Jens Wolling

 4.5 Sterne bei 2 Bewertungen
Autor von Bürger online, Medieninnovationen und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Jens Wolling

Jens WollingMedieninnovationen
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Medieninnovationen
Medieninnovationen
 (1)
Erschienen am 21.04.2011
Jens WollingBürger online
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Bürger online
Bürger online
 (1)
Erschienen am 01.10.2011
Jens WollingFukushima und die Folgen
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Fukushima und die Folgen
Fukushima und die Folgen
 (0)
Erschienen am 21.07.2014
Jens WollingPolitik 2.0?
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Politik 2.0?
Politik 2.0?
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Erschienen am 03.05.2010
Jens WollingPolitikverdrossenheit durch Massenmedien?
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Politikverdrossenheit durch Massenmedien?

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Rezension zu "Bürger online" von Jens Wolling

Rezension zu "Bürger online" von Martin Emmer
michael_lehmann-papevor 6 Jahren

Die individuell politische Kommunikation im Internet

Das Buch bildet eine etwa 10jährige Forschungsstudie ab, deren Ziel darin lag, den Einfluss des Internet auf die politische Kommunikation des Nutzers zu erheben.

Eine „politische Kommunikation im Wandel“ ist es, welche die Autoren im Laufe ihrer Studie ausgemacht haben. Ein gesellschaftliche Kommunikation, deren Raum sich durch das Internet immens erweitert hat. Gerade auch durch die Vielfalt der Kommunikationsformen, die das Internet in hoher Dynamik eröffnetet und weiterhin eröffnet, wurden bestehende Kommunikationsgrenzen weitgehend aufgehoben oder verschoben.

Damit ist klar, dass sich der Möglichkeitsraum des Internet auch für politische Kommunikation eröffnet hat. Wie aber wird dieser Möglichkeitsraum genutzt? Auch wenn im Rahmen der Erhebung noch einmal deutlich wird, dass die Politik für die meisten Bürger nicht im Mittelpunkt Ihres Lebens steht, die politische Kommunikation ist dennoch mit einem durchaus hohen Stellenwert versehen. Interesse an Informationen und die Wahrnehmung von Möglichkeiten des Austausches sprechen hier eine klare Sprache. Ebenso, wie eine erkennbare Mobilisierung der Informationsaktivitäten durch die Nutzung des Net zunimmt (und das nicht nur bei einer Piraten Partei, die diese Mobilisierung nur am klarsten nutzen).

Eine Beobachtung, die weitergedacht in zwei Richtungen sich weiterführen lässt. Zum einem wie im Buch empirisch festgestellt, dass sich die Kommunikationsdichte intensiv erhöht, wenn konkrete Ereignisse in den Raum treten. Zum anderen aber auch, dass mittlerweile solche „konkreten“ Ereignisse durch die intensive Kommunikation im Internet erst „gemacht“, besser „aufgedeckt“ werden (wie die Plagiatsvorwürfe gegen diverse Politiker, wie der ein oder andere „Shitstorm“ auf Twitter und ähnliches).

Das eigentliche Ergebnis der Studie ist allerdings eher, wie unspektakulär die Ergebnisse sich letztlich in ihrer Gesamtheit darstellen. Insgesamt nämlich halten die Bürger an ihren eingefahrenen Routinen der politischen Kommunikation fest. Wobei hier in der jüngsten Vergangenheit (wiederum der dynamischen Entwicklung des Net geschuldet) doch Veränderungen ersichtlich sind. Leider nimmt die Studie diese jüngsten und sehr interessanten Veränderungen gerade in der Beschleunigung politischer Kommunikation nicht mehr auf, da viele dieser Ereignisse (Medienkampagnen, Plagiatsuntersuchungen, Piratenpartei etc.) erst nach Beendigung der Studie deutlicher erkennbar in den Raum traten.

Methodisch aufeinander aufgebaut und sauber gegliedert ist dem Leser das Nachvollziehen der Ergebnisse der Studie relativ einfach möglich, wobei umwälzend neue Erkenntnisse nicht vorliegen. Natürlich ändert der Online Zugang auch in Teilen die politische Kommunikation und natürlich betrifft dies eher die jüngere Generation (die „bequemen Modernen“), die einen hohen Teil ihrer Informations- und Kommunikationskultur in das Netz verlagert haben.

Das Buch bildet methodisch sorgfältig eine fundierte Studie ab, die allerdings eher für wissenschaftlich Forschende von Interesse sein dürfte und die in Teilen durch die dynamische Entwicklung auch der politischen Kommunikation im Internet bereits nicht mehr den aktuellen Stand abbildet. Was die Autoren im Übrigen durchaus am Ende des Buches bereits zutreffend prognostiziert haben.

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Rezension zu "Medieninnovationen" von Jens Wolling

Rezension zu "Medieninnovationen" von Jens Wolling
michael_lehmann-papevor 7 Jahren

Medieninnovationen verändern

Nicht nur, aber mit am deutlichsten, hat das Web 2.0. mit seiner Vielzahl von sozialen Plattformen und seiner Informationsdichte auf die Kommunikationsstrukturen Einfluss genommen. Ähnlich sieht es aus im Blick auf den Handyboom vor einigen Jahren und die Verbreitung der sms als Kommunikationsmittel. In mancherlei Hinsicht wurde hier eine ganz eigene Sprache neu kreiert.

Medieninnovationen verändern die Kommunikation in der Gesellschaft, das läst sich auch ohne wissenschaftliche Studie erahnen. Wie dies aber geschieht und was genau jene Veränderungen im Einzelnen sein können, dem wendet sich diese ausführliche und thematisch breite Betrachtung zu. Schon der Überblick der thematischen Vielfalt der 23 Beiträge im Buch zeigt auf den ersten Blick die vielfältigen Wechselwirkungen, die durch Medieninnovationen verursacht oder angestoßen werden.

Sei es in Bezug auf den Journalismus (innovative und gestraffte Redaktionsmodelle, deren Auswirkung auf den Journalisten, Öffnung breiter Informationszugänge durch das Web 2.0 mit Aufweichung der „Schaltstelle Journalismus“ u.a.), sei es im Blick auf die politische Kommunikation (politische Diskussionen im Net, aber auch Regierungskommunikation im Net). Zudem wendet sich der Blick der Beiträge auf die Herausforderungen an die Medienregulierung und Medienpädagogik (Instrumente der Medienselbstkontrolle, Umgang mit Computern an Schulen) und die Medienökonomie (Veränderungsprozesse in Redaktionen Print und Einflüsse auf den Fernsehmarkt). Damit aber nicht genug wird ebenso die Frage der Rezipienten und der Nutzungsweisen erörtert, bevor dann in den letzten beiden Abschnitten breitere, allgemeine Folgen der Medieninnovationen praxis- und theorieorientiert thematisiert werden. Die Auswirkungen auf soziale Beziehungen anhand der „Selbstoffenbarung“ in sozialen Netzwerken, die Veränderung in Gestaltung, Nutzung und Pflege sozialer Netzwerke durch das Web 2.0 und die veränderten Handlungsweisen aufgrund ständiger, mobiler Erreichbarkeit bilden breite Betrachtungen allgemeiner Auswirkungen auf die gesamte Gesellschaft, bevor abschließend theoretische Reflexionen und Debatten über Medieninnovationen analysiert und erörtert werden.

Ein deutlicher Schwerpunkt der Untersuchungen liegt somit klar erkennbar auf den Auswirkungen des Web 2.0 und des Internet im Gesamten auf die Medienlandschaft und die soziale Umgangsweise innerhalb einer Gesellschaft. Veränderungen werden konstatiert und fundiert belegt, die Kommunikation der Gesellschaft befindet sich im starken Wandel. Dies zeigt sich alleine schon an der Trennlinie innerhalb der Gesellschaft zwischen Internet Nutzer und jenen, die dem Internet aus den verschiedensten Gründen heraus eher noch fremd gegenüberstehen. Nicht nur die private Kommunikation, auch die öffentliche Kommunikation und die ökonomische Struktur folgen den angestoßenen Veränderungen durch aktuelle Medieninnovationen. Handy, mobile Kommunikation und Internet haben die Kommunikationsformen der Gesellschaft stärker verändert, als Film und Fernsehen das zu ihren Zeiten in den Raum gesetzt haben.

In teils kleinteiligen Betrachtungen (Wer nutzt Fernsehen zeitversetzt mittels digitalen Rekordern als Thema der Aneignung neuer Medien) und breiten Themen (Die Fernsehwirtschaft in der digitalen Welt) sind die einzelnen Beiträge informativ und ergeben in der Summe ein umfassendes Bild des aktuellen Status quo.
Interessant vor allem sind jene Beiträge, die sich mit dem konkreten Verhalten und den Motiven der Nutzer beschäftigen. So wird untersucht, warum Nutzer die Kommentarfunktion auf Nachrichtenportalen nutzen und was daraus folgt. Ist das Internet „verkommen zu einem Debattierclub von Anonymen, Ahnungslosen und Denunzianten“, wie es Bernd Graff 2007 formulierte (und vielerlei Anhaltspunkte sprechen dafür, dass gerade die Anonymität des Internet Mobbing, Anprangern und generell sozial destruktive Umgangsformen in hoher Quantität erzeugt), oder enthalten Leserforen eine gewichtige „Fracht an Lebenserfahrung und Kompetenz“? Ein Kapitel, dass zum Einstieg ins Thema hervorragend dient.

Breit, fundiert, komplex und mit einer Vielzahl von möglichen Folgerungen versehen bietet das Buch einen differenzierten Einsteig in die aktuelle Diskussion um und über das sich ändernde Kommunikationsverhalten innerhalb der Gesellschaft, initiiert und/oder freigeetzt durch moderne Massenmedien, deren nächster Schritt (der Siegeszug der Smartphones und Tablets) gerade in vollem Gange ist.

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