Der letzte Wohnsitz Gottes

von Jens Bühler 
4,5 Sterne bei13 Bewertungen
Der letzte Wohnsitz Gottes
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Neue Kurzmeinungen

C

Spannend, flüssig geschrieben.

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Interessanter Thriller in einem interessanten Setting!

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Inhaltsangabe zu "Der letzte Wohnsitz Gottes"

Im Winter 1943 verwandelt eine deutsche Atombombe Moskau in eine Hölle aus Schutt und Asche. Wenige Wochen später fliegt die Luftwaffe einen symbolträchtigen Angriff auf Stalingrad. Die Trümmer der durch die 6. Armee zerstörten Stadt verglühen im atomaren Feuer. Die Sowjetunion kapituliert. Der Schock über die deutsche Massenvernichtungswaffe sitzt tief bei den Alliierten. Um die Westmächte an den Verhandlungstisch zu zwingen droht das nach den Kriegsjahren des Ostfeldzuges militärisch geschwächte Reich damit London zu zerstören. Das Kalkül geht auf. Im Februar 1944 endet der große Krieg mit dem Waffenstillstandsvertrag von Madrid. Aber der Frieden ist trügerisch. Weltweit toben Stellvertreterkriege und es erscheint nur eine Frage der Zeit, bis die Großmächte ein letztes Mal gegeneinander ins Feld ziehen. Seit dem Sommer 1981 hütet der SS-Offizier Max Lenzer ein Geheimnis, dessen Enthüllung ihn an den Galgen bringen würde. Dieser Gefahr rückt er noch näher, als er Jahre später vollkommen unerwartet in das höchste Amt der SS berufen wird und sich als Schachfigur in einem politischen Intrigenspiel wiederfindet. Doch nicht nur Rivalen suchen nach einer Schwachstelle des neuen Reichsmarshalls. Auch Klara Wagner, eine verurteilte Mörderin im Auftrag eines Geheimdienstes, sowie Wiebke Raabe, eine desillusionierte Inspektorin im Reichsamt für Volkshygiene, interessieren sich für sein Vorleben. Als Lenzer dann auch noch dem Rätsel um die deutsche Atombombe auf die Spur kommt, schwebt er in Lebensgefahr. Ein Crossover-Thriller

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:B072JQCHGB
Sprache:Deutsch
Ausgabe:E-Buch Text
Umfang:524 Seiten
Verlag:Independently Published
Erscheinungsdatum:31.08.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    Lialas avatar
    Lialavor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Interessanter Thriller in einem interessanten Setting!
    Ein etwas anderer Thriller...

    Klappentext:
    Im Winter 1943 verwandelt eine deutsche Atombombe Moskau in eine Hölle aus Schutt und Asche. Wenige Wochen später fliegt die Luftwaffe einen symbolträchtigen Angriff auf Stalingrad. Die Trümmer der durch die 6. Armee zerstörten Stadt verglühen im atomaren Feuer. Die Sowjetunion kapituliert. Der Schock über die deutsche Massenvernichtungswaffe sitzt tief bei den Alliierten. Das nach den Kriegsjahren des Ostfeldzuges militärisch geschwächte Reich droht London zu zerstören, um die Westmächte an den Verhandlungstisch zu zwingen. Das Kalkül geht auf. Im Februar 1944 endet der große Krieg mit den Waffenstilstandverträgen von Madrid. Aber der Frieden ist trügerisch. Weltweit toben Stellvertreterkriege und es erscheint nur eine Frage der Zeit, bis die Großmächte ein letztes Mal gegeneinander ins Feld ziehen. Seit dem Sommer 1981 hütet der SS-Offizier Max Lenzer ein Geheimnis, dessen Enthüllung ihn an den Galgen bringen würde. Dieser Gefahr rückt er noch näher, als er Jahre später vollkommen unerwartet in das höchste Amt der SS berufen wird und sich als Schachfigur in einem politischen Intrigenspiel wiederfindet. Doch nicht nur Rivalen suchen nach einer Schwachstelle des neuen Reichsmarshalls. Auch Klara Wagner, eine verurteilte Mörderin im Auftrag eines Geheimdienstes, sowie Wiebke Raabe, eine desillusionierte Inspektorin im Reichsamt für Volkshygiene, interessieren sich für sein Vorleben. Als Lenzer dann auch noch dem Rätsel um die deutsche Atombombe auf die Spur kommt, schwebt er in Lebensgefahr. Ein Crossover-Thriller





    Meine Meinung:
    Der Autor hat diese Geschichte in ein interessantes Setting platziert: Das deutsche Reich existiert weiter. Anfangs ein wenig befremdlich, aber dennoch gut dargestellt und nach einiger Zeit auch normal. Die Atmosphäre wird sehr gut rüber gebracht wie die Leute im deutschen Reich leben.
    Die Geschichte wird aus wechselnder Sicht verschiedener Protagonisten erzählt und ich war sehr gespannt darauf wie der Autor die Protagonisten zusammen führt. Ich finde dieses ist ihm gut gelungen! Diese Erzählweise macht es ziemlich spannend weiter zu lesen. Es wurden auch so einige Wendungen eingebaut, die ich nicht vorher gesehen habe und die ordentlich Spannung aufgebaut haben.


    Die meiste Zeit ist der Roman ein Thriller und erst zum Ende hin erfährt man beim Lesen, was es mit dem CROSSOVER auf sich hat. Die Wendung zum Ende hin fand ich sehr überraschend und ich habe damit auch nicht gerecht. Ich empfand sie als seltsam, was jetzt weder gut oder schlecht behaftet sein soll. Das soll jeder für sich entscheiden!


    Fazit: Ein interessanter, spannender Thriller im Setting eines fortgeführten Reiches. Nicht nur für Liebhaber von historischen Romanen geeignet und definitiv lesenswert! 

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    Serkalows avatar
    Serkalowvor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Solider nicht allzu radikaler Alternativweltthriller.
    Solider nicht allzu radikaler Alternativweltthriller.

    Ich mochte »Vaterland« von Richard Harris sehr. Bei dem obrigen Klappentext bleibt es nicht aus, dass sich Jens Bühler mit eben diesem Buch vergleichen lassen muss.

    Wir haben oberflächlich betrachtet, einen handwerklich soliden Thriller, in einem gut recherchierten bzw. erdachten Setting.

    Die Geschichte entwickelt sich im Westendlichen auf dem Rücken dreier Protagonisten, deren Wege sich erst im Finale treffen. Die Figuren sind gut, mit der erforderlichen Tiefe ausgearbeitet, ihre Motivationen immer klar und ihre Handlungen plausibel.

    Alle Fäden werden am Ende eines guten Spannungsbogens zusammengeknüpft, die Geschichte ist in sich glaubwürdig, auch wenn manch ein Leser Schwierigkeiten mit dem »metaphysischen« Einfluss im Finale haben dürfte.

    Mich persönlich hat er nicht gestört, erinnerte er eher an das ebenfalls sehr gelungene »Mirage« von Matt Ruff. Das Problem ist nur, dass dieses Ende, dem Buch von Jens Bühler die Radikalität und Finsternis nimmt, die z.B. »Vaterland« hatte und die es ausmachte (Allein, dass die Amerikaner der Verfilmung ein Happy End verpassen mussten, das der Brite Harris nicht hatte, spricht Bände!).

    Denn das durchaus ähnliche Grundkonstrukt: Wenn Hitler-Deutschland den Krieg gewonnen hätte, dann hätte sich das System irgendwann normalisiert, entradikalisiert und die eigenen Verbrechen der Vergangenheit verleugnet wirkt durch den Schluss bei Bühler auf mich wie ein verzweifeltes Happy-End.

    Um den eventuell auftretenden Anfeindungen, denen sich auch Harris damals stellen musste (»Wie kann man nur so über Hitler, die Nazis und Deutschland schreiben?«) von vornherein den Wind aus den Segeln zu Nehmen.

    Das ist schade.

    »Der letzte Wohnsitz Gottes« trägt mit dem Ende der Story, das Etikett »Fantastik« so deutlich, dass der Autor sich keine Sorgen über eventuelle Vorwürfe machen muss, und verspielt damit leider die Chance eines nachdenklich stimmenden Alternativweltentwurfs.

    Darüber hinaus weist das E-Book leider auch die typischen Probleme eines Selfpublishers ohne professionelles Lektorat bzw. Korrektat auf. Fehler, die kein noch so gutes Rechtschreibprogramm findet und die Testleser oder der Autor selbst, zwangsläufig immer wieder gerne übersehen, finden sich hier zu viele. Dazu gehören die gehäuft auftauchende Doppelung und das Vertauschen von Pronomen in Sätzen.

    Der größte Fehler, der mir wirklich den Lesefluss für eine Weile komplett versaut hat, weil ich ewig »vorblättern« musste, um zu kapieren, was gerade passierte, ist, dass ein Kapitel an der völlig falschen Stelle steht.
    Für einen dramaturgischen Kniff halte ich es nicht, denn allein auf Grund der Tatsache, dass es nur dieses eine Kapitel ist, das aus der Chronologie herausfällt, wäre es als gewolltes Mittel ziemlich dämlich. (Dabei hat der Autor doch alle Kapitel mit Datum versehen. Hier hilft tatsächlich meist nur ein professionelles Auge, solche Schnitzer auszubügeln.)

    Zusammenfassend also verdiente 3 Sterne

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    Sweetprils avatar
    Sweetprilvor einem Jahr
    Sehr ungewöhnlich und spannend

    Der Thriller "Der letzte Wohnsitz Gottes" von Jens Bühler ist ein ganz neuer und anderer Thriller, als die, die man von Jens Bühler sonst gewohnt ist. Die Ausgangssituation ist Folgende: Die Nazis haben den eigentlich schon verlorenen zweiten Weltkrieg durch den Abwurf einer Atombombe doch noch gewonnen. Mittlerweile befinden wir uns im Jahre 1981. Die Geschichte wird zunächst ganz unabhängig voneinander aus den Perspektiven von Max Lenzer, Wiebke und Klara erzählt. Im Laufe der Jahre werden die verschiedenen Handlungsstränge immer mehr ineinander verwoben. Die Geschichte wird sehr spannend und auch realistisch erzählt. Der Erzählstil führt dazu, dass man sich diese unmögliche Welt gut vorstellen kann. Es ist schon erschreckend zu sehen, was alles bei einem anderen Ausgang des Krieges hätte passieren können. Viele Entwicklungen, die hier dargestellt werden, sind wirklich sehr dramatisch. Dies macht den Thriller zu einem spannenden Pageturner. Eine klare Leseempfehlung für alle, die sich für Geschichte interessieren und gerne spannende Thriller lesen.Einen Stern Abzug gibt es, da zwischen den vielen spannenden Szenen einige Passagen etwas langatmig waren. 

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    Vampir989s avatar
    Vampir989vor einem Jahr
    Kurzmeinung: wahnsinnig spannender Crossover-Thrlller
    wahnsinnig spannender Crossover -Thriller

    Klapptext:
    Seit dem Sommer 1981 hütet der SS-Offizier Max Lenzer ein Geheimnis, dessen Enthüllung ihn an den Galgen bringen würde. Dieser Gefahr rückt er noch näher, als er Jahre später vollkommen unerwartet in das höchste Amt der SS berufen wird und sich als Schachfigur in einem politischen Intrigenspiel wiederfindet. 
    Doch nicht nur Rivalen suchen nach einer Schwachstelle des neuen Reichsmarschalls. Auch Klara Wagner, eine verurteilte Mörderin im Auftrag eines Geheimdienstes, sowie Wiebke Raabe, eine desillusionierte Inspektorin im Reichsamt für Volkshygiene, interessieren sich für sein Vorleben. 
    Als Lenzer dann auch noch dem Rätsel um die deutsche Atombombe auf die Spur kommt, schwebt er in Lebensgefahr.

    Dieser Thriller ist einfach der Wahnsinn.Er hat mich sofort in den Bann gezogen.Ich wollte gar nicht mehr aufhören mit lesen.Die Vorstellung schon allein das die Nazis den 2.Weltkrieg gewonnen hätten,war für mich bewegend und atemberaubend.Der Autor verführt uns in diese Welt.Es gibt in dieser Geschichte einen Hauptstrang mit Max Lenzer.Daneben lernen wir noch Wiebke und Klara kennen.Ihre beiden Geschichten verknüpfen sich im Laufe der Handlung zum Hauptstang und es entsteht ein gelungenes Gesamtbild.Dies ist dem Autor hervorragend gelungen.Die Protoganisten wurden sehr gut beschrieben und ich konnte sie mir klar und deutlich vorstellen.Die unterschiedlichen Charakter haben mich fasziniert und wurden gut heraus gearbeitet.Die Story ist von Anfang bis zum Ende sehr spannend und interessant.So kommt zu keiner Zeit Langeweile auf.Durch die guten Recherchen des Autors erfahren wir viel Wissenswertes über geschichtliche Ereignsse.Daneben gibt es aber auch fiktive Elemente die sehr gut in die Geschichte eingebaut wurden.Dies macht aber den Thriller so fesselnd und mitreißend.Viele Szenen wurden sehr detailliert dargestellt und so war ich teilweise direkt im Geschehen dabei.Ich habe mit gefiebert,mit gelitten und mit gebangt.Durch beeindruckende und grandiose Erzählweise wurde ich förmlich in die Geschichte hinein gezogen.Viele kleine und spannende Details ergänzen diese Lektüre und lassen den Leser keine Ruhe.Wir lernen die Welt der Geheimdienste und deren Intrigen sowie Machtkämpfe kennen.Es gibt immer wieder unvorhersehbare Wendungen und Ereignisse.Besonders das Ende ist super spannend.Dem Autor ist hier ein geniales Meisterwerk gelungen.Auch das Cover finde ich faszinierend.Es passt genau zu dieser Geschichte und rundet das brilliante Werk ab.Mich hat dieser Thriller sehr bewegt und beeindruckt.Für Leseliebhaber von Crossover-Thrillern ist dieses Buch sehr empfehlenswert.

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    Feanors avatar
    Feanorvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Eine gelungene Was-wäre-wenn Geschichte, nachdem Hitler den Krieg gewinnt. Zahlreiche Handlungsstränge, die eine düstere NS Welt schildern.
    Sehr gelungener Alternate-History Roman

    Im Vergleich zu etlichen anderen Romanen, bei denen NS Deutschland den Krieg gewinnt, schneidet dieses Buch sehr gut ab. Die Geschichte ist größtenteils stimmig und flott zu lesen. Die Verknüpfung mit einer Art Zeitreise-Thematik war aus meiner Sicht nicht wirklich störend (wie von anderen Lesern angemerkt). Die verschiedenen Handlungstränge werden am Ende sehr gut miteinander verknüpft. Hervorzuheben ist auch noch, dass nicht die Juden-Verfolgung/-Vernichtung im Vordergrund steht, sondern andere restriktive und einschüchternde Handlungsweisen der Obrigkeit, die über Jahrzehnte das Reich und sein Volk prägen. Der bevorstehen Kollaps durch Misswirtschaft wird ebenfalls gut herausgearbeitet. Zusammenfassend: ein sehr vielschichtiger Roman, der wie alle gut geschriebenen Alternate-History Stories zum Nachdenken anregt.

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    echs avatar
    echvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Überzeugender Crossover-Thriller mit einem faszienierenden und zugleich erschreckenem Szenario
    Überzeugender Crossover-Thriller mit einem faszienierenden und zugleich erschreckenem Szenario

    Nachdem mich Jens Bühler bereits mit seinen Jo-Lasker-Thrillern "Geister" und "Mit allen Mitteln" auf ganzer Linie überzeugen bzw. sogar begeistern konnte, ist ihm dies nun auch mit diesem Crossover-Thriller gelungen.

    Dabei entwirft er hier ein faszienierendes und zugleich erschreckenes Szenario mit einer außergewöhnlichen Grundidee:
    Was wäre, wenn es den Nazis während des zweiten Weltkrieges gelungen wäre, als erste Kriegspartei eine Atombombe zu entwickeln und diese im Jahre 1943 dann auch über Moskau und Stalingrad abzuwerfen, um einem eigentlich schon verlorenen Krieg noch einmal eine entscheidenen Wendung zu geben ?

    Im Mittelpunkt der eigentlichen Geschichte steht der Sturmbannführer Max Lenzer, der im Jahre 1981 eine Entscheidung mit für ihn weitreichenden Folgen trifft.
    15 Jahre später, als Max Karriere gemacht hat und zwischenzeitlich zum Oberst-Gruppenführer und Generaloberst der SS aufgestiegen ist, holt ihn die alte Geschichte wieder ein und droht nicht nur ihn in den Abgrund zu reißen. Auf der Suche nach einem Ausweg entdeckt er, das sich hinter dem Atomprogramm ein mysteriöses Geheimnis verbirgt.

    Der Schreibstil von Jens Bühler ist packend, die Geschichte gut aufgebaut und mit einer Auflösung versehen, der die Grenzen eines normalen Thriller nicht nur bei weitem überschreitet, sondern sogar sprengt, dabei aber absolut schlüssig gerät und mich komplett überzeugen konnte. Auch sein umfangreiches Aufgebot an spannenden und überzeugend gezeichneten Charakteren kann man nur als gelungen bezeichnen.
    Neben dem Hauptstrang um Max Lenzer gibt es noch zwei Nebenstränge, in deren Mittelpunkt die jungen Frauen Wiebke Raabe und Klara Wagner stehen. Diese Stränge werden im Verlauf der Geschichte auf geschickte Art und Weise mit dem Hauptstrang zusammengeführt und tragen wesentlich zum überzeugenden Gesamtbild bei.   
    Besonders hervorzuheben sind auch die kleinen Details in dieser alternativen Geschichtsschreibung (wie z. B. die Sprengung des Kölner Domes, die Abschaffung des Weihnachtsfestes und die Flucht des Papstes ins amerikanische Exil), die der Geschichte noch eine zusätzliche und auch besondere Würze verleihen.

    Ein außergewöhnlicher Thriller, für alle, die gerne mal abseits der üblichen Thrillerpfade unterwegs sind. 


    Diese Rezension bezieht sich auf die Printausgabe des Buches, die bei der Independently published - Plattform von Amazon erschienen ist

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    tweedledees avatar
    tweedledeevor einem Jahr
    ganz großes Kino und ein Geheimtipp für Crossover-Fans

    Jens Bühlers Crossover-Thriller "Der letzte Wohnsitz Gottes" schreibt die deutsche Nachkriegsgeschichte neu. Was wäre gewesen, wenn Deutschland den Krieg gewonnen hätte? Genau diese Fiktion ersteht in einem komplexen Gebilde, das so authentisch wie beängstigend wirkt. Die SS existiert weiter, ebenso die Gestapo, Todesurteile werden vollstreckt, Bücher auf dem Index werden eingesammelt und vernichtet, auch die Bibel. Religion ist verboten, der Papst lebt im Exil.

    Berlin: Wir schreiben das Jahr 1981, SS Offizier Max Lenzers Kriegserlebnisse suchen ihn immer noch in Alpträumen heim, er hat Schuld auf sich geladen und kann die Erinnerung nur mit der Droge Pervitin betäuben. Um einen Teil seiner Schuld wiedergutzumachen nimmt er die fünfjährige Maria zu sich, deren Mutter mit ihr aus einem Gefangenentransport entfliehen konnte. Mit einer Lüge legitimiert er Maria als seine Tochter.

    Mainz: Parallel zu Max Lenzer lernen wir die 17jährige Klara Wagner kennen, die in ärmlichen Verhältnissen lebt. Ihr Vater ist ständig betrunken, schlägt Klaras Mutter und wird auch gegen Klara handgreiflich. Da bekommt sie die Chance ihres Lebens, als sie bei den Reichsjugendmeisterschaften eine Bestzeit läuft und die richtigen Leute auf sie aufmerksam werden. Doch das Blatt wendet sich, die Chance verpufft.

    Friesland: Wiebke Raabe hat die Aufnahmeprüfung für die Verwaltungsschule geschafft, ihr Wunsch ist es, später am Reichsamt für Volkshygiene zu arbeiten. Sie ist mit Peter, dem autistischen Sohn ihrer Nachbarn befreundet und kümmert sich rührend um ihn. Klara  muss miterleben, wie die Nachbarfamilie verhaftet wird, weil sie sich weigert, Peter in ein Pflegeheim zu geben.

    Drei Menschen, deren Schicksal sich Jahre später kreuzt. 1996 wird Max Lenzer zum Reichsmarschall ernannt, doch seine Vergangenheit droht ihn einzuholen.....

    Ich habe mich bisher nie gefragt, wie Deutschland sich entwickelt hätte, wenn der Krieg anders ausgegangen wäre. Jens Bühler gibt eine beängstigende Vorlage, die gut durchdacht und durch die vielen kleinen Details sehr real wirkt. Die Stimmung ist meist düster, ganz besonders wenn es nach Berlin in die Bettenstadt geht. Ein Ghetto, in dem vor allem Zuwanderer aus Osteuropa unter menschenunwürdigen Bedingungen hausen. Wer hier wohnt ist auf sich allein gestellt, weder Polizei noch Notärzte trauen sich ins Ghetto. Die Regierung hat keine Kontrolle, ein Abstecher dorthin ist für Außenstehende brandgefährlich.

    Wir erleben die Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln, abwechselnd aus Sicht von Lenzer, Wiebke und Klara. Da die Kapitel jeweils mit Person, Datum und Zeit versehen sind ist es einfach, sich zurechtzufinden. Auf über 500 Seiten haben die Protagonisten jede Menge Raum sich zu entwickeln. Max Lenzer, Wiebke und Klara sind vielschichtige Charaktere, sehr gut gezeichnet und Personen, mit denen ich mitfiebern konnte. Gut gefallen hat mir, dass mit Wiebke und Klara zwei starke Frauen wichtige Rollen eingenommen haben.

    Die Handlung beginnt spektakulär mit der Rettung Marias, verläuft dann erst mal ruhiger, so dass man sich in Ruhe mit diesem düsteren Deutschland und den wichtigsten Personen vertraut machen kann.  Dann steigt die Spannungskurve kontinuierlich an, irgendwann war der Zeitpunkt erreicht wo ich das Buch nur noch schwer aus den Händen legen konnte. Die Story entwickelte eine richtig Sogwirkung. Der Plot ist dicht, atmosphärisch und geschichtlich sehr gut recherchiert.  Da der Thriller als Crossover angekündigt war, war ich gespannt in welche Richtung er sich entwickelt, und auch hier wurde ich nicht enttäuscht. Geheimdienste, Intrigen, Verrat und Menschen, die ihrer Überzeugung folgen, viel Action zum Ende hin und ein Schluss, der mich überzeugt hat.

    Fazit: Ganz großes Kino und ein echter Geheimtipp. Geschichtlicher Hintergrund verknüpft mit einer fiktiven Geschichte, düstere Atmosphäre und viel Spannung. Verdiente 5 Sterne.

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    Babschas avatar
    Babschavor einem Jahr
    Deutsche Historie - mal einen Schritt weiter gedacht


    Man stelle sich vor, das bereits kriegsgeschwächte Deutschland hätte 1943 überraschend mit einer Atombombe Moskau zerstört und damit die Alliierten so unter Druck gesetzt und verstört, dass ein Waffenstillstandsabkommen die Folge hieraus gewesen wäre, in dem alle Beteiligten bereits Jahrzehnte wie in einer Pattsituation ausharren, nichtsdestotrotz sich natürlich wie im Kalten Krieg gegenseitig permanent belauern. Und es wäre zwischenzeitlich auch schon 1981, das Deutsche Reich hätte sich inzwischen zwar technisch, ideologisch jedoch absolut nicht weiter entwickelt, alles Konfessionelle wäre jetzt abgeschafft und unter Strafe gestellt, der Kölner Dom bereits gesprengt. Ein schwacher Reichskanzler versucht derweil, den Laden irgendwie zusammen zu halten, während Wehrmacht, SS sowie viele weitere nebulöse Interessensgruppen jede ihr ganz eigenes Süppchen kochen. Das ganze Land im Grunde eine Bombe, die jederzeit mit unabsehbaren Folgen hochgehen kann.

    Soweit das Ausgangsszenario des Buches, in dem die Hauptfiguren sodann nach und nach eingeführt werden, u. a. ein traumatisierter drogenabhängiger SS-Offizier, der spontan die menschliche Seite in sich entdeckt und sich durch sein Handeln in größte Gefahr bringt, sein Cousin, ein undurchsichtiger, politisch bestens vernetzter Wirtschaftskapitän, ein junges Mädchen, sportliches Ausnahmetalent, das sich durch einen Gewaltakt der Hölle ihres Elternhauses zwar entzieht, jedoch als Mörderin lebenslang verurteilt und später zu einer ganz besonderen "Karriere" gezwungen wird. Und viele mehr. Sie alle werden im Laufe der reichlich verzwickten und damit die Aufmerksamkeit des Lesers einfordernden Geschichte vernetzt, zueinander in Abhängigkeitsverhältnisse oder sonstige Beziehungen gesetzt oder einfach nur in Stellung gebracht. Sympathisch wird dabei nicht einer der Akteure, aber das ist hier auch weder gewollt noch erforderlich. Schließlich kämpft in so einem Staat sowieso letztlich jeder gegen jeden.

    Der Autor legt hier eine von der Idee her sehr reizvolle, gut konstruierte und mit Blick auf die historischen Aspekte sorgfältig recherchierte Story vor, die sich, u. a. durch einen eingebauten Zeitsprung, rasant und spannend entwickelt und den Leser damit immer bei der Stange hält. Die durchgängige Humorlosigkeit und teilweise Verbortheit der Beteiligten passt durchaus, zumal dies auch den wahrhaft ätzenden gesellschaftlichen Gesamtumständen und Erlebnissen der Beteiligten  geschuldet ist. Der Schreibstil ist angenehm und flüssig zu lesen, insbesondere auch die klare schnelle Dialogführung zwischen den Beteiligten hat mir gut gefallen. Die mehr oder weniger überraschende Auflösung des Ganzen am Schluss ist dann grundsätzlich zwar stimmig, aber eben Geschmackssache und damit im Grunde nicht diskutabel, das Buch ist ja auch als Crossover gekennzeichnet. Hier sollte jeder Leser für sich selbst entscheiden. Insgesamt eine solide gemachte Geschichte, die mal ganz was Anderes ist und mir gut gefallen hat.
     
    Einzige dringende Empfehlung: Redaktionelle Textsichtung, da dieser massiv viele Rechtschreib- wie auch vereinzelte logische Fehler enthält, die den Lesefluss nach gewisser Zeit doch ziemlich beeinträchtigen.  

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    Baerbel82s avatar
    Baerbel82vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein gut recherchiertes Buch mit einem ganz intensiven Spannungsbogen. Starker Stoff. So muss Thriller!
    Paradox

    Um es gleich vorwegzunehmen, „Der letzte Wohnsitz Gottes“ ist der Hammer! Schon die Leseprobe ließ auf einen packenden Thriller hoffen und ich wurde nicht enttäuscht. Worum geht es?

    Sommer 1981: Deutschland hatte durch den Abwurf der Atombombe über Moskau 1943 den Krieg gewonnen. Das Deutsche Reich, die SS, die Gestapo gibt es also noch immer. SS-Offizier Max Lenzer rettet mit einer Lüge die kleine Maria vor dem sicheren Tod. Als er 15 Jahre später, 1996, Reichsmarschall wird, droht sein Geheimnis aufzufliegen...

    Jens Bühlers jüngstes Werk ist ein sogenannter Crossover-Thriller, also ein Genre-Mix. Das Buch hat alles, was einen guten Thriller ausmacht, einen sympathischen Helden und einen rasanten Plot, enthält aber auch historische und phantastische Elemente.

    Und viel Frauenpower: Klara Wagner, die für den Geheimdienst arbeitet, und Wiebke Raabe, die für das Reichsamt für Volkshygiene tätig ist, kreuzen Lenzers Weg.

    Crossovers besitzen ihren ganz eigenen Reiz. In der Tat macht der neue Thriller von Jens Bühler über eine lange Zeit Kopfzerbrechen, wo der Autor denn mit seiner Story eigentlich hin will. Am Ende ist klar „Der letzte Wohnsitz Gottes“ ist eine gelungene Zeitreise. Nicht nur unterhaltsam, sondern auch sehr lehrreich.

    Jens Bühler erzählt die hochkomplexe Geschichte in perfektem Tempo und mit stetig steigender Spannung bis zum überraschenden Ende. Es handelt sich um eine fiktive Geschichte, die auf Tatsachen beruht, aber auch Verschwörungstheorien enthält. Geheimdienstliche Aktivitäten sind im Spiel.

    Fazit: Ein gut recherchiertes Buch mit einem ganz intensiven Spannungsbogen. Starker Stoff. So muss Thriller!

     

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    Tinkens avatar
    Tinkenvor einem Jahr
    Schwierig ihn aus der Hand zu legen

    "Der letzte Wohnsitz Gottes", ein Crossover-Thriller von Jens Bühler ist am 30.07.17 im Independently published Verlag erschienen.

    Zum Inhalt des Buches verweise ich diesmal auf den Klappentext.

    Jens Bühler führt uns in ein Deutschland der 80er Jahre, das den 2. Weltkrieg durch eine Atombombe gewonnen hat. Ein düsteres und diktatorisches Deutschland, in dem die SS noch immer Macht hat, in dem die Angst, etwas Falsches zu sagen und plötzlich zu verschwinden, allgegenwärtig ist. Im Reichsamt für Volkshygiene wird darüber gewacht, dass "Arier" sich nicht vermischen und "unwertes" Leben nicht das Volk belastet.

    Diese Welt wird uns, in der personalen Erzählform, durch die Augen von Max Lenzer, Klara Wagner und Wiebke Raabe geschildert. Was verbindet diese Drei? Wirklich nur Lenzers Geheimnis?

    Die Protagonisten gefielen mir ausnahmslos gut. Ihre Gedanken und Gefühle waren greifbar, nachzuvollziehen und wirkten authentisch.

    Der Autor erzählt die Geschichte schnörkellos und realistisch wirkend, hält den Spannungsbogen gekonnt hoch. Es war für mich schwierig, das Buch aus der Hand zu legen.

    Lange Zeit habe ich mich gefragt, warum der Roman in diesem fiktiven Nachkriegsdeutschland angesiedelt ist. Intrigen, Machtkämpfe, die individuellen Schicksale könnten auch in einem anderen Setting stattfinden. Aber eine Wendung, die ich nicht erwartet habe, erklärte es mir dann. Ob mir diese Wendung gefällt weiß ich nicht so recht, gefesselt war ich trotzdem.

    Ich empfehle diesen Thriller gern, mich hat er begeistern können.

     

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Jens_Buehlers avatar

    Hallo,

    ich starte eine Leserunde, für meinen neu erschienen Roman „Der letzte Wohnsitz Gottes“.

    Es werden 10 Taschenbücher verlost.

    Hier der Klappentext:

    Im Winter 1943 verwandelt eine deutsche Atombombe Moskau in eine Hölle aus Schutt und Asche. Wenige Wochen später kapituliert die Sowjetunion.

    Der Schock über die deutsche Massenvernichtungswaffe sitzt tief bei den Alliierten.

    Das nach den Kriegsjahren des Ostfeldzuges militärisch geschwächte Reich droht mit der Zerstörung Londons. Ziel ist es, die Westmächte an den Verhandlungstisch zu zwingen.

    Das Kalkül geht auf.

    Im Februar 1944 endet der große Krieg mit dem Waffenstillstandsvertrag von Madrid.

    Aber der Frieden ist trügerisch. Weltweit toben Stellvertreterkriege und es erscheint nur eine Frage der Zeit, bis die Großmächte ein letztes Mal gegeneinander ins Feld ziehen.


    Seit dem Sommer 1981 hütet der SS-Offizier Max Lenzer ein Geheimnis, dessen Enthüllung ihn an den Galgen bringen würde. Dieser Gefahr rückt er noch näher, als er Jahre später vollkommen unerwartet in das höchste Amt der SS berufen wird und sich als Schachfigur in einem politischen Intrigenspiel wiederfindet. 

    Doch nicht nur Rivalen suchen nach einer Schwachstelle des neuen Reichsmarschalls. Auch Klara Wagner, eine verurteilte Mörderin im Auftrag eines Geheimdienstes, sowie Wiebke Raabe, eine desillusionierte Inspektorin im Reichsamt für Volkshygiene, interessieren sich für sein Vorleben. 

    Als Lenzer dann auch noch dem Rätsel um die deutsche Atombombe auf die Spur kommt, schwebt er in Lebensgefahr.

    Ein Crossover-Thriller


    Wer auf eine solche Geschichte Lust hat, kann sich gerne Bewerben.


    VG


    Jens Bühler

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