Jens Oberheide Mein lieber Moses...

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Inhaltsangabe zu „Mein lieber Moses...“ von Jens Oberheide

Moses Mendelssohn und Gotthold Ephraim Lessing haben sich 1754 beim Schachspielen kennengelernt. Sie waren verwandte Seelen, haben ihre idealistischen und aufklärerischen Gedanken ebenso miteinander ausgetauscht, wie ihre menschlichen Befindlichkeiten und die Sorgen und Freuden des Alltags.
Moses Mendelssohn (*6. September 1729 in Dessau, † 4. Januar 1786 in Berlin) war in der deutschen Kultur des 18. Jahrhunderts der führende jüdische Schriftsteller deutscher Sprache und Gründer der Wissenschaft des Judentums. Sein philosophisches Werk ist durch Ethik und Menschenliebe geprägt.
Gotthold Ephraim Lessing (* 22. Januar 1729 in Kamenz, † 15. Februar 1781 in Braunschweig) war Dramatiker, Denker und Dichter der deutschen Aufklärung. Mit „Nathan der Weise“ setzte er seinem Freund Moses Mendelssohn ein literarisches Denkmal und legte zugleich ein beispielgebendes Zeugnis religiöser Toleranz ab.
Das Zwei-Personen-Stück „Mein lieber Moses....“ führt Moses Mendelssohn und Gotthold Ephraim Lessing zum fiktiven Gedankenaustausch beim Schach zusammen. Dabei plaudern sie über alles, was sie bewegt. Über Gott und die Welt, über Philosophie, Wissenschaft und Gesellschaft, über Freimaurerei und die Kunst, recht zu leben. Das ist mal „so dahingeredet“, mal fröhlich und satirisch und mal mit ernsthaftem Tiefgang.
In den Mund gelegt wurden ihnen (fast) durchgehend Originalzitate (aus 138 Textquellen), die nicht immer im direkten Dialog und Zusammenhang entstanden sind. Der Sprachduktus wurde dem heutigen Verständnis angeglichen, ohne die Aussagen als solche zu verändern. Sie stammen aus Briefen, Aufsätzen, Anekdoten und Aphorismen, aus Dramen und Fabeln, sowie aus Poesie und Prosa. Manche Gedanken bleiben fragend stehen. Die Nichtbeantwortung ist beabsichtigter Teil der Dramaturgie – auch über den Schluss des Stückes hinaus. Wer die Gedanken weiterdenken mag, dem möge die sensible Musikbegleitung (vorher, hinterher und zwischen einzelnen Sequenzen) als „Gedankenbrücke“ dienen.

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