„Nichts als Asche“ hat mich bereits auf der Lesung in seinen Bann gezogen. Jens Nielsen erzählt das Schicksal der Caterina Eggerdes mit einer Intensität, die einen nicht loslässt. Ich musste das Buch sofort überfliegen – und erst Wochen später habe ich es mir in Ruhe vorgenommen. Danach bin ich, als Schleswigerin, selbst durch die Stadt gegangen, um Caterinas Weg nachzuspüren. Das Buch hat mich dazu gebracht, vertraute Orte mit völlig neuen Augen zu sehen.
Nielsen schildert nicht nur Caterinas Leben, sondern auch die Mechanismen der Hexenprozesse: die Abläufe, die Willkür, die Qualen, die Frauen erdulden mussten. Diese Darstellung ist sachlich, eindringlich und respektvoll. Besonders beeindruckt hat mich, dass Jens Nielsen sich dafür eingesetzt hat, eine Gedenktafel für die gequälten Frauen am Markt in Schleswig anzubringen – mit mehreren Namen, auf Deutsch und Dänisch. Caterina Eggerdes ist nur eine von vielen, deren Leid heute sichtbar gemacht wird.
Wer sich auf dieses Buch und auf Nielsens Schreibstil einlässt, erfährt viel über das Leben in Schleswig um 1550 – eine Zahl, die sich auch mir unauslöschlich eingeprägt hat. Der Roman verbindet historische Genauigkeit mit emotionaler Wucht und macht die Vergangenheit greifbar, ohne sie zu romantisieren.









