Jerome Charyn

 3,4 Sterne bei 21 Bewertungen
Autor*in von Erbarmungslose Stiere, Unter dem Auge Gottes und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Jerome Charyn, geboren 1937, hat über 50 Romane und Sachbücher geschrieben, dazu viele Comic-Szenarios. Seine Saga um Isaac Sidel, ein Cop, der zum Präsidenten der USA aufsteigt, machte ihn auf beiden Seiten des Atlantiks zum Kultautor. Unter seinen unzähligen Preisen und Auszeichnungen gehören u.a. die Ernennung zum »Chevalier de lʻOrdre des Arts et des Lettres« durch die französische Regierung und der »Rosenthal Family Foundation Award for Fiction« von der American Academy of Arts and Letters. Charyn lebt in Manhattan.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Jerome Charyn

Cover des Buches Unter dem Auge Gottes (ISBN: 9783037344293)

Unter dem Auge Gottes

(4)
Erschienen am 26.09.2013
Cover des Buches New York Cannibals (ISBN: 9783962195274)

New York Cannibals

(2)
Erschienen am 28.07.2021
Cover des Buches Ravage & Son (ISBN: 9783518474952)

Ravage & Son

(2)
Erschienen am 19.08.2025
Cover des Buches Marilyn the Wild (ISBN: 9783037347300)

Marilyn the Wild

(2)
Erschienen am 19.07.2016
Cover des Buches Little Tulip (ISBN: 9783958391352)

Little Tulip

(1)
Erschienen am 01.06.2015
Cover des Buches Winterwarnung (ISBN: 9783037346488)

Winterwarnung

(1)
Erschienen am 19.01.2017

Neue Rezensionen zu Jerome Charyn

Cover des Buches Ravage & Son (ISBN: 9783518474952)
walli007s avatar

Rezension zu "Ravage & Son" von Jerome Charyn

walli007
Ausnahmestudent

Im Manhattan des Jahres im frühen zwanzigsten Jahrhundert hat sich der Waisenjunge Ben Ravage einen Namen gemacht. Er wurde aufgelesen, zur Schule geschickt und er bekam die Möglichkeit in Harvard zu studieren. Mit seinem Jury-Abschluss hätte er alles schaffen können, doch er zog es vor, nach Manhattan zurückzukehren. Dort wird er Detektiv der Kehilah, einer Art Polizei, die allerdings von Geschäftsleuten eingesetzt wird. Ben Ravage ist auf der Suche nach einem Täter, der wohlmöglich mehrere Frauen umgebracht hat. Aber er such auch nach seinem Vater, der seine Mutter in den Tod getrieben hat und sich nicht um Ben kümmerte.


Verbissen kämpft sich Ben durch sein Leben. Er könnte es einfach haben. Sein Gönner der Chefredakteur des Jewish Daily Forward hätte sich etwas anderes für seinen Schützling vorgestellt. Aber er kann Ben nicht überzeugen, dass er außerhalb von seinem Kiez mehr Erfolg haben könnte. Ben jedoch möchte für etwas Ordnung im Viertel sorgen und er möchte den Vater bestrafen, der ihn nicht anerkannt hat und wegen dem die Mutter so früh starb. Dafür nimmt er viel in Kauf. Schließlich besteht die Gefahr bei seinen Nachforschungen mal den Falschen in die Hände zu fallen. 


Unter einem Kriminalroman würde man sich wohl etwas anderes vorstellen. Eher bekommt man mit diesem Roman eine Milieustudie des New Yorker Stadtteils Manhattan. Mietskasernen, in denen arme Leute zusammengepfercht werden, Mietwucher, Zwangsräumungen. Man könnte auch an das Berlin der 1920er denken. Ein Miethai, der eine Braut an jeder Ecke hat. Viele Menschen bezahlen ihre Lebensumstände mit dem Verlust des Verstands oder gar des Lebens. Man vermisst allerdings eine richte fortlaufende Geschichte. Vielleicht ist sie da, man sieht sie nur nicht wegen des ganzen Milieus. Man glaubt immerhin das harte Leben. Es geht ruppig zu, es fließt Blut und so manches Leben verschwindet. Werden sich Bens Träume erfüllen? 

Man fragt sich, ob man sich hat von dem Klappentext in die Irre führen ließ oder ob man die Zeichen einfach nicht richtig gedeutet hat. Jedenfalls kann man nicht behaupten, dass dieses Buch jedermanns Sache sein wird. Für einige wird es jedoch sicher spannend sein. 

Cover des Buches Erbarmungslose Stiere (ISBN: 9783548251752)
ArsAstrologicas avatar

Rezension zu "Erbarmungslose Stiere" von Jerome Charyn

ArsAstrologica
zunehmendes Grausen

Zugegebenermaßen war ich beim ersten Anlesen von ERBARMUNGSLOSE STIERE enttäuscht. Selbst die Episode "Der Stier in der Mausefalle" von Star-Schriftsteller Dietrich Schwanitz, dessen Bestseller "Der Campus" sogar verfilmt wurde, erschient mir zu konstruiert, zu sophisticated.

Doch dann las ich mit zunehmendem Grausen die kleine Jugendgeschichte "Mein Freund Herb" von Maeve Carels. Ja, und da fing es bei mir wirklich mit dem Gruseln an. Die Autorin am 4. Mai 1956 um 9:14 Uhr im ostfriesischen Jever zur Welt gekommene Autorin hat einen derart gründlichen schwarzen Humor, wie ihn wirklich nur Stiere (wenn sie denn einmal losgelassen) auf die Beine stellen können.


Cover des Buches New York Cannibals (ISBN: 9783962195274)
Toxicass avatar

Rezension zu "New York Cannibals" von Jerome Charyn

Toxicas
Viele Themen wurden gekonnt miteinander verbunden

Ich habe schon mal eine Blut- und Plasmaspende abgegeben. Warum? Um zu helfen. Würde ich das wieder tun? Natürlich! Aber wie wäre es, wenn ich es nur des Geldes wegen täte? Wenn ich Blut spenden müsste, um mir Lebensmittel kaufen zu können? Und zwar so häufig, dass mein Körper immer schwächer werden würde.

Zitat Seite 45: "Als die Nahrung ausging, kam es zu Fällen von Kannibalismus."

Dies ist ein Thema von vielen, das in "New York Cannibals" aufgegriffen wird. In der primären Storyline begleiten wir die aus Japan stammende Polizistin Azami Tanaka - eine taffe, stark tätowierte und durchtrainierte Frau, die von ihrem Adoptivvater Pawel großgezogen wurde. Ihr Erscheinungsbild bringt ihr nicht nur Respekt im Gym ein, sondern auch bei ihren Kollegen und auf den Straßen. Dort, wo Azami ihr Bestmögliches tut, um für Recht und Ordnung zu sorgen. Dort, wo sie eines Tages in einer dunklen Ecke ein Baby findet und sich dazu entschließt, es zu behalten. Dass das Neugeborene und ihr Adoptivvater irgendwie in tragischer Verbindung zueinander stehen, erfährt der Leser gemeinsam mit Azami im weiteren Verlauf der Story. Einmal mehr wird einem dabei bewusst, dass Vergangenes sich nicht ungeschehen machen lässt und es Menschen gibt, denen man besser kein zweites Mal begegnet.

Das 90er-Jahre New York als Setting faszinierte mich schon in anderen Geschichten. Die markanten Merkmale der Metropole bzw. ihrer Elendsviertel spiegeln sich allerdings nur bedingt in den Illustrationen wider. Es gibt zwar Graffitis an den Wänden, schmutzige Straßen und Coca-Cola-Schilder, aber aufgrund des Buchtitels habe ich deutlich mehr Bezug (zumindest am Rande erwähnt) erwartet. Zum Beispiel bekannte Sehenswürdigkeiten wie den Central Park in Manhattan, da Azami in diesem Bezirk wohnt. Davon abgesehen hat es mir viel Spaß gemacht, in den einzelnen Szenen zu versinken und die unterschiedlichen Figuren zu betrachten. Ich mochte insbesondere die düstere Kulisse des Undergrounds.

Zitat Seite 144: "In Städten wie dieser, wo die Götter sich mit den Menschen vermischen, braucht man eine eiserne Seele, um der Faszination zu widerstehen, die ihre Kräfte ausüben."

Fazit: Gewalt, Verbrechen, Herkunft, Hautfarbe, Homosexualität, Diversität, Handicaps, Steroide... diese Graphic Novel verbindet all diese Themen gekonnt mit spannenden Thriller-Noir-Elementen und großartigen Zeichnungen. Ich habe die Geschichte im Nullkommanix verschlungen. Lesen!

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