Jens Wonneberger

 4 Sterne bei 15 Bewertungen
Autor von Mission Pflaumenbaum, Himmelreich und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Jens Wonneberger

geboren 1960, lebt in Dresden. Er studierte zunächst Bauingenieurwesen und arbeitete anschließend als Reinigungskraft und Verkäufer. Seit 1992 ist er freiberuflicher Autor und Redakteur. Diverse Stipendien, 2010 Sächsischer Literaturpreis, 2017 Werkstipendium des Deutschen Literaturfonds. Zahlreiche Romane, Erzählungen und Sachbücher. Zuletzt erschienen im Müry Salzmann Verlag "Goetheallee" (2014) und "Himmelreich" (2015).

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Flug der Flamingos (ISBN: 9783990142189)

Flug der Flamingos

Neu erschienen am 01.09.2021 als Hardcover bei Muery Salzmann.

Alle Bücher von Jens Wonneberger

Cover des Buches Mission Pflaumenbaum (ISBN: 9783990141946)

Mission Pflaumenbaum

 (6)
Erschienen am 01.10.2019
Cover des Buches Himmelreich (ISBN: 9783990141281)

Himmelreich

 (2)
Erschienen am 05.10.2015
Cover des Buches Infarkt (ISBN: 9783882439830)

Infarkt

 (2)
Erschienen am 01.03.2004
Cover des Buches Prominente in Dresden und ihre Geschichten (ISBN: 9783861246602)

Prominente in Dresden und ihre Geschichten

 (1)
Erschienen am 07.09.2015
Cover des Buches Dichterhäuser um Leipzig (ISBN: 9783861246008)

Dichterhäuser um Leipzig

 (1)
Erschienen am 19.09.2006
Cover des Buches Goetheallee (ISBN: 9783990141014)

Goetheallee

 (1)
Erschienen am 01.09.2014
Cover des Buches Die Pflaumenallee (ISBN: 9783865213327)

Die Pflaumenallee

 (1)
Erschienen am 01.08.2006
Cover des Buches Sture Hunde (ISBN: 9783869303598)

Sture Hunde

 (1)
Erschienen am 01.09.2011

Neue Rezensionen zu Jens Wonneberger

Cover des Buches Mission Pflaumenbaum (ISBN: 9783990141946)Xirxes avatar

Rezension zu "Mission Pflaumenbaum" von Jens Wonneberger

Ein Wochenende tief in der Provinz
Xirxevor 6 Monaten

Kramer, der keinen Vornamen zu haben scheint (oder habe ich den überlesen?), besucht übers Wochenende seine verheiratete Tochter auf dem Land, zu der er kein besonders enges oder gutes Verhältnis hat. Auf dem Weg von der Bushaltestelle zu ihrem Haus trifft  er einen alten Mann, der ihn ungefragt mit Informationen über das Dorf versorgt und dem er ihm Laufe des Wochenendes immer wieder begegnet. Das Zusammensein mit seiner Tochter und seinem Schwiegersohn gestaltet sich nicht unproblematisch, sodass Kramer sich  fast schon nach der Gesellschaft des schrulligen Alten sehnt.
Tja, viel mehr passiert auch nicht an diesem Wochenende 😉 Es ist eine ruhige, gemächlich fortschreitende Geschichte, die mit unglaublich vielen Details erzählt wird. "Unterhalb des Giebels klebten die Reste alter Schwalbennester, und eine Taube versuchte gerade auf einem schmalen Sims Halt zu finden, wild schlug sie mit dem Flügel, er hörte das Schleifen der Federn auf dem Putz, das Kratzen ihrer Krallen auf dem Blech, immer wieder versucht das Tier auf der schmalen Kante Fuß zu fassen, doch vergeblich, endlich ließ es sich fallen und segelte knapp über seinem Kopf davon." Die Sätze wirken manchmal endlos und der Autor scheint von seiner Sprachkunst derart begeistert zu sein, dass er sie bedauerlicherweise auch Personen in den Mund legt, zu denen es überhaupt nicht passt. Beispielsweise wenn der schrullige alte Rottmann, der so gar nicht poetisch ist, plötzlich von der alten Gurtweberei erzählt: "..., am Tag war die Fabrik wie ein riesiges, stampfendes Tier, aber abends, wenn die Spätschicht am Werk war und im Innern die Lampen honiggelb leuchteten, war es ein Palast, ein goldener Kristallpalast, ganz leicht sah das Gebäude dann aus, es schien zu schweben wie ein Lampion aus Seidenpapier, und wenn die Fabrik tagsüber stampfte, so war es in der Dunkelheit ein Klirren, als begänne ein gigantischer Kronleuchter zu zittern."
So wie Rottmann all dem dem Neuen und Modernen skeptisch und teils sogar zornig entgegenblickt, so misstrauisch ist Kramer gegenüber seiner Tochter. Jedes Tun von ihrer Seite wird von ihm zuerst meist argwöhnisch beäugt im Glauben, es zeige ihre Abneigung gegen ihn; jedes Handeln von seiner Seite hingegen ist von Vorsicht geprägt, um nur keinen Unmut auszulösen. Andersherum scheint es nicht viel besser. Doch das Ende birgt Hoffnung (vielleicht auch für Rottmann?): Mission Pflaumenbaum.
Alles in allem: Schöner Stil, wenn auch nicht immer passend, mit einer mittelguten, etwas drögen Geschichte.

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Cover des Buches Mission Pflaumenbaum (ISBN: 9783990141946)N

Rezension zu "Mission Pflaumenbaum" von Jens Wonneberger

Ein netter Wochenendausflug
nonostarvor einem Jahr

Kramer besucht seine Tochter, die vor kurzem mit ihrem Mann Hans-Günther aufs Land gezogen ist. Dort angekommen trifft er direkt auf den Alten Rottmann, der ihm die Geschichte des Dorfes erzählt. Zunächst genervt von dem Redefluss dieses ihm unbekannten Mannes freut er sich irgendwann doch ihn im Laufe des Wochenendes noch einige Male zu treffen.


"Mission Pflaumenbaum" fängt wirklich gut an. Rottmann gibt den verbitterten Alten, der mit dem Fortschritt und den Veränderungen im Dorf aber auch im Land und in der Welt nicht klar kommt. Er wettert gegen die Jugend, gegen die Reichen, die sich im Dorf niederlassen und Altbewährtes aufkaufen um modernen Schnickschnack an dessen Stelle zu setzen, über die Ausländer, die niemand will. Niemand im Dorf scheit ihn mehr so richtig zu mögen, er wird nur als der Webervogel verspottet, der alle nervtmit seinen ewigen Tiraden.


Auch Kramer war ein interessanter Charakter. Er ist Bibliothekar, war lange Zeit glücklich damit, doch auch er hat so seine Probleme mit dem Fortschritt, der alles verändert. Auf dem Wochenendtrip zu seiner Tochter und durch die Erzählungen von Rottmann kommen bei ihm selbst die alten Erinnerungen hoch. Er erinnert sich an damals, alser mit seiner Frau noch für etwas eingestanden war, um etwas gekämpft hat. Er erinnert sich an seine kleine Tochter und zieht unweigerlich den Vergleich zu der erwachsenen Version davon. Denn zwischen ihm und seiner Tochter läuft es nicht mehr so rund, seit seine Frau sich von ihm getrennt hat, sie wirft ihm die Trennung der Eltern vor. 


Bei ihr fängt auch mein Problem mit dem Buch an. Sie und ihr Mann führen eine für mich unverständliche Beziehung, beide sind mir irgendwie unsympathisch. Sie ist wütend auf ihren Vater, wütend auf ihren Mann und v.a. unzufrieden mit sich und ihrem Leben. Das ging mir auf Dauer doch etwas auf die Nerven. Und leider fehlt mir bei der Handlung auch etwas die Tiefe. Die Erzählungen und Erinnerungen sind nett und haben auch durchaus Potential. Aber ich hatte das Gefühl, der Autor bleibt auf halber Strecke stehen. Er führt die Dialoge nicht zu Ende und so wird "Mission Pfaumenbaum" zu einem netten Wochenendausflug aber leider nicht mehr.

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Cover des Buches Mission Pflaumenbaum (ISBN: 9783990141946)yellowdogs avatar

Rezension zu "Mission Pflaumenbaum" von Jens Wonneberger

Einblick ins Dorfleben
yellowdogvor einem Jahr

Die Nominierung für den Deutschen Buchpreis ist zu begrüßen, da es den Blick auf Literatur aus einem kleinen unabhängigen Verlag richtet, dem Mury Salzmann-Verlag aus Salzburg.

Es handelt sich um einen originellen Roman, indem der Protagonist Kramer in das Dorf im Osten Deutschlands kommt, in dem seine Tochter lebt und dabei auf einen alten Mann auf einer Bank trifft. Mit ihm kommt er ins Gespräch bzw. der alte redet und redet. Und erzählt dabei von Veränderungen im Dorf über die Jahre, die vielleicht typisch sind für ostdeutsche Dörfer nach der Wende.

Endlich gelangt Kramer zum Haus seiner Tochter Tine. Das Wiedersehen löst bei ihm Erinnerungen aus, z.B. wie er und seine Frau sich trennten.


Leider wirkt das Buch auf die Dauer monoton. Das es ein sehr ruhiges Buch ist, trägt dazu bei. Positiv zu nennen sind die sprachlichen Qualitäten mit guten Beschreibungen und starken Sprachbildern, z.B. das vogelhafte Aussehen des alten Mannes auf der Bank.


Diesen Roman zu lesen lohnt sich.

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