Jens Castner

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Lebenslauf von Jens Castner

Jens Castner, Jahrgang 1967, ist seit 2014 Chefredakteur des Anlegermagazins BÖRSE ONLINE. Zuvor war er stellvertretender Chefredakteur des Monatsmagazins €uro und der Wochenzeitung €uro am Sonntag, für die er bereits seit 1999 als Leiter des Frankfurter Korrespondentenbüros regelmäßig über das Börsengeschehen in Deutschlands Finanzmetropole berichtet hatte.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Jens Castner

Cover des Buches Erfolgreiches Value-Investieren (ISBN: 9783898799003)

Erfolgreiches Value-Investieren

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Erschienen am 10.10.2014
Cover des Buches Erfolgreiche Value-Investoren (ISBN: 9783898795067)

Erfolgreiche Value-Investoren

 (1)
Erschienen am 14.06.2010

Neue Rezensionen zu Jens Castner

Cover des Buches Erfolgreiches Value-Investieren (ISBN: 9783898795050)
Dr_Ms avatar

Rezension zu "Erfolgreiches Value-Investieren" von Max Otte

Das Thema grundsolide abgehandelt
Dr_Mvor 8 Jahren

Value-Investoren, so lesen wir gleich zu Beginn des ersten Kapitels, kaufen Aktien guter Unternehmen zu einem günstigen Preis. Deshalb entstehen sofort zwei Fragen, nämlich: was ist ein gutes Unternehmen und was ein günstiger Preis? Wenn man nun gedacht hat, dass dieses Buch darauf eine eindeutige Antwort geben würde, dann sieht man sich getäuscht. Tröstlich daran ist nur, dass es eindeutige Antworten nicht geben kann, obwohl die entsprechende Hoffnung natürlich durch Bücher wie dieses genährt wird. Jede Entscheidung an den Kapitalmärkten ist mit einem Risiko behaftet. Dem kann sich selbstverständlich auch das Value-Investing nicht entziehen.

Gewöhnlich nennt man die Art der dieser Investment-Strategie zugrunde liegenden Analyse fundamental, während Strategien, die auf Kursverläufen und abgeleiteten Parametern beruhen, als technisch bezeichnet werden. Leider lassen sich die Autoren dieses Buches zu der dümmlichen Bemerkung hinreißen, dass technisch orientierter Börsenhandel reine Kaffeesatzleserei wäre (S. 45), um dann später ihren Lesern folgenden Satz (S. 109) zu präsentieren:"Wenn Sie Aktien auswählen, die drei Jahre lang gefallen sind, ist eine Umkehrung dieser Dynamik zumindest nicht unwahrscheinlich." Jeder, der auch nur ein wenig von Wahrscheinlichkeiten versteht, weiß, dass diese Aussage ebenso wie Kaffeesatzleserei vollständig inhaltslos ist. Sie findet man jedoch im Kapitel über die Grundlagen des Value-Investing unter der Überschrift "Einfache Strategien".

Man kann an den Finanzmärkten mit völlig verschiedenen Strategien Geld verdienen. Value-Investing ist eine, technisch orientierter Handel eine andere. Beides funktioniert, wenn man es beherrscht. Der Star des Value-Investings ist unbestritten Warren Buffett. Seine Performance ist unerreicht und beweist, dass diese Art der Geldvermehrung eine Kunst und keine Wissenschaft mit klaren Regeln ist. In dieser Hinsicht unterscheidet sie sich ebenso wenig vom technisch orientierten Handel wie in den Ergebnissen.

Nach zwei Anfangskapiteln, in denen das Thema des Buches unter verschiedenen Gesichtspunkten hinundhergewälzt wird, kommen die Autoren im dritten Kapitel zur Sache und beschreiben den Value-Investment-Prozess. Dieser besteht aus drei Schritten, einer Suchstrategie, einem sinnvollen Bewertungsverfahren und einer disziplinierten Portfoliozusammenstellung, die auch zielorientierte Kauf- und Verkaufstrategien beinhalten sollte.

Wenn man mit einer der zahlreichen im Buch vorgestellten Suchstrategien einen Kandidaten gefunden hat, dann beginnt die hohe Kunst der Unternehmensbewertung. Entscheidend ist hierbei die Belastbarkeit und Zuverlässigkeit der vom Unternehmen gelieferten Daten. Wer schon einmal Geschäftsberichte verschiedener Unternehmen gelesen hat, der weiß, dass nicht alles, was auf Hochglanzpapier gedruckt wird, auch die volle Wahrheit ist. Besteht ein Unternehmen auch diesen Test, dann kommt es zur Kaufentscheidung, die immer nur dann positiv ausfallen kann, wenn man tatsächlich bedeutende Abschläge vom ermittelten Unternehmenswert zu erzielen in der Lage ist.

Kapitel 4 befasst sich ausführlich mit den Quellen des Unternehmenswertes und der Ermittlung des Substanzwertes. Im nachfolgenden Kapitel geht es um die Marktposition des betrachteten Unternehmens. Mit Wachstumsunternehmen befasst sich schließlich das 6. Kapitel. Selbstverständlich verschließen sich solche Unternehmen nicht dem Konzept des Value-Investings. Die entsprechenden Besonderheiten werden in diesem Kapitel ausführlich abgehandelt. Die beiden folgenden Kapitel zeigen an zwei Beispielen (Salzgitter und Bijou Brigitte) wie man die vorher dargelegten Methoden anwenden sollte.

Kapitel 9 gehört bereits zum Anhang und vermittelt finanzmathematische Kenntnisse, die im ersten Teil des Buches angewandt wurden. Das letzte Kapitel widmet sich dem Problem der Kapitalkosten.

Fazit.
Solange die Autoren bei ihrem Thema bleiben, ist das Buch grundsolide. Obwohl es scheinbar auch für den normalen Kleinanleger geschrieben wurde, habe ich so meine Zweifel, ob der sich mit dem Wissen dieses Buches durch Geschäftsberichte verschiedener Unternehmen quälen wird, um dann seine Value-Investing-Strategie festzulegen und erfolgreich umzusetzen. Denn selbst wenn man das Grundlagenwissen aus diesem Werk verinnerlicht hat, wird man so schnell noch kein Warren Buffett. Dazu gehört viel mehr. Das Risiko des Gesamtmarktes lässt sich durch die in diesem Buch vermittelten Verfahren nicht bestimmen.

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Cover des Buches Erfolgreiche Value-Investoren (ISBN: 9783898795067)
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Rezension zu "Erfolgreiche Value-Investoren" von Jens Castner

Eine gute Ergänzung zum ersten Band
Dr_Mvor 8 Jahren

Während man beim Lesen des ersten Bandes ("Erfolgreiches Value-Investieren") noch das unterschwellige Gefühl bekommen konnte, dass diese Art des Vermögensaufbaus logisch begründet und auf lange Sicht unschlagbar ist, legen in diesem Band einige deutsche Vermögensverwalter die Karten wenigstens im Ansatz auf den Tisch. Und so erhält der Leser dieses Buches ganz nebenbei einige interessante Informationen, die die Angelegenheit relativieren und die Wahrnehmung der Wirklichkeit näher bringen.

Fremdes Geld zu verwalten und angemessen zu vermehren, ist nicht einfach. Stets hat man Kunden im Nacken, zu deren Stärken Geduld nicht gehört, obwohl die Value-Investing-Strategie dies zwingend voraussetzt. Immerhin haben es unabhängige Vermögensverwalter, um die es in diesem Buch geht, einfacher als Fondmanager großer Banken, Versicherer oder Fondgesellschaften. Sie sind in ihren Entscheidungen freier und müssen nicht ständig in Sorge um ihren Arbeitsplatz sein, wenn sie die entsprechende Benchmark nicht schlagen können, was bei Institutionellen schon alleine dadurch erschwert wird, dass gesetzliche Vorschriften die Flexibilität bei der Aktienauswahl deutlich einschränkt und dazu noch ständig alle möglichen Leute in die Entscheidungsfindung hinreden.

Bereits im Vorwort dieses Buches erfahren wir, dass die vergangenen Jahre das Value-Investing in Deutschland erheblich zurückwarfen, denn die Ergebnisse lagen zweistellig im Minus. Ganz so genial wie im Untertitel behauptet können die entsprechenden Investmentstrategien dann doch nicht gewesen sein, selbst wenn man auf lange Sicht investiert.

Vorgestellt werden folgende zehn Vermögensverwaltungen: Dr. Hendrik Leber und Acatis, Braun, von Wyss & Müller, Dr. Jens Ehrhardt und die DJE Kapital AG, Hans-Peter Schupp und die Fidecum AG, Andreas Grünewald, Alexander Kapfer und die FIVV AG, , Martin Wirth und Frankfurt Performance Management AG, Frank Lingohr, Max Otte und die Privatinvestor Verwaltungs AG, Norman Rentrop sowie Peter E. Huber und die StarCapital AG. Jede Vermögensverwaltung wird nach demselben Schema abgehandelt: die handelnden Personen, die Strategie, ein Interview und die Angabe der entsprechenden Fonds.

Bereits bei Dr. Leber und Acatis erfahren wir viele interessante, aber auch sonderbare Dinge, die einige der Aussagen im ersten Band deutlich relativieren. Eigentlich wollte ich schon in dessen Rezension auf Enron eingehen, denn dies ist ein klassisches Beispiel dafür, wie man durch Geschäftsberichte in die Irre geleitet werden kann. Ich habe es mir verkniffen, obwohl Enron die Tücken des Value-Investing offenbarte. Leider hatte Acatis Enron im Depot. Auch bei einigen anderen im Buch vorgestellten Gesellschaften ist zu lesen, dass ihre Flops zum Teil auf frisierte Bilanzen von Unternehmen zurückzuführen waren. Das ist eben die Achilles-Ferse des Value-Ansatzes.

Sehr interessant im Zusammenhang mit den allgemeinen Ausführungen im ersten Band dieses Werkes ist der Abschnitt über Jens Ehrhardt, der wohl das meiste Geld als privater Vermögensverwalter in Deutschland zu vermehren hat. Ehrhardt betreibt Value-Investing im Komplex mit einer technischen Analyse der Märkte, vermischt also die reine Lehre mit dem, was die Autoren früher ziemlich arrogant als Kaffeesatzleserei brandmarkten. Und er ist dabei - oh Wunder - sehr erfolgreich. Weitere Interviews zeigen, dass Ehrhardt bei der Beachtung von markttechnischen Aspekten nicht alleine steht.

Da alle Interviews mit fast denselben Fragen geführt werden, zeigen sich auch Differenzen in der Methodik. Insbesondere wird die Frage nach der wichtigsten Kennzahl bei der Unternehmensbewertung völlig unterschiedlich beantwortet.

Fazit.
Sieht man dieses Werk als Ergänzung zum ersten Band des Buches, so konterkariert es in verschiedenen Aspekten die dort aufgestellte Lehre etwas. Insofern ist es ein aufschlussreiches Buch. Für sich genommen sind die einzelnen Firmenvorstellungen im Sinne der Entwicklung eigener Strategien durch den Leser letztlich nicht sehr informativ, weil sie natürlich nur wenig wirklich belastbare Informationen preisgeben. Dieses Buch ist so eine Art deutsches "Magier der Märkte" im Bereich des Value-Investierens. Nicht uninteressant, auch wenn man praktisch nicht viel schlauer wird als man vorher schon war. Wer hingegen einen Vermögensverwalter sucht, der Value-Investing betreibt, für den ist dieses Buch sicher eine Fundgrube.

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