Jeremy Dronfield

 4.2 Sterne bei 17 Bewertungen

Lebenslauf von Jeremy Dronfield

Jeremy Dronfield, geboren 1965, ist Historiker und Archäologe. Nach dem Abschluss seiner Doktorarbeit in Cambridge wandte er sich dem Schreiben zu. Er ist Autor mehrerer preisgekrönter Romane und Sachbücher.

Quelle: Verlag / vlb

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Rezension zu "Der Junge, der seinem Vater nach Auschwitz folgte" von Jeremy Dronfield

Der Junge der seinem Vater nach Ausschwitz folgte
___tintenherzvor 14 Tagen

✨ So lernte Fritz mit der Zeit all die kleinen Tricks der Veteranen kennen - absurde Dinge manchmal, aber sie konnten den Unterschied zwischen Sicherheit und Schmerzen bedeuten. Oder zwischen Leben und Tod. ✨ Zitat: Der Junge der seinem Vater nach Ausschwitz folgte von Jeremy Dronfield

.Der Junge der seinem Vater nach Ausschwitz folgte. Eine wahre Geschichte über den Holocaust. Schon vor einigen Tagen, habe ich dieses Buch beendet. Und trotzdem schaffe ich es jetzt nicht, die passenden Worte zu finden. Es ist nicht mein erstes Buch über diese schreckliche Zeit, aber trotzdem muss ich während des Schreibens dieser Rezensionen tief durchatmen und die Tränen zurück halten. Dem Autor Jeremy Dronfield ist es gelungen, die Geschehnisse so zu beschreiben, dass man das Gefühl hat, es teilweise hautnah miterlebt zu haben. Wut, Trauer, Entrüstung, Verzweiflung, Fassungslosigkeit. Das sind nur einige Wörter, die mir einfallen, wenn ich an dieses Buch denke. Der Autor erzählt aus nächster Nähe die Geschichte von Gustav und Fritz Kleinmann. Vater und Sohn. Zwei Überlebende, die es geschafft haben, diesem Wahnsinn zu entkommen. Die Geschichte der beiden hat mich sehr tief berührt. Man bekommt Einblicke, wie es ist, in Gefangenschaft leben zu müssen. Was Hungerleiden bedeutet. Sie zeigt, wie es ist, schwere Misshandlungen über sich ergehen lassen zu müssen. Sei es körperlicher oder seelischer Natur. Und wie es ist, in ständiger Todesangst zu leben. Allein schon der Gedanke daran, lässt mich wieder Gänsehaut bekommen. Und trotzdem, strahlt das Buch auch eine gewisse Hoffnung aus. Es zeigt, dass grade in dieser Zeit des Hasses ein Maß an Menschlichkeit, Freundschaft und Zusammenhalt existierte. Es wird beispielsweise beschrieben, wie die Juden sich untereinander unterstützen. Es ist ein Buch, gegen das Vergessen. Besonders gut finde ich das enthaltende Bildmaterial. Außerdem überzeugt der Autor neben seinem einfühlsamen Schreibstil mit einer guten Recherche. Mithilfe der Tagebucheinträge Gustavs, ist es dem Autor gelungen, dem Leser mit zum Leben erweckten Bildern, diesen Wahnsinn des täglichen Überlebens zu beschreiben. Meiner Meinung nach ein Muss in jedem Bücherregal. 5/5 Sterne ⭐️

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L

Rezension zu "Der Junge, der seinem Vater nach Auschwitz folgte" von Jeremy Dronfield

Man sollte nie vergessen
Lovereading_janavor 16 Tagen

 

 

 

Autor: Jeremy Dronfield

Verlag: Droemer Knaur

Seitenanzahl: 464

ISBN: 978-3426278048

Preis: 16,99 €

 

 

Klappentext

 

1939 werden Gustav Kleinmann, ein jüdischer Polsterer aus Wien, und sein sechzehnjähriger Sohn Fritz mit hunderten anderen jüdischen Männern von der SS festgenommen. Aus dem Kreis ihrer Familie gerissen, werden die beiden zunächst nach Deutschland deportiert. Im KZ Buchenwald zur Zwangsarbeit im Steinbruch eingeteilt, gehören sie zu den Häftlingen, die das Lager überhaupt erst mitaufbauen. Nach einiger Zeit wird Gustav – schwer gezeichnet von den unmenschlichen Zuständen – für die Deportation nach Auschwitz selektiert. Doch für Sohn Fritz ist der Gedanke von seinem Vater getrennt zu werden unerträglich. Trotz seines Wissens darum, dass niemand aus Auschwitz zurückkehrt, erklärt sich Fritz freiwillig bereit, seinen Vater zu begleiten. So beginnt für die beiden ein Leidensweg, der noch brutaler, noch hoffnungsloser ist, als alles, was sie bis dahin erlebt haben – und den Vater und Sohn doch gemeinsam überstehen.

 

Meine Meinung

 

Dieses Buch hat mich definitiv umgehauen und mich noch lange zum Nachdenken gebracht.

 

Den Einstieg fand ich sehr gelungen, da man nicht sofort liest, wie Gustav und Fritz in die Konzentrationslager kommen, sondern die Geschichte sehr viel früher anfängt.

Man bekommt mit wie die Stimmung in Österreich sinkt und sich Sorge breitmacht, als Hitler in Deutschland langsam, aber sicher an die Macht kommt. Das war so eindrucksvoll geschildert, dass ich es teilweise als sehr beklemmend empfand. Durch die Besetzung der Deutschen in Österreich änderte sich auf einen Schlag alles für die Juden und wir können lesen, was die verschiedenen Familien durchmachen mussten und wie  willkürlich sie schikaniert wurden. Dadurch, dass man schon weiß, wie es kommen und welches Leid denjenigen angetan wird, leidet man von vornherein mit und kann es doch trotzdem nicht wirklich fassen.

 

Als dann im weiteren Verlauf der „wirkliche“ Schrecken losgeht, war ich ab und an sehr ergriffen und auch sauer. Einfach, weil mich diese Geschichte wirklich mitgenommen hat und mich, obwohl ich weiß, dass es so passiert ist, fassungslos zurückließ.

Man merkt allerdings von Anfang an was für eine besondere Verbindung Gustav und Fritz haben und wie stark das Band zwischen den beiden ist. Viele sind daran zerbrochen, doch die beiden haben es geschafft, was für mich doch wie ein kleines Happy End war. 

 

Was auch interessant war, dass wir nicht nur über diese beiden lesen, sondern man auch die Familienmitglieder beleuchtet und miterlebt, wie es ihnen während dieser Zeit erging, wie sie gekämpft haben und wohin es einige verschlagen hat.

Ich kann nur sagen, dass mir das Buch wahrscheinlich für immer im Gedächtnis bleiben wird, mit seiner schonungslosen und ehrlichen Geschichte. Aber das ist auch gut so, denn genau deshalb lese ich so etwas. Damit man den Schrecken nicht vergisst und sich an die damalige Zeit erinnert.

 

 

Fazit

 

Ich gebe 5/5 Sterne.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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M

Rezension zu "Der Junge, der seinem Vater nach Auschwitz folgte" von Jeremy Dronfield

Mahnung und Fanal für die intensive familiäre Bindung
michael_lehmann-papevor einem Monat

Mahnung und Fanal für die intensive familiäre Bindung


Die Schilderung des Grauens in den Konzentrationslagern, in Ausschwitz, kann, gerade angesichts der aktuellen Lage allgemein weltweit und speziell in Deutschland gar nicht oft genug erfolgen. Wobei es bedauerlicherweise scheint, dass das, was in den einen Kreisen für eine noch einmal aktualisierte Sensibilität sorgt, in anderen Kreisen wohl eher Ermüdungs- und Abstumpfungserscheinungen nach sich zieht.


Dennoch, wie man in gewohnter und vertrauter Umgebung von einem gewissen Zeitpunkt an nur mehr mit Befürchtungen und einem Kloß im Magen lebt, die das vermeintlich klare und sichere Leben unter die Räder gerät und wie das den Menschen formt zu einem Nervenbündel, das ist das eine, das Dronfield mit großer Sprachkraft in oft einfachen Worten drängend zu Gehör gibt. Und wie andererseits noch nicht mal nur aus Angst vor Verlusten an Reputation, sondern auch mit einer gewissen Lust und Befriedigung anscheinend lange Zeit nur mühsam zivilisatorisch eingehegte Triebe der Gewalt und der Lust an eigener Macht, und sei sie auch noch so begrenzt und klein, nach draußen brechen, bei Nachbarn, normalen Mitbürgern, aber auch Schergen des Regimes, auch das trifft den Leser emotional und hinterlässt, wieder einmal, Spuren.


Während zum Dritten die Kraft der Liebe, die familiäre Bindung, der intensive Wunsch nach Schutz für die Kinder und deren ebenso intensiver Drang nach Nähe zu den Eltern auch in wichtiger Form Hinweise darauf gibt, was die Keimzelle einer „guten“ Gesellschaft eigentlich ist. Auch wenn dieses Zueinanderstehen, diese Liebe, diese Nähe eben kein Schutz vor Brutalität, Sadismus und Vernichtungswissen sein wird.


Wobei diese wahre Geschichte in dieser Hinsicht Hoffnung macht und dennoch eben nicht die Regel war.


Wenn es aber eine Kraft gibt, die dem Dunklen zu begegnen vermag, egal ob mit gutem Ausgang, wie in dieser Vater-Sohn Geschichte, oder doch mit dem Tod und Vernichtung ohne Rücksicht auf Familien, Kinder, Frauen und Väter, Männer, als nicht zu verhindernde Brutalität, wie in den vielen Geschichten aus den Lagern Buchenwald und Ausschwitz, die im Werk zum Tragen kommen, dann ist eben diese Kraft der Kern-Bindungen. Ein Fanal für alle, di dazu neigen, dieses familiäre Band zu leicht zu gering zu schätzen angetrieben von scheinbar umfassend ständigen Bedürfnissen allein nach „Individuation“, „Selbstverwirklichung“ und materiellen Erfolgs. Der eben auch „über Leichen geht“, mehr und mehr.


In einer Welt, in der es en vogue wieder ist, archaische Vorstellungen von „Sündenböcken“ und des simplen Reflexes der Ablehnung alles „Fremden“ als „Heilung“ zu propagieren. Um damit einmal wieder, wie in all den Jahrhunderten und Jahrtausenden zuvor, eine „Masse Mensch“ geschickt für die eigenen Ziele (die im Übrigen in ganz andere Richtung gehen könnten als das öffentlich Verkündete) in „Marsch“ zu setzen.


Denn es könnte gut sein, dass inzwischen bei jüdischen, muslimischen, „andersartigen“ Menschen wieder eine ähnliche Furcht vor den „guten Nachbarn“ sich breit macht, wie sie zu Beginn der Schilderung im Buch um sich greift.


„Er machte sich wieder an die Arbeit und sprach trotz Stefans Rat und, wider besseren Wissens, weiter mit dem Soldaten“.


Was ein Fehler sein kann, was aber auch zeigt, dass Fritz, der Sohn, der seinem Vater aus freien Stücken nach Ausschwitz nachfolgt, eben doch ein „bindungsfähiger Mensch“ ist. Ein „zivilisierter“ junger Mann, der, paradoxerweise, von jenen, die nur meinen, zivilisiert zu sein und die sich für die Krone der Schöpfung halten (es zumindest laut verkünden) als „Untermensch“, also als „gar kein Mensch“ bewertet wird.


Eher ruhig und sachlich erzählt im dokumentarischen Stil, eröffnet dieses Werk den Blick hinein in die Vernichtungsmaschinerie des dritten Reiches, die Kraft familiärer Bindungen und Vertrauens und setzt damit vielfache Assoziationen in die aktuelle Lage der Gesellschaft hinein frei.

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