Jeremy Scahill

 4.1 Sterne bei 14 Bewertungen

Alle Bücher von Jeremy Scahill

Blackwater

Blackwater

 (10)
Erschienen am 01.09.2009
Schmutzige Kriege

Schmutzige Kriege

 (1)
Erschienen am 09.10.2013
Dirty Wars: The World Is a Battlefield

Dirty Wars: The World Is a Battlefield

 (1)
Erschienen am 30.09.2014
Dirty Wars

Dirty Wars

 (0)
Erschienen am 01.04.2013
Brudne wojny

Brudne wojny

 (0)
Erschienen am 01.01.2014
Blackwater

Blackwater

 (0)
Erschienen am 01.09.2010

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Rezension zu "Schmutzige Kriege: Amerikas geheime Kommandoaktionen" von Jeremy Scahill

Mächtige Verbindungen, Eifersüchteleien, leidende Völker
Buecherspiegelvor einem Jahr

Aufgrund der Krisen in der islamischen Welt möchte ich auf folgendes Buch aufmerksam machen, das rückblickend aus der Sicht des investigativen Journalisten Jeremy Scahill „Schmutzige Kriege – Amerikas geheime Kommandoaktionen“ auch auf die heutige Lage zwischen diesen Regionen erhellend wirkt.

Der Autor beschreibt auf etwa 600 Seiten sehr detailliert und dokumentarisch den Krieg der USA gegen den Terror. Die ausführlichen Recherchen reichen vom 11. September 2001 bis ins Jahr 2011 und zeichnen das Bild eines brutalen Krieges, dessen Schlachtfeld die ganze Welt ist. Wir erfahren viel über die Arbeitsweisen von Geheimdiensten und Spezialeinsatzkommandos, von denen bisher die wenigsten von uns etwas gewusst haben könnten. Diese Spezialtruppen agieren weitgehend unabhängig voneinander und außerhalb des Einflussbereiches der politischen Entscheidungsträger. Die Koordination untereinander ist dürftig. Jeder hält seine Truppe für die beste. Es werden Terrorverdächtige eingesperrt und brutal gefoltert. Es gibt weder Anklagen noch Gerichtsurteile. Keine Möglichkeit, sich zu verteidigen, falls die Vorwürfe unbegründet sind. Viele landen auf einer Todesliste und werden durch Cruisemissiles oder Drohnen exekutiert. Es kann dabei auch schon mal eine Hochzeits- oder Trauergesellschaft als Kollateralschaden liquidiert werden. Aber dieser Krieg gegen den Terror produziert in der Bevölkerung der betroffenen Länder auch Hass gegen die USA und die westliche Welt und an die Stelle eines getöteten Terroristen treten viele neue. Ein Fass ohne Boden.

Der Autor beschreibt über das ganze Buch hinweg die Lebensgeschichte von Anwar Awlaki, einem in den USA geborenen und aufgewachsenen jungen Mann mit jemenitischen Eltern. In seiner Jugend war er ein überzeugter Amerikaner, gebildet und weltoffen. Doch das harte Vorgehen der USA gegen Terroristen in islamischen Ländern enttäuscht ihn zutiefst und er kehrt zurück in den Jemen zu seiner Familie. Er ereifert sich für den Islam und wird zum Prediger. Seine Wortgewandtheit beschert ihm viele Anhänger, die sich durch seine Reden teilweise zu gewalttätigen Aktionen ermutigt fühlen. Sehr zum Missfallen der Geheimdienste. Er wird gejagt und durch eine US-Rakete letztendlich in die Luft gesprengt. Awlaki hat in seinen Predigten gegen den Westen agitiert, aber er hat nie selbst terroristische Aktionen befohlen oder ausgeführt. Für ein Verbrechen wurde er niemals öffentlich angeklagt oder verurteilt.

Kurze Zeit vor Awlakis Tod hat sein Sohn noch versucht, seinen Vater in dessen Versteck zu besuchen. Eine US-Rakete ließ von dem unbescholtenen amerikanischen Teenager nicht viel übrig. Ein Missverständnis, so die Behörden.

Der Autor widmet sich auch dem spektakulären Ende von Osama bin Laden in seiner Villa im pakistanischen Abbottabad. Niedergestreckt durch eine brisante, präzise und professionell ausgeführten Kommandoaktion der Navi-SEAL's. Aber das ist nicht das Ende dieses Krieges.

Einem langen Epilog und Abkürzungsverzeichnis folgt ein umfangreiches Literaturverzeichnis, das dem Leser das Recherchieren leichter macht. Zu allen 50 Kapiteln sind Quellenangaben verzeichnet und auch zum Epilog. In Zeiten von Fake News, bei der man jeder veröffentlichten Nachricht, nicht nur aus Amerika, kritisch gegenüber stehen muss, ist es schon eine Offenbarung und zeigt, wie wichtig unabhängiger Journalismus und kritische Berichterstattung sind.

Eine Dokumentation in der ARD über Inhalte dieses Buches findet man zum Beispiel unter https://www.youtube.com/watch?v=bxVbUXI8x5c
sowie Beispielhaft eine weitere Buchbesprechung unter http://www.faz.net/aktuell/politik/politische-buecher/jeremy-scahill-schmutzige-kriege-risiken-und-nebenwirkungen-12781536.html
das Autorenporträt unter http://www.kunstmann.de/titel-0-0/schmutzige_kriege-997/

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Rezension zu "Schmutzige Kriege" von Jeremy Scahill

Amerika,zerstört so seine eigenen demokratischen Grundlagen und seinen Ruf in der Welt
WinfriedStanzickvor 5 Jahren

Dieses Buch des angesehenen Journalisten und Reportes Jeremy Scahill. der schon mit „Blackwater“ (ebenfalls bei Kunstmann) lange verdeckt gebliebene Tatsachen enthüllte, wird das Bild, das man hierzulande von der amerikanischen Politik zum einen und von Barack Obama im Besonderen hatte, verändern. Die gegenwärtige Debatte um den  Abhörskandal  der NSA und anderer Geheimdienste der USA hat den Rest des Glanzes, den vor allem die deutsche Bevölkerung Barack Obama schon vor seiner Wahl fast einem Messias gleich verliehen hat. zerstört.

 

Der, der angetreten ist, dem Weltfrieden neue Impulse zu geben, der, noch heute unverständlich, schon gleich zu Beginn seiner ersten Amtszeit der Friedensnobelpreis erhielt, ist einer der kriegerischsten Präsidenten geworden, den die Geschichte der USA kennt.

 

Scahill zeigt in seinem erschütternden Buch, wie nach dem zweifellos für die USA traumatischen Schock der Anschläge vom 11.9. 2001 in der Folgezeit und in den letzten Jahren immer intensiver sich ein  neues Paradigma amerikanischer Kriegsführung etabliert hat: Gekämpft wird überall, von Spezialkräften, die offiziell gar nicht existieren, aber weltweit tausende Einsätze im Monat durchführen, die nie ans Licht der Öffentlichkeit gelangen.  Angeblich um den Terror auszumerzen bzw. das Land und den Westen vor ihm zu schützen, lassen diese mörderischen Aktionen und die neuen „schmutzigen Kriege“ den Terror weiter wachsen und sich ausbreiten.

 

Amerika, das lange für die Werte des Westens stand, zerstört so seine eigenen demokratischen Grundlagen und deren Ruf in den Teilen der Welt, die schon immer eine andere Form der Organisation ihrer Gesellschaft für praktikabler hielten. Etwa die islamische Welt und die asiatischen Länder.

 

Es kann mir im Übrigen keiner mehr erzählen, Obama wüsste von all dem nichts. Die Mutation eines angeblichen Friedensengels mit einer die Massen begeisternden Botschaft in einen Kriegsherrn, der seine Freunde belauscht und belügt, ist schon erschütternd.

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