Jens Wolling , Gerhard Vowe Bürger online

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Inhaltsangabe zu „Bürger online“ von Jens Wolling

Wie hat das Internet die individuelle politische Kommunikation von Bürgerinnen und Bürgern verändert? Und welche konkreten Entwicklungen sind zu beobachten?

Das von 2002 bis 2009 laufende DFG-Projekt 'Politische Online-Kommunikation' geht diesen Fragen nach: Auf der Grundlage einer breit angelegten empirischen Studie dokumentieren die Autoren die Entwicklung der politischen Kommunikationsaktivitäten der befragten Bürger im zeitlichen Verlauf. Untersucht werden sowohl Informationsaktivitäten wie das Lesen politischer Internetseiten als auch die interpersonale politische Online-Kommunikation sowie politische Partizipationsaktivitäten im Internet.

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  • Rezension zu "Bürger online" von Martin Emmer

    Bürger online

    michael_lehmann-pape

    15. May 2012 um 12:14

    Die individuell politische Kommunikation im Internet Das Buch bildet eine etwa 10jährige Forschungsstudie ab, deren Ziel darin lag, den Einfluss des Internet auf die politische Kommunikation des Nutzers zu erheben. Eine „politische Kommunikation im Wandel“ ist es, welche die Autoren im Laufe ihrer Studie ausgemacht haben. Ein gesellschaftliche Kommunikation, deren Raum sich durch das Internet immens erweitert hat. Gerade auch durch die Vielfalt der Kommunikationsformen, die das Internet in hoher Dynamik eröffnetet und weiterhin eröffnet, wurden bestehende Kommunikationsgrenzen weitgehend aufgehoben oder verschoben. Damit ist klar, dass sich der Möglichkeitsraum des Internet auch für politische Kommunikation eröffnet hat. Wie aber wird dieser Möglichkeitsraum genutzt? Auch wenn im Rahmen der Erhebung noch einmal deutlich wird, dass die Politik für die meisten Bürger nicht im Mittelpunkt Ihres Lebens steht, die politische Kommunikation ist dennoch mit einem durchaus hohen Stellenwert versehen. Interesse an Informationen und die Wahrnehmung von Möglichkeiten des Austausches sprechen hier eine klare Sprache. Ebenso, wie eine erkennbare Mobilisierung der Informationsaktivitäten durch die Nutzung des Net zunimmt (und das nicht nur bei einer Piraten Partei, die diese Mobilisierung nur am klarsten nutzen). Eine Beobachtung, die weitergedacht in zwei Richtungen sich weiterführen lässt. Zum einem wie im Buch empirisch festgestellt, dass sich die Kommunikationsdichte intensiv erhöht, wenn konkrete Ereignisse in den Raum treten. Zum anderen aber auch, dass mittlerweile solche „konkreten“ Ereignisse durch die intensive Kommunikation im Internet erst „gemacht“, besser „aufgedeckt“ werden (wie die Plagiatsvorwürfe gegen diverse Politiker, wie der ein oder andere „Shitstorm“ auf Twitter und ähnliches). Das eigentliche Ergebnis der Studie ist allerdings eher, wie unspektakulär die Ergebnisse sich letztlich in ihrer Gesamtheit darstellen. Insgesamt nämlich halten die Bürger an ihren eingefahrenen Routinen der politischen Kommunikation fest. Wobei hier in der jüngsten Vergangenheit (wiederum der dynamischen Entwicklung des Net geschuldet) doch Veränderungen ersichtlich sind. Leider nimmt die Studie diese jüngsten und sehr interessanten Veränderungen gerade in der Beschleunigung politischer Kommunikation nicht mehr auf, da viele dieser Ereignisse (Medienkampagnen, Plagiatsuntersuchungen, Piratenpartei etc.) erst nach Beendigung der Studie deutlicher erkennbar in den Raum traten. Methodisch aufeinander aufgebaut und sauber gegliedert ist dem Leser das Nachvollziehen der Ergebnisse der Studie relativ einfach möglich, wobei umwälzend neue Erkenntnisse nicht vorliegen. Natürlich ändert der Online Zugang auch in Teilen die politische Kommunikation und natürlich betrifft dies eher die jüngere Generation (die „bequemen Modernen“), die einen hohen Teil ihrer Informations- und Kommunikationskultur in das Netz verlagert haben. Das Buch bildet methodisch sorgfältig eine fundierte Studie ab, die allerdings eher für wissenschaftlich Forschende von Interesse sein dürfte und die in Teilen durch die dynamische Entwicklung auch der politischen Kommunikation im Internet bereits nicht mehr den aktuellen Stand abbildet. Was die Autoren im Übrigen durchaus am Ende des Buches bereits zutreffend prognostiziert haben.

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