralen Frage nach Schöpfung und Schöpfer.Es ist eine Studie über Grenzüberschreitung, die Macht der Erotik und die Kraft der Kunst.Frankensteins Erben ist ein gelungenes Kammerspiel über künstlerische Abgründe und die Tiefe menschlichen Bewusstseins. Mit großer Menschenkenntnis lässt Davids die unterschiedlichen Figuren in wilden Diskussionen zusammenstoßen und den alten Streit zwischen Wissenschaft und Kunst aufleben. Ich hätte mir gewünscht eine deutlichere charakterliche Vorstellung von den Theaterstudenten zu bekommen und sie nicht nur auf der Bühne als Akteure zu erleben. Der Schreibstil und die Wortwahl war mir oft etwas zu gekünstelt und übertrieben. Ab und zu folgten einige langatmige Passagen aufeinander, der angenehme Lesefluss ging dadurch etwas verloren. Der Roman hat mich nicht wirklich fesseln können, aber ich bin auch kein eifriger Theatergänger, für die ich dieses Buch eventuell interessant ist. Trotz allem habe ich doch einige beeindruckende Einblicke hinter die Kulissen der Theaterwelt erhalten. Was mir dieses Stück wieder vor Augen geführt hat, war die Verletzlichkeit unserer Welt und unseres Lebens und mit welcher Sorglosigkeit wir damit umgehen. Die Empfindungen und Ängste von Mary Shelley der Autorin des Frankensteins haben sich von der damaligen Zeit bis in die Gegenwart nicht verändert.

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  • Eine Geschichte für Liebhaber des Theaters

    Frankensteins Erben

    Julia127

    Fazit: Ich mache es dieses Mal kurz und knapp. Die Geschichte an sich ist nicht schlecht, leider traf sie nicht ganz mein Geschmack. Die Charaktere sind nicht ausführlich beschrieben, was mir immer sehr wichtig ist. Darum konnte ich mich nicht so schnell wie gewünscht in das Buch hineinversetzen. Die Schreibsprache manchmal für einen «nicht Theater Kenner» schwer zu verstehen.  Man bekommt einen Blick hinter die Kulissen eines Theaters, dies finde ich sehr gelungen. Wer selbst Theater spielt oder gerne ins Theater geht, ist es ein sicherlich lesenswertes Buch.   Worum geht es? Leidenschaftlich treibt der Dozent Peh seine Theatergruppe an, eine wilde Mischung unterschiedlichster Charaktere: die geheimnisvolle Tamar, der rebellische Anton, der sensible Lönsi, die kompromisslose Anna. Mal weise, mal skurril ergründen sie die dunklen Winkel und Geheimnisse der Kunst. Und mittendrin steht die düstere Figur des Frankenstein, untrennbar verwoben mit seinem Monster, mit der zentralen Frage nach Schöpfung und Schöpfer.   Es ist eine Studie über Grenzüberschreitung, die Macht der Erotik und die Kraft der Kunst. Frankensteins Erben ist ein gelungenes Kammerspiel über künstlerische Abgründe und die Tiefe menschlichen Bewusstseins. Mit großer Menschenkenntnis lässt Davids die unterschiedlichen Figuren in wilden Diskussionen zusammenstoßen und den alten Streit zwischen Wissenschaft und Kunst aufleben.   Vielen Dank Endeavour Press, dass ich mitlesen durfte.    Leider hat mir die Geschichte nicht wirklich zugesprochen aber der Schreibstil ist gut, daher gebe ich liebgemeinte 3 Sterne***

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    • 3
  • Frankensteins Erben

    Frankensteins Erben

    AnnaMagareta

    14. May 2016 um 14:30

    In dem Buch „Frankensteins Erben“ des Autors Jens-Ulrich Davids geht es um Kunst und Wissenschaft. Was ist Kunst und wie weit darf die Wissenschaft gehen ? In diesem Roman wird die Kluft zwischen Wissenschaft und Kunst sowie deren Grenzen thematisiert.   Zum Inhalt: Der erfolglose Dozent Peh erhält vom Direktor der Universität die Möglichkeit sich durch die erfolgreiche Aufführung eines Theaterstücks eine feste Stelle zu sichern. Unter seinen Studenten findet sich eine Gruppe zusammen, die charakterlich kaum unterschiedlicher sein könnte. Unter großem Druck beginnen sie mit der Arbeit an ihrem Theaterstück. Peh und seine Studenten beginnen umfangreiches Wissen über Frankenstein zusammenzutragen, diskutieren und leben ihre Ideen nicht nur im Proberaum des Theaters. Die Figuren sind leidenschaftlich und es kommt zu Streit und wilden Diskussionen.   „Frankensteins Erben“ ist vielleicht ein Buch für Liebhaber des Theaters. Die Einblicke in das Theaterleben und die Blicke hinter die Kulissen sind durchaus interessant. Auch die permanente Aktualität der Themen zwischen Kunst und Wissenschaft fand ich von der Idee her interessant.  Leider ist es dem Autoren mit diesem Buch trotzdem nicht gelungen mich zu fesseln. Ich fand den Schreibstil zum Teil ein wenig ermüdend  und hätte mir mehr Informationen zu den einzelnen Charakteren gewünscht.      

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