Jerker Virdborg Eis

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Inhaltsangabe zu „Eis“ von Jerker Virdborg

Vier junge Männer müssen binnen einer Nacht einen geheimen Auftrag erfüllen, der sie bis an die Grenzen ihrer körperlichen und seelischen Belastbarkeit führt - ein psychologischer Spannungsroman, virtuos geschrieben, beklemmend in seiner Bildsprache.

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  • Rezension zu "Eis" von Jerker Virdborg

    Eis
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    27. July 2011 um 08:14

    Dieses Romandebüt wurde in Schweden gefeiert wie kaum ein anderes Buch. Tatsächlich ist Jerker Virdborg ein erstaunlicher Erstling gelungen, dessen Themen durchweg existentieller Natur sind: Gehorsam und Verantwortung, Verrat und Vertrauensbruch, Liebe und Einsamkeit. Das Land ( es ist wohl Schweden, wird aber wie auch die Namen der Feinde nie ausdrücklich erwähnt) befindet sich seit langer Zeit im Kriegszustand. Große Teile des Landes sind vom Feind besetzt, Städte sind zerstört worden, man munkelt von atomarer Verseuchung einiger Gebiete, fast alle Kommunikationswege funktionieren nicht mehr. Gleichzeitig denken viele, dass das noch lange so weitergehen wird. In dieser verzweifelten und fast aussichtslosen Situation erhalten vier Männer, die sich vor gerade mal einigen Stunden erst kennen gelernt haben, den militärischen Auftrag, auf Schlittschuhen in ihren Rücksäcken ein Material durch die feindlichen Linien zu transportieren, das es ermöglichen könnte, dem Krieg eine Wendung zu bringen. Es wird angedeutet, dass es sich um Datenmaterial (CDs) handelt. Ihr Weg wird sie bei hohen Minusgraden quer durch die Schären über das Eis führen. Schon vor ihrem Abmarsch ist das gegenseitige Misstrauen und der Vorabverdacht jeder gegen jeden groß. Dennoch: sie raufen sich zusammen und machen sich auf. Was unterwegs alles geschieht , soll nicht verraten werden, denn der Roman lebt von seiner, durch eine ganz eigene, immer wieder durch unvollendete Sätze und Andeutungen versetzten Sprache bewirkten Spannung, die den Leser bis zum Ende nicht loslässt und ein übers andere Mal in regelrechte Verwirrung stürzt. Das Eis und die Kälte, der Krieg und die Zerstörung, der gegenseitige Verrat und die Einsamkeit der Menschen sind, so wird im Verlauf des Buches immer deutlicher, Metaphern in einer wundervollen Parabel auf den Zustand der schwedischen Gesellschaft, wie wir sie in Andeutungen auch von anderen schwedischen Autoren geschildert bekommen. An einer Stelle überlegen die vier Geheimboten, wie das bestimmte Wort heißt für einen Zustand des Eises, wo es weder trägt noch bricht. Eine schöne Metapher nicht nur für die schwedische Gesellschaft, die durch keine wirklich innere Kraft mehr zusammengehalten wird, sondern nur durch die Kälte von Gesetzen, Regeln und Strukturen und dem Kampf von Jeder gegen Jeden. Ein beklemmendes, sehr lesenswertes Buch von einem Autor, von dem man gerne bald mehr lesen würde.

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