Mein Leben als Hoffnungsträger

von Jens Steiner 
4,4 Sterne bei27 Bewertungen
Mein Leben als Hoffnungsträger
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Leyla1997s avatar

Rundum begeistert!

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Anfangs eine leicht zu lesen wirkende Geschichte, entfaltet sie ihre Vielfalt und Tiefgründigkeit im Lauf des Buches

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Inhaltsangabe zu "Mein Leben als Hoffnungsträger"

Vier Männer, ein Recyclinghof am Rande der Stadt und dann auch noch ein kopfloses Huhn: Jens Steiners Roman ist ein hintersinnig komisches Kammerspiel über den Wahnsinn unseres Massenkonsums.
Philipp hat gerade eine Lehre zum Mechatroniker abgebrochen und ist aus seiner WG rausgeflogen, weil die Mitbewohner seinen Putzfimmel nicht mehr tolerieren wollten. Als er sich an einer Tramhaltestelle die Zeit mit dem Auflesen von Stanniolpapieren vertreibt, wird Uwe auf ihn aufmerksam. Uwe ist Leiter des städtischen Recyclinghofs und sieht in Philipp sofort seinen neuen Hoffnungsträger. Auf dem Hof arbeiten auch Arturo und João, zwei Portugiesen, die aus dem Kreislauf der Waren ihren eigenen, nicht ganz legalen Nutzen ziehen, für den sie bald auch Philipp gewinnen wollen – bis ihnen ein Großprojekt aus dem Ruder läuft und die aufgeräumte Welt des Recyclinghofes gehörig ins Wanken gerät.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783716040126
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:192 Seiten
Verlag:Arche
Erscheinungsdatum:20.07.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    Leyla1997s avatar
    Leyla1997vor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Rundum begeistert!
    Kaum zu glauben, dass der Alltag so spannend und voller Lyrik sein kann, ich bin rundum begeistert.

    Kurze Inhaltsangabe: Unser Protagonist Philipp hat gerade seine Ausbildung abgebrochen und ist aus seiner Wohngemeinschaft rausgeflogen als er Uwe, der Leiter des städtischen Recyclinghofes, ihn anspricht und somit zu einer Arbeit auf seinem Hof überredet. Von da an ist Uwe von ihm begeistert und erklärt Philipp zu seinem "Hoffnungsträger".

    Eine schöne "Nebensächlichkeit" war, dass dem Leser nicht nur das gegenwärtige Leben von Philipp erzählt wird. In einigen wenigen Seiten zwischendurch wird auch die Vergangenheit unseres Protagonisten erläutert, was ich zum Einen wichtig für die Geschichte und zum Anderen schön für den Leser finde. Mir gefiel es auch, dass diese Seiten nicht zu lang gehalten waren und auch nicht zu sehr ins Detail gingen. Somit bleibt viel Interpretationsfreiraum.

    Was mir besonders gefiel, waren Philipps sehr besondere, fast schon eigenartige, Gedankengänge, manchmal nahezu wirr und stets lyrisch. Kurzum: Mir gefällt seine Art zu denken. Er sieht in den kleinsten Dingen die Schönheit heraus und schafft es immerzu positiv zu bleiben und sich dabei die richtigen Fragen zu stellen. Dadurch bietet der Roman dem Leser viel Spielraum für eigene Überlegungen und so mancher wird in seinen Gedanken verloren.

    Es könnte gesagt werden, dass dieser Roman lediglich um den Alltag eines Wertstoffhofmitarbeiters handelt und sonst nichts weiter passiert, aber ich finde, es ist reine Ansichtssache. Solange der Leser sich seine eigenen Gedanken macht und das Buch lediglich als eine Art Anreiz zum Denken benutzt, kann dieses Werk zu einem reinen Meisterwerk an lyrischen Vorlagen werden. Man muss nur selber nachdenken wollen.

    Außerdem gefällt mir die Eigenheit dieses Romanes, denn ich muss zugeben, dass ich noch nie ein Buch über den Alltag eines normalen Arbeiters gelesen habe und das ohne, dass es mir langweilig wurde oder ich mir das Ende herbeigesehnt habe.

    Kommen wir zum Schluss, denn der war alles andere als 0815 oder vorhersehbar. Natürlich will ich jetzt nicht zu viel verraten, aber ich war schon etwas über das offene Ende erstaunt. Dabei bin ich sehr froh, dass ich positiv überrascht wurde.

    Mein Fazit:
    Kaum zu glauben, dass der Alltag so spannend und voller Lyrik sein kann, ich bin rundum begeistert.

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    raven1711s avatar
    raven1711vor einem Jahr
    Regt zum Nachdenken an

    Rezension Jens Steiner - Mein Leben als Hoffnungsträger

    Klappentext:
    Philipp hat gerade eine Lehre zum Mechatroniker abgebrochen und ist aus seiner WG rausgeflogen, weil die Mitbewohner seinen Putzfimmel nicht mehr tolerieren wollten. Als er sich an einer Tramhaltestelle die Zeit mit dem Auflesen von Stanniolpapieren vertreibt, wird Uwe auf ihn aufmerksam. Uwe ist Leiter des städtischen Recyclinghofs und sieht in Philipp sofort seinen neuen Hoffnungsträger. Auf dem Hof arbeiten auch Arturo und João, zwei Portugiesen, die aus dem Kreislauf der Waren ihren eigenen, nicht ganz legalen Nutzen ziehen, für den sie bald auch Philipp gewinnen wollen – bis ihnen ein Großprojekt aus dem Ruder läuft und die aufgeräumte Welt des Recyclinghofes gehörig ins Wanken gerät.
    Mit seinem vierten Roman ist Jens Steiner ein hintersinnig komisches Kammerspiel für vier Figuren gelungen, in dem die Generation »Weiß noch nicht« mit den Konsequenzen einer Warenwirtschaft konfrontiert wird, die Wachstum verspricht, während sich der Mensch im Überfluss selbst erstickt.

    Meinung:
    Was macht einen Hoffnungsträger aus? Logisch, in ihn werden große Hoffnungen gesetzt. Und Philipp befindet sich schon seit seiner Jugend in der Rolle des Hoffnungsträgers, erst bei seinen Eltern, nun bei seinem Chef Uwe auf dem Recyclinghof. Doch wie so oft sitzt Philipp zwischen den Stühlen, auch auf dem Recyclinghof. Denn wo Uwe ihn als Nachfolger seines Postens sieht, möchten Philipps Arbeitskollegen ihn gerne mit in deren nicht ganz legales Unternehmen mit einspannen.
    Jens Steiner liefert mit Mein Leben als Hoffnungsträger einigen Stoff zum Nachdenken. Da wäre zum einen das Thema des mangelnden Antriebs, der sich viele junge Menschen und auch meiner Generation gegenüber sehen. Philipp ist ein gutes Beispiel dafür, der sich oft überfordert fühlt von den Hoffnungen und Plänen, die an ihn gestellt werden. Auch auch die anderen Protagonisten im Roman bestechen mit ihren Eigenheiten, allen voran die beiden Portugiesen Arturo und Joao, die mir persönlich am Besten gefallen haben. In den Figuren findet man sich wieder, auf die eine oder andere Art und Weise.
    Die Themenvielfalt, die Steiner hier hineinpackt, wurde ausgewogen umgesetzt. Andere Romane hätten überfrachtet wirken können, Steiner schafft ein gutes Gleichgewicht und schwadroniert nicht zu viel rum, lässt aber genügend Kritik durchklingen, um seine Leser einzufangen. Der eingängige Erzählstil, der aus Philipps Sicht in der Ich-Perspektive erzählt wird, sorgt für einen guten Lesefluss und macht dieses Buch trotz seiner tiefsinnigen Thematik zu einer kurzweiligen Lektüre.

    Fazit:
    Mein Leben als Hoffnungsträger spricht viele wichtige Themen an, regt zum Nachdenken an, überfordert aber seine Leser nicht und liefert eine interessante Geschichte, die länger nachwirkt.
    Von mir gibt es 4,5 von 5 Punkten.
    Vielen Dank an den Arche Verlag für das Rezensionsexemplar.

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    19angelika63s avatar
    19angelika63vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Sehr schöne philosophische Geschichte über die "Hoffnungsträger" dieser Welt ...
    Sind wir nicht alle irgendwie die Hoffnungsträger dieser Welt?

    Klappentext
    Philipp hat gerade eine Lehre zum Mechatroniker abgebrochen und ist aus seiner WG rausgeflogen, weil die Mitbewohner seinen Putzfimmel nicht mehr tolerieren wollten. Als er sich an einer Tramhaltestelle die Zeit mit dem Auflesen von Stanniolpapieren vertreibt, wird Uwe auf ihn aufmerksam. Uwe ist Leiter des städtischen Recyclinghofs und sieht in Philipp sofort einen neuen Hoffnungsträger. Auf dem Hof arbeiten auch Arturo und João, zwei Portugiesen, die aus dem Kreislauf der Waren ihren eigenen, nicht ganz legalen Nutzen ziehen, für den sie bald Philipp gewinnen wollen – bis ihnen ein Großprojekt aus dem Ruder läuft und die aufgeräumte Welt des Recyclinghofs gehörig ins Wanken gerät.



    "Doch wann, frage ich mich, sind die Dinge nicht mehr die Dinge, die sie mal waren? Irgendwann sind sie etwas anderes geworden, aber an welchem Punkt haben sie angefangen, dieses Andere zu werden?" (Seite 31)

    Philipp hat seine lehr geschmissen und wurde aus seiner WG rausgeworfen … weil Philipp anders ist als andere. Er ist nicht einer dieser Jugendlichen oder Menschen, bei denen es um höher, schneller, besser oder wie auch immer geht. Philipp ist eigen manchmal auch seltsam. Das sieht auch Uwe, der Chef vom Recyclinghof sofort, als er Philipp beim Sammeln von Stanniolpapier beobachtet. Uwe weiß sofort das ist sein Mann, sein Hoffnungsträger für den Recyclinghof. Er bietet Philipp einen Job dort an. Dieser ist skeptisch, geht aber dennoch hin. Hier sieht er schnell, dass dieser Recyclinghof einen eigenen Kosmos hat. Seine eigenen Spielregen und Spieler. Doch was meint Uwe, als er von Hoffnungsträger spricht? Und kann Philipp seine Hoffnung erfüllen?

    "Ein Ding sei also nur auf Zeit dieses Ding. Und auch in dieser Zeit sei es immer nur zum Teil dieses Ding. >Das Schräubchen ist zwar Teil der Lampe, nur mal als Beispiel, lieber Philipp, das Schräubchen ist zwar Teil der Lampe, aber es bleibt dennoch ein Schräubchen, da sind wir uns doch einig. Denn wenn es als Teil der Lampe kein Schräubchen mehr wäre, würde die Lampe augenblicklich in Stücke gehen und wäre keine Lampe mehr. Anders ausgedrückt: Die Lampe ist nur deshalb eine Lampe, weil sein Schräubchen ein Schräubchen bleibt, verstehst du? <" (Seite 32)

    Philipp der Hoffnungsträger ... für welche Hoffnung? Für welchen Träger? Für eine Generation "Null Bock"? 

    Das waren die Fragen, die mir als erstes in den Sinn kamen, als ich anfing zu lesen. Doch je weiter man in dieses Buch eintaucht und sich von den vielen kleinen und feinen Sätzen zum nachdenken anregen lässt, war für mich irgendwann klar, es geht um uns.

    Wir stecken immer Hoffnungen in irgendetwas oder irgendwen, z.B. wenn ich das und das mache, dann wird alles gut oder wenn ich das und das mache, dann werde ich oder wenn ich mir das kaufe dann … Unser tägliches Leben ist mit Hoffnungen auf etwas gespickt, somit stellen Menschen und Dinge "Hoffnungsträger" dar. Erfüllen sie unsere Hoffnungen nicht, ob sofort oder später, dann werden sie aussortiert. Ab auf den Müll damit ...

    Aber Müll ist nicht gleich Müll und so landet eben vieles auf dem Recyclinghof, wo Dinge recycelt werden. So wird aus meinem „Müll“ vielleicht der Hoffnungsträger für jemanden anderen.

    Es geht aber nicht nur um Konsumgüter, sonder auch um die Randgruppen unserer Gesellschaft. Menschen die sich bewusst aus unserer Gesellschaft verabschiedet haben um ihr eigenes hoffnungsvolles Leben zu leben. Ein Leben als Lebenskünstler, Aussteiger … Hoffnungsträger für eine bessere Welt.

    "All die Sofas, Bücherregale und Lampen waren auch einmal Hoffnungsträger, waren Teil eines Teams, des Team Eigenheim, des Teams Jungfirma, des Teams Wohngemeinschaft. Jetzt sind sie hier gelandet, vergessen von der Welt und den Menschen, die sie los werden wollten." (Seite 93)

    Jens Steiner hat mit diesem Buch etwas ganz besonderes geschaffen. Dieses Buch hat einen ganz eigenen Kosmos. Ich mag die Sprache, die obwohl sie einfach ist, doch fantastisch die Situationen und Gedanken wieder gibt. Hat irgendwie etwas von einem "Märchenerzähler". Ich hätte ewig weiterlesen können. ♥

    Es gibt so viele wunderbare philosophische Stellen in diesem Buch, die mich inne halten lassen, über die ich nachdenke …

    Vielen lieben Dank Jens Steiner für dieses besondere Buch und den mir bescherten Lesegenuss. ♥♥♥

    „Das Schicksal hobelt und hobelt an jedem von uns und am Schluss sind wir alle gleich. Sagt zumindest unser João. Am Anfang tut jeder, als sei er ein Unikum, am Ende sind wir ein einziger Brei. Und weil wir sowieso nichts dagegen tun können, sollten wir uns davon die Laune nicht verderben lassen.“ (Seite 188/ 189)

    Unbedingt lesen!!!


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    hannelore259s avatar
    hannelore259vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ich werde es wie einen Juwel halten,betrachten und auf gar keinen Fall wegwerfen...
    Klein aber fein!!!

    Die Welt ist voller Hektik. Der Weg geht immer nur in eine Richtung, nach oben.
    Alles soll schneller, höher, weiter und vor allem besser sein.
    Man ist getrieben vom Fortschritt, muß mit der Zeit gehen.
    Aber dieses Buch ist anders..
    Man schlägt es auf und wird entschleunigt und das obwohl Philipp doch selbst auf der Suche zu sein scheint. Doch ist er das wirklich? Oder ist nicht doch gerade er am Ziel angekommen?

    Nachdem er seine Mechatronikerlehre hinschmeißt, wird er durch Zufall von Uwe, dem Chef eines Recyclinghofes entdeckt, der Großes in ihm sieht.
    Von da an entwickelt sich Philipp zum Hoffnungsträger.
    Und das ist er wirklich. Auf seine Art und Weise.
    Denn er ist anders, ein Beobachter, mit Blick fürs Wesentliche, der die Dinge und Menschen um sich herum wirklich wahrnimmt und sich Gedanken macht.
    Und diese Gedanken und Betrachtungen formuliert der Autor Jens Steiner in einer tollen plastischen Sprache.
    Es macht eine große Freude, dieses Buch zu lesen. Die Worte amüsieren, geben Denkanstöße, unterhalten.
    Selten schafft es ein Buch beides zu sein, philosophisch und amüsant.
    Dieses hat es trotz seiner Kürze erreicht, was wohl sehr für den Autor spricht.
    Allein bei der Darstellung der „fantastischen Vier“ des Recyclinghofes mußte ich sehr oft lachen.
    Chef Uwe, die 2 Portugiesen mit ihrem gebrochenen Deutsch und auch Mila fand ich in ihrer Charakterzeichnung sehr gelungen.
    Man merkt dem Autor an, dass er die Figuren mag und das überträgt er auch auf den Leser.

    Für mich war dieser Roman ein wahrer Glücksgriff.
    Er zeigt auf, dass viele Dinge nicht so sein müssen, weil sie von der Gesellschaft so vorgelebt werden, dass man seinen eigenen Weg gehen kann und dabei trotzdem glücklich ist.
     

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    blaues-herzblatts avatar
    blaues-herzblattvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Philipp ist herrlich und jeder sollte ihn kennenlernen.
    Philipp und die Welt

    Philipp ist rastlos und kommt einfach nicht an. Seine Lehre hat er abgebrochen, seine Mitbewohner fanden  er setzte sie zu sehr unter Druck… Und dann findet Philipp den Recyclinghof oder der Recyclinghof findet Philipp oder Uwe findet Philipp… 


    Ein Buch über Müll und Dinge und das Leben und Konsum und warum recyceln nicht das gleiche ist wie wegwerfen. 

    Mich hat diese Geschichte zum einen berührt und zum anderen auch ganz schön nachdenklich gemacht. 


    Der Schreibstil ist anders als sonst, man hat das Gefühl die Worte springen direkt aus Philipps Kopf auf das Papier. In der Sprache und den benutzen Begriffen spiegelt sich seine komische Art wieder. Er schmückt die Sätze nicht aus, sie sind schmucklos aber er achtet trotzdem auf Details an den anderen Menschen schon völlig abgestumpft täglich vorbei laufen. Dabei hat Phillip etwas von einem Kind auf Entdeckungsreise, eben so unbekümmert und ohne Ängste sieht er die Welt. Das alles hat ihn für mich zu einem äußerst interessanten und spannend-reizvollem Protagonisten gemacht. 


    Auch das drumherum der Handlung hat für mich einen wunden Punkt der Gesellschaft wunderbar beleuchtet. Auf dem Recyclinghof sehen wir durch die Augen von Philipp die rastlosen Menschen in ihrer Konsumsucht, fragen uns welches Gefühl die Konsumsucht ersetzt und worin  der Wert der Dinge besteht, im haben wollen oder im sich sicher fühlen oder… 


    Ich konnte einiges dazu lernen, habe für mich Denkanstöße über meinen eigenen Konsum mitgenommen und wie schön ein Leben sein kann auch wenn man öfter mal die Richtung ändert. 


    Große Empfehlung!

     

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    gsts avatar
    gstvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Eine humorvoller Betrachtung über all das Unnütze, von dem wir überzeugt sind, es unbedingt haben zu müssen ...
    Nichts im Leben ist beständig ...

    Philipp ist ein wenig anders als seine Mitmenschen. Statt sich dem Sog der Gesellschaft nach immer höher, weiter, schneller hinzugeben, verträumt er an der Straßenbahnendschleife Zeit auf einer Bank. Beobachtet wird er dabei von Uwe, der es als Chef des Recyclinghofes gewöhnt ist, sich um alles „Übriggebliebene“ zu kümmern. Uwe findet Gefallen am Silberpapier einsammelnden Philipp und holt ihn als Hoffnungsträger auf den Recyclinghof. Dort trifft der Ich-Erzähler auf die beiden Portugiesen João und Arturo, die es wunderbar verstehen, aus dem Abfall anderer Menschen Profit zu ziehen ...

    Jens Steiner ist mit diesem humorvollen Buch ein großer Wurf gelungen. Der Autor beobachtet genau und erfreut den Leser mit bemerkenswerten Zitaten: „Jetzt werfe ich alle meine Fragen auf einen Haufen und schaue ihnen dabei zu, wie sie langsam verrotten,“ (Seite 89) oder „All die Sofas, Bücherregale und Lampen waren auch mal Hoffnungsträger, waren Teil eines Teams … Jetzt sind sie hier gelandet, vergessen von der Welt und den Menschen, die sie loswerden wollten“ (Seite 93). Was mich auch beeindruckte, war Arturos Philosophie (Seite 138): „... Wenn er schaute Fotos von Kinder und Kindeskinder, er weinte vor Glück. Weil Erinnerung an Leben ist schön. Manchmal schöner als Leben selbst.“

    Dieses Buch erinnert nicht nur daran, dass Wünschen oft schöner als Haben ist, sondern führt auf ganz subtile Weise die Vergänglichkeit allen Seins vor Augen. Mich hat die mal mehr, mal weniger kurzweilige Geschichte über das Leben eines Eigenbrötlers, der aber durchaus zu echter Hilfe fähig ist, bestens unterhalten. 


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    alascavor einem Jahr
    Kurzmeinung: Unterhaltsam-witziger Entwicklungsroman eines Leistungsunwilligen. Der Konsumgesellschaft den Spiegel vorgehalten.
    Leichtfüßig ernst

    Leichtfüßig ernst
    Philipp ist auf der Suche. Nachdem er die Lehre zum Mechatroniker geschmissen hat, hält er sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser. Seine Eltern, liebevoll-hilflose „Gutmeiner“, unterstützen seine Entscheidungen trotz uneingestandener Enttäuschung, aber ein „Hoffnungsträger“ ist Philipp für seinen Vater nicht mehr.

    Auftritt Uwe Löhlein „aus Enerwee, genauer gesagt Dormagen, aber ein durch und durch interkultureller Mensch.“ Er ist der Chef eines Recyclinghofes, von der Sinnhaftigkeit seines Berufs überzeugt und sieht in Philipp eine verwandte Seele. Philipp wird also Teil der „fantastischen Vier“ – und erneut zum Hoffnungsträger. Auch für seinen portugiesischen Kollegen Arturro, der ihn für seine Form des Pragmatismus gewinnen will.

    Wie Steiner den (Arbeits-)Alltag von Joao, Arturro, Uwe und Philipp schildert, das ist ganz großes Kino. Selten habe ich mich beim Lesen so amüsiert, so lebendig und liebenswert sind die Figuren mit ihren Macken und Schrullen. Vor allem die kreativen Fehler, die dem Deutsch der beiden Portugiesen ganz neue Nuancen verleihen … jedes Wort habe ich genossen. Wichtige Nebenfiguren sind Jonas, ein wiedergefundener Jugendfreund, der Philipp neue Perspektiven eröffnet, und Philipps Freundin Mila, eine Art menschliches Kraftwerk, ständig unter Strom, für mich die interessanteste Figur. Toll, wie Steiner sich in derart unterschiedliche Charaktere einfühlen kann.

    In Rückblenden erinnert sich Philipp an seine Vergangenheit; am Ende dieser Kapitel zählt er auf, was sich parallel in der Welt abgespielt hat: „Das war 2006. … Auch in diesem Jahr spielte sich die Geschichte menschlicher Niedertracht weit weg von mir ab. Die Niedertracht der Welt, in der ich lebte, bestand darin, dass jede Generation noch ein bisschen mehr aus sich herauszuholen hatte als die vorherige …“

    Der Text liest sich so unterhaltsam, Steiners Sprache ist so virtuos und leichtgängig, dass die zweite Ebene der Handlung ganz beiläufig rüberkommt: Besitz als Sinnersatz und Identitätskrücke. Leistung als Existenzberechtigung. Das Recyclingkonzept als Alibi. Die Sehnsucht nach Gemeinschaft ohne Vereinnahmung. Der Schmerz des Loslassens. Der Mensch als Opfer des Konsumzwanges („Es ist die Fülle der Waren, die die Leute besoffen macht“), aber auch als Täter, dessen Konsumwahn in anderen Weltgegenden Übles anrichtet. Also ein ziemlich gehaltvoller kleiner Roman.

    Am Ende gerät Joao mit einem semi-legalen Geschäft in die Bredouille: die „Fantastischen Vier“ müssen sich beweisen. Das ist der Teil des Romans, der mich am wenigsten überzeugt hat; man bekommt ihn quasi erklärt, das wäre nicht nötig gewesen. Und: literarische (und sonstige) Happy Ends sind ungewohnt, siehe menschliche Niedertracht. Aber vielleicht muss ich auch was loslassen: Meinen Zynismus. Schaden würde es nicht. ;-)

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    Xirxes avatar
    Xirxevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Muss es immer mehr, immer besser, immer größer sein? Dies und mehr fragt sich Philipp der auf der Suche nach dem richtigen Leben ist. Schön!
    Schönes kleines Büchlein über Einen auf der Suche nach dem richtigen Leben

    Philipp, ein junger Mann Anfang 20, hat seine Lehre abgebrochen und wurde aus seiner WG geworfen - offenbar nicht gerade ein Hoffnungsträger unserer Gesellschaft. Doch Uwe, der Chef eines Recyclinghofes, sieht das anders. Er glaubt in ihm eine verwandte Seele zu erkennen und weiht ihn nach und nach in die Geheimnisse des Recycelns ein (Was ist der Unterschied zwischen Schrott und Altmetall? Altmetall ist nichteisernes Metall, Schrott hingegen eisenreich).
    Philipp, der Ich-Erzähler in diesem Buch, ist eine ungewöhnliche Erscheinung in unserer Gesellschaft. Statt sich intensiv seiner Zukunftsplanung zu widmen (Karriere, Familie, Haus), lässt er das Leben geschehen und ist sein interessierter Beobachter. Es ist keine Lethargie, die ihn nicht antreibt, sondern vor allem das genaue Wissen darum, was er will und nicht will: sich und Andere unter Druck setzen. Insbesondere seine Eltern sind ihm, was den Druck betrifft, hierfür ein typisches Beispiel: „… sie (seine Mutter) denkt vielleicht, dass der Vogel es richtig macht, er zieht von Gelegenheit zu Gelegenheit, wachsam und frei, jedenfalls macht er es besser als sie, die diesen Lebensballast immerzu mit sich trägt, diese Ehe, diese Familie, dieses Haus und die tausend Verpflichtungen, weil man sich selbst oder irgendwem vor langer Zeit alles Mögliche versprochen hat …“. Oder sein Vater, der keinen Zwang auf ihn ausübt und nur das Beste für ihn will. Wobei er darunter aber etwas völlig anderes versteht als sein Sohn. „Es muss ihn (den Vater) innerlich zerreißen.“
    Es mag so scheinen, als ob Philipp sich einfach durch sein Leben treiben lässt, doch er macht sich über sein Dasein und alles was dazu gehört, vermutlich mehr Gedanken als die meisten Menschen. Beispielsweise über seine Arbeit im Recyclinghof und die Leute, die dorthin kommen: "... es gibt noch jene, die vor Jahren im Ausverkauf 30 m Gartenschlauch ergattert haben, nur für den Fall. Doch der Fall ist nie eingetreten. Endlos viele Fälle treten nie ein. Ware bleibt unbenutzt liegen, Ware gerät in Vergessenheit, genau wie der Grund, weshalb sie einmal angeschafft wurde." Oder als er sich fragt „Doch wann … sind die Dinge nicht mehr die Dinge, die sie einmal waren? Irgendwann sind sie etwas Anderes geworden, aber an welchem Punkt haben sie angefangen, dieses Andere zu werden?“ … „All die Sofas, Bücherregale und Lampen waren auch einmal Hoffnungsträger, waren Teil eines Teams, … Jetzt sind sie hier gelandet, vergessen von der Welt und den Menschen, die sie loswerden wollten.“ Auch macht er sich immer wieder bewusst, wie gut es ihm geht: „Das Geräusch, das meine Stiefel auf dem Matsch machen, fasst die ganze Misere der Welt zusammen. Kein Grund, sich unglücklich zu fühlen, denke ich und schicke abermals ein Grinsen in Richtung Himmel.“ Grauenvolle Nachrichten, die sich irgendwo in der Welt während seines Lebens ereigneten, lässt er wiederholt in die Darstellung seines beschaulichen Daseins einfließen, umso ganz nebenbei die Prioritäten deutlich zu machen: „… und begreife, dass man als Ding über all das, was der Mensch erfindet, nur lachen kann: das Hoffnungsträgertum, Hühnerställe, Dessert-Cocktails, Recyclinghöfe, Kriege, die Kindheit, die Zukunft.“
    Ein Mut machendes Buch für all jene, die sich wie Philipp fragen: „Warum muss man immer besser werden, warum immer noch ein Diplom erwerben, warum immer weiter dorthin streben, wo die Luft dünn ist, wo Stressjob und Haushypothek ständig die Hand an deiner Gurgel haben?“ Denn man sollte nie vergessen: „Am Anfang tut jeder, als sei er ein Unikum, am Ende sind wir alle ein einziger Brei.“ 😉

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    Estrelass avatar
    Estrelasvor einem Jahr
    Müllmänner

    Philipp hat für sein Leben noch nicht den rechten Sinn gefunden. Das ändert sich, als er von Uwe entdeckt und in die Arbeit auf dem Recyclinghof eingeführt wird. "Ich selber weiß zwar auch nicht, ob man recyclen oder recyceln schreibt, doch wie die Sache funktioniert, umso besser. Uwe hat es mir gründlich beigebracht. Ich bin schließlich sein Hoffnungsträger." Das Setting alleine würde schon für ein außergewöhnliches Buch reichen. Aber dann gibt es auch noch die schrägen Charaktere (z.B. Philipps Arbeitskollegen, zwei Portugiesen, die kreativen Nebentätigkeiten nachgehen), die Dialoge (alleine wie der Chef den Mitarbeiter João ständig als Schau bezeichnet, ist zum Brüllen komisch) und allem voran die Sprache, mit der der Autor die Dinge auf den Punkt bringt. Das ist solch ein Vergnügen, dass es kaum stört, dass handlungsmäßig nicht viel passiert. Liebenswerte Charaktere gepaart mit intelligentem Humor - das war für mich eine wunderbare Mischung.

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    Himmelfarbs avatar
    Himmelfarbvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein echter Lesegenuß!
    Klein, ganz groß

    Jens Steiner, dieser hochbegabte Schweizer Autor, der mit seinem 2013 erschienenen Roman „Carambole“ Leser, wie Kritiker begeisterte und dafür zurecht den Schweizer Buchpreis bekam, beweist auch in seinem neuen Roman „Mein Leben als Hoffnungsträger“, dass er ein Händchen für das Erschaffen von „Aus - der - Norm - gefallener“ Protagonisten hat.


    Philipp hat einen Putzfimmel, sein Studium geschmissen, sitzt gerne an Tramschleifen herum und sammelt Stanniolpapier auf.

    Damit fällt er Uwe, dem Chef des Recyclinghofes auf, der Philipp unter seine Fittiche nimmt und ihn zu seinem Hoffnungsträger, d.h. Nachfolger in spe, kürt.

    Mit den beiden anderen Mitarbeitern, den Portugiesen Arturo und Joao, sucht Philipp nun seinen Platz im Leben, inmitten der seltsamen Welt des Recyclings.


    Jens Steiner erschafft einen Mikrokosmos des Andersseins und wirft die Frage auf, was denn im Leben wirklich wichtig sei.

    Es sind beileibe nicht Erfolg, Geld und Macht. Für die meisten Menschen sind es die kleinen Dinge, vor allem aber Liebe, Vertrauen, Freiheit.


    Philipp, der Außenseiter, ist zwar ein wenig verschroben und erfreut sich an Dingen, die er vornehmlich alleine tun kann, wie Putzen und elektronische Geräte auseinanderzunehmen, aber am Ende braucht auch er Freunde und Nähe.

    Diese Nähe, ist schon am Anfang des Romans ganz wichtig für ihn, wenn er in seiner Wohnung in einem Wohnsilo erwacht. 

    Zitat:“ Ich gehe in die Küche und packe meine Brote ein. Aus dem Luftabzug über dem Herd strömt der altbekannte Duft, vom Treppenhaus sind schnelle Kinderschritte zu hören. Es beruhigt mich, wie dieses Haus die Lebenszeichen der Bewohner durch seine Mauern und Eingeweide sickern lässt. Man weiß, die anderen sind da. Man weiß, sie tun das, was sie immer tun.“

    Gegen Ende, wenn Philipp erkannt hat, was in seinem Leben wichtig ist, sind es die Frau, die er liebt und die Menschen, die ihm zeigen, dass er gut ist, wie er ist, die diese Nähe vermitteln.


    Das alles erzählt Jens Steiner in einer klaren, wie poetischen Sprache, mit wunderbar augenzwinkerndem Humor - ganz leise und klein und fein.

    Einmal mehr zeigt Steiner mit dieser Geschichte, dass er ein Meister des Minimalismus ist.


    Schauen wir das nächste Mal besser hin, wenn Menschen einfach irgendwo sitzen, wenn Menschen mit Modelleisenbahnen oder Puppen spielen, wenn Menschen Stanniolpapier sammeln und Zeitungsausschnitte, denn das Leben besteht aus kleinen, seltsamen Freuden und manchmal ist das Kleine ganz groß!



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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Über die Suche nach dem richtigen Leben

    Herzlich willkommen zu einer neuen Leserunde aus dem Arche Verlag.  Lest gemeinsam mit Autor Jens Steiner in "Mein Leben als Hoffnungsträger" und geht mit Philipp gemeinsam auf die Suche.


    Als der ewige Rumtrödler Philipp sich nach Lehrabbruch und Rausschmiss aus der WG durch die Gegend treiben lässt, trifft er auf Uwe. Dieser ist Leiter des städtischen Recyclinghofs und sieht in Philipp sofort seinen Hoffnungsträger. Zusammen mit seinem neuen Chef und den Portugiesen Arturo und João bildet Philipp fortan ein kurioses Quartett, das dem täglichen Wegwerf-Wahnsinn beiwohnt. Während Uwe seinen neuen Sprössling aufpäppelt, ziehen die Portugiesen aus dem Warenkreislauf ihren eigenen, nicht ganz legalen Nutzen – bis ihnen ein Großprojekt aus dem Ruder läuft und die Welt des Recyclinghofes gehörig ins Wanken gerät.



    Jens Steiner, geboren 1975, studierte Germanistik, Philosophie und Vergleichende Literaturwissenschaft in Zürich und Genf. Sein erster Roman ›Hasenleben‹ stand auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis 2011 und erhielt den Förderpreis der Schweizerischen Schillerstiftung. Jens Steiner wurde 2012 mit dem Preis Das zweite Buch der Marianne und Curt Dienemann-Stiftung ausgezeichnet. 2013 gewann er mit ›Carambole‹ den Schweizer Buchpreis und stand erneut auf der Longlist des Deutschen Buchpreises.


    Wir suchen nun mindestens 20 Leser, die gerne in Romanen versinken und das Buch gerne gemeinsam mit Jens Steiner in der Leserunde lesen möchten. 


    Bewerbungsaufgabe: Schreibt uns, warum ihr gerne diesen Roman in der Leserunde mitlesen möchtet

    *** Wichtig ***

    Ihr solltet Minimum 2-3 Rezension in Eurem Profil haben, damit ich sehen kann wie Ihr Eure Rezensionen schreibt und wie aussagekräftig/aktuell sie sind. Der Erhalt eines Rezensionsexemplars ist verpflichtend für die Teilnahme an der Leserunde. Dazu gehört das zeitnahe Posten in den Leseabschnitten und das anschließende Rezensieren des Buches. 
    Erwiesene Nichtleser werden nicht ausgewählt
    Gewinner-Adressen werden nach Bucherhalt aus Datenschutzgründen gelöscht.

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    Pressestimmen

    »Steiner schnitzt […] eine reduzierte, aber bildgewaltige Kulisse an der Peripherie der Großstadt, in der sein Ensemble nicht ohne Wahn agiert, aber ein köstliches Gleichgewicht hält.«
    Jochen Overbeck, Spiegel Online

    »Ein wunderbares Schelmenstück, das Kammerspiel und Milieustudie in einem ist.«
    Manfred Papst, NZZ am Sonntag

    »Eine hintersinnige Parabel auf die Widerwärtigkeiten unserer Welt.«
    Felix Münger, SRF2 Kultur

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