Jeremy Iskandar

 4 Sterne bei 2 Bewertungen
Jeremy Iskandar

Lebenslauf von Jeremy Iskandar

Geboren wurde ich 1984 in Köln, aber die Wurzeln meiner Familie liegen sowohl in Deutschland als auch auf der Insel Java im fernen Indonesien. Zwischen zwei Kulturen zu stehen, ist für mich stets Herausforderung gewesen, aber auch Chance, den Blick genauer darauf zu richten, woher ich eigentlich komme und was mich zu dem Menschen gemacht hat, der ich bin. Hierbei ist das Thema der Erinnerung für mich immer ein ganz Zentrales gewesen. Sowohl in meiner Musik als auch in dem, was ich geschrieben habe, habe ich mich immer wieder damit beschäftigt. Neben dem Schreiben liebe ich die Musik und die Geschichte, weshalb ich in Musikwissenschaft und Geschichte meinen Abschluss gemacht habe. Seit meiner Jugend spiele ich mit nicht nachlassender Begeisterung Gitarre, schreibe Songs, komponiere hin und wieder verrückte Gitarrensoli für meine Band und beschäftige mich mit der Geschichte Asiens. Ich liebe das Reisen und bin regelmäßig in Asien, am häufigsten in Indonesien, um die Bande zu meiner Familie aufrechtzuerhalten.

Alle Bücher von Jeremy Iskandar

Jeremy IskandarZeit im Regen, Zeit im Wind
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Zeit im Regen, Zeit im Wind
Zeit im Regen, Zeit im Wind
 (2)
Erschienen am 17.12.2017
Jeremy IskandarAspekte des Gattungsbegriffes im musikwissenschaftlichen Diskurs
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Aspekte des Gattungsbegriffes im musikwissenschaftlichen Diskurs
Jeremy IskandarDer muslimische Kalender
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Der muslimische Kalender

Neue Rezensionen zu Jeremy Iskandar

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Rezension zu "Zeit im Regen, Zeit im Wind" von Jeremy Iskandar

Ein bildgewaltiger und einfühlsamer Roman, der die Mystik des Inselreichs Jave zauberhaft einfängt!
LaSonrisavor 5 Monaten

Inhaltsangabe

Sophia ist eine junge Frau, Absolventin der Kulturwissenschaften, wissbegierig und klug, wenn auch eher eine Einzelgängerin. Sie könnte ein unbeschwertes Leben führen, wären da nicht diese seltsamen und exotischen Träume, die mit immer größerer Macht in ihr Leben dringen.

Als sie kurz vor ihrem Abschluss das Tagebuch ihrer Großmutter vererbt bekommt, bricht sie alle Brücken zu ihrem bisherigen Leben ab und stürzt sich in ein Abenteuer, das schon bald viel größere Dimensionen annimmt, als sie es jemals für möglich gehalten hätte.

Wer war diese Frau, deren niedergeschriebenen Erinnerungen sie nun in das ferne Südostasien folgt? Deren Worte und Beschreibungen ihr vorkommen, als stammen sie aus einer fernen Welt und die doch so vertraut auf sie wirken. Und beinhaltet das Tagebuch tatsächlich die Antworten auf ihre Fragen?

Bald schon erkennt Sophia, dass es bei dieser Reise nicht nur um sie selbst geht, sondern auch um fremde Kulturen und Vorstellungen, die Schrecken des Krieges, die Suche nach dem Selbst in der Zeit und vielleicht sogar um so etwas wie die ewige Liebe.

Meine Meinung

Als ich die Inhaltsbeschreibung las, wusste ich sofort, dass ich diesen Roman unbedingt lesen muss. Mich faszinieren fremde Kulturen und ich war sehr gespannt darauf, etwas über Indonesien und insbesondere die Insel Java zu erfahren.

Der Schreibstil des Autors ist sehr bildhaft und stellenweise sehr philosophisch, was mir persönlich sehr gut gefiel. Ich hatte das Gefühl live vor Ort im bunten und hektischen Südostasien zu sein und direkt in das Seelenleben der einzelnen Protagonisten einzutauchen.

Was sind Erinnerungen? Was machen sie mit uns und unserem Leben? Und können wir ihnen trauen? Oder sind Erinnerungen doch nur Träume und gestalten wir sie vielleicht selbst? Das sind die Fragen mit denen Sophia und auch der Leser immer wieder konfrontiert werden. Ein für mich sehr spannendes Thema, das mich sehr zum Nachdenken brachte. Auch das Thema Vertrauen spielt im Roman eine große Rolle und man stellt sich oft die Frage, kann ich dem trauen was ich lese und erscheint mir die Person vertrauenswürdig?

Der Leser erfährt zusammen mit Sophia viel über die Gesellschaft und die Kultur des Inselreichs. So werden die Bedeutung des Gamelan und des Wayang Kulit, des mystischen Schattenspiels, näher beleuchtet und geschickt mit der Handlung des gesamten Romans verwoben.

Die Charaktere sind sehr authentisch und zu Sophia und ihrer Großmutter konnte ich eine große innerliche Beziehung aufbauen, da ich deren Gedanken und Gefühle sehr gut nachvollziehen konnte. Durch einen steten Perspektivenwechsel kam nie Langeweile beim Lesen auf. Anfänglich waren die Zeitsprünge etwas verwirrend, jedoch erkennt man gegen Ende des Romans, dass dies genau so gewollt ist und der Handlung das gewisse Etwas verleiht.

Insgesamt ist der Roman kein locker leichter Urlaubsroman, den man mal eben in einem Rutsch lesen kann. Er fordert die ganze Aufmersamkeit des Lesers und belohnt durch spannende Erkenntnisse.

Das Meer der Erinnerungen ist das Grundgerüst des Romans und so wie das Inselreich von Wasser umgeben ist, werden die Personen von ihren Erinnerungen durchströmt. Ich liebe diesen Bezug zum Meer, das sich stets erneuert und doch irgendwie beständig bleibt. Das mal sanft ist und mal gnadenlos zerstörerisch, so wie das Leben selbst. Und genau diese ewige Balance und dieses ewige Spiel von Schatten und Licht, von Leben und Tod, von Nähe und Distanz, fängt der Roman zauberhaft ein.

Fazit

Der Roman hat mich vom ersten Kapitel an begeistert und er wird mir mit Sicherheit im Gedächtnis, im Meer meiner eigenen Erinnerungen, bleiben, da er mich durch seine bildgewaltige und einfühlsame Sprache sehr berührt hat. Er erhält von mir daher eine ganz klare Leseempfehlung.

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S

Rezension zu "Zeit im Regen, Zeit im Wind" von Jeremy Iskandar

(K)Ein Ort, an dem die Widersprüche aufgehoben sind
Sniffuvor 6 Monaten

Man merkt, dass sich dieses Buch aus einem akademischen Exkurs heraus ergeben hat, was an sich nichts Schlechtes ist. Oft stellte ich mir die Frage, lese ich ein Sachbuch oder einen Roman. Wer an kulturellem Gedächtnis, musikwissenschaftlichen Themen und indonesischen Reiseberichten interessiert ist, wird die essayistischen Anwandlungen eher schätzen als Personen, die ganz einfach in eine fremde Welt eintauchen wollen.

Die Theorie des allumfassenden Erinnerns, das Wirklichkeit gebiert, liegt diesem Buch zugrunde und ist in der Tat ansprechend, wenn die Umsetzung nicht über lange Strecken mangelhaft wäre. Die Stellen, in denen dieses Konzept fruchtet und gelingt, sind für mich an einer Hand abzuzählen, was das Gefühl aufkommen lässt, die Praxis hinke ihrer Theorie hinterher. Jede Idee beginnt im Kopf eines Menschen, doch diese bleibt zu kopflastig und steht ihrer eigenen Entfaltung im Weg. Das Ende, so überraschend und vielschichtig es auch war, hat mich nicht dazu animiert, das Buch ein zweites Mal zu lesen, um den einen oder anderen AHA-Effekt zu erhalten.

Zwei Minuspunkte gibt es, die sich das ganze Buch wie ein roter Faden durchziehen, die sich negativ auf mein Lesevergnügen ausgeübt haben:
Nationale und Gender-Stereotypen.

So aufmerksam sich dieses Buch auch gegenüber dem javanischen Empfinden, seiner Geschichte und Lebensarten gibt, so verallgemeinernder und grober nimmt es beispielsweise Japaner wahr.

Genauso wird mit Gender-Stereotypen verfahren. Während der universelle Anspruch von Erinnerungskultur gestellt wird, werden Frauen marginalisiert und dem Wohlwollen der Männer überlassen. Die Frauen im Buch machen sich entweder als Verführerin bemerkbar oder müssen von den Männern gerettet werden. Selbst wenn sich dieses Muster ignorieren ließe, fällt es schwer, mit den Charakteren zu sympatisieren. Dazu sind sie mir zu eindimensional und stereotyp, auch lassen ihre Handlungsweise in logischer Hinsicht zu wünschen übrig.

Das Buch nimmt sich viel vor und will dabei zu viel bzw. richtet den Blick zu sehr aufs große Ganze und vernachlässigt dabei eine Vielzahl von Details, die in Summe zu einem unangenehmen Beigeschmack werden. Dieses Buch ist in erster Linie für Personen geeignet, die an Indonesien, seiner Musik, seiner Kultur und Geschichte interessiert sind. Wenn die oben genannten Punkte nicht abschrecken, würde ich Interessierten auf jeden Fall zu dem Buch raten.

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Gespräche aus der Community

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Garudas avatar
Liebe lovelybooks-Gemeinschaft,

ich lade euch herzlich zu meiner allerersten Leserunde zu meinem Erstlingswerk "Zeit im Regen, Zeit im Wind" ein.

Das Buch ist ein Kurzroman und wurde von mir als eBook veröffentlicht. Ich kann es euch im EPUB-Format zur Verfügung stellen oder, je nach Wunsch, auch eine entsprechende Anzahl an Printexemplaren anfertigen lassen.

"Zeit im Regen, Zeit im Wind" ist stark beeinflusst durch die Kultur der Insel Java, von der meine Wurzeln stammen. Außerdem dreht sich alles um das Thema der Erinnerung - biographische Erinnerungen, kulturelle Erinnerungen, Meta-Erinnerungen.

Ausgangspunkt der Geschichte sind die seltsamen Träume der Protagonistin Sophia, die sie mit dem Tagebuch ihrer Großmutter zu entschlüsseln versucht. Hierzu muss sie sich auf eine lange Reise in das ferne Indonesien begeben, wobei sie immer tiefer in die Gesellschaft und Geschichte des Inselreichs eintaucht und feststellen muss, dass ihre Träume weitaus mehr sind, als sie es für möglich gehalten hätte.

Auf ihrer Reise durch Gegenwart und Vergangenheit stößt Sophia in die Geheimnisse der alten javanischen Traditionen vor, in die Musik des Gamelan, die faszinierende Welt des Schattenspiels, des wayang kulit, und die Mythen, die fest im kulturellen Gedächtnis der javanischen Gesellschaft verortet sind. Dabei trifft sie auf wertvolle Verbündete, aber auch auf gefährliche Feinde - denn Sophia ist nicht die Einzige, die auf der Suche nach dem Geheimnis ist. Und auch die Liebe ist nicht fern.

Mehr zum Inhalt und Konzept des Buches, aber auch zum kulturellen Hintergrund, erfahrt ihr auf meiner Website "Zeit im Regen, Zeit im Wind".

Eine Leseprobe findet ihr hier.

Um euch für die Teilnahme zu bewerben, nennt bitte einen einzelnen Begriff, den ihr mit Indonesien verbindet.

Vielen Dank für euer Interesse. Ich bin schon sehr aufgeregt, was bei der Leserunde herauskommt.
Garudas avatar
Letzter Beitrag von  Garudavor 6 Monaten
Hallo LaSonrisa, auch dir möchte ich für deine Teilnahme an meiner Leserunde danken, und auch für deine interessanten Beiträge dazu! Es freut mich sehr, dass dich mein Buch nicht nur unterhalten, sondern auch auf diese Weise, wie du sie beschrieben hast, zum Nachdenken angeregt hat. Dass du enttäuscht darüber gewesen bist, am Ende doch nicht zu erfahren, wer der Erzähler ist, kann ich gut nachvollziehen. Du hattest ja schon recht früh geschrieben, dass du unbedingt erfahren möchtest, wer sich hinter dem Erzähler verbirgt. Für mich hat der Erzähler im Buch - abgesehen davon, dass man durch ihn Sophia wahrnimmt - immer auch die Position des alten Java repräsentiert. Aber nicht nur des alten, sondern auch des Wandels, der sich vollzieht (vollzogen hat). Sein Tod war damit für mich unausweichlich, denn das alte Java stirbt (ist gestorben). Doch gleichzeitig stirbt der Erzähler ja nicht endgültig, denn genau wie in den "Geschichten" des wayang kulit, finden wir uns auch hier in einem ewigen Kreislauf wieder. Die "Geschichten" des wayang enden niemals wirklich und wer am Ende gewinnt ist unerheblich - wichtig ist das Gleichgewicht der Kräfte, der Ausgleich. Das verbindende Element der Zyklen, die sich im Roman erkennen lassen, sind - wie du so schön geschrieben hast - die Erinnerungen Sophias (oder auch beider, je nachdem, ob man sie für eine Persone hält oder nicht) und die damit verbundenen Gefühle. Ob es eine Fortsetzung geben wird, darüber bin ich mir noch nicht sicher. Aber sicher bin ich mir, dass ich gerne noch mehr über Indonesien schreiben möchte, denn die Kultur Javas ist derart reichhaltig und wie ein kompliziertes Netz ineinander gewoben, dass es noch so viel darüber zu erzählen gibt. Wichtig bei "Zeit im Regen, Zeit im Wind" war es mir, dass diejenigen, die es lesen, etwas von dieser Kultur in sich bewahren, und seien es auch nur Fragmente. Es ist schön zu wissen, dass du etwas davon in dir bewahren wirst :)
Zur Leserunde

Zusätzliche Informationen

Jeremy Iskandar wurde am 09. Februar 1984 in Köln (Deutschland) geboren.

Jeremy Iskandar im Netz:

Community-Statistik

in 3 Bibliotheken

auf 1 Wunschlisten

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