Jeremy Scahill Schmutzige Kriege: Amerikas geheime Kommandoaktionen

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Inhaltsangabe zu „Schmutzige Kriege: Amerikas geheime Kommandoaktionen“ von Jeremy Scahill

Jeremy Scahill erzählt in dieser packenden investigativen Reportage, wie es dazu kam, dass Mord zu einem zentralen Instrument der U.S.-Sicherheitspolitik geworden ist, und welche Konsequenzen diese Entscheidung hat – für unzählige Menschen in den unterschiedlichsten Ländern und für die Zukunft der amerikanischen Demokratie. In Afghanistan und Pakistan, Jemen, Somalia und anderen Ländern interviewte Scahill CIA-Agenten, Söldner und Spezialkräfte der US-Army. Er begab sich tief in das von Al-Qaida gehaltene Territorium im Jemen, traf von der CIA protegierte Warlords in Mogadischu und sprach mit den zivilen Opfern der Einsätze amerikanischer Spezialkommandos und Drohnenattacken, die die Vereinigten Staaten lieber geheim halten wollen. In dieser bedrohlichen Geschichte von der Front der unerklärten Kriege dokumentiert Jeremy Scahill das neue Paradigma der amerikanischen Kriegsführung: Gekämpft wird überall, von Spezialkräften, die offiziell gar nicht existieren, aber weltweit unzählige Einsätze durchführen, die nie ans Licht der Öffentlichkeit geraten. Scahill enthüllt das erschreckende Bild einer geheimen U.S.-Mordmaschinerie, die mächtiger geworden ist als jeder Präsident, der ins Weiße Haus einzieht. Und er zeigt, dass diese verdeckten amerikanischen Kriege, anstatt die USA – und die Welt – vor dem Terror zu schützen, dazu führen, dass der Terror wachsen und sich weiter ausbreiten wird.

Investigativer Journalismus wie wir ihn brauchen. Mit vielen (100 Seiten) Quellenhinweisen, um selbst zu recherchieren.

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    Schmutzige Kriege: Amerikas geheime Kommandoaktionen
    Buecherspiegel

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    25. June 2017 um 21:04

    Aufgrund der Krisen in der islamischen Welt möchte ich auf folgendes Buch aufmerksam machen, das rückblickend aus der Sicht des investigativen Journalisten Jeremy Scahill „Schmutzige Kriege – Amerikas geheime Kommandoaktionen“ auch auf die heutige Lage zwischen diesen Regionen erhellend wirkt. Der Autor beschreibt auf etwa 600 Seiten sehr detailliert und dokumentarisch den Krieg der USA gegen den Terror. Die ausführlichen Recherchen reichen vom 11. September 2001 bis ins Jahr 2011 und zeichnen das Bild eines brutalen Krieges, dessen Schlachtfeld die ganze Welt ist. Wir erfahren viel über die Arbeitsweisen von Geheimdiensten und Spezialeinsatzkommandos, von denen bisher die wenigsten von uns etwas gewusst haben könnten. Diese Spezialtruppen agieren weitgehend unabhängig voneinander und außerhalb des Einflussbereiches der politischen Entscheidungsträger. Die Koordination untereinander ist dürftig. Jeder hält seine Truppe für die beste. Es werden Terrorverdächtige eingesperrt und brutal gefoltert. Es gibt weder Anklagen noch Gerichtsurteile. Keine Möglichkeit, sich zu verteidigen, falls die Vorwürfe unbegründet sind. Viele landen auf einer Todesliste und werden durch Cruisemissiles oder Drohnen exekutiert. Es kann dabei auch schon mal eine Hochzeits- oder Trauergesellschaft als Kollateralschaden liquidiert werden. Aber dieser Krieg gegen den Terror produziert in der Bevölkerung der betroffenen Länder auch Hass gegen die USA und die westliche Welt und an die Stelle eines getöteten Terroristen treten viele neue. Ein Fass ohne Boden. Der Autor beschreibt über das ganze Buch hinweg die Lebensgeschichte von Anwar Awlaki, einem in den USA geborenen und aufgewachsenen jungen Mann mit jemenitischen Eltern. In seiner Jugend war er ein überzeugter Amerikaner, gebildet und weltoffen. Doch das harte Vorgehen der USA gegen Terroristen in islamischen Ländern enttäuscht ihn zutiefst und er kehrt zurück in den Jemen zu seiner Familie. Er ereifert sich für den Islam und wird zum Prediger. Seine Wortgewandtheit beschert ihm viele Anhänger, die sich durch seine Reden teilweise zu gewalttätigen Aktionen ermutigt fühlen. Sehr zum Missfallen der Geheimdienste. Er wird gejagt und durch eine US-Rakete letztendlich in die Luft gesprengt. Awlaki hat in seinen Predigten gegen den Westen agitiert, aber er hat nie selbst terroristische Aktionen befohlen oder ausgeführt. Für ein Verbrechen wurde er niemals öffentlich angeklagt oder verurteilt. Kurze Zeit vor Awlakis Tod hat sein Sohn noch versucht, seinen Vater in dessen Versteck zu besuchen. Eine US-Rakete ließ von dem unbescholtenen amerikanischen Teenager nicht viel übrig. Ein Missverständnis, so die Behörden. Der Autor widmet sich auch dem spektakulären Ende von Osama bin Laden in seiner Villa im pakistanischen Abbottabad. Niedergestreckt durch eine brisante, präzise und professionell ausgeführten Kommandoaktion der Navi-SEAL's. Aber das ist nicht das Ende dieses Krieges. Einem langen Epilog und Abkürzungsverzeichnis folgt ein umfangreiches Literaturverzeichnis, das dem Leser das Recherchieren leichter macht. Zu allen 50 Kapiteln sind Quellenangaben verzeichnet und auch zum Epilog. In Zeiten von Fake News, bei der man jeder veröffentlichten Nachricht, nicht nur aus Amerika, kritisch gegenüber stehen muss, ist es schon eine Offenbarung und zeigt, wie wichtig unabhängiger Journalismus und kritische Berichterstattung sind. Eine Dokumentation in der ARD über Inhalte dieses Buches findet man zum Beispiel unter https://www.youtube.com/watch?v=bxVbUXI8x5csowie Beispielhaft eine weitere Buchbesprechung unter http://www.faz.net/aktuell/politik/politische-buecher/jeremy-scahill-schmutzige-kriege-risiken-und-nebenwirkungen-12781536.html das Autorenporträt unter http://www.kunstmann.de/titel-0-0/schmutzige_kriege-997/

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