Gilgamesch

von Jens Harder 
4,0 Sterne bei2 Bewertungen
Gilgamesch
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Der älteste, überlieferte literarische Text in elegantem Gewand!

LillianMcCarthys avatar

Zeichenstil und Anhang gefielen mir gut, von der Adaption selbst habe ich mir aber mehr erhofft.

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Inhaltsangabe zu "Gilgamesch"

Während Jens Harder weiterhin an seiner Bild- und Kulturgeschichte der Menschheit arbeitet (Alpha, Beta), beschäftigt er sich mit dem ältesten überlieferten Epos der Geschichte: Gilgamesch. Es ist die Geschichte des Königs Gilgamesch und seines Freundes Enkidu - neu erzählt in einem ganz eigenen Comicstil. Jens Harder zeigt mit dieser Graphic Novel erneut, wie er die graphische Erzählung mit Mitteln aus der Vergangenheit vorantreibt.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783551763099
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:144 Seiten
Verlag:Carlsen
Erscheinungsdatum:19.12.2017

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    sweetpiglets avatar
    sweetpigletvor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Der älteste, überlieferte literarische Text in elegantem Gewand!
    Gilgamesch

    Der Gilgamesch-Epos ist der älteste, überlieferte literarische Text der uns bekannt ist. Das allein ist für Literaturverliebte schon ausschlaggebend, dass man sich der Graphic Novel von Jens Harder nähern sollte. 

    Ich bin eher durch Zufall auf diese Graphic Novel aufmerksam geworden, und habe dadurch Einblick in das Gilgamesch-Epos erhalten, von dem ich bisher eher nur sehr wenig wusste. Die Geschichte kommt aus dem babylonischen Raum und ist mehr eine Dichtung als ein Roman. Sie erzählt die Geschichte von Gilgamesch, einem König von Uruk, und Enkidu, der ein Freund von Gilgamesch war. Das Buch ist in mehrere Kapitel, beziehungsweise Tafeln, eingeteilt, und diese erzählen die Abenteuer und Erlebnisse von Gilgamesch, die er entweder alleine bestreitet, oder zusammen mit Enkidu erlebt. Mehr möchte ich auch gar nicht verraten, denn das soll jeder Leser selber entdecken. 
    Für jeden der dieses Epos noch nicht kannte, so wie ich, für den lohnt sich Jens Harders Werk auf jeden Fall. Jens Harder kombiniert die alte Geschichte, mit einer zeichnerischen Mischung aus alt und neu, dabei hat jedes Panel dieselbe Farbgebung, was einen ganz besonderen nostalgischen Hauch verleiht. Zudem passen die Panels in der Gestaltung zu den Kapiteln, diese werden als Tafeln benannt, und so wirkt jedes Panel selbst wie eine Tafel. Ich finde die Gestaltung einfach unglaublich passend zum Inhalt und es hat mich in die richtige Stimmung gebracht. 
    Richtig gut finde ich, dass Jens Harder am Ende den Leser nochmal abholt. Er erklärt hier im Nachwort wie er an die Arbeit dieser Graphic Novel herangegangen ist, welche Schwierigkeiten es gab und warum er wie was gestaltet hat. Außerdem, und das war für mich dann ein tolles Feedback nach dem Lesen, widmet er sich auch nochmal intensiv der Geschichte des Gilgamesch-Epos und seiner Entstehung und Bedeutung. Dabei fand ich es total interessant, dass viele Parallelen zur Bibelgeschichte gezogen werden können, die ja aber viel später erst stattgefunden hat verschriftlicht wurde. Und ganz am Ende gibt es dann noch ein paar Bilder von den Originaltafeln, was auch beeindruckend ist, wenn man bedenkt, wie wenig man scheinbar darauf lesen kann.

    Fazit: Insgesamt fand ich "Gilgamesch" von Jens Harder nicht nur geschichtlich interessant, sondern auch zeichnerisch gelungen und stimmig zu den Abenteuern von Gilgamesch und Enkidu. Dank Jens Harder lernt man nicht nur diese älteste überlieferte, schriftliche Geschichte kennen, sondern erfährt auch interessantes Hintergrundwissen, was das Gesamtbild perfekt abrundet. "Gilgamesch" ist definitiv ein kleines Highlight in meinem Graphic-Novel-Regal.

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    LillianMcCarthys avatar
    LillianMcCarthyvor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Zeichenstil und Anhang gefielen mir gut, von der Adaption selbst habe ich mir aber mehr erhofft.
    Habe mir mehr erhofft

    Jens Harder ist bekannt durch seine Bild- und Kulturgeschichte und wer diese Werke kennt, der kennt sicher auch die Professionalität, mit der geforscht wird und die unglaubliche Zeit, die in die Gestaltung gesteckt wird. So freute ich mich auch auf Gilgamesch. In der Graphic Novel wird die Geschichte von Gilgamesch bildlich aufgearbeitet. Der Epos ist der älteste überlieferte der Geschichte und ist noch dazu im Bereich des fruchtbaren Halbmonds, der Wiege unserer Kultur entstanden, was mich bedingt durch mein Studium dann sehr fasziniert hat. In diesem Zuge gefiel mir besonders gut, dass der Graphic Novel ein großer editorischer Teil angehängt war, der durch Nachbemerkungen, Bilder und Zeichnungen geprägt war und uns so ein besseres Bild von der frühen Kultur im heutigen Irak, Iran, Syrien und Saudi Arabien geben. Das unterstützt den Comic nicht nur enorm sondern sorgt auch für viel Verständnis, wenn man schon nicht selbst entsprechendes Vorwissen mitbringt.

    Wenn man vor der Adaption eines alten Epos steht, dann stellt sich natürlich immer die Frage der Umsetzung - der Modernisierung oder der direkten Übernahme des alten Stoffes. Jens Harder hat sich für den letzten Weg entschieden und adaptiert die Graphic Novel weitestgehend in dem Stil, der bereits da war. Die Zeichnungen selbst gefallen mir hierbei sehr gut, denn sie sind ähnlich den Reliefszenen, die man heute noch an Ausgrabungsorten findet und vermitteln so allein schon einen schönen Eindruck und tragen stark zur Atmosphäre bei. Leider war dies zusammen mit dem ausführlichen Anhang das einzige, was mir an der Grpahic Novel gefiel.

    Mein großes Problem beim Lesen und auch beim darüber Nachdenken im Nachhinein war die Adaption des geschriebenen Wortes bzw. des direkten mythologischen Stoffes. Dieser wurde von Jens Harder sehr unbehandelt belassen und so auch größtenteils übernommen. Das enttäuschte mich, denn meiner Meinung nach bietet diese Adaption einen schönen Weg, den alten Stoff für breitere Massen zugänglicher zu machen, was meiner Meinung nach durch den schwer lesbaren Urtext erschwert wird. Ich habe normalerweise keine Probleme beim Lesen von älteren Texten, was allerdings auch bedingt durch mein Studium eine Sache der Übung ist. Dennoch fiel mir das Lesen von Gilgamesch über weite Teile sehr schwer und hat mir so auch viel Spaß genommen. Besonders zur Übermittlung hätte ich mir eine Modernisierung des Stoffes gewünscht, da einerseits durch die Adaption die Möglichkeit besteht, andererseits so ein breiteres Publikum angesprochen wird.

    Die Graphic Novel Adaption gefiel mir zwar durch den Zeichenstil und den großen Anhang mit wichtigen Informationen sehr gut, allerdings hatte ich mir von der Adaption des Mythos selbst mehr gewünscht. Ich hätte es schöner gefunden, wenn der Stoff selbst einem breiteren Publikum zugänglich gemacht worden wäre. Leider fiel selbst mir das Lesen schwer und nahm mir viel Spaß an der Geschichte

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