Jens Rosteck Édith Piaf

(2)

Lovelybooks Bewertung

  • 2 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 2 Rezensionen
(2)
(0)
(0)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Édith Piaf“ von Jens Rosteck

Mit ihren Chansons bezauberte sie Millionen, ihre Bühnenpräsenz war legendär. Ihr dramatischer Lebensweg vom halb verhungerten Gossenkind zum international gefeierten Star bot Stoff für unzählige Filme und Romane. Ihre Chansons kennt jeder, als „Spatz von Paris“ wurde sie zum Mythos. Anlässlich ihres 50. Todestags im Oktober 2013 legt Jens Rosteck die erste große deutschsprachige Biographie dieser Ausnahmesängerin vor. Er zeigt sie als ebenso zerbrechliche wie kompromisslose Künstlerin, die sich buchstäblich für ihre Leidenschaft verzehrte.

Rosteck kennt das Leben und die Musik der Piaf wie kaum ein anderer. Eindringlich schildert er ihre Kindheit als Tochter eines Zirkuskünstlers, ihre ersten Auftritte als Straßensängerin, ihren atemberaubenden Aufstieg, aber auch ihre Drogenexzesse, Krankheiten, unglücklichen Männergeschichten und Eitelkeiten. Treffliche Porträts ihrer größten Hits – von "La vie en rose" bis zum unvergesslichen "Non, je ne regrette rien" - ergänzen das Lebensbild. Eine der schillerndsten Künstlerexistenzen des 20. Jahrhunderts wird so auf unterhaltsame Weise lebendig.

Spätestens nach dieser Lektüre kann man Edith Piafs Chansons verstehen ...

— gst

Stöbern in Biografie

Das Verbrechen

Ein unglaublich gut recherchiertes Buch, das anhand der Mordserie an den Osage Indianern wieder einmal zeigt wie sehr Geld die Welt regiert.

Betsy

Ein deutsches Mädchen

Einblicke in Kindheit und Jugend in der Naziszene

Kaffeetasse

Adele: ihre Songs, ihr Leben

Gute Biographie, durch die auch Fans noch Neues über Adele erfahren. Mehr Fotos wären aber schön gewesen!

Cellissima

Rilke und Rodin

Eine durch und durch lesenswertes, weil ungemein lehrreiches Sachbuch.

seschat

Max

Wortgewaltige Schilderung des Jahrhunderkünstlers Max Ernst, fulminant und fesselnd, wie sein Leben und sein Werk.

Aischa

Ein Leben ist zu wenig

Guter Rhetoriker. Mit Privatem sehr zurückhaltend. Das Buch ist Geschichtsunterricht aus linker Perspektive. Nicht mehr. Nicht weniger.

wandablue

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Ein Leben auf der Überholspur

    Édith Piaf

    gst

    26. October 2016 um 15:59

    „Edith Piaf war eine Frau, die immer das tat, was sie im Moment wollte. Sie sagte das, was sie gerade dachte, und sie liebte, wenn sie gerade Sehnsucht nach Zärtlichkeit hatte. Alle diese überschäumenden Gefühle komprimierte sie in ihrem Gesang“ (Bruno Coquatrix)Jens Rosteck hat eine umfassende und mitreißende Biographie über die Ausnahmekünstlerin des vergangenen Jahrhunderts geschrieben. Ein Brief auf den Innenseiten des Covers zeigt ihre gleichmäßige Schrift mit großen Unterlängen, die einen Rückschluss auf ihre emotionale Präsenz zulassen. Dabei ist jeder freie Platz des Papiers beschrieben, ebenso wie in ihren Lebenstagen kein freier Raum blieb... „Sie debütierte als Artistenkind, und wandelte sich vom Spatz zum Phönix. Sie entstammte der Gosse, doch sie diente sich hoch: Vom Bordell über den Zirkus in die Cabarets an der Seine bis in die New Yorker Carnegie Hall. Als Dreijährige schien sie einem frühen Tod geweiht; als Heranwachsende war sie so bemitleidenswert wie Andersens Mädchen mit den Schwefelhölzern; in den fünfziger Jahren, deren Bild sie eigentlich gar nicht entsprach, wurde sie zum Monument und brachte es zu Weltruhm.“ So fasst Jens Rosteck in der Einleitung zur Biographie Edith Piafs kurzes Leben zusammen, um es dann fast minutiös aufzudröseln. Er geht dabei außerordentlich sorgfältig vor und beschreibt die Chansonsängerin von innen und außen. Fast wie in einem Film taucht der Leser in die einzelnen Episoden von Piafs Leben ein und erfährt am Ende jedes Kapitels näheres über die Entstehung ihrer bekanntesten Chansons. Solange sie sang, fühlte sie sich lebendig. Hunger, Einsamkeit, Sehnsucht nach Zuwendung spielten dann keine Rolle mehr, „weil ich dabei wirklich glücklich war, vollkommen glücklich. Von da an begriff ich, was es heißt, eine Berufung zu haben“, zitiert der Autor eine Aussage der Chansonette. Häufig ging sie nach einem Auftritt in die nächste Kneipe zum Feiern und teilte die soeben ersungene Gage mit sogenannten Freunden. In diesem Buch, das sich teilweise wie ein Krimi liest, lernen wir eine ausgesprochen schwierige Person kennen, die ihre Liebhaber austauschte wie andere ihre Garderobe. Handgreiflichkeiten forderte sie teilweise regelrecht heraus: „Das freiwillige Erleiden physischer Gewalt hob ihre Laune stets beträchtlich und machte sie ausgeglichen. Blaue Flecke am ganzen Körper versetzten sie in die Lage, sich abends noch ein wenig mehr in ihre Darbietung hineinzusteigern. Piaf sang über seelische Verwundungen am schönsten, wenn sie sich selbst auch verwundet fühlen und bestraft wissen konnte.“ (Seite 161)Einer ihrer zahlreichen (oft jüngeren) Begleiter, die sie gerne protegierte, erzählt auf Seite 195: „Sie geht mit ihren Liedern ins Bett und schläft mit ihnen. Sie wärmt sie, sie schmiegt sich an sie, umfängt sie. Und dann wird sie von ihnen in Besitz genommen.“ Obwohl sie zu den bestbezahltesten europäischen Interpretinnen ihrer Zeit gehörte, fraßen Starallüren und Tollheiten auch die üppigsten Gagen auf. Warten war ihr verhasst, regelmäßige Nacht- und Bettruhe gab es nicht. Stress bekämpfte sie mit zusätzlicher Überforderung. Auf einem Konzertmarathon 1954, den sie nur unter Aufbietung von Aufputschmitteln und durch Dauerstimulation mit Alkohol bewältigen konnte, folgte unweigerlich die qualvolle Phase von schwachen und abgebrochenen Vorstellungen. Doch ihr Publikum blieb der kleinen Frau mit dem großen Herzen treu. Das zeigte sich auch bei ihrer Beisetzung in Paris im Oktober 1963. Sie war gerade mal 46 Jahre alt geworden und seit einem Jahr zum zweiten mal verheiratet, mit einem um 20 Jahre jüngeren Mann. 40.000 Menschen, darunter zahlreiche bekannte Persönlichkeiten, nahmen an ihrem Begräbnis teil. Fazit: Hier liegt eine ausgesprochen lebendige und lesenswerte Biographie vor, die keine Wünsche offen lässt. Absolute Leseempfehlung!

    Mehr
    • 2
  • Umfassende und empathische Biographie mit „Bonus“

    Édith Piaf

    michael_lehmann-pape

    24. April 2013 um 12:10

      Trotz der vielfachen Literatur über Edith Piaf, eine zusammenhängende, umfassende und Werk und Person in der Breite würdigende Biographie im deutschsprachigen Raum fehlte durchaus. Eine Lücke, die Jens Rosteck nun in hervorragender Manier zu schließen versteht auf den knapp 410 Seiten seines neuen Werks.   Jene Sängerin Frankreichs, die sich weit über Frankreich hinaus in das kollektive Musikgedächtnis eingebrannt hat, von der Sascha Guitry zu Recht sagt: „Ihr Leben war dermaßen traurig.... Fast zu schön, um wahr zu sein“.   Von ganz unten nach ganz oben. Und wieder abwärts. Und wieder aufwärts. Auf der Suche nach der großen Liebe, für die sie sich immer wieder ganz und gar hingab (auch hier mit teils hartem Schicksal). Aber auch ebenso klar und stringent sich trennte von Freunden, von Männern, von langjährigen Weggefährten (wie ihrer kongenialen Komponistin und Texterin nach mehr als zwanzig Jahren).   Eine Künstlerin, der man vieles, fast alles verzieh, wenn sie sang. So in jenem fast berüchtigten Konzert, bei dem die Piaf mit vier Stunden Verspätung auftrat voller Zorn gegen das wütende Publikum, unter Pfeifen und Johlen die ersten Lieder dennoch sang und bei dem zum Schluss eine Intensität, eine Verbindung zwischen ihr und dem Publikum herrschte, die fast magisch zu nennen war.   „Und alles basiert auf der ewigen Opferbereitschaft ihrer Lippen, die vor Scherz vibrieren, wenn sie diese gewöhnlichen, banalen Worte formt. Ihrer Lippen, die im Angesicht Gottes den Schrei der ganzen Erde ausstoßen“.   Poetische, ergriffene Superlative, die so gut wie jeder, der die Piaf auf der  Bühne erlebte, von sich gab. Angesichts dieser so wankenden und im Extrem lebenden Frau aus den Arbeitervierteln Paris. Dem Alkohol zugewendet, notorisch unzuverlässig, eine unbequeme, zutiefst rebellische und doch poetische, entrückte Gestalt. Eine Frau auch, die durchaus aktiv ihr Image pflegte, die der eigenen Legendenbildung tatkräftig zur Seite stand. Und die ein maßloses Leben führte.   „Kleinwüchsig, eigensinnig, leidenschaftlich“, das war und ist der Mythos der Edith Piaf. Jenen Mythos, den Rosteck empathisch und intensiv vor die Augen des Lesers legt. Ihre Stimme, ihre Energie und ihr Bestreben, Legendenbildung zu betrieben sind dabei die Fäden, die Rosteck zugrunde legt, um die Person hinter der Legende, die Frau hinter der Stimme Schritt für Schritt kennen zu lernen. Von diesem ungeheuren Zufall auf den Champs Elysees, als Straßensängerinnen von einem Cabaret Betreiber entdeckt und, vom Fleck weg, unter Vertrag genommen und gefördert zu werden.   „Ihre Stimme hat mich im Innersten ergriffen, hat mich bei den Eingeweiden gepackt“. Als sänge die kleine Pariserin um „ihr Leben, um Leib und Seele“. Eine Frau, die, gerade zu Beginn, wankelmütig war, mit den alten Freunden vom Pigalle leicht und gerne „versumpfte“, die eigensinnig ihren Weg ging, dabei nicht und Freund und Feind kannte, die langjährige Begleitungen (und Lieben) einfach hinter sich ließ und es (zumeist), den Personen zudem noch überlassen hat, das selber zu realisieren. Schmerzen hatte sie erlitten, die kannte sie, und Schmerzen verursachte sie. Aber immer wieder, sobald der Vorhang sich öffnete, betrat sie eine andere Welt, mit und in der sie die Menschen bis zum Schluss im Innersten berührte.   Dieser ganze Lebensweg, die Brüche, die Lieben, das Maßlose, das Sensible, das Wissen um ein „gutes Lied“ und ihre ganz eigenen musikalischen Interpretationen, Jens Rosteck gelingt es in einem durchaus ebenfalls poetischen Stil Leben und Person der Piaf tief reichend im Buch darzustellen. Und zudem, als Zugabe gewissermaßen, sich einer ganze Reihe der wichtigsten Chansons interpretierend zu nähern (als je in sich abgeschlossene Einschübe im Buch).   Eine sprachlich hervorragende Lektüre, die sich ihrem Thema bestens informiert nähert und den „Mythos Piaf“ ebenso spüren lässt, wie die wahre Person hinter den Legenden.

    Mehr
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks