Jens Steiner Hasenleben

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Inhaltsangabe zu „Hasenleben“ von Jens Steiner

Warum sind wir so? Was treibt uns an? Wovor fürchten wir uns?

»Und auspacken und neu anfangen. Immer wieder.« So sieht das unstete, prekäre »Hasenleben« der alleinerziehenden Lili mit ihren beiden Kindern Werner und Emma aus. Lili schlägt sich als Kellnerin durch dieses Leben, tanzt die Nächte durch und zieht ruhelos von einem Ort zum nächsten – bis ihr Leben eines Tages endgültig aus den Fugen gerät … Ein beeindruckender Frauen- und Familienroman, eine rätselhafte Odyssee durch die Schweiz.

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  • Rezension zu "Hasenleben" von Jens Steiner

    Hasenleben

    WinfriedStanzick

    27. May 2011 um 07:53

    Jens Steiner, Hasenleben, Dörlemann 2011, 287 Seiten, ISBN 978-3-908777-64-9 Der in Zürich lebende und 1975 geborene Jens Steiner hat mit diesem Debütroman ein Buch vorgelegt, von dem man beim Lesen an nicht wenigen Stellen regelrecht Bauchschmerzen bekommt, so realistisch und hoffnungslos wird da eine Geschichte von Menschen erzählt, wie sie in unserer allernächsten Umgebung häufiger leben, als wir denken. Mit folgenden Worten beginnt ein Buch, das einen nicht loslassen will ob seiner Tragik und Dramatik, das einen packt und abstößt, traurig macht und nachdenklich: „Dies ist Lilis Geschichte. Sie beginnt harmlos. Lilis Leben hatte eine komplizierte Mitte und etwas zerfledderte Ränder. In der Mitte eine Arbeit, die Geld einbringen sollte, immer zu wenig, aber irgendwie kam sie trotzdem über die Runden, zwei Kinder, und viele verschwommene Träume von einem anderen Leben. An den Rändern kleine Verzweiflungen und Fluchten. Alles normal. Lilis Gesichte ist nicht Lilis Geschichte. Nichts in ihr ist, was es ist, die Mitte ist keine Mitte und die Ränder sieht man nicht. Dies ist keine Geschichte. Wir fangen mit Lili an. Ganz harmlos.“ Aber harmlos bleibt sie nicht, jene prosaische Schilderung des verkorksten Lebens und der Hoffnungslosigkeit einer alleinerziehende Mutter und ihrer beiden Kinder Werner und seiner Schwester Emma. Beide sind schon jetzt für ihr Leben gezeichnet und werden es schwer haben. Allein gelassen von ihrer vergnügungssüchtigen Mutter, die sich in ihren Träumen verliert und Nächte lang auf Trebe ist, dabei doch immer von einer richtigen Ausbildung und einen normalen Leben träumt für sich und ihre Kinder, zeigen sie schon früh gestörte Verhaltensweisen. Als eines Tages ein Mann auftaucht, der Mutter und Kindern bekannt vorkommt, ergreift Lili wieder einmal die Flucht. Und dann passiert ein fruchtbares Ereignis, das alles, was bisher noch zu tragen schien, etwa die Bindung zwischen Werner und seiner Schwester Emma, endgültig zerstört. „Hasenleben“ ist ein verstörender Roman, der ein helles Licht wirft auf das Leben unzähliger Menschen, Frauen meist, die alleinerziehend, ohne gute Bildung, mit prekären Beschäftigungsverhältnissen und ebensolchen Beziehungen von einer Lebenskatastrophe in die andere stürzen und ihren Kinder nicht das sein können, was diese bräuchten. „Ohne Sicherheit bietende Beziehungen entwickeln Kinder keine sicheren Bindungen, und ohne sichere Bindungen können sich Kinder nicht zu eigenständigen, sozial kompetenten und verantwortlichen Persönlichkeiten entwickeln, „ schreibt Karl Gebauer in seinem eben in der elften Auflage erschienen Buch „Kinder brauchen Wurzeln“. Der Roman von Jens Steiner ist die Dokumentation eines Lebens, in dem all dies misslingt. So wie er sein Buch geschrieben hat, bin ich sicher, dass es eine reale Person mit ihren Kindern gibt, die ihn dazu inspiriert hat.

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  • Rezension zu "Hasenleben" von Jens Steiner

    Hasenleben

    Clari

    25. February 2011 um 11:27

    Von Verlust und Lebensfluchten. Hasenleben: ist das nicht ein Leben immer auf der Flucht, Verfolgungsangst und Verstecke suchen vor dem wilden Jägersmann? Hier stehen Lili mit ihrem kleinen Sohn Werner und Emma für die verfolgten Hasen. Sie leben zuerst in Genf, später in St. Moritz, wo Lili versucht, als Kellnerin oder Bardame zu Geld zu kommen. Unheimlich und dräuend erscheint das Leben dieser kleinen Familie aus Mutter und zwei Kindern. Lili raucht, verschwindet oft und kümmert sich nur wenig um ihre Kinder. Sie ist eine „Verlorene“, deren Leben aus dem Fugen zu geraten droht. Werner schleicht durch Hotelflure, beobachtet Menschen, stibiezt auch schon mal Geld,--wovon sonst sollten sie Leben? Emma ritzt sich die Arme und bleibt eine stille und verschlossene Person, von der man noch weniger weiß als von Werner und Lili. Stetige Ortswechsel lassen gar nicht erst Heimatgefühle oder Freundschaften aufkommen. Die Zimmer, die sie an verschiedenen Orten bewohnen, sind verkommen, und das Leben scheint ein einziges „Verliererabenteuer“ zu sein. Die Protagonisten sinnieren ständig nach neuen Möglichkeiten, um einen Weg nach Heimat und Geborgenheit zu finden. Ihre Suche bestimmt auf weiten Strecken das Geschehen, denen wir als Leser ratlos gegenüber stehen. Das Treiben der Figuren steht für die Leere und das Nichts, dem sich einzelne Menschen im Leben ausgesetzt sehen mögen. Jens Steiner lässt seine Figuren agieren, ohne ihnen tiefenpsychologisch nahe zu treten. Ihr Handeln spricht für sich. So erweitert sich die Perspektive auf die Aussichtlosigkeit, für die es keine Erlösung zu geben scheint. Man erschauert angesichts des Marsches der Protagonisten durch ein leeres und absolut rastloses Dasein. Zwischen Emma und Werner gibt es ein verbindendes Band. Am Ende und unvermittelt aber geschieht ein Unglück, das alle restlichen Bande zerstört. Kleine poetische Zwischenstationen gaukeln vorübergehendes Glück vor, doch das Ende ist vorgegeben. Es ist ein trauriges Buch, dessen Lektüre nichts Tröstliches zurücklässt.

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