Jens Sparschuh

 3,5 Sterne bei 79 Bewertungen
Autor von Der Zimmerspringbrunnen, Das Leben kostet viel Zeit und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Jens Sparschuh

Jens Sparschuh und die Liebe zu seinen literarischen Figuren: Jens Sparschuh – 1955 in Karl-Marx-Stadt geboren – studierte in Leningrad und wurde 1983 an der Berliner Humboldt-Universität zum Doktor der Philosophie promoviert. Nachdem sein Doktorvater in den Westen ging, wurde Sparschuhs Vertrag an der Universität nicht verlängert. Er hätte sich eine Karriere als Landarzt oder Pastor im Schweden des 19. Jahrhunderts vorstellen können, sagte er einmal. Doch Sparschuh beschloss, fortan als freier Schriftsteller zu arbeiten. Auf ein bestimmtes Genre lässt sich Sparschuh nicht festlegen. Der Vater zweier Töchter schreibt für Kinder und Erwachsene, verfasst Romane, Hörspiele, Essays und Gedichte. Ausgezeichnet wurde er mit mehreren Preisen, darunter 1988 das Anna-Seghers-Stipendium und 1989 der Kriegsblindenpreis, die renommierteste Hörspielauszeichnung. Sparschuh beschäftigt sich häufig mit deutscher Geschichte und blickt satirisch auf deutsch-deutsche Befindlichkeiten. Zudem sagt man ihm eine Vorliebe für zwangsneurotische Charaktere nach: Im bislang erfolgreichsten Roman „Der Zimmerspringbrunnen“ (1995) durchlebt Hinrich Lobek als Springbrunnenvertreter die komischen und tragischen Aspekte der Wendezeit – und verfällt dabei in einen ostalgischen Bastelwahn. Hannes Felix, die Hauptfigur von „Im Kasten“ (2012) kämpft mit ausgeprägtem Ordnungstick gegen das alltägliche Chaos. In einem Fragebogen-Interview antwortete Sparschuh einst, er verliebe sich regelmäßig vor allem in seine eigenen literarischen Figuren. Wen er wohl meint?

Alle Bücher von Jens Sparschuh

Cover des Buches Der Zimmerspringbrunnen (ISBN: 9783442720705)

Der Zimmerspringbrunnen

 (46)
Erschienen am 01.08.1997
Cover des Buches Das Leben kostet viel Zeit (ISBN: 9783462049978)

Das Leben kostet viel Zeit

 (8)
Erschienen am 15.02.2018
Cover des Buches Der Schneemensch (ISBN: 9783462034783)

Der Schneemensch

 (5)
Erschienen am 18.02.2005
Cover des Buches Der alte Mann und das Meerschweinchen (ISBN: 9783836959186)

Der alte Mann und das Meerschweinchen

 (5)
Erschienen am 30.01.2017
Cover des Buches Eins zu eins (ISBN: 9783462032147)

Eins zu eins

 (4)
Erschienen am 20.02.2003
Cover des Buches Im Kasten (ISBN: 9783462044171)

Im Kasten

 (2)
Erschienen am 16.02.2012
Cover des Buches Silberblick (ISBN: 9783462033793)

Silberblick

 (1)
Erschienen am 01.05.2004
Cover des Buches Lavaters Maske (ISBN: 9783462028430)

Lavaters Maske

 (1)
Erschienen am 01.08.1999

Neue Rezensionen zu Jens Sparschuh

Cover des Buches Der Zimmerspringbrunnen (ISBN: 9783442720705)T

Rezension zu "Der Zimmerspringbrunnen" von Jens Sparschuh

Was ein Käse
TimoRossvor einem Jahr

sehr langweilig

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Cover des Buches Das Leben kostet viel Zeit (ISBN: 9783462049978)HansDurrers avatar

Rezension zu "Das Leben kostet viel Zeit" von Jens Sparschuh

Als Memoirenschreiber in der Seniorenresidenz
HansDurrervor 3 Jahren

Da ich bei Jens Sparschuhs „Der Zimmerspringbrunnen“ Tränen gelacht habe, gehe ich „Das Leben kostet viel Zeit“ mit hohen Erwartungen an – und werde nicht enttäuscht. Bereits auf den ersten Seiten lache ich bereits wieder Tränen, es ist ganz einfach wunderbar, was der Mann alles für Einfälle hat. „Sogar an Blumen für Wanda hatte er noch gedacht, Tulpen von Shell, gelbe und rote.“
 
Worum geht's?
Titus Brose ist Memoirenschreiber in einer Seniorenresidenz am Rande von Berlin, wobei er manchmal auch Lebensläufe durcheinander bringt und es gelegentlich mit Söhnen und Töchtern zu tun kriegt, die ihre Mutter und Schwiegermutter mit Oma anreden. „Ja, das machen viele hier so, ein kleiner, ziemlich hilfloser Trick. Würde man von 'Mutter' oder 'Vater' sprechen, wäre klar, dass man als Nächstes selbst an der Reihe ist. 'Oma', das stellt gewissermassen einen Sicherheitsabstand her.“
 
Alte Leute sind oft vergesslich, verwechseln schon mal das Telefon mit der Fernbedienung. „Lange hielten es die Gedanken nicht aus in ihrem Kopf. Brose fragte sich, wie viel versunkene Word-Dateien, die niemand mehr öffnen konnte, am Grunde ihres Gehirns liegen mochten.“ Das eigene Älterwerden nimmt man nicht wahr, erkennt es nur bei anderen – und wundert sich darüber, ohne dass das jedoch Konsequenzen hat.
 
Im Altersheim gelten Regeln, auch sprachliche. Den Lebensabend der Bewohner als „Restlaufzeit“ zu bezeichnen geht gar nicht und von der Altersweisheit meint eine Berwohnerin, es sei dies wohl eher „eine spezielle Form von Altersschwachsinn“.
 
Titus Brose nimmt an einer Sitzung der Biografie-Gruppe teil. Auch ein Männchen mit einem T-Sirt auf dem steht NOT MY DAY wird reingerollt. „Niemals schieben wir“, erklärte Frau Schwarz flüsternd Bose, „unsere Bewohner rückwärts. Das verstösst gegen unsere ethischen Prinzipien und gegen die Würde des Menschen. Ganz egal, was wir gerade um die Ohren haben: Es handelt sich ja nicht um Frachtstücke. Sie müssen immer sehen, wohin die Reise mit ihnen geht.“
 
Beim Biografie-Schreiben geht es laut der Leiterin der Firma um Genauigkeit und über diese verfügt Titus Brose in hohem Masse, was sich unter anderem darin zeigt, dass er seinen Kollegen Schulze, der seine Arbeit mit einem ausgeprägten Hang zur Systematik betreibt, auf seine sprachlichen Unbedarftheiten aufmerksam macht – vom 'er nickte mit dem Kopf' (ja, mit welchem Körperteil denn sonst?') über 'hohle Phrase' (Pleonasmus) bis zum ständigen 'Es war einmal' – , allerdings ohne grossen Erfolg.
 
„Das Leben kostet viel Zeit“ ist nicht nur allerbeste Unterhaltung, sondern auch reich an cleveren Einsichten ins menschliche Selbstbild. „Ich habe den Eindruck“, so begann Bose, „dass viele den Fehler machen, rückblickend ihr Leben aus der Sicht eines Hauptdarstellers zu beschreiben, und dabei völlig ignorieren, dass sie oft nur Nebendarsteller oder Statisten in ihrem eigenen Leben waren.“
 
Wie kam es bloss, fragt sich Bose, dass die wirklich interessanten Leute keinerlei Wert auf eine Biografie legten? Und überhaupt: Was erinnert man wirklich? Schliesslich besteht das Leben doch nur aus Momenten. Einem flüchtigen Bild, einer Macke oder irgendeinem Satz.
 
Dann trifft Bose auf Dr. Einhorn und dessen Chamisso-Leidenschaft. Er beginnt zu recherchieren. Adelbert von Chamisso, ein bunter Vogel, der immer wieder Sachen beschrieb, bevor er sie erlebt hatte, war in den Jahren 1815 bis 1818 mit einer Entdeckungs-Expedition um die Welt gereist. Und hatte eine sehr spezielle Beziehung zu seinem Freund und Herausgeber Eduard Hitzig. 
 
Ein wunderbar witzig-philosophisches Buch über das Alter und das Älterwerden. Ein Lesegenuss höchster Güte!

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Cover des Buches Der alte Mann und das Meerschweinchen (ISBN: 9783945709498)danielamariaursulas avatar

Rezension zu "Der alte Mann und das Meerschweinchen" von Jens Sparschuh

Mal eine ganz andere Tiergeschichte für Kinder!
danielamariaursulavor 4 Jahren

Ein Hörbuch mit dem Lieblingssprecher meiner Großen: Robert Missler. Doch es kommen diesmal keine Gespenster vor!

Nein, dies ist eine kleine feine Geschichte voller hintersinnigem Humor, der Kindern nicht immer auf Anhieb auffällt, aber mithörenden Eltern irren Spaß macht!

Angelina Polke freut sich riesig auf ihren ersten Urlaub am Meer! Ihre Freundin Hanni fährt ja ständig in die Berge auf den Bauernhof, aber für Angelina ist es etwas ganz besonderes. Sogar ihr Meerschweinchen Ottilie (Hanni findet Meerschweinchen ja total out!) soll mitkommen, schließlich ist sie doch ein MEERschweinchen! Doch kurz vor der Abfahrt liest sich die schwangere Frau Polke noch mal den Mietvertrag für die chice neue Ferienwohnung durch und ach Schreck: Haustiere strengstens verboten! Wohin nur mit Ottilie? Ob der etwas verschrobene ältere Nachbar Herr Möhring, der sonst nach der Post sieht, wohl auch auf ein Meerschweinchen aufpassen kann? Herr Möhring ist willig, aber Angelina noch nicht ganz so überzeugt und lässt ihm daher ihr „Du und Dein Meerschweinchen“- Buch da, damit er Ottilie auch ganz sicher nicht mit Gemüsechips füttert. Kaum ist Ottilie in einer ruckeligen Reise ein Stockwerk tiefer bei Herrn Möhring angekommen, steht bei dem auch schon Frau Waller vor der Tür, sie hat ja schon länger ein Auge auf den einsamen älteren Herren geworfen und eine Reise ans Meer käme ihr gerade recht, gerne mit Meerschwein! So beginnt für Meerschweinchen Ottilie ein regelrechtes Roadmovie!

Meine große Johanna fand das Hörbuch gut, aber nicht sehr gut. Ich habe sie ein bißchen im Verdacht, daß das schlechte Abschneiden von Angelinas Freundin Hanni an dieser Einschätzung nicht ganz unschuldig ist. Meine jüngere Tochter Franziska (8 Jahre) kann sich viel mehr für diese Geschichte der ruhigen Töne und des schrägen Humors erwärmen. Was beide Kinder sehr lustig finden, ist das Meerschweinchen Ottilie stets in Reimen spricht und diese haben es in sich! Z.B. „Zum Zwangsurlaub mich zu verpflichten? Mensch, Leute… Ihr macht ja Geschichten.“  Wobei auch Reime wie „Bohren und Ohren“ vorkommen, so daß dies auch für Kinder sehr vergnüglich ist und gleichzeitig das Sprachgefühl schult. Die Sprache von Ottilie ist allerdings manchmal etwas derbe, ganz anders, als die von der lieben Angelina und wer will schon sprechen wie ein Meerschweinchen?

Die Einsamkeit des alten Herrn Möhring und die Linderung durch die kleine Nagergesellschaft ging meiner Kleinen sehr zu Herzen. Aber auch Angelinas Sorgen und Nöte, die vor allem durch Missverständnisse belauschter Gespräche ihrer Eltern zustande kamen, fand sie zu komisch!

Der alte Mann und das Meerschweinchen, ist eine Geschichte der feinen Zwischentöne. Angelinas Vater hat sich Hemingways „Der alte Mann und das Meer“ für den Strandurlaub ausgeliehen. Meiner Erinnerung aus der Kindheit her, ein für Kinder sehr dröges Werk, da es vor allem das Seelenleben eines alten Mannes schildert. Auch hier erfährt der Zuhörer eine Menge über das Seelenleben, aber nicht nur über die Einsamkeit von Herrn Ottfried Möhring, sondern auch von der 8 jährigen Angelina und Meerschweinchen Ottilien, unbekannten Alters. Die Gedanken, die oft auch Missverständnisse hochspielen sind wirklich bisweilen richtig lustig und spiegeln gleichzeitig typische Sorgen und Nöte dieses Personenkreises dar, eben von Kindern, älteren Menschen oder eben Meerschweinchen.

Die Sprache ist für Kinder sehr gut verständlich und gemeinsam mit Herr Möhring lernt man noch eine Menge über Meerschweinchen, die nämlich stets Gesellschaft und viel frisches Grünzeug mögen und daher auch nach Angelinas Meinung viel Arbeit machen (die sie aber sehr gerne erledigt, denn sie liebt ihr Meerschweinchen sehr!).

Das Ende ist sehr schön, für alle Beteiligten ein wahres Happy End. Wir waren alle von diesem guten Ausgang sehr angetan!

Robert Missler, wie gesagt der Lieblingssprecher meiner Großen, liest sehr variabel und ordnet wieder jeder Person eine Stimme zu. Er schafft es durch das Spiel seiner Stimme die feine Ironie noch besonders herauszuarbeiten. Ich mußte bisweilen alleine schon über seine Betonung lachen und hatte dann Mühe, meinen Kindern zu erklären, was ich so lustig fand. Er schafft es einfach durch seine Stimmmodulation vor meinem inneren Auge ein bildliches Clichée entstehen zu lassen, hanseatisch trocken!

Wer auf Abenteuer, Action und Verfolgungsjagden steht, wird hier wohl nicht auf seine Kosten kommen, aber für sensible Kinder, die ein Herz für Einsame haben oder Spaß an witzigen Reimen, ist dieses Hörbuch sehr gut geeignet. Mithörende Eltern werden auch ihre Freude an den hintersinnigen Kommentaren haben. Vorsicht: schräg und trocken und irgendwie herrlich! Eine sehr ungewöhnliche Geschichte, die aus der Masse wirklich heraussticht.

Ist Dir gerade lang und weilig – mach dieses Buch an, aber eilig!

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Jens Sparschuh wurde am 14. Mai 1955 in Chemnitz (Deutschland) geboren.

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