Jeremiah Pearson Die Täuferin

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Inhaltsangabe zu „Die Täuferin“ von Jeremiah Pearson

AUFTAKT EINER FULMINANTEN HISTORISCHEN SAGA IN DER TRADITION VON KEN FOLLETT UND NOAH GORDON Böhmen, am Beginn der Reformation. Kristina ist noch ein Kind, als ihre Eltern auf dem Scheiterhaufen verbrannt werden. Sie seien Ketzer, so das Urteil, Feinde der katholischen Kirche. Weil sie daran glaubten, dass jeder Mensch das Recht hat, Lesen zu lernen. Jahre später will Kristina ihr Werk fortführen. Mit einer kleinen Gruppe Gleichgesinnter macht sie sich auf die gefährliche Reise nach Deutschland, um Verbündete in Mainz und Würzburg zu unterstützen. Doch unterwegs lauern nicht nur Ketzerjäger, sondern auch der Krieg. Bald liegt Kristinas Schicksal in der Hand eines einzigen Mannes: des hitzköpfigen Bauernkriegers Lud.

Eher Klischee und die Figuren wie Holzschnitte

— carlinda
carlinda

ein interessantes Buch. Wieder kommt die Kirche nicht gut weg,haltet die Menschen schön blöd,bringt ihnen nicht lesen und schreiben bei!

— Goldammer
Goldammer

Absolut empfehlenswert

— Udowo
Udowo

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  • Langweiliger Serienauftakt

    Die Täuferin
    yari

    yari

    Die Täuferin ist der erste Band einer Trilogie von Jeremiah Pearson und ist in zwei Erzählstränge aufgeteilt. Der erste Erzählstrang spielt sich in Kunwald/ Böhmen im Jahr 1517 ab, wo die junge Kristina miterleben muss, wie ihre Eltern auf dem Scheiterhaufen verbrannt werden. Und dies nur, weil sie sich dafür eingesetzt haben, dass jeder Mensch das Recht hat das Lesen zu erlernen. Als junge Frau schließt Kristina sich den Böhmischen Brüdern an, einer Gemeinschaft, die den Menschen das Lesen beibringen will, damit sie die Bibel selbst lesen und somit verstehen können. Natürlich sieht die Kirche dies gar nicht gern, und verfolgt die Böhmischen Brüder. Der zweite Erzählstrang handelt von dem Bauernkrieger Lud, der mit zwanzig Spießgestellen, seinem Herrn, dem Ritter Dietrich Geyer von Giebelstadt, im Donautal am Feldzug gegen die Türken teilnimmt. Luds und Kristinas Wege kreuzen sich schließlich, als Kristina sich auf den Weg nach Mainz macht, um Gleichgesinnte zu unterstützen.... Ich muss sagen, dass die Thematik dieses Buches mich neugierig gemacht hatte, doch leider ist es Jeremiah Pearson nicht gelungen, mich mit diesem Roman zufriedenzustellen. Der Schreibstil ist  sehr langatmig und der Spannungsbogen nicht sehr hoch gehalten. Dies mag daran liegen, dass z. B. die Beschreibungen der Böhmischen Brüder zu ausführlich waren. Die Charaktere waren mir nicht ausführlich genug gezeichnet, und ich wurde mit den Protagonisten auch nicht richtig warm. Die historischen Hintergründe sind meiner Meinung nach nicht ausreichend recherchiert worden, da es einige Unstimmigkeiten gibt. Deswegen erhält "Die Täuferin" nur zwei Sterne von mir.

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    • 7
  • Schwacher Reihenauftakt

    Die Täuferin
    Rissa

    Rissa

    09. June 2015 um 16:41

    Inhalt Kunwald in Böhmen, 1517: Kristina ist Mitglied einer Gemeinschaft, die sich die Böhmischen Brüder nennt, deren Ziel es ist, die Menschen im Lesen zu unterweisen, damit diese die Heilige Schrift lesen und verstehen können. Dies ist jedoch der Kirche ein Dorn im Auge, will sie doch vorschreiben, was die Menschen zu glauben haben, und so werden die missionierenden Mitglieder dieser Gemeinde als Ketzer verfolgt. Zur gleichen Zeit südlich von Wien: Unter den verpflichteten Leibeigenen, die sich auf einem Feldzug gegen die Türken befinden, ist auch Lud aus Giebelstadt, der schon mehrfach im Krieg war und nun die Verantwortung für zwölf Spießträger aus seinem Dorf trägt. Doch sie sind nur Spielbälle in den Händen der Obrigkeit… Meine Meinung Als ich von diesem Roman, der den Auftakt einer Trilogie bildet, das erste Mal gehört habe, war mein Interesse sofort geweckt, finde ich die angesprochenen Themen wie Bauernaufstand und Reformation doch sehr spannend. Doch schon bald musste ich feststellen, das dieses Buch nicht ganz meine Erwartungen erfüllen konnte. So hatte ich erwartet, dass das Buch, wenn es schon diesen Titel trägt, auch von einer Anhängerin der Gruppierung handelt, die auch tatsächlich als Täufer bezeichnet wird. Stattdessen scheint es sich bei dem Titel aber um eine Fehlübersetzung oder -interpretation zu handeln, denn Täufer, auch als Wiedertäufer oder Anabaptisten bezeichnet, gab es zum Zeitpunkt der Romanhandlung noch gar nicht. Stattdessen wird im Roman explizit gesagt, dass es sich um die Gruppierung der Böhmischen Brüder handelt. Nun ist eine Fehldarstellung dieser Art kein allzu großes Problem, über das ich gerne hinweg sehe, wenn denn der Rest stimmt. Leider dämpfen zudem diverse Anachronismen den Lesespaß, so dass meiner Meinung nach von guter Recherche keine Rede mehr sein kann. Inhaltlich bietet der Roman noch nicht allzu viel, obwohl er mit gut 600 Seiten nicht gerade dünn ist. Bauernaufstand und Reformation sind nicht direkt Thema des Buches, vielmehr wird hier der Grundstein für die Fortsetzungen gelegt. Und so geht es hier überwiegend um den Krieg mit den Türken und machtlose Leibeigene, die der Willkür der Obrigkeit ausgesetzt sind sowie die Verfolgung der Ketzer, die ständig in Angst leben müssen, verraten und hingerichtet zu werden. Und obwohl auch diese Themen Spannung versprechen, kommt diese nur gelegentlich auf, oft genug plätschert die Handlung nur so vor sich hin und verliert sich in Details. Zusätzlich werden noch andere Themen angesprochen, die Pocken in Zeiten des Krieges oder auch die Vertreibung der Juden und Marranen aus Spanien, doch finde ich die Darstellung beider Themen nicht sehr gelungen. Auch die Charaktere hätten besser dargestellt sein können. Sehr schnell wird klar, welche Rolle hier wem zugedacht worden ist. So ist Kristina die gütige junge Frau, die fest in ihrem Glauben ist, ihr Mann Berthold ein Maulheld, der sich über seine Glaubensbrüder stellt, Lud der äußerlich hässliche, innerlich aber reine Leibeigene, der besonders unter den Hänseleien der Mitmenschen zu leiden hat, und Dietrich Geyer der edle Ritter, der sich, im Gegensatz zu seinen Standeskollegen, für seine Leibeigenen einsetzt. Obwohl ihre Rollen selbst klar definiert sind und sie meist wie vorhergesehen handeln, hat es eine ganze Weile gedauert, bis ich auch ein wenig Persönlichkeit bei ihnen entdecken konnte und halbwegs mit ihnen warm wurde. Das wurde durch die Vielzahl an Charakteren, von denen man kaum mehr als den Namen erfährt, noch unterstützt. Der Schreibstil ist für einen historischen Unterhaltungsroman passend, die Übersetzung konnte mich nicht komplett überzeugen, da hier Begriffe verwendet werden, die in der deutschen Sprache nicht üblich sind oder waren, beispielsweise Villani für die Leibeigenen. Zwar gibt es ein kurzes Vorwort und ein noch kürzeres Nachwort, in dem auf die Mission der Böhmischen Brüder und auf Dietrich Geyer eingegangen wird, doch fehlt eine Erklärung dazu, wie historisch korrekt das Erzählte wohl tatsächlich ist. Ein sehr ausführliches Personenregister und zwei Karten bieten eine sinnvolle Ergänzung. Fazit Ein eher schwacher Reihenauftakt, der vermuten lässt, dass die Geschichte erst im zweiten Band so richtig beginnt. Wer etwas über die Gemeinschaft der Täufer lesen will, ist mit diesem Roman nicht allzu gut beraten, wer sich dagegen einfach unterhalten lassen möchte und nicht viel Wert auf historische Genauigkeit und vielschichtige Charaktere legt, könnte möglicherweise seine Freude mit diesem Buch haben.

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  • Die Hörigen aus Giebelstadt

    Die Täuferin
    nirak03

    nirak03

    17. May 2015 um 14:14

    Anfang des 16. Jahrhunderts lebt in Böhmen in einem kleinen Dorf Namens Kunwald eine Gemeinschaft von gläubigen Christen. Sie verstecken sich hier vor der katholischen Kirche, da sie der Meinung sind jeder Mensch hat das Recht über sein Leben selbst zu bestimmen und auch Lesen und schreiben zu können. Sollten sie jemals entdeckt werden, droht ihnen der Tod auf dem Scheiterhaufen. Kristina wächst in dieser Gemeinschaft auf, sie macht es sich zu ihrer Aufgabe den Menschen auch außerhalb dieser Gemeinschaft das Lesen und Schreiben beizubringen. Gemeinsam mit einigen Gleichgesinnten begibt sie sich auf die gefahrvolle Reise nach Mainz. Auf ihrem Weg dorthin geraten sie mitten in einen Krieg. Nun sind sie auf das Wohlwollen eines einfachen Söldners angewiesen. Lud steht in den Diensten von Dietrich Geyer, Ritter von Giebelstadt. Lud ist ein Leibeigener ohne eigenes Recht, aber trotzdem seinen Herrn treu ergeben. Er selbst führt einen kleinen Trupp Soldaten aus seinem Dorf Giebelstadt an. Die Jungen vertrauen ihm und fürchten ihn gleichzeitig. Lud hat vor Jahren eine Pockenepidemie überlebt, ist aber davon schwer gezeichnet. Hier im Krieg treffen nun die gläubige Kristina und der hörige Lud aufeinander, ihr Schicksal scheint sich zu verbinden. „Der Bund der Freiheit“ ist der Auftakt einer Trilogie aus der Feder von Jeremiah Pearson. Der Autor hat schon einige Drehbücher erfolgreicher Filme wie zum Beispiel „Auf der Flucht“ geschrieben. Diese Buchreihe ist im original in Amerika bereits veröffentlicht und so kann der deutsche Leser hoffen, dass die folgenden zwei Bände auch bald erscheinen werden. Der deutsche Titel „Die Täuferin“ ist vielleicht nicht geschickt gewählt. Im Original heißt das Buch „The Villeins Trilogie“, was ja so viel wie Leibeigene oder Hörige heißt, und mit Täufern nicht so wirklich, was zu tun hat. So finde ich den Untertitel dann doch etwas irreführend. Die Gemeinschaft der Täufer wird in dieser Geschichte dann auch nicht unbedingt behandelt. Langsam werden nun die einzelnen Charaktere vorgestellt. Es beginnt mit Kristina und ihrer Gruppe, sie dürfen sich alle nach und nach selbst vorstellen und von ihrem jeweiligen Schicksal erzählen. So gibt es auch immer wieder nette kleine Geschichten um die Menschen und ihre Schicksale. Dann trifft der Leser auf Lud, er ist ein Leibeigener, der sich so seine Gedanken über das Leben macht und schon hinterfragt, ob alles so seinen richtigen Weg geht. Überhaupt werden in diesem ersten Band viele Protagonisten vorgestellt und es dauert eben ein paar Seiten, bis man wirklich in die Geschichte hineinfindet. Zudem gibt es mehrere Handlungsstränge, die zunächst unabhängig voneinander beginnen und erst später zusammenlaufen und sich dann auch wieder trennen. Die Charaktere sind ziemlich unterschiedlich und bunt gemischt. Auf den ersten Blick scheint nichts wirklich zusammenzupassen. Aber so nach und nach erschließt sich dem Leser das Geschehen. Interessant ist sicher die Beziehung von Lud zu seinem Herrn dem Ritter Dietrich Geyer, dieser sorgt sich sehr um seinen Untergebenen, fast schon zu sehr für die damalige Zeit. Kristina und ihre Gruppe werden auch gut dargestellt. Immer wieder gibt es auch Zweifel, ob ihr Weg der Richtige ist, dies wird nachvollziehbar geschildert. Der Leser lernt die Protagonisten somit immer besser kennen und verstehen. Vielleicht ist die ganze Geschichte historisch nicht immer korrekt aber es handelt sich hier ja auch um einen Roman und kein Geschichtsbuch. Der Erzählstil ist jeden falls angenehm zu lesen und die Protagonisten sind gut dargestellt und bekommen die nötige Zeit um sich zu entwickeln. Deutlich wird vor allem, dass es immer mehr Menschen gibt, die sich gegen die vorhandene Ordnung auflehnen. Nicht nur die Kirche wird sich aufteilen in katholisch und protestantisch, sondern auch die Bauern beginnen zu Fragen ob es nicht auch einen anderen Weg gibt sein Leben zu leben. Viele beginnen damit das Lesen zu lernen und somit auch zu hinterfragen, was richtig ist und was nicht. Dies ist natürlich nicht im Sinne der Kirche und des Adels, so werden die Menschen verfolgt, die versuchen diese Lehren von der Freiheit zu verbreiten. Schön sind die historischen Karten im Bucheinband. Gleich zu Beginn gibt es einen historischen Einblick und ein ausführliches Personenregister. Das Buch selbst ist noch einmal unterteilt in einzelne Teile, die jeweils betitelt sind. Vor jedem einzelnen Kapitel steht dann auch immer, um wen es sich handelt. So weiß der Leser genau, bei welchem Protagonisten er gerade ist und kann dadurch der Handlung gut folgen. Auch wenn es sicher das eine oder andere hier zu bemängeln gibt, ist der „Bund der Freiheit“ trotzdem ein schöner historischer Roman über den Beginn der Neuzeit. Am Ende will man einfach Wissen wie es mit Lud und Kristina und deren Leuten weitergeht. Ob sie am Ende ihre Freiheit und ihren Frieden finden werden. Also heißt es warten auf Band 2.

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  • Lesen kann gefährlich sein

    Die Täuferin
    Sternenstaubfee

    Sternenstaubfee

    03. May 2015 um 22:12

    Böhmen 1517: Die Eltern und die ältere Schwester der inzwischen 17-jährigen Kristina wurden vor Jahren als Ketzer hingerichtet. Sie wurden auf dem Scheiterhaufen verbrannt, weil sie Menschen das Lesen lernen wollten und verbotene Bücher druckten. Kristina setzt nun mit einer Gruppe Gleichgesinnter das Vorhaben ihrer Eltern fort. Von Böhmen aus machen sie sich auf den Weg nach Deutschland, doch schon der Weg dorthin erweist sich als sehr gefährlich und die Gruppe gerät mitten in den Krieg hinein. Mein Leseeindruck: Historische Romane gehören zu meinem Lieblingsgenre, und somit war ich auf den Beginn dieser neuen Saga doch sehr gespannt und neugierig. Es hat ein wenig gedauert, bis ich mich eingelesen hatte. Die Handlung war durchaus interessant, aber sie konnte mich lange nicht wirklich packen. Ich hatte keine Schwierigkeiten, das Buch auch mal zur Seite zu legen. Doch dann ab der Hälfte etwa nahm die Geschichte Fahrt auf und wurde - für mich - spannender. Nun war ich doch gefesselt von der Story und bin jetzt auch sehr gespannt auf den Folgeband. Die Figuren sind zum größten Teil recht gut gezeichnet, so dass ich mir ein Bild von ihnen machen konnte. Ein paar Figuren blieben für mich allerdings auch eher blass, aber da sie eigentlich nur Nebencharaktere waren, war das in Ordnung und hat den Lesespaß nicht beeinträchtigt. Der Schreibstil ist angenehm und für einen Historischen Roman auch "passend". Das Buch lässt sich flüssig und leicht lesen.

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  • Im Jahr 1517 bringt Lesen den Tod...

    Die Täuferin
    Blackfairy71

    Blackfairy71

    Kristina ist 17 Jahre alt, als sie mit einer kleinen Gruppe Gleichgesinnter von Böhmen in Richtung Mainz zieht, um andere Menschen das Lesen zu lehren. Eine nicht ungefährliche Mission, denn im Jahr 1517 ist es dem „niederen Volk" nicht erlaubt zu lesen und zu schreiben. Das ist nur dem Adel und der Kirche vorbehalten. Schließlich besteht sonst die Gefahr, dass die einfachen Leute zu viel wissen und gegen die Obrigkeit aufbegehren. Schon ihre Eltern und ihre ältere Schwester wurden deswegen als Ketzer auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Zusammen mit ihrem gerade angetrauten Ehemann Berthold, der doppelt so alt ist wie sie, Grit, Ott, Frieda, Rudolph und Simon begibt sie sich auf die gefährliche Reise. Es ist nicht nur die Mission selbst, die gefährlich ist. Auch der Krieg ist eine Bedrohung, denn ihr Weg führt sie mitten in eine blutige Schlacht. In dieser kämpft der Soldat Lud, ein Höriger aus dem Dorf Giebelstadt. Für seinen Herrn, den Ritter Dietrich Geyer, zieht er mit einigen jungen Männern aus dem Dorf in den Krieg gegen die Osmanen. Lud ist ein Hitzkopf, der immer mit dem Kopf durch die Wand muss und dem Gerechtigkeit über alles geht. Oft redet er sich um Kopf und Kragen und nimmt auch vor höher gestellten Personen kein Blatt vor den Mund. Einzig Dietrich Geyer toleriert dies. Kristina und ihre Leute stoßen auf dem Schlachtfeld zu ihnen und versorgen die Verwundeten. Der Trupp nimmt sie schließlich mit nach Würzburg, lässt sie aber vor den Toren der Stadt frei. Hier wollen sie einen verbündeten Drucker aufsuchen, der ihnen bei ihrer weiteren Mission helfen soll, ihre Schriften zu verbreiten. Keine einfache Aufgabe, denn überall lauert die Gefahr, entdeckt und als Ketzer verurteilt zu werden… Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Ich wusste natürlich, dass früher nicht alle Menschen lesen und schreiben konnten, aber dass darauf die Todesstrafe stand, wenn gewöhnliche Menschen andere das Lesen lehrten, das war mir so gar nicht bewusst. Da kann man nur froh sein, dass sich die Zeiten geändert haben, sonst wäre mir ja dieses Buch entgangen. *g* Der Autor wechselt in den jeweiligen Kapiteln die Erzählperspektiven zwischen Kristina und Lud, so dass man auch mal Teile der gleichen Handlung aus der jeweiligen Sicht des anderen erfährt, was mir gut gefallen hat. Später kommen dann noch zwei weitere Charaktere hinzu. Sehr schön finde ich auch das Cover sowie die Karte auf der Innenseite. Auch eine Auflistung aller Personen gibt es zu Beginn, was immer sehr hilfreich ist. Kristina mochte ich gleich, sie hat einen starken Willen und trotz allem, was sie schon erlebt hat, geht sie unbeirrt ihren Weg. Auch Marguerite, Grit, war mir gleich sympathisch. Ebenso ging es mir mit Lud. Durch die Pocken hat er seine gesamte Familie verloren und ist selbst durch die Krankheit entstellt. Er hat keine Angst vor dem Tod und tut alles, damit „seine" Jungs aus dem Krieg wieder heimkehren können. In Dietrich Geyer von Giebelstadt hat er einen strengen, aber gerechten Herrn, der eine Art Vaterfigur für ihn ist. Er will Lud sogar das Lesen beibringen, wenn sie wieder daheim sind. Das Ende war für mich sehr aufwühlend und emotional. Einige Fragen bleiben offen und lassen genug Spielraum für eine Fortsetzung, die hoffentlich kommen wird. Abschließend kann ich sagen, dass mich das Buch nicht nur sehr gut unterhalten hat, ich habe auch mal wieder Interessantes über unsere deutsche Geschichte erfahren. Und das von einem amerikanischen Autor. ;-)

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    • 11
    Cridilla

    Cridilla

    03. April 2015 um 05:50
    Gulan schreibt Interessant, dass es von einem amerikanischen Autor ist.

    Ha, das stimmt, wirklich seltsam, aber vielleicht hat er in der Gegend mal gelebt, wer weiß...

  • Worte, die die Welt verändern

    Die Täuferin
    Tanzmaus

    Tanzmaus

    26. March 2015 um 10:17

    Mit gerade mal 12 Jahren muss Kristina miterleben, wie ihre Eltern und ihre Schwester auf dem Scheiterhaufen wegen ihres Glaubens von der katholischen Kirche verbrannt werden. Ihr selbst bleibt dieses Schicksal erspart, findet sich aber kurz nach der Hinrichtung in einem Kloster wieder. Dort lernt sie Schwester Hannah kennen. Zusammen mit ihr, flieht sie nach Kunwald. Denn dort können Täufer ohne Sorge leben und arbeiten. Fünf Jahre später heiratet Kristina den ehemaligen Priester und Reformator Berthold und zieht gemeinsam mit ihm und 5 anderen in die Welt hinaus, um ihren Glauben und ihre Überzeugung unter die Menschen zu bringen. Doch schon bald stößt die kleine Gemeinschaft auf ein Schlachtfeld. Deutschland, 1517. Der 28jährige Lud aus Giebelstadt zieht mit seinem Ritter Dietrich und 12 weiteren Giebelstädtern in den Krieg. Lud dient unter Ritter Dietrich als Sergeant und versucht alles, um die Jungen wieder lebend nach Hause zu bekommen. Doch dann trifft der Trupp auf die türkischen Kämpfer und  Lud sieht sich einer schweren Aufgabe gegenüber stehen. Der erste Band der geplanten Trilogie gliedert sich vor allem in zwei Handlungsstränge. Auf der einen Seite lernt man Kristina und die Täufer aus Kunwald kennen. Mit ihnen zusammen reist man von Kunwald gen Mainz, doch dabei trifft man unterwegs auf das Schlachtfeld, in dem auch Lud und die Seinen gerade einen Kampf um Leben und Tod austragen. Im zweiten Strang begleitet man Lud von Giebelstadt in den Krieg. Durch die jeweilige Perspektive, lernt man die beiden Hauptprotagonisten sehr gut kennen. Ihre Ängste, Nöte, Gefühle, aber auch Übelregungen und Zweifel werden dem Leser nahe gebracht und regen zum Denken an. Auch wenn die Geschichte etwas komplex ist, so kann man ihr doch einfach folgen. Jedes Kapitel wurde mit dem Namen desjenigen überschrieben, um den es in dem Abschnitt gerade geht. So kann man die Stränge leicht auseinander halten. Natürlich gibt es viele Überschneidungen, vor allem, nachdem Kristina und Lud aufeinandertreffen. Jedoch waren diese Wiederholungen keinesfalls langweilig, da sie von den Personen unterschiedlich wahrgenommen und bewertet wurden. Gerade im Kampf wurde so eine Schlachtszene mal aus der Sicht eines Kämpfers, mal aus der Sicht einer unbeteiligten Dritten beschrieben und man konnte sich als Leser ein umfassendes Bild machen. Sämtliche Personen – und es sind nicht gerade wenige – wie man nach einem Blick auf das Personenregister gleich zu Beginn des Buches sofort erkennen kann, wurde ein eigener Charakter zugewiesen. Keiner ist makellos, jeder hat seine Eigenschaften, Schwächen oder Launen. Man kann sie daher sehr gut im laufenden Text voneinander unterscheiden. Die Geschichte ist spannend und mitreißend erzählt, aber wie auch im wahren Leben, gibt es Momente, in denen Ruhe herrscht und es Zeit zum Innehalten und Nachdenken gibt. Der Autor schafft es, nicht die Figuren lebensnah zu gestalten, sondern auch das Leben drumherum. Das Ende der Geschichte kommt viel zu schnell und lässt noch etliche Fragen offen, so dass man auf eine baldige Fortsetzung hofft. Der Schreibstil von Jeremiah Pearson ist flüssig, spannend und sehr gut zu lesen. Die Wiederholungen ergeben durchaus einen Sinn, da der Autor damit dem Leser seine Geschichte näher bringen will und auch die Werte und Ideologien der Figuren unterstreichen möchte. Vorne wie hinten finden sich zwei farbige Karten zu Deutschland und Würzburg im Jahr 1517, auf denen man die Wege der Protagonisten verfolgen kann. Größtenteils brauchte ich diese Karten jedoch nicht, da der Autor die Umgebung und Wege sehr bildhaft und detailliert beschrieben hat, ohne dabei ermüdend oder langweilig zu werden. Fazit: Ein gelungener Auftakt zu einer spannenden Reihe um die Täuferin Kristina und den Sergeanten Lud.

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  • Wissen ist Macht

    Die Täuferin
    robbylesegern

    robbylesegern

    24. March 2015 um 11:23

    Ein wahrer Satz, der in diesem Buch eine besondere Bedeutung gewinnt, denn wir befinden uns an der Schwelle zwischen Mittelalter und Neuzeit. Die Zeit der Aufklärung, die von einer großen Menge politischer Umwälzungen geprägt war. Der Buchdruck revolutionierte diese Zeit, in der bisher nur Geistliche und Gelehrte des Lesens mächtig waren. In diese Zeit verlegt Jeremiah Pearson seinen Roman Die Täuferin". Die Ständegesellschaft ist noch vorhanden. Kirche und Staat regieren das Heilige römische Reich Deutschen Nationen und führen Kriege , um ihre Handelswege offen und sicher zu halten, denn das Osmanische Reich bedroht die Grenzen immer mehr. Dietrich Geyer von Giebelstadt zieht mit seinen Mannen in den Krieg, unter ihnen Lud, ein durch die Pocken entstellter junger Mann, für den Dietrich fast wie ein Vater ist. Mit Lud, und vielen jungen Villani, Unfreien, die auf dem Land von Dietrich Geyer wohnen, wollen sie die Handelsstraßen frei halten und die Türken im Auftrag des Staates aus dem Land jagen.. Zur gleichen Zeit machen sich einige Täufer aus dem Ort Kunwald, in Böhmen , auf den Weg ins Römische Reich, um den Menschen das Lesen und Schreiben zu lehren, damit sie die Bibel und andere Schriften lesen lernen , um Aberglaube, Intoleranz und Unwissenheit zu besiegen. Doch diese Menschen sind dem Staat und der Kirche ein Dorn im Auge, denn sie gefährden ihre Macht. Laien , die die Bibel lesen enden auf dem Scheiterhaufen und werden als Ketzer verbrannt. Leibeigene und die kleinen Leute werden bewusst unwissend und dumm gehalten, damit man ihre Stellung sichert und ihnen ihr Leben als Gott gewollt verkaufen kann. Sie fallen auf den Schlachtfeldern der Kriege, die nur der Kirche und dem Staat Macht und Geld bringen, schuften auf den Feldern und müssen von ihrem kargen Auskommen sowohl dem Staat, als auch der Kirchen den Zehnten leisten. Diese beiden Gruppen treffen auf einem Schlachtfeld aufeinander, auf dem Kristina, eine junge Frau , die mit den Täufern aus Böhmen auf dem Weg nach Mainz ist, die Verwundeten versorgt. Ihre Prämisse ist die Liebe und die Gewaltlosigkeit und so nimmt es auch nicht Wunder, dass sie einen verletzten Türken versorgt, der später gefangen genommen wird, um Lösegeld zu erpressen. Die beiden Gruppen ziehen zusammen bis nach Würzburg, wo sich Lud und Kristinas Wege trennen. Doch es soll noch ein Wiedersehen geben. Jeremiah Parsons Buch hat mir wirklich gut gefallen, weil es die damalige Zeit mit ihrer Ständegesellschaft, der Allmacht von Kirche und Staat und deren Ausschweifungen gut beschreibt. Die Täufer, auch die Böhmischen Brüder genannt, waren Vorreiter weiterer Reformer wie z.B. Luther, die es sich zur Aufgabe gemacht hatten, der Unwissenheit der einfachen Leute entgegenzutreten, denn Wissen heißt Macht und führte dazu , dass die einfachen Leute gegen ihr Leben aufbegehrten , wie z. B. in den folgenden Bauernkriegen. Das Buch ist spannend und teilweise sehr interessant geschrieben, doch manchmal hatte ich das Gefühl, dass der Autor zu viel wollte. Judenverfolgung, Pest, Täufer und vieles mehr flossen in den Roman ein. Natürlich alles Sachen, die zu dieser Zeit dazugehörten, mich aber manchmal denken ließen, hoffentlich verliert er den roten Faden nicht." Ich denke, ein Interesse an Geschichte muss der Leser dieses Buches schon mitbringen, denn das Buch ist gespickt davon, also keine seichte Liebesgeschichte mit ein bisschen Geschichte, sondern die Schilderungen der geschichtlichen Ereignisse aus dieser Zeit stehen im Vordergrund. Trotzdem ist dieses Buch nicht trocken geschrieben, sondern lässt sich sehr gut lesen , was natürlich auch an den beiden Hauptpersonen Lud und Kristina liegt, die dem Geschehen Leben geben. Eine kurze Beschreibung der geschichtlichen Begebenheiten und eine Liste der Dramatis Personae ist am Anfang des Buches zu finden, was ich sehr hilfreich fand. Alles in allem ein gutes Buch, das ich gerne gelesen habe.

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  • Finde die Wahrheit, DEINE Wahrheit

    Die Täuferin
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    10. March 2015 um 21:15

    Deutschland im 16. Jahrhundert: das Heilige Römische Reich Deutscher Nation kämpft um seine Handelstraßen und so müssen Ritter Dietrich und sein Gefolge, unter ihm der Sergeant Lud, in den Krieg gegen die Osmanen ziehen. Dabei müssten die heimischen Felder bestellt werden und Bauern haben auf dem Schlachtfeld eigentlich nichts verloren... Zur gleichen Zeit beschließt eine Gruppe von Täufern, unter ihnen Berthold und Kristina, sich nach Mainz aufzumachen. Dort wurden ihre Glaubensbrüder verhaftet, gefoltert und dem Feuer übergeben. Nun will die Gruppe um Berthold das Werk fortsetzen. Kristina kommen auf dem Weg nach Mainz Zweifel, ob das Missionieren der richtige Weg ist. Doch für Gedankenspiele bleibt keine Zeit, denn schon bald befinden sich die Täufer mitten im Schlachtgewimmel... "Die Täuferin" ist der Erstling von Jeremiah Pearson im Bereich Historische Romane. Der Autor hat bereits mehrere Drehbücher geschrieben, die zu erfolgreichen Filmen wurden. Mit seine Reihe um den Bund der Freiheit erfüllt er sich nun selbst einen Herzenswunsch. Und der Auftakt kann sich durchaus sehen lassen. Zu Beginn war ich leicht erschlagen von dem Personenregister. Dieses umfasst nämlich mehrere Seiten und Orte. Ich dachte schon, dass ich nie mit der Handlung klar kommen werde, wenn mich schon das Register so erschreckt. Zum Glück kam es anders. Die Geschichte wird komplett aus der Erzählerperspektive wiedergegeben. Dabei folgt man kapitelweise verschiedenen Figuren, so zum Beispiel der Täuferin Kristina oder dem Krieger Lud. Die Kapitel sind mit den Namen der Charaktere überschrieben, was ich persönlich sehr hilfreich fand. So wusste ich gleich, mit wem ich nun reise, kämpfe oder bete. Der Roman wird fortlaufend erzählt, allerdings werden manche Begebenheiten von zwei Figuren erzählt. So bekommt man nochmal einen anderen Blick auf wichtige Szenen. Ich fand das eine tolle Idee von Jeremiah Pearson. Denn so konnte ich zum Beispiel die Schlacht nicht nur aus der Sicht eines Kämpfers erleben, sondern auch aus der Perspektive einer unbeteiligten, aber mitfühlenden Person. Der Autor erschafft in seinem historischen Roman für mich realitätsnahe Figuren. So ist keine Figur frei von Fehlern oder Makeln. Jeder Charakter hat sein Päckchen zu tragen und keine der handelnden Personen wird als nur strahlender Held oder abgrundtiefe Bösewicht dargestellt. Das hat mir sehr gut gefallen, da ich anfangs die Befürchtung hatte, dass Pearson auch nur einen seichten Roman mit mittelalterlichen Hintergrund erschaffen haben könnte. Die Story an sich ist spannend und sehr anschaulich erzählt. Ich habe mich zu keinem Zeitpunkt gelangweilt und auch die Details, die der Autor eingebaut hat, fand ich interessant und kurzweilig. Pearson wird bei seinen Beschreibungen allerdings nicht blutrünstig oder ausufernd, sondern bleibt bei Andeutungen. So kann sich der Leser selbst ein Bild machen. Das fand ich toll. Das Ende hat mich Weinen lassen und lässt genug Platz und Anknüpfungspunkte für die Fortsetzung. Der Stil von Jeremiah Pearson ist sehr gut und flüssig zu lesen. Seine Erzählweise ist zu Beginn zwar von vielen Wiederholungen geprägt, das gibt sich aber zum Glück im Laufe der Geschichte. Fazit: ein toller Auftakt zu einer sicherlich spannenden Reihe um Täufer, Verfolgungen und Glaube. Wer historisches mag, sollte unbedingt zugreifen!

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